Mispel


Die Mispel hat ihren Ursprung aus dem asiatischen Raum, wo sie seit etwa 3000 Jahren angebaut wird. Sie stammt aus der Familie der Rosengewächse. Im Mittelalter war sie auch in Europa weit verbreitet, jedoch spielt sie in Deutschland ALS Obstlieferant kaum eine Rolle mehr.

Hauptsächlich findet man Mispelbäume in Ländern mit temperaten und submediterranen Klimabedingungen wie z. B. die Türkei, Bulgarien, Griechenland und Italien, sowie in Südamerika, Nord- und Südafrika, Australien sowie Neuseeland. Intensiv betriebene Mispelplantagen findet man in Valencia (Spanien) sowie in einigen Ländern Südwestasiens als auch in Aserbaidschan, einer Binnenstaat im Vorderasien.


Das sollten Sie über Mispel wissen

Mispelbäume werden nicht besonders groß. Sie erreichen eine maximale Höhe von 5 Metern. Die Blüten der Mispelbäume blühen ab Mitte Mai und erreichen einen Durchmesser von 3 bis 5 cm. Die graubraune Mispelfrucht besitzt ein apfelförmiges Aussehen mit 5 langen Kelchzipfeln bei einer Breite von 3 cm bis 4 cm. Ebenfalls enthält die Mispel 5 Steinkerne. Für die Reife benötigen Mispeln viel Sonne und einen gleichmäßig feuchten Boden. Ideale Temperaturen für das Wachstum der Mispeln liegen bei 18 bis 20 ° Celsius. Die Mispelfrucht ist erst reif und zum Verzehr geeignet, wenn es gefroren hat und das Fruchtfleisch und die Schale durch und durch braun geworden ist.

Mispeln haben bei Eintritt der Reife ein kräftiges süß-säuerliches Aroma und ähneln dem Geschmack von Aprikosen und Pfirsichen. Manche Mispelsorten schmecken bitter, so dass vor dem Verzehr die Haut der Mispeln abgezogen werden sollte. Auch sollten Mispeln, da sie nicht lange haltbar sind entweder frisch möglichst innerhalb einer Woche verzehrt werden oder man lässt sie trocknen, bzw. verarbeitet sie weiter als Marmelade, Mus, Gelee oder Sauce.

Auf Grund seines Kleinwuchses und seiner pflegeleichten Eigenschaften eignen sich Mispelbäume als dekorative Pflanze in kleineren Gärten. Obwohl Mispelbäume es gerne sonnig und warm haben, vertragen sie winterliche Temperaturen bis zu minus 20 ° Celsius. Bei der Pflege des Baumes hält man ihn durch regelmäßiges Schneiden der Krone vital und sorgt hierdurch für eine Erneuerung der Zweige.


Bedeutung für die Gesundheit

Mispeln erfreuen sich in anderen europäischen Ländern großer Beliebtheit. In Italien ist die Mispel unter dem Namen Nespla, in Frankreich unter Nèfle du Japon und in England unter Loquats bekannt. Mispeln enthalten Gerbstoffe sowie einen hohen Anteil an Pektin, wobei die hohe Konzentration des Pektin-Gehaltes dabei helfen kann, den Cholesterinspiegel im Blut zu senken. Außerdem sind Mispeln reich an Vitamin B2 und Beta-Carotin sowie Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium und Eisen.

Mispeln fördern die Verdauung, haben aber ebenfalls eine stopfende Wirkung, weshalb sie bei Durchfallerkrankungen gerne eingesetzt werden. Der Genuss von Mispeln lindert Entzündungen des Darms und wirkt heilend auf die Darmschleimhaut. Auch kann wegen des hohen Anteils an Vitamin E Arteriosklerose mit Mispelfrüchten behandelt werden.

Die Japaner nutzen nicht nur die Früchte des Mispelbaumes sondern auch deren Blätter. Diese werden für die sogenannte Ito-Therapie angewandt um Abhilfe bei Schmerzen zu schaffen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren.

Durch den minimalen Anteil an Fett und dem geringen Brennwert, eignen sich Mispeln hervorragend als diätetisches Nahrungsmittel.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Mispeln enthalten zu 77,72 % Wasser, 0,5 % Eiweiß, 0,2 % Fett sowie 10 % Ballaststoffe und einen Energiewert von 49 kcal (204 kJ) pro 100 g.

Vitamine

– Beta-Carotin: 50 µg
Vitamin B1 (Thiamin): 20 µg
Vitamin B2 (Riboflavin): 20 µg
Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure): 200 µg
Vitamin B5 (Pantothensäure): 80 µg
Vitamin B6 (Pyridoxin): 40 µg
Folsäure: 6 µg
– Vitamin E 600 µg
Vitamin C (Ascorbinsäure): 2 mg

Das in der Mispel enthaltene Vitamin B 3 (Niacin) spielt besonders bei der Energieversorgung im Körper eine bedeutende Rolle. Niacin liegt im menschlichen Körper in Form zweier Coenzyme, NAD und NADP vor. Besonders hohe Konzentrationen sind in der Niere, der Leber und im Fettgewebe vorhanden. Ebenso ist Niacin für die Regeneration der Muskeln und Nerven sowie der Erholung unseres gesamten Körpers wichtig. Ein Niacinmangel führt zu Schlaflosigkeit, Müdigkeit sowie Appetitverlust und Gewichtsabnahme. Ebenfalls kann ein Mangel depressive Verstimmungen auslösen.

Das Vitamin B6 (Pyridoxin) ist am Stoffwechsel des zentralen Nervensystems beteiligt und spielt bei der Bildung von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, eine herausragende Rolle. Ebenfalls stärkt Pyridoxin Nerven und Abwehrkräfte. Ein Mangel an Pyridoxin erkennt man u. a. an Entzündungen an Lippen und im Mund, Durchfall und Erbrechen sowie schuppende Hausausschläge im Gesicht.

Das in der Mispel enthaltene Beta-Carotin unterstützt den Sehvorgang und vermindert die Blendeempfindlichkeit der Augen. Auch sorgt die ausreichende Einnahme von Vitamin A für eine geschmeidige Haut, da sich die Carotinoide in den verschiedenen Hautschichten einlagern und somit die Haut vor Sonneneinstrahlung schützt.

Durch den regelmäßigen Genuss an Nahrungsmitteln mit hohem Vitamin E Gehalt werden die Cholesterinwerte im Körper geregelt, indem das ungünstige Cholesterin (LDL) an der Oxidation gehindert wird. Vitamin E schützt ebenfalls die Zellen der Blutgefäße, unterstützt das Immunsystem und hilft auch bei der Bekämpfung von Krebszellen im Körper mit.

Mineralstoffe

– Calcium: 30 mg
Chlor: 3 mg
– Kalium: 250 mg
Magnesium: 11 mg
Natrium: 6 mg
– Phosphor: 28 mg
Schwefel: 17 mg

Calcium ist für den menschlichen Körper zusammen mit Phosphor ein wichtiges Material für Zähne und Knochen. Bis zu 99 % des zugeführten Calciums wird für die Knochen und Zähne benötigt. Der Rest ist u. a. für die Blutgerinnung und die Erregbarkeit der Nervenzellen zuständig. Ein Mangel an Calcium führt dazu, dass der Körper sich seine Notreserve aus dem Knochengewebe holt, was bei einer ständigen Unterversorgung mit Calcium zu einem Verlust der Knochensubstanz führt.

Ebenso sorgt das in Mispeln enthaltene Phosphor für einen gesunden Säure-Basen-Haushalt und hilft den ph-Wert im Blut zu stabilisieren.

Der Verzehr von Mispeln sorgt ebenfalls für eine reichliche Menge an Kalium, welches als wichtiger Mineralstoff für den Flüssigkeitsgehalt der Zellen, die Steuerung der Kontraktionen in der Muskulatur sowie für zahlreiche Stoffwechselaufgaben benötigt wird. Kalium sorgt als Elektrolyt für die Reizweiterleitung in den Nerven und in der Muskulatur. Ein Kaliummangel äußert sich durch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel aber auch durch Muskelkrämpfe, Lähmungserscheinungen und Kreislaufprobleme.

Gleichzeitig wird man beim Verzehr von Mispeln mit den Mineralstoffen Magnesium, Chlor, Natrium und Schwefel versorgt.

Spurenelemente

– Eisen: 0,50 mg
Fluor: 6 µg
Jod: 1 µg
Kupfer: 170 µg
Mangan: 40 µg
Zink: 0,10 mg

Bei den essentiellen (lebensnotwendigen) Spurenelementen sorgt Eisen für eine ausreichende Sauerstoffversorgung im Blut und ist ebenfalls für die Zellatmung, die Zellbildung und für die Muskeln unverzichtbar. Sauerstoff wird mit Hilfe des Eisens an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden, im gesamten Körper verteilt und in den Zellen für die Energiegewinnung genutzt.

Das Spurenelement Zink ist für unseren Körper lebensnotwendig und unentbehrlich, da unser Stoffwechsel ohne Zink nicht funktionieren würde. Besonders in den Haaren und in der Haut, sowie Knochen und Zähnen, in der Leber sowie der Muskulatur ist Zink vorhanden. Unser Körper benötigt Zink für die Zellteilung, es unterstützt die Wundheilung und beeinflusst das Wachstum von Zellen vor allem bei Kindern, Schwangeren und Leistungssportlern. Ebenfalls ist Zink sowohl für den Geruchs- und Geschmackssinn als auch für die Sehkraft verantwortlich.


Unverträglichkeiten & Allergien

Einige Menschen haben nach dem Verzehr von Obst Darmbeschwerden, die mit mehr oder weniger starken Schmerzen verbunden sind. Hierbei ist oft als Auslöser eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Fruktose-Malabsorption) anzusehen.

Das im Obst und auch in der Mispel enthaltene Fruchtzucker (Fruktose) wird gewöhnllich von den Dünndarmzellen komplett aufgenommen und im ganzen Körper weitergeleitet. Bei einer Malabsorption handelt es sich um eine Störung der Nährstoffaufnahme. Ursächlich ist die Fehlfunktion des Proteins GLUT-5, so dass der Transport der Fruktose verhindert wird. Die Zellen der Dünndarmschleimhaut können den Fruchtzucker aus der Nahrung nicht oder nur begrenzt aufnehmen, so dass die Fructose direkt im Dickdarm von Bakterien zu Kohlendioxid, organischen Säuren und Wasserstoff abgebaut wird. Dadurch können Beschwerden wie Übelkeit, Unterbauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall, sowie einseitige Schmerzen im Magen-Darmtrakt entstehen.

Bei der Fruktose-Unverträglichkeit (Malabsorption), die oft erst im Erwachsenenalter eintritt wird meist eine bestimmte Menge an Fruktose vertragen und vom Körper umgewandelt. Beschwerden treten oft ein, wenn ein hoher Anteil an Fructose vom Organismus verarbeitet werden muss. Hier sollte auf eine deutliche Reduzierung des Fruchtzuckers geachtet werden.

Einkaufs- & Küchentipps

Beim Einkauf von Misteln sollte man darauf achten, dass diese keine braune Flecken aufweisen und das Fruchtfleisch weich ist. Falls die Misteln noch nicht vollständig reif sind, lassen sie sich bedenkenlos einige Tage in einem kühlen Keller lagern. Hierbei ist darauf zu achten, dass sie nicht übereinander sondern einschichtig nebeneinander und am besten auf einer Schicht Quarzsand gelagert werden.

Auch halten sich Misteln problemlos bis zu einer Woche im Gemüsefach des Kühlschranks.

Misteln sind roh verzehrt sehr bekömmlich mit einem erfrischenden süß-säuerlichen Geschmack. Die Schalen der Misteln können in der Regel mitverzehrt werden, jedoch werden diese häufig auf Grund ihres bräunlichen Äußeren entfernt. Vor dem Verzehr werden zunächst noch die braunen Kerne aus der Mistel herausgelöst.

Zubereitungstipps

Mispeln lassen sich sowohl roh verzehren, als auch zu Marmelade, Gelee, Kompott, Saft oder Likör verarbeiten.

Zubereitung von Mispelmarmelade

Für die Herstellung von Marmelade werden folgende Zutaten benötigt:
1.200 g reife Mispel
1 kg Gelierzucker
1 Vanilleschote

Zunächst einmal zieht man mit einem spitzen Messer die Haut der Mispeln ab oder aber man schält sie. Anschließend werden die Kerne entfernt und das Fruchtfleisch aus der Schale herausgelöst und fein gehackt. Des weiteren gibt man das Fruchtfleisch zusammen mit dem Gelierzucker in einen Topf, schlitzt die Vanilleschoten auf und gibt das Vanillemark ebenfalls dazu. Das Ganze wird nun 30 Minuten bei schwacher Hitze ziehen gelassen und danach gekocht. Unter ständigem Rühren wird die Marmelade 3-4 Minuten weiter gekocht und anschließend heiß in die vorbereiteten Gläser gefüllt und sofort geschlossen.

Mispel-Apfel Gelee

Mispel – Apfel Gelee

1 Kilo Mispeln
350 ml Apfelsaft
500 g Gelierzucker
1 Messerspitze Zimt

Zunächst werden die Mispeln gewaschen, halbiert oder geviertelt und knapp mit Wasser bedeckt bei schwacher Hitze ca. 20 Minuten kochen gelassen. Anschließend den dickflüssigen Saft durch ein Tuch oder feines Sieb ablaufen lassen. Nun gibt man den Apfelsaft, den Gelierzucker sowie eine Messerspitze Zimt hinzu und lässt diese unter Rühren aufkochen. Nun noch eine weitere Minute bei starker Hitze und unter Rühren kochen lassen. Zum Schluss das Ganze heiß in Gläser füllen und sofort verschließen.

Mispelkompott mit Rotwein

400 g Mispeln
1 Tl Butter
300 ml Rotwein
Mark einer halben Vanillestange
2 El Zucker
1 Messerspitze Zimt
1 Tl Zucker
80 g Speisestärke

Zunächst werden die weichen Mispeln gewaschen, halbiert und von Schalen und Kern befreit. Danach dünstet man die Butter kurz an und gießt 300 ml Rotwein dazu. Das Vanillemark, den Zucker und eine Messerspitze Zimt dazu geben und aufkochen lassen. Bei mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln und ab und zu umrühren. Die Speisestärke in wenig Flüssigkeit anrühren und hinzugeben. Anschließend nochmals aufkochen und in Schälchen füllen.

Häufige Fragen und Antworten

Wann ist Mispel-Saison?

Mispeln werden nach dem ersten Frost geerntet, da sie dann ihre Reife erreicht haben. In Deutschland ist das Obst jedoch nur noch selten erhältlich.

Kann man aus Mispeln auch Marmelade herstellen?

Aus Mispeln lässt sich hervorragend Marmelade herstellen. Wegen Ihres hohen Säuregehalts werden Mispeln auch gerne mit süßeren Früchten kombiniert.

Lassen sich Mispeln trocknen?

Durch den hohen Stärkeanteil lassen sich Mispeln leicht trocknen, woraus ein aromatisches Mehl gewonnen werden kann.

Lassen sich Mispeln einfrieren um die Süße der Frucht zu erreichen?

Wenn der Frost im Herbst ausbleibt, lassen sich die Mispeln auch im eigenen Gefrierschrank genießbar machen. Einfach einfrieren und anschließend wieder aus dem Gefrierfach holen. Der Fermentierungsprozess setzt nach dem Auftauen ein, so dass die Frucht anschließend ihre Süße erhält.

Unser Fazit

Leider kann man Mispeln in deutschen Supermärkten oder auf Wochenmärkten nur sehr selten entdecken, da sie als Obstsorte hierzulande keine große Rolle mehr spielen. Jedoch sind sie in türkischen Supermärkten bzw. auf türkischen Bazaran häufiger anzutreffen. Mispeln enthalten wertvolle Ballast- und Gerbstoffe sowie zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die zu einer gesunden Ernährung beitragen.

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