Vitamin-D-Mangel

Steckbrief: Vitamin-D-Mangel

  • Name(n): Vitamin-D-Mangel; Vitamin-D³-Mangel
  • Art der Krankheit: Mangelerscheinung
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1919; früher nur als vermehrtes Auftreten der Rachitis im alten Rom
  • Behandelbar: ja; durch Nahrungsergänzung und Medikamente
  • Art des Auslösers: exogen durch Magelernährung oder wenig Aufenthalt im Sonnenlicht
  • Wieviele Erkrankte: 80-90% in Europa
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt oder Internisten
  • ICD-10 Code(s): E55-

Kleine Dosis, große Wirkung

Vitamin D es ist der Schlüssel im Körper, dass sich neue Blutzellen bilden können, dass die Knochen auch Calcium aufnehmen können und vor allem, dass auch das Immunsystem immer ausreichend neue Zellen zur Verfügung stellen kann.

So gering die Dosierung von Vitamin D im Körper auch ist, wenn es fehlt oder ein Mangel herrscht, dann kann es zu Folgeerkrankungen und Ausfallerscheinungen kommen, die große Probleme mit sich bringen können.

Diese Erkrankung ist kein Phänomen der dritten Welt mehr, denn jeder Zweite ist inzwischen zeitweise von einem Vitamin-D-Mangel betroffen.

Definition Vitamin-D-Mangel

Vitamin-D-Mangel beschreibt das Fehlen vom Vitamin-D im Körper. Vitamin-D ist ein Vitamin, dass vom Körper selbst gebildet wird. Medizinisch betrachtet kann der Vitamin-D-Wert im Blut ermittelt werden und liegt bei einem Mangel unterhalb von 10µg.

In der Regel sollte der Wert bei etwa 20µg liegen. Bei der Ermittlung dieses Wertes kann nur die Vorstufe des Vitamin-D bestimmt werden, Vitamin D³.

Diese Vorstufe ist in vielen Nahrungsmitteln vorhanden und gelangt so in den Körper, aber Vitamin D³ entsteht auch während der Vitaminsynthese im Körper und kann so am leichtesten bestimmt werden und liefert so einen aussagekräftigen Wert.

Vitamin-D-Mangel wird meist erst sehr spät bemerkt und kann schon Folgeschäden hinterlassen haben, bevor der Mangel selbst festgestellt wird.

Was ist ein Vitamin-D-Mangel?

 

Krankheiten Vitamin-D-Mangel

Mittels Sonneneinstrahlung kann der Körper selbst Vitamin D herstellen
Shutterstock/Happy Zoe

Vitamin-D wird vom menschlichen Körper selbst gebildet. Diese Bildung kann aber nur stattfinden, wenn gewisse Faktoren auch für die Zulieferung der Grundlage gegeben sind.

Die Bildung erfolgt im hauptsächlichen Teil durch die Bildung des Vitamins über den Kontakt mit Sonnenlicht. Schon kurze Aufenthalte regen die Produktion an.
Dabei sind die UVB-Strahlen für diese Bildung verantwortlich. Sie können tiefer in die Haut eindringen und damit die notwendige Synthese in Gang bringen.

Vitamin-D-Mangel ist beim Auftritt meist nicht sofort offensichtlich. Dadurch ist es sehr tückisch diese Erkrankung direkt zu diagnostizieren. Meistens stellen sich Folgeschäden oder Folgeerkrankungen ein, in dessen Zusammenhang dann auch der Mangel erkannt wird.

Im Winter sind Menschen häufiger vom Vitamin-D-Mangel betroffen, da die Tage kürzer sind und auch das Sonnenlicht nicht so ergiebig und kräftig ist, wie in den Sommermonaten. Etwa die Hälfte des Jahres müsste ein Großteil des Vitamins oder seiner Vorstufen über die Nahrung zugeführt werden.

Dies ist aber in Zeiten von Fast-Food und einem sehr breiten Nahrungsangebot nur schwer zu bewerkstelligen und so Tritt der Mangel auch oft nur zeitweise auf. In diesem Falle sind Folgeschäden nur selten und treten fast nie auf. Aber mit der neuen Generation Computer kommt auch der Kontakt mit dem Sonnenlicht auch im Sommer immer mehr zu kurz und so hat der Mangel eine Chance sich zu manifestieren.

Mit steigendem Alter macht sich der Mangel immer früher bemerkbar, junge Menschen hingegen können sehr viele Jahre unbemerkt damit leben und haben dann die stärkeren Konsequenzen zu tragen.

Welche Ursachen gibt es?

 

  • Zu wenig Sonnenlicht
  • Falsche Ernährung
  • Schwangerschaft
  • Chronische Darmerkrankung
  • Lebensalter über 65 Jahren
  • Dunkelhäutige Menschen

Das fehlende Sonnenlicht und der mangelnde Aufenthalt an der frischen Luft zählen zu den Hauptursachen des Vitamin-D-Mangels. Oft tritt dies in Kombination mit falscher Ernährung auf. Fast-Food und andere Einwegkost können das schnelle Befriedigen des Hungers denken, aber inhaltlich sind diese Produkte sehr Arm an Nährstoffen und Vitaminen.

Auch bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung kann es zu einem Mangel an Vitamin-D kommen, da nicht viele Lebensmittel einen hohen Gehalt der Vorstufen haben.

In der Schwangerschaft ist ein Vitamin-D-Mangel auch bei ausreichender Zufuhr nicht selten. Da die werdende Mutter zwei Körper versorgen muss und Vitamin-D durch seine Funktion an der Blutbildung und dem Knochenaufbau beteiligt ist, entsteht schnell ein Defizit.

Das Kind muss alle Körperzellen von neuem aufbauen und benötigt daher eine wesentlich höhere Konzentration an Vitamin-D. Aus diesem Grund erhalten auch Neugeborene und Kleinkinder über eine gewisse Zeit ein synthetisches Vitamin-D, damit einem Mangel vorgebeugt wird. Besonders, da Babys in den ersten Lebensmonaten keiner direkten Sonne ausgesetzt werden sollten und die Bildung somit gehindert wird.

Dunkelhäutige Menschen haben durch das erhöhte Melaninvorkommen (Farbstoff der Haut) ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Auch wenn sie sich regelmäßig in der Sonne aufhalten, können nicht genügend UVB-Strahlen bis in die tieferen Hautschichten vordringen, dass das Melanin dies verhindert.

Ältere Menschen können auch mit guter Ernährung und viel Zeit in der Sonne zu einem Mangel neigen, da die Syntheseprozesse des Körpers nicht mehr so effektiv sind, wie die eines jungen Menschen. Chronische Darmerkrankungen führen dazu, dass die Resorption (Aufnahme) der Vorstufen des Vitamin-D nicht ausreichend erfolgen kann und daher auch ein Mangel provoziert wird.

Symptome & Anzeichen

 

  • Müdigkeit
  • verlangsamtes Denken
  • Wachstumsdeformationen
  • Muskelkrämpfe
  • Muskelschwäche
  • Depression
  • Schlafstörungen
  • Hautprobleme
  • Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten

Durch den entstandenen Mangel an Vitamin-D zeigen sich die diversen Symptome, die aber mitunter auch sehr diffus oder nicht speziell zuzuordnen sind. Durch den verlangsamten und gehemmten Stoffwechsel, den der Mangel auslöst können Müdigkeit und ein erschwertes Denkvermögen oft die ersten Anzeichen sein.

Dabei wird dies meist auf zu viel Stress oder auch zu wenig Schlaf geschoben. Aber auch die daraus resultierenden Schlafstörungen werden oft unterschätzt. Aus dieser bereits angespannten Situation können sich Depressionen entwickeln, aber auch schwerere Folgekomplikationen können auftreten.

Vitamin-D hat eine entscheidende Auswirkung auf den kindlichen Körper und sein Wachstum. Durch dieses Vitamin sind die Knochen im Stande dazu Calcium aus der Nahrung aufzunehmen und somit auch die Knochenstärke und -härte zu beeinflussen.

Wenn nun ein Mangel auftritt, kann dies verheerende Folgen haben. Da beim wachsenden Körper noch die Wachstumsfugen vorhanden sind, die ein Längenwachstum ermöglichen, können diese unter dem Mangel aufbrechen und ein ungestörtes Wachstum ist nicht mehr möglich. Da auch die Wirbelsäule noch sehr leicht biegbar ist und die Knochen noch nicht die volle Härte erreicht haben, kann es hier zu Verformungen der Wirbelsäule kommen. Andauernde Haltungsschäden und jegliche Form der Wirbelsäulendeformation sind die Folge.

Neben all diesen Symptomen können auch die Muskeln und insbesondere das Herz betroffen sein. Wenn Vitamin-D nicht mehr zu Einsatz kommt und den Stoffwechsel und die Zellneubildung regelt, kann es zu Rhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfen kommen. Diese Krämpfe werden im ersten Moment meist mit Magnesiummangel in Verbindung gebracht, allerdings kann eine Behandlung mit Magnesium die Beschwerden kaum oder nur kurz lindern. Bleiben Sie bestehen, dann ist der Vitamin-D-Haushalt unterversorgt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Vitamin-D-Mangel kann nur über einen Besuch beim Arzt und eine Blutentnahme diagnostiziert werden. Sobald viele Symptome auftreten, die sich auch nicht lindern lassen oder immer mehr neue Symptome auftreten, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang miteinander stehen, wird eine Blutuntersuchung angeordnet. Bei dieser Untersuchung wird das Vitamin-D³ bestimmt.

Dieser Wert ist sehr leicht im Blut zu ermitteln und bildet die direkte Vorstufe zum Vitamin-D. Daher lässt sich über diesen Wert eine sehr genaue Aussage treffen, wie hoch der Spiegel ist. Während beim gesunden Menschen der Wert bei etwa 20-30µg / l liegt, ist ein erniedrigter Spiegel bei ca. 10µg/l. In diesem Fall besteht Behandlungsbedarf.

Krankheitsverlauf

Vitamin-D-Mangel hat zu Beginn einen sehr langsamen und unauffälligen Krankheitsverlauf, der zumeist nicht auffällt. Oft kann dieser Mangel mit der Frühjahrmüdigkeit in Verbindung gebracht werden. Da im Winter die Lichtverhältnisse sehr bemessen sind und auch die Sonneneinstrahlung nicht die Intensität wie im Sommer besitzt, sind die meisten Menschen am Ende des Winters erschöpft und müde. Nur mit viel Bewegung an der frischen Luft und dem Kontakt mit dem Sonnenlicht kann dieser Mangel sich meist von selbst wieder regenerieren.

In vielen Fällen in denen der Mangel nicht erkannt wird, sind dauerhafte Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwierigkeiten nur die Spitze des Eisbergs. Ein dauerhafter Mangel an Vitamin-D begünstigt über eine sehr lange Zeit die Entstehung von weiteren Erkrankung und kann aber auch direkte Folgen haben. Besonders in der Zeit des Pollenfluges kann die Anfälligkeit für Heuschnupfen steigen. Daraus wiederum kann unbehandelt oder bei zu starker Belastung Asthma entstehen.

Was zu Beginn nur wie leicht Hautprobleme erscheint, kann sich im Verlauf der Erkrankung immer mehr manifestieren und Parodontitis (Zahnfleischentzündung), Nesselsucht und andere Ausschläge können die Folge sein.

Auch im Inneren des Körpers entstehen mit weiterem Verlauf der Krankheit immer wieder Entzündungsherde, die nicht unmittelbar vom Körper bekämpft werden können. Die Rachitis ist ein Beispiel dafür. Hierbei handelt es sich um Entzündungen im ganzen Körper besonders in den Gelenken.

Entzündungen werden durch Erreger begünstigt, die im Normalfall von einem intakten Immunsystem schon vor der Infektion eliminiert werden. Diese Erkrankung wurde bereits im alten Rom entdeckt und niedergeschrieben, allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Zusammenhang mit dem Mangel an Vitamin-D noch nicht bekannt und wurde erst in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts entdeckt und beschrieben.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Vitamin-D-Mangel tritt wesentlich häufiger in der Bevölkerung auf, als den Betroffenen es bewusst ist. Besonders in den Wintermonaten, wenn es an Sonne und Strahlungsstärke mangelt, sind bis zu 60% von diesem Mangel betroffen. Mit dem beginnenden Frühjahr behebt sich das Problem aber in den meisten Fällen von allein und ist auch bis dahin unentdeckt geblieben.

Etwa 90% der Bevölkerung haben schon einmal unter einem Mangel an Vitamin-D gelitten. In diesen Fällen konnten unterschiedliche Ursachen zu Grunde liegen. Ernährung, fehlendes Licht oder auch Schwangerschaft waren die Hauptauslöser. Bei ihnen war nur eine kurze Behandlung oder gar keine weitere Maßnahme nötig um den Mangel zu beheben.

Nur wenige der von Vitamin-D-Mangel betroffenen Menschen leiden dauerhaft unter dieser Erkrankung und haben aufgrund dessen auch weiterführende Erkrankungen und Symptome. Allerdings wird in diesen Fällen schon nicht mehr der Mangel behandelt, sondern die Folgeschäden, trotz, dass der Vitamin-D- Spiegel wieder ausreichend hoch ist. Unter anderem liegt bei 130.000 Osteoporoseerkrankungen in den meisten Fällen ein konstanter Vitamin-D-Mangel zu Grunde, der das Entstehen der Krankheit begünstigt hat.

Kaum einer weiß, dass Vitamin-D zu 80% durch das Sonnenlicht gebildet wird. Nur 20% kommen direkt aus der Nahrung.

Damit sind auch diese 20% zumeist nicht ausgereizt, da Fast-Food und industrielle Nahrung immer weniger Nährwert und vor allem Nährstoffe haben. In diesem Fall sind die Mangelerscheinungen an Vitamin-D im Winter also noch stärker ausgeprägt, da die Quellen zumeist komplett fehlen.

Bei Kindern wird das Auftreten eines Vitamin-D-Mangels seit einigen Jahren medizinisch verhindert, in dem sie täglich ein Präparat, Nahrungsergänzungsmittel, erhalten, dass den Wert konstant aufrechterhält. Bei Kindern ist eine Überdosierung mit Vitamin-D in der Regel nicht möglich, da die andauernden Wachstumsprozesse immer einen gewissen Umsatz haben und damit der Spiegel auf einem guten Mittel gehalten wird.

Komplikationen beim Vitamin-D-Mangel

 

Weiterführend und unbehandelt kann ein Vitamin-D-Mangel eine sehr schlechte Prognose für andere Erkrankungen begünstigen.

Durch den gestörten Calciumstoffwechsel können zwei unterschiedliche Situationen entstehen. Bei Kindern und jüngeren Menschen kann dies zu einer Knochenerweichung führen, was besonders im Wachstum zu Verwachsungen und Deformationen führen kann.

Im höheren Alter werden die Knochen dadurch zunehmend instabiler und brüchig. Osteoporose ist die Folge. Besonders Frauen unterliegen diesem Risiko, da auch andere Faktoren im Rahmen der hormonellen Umstellung das Osteoporoserisiko fördern.

Krankheiten Vitamin-D-Mangel

Ein Vitamin-D-Mangel kann diverse Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes begünstigen

Durch mehrere Studien ist bewiesen wurden, dass Vitamin-D eine entscheidende Auswirkung auf den Zuckerstoffwechsel hat und ein Mangel an diesem Vitamin auch die Entstehung von Diabetes begünstigen kann und damit das Risiko daran zu erkranken erhöht.

Ebenso ist die Schilddrüse auf Dauer von diesem Mangel betroffen, wenn sie nicht mehr entsprechend arbeiten kann und Hormone produziert, entstehen schneller Entzündungen, die dann nur mit einer entsprechenden Behandlung oder der Entfernung der entsprechenden Schilddrüsenlappen einhergeht.

In diesem Falle ist der Betroffene ein Leben lang auf die Einnahme von synthetischen Schilddrüsenhormonen angewiesen.

Auch das Herz als größter Muskel des Körpers, der auf einen reibungslosen Ablauf des Körperstoffwechsels angewiesen ist, kann Schäden von einem Vitamin-D-Mangel davontragen. Durch den gestörten Ionen-Stoffwechsel an dem auch Calcium und Kalium beteiligt sind, kann es zu Störungen im Herzrhythmus kommen.

Bestehen die Störungen dauerhaft ist ein Infarkt oder auch andere Erkrankungen des Herzens die Folge.
Durch die Rachitis, die dauerhafte und vermehrte Entzündungsherde im Körper begünstigt, können alle anderen Organe ebenfalls einen Schaden davontragen und an ihrer Leistungsfähigkeit verlieren. Daher sollte der Vitamin-D-Mangel sehr schnell erkannt werden und eine entsprechende Behandlung erfolgen.

Wann sollte man zum Arzt Gehen?

 

Wenn die beginnenden Symptome, wie Müdigkeit und verlangsamtes Denken, länger als zwei Wochen anhalten und sich auch durch den Aufenthalt in der Sonne nicht ändern oder auch eine Ernährungsumstellung keine Wirkung zeigt, ist es zunächst ausreichend den Hausarzt aufzusuchen oder auch einen Internisten.

Diese erstellen dann ein umfangreiches Blutbild und überprüfen den Hormonspiegel, sowie die Konzentration der Vitamine im Blut, die Aufschluss über die Ursache der Symptome ergeben. Entsprechend dieser Ergebnisse kann eine Behandlungsstrategie angestrebt werden. Ebenfalls ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, wenn eine familiäre Vorbelastung mit dem Vitamin-D-Mangel bekannt ist.

Behandlungsmethoden & Therapie

 

  • Sonnenlichttherapie
  • Ernährung
  • Monopräparate
  • Kombinationspräparate

Zur Behandlung eines Vitamin-D-Mangels sind in der Regel keine großen Einnahmen von Medikamenten von Nöten.

Krankheiten Vitamin-D-Mangel

Es ist auch möglich, Vitamin D über gewisse Lebensmittel aufzunehmen
Shutterstock/bitt24

Je nach der Höhe des Spiegels, der ermittelt wurde, ist es ausreichend, wenn der Betroffene sich einer Sonnenlichttherapie unterzieht oder auch eine Ernährungsumstellung vornimmt und ausreichend Nahrungsmittel mit entsprechendem Vitamin-D-Gehalt zu sich nimmt.

Dies sind die Grundlagen der Behandlung. Nach einer gewissen Zeit der Behandlung oder Umstellung wird ein erneuter Bluttest gemacht, der Aufschluss darüber gibt, ob sich der Spiegel erhöht hat.

Des Weiteren ist es in der weiteren Erhebung der Krankengeschichte notwendig, dass die Symptome, die sich ausgeprägt hatten, sich gebessert haben oder verschwunden sind. Ist dies der Fall ist keine weitere Behandlung nötig.

Wenn bereits eine erbliche Vorbelastung besteht oder aber auch die nichtmedikamentöse Therapie keinen Erfolg gezeigt hat, stellt sich eine weitere Behandlungsmaßnahme ein.

In diesem Fall erhalten die Betroffenen ein Medikament, das Vitamin-D enthält. Dabei kann es sich um ein Monopräparat handeln, was bedeutet, dass nur Vitamin-D verabreicht wird. Dies ist in Tropfenform, als Tablette oder als Depot erhältlich. Dieses Depot ist eine hochdosierte Einheit Vitamin-D, das oral verabreicht wird. Bei einem erwachsenen Menschen reicht dieses Depot etwa einen Monat und muss dann wieder erneuert werden. Durch zwischenzeitliche Kontrollen des Blutes wird der Spiegel bestimmt und die Behandlung entsprechend angepasst oder beendet.

Oftmals tritt der Mangel an Vitamin-D aber auch in Kombination mit einem anderen Mangel an Nährstoffen oder Vitaminen auf. In diesem Fall kann ein Kombipräparat gegeben werden, das auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist. Bei dieser Einnahme kann es auch zu einem dauerhaften Gebrauch kommen, da diese in der Regel niedrig dosiert sind.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Impfung mit Vitamin-D gibt es nicht, aber über entsprechende Nahrungsergänzungsmittel, die in jeder Drogerie erhältlich sind, kann einem Mangel vorgebeugt werden. Diese sind sehr niedrig dosiert und es kann somit nicht zu einem Überangebot an Vitamin-D kommen.

Am Wichtigsten ist allerdings der Kontakt mit der Sonne und vor allem, die Bewegung in der Sonne. Für einen durchschnittlichen gesunden Menschen sind bereits 15 Minuten in der Sonne ausreichend.

Dabei sollten Gesicht und die Unterseiten der Unterarme in der Sonne sein. Da die Unterseiten der Unterarme sehr dünnhäutig sind, können hier die Strahlen am schnellsten in die Haut eindringen.

Bei Kindern sollte der Kontakt mit der Sonne nicht allzu lang erfolgen dafür mit Pausen mehrmals am Tag, dass auch hier die Bildung des Vitamin-D angeregt werden kann. Allerdings sollte eine Bedeckung des Kopfes nicht vergessen werden, da ein Sonnenstich oder auch ein Sonnenbrand die schmerzhaften Folgen von zu großen Sonnenkonsum sein können.

Eine gute Ernährung ist ebenso wichtig. Fettfisch und einige Pilzsorten haben einen hohen Gehalt an Vitamin-D und können daher einen Teil des benötigten Vitamin-D ausfüllen.

Prognose zur Heilung

Vitamin-D-Mangel kann sehr gut behandelt werden. Je eher er erkannt wird, umso früher kann er auch behandelt werden. Umso besser stehen auch die Heilungschancen. Wenn es sich um einen sehr kurzen Zeitraum handelt, kann der Mangel sehr schnell wieder behoben werden und es sind auch keine weiteren Behandlungen von Nöten, wenn die Wichtigkeit von Sonnenlicht und guter Ernährung verstanden und umgesetzt wurden.

Je länger der Mangel allerdings besteht, umso länger dauert es auch ihn zu beheben, aber auch hier ist eine dauerhafte Heilung nicht ausgeschlossen. Lediglich, wenn es sich um eine Darmerkrankung handelt, die den Mangel ausgelöst hat, dann kann in den meisten Fällen nur eine Linderung stattfinden. In dieser Konstellation ist die dauerhafte Einnahme von Vitamin-D-Präparaten und eine dauerhafte Kontrolle des Spiegels im Blut unverzichtbar um auch den Verlauf der Darmerkrankung nicht negativ zu beeinflussen.

Vitamin-D und Schwangerschaft

Bei vielen Paaren ist der Kinderwunsch sehr ausgeprägt und trotz vieler Versuche und Übungszyklen klappt es nicht mit dem ersehnten Wunschkind. Auch hier kann Vitamin-D eine tragende Rolle spielen.

Krankheiten Vitamin-D-Mangel

Spermien können durch einen Vitamin-D-Mangel in ihrer Bewegung eingeschrenkt sein
Shutterstock/ktsdesign

Denn durch den Mangel an Vitamin-D kann es durchaus vorkommen, dass die Spermien nicht mehr in ausreichender Qualität vorhanden sind.
In diesem Fall wurden bereits mehrfach Studien erhoben, die beweisen, dass ein Vitamin-D-Mangel beim Mann die sogenannten Impotentia generandi auslösen.

In diesem Fall sind die Spermien sehr stark in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und können sich somit schwer oder gar nicht den Weg zur Eizelle bahnen.

Diese Beweglichkeit ist aber erforderlich, dass die Spermien den langen Weg bezwingen können und auch genügend Kraft besitzen die diversen Abwehrvorgänge des weiblichen Organismus zu bezwingen.

Aber auch bei der Frau ist ein Mangel an Vitamin-D keine gute Voraussetzung für eine Schwangerschaft. Nach der Befruchtung entscheidet der Körper nach dem „Alles-oder-Nichts“-Prinzip. In dieser Zeit entscheidet sich, ob die Eizelle ausreichend gereift ist, die Zellteilung begonnen hat und der weibliche Körper alle Grundlagen hat um eine Schwangerschaft durchstehen zu können. Da Vitamin-D entscheidend für die Knochenbildung und die Zellbildung des Körpers ist, können sich durch einen Mangel die Chancen auf eine Schwangerschaft vermindern.

Alternative Behandlungsmethoden

 

In jedem Bereich der Medizin und für jede Erkrankung gibt es die Möglich, dass auch alternative Methoden bestehen, die einem Mangel vorbeugen können oder auch erfolgreich zur Behandlung beitragen. In diesem Falle, dem Vitamin-D-Mangel können Hausmittel, Homöopathie, Öle, aber auch bestimmte Pflanzen und Schüsselsalze helfen. Auch wenn die Kontrolle durch den Arzt immer noch im Fokus bleiben sollte, können diese Produkte der Natur ganz natürlich dem Mangel entgegentreten oder auch verhindern, dass ein Mangel entsteht.

Bei der Behandlung mit alternativen Methoden kann man zunächst selbst entscheiden, welche man für sich wählen möchte und es ist wichtig, dass alle Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, denn auch wenn es nur um natürliche Maßnahmen geht, so sollten nicht mehrere Behandlungen parallel laufen ohne die Information darüber. In bestimmten Fällen kann es dann auch zu einer Überdosierung des Vitamin-D kommen, was ebenso Schäden verursachen kann. Diese wirken sich dann in den häufigsten Fällen auf das Herz aus und können zu Infarkten oder anderen Problemen führen.

Alternative Methoden können miteinander kombiniert werden, sofern sie unterschiedliche Ziele verfolgen oder auch unterschiedliche Prozesse anregen und damit zum selben Ziel führen. Sobald allerdings Vitamin-D dadurch auch extra aufgenommen wird, dann sollte bedacht werden in welcher Form die Methoden miteinander kombiniert werden.

Welche Hausmittel können helfen?

 

  • Sonnenlichtlampe
  • Gartenarbeit
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Frisch kochen

Sonnenlichtlampe

Auch ohne großen Aufwand kann eine Sonnenlichtlampe sehr hilfreich sein einen Mangel zu behandeln oder ihm auch vorzubeugen. Gerade in der dunklen Jahreszeit oder auch wenn die Arbeitszeiten nicht immer mit einem Sonnenbad vereinbar sind, kann eine Sonnenlichtlampe eine gewisse Linderung erreichen.

Diese Sitzungen müssen dann allerdings regelmäßig abgehalten werden und es sollte auch immer eine Kontrolle des Blutspiegels erfolgen, damit die positive Wirkung ersichtlich ist. Mit dem Einsatz der Lampe sollte auch eine Information an den behandelnden Arzt erfolgen, sofern bereits eine Behandlung eingeleitet ist.

Gartenarbeit

Umso mehr Arbeit unter freiem Himmel gemacht werden muss, umso besser ist dies für den Vitamin-D-Spiegel. Leichte Gartenarbeiten und auch Aufräumarbeiten sollten in der Sonne gemacht werden, dass der Einfluss des Lichts seine Wirkung entfalten kann.

Bewegung an der frischen Luft

Der Gang zum Bäcker um die Ecke oder auch mal das Laufen in den Sportverein hat sehr viele positive Effekte auf den Körper. Nicht zuletzt kann hier auch ausreichend Sonnenlicht getankt werden. Schon ein kurzer Weg kann eine Wirkung haben. Es sind keine stundenlangen Sonnenbäder von Nöten und es erfüllt gleichsam mehrere Zwecke, wenn der Weg zu Fuß genommen wird und die Erledigung getätigt werden kann.

Frisch kochen

Auch wenn das Kochen eine sehr umständliche Sache sein kann, so bietet es sich immer an, dass Gemüse und auch Fleisch frisch verarbeitet werden und von Fertigprodukten abgesehen wird. Dadurch können sehr viele Nährstoffe und Vitamine erhalten werden und der Körper kann ein Maximum der Inhaltstoffe aus der Nahrung absorbieren.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

Auch wenn dies nicht explizit Kräuter sind, so sind Pilze in der Regel der reichhaltig an Vitamin-D. Dabei ist die Art des Pilzes nicht entscheidend, sondern seine Zubereitung. Schonendes Dämpfen oder auch das kurze Anbraten schaden dem Pilz in keinster Weise. Sie entfalten dadurch ihre Aromen und die Pilze können auch leichter verdaut werden.

Durch die effektive Verdauung kann das maximale an Inhaltsstoffen resorbiert werden. Wichtig ist dabei, dass die Pilze frisch gesammelt oder gekauft wurden. Konservierte oder bereits eingekochte Pilze besitzen nicht mehr die Menge an Vitamin-D, die ein frischer Pilz enthält. Wichtig ist, dass das Vitamin-D im Pilz nur eine Vorstufe darstellt und durch den Körper erst noch in Vitamin-D umgewandelt werden muss.

Ätherische Öle

 

  • Pfefferminzöl
  • Lavendelöl

In diesem Fall können ätherische Öle keinen Beitrag zur Bekämpfung des Vitamin-D-Mangels bieten. Allerdings können im Rahmen der Behandlung Symptome etwas gelindert werden. Müdigkeit und Kopfschmerzen lassen sich gut mit Pfefferminzölen beheben. Dies wird auf die Schläfen gerieben und hat dadurch einen positiven Effekt. Besonders häufig wird Pfefferminzöl angewendet, wenn es sich um einen migräneartigen Kopfschmerz handelt.

Gegen Schlafstörungen und Einschlafstörungen kann Lavendelöl zu Einsatz gebracht werden. In Kombination mit einer heißen Badewanne kann das Lavendelöl das volle Aroma entfalten und damit dazu beitragen, dass der Körper sich entspannt und zur Ruhe kommt. Damit ist es schlaffördernd und hilft auch besser einschlafen zu können.

Homöopathie & Globuli

 

  • Vitamin-D³-Globuli ( Cholecalciferolum)
  • Nahrungsergänzungspräparate

Auf dieser Ebene können die Vitamin-D-Vorstufen auch in Form von Globuli oder anderen Tabletten auf pflanzlicher Basis verabreicht werden. Bei der Anwendung der Globuli wir deine kleine Dosis, von etwa drei Kügelchen täglich, eingenommen. Diese Kügelchen werden mit einem Glas Wasser eingenommen, können aber auch langsam auf der Zunge zergehen. Ebenso können sie mit einem Mörser zerstoßen werden und dann mit dem Wasser direkt vermischt und getrunken werden.

Nahrungsergänzungspräparate mit Vitamin-D³-Gehalt sind auch auf pflanzlicher Basis erhältlich. In der Regel werden hier auch Pilzextrakte oder Omega-3-Fettsäuren von Fettfischen verwendet, da diese reich an Vitamin-D sind. In der Darreichungsform können hier Kapsel, Tabletten oder Säfte angeboten werden. Beim Kauf dieser Produkte sollte man sich ausgiebig beraten lassen und vor allem auf das Vorkommen des Vitamin-D im Präparat achten. Diese Maßnahmen können auch ergänzend zu einer Therapie in Absprache mit dem Arzt stattfinden oder vorbeugend in den dunklen Monaten des Jahres.

Schüssler-Salze

 

  • Kombination der Salze Nr. 3+5+8
  • Kombination der Salze Nr. 6+8+10
  • Kombination der Salze Nr. 1+2

Schüssel-Salze können einen Mangel an Vitamin-D nicht beheben, aber sie können bestimmte Prozesse im Körper ankurbeln, die die Synthese von Vitamin D ankurbeln oder aber auch andere Prozesse verbessern, die unter Wirkung von Vitamin-D stattfinden.

Kombination der Salze Nr. 3+5+8

Diese Kombination haben einen entschiedenen Einfluss auf die Störung der Vitamin-D Aufnahme aus der Nahrung, aber auch auf den Bildungsprozess und die Speicherung von Vitamin-D.

Kombination der Salze Nr. 6+8+10

Diese Kombination unterstützt die Funktion von Leber und Niere und kurbelt damit nicht nur den Stoffwechsel an, sondern sorgt auch für eine Reinigungs- und Ausscheidungsfunktion des Körpers. Endprodukte können somit leichter abtransportiert werden und alle anderen Organe können effektiver arbeiten.

Kombination der Salze Nr. 1+2

Dieses Paar ist verantwortlich für die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung und die bessere Aufnahme in die Knochen und alle anderen Orte, an dem Calcium eine entscheidende Beteiligung am Stoffwechsel hat. Hierdurch kann der Mangel an Vitamin-D zwar nicht behoben werden, aber drohende Komplikationen werden so eingedämmt.

Diät & Ernährung

 

  • Pilze
  • Fettfische
  • Eier
  • Muttermilch
  • Milchprodukte

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kann sehr viel Vitamin-D über den oralen Weg aufgenommen werden und somit ein Mangel behoben werden. Pilze und Fettfische enthalten einen sehr hohen Anteil an Vitamin-D-Vorstufen und sollten daher in frischer Form Bestandteil der Ernährung sein.

Auch Eier und Milchprodukte haben einen gewissen Gehalt an Vitamin-D. Allerdings sollte die Zufuhr an Vitamin-D nicht nur durch Eier und Milchprodukte erfolgen, da diese daneben auch Cholesterin und andere Fette besitzen, die nicht jeden Tag in Unmengen zugeführt werden sollten.

Für Neugeborene ist die Vitamin-D-Quelle neben der künstlichen Zugabe ausschließlich die Muttermilch. Wenn ein Kind gestillt werden kann, sollte dies auch unbedingt getan werden, denn die Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die der kleine Organismus braucht. Künstliches Milchpulver ist zwar gesättigt mit allen Inhaltsstoffen, aber diese Vitamine und Nährstoffe sind nicht so zahlreich vorhanden wie in der Muttermilch.

FAQ – Fragen & Antworten

Hat Sonnencreme eine Auswirkung auf die Bildung von Vitamin-D?

Ja, denn die Sonnencreme hat die Aufgabe, dass die Sonnenstrahlung nicht so tief in die Haut eindringen kann und damit die Bildung des Vitamin-D behindert oder vermindert wird. Allerdings ist es sehr wichtig, dass besonders Kinder immer einen ausreichenden Sonnenschutz tragen, entsprechend lang sollte dann aber der Aufenthalt in der Sonne sein.

Hilft es auch, wenn das Sonnenstudio regelmäßig besucht wird?
Nein, denn für die Bildung von Vitamin-D ist UVB-Strahlung verantwortlich und im Solarium wird lediglich UVA-Strahlung angewendet, die die Bildung von Melanin (dunklen Hautfarbstoff) ankurbeln.

Kann Vitamin-D-Mangel auch auf Verdacht selbst behandelt werden?
In der Regel sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, damit die Diagnose auch gesichert werden kann. Eine eigenverantwortliche Behandlung kann zu einer Überdosierung führen und damit auch erhebliche Folgen auslösen.

Kann der Blutwert auch ohne Vermutung eines Vitamin-D-Mangels-ermittelt werden?
Wenn bereits eine Veranlagung in der Familiengeschichte besteht, kann dieser Wert auch immer kontrolliert werden. Im klassischen Blutbild wird der Wert nur auf Spezialanforderung festgestellt. Aber im Gespräch mit dem Arzt kann diese Untersuchung jederzeit veranlasst werden.

Ist es sinnvoll in der Schwangerschaft zusätzlich Präparate mit Vitamin-D zu sich zu nehmen?
Theoretisch ja, aber dies sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, dass es nicht zu einer Überdosierung kommen kann und damit Mutter und Kind gefährdet sind. In der Regel enthalten die klassischen Kombinationspräparate, die in der Schwangerschaft auch ohne Verschreibung eingenommen werden können, bereits eine kleine ungefährliche Dosis Vitamin-D. Allerdings ist eine richtige Anwendung vorausgesetzt

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (78 Stimmen, Durchschnitt: 4,87 von 5)
Loading...
Top