Rachitis

Steckbrief: Rachitis

  • Name(n): Rachitis; Knochenerweichung; Englische Krankheit
  • Art der Krankheit: Kinderkrankheit; Stoffwechselerkrankung; Knochenerkrankung
  • Verbreitung: weltweit; Grunderkrankung findet in der Kindheit statt; häufigstes Vorkommen in Entwicklungsländer
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 16. Jahrhundert; als eigenständige Krankheit von Hieronymus Reusner betitelt; viel früher aufgetreten
  • Behandelbar: behandelbar: ja; heilbar: nein
  • Art des Auslösers: dauerhafter oder chronischer Vitamin-D-Mangel
  • Wieviele Erkrankte: zwischen 23 und 32 Betroffene von einer Million Kinder
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Facharzt für innere Medizin; Orthopäde oder Osteopath
  • ICD-10 Code(s): Rachitis

Knochenerkrankung durch Mangelversorgung

Die Rachitis tritt überwiegend im Kindesalter aufgrund einer Vitamin-D Mangelversorgung auf. In Europa treten nur noch verzeinzelte Fäller dieser Krankheit, dank hervorragender Prophylaxe durch Kinderärzte und konsequenter Verabreichung von Vitamin-D durch die Eltern auf.

In einigen Ländern der Welt allerdins kommt die Erkrankung auch heute noch oft vor und führt vor allem während des Wachstums zu Deformationen und Verkrümmungen des Skelettes. Die Sonneneinstrahlung, welche vor allem im Winter fast gänzlich fehlt, spielt bei der Bildung von körpereigenem Vitamin-D eine wichtige Rolle. Aufgetreten ist die Krankheit bereits im 16. Jahrhundert – eine erfolgreiche Prävention allerdings konnte erst im 20. Jahrhundert geschaffen werden.

Definition Rachitis

Die im Kindesalter auftretende Störung des menschlichen Knochenstoffwechsels „Rachitis“ wird durch ungenügende Zufuhr von Calcium ausgelöst, was zu einem Vitamin-D-Mangel führt. Früher bezeichnete man diese Krankheit auch als „Englische Krankheit“.

Damals litten viele Kinder von Arbeiterfamilien an dieser Krankheit, da deren Organismus aufgrund fehlender Sonneneinstrahlung und Lichtmangel nicht genügend Vitamin D3 bilden konnten, um die Knochen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen.

Folgen einer Rachitis sind Wachstumsstörungen und schwere Verformungen der Knochen, was körperlichen Deformationen, vor allem im Bereich der Wirbelsäule und der Beine führt.

Heute ist die Erkrankung in Europa eher selten anzutreffen, da insbesondere Säuglinge und Kleinkinder prophylaktisch in des ersten Lebensjahres regelmäßig mit Vitamin-D3-Präparaten versorgt werden.

Was ist Rachitis?

Die Bezeichnung Rachitis kommt aus dem Griechischen und leitet sich von der Übersetzung der „Wirbelsäule“, „rhachis“ genannt, ab.
Hervorgerufen wird die Stoffwechselerkrankung durch einen dauerhaften Vitamin-D-Mangel. Dieses Vitamin ist im Körper zuständig, Calcium und Phosphat im Blut aufnehmen zu lassen, was wiederum unbedingt notwendig ist, um einen gesunden und stabilen sowie festen Knochenaufbau zu garantieren. Erhält der Körper also nicht genügend Vitamin D, können die sich bei Kindern im Wachstum befindlichen Knochen nicht richtig verkalken und bleiben weich. Dies hat zur Folge, dass sich die Knochen bei Belastung verformen. Am schwersten betroffen sind hierbei meist die Wirbelsäule und die Beine. Die unzureichende Mineralisierung des wachsenden Knochens kann zu schweren Missbildungen führen, welche kaum noch zu regenerieren sind.

Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts fielen in industrialisierten und verunreinigten Städten Europas Kinder mit schweren Knochenverformungen und Missbildungen, welche sich als Deformationen und Kurven in den Beinen und der Wirbelsäule abzeichneten auf.
Im 19. Jahrhundert konnte man erstmals eine Verbindung zwischen Rachitis und des Sonnenlichts feststellen. So erkannte man, dass Kinder welche kaum bis gar nicht mit dem Sonnenlicht in Berührung kamen, welches für die körpereigene Vitamin-D-Bildung unbedingt notwendig ist, sehr häufig an Rachitis erkrankten.

In der heutigen Zeit sind Fehlbildungen durch oder Neuerkrankungen an Rachitis in Europa eher selten anzutreffen. Von Geburt an bis zum Alter von einem bis zwei Jahren, erhalten Säuglinge prophylaktisch Vitamin-D-Präparate, um eine Mangelversorgung und deren Folgen zu vermeiden. In den Entwicklungsländern hingegen, wie beispielsweise Afrika, Nordamerika oder wirtschaftlich benachteiligten Teilen der Erde, stellen stets neue Fälle von Rachitis ein Problem dar. Dies liegt mitunter an der grundsätzlichen Mangelernährung und der fehlenden Prophylaxe sowie medizinische Kontrolle.


Welche Ursachen gibt es?

Wie schon erwähnt, ist ein Mangel an Vitamin-D der Auslöser für eine Rachitis. Die Gründe für diese Mangelerscheinung können jedoch durchaus unterschiedlicher Herkunft sein. Hauptsächlich sind eine fehlerhafte Aufnahme der Nährstoffe im Magen-Darm-Trakt, eine Mangelernährung an Eiweißen oder eine fehlende Sonneneinstrahlung auf den menschlichen Körper an der Erkrankung beteiligt.

Damit Calcium und Phosphat, wichtige Bestandteile für einen stabilen Knochenaufbau, verstoffwechselt werden können, benötigt der Körper Vitamin-D. Dieses sorgt ebenso dafür, dass diese beiden Mineralstoffe aus dem Darm aufgenommen und über die Nieren wieder vom Organismus zurückgenommen werden können. Leidet der Körper an einem chronischen Mangel an Vitamin-D, kommt es zu einer Störung dieser wichtigen Aufnahme und die Knochen können keine ordnungsgemäßen und notwendigen Verkalkungen bilden. So bleiben sie weich und verformen sich bei Belastung.

Der menschliche Körper ist in der Lage, durch die UV-Strahlung der Sonne, dieses Vitamin D über die Haut selbst zu produzieren. Ist ein Mensch also nur sehr geringer bis keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt, wird diese körpereigene Produktion blockiert und ein Vitamin-D-Mangel entsteht.
Auch über die Nahrung nimmt der Körper das wichtige Vitamin-D auf. Allerdings ist die Zufuhr über diesen Weg dermaßen gering, dass eine Vorbeugung gegen Rachitis allein durch die Aufnahme von Lebensmitteln nicht ausreicht.

Des Weiteren gibt es seltene Sonderformen der Rachitis, welche nicht durch einen Vitamin-D-Mangel hervorgerufen werden. Eine dieser Formen ist beispielsweise die Phosphat-Mangel-Rachitis. Diese entsteht durch den vermehrten oder chronischen Verlust von Phosphat, welches durch den Urin ausgeschieden wird.

Verschiedene vererbbare Krankheiten des Darms oder auch der Nieren, können ebenso Ursache einer Rachitis darstellen, wie die Behandlung durch diverse Medikamente, welche die Calcium-Aufnahme im Darm vermindern oder einen gesteigerten Abbau des Vitamin-D im Körper verursachen.


Symptome & Anzeichen

Die Symptome einer Rachitis zeigen sich je nach Alter des Patienten in unterschiedlichen Formen.

Bereits im zweiten bis dritten Lebensmonat eines Säuglings zeigt sich die Rachitis durch Schreckhaftigkeit, innere Unruhe und starkes Schwitzen. Nicht selten ist hierbei auch ein Ausschlag, der von Juckreizen begleitet wird. Etwa einen Monat nach Auftretens der ersten Symptome zeigen sich weitere Anzeichen der Rachitis. Betroffene Babys leiden an Muskelschwäche, was mitunter zu einem sogenannten Froschbauch führt und neigen neben der Knochenerweichung am Schädel unter Verstopfungen. Einen weiteren Monat später verformt sich der Kopf, er wird am Hinterkopf flach und gleicht immer mehr einem Quadratschädel. Eine weitere typische Skelettveränderung ist der rachitische Rosenkranz. Die Knochen-Knorpel-Grenze der Rippen wird aufgetrieben, was optisch einer Perlenschnur gleicht.

Im Kindesalter wechseln sich Muskelkrämpfe mit immer wiederkehrenden Muskelschwächen ab. An Rachitis erkrankte Kinder leiden besonders oft an auffälligen Verstopfungen. Der Knochenapparat erkrankter Kinder ist weicher als die der Gleichaltrigen, was sich besonders an den Schädelknochen recht schnell erkennen lässt. Hand- und Fußgelenke werden deutlich breiter und durch den ungewöhnlich weichen Brustkorb zieht sich dieser auffällig nach innen, was als die sogenannte Trichterbrust bekannt ist.
Da auch die Gesichts- und Kieferknochen bei einer Rachitis in Mitleidenschaft gezogen werden, bleiben Zahnfehlstellungen oder Defekte im Zahnschmelz nicht aus. Diese Kinder leiden schon im Milchzahnalter besonders oft an starkem Kariesbefall.

Menschen, die bereits im Säuglings- oder Kindesalter an Rachitis erkrankt sind, tragen im Erwachsenenalter häufig irreparable Schäden der Knochen davon. Dies zeigt sich an teils schweren Kochenverformungen und Deformationen des gesamten Körpers. Da das gesamte Körpergewicht hauptsächlich von der Wirbelsäule und den Beinen getragen wird, ist hier die Schwere der Verformungen am gravierendsten. Besonders typisch sind daher stark ausgeprägte O-Beine.
Tritt ein chronischer Vitamin-D-Mangel allerdings erst im Erwachsenenalter ein, spricht man nicht mehr von einer Rachitis. Da bei einem ausgewachsenen Menschen die Wachstumsfugen der Knochen bereits verschlossen sind, kann es nicht mehr zu den genannten Verformungen und Deformationen des Knochenapparates kommen. Hier nennt sich das Krankheitsbild Osteomalazie.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Symptome und ersten Anzeichen einer Rachitis zeigen sich schon recht früh im Säuglingsalter. Schon zwischen dem zweiten und dritten Lebensmonat fällt ein verstärktes Schwitzen, besonders am Hinterkopf auf, welches nicht selten von einem juckenden Hautausschlag begleitet wird. Die Säuglinge sind schreckhaft und leiden unter innerer Unruhe, was auch das Schlafverhalten negativ beeinflusst. Die Betroffenen Kinder sind besonders anfällig für Infekte, was sich während des gesamten Krankheitsverlaufes kaum verändert.

In den nächsten Monaten zeigen sich weitere Symptome wie Muskelkrämpfe, Verstopfungen, eine schlaffe Bauchdecke und Veränderung des Knochenapparates. Die bei Säuglingen noch offenen Schädelnähte schließen sich wesentlich langsamer als bei gesunden Kindern. Dazu kommt, dass die Schädelknochen weich werden und sich somit schnell verformen, was zu dem bekannten Bild des quadratisch geformten Schädels führt.
Entlang der Rippengrenze kommt es zu einer Auftreibung der Knochenknorpel, welche sich in Form einer Perlenschnur abbilden – der typische rachitische Rosenkranz.

Der Durchbruch der Milchzähne zeigt sich verspätet und die Bildung des Zahnschmelzes ist meist gestört, so dass die betroffenen Kinder zu Karies neigen. Ein weiteres Anzeichen der Rachitis zeigt sich in der Veränderung der Oberschenkelknochen. Durch die verminderte Verkalkung der Knochen bleiben diese weich und verformen sich unter Belastung. Starke O-Beine zeichnen sich ab, sobald diese Kinder das Laufen beherrschen.

Zur Diagnose einer Rachitis wird eine spezielle Blutabnahme angeordnet. Hier zeigt sich eine erhöhte Aktivität der alkalischen Phosphatase. Die pathologische Veränderung des Calciumwertes sowie ein geringer Gehalt an Vitamin-D sind Hinweise auf eine pathologische Veränderung des Blutes. Weitere Laboruntersuchung sind zur Bestimmung des Parathormons notwendig um die genaue Form der Rachitis zu typisieren. Des Weiteren wird die genaue Konzentration der einzelnen Mangel an Vitamin-D-Stufen festgestellt. Abschließend wird durch eine Röntgenaufnahme die sichtbaren Veränderungen der Knochen festgehalten.
Insgesamt kann man sagen, dass eine Diagnose nicht aufgrund eines oder mehrerer Symptome gestellt wird. Den tatsächlichen Befund einer Rachitis erhält erst sicher in Kombination einer Anamnese und eines Laborberichts sowie einer klinischen und radiologischen Diagnostik.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Erkrankung der Rachitis ist keine meldepflichtige Krankheit, welche beim Gesundheitsamt registriert werden muss. Daher ist es schwierig, genaue Zahlen über die Häufigkeit und der Verbreitung der Krankheit zu nennen. Ermittlungen eines amerikanischen Expertenteams zufolge sollen anhand der Häufigkeit von stationären Behandlungen der Rachitis neun Erkrankungen auf eine Million Kinder kommen. Nach einer Statistik aus ambulanten Therapien jedoch wurde eine Zahl zwischen 23 und 32 Kindern je einer Million ermittelt.

Die häufigsten Erkrankungen an Rachitis bei Kindern zeigen sich bei den Afro-Amerikanern.

Doch auch in den hochentwickelten Industrieländern ist ein subklinischer Vitamin-D-Mangel, welcher jedoch ohne klinische Anzeichen oder Symptome einer Rachitis einhergeht, sehr viel häufiger als vielleicht angenommen. Laut einer amerikanischen Studie leiden rund 80 % der neugeborenen Säuglinge an einem erhöhten Mangel an Vitamin D. Bis zum Ende der Winterzeit finden sich vor allem bei fast der Hälfte der Kinder des weiblichen Geschlechts, zwischen neun und elf Jahren eine verringerte Vitamin-D-Konzentration vor.

Vitamin-D wird zu 80 % durch Sonnenlicht über die menschliche Haut gebildet. Doch auch in Ländern, welche mit einem erhöhten Maß an Sonneneinstrahlung versehen sind, treten epidemiologische Vitamin-D-Mängel auf. Die Ursache darin liegt beispielsweise an der Bekleidung, welche vielen Frauen aus religiösen Gründen in Form von körperlicher Bedeckung, beispielsweise mit dem Tragen einer Burka auferlegt ist.

In den europäischen Ländern tritt eine Rachitis vor allem bei Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter auf, welche makrobiotisch, sprich frei von Milchprodukten und nicht ausgeglichen ernährt werden. Mehr als die Hälfte dieser Kinder weisen deutliche Symptome einer Rachitis auf.

Des Weiteren zeigt sich ein verstärkter Vitamin-D-Mangel in den Wintermonaten, wenn es an der Stärke der UV-Strahlen der Sonne mangelt. Da sich mit Beginn des Frühjahres dieses Problem meist von alleine regeneriert, bleiben viele Mangelerscheinungen oft unentdeckt. Da der Vitamin-D-Mangel der meisten Menschen meist nur von kurzer Dauer ist, bleiben folgende Erkrankungen und deren Symptome meist aus.

Auslöser für kurzfristige Mangelerscheinungen können Schwangerschaft, fehlende UV-Strahlung und vor allem Mangel- oder falsche Ernährung durch Fastfood und industrielle Nahrung sein.

Damit Kinder und vor allem Säuglinge nicht der Gefahr eines Vitamin-D-Mangels und damit drohender Rachitis ausgesetzt sind, werden sie medizinisch durch eine regelmäßige Gabe von prophylaktischen Präparaten geschützt.


Komplikationen bei der Krankheit

Ist eine Rachitis erst einmal diagnostiziert, wurden die Knochen bereits durch den akuten chronischen Vitamin-D-Mangel in Mitleidenschaft gezogen. Muskelschwäche, Muskelkrämpfe sowie weiche Knochen, welche sich verformen sind die Folge. Schwere Deformationen des Knochenapparates und des gesamten Körpers können mit der Rachitis einhergehen. Die Zahnschmelzbildung der Betroffenen ist gestört und stark kariöse Erkrankungen sind keine Seltenheit.

Doch schon der unerkannte oder unbehandelte Vitamin-D-Mangel an sich, kann auch ohne die Diagnose „Rachitis“ schwerwiegende Folgen für den Körper bedeuten und den Ausbruch weiterer Krankheiten mit sich führen:

Tritt der Mangel an Vitamin-D im Säuglings- oder Kindesalter auf, kann dies zur Erweichung des Knochenapparates führen. Da der Calciumstoffwechsel gestört ist, findet keine ausreichende Verkalkung zur Stabilisierung der Knochen statt. Diese bleiben weich und verformen sich vor allem im Wachstum, was schlussendlich zu irreparablen Verwachsungen und Deformationen sowie Verkrümmungen des Skeletts führt.

Tritt der Mangel bei Patienten höheren Alters auf, werden die Knochen porös, brüchig und instabil. Besonders bei Frauen wird in Folge dessen oft eine Osteoporose diagnostiziert, da sie besonders aufgrund der Hormonumstellung in den Wechseljahren dem Risiko einer Osteoporose unterliegen.

Anhand unabhängiger Studien lässt sich beweisen, dass ein erhöhter Mangel an Vitamin-D durchaus auch Auswirkungen auf den menschlichen Zuckerstoffwechsel haben kann. Dies begünstigt das Risiko an Diabetes zu erkranken.

Ebenso ist bei dauerhaftem Vitamin-D-Mangel mit einer Erkrankung der Schilddrüse zu rechnen. Die Schilddrüse produziert Hormone, welche sie nicht mehr zuverlässig verarbeiten kann, wodurch Entzündungen entstehen können.

Zuletzt kann auch das Herz bei einem Vitamin-D-Mangel erkranken. Es ist auf einen funktionierenden Stoffwechsel angewiesen. Ist der Ionen-Stoffwechsel gestört, kann es zu Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall auch zu einem schweren, wenn nicht sogar tödlichen Herzinfarkt kommen.

Wird ein Vitamin-D-Mangel zu spät oder gar nicht erkannt und behandelt, sind Infekte der betroffenen Person weitaus häufiger. Diese Entzündungen können im Körper andere Organe angreifen und immense, kaum behebbare Schäden hervorrufen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Heute bekommen Säuglinge schon ab der Geburt und mindestens bis zum ersten Lebensjahr prophylaktisch Vitamin-D-Präparate zur Vorbeugung eines Mangels. Trotz dessen, kann es immer wieder vorkommen, dass die Prävention aus unterschiedlichen Gründen, wie Mangelernähren, unzureichendes Sonnenlicht oder diversen Medikamenten nicht ausreicht.

Zeigen sich Symptome eines Vitamin-D-Mangels bei Kindern, sollten diese umgehend von einem Arzt begutachtet werden. Vor allem bei unerklärlichen Muskelkrämpfen oder gar Muskelschwäche, auffälligen Gangstörungen und auffälligen X- oder O-Beinen ist ein Arztbesuch erforderlich.

Aber auch eine schlaffe Bauchdecke, Störungen in der Entwicklung der Milchzähne sowie anhaltende Verstopfungen können auf einen Mangel an Vitamin-D hinweisen und sollten medizinisch abgeklärt werden.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Zeiten, in welchen Rachitis mit Lebertran behandelt wurde, sind lange vorbei. Nach einer positiven Rachitis Diagnose erhalten erkrankte Kinder für einige Wochen hochkonzentriertes Vitamin-D. Oft auch in Verbindung mit einer hohen Dosierung Calcium, sofern auch ein Calciummangel nachweisbar ist.

Säuglinge mit einer nachgewiesenen Vitamin-D-Mangelrachitis erhalten nach der Geburt bis zum Alter von 4 Lebenswochen 1000 IE Vitamin D3 und zusätzliche Gaben von 40 bis 80 mg Calcium pro kg Körpergewicht am Tag. Diese Therapie kann bis zu 12 Wochen fortgeführt werden. Im Anschluss folgt eine Behandlung zur Prävention von 500 IE Vitamin D3 ab der 4. Lebenswoche bis zu einem Alter von mindestens einem Jahr. Viele Kinderärzte empfehlen jedoch die Gabe über ein weiteres Jahr, da eine Überdosierung an Vitamin-D bei Kindern kaum möglich ist.

Ist der Mangel bei Kindern ab der 4. Lebenswoche nachzuweisen, erhalten diese bis zum 1. Lebensjahr 3000 IE Vitamin D3 und zusätzliches Calcium für ebenfalls einen Zeitraum von 12 Wochen. Auch hier soll bis zum Ende des 1. Lebensjahres die Gabe von 500 IE Vitamin D3 fortgeführt werden.

Hat ein Kind das erste Lebensjahr erreicht, ist eine Behandlung mit 5000 IE Vitamin D3 sowie zusätzlichem Calcium für 12 Wochen notwendig. Anschließend sollte eine ausgewogene Ernährung mit einem gedeckten Bedarf an Milchprodukten, ausreichende Sonneneinstrahlung und zusätzliche Calciumgabe für die eigenständige Vitamin-D-Produktion des Körpers ausreichen.

Treten neben dem Vitamin-D-Mangel und einem Calciummangel auch Phosphat-Mangelerscheinungen auf, sollte auch Phosphat medikamentös zugeführt werden. Im Kindesalter heilen die Deformierungen der sich noch im Wachstum befindlichen Knochen in der Regel vollständig aus, womit die Behandlung abgeschlossen wäre – sofern sie rechtzeitig erkannt und therapiert wurde.

Um die Behandlung zusätzlich positiv zu unterstützen, können Höhensonnenbestrahlungen ebenfalls zur Therapie eingesetzt werden.

In besonders schweren Fällen kann eine Schienung der deformierten und verformten Knochen notwendig sein, um die bisher entstandenen Schäden zu korrigieren. Allerdings ist die auch nur im Kindesalter möglich, wenn sich die Knochen noch im Wachstum befinden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Zahl der Neuerkrankungen an Rachitis sind in Deutschland nahezu nicht mehr zählbar. Neugeborene erhalten bis zu ihrem ersten Lebensjahr präventiv täglich ein Vitamin-D-Präparat mit 500 IE Vitamin D3.
Weder die Muttermilch noch die Kuhmilch enthalten genügend Vitamin-D, um den Körper eines Säuglings ausreichend zu versorgen.

Industriell hergestellte Säuglingsmilch hingegen ist mit Vitamin-D angereichert und sollte in der Regel ausreichen, um den Tagesbedarf von 100 bis 200 IE Vitamin D3 am Tag zu decken. Trotz dessen ist eine höhere Dosierung zu empfehlen, da eventuelle Schwankungen der Messwerte oder auch eine gelegentliche Einnahmevergesslichkeit der Tablette aufgefangen werden können.

Meist erfolgt die Gabe des Vitamins in Tablettenform. Die Tabletten sind leicht löslich und können somit in Säuglingsmilch oder Tee aufgelöst und verabreicht werden.

Impfungen gegen Rachitis gibt es keine, da es sich hier nicht um eine ansteckende Krankheit handelt, sondern „lediglich“ um eine Erkrankung, welche durch Mangelerscheinungen auftritt.

Eltern können jedoch einen gesunden Vitamin-D-Haushalt ihres Kindes unterstützen, indem sie viel Zeit in der Sonne verbringen. Sonneneinstrahlung fördert die körpereigene Vitamin-D-Produktion über die Haut. Wichtig ist dabei jedoch auch, dass gerade Kleinkinder und Säuglinge schnell einen Sonnenstich oder Hitzschlag erhalten. Angemessener Sonnenschutz und das Vermeiden direkter Sonneneinstrahlung im Sommer ist weiterhin zu beachten.

Die allgemeinen Grundlagen der Behandlung eines Vitamin-D-Mangels sind also in der Regel recht einfach. In einem Laborbefund wird die Höhe des Mangels im Blut ermittelt. Mit einer Ernährungsumstellung, der Gabe von Mono- oder Kombinationspräparaten sowie einer Sonnenlichttherapie ist der Mangel meist recht schnell wieder ausgeglichen. Wird bei einer erneuten Blutabnahme festgestellt, ob sich der Mangel gebessert oder weiter ausgeprägt hat, wird die Behandlung dementsprechend aufgehoben oder um einen weiteren Zeitraum fortgeführt.

Tritt der Vitamin-D-Mangel im Erwachsenenalter auf, wird geprüft, ob noch ein weiterer Mangel an Nährstoffen oder Vitaminen vorliegt. Ist dies der Fall, wird der Betroffene mit einem Kombipräparat versorgt, bei alleinigem Vitamin-D-Mangel wird im Normalfall ein hochdosiertes Vitamin-D-Präparat mit Langzeitdepot gegeben, welches monatlich verabreicht wird.


Prognose zur Heilung

Die Behandlung eines Vitamin-D-Mangels ist sehr erfolgreich behandelbar. Um so früher er als solcher erkannt wird, desto besser kann er behandelt und dementsprechend auch vollständig ausgeheilt werden. Meist reicht ein kurzer Behandlungszeitraum mit der Gabe von hochdosiertem Vitamin-D aus, um den Mangel zu beheben. Wichtig ist langfristig die Umstellung auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, sowie ausreichende Zufuhr von Sonnenlicht zu achten.

Besteht der Mangel schon über einen längeren Zeitraum, ist der Behandlungszeitraum meist langwieriger, aber auch in diesen Fällen ist eine vollständige Heilung nicht ausgeschlossen.

Tritt der Vitamin-D-Mangel allerdings in Folge einer Darmerkrankung auf, kann den Patienten meist nur in Form einer Linderung geholfen werden. Eine dauerhafte Einnahme von Vitamin-D ist ebenso notwendig wie eine regelmäßige Blutuntersuchung, um die Erkrankung des Darmes nicht weiter negativ zu beeinflussen. Eine vollständige Heilung ist hier in den meisten Fällen ausgeschlossen. Gesunde Ernährung, genügend Sonnenlicht und eine medizinische Langzeittherapie können jedoch zumindest eine Verschlechterung des Zustandes eindämmen.


Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft

Ein Mangel an Vitamin-D kann eine Hauptursache für einen ausbleibenden Kinderwunsch sein.

Die Spermien des Mannes können durch den Mangel an Qualität verlieren, was zur sogenannten Imptentia generandi führen kann. Die Spermien sind in diesem Fall sehr stark in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, was dazu führt, dass sie den Weg zur Eizelle gar nicht oder nur sehr beschwerlich finden.

Diese Beweglichkeit ist jedoch unbedingt erforderlich um zum einen gegen die Abwehrmechanismen des weiblichen Organismus anzukommen und zum anderen den langen Weg zur Eizelle bezwingen zu können.

Aber auch bei der Frau ist ein ausreichender Vorrat an Vitamin-D für eine mögliche Schwangerschaft ausschlaggebend. Sind nach der Befruchtung nicht genügend Grundlagen für eine Zell- und Knochenbildung gegeben, stößt der Körper die befruchtete Eizelle wieder ab, eine Schwangerschaft kann nicht bestätigt werden oder es kommt in schweren Fällen zu einem Abort.


Vitamin-D-Mangel bei älteren Menschen

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene und vor allem ältere Menschen können an einer Rachitis erkranken. Hier gibt es zwei verschiedene Varianten:

Bereits im Kindesalter ist ein Vitamin-D-Mangel aufgetreten, welcher aber unerkannt bzw. Unbehandelt blieb. Knochenschwäche oder Knochenschmerzen treten auf, meist leiden die Betroffenen vermehrt an Knochenbrüchen, was der Porosität des Skelettes zuzuschreiben ist. Eine weitere Folge der Rachitis sind verformte oder deformierte Knochen, die im Alter vermehrt Schmerzen und Leiden verursachen.

Tritt allerdings der Vitamin-D-Mangel erst im Alter auf, kann eine Darmerkrankung der Auslöser sein. Der Mangel an Vitamin-D macht sich vermehrt durch Osteoporose bemerkbar. Die Knochen werden brüchig, porös und instabil. Die Knochensubstanz wird nicht mehr ausreichend mit Calcium versorgt, was ebenfalls zu einer Erweichung des Skeletts führen kann.

Diese Erkrankung nennt sich im Erwachsenenalter Osteomalazie. Gehstörungen, Schmerzen und Deformationen der Wirbelsäule sind die Folge. Oftmals kommt es, gerade bei älteren Menschen zu schleichenden Frakturen an Unterschenkeln, Hüfte oder der Wirbelsäule, ohne dass ein Sturz oder sonstige Verletzung stattgefunden hat.


Rachitis in der Tierwelt

Rachitis ist ein Krankheitsbild, an welchem nicht nur der Mensch leiden kann. Auch in der Tierwelt, vor allem bei Haustieren oder Tieren, welche in Gefangenschaft leben, tritt diese Krankheit aufgrund einer Mangelernährung auf. Betroffen sind vor allem Amphibien, Reptilien oder Vögel.

Werden Vögel wie Hühner, Papageien, Sittiche oder Singvögel einseitig mit Körnermischungen ernährt, fehlt ihnen meist der Bedarf an Calcium und Phosphor. Die Symptome zeigen sich bei Jungvögeln an einem verkrümmten Brustbein oder einer Verformung der Oberschenkelknochen. Nur durch eine konsequente Futterumstellung und der zusätzlichen Gabe von Calcium sowie Vitamin D kann eine Heilung erfolgen. Verkrümmungen der Knochen müssen meist operativ korrigiert werden. In besonders schweren Fällen muss das Tier von seinem Leid erlöst und eingeschläfert werden.

Auch bei der Ernährung betroffener Reptilien fällt ein unzureichendes Calcium-Phosphor-Verhältnis im Futter auf. Ein weiterer Auslöser für Rachitis bei Reptilien ist die falsche Beleuchtung des Terrariums. Kunstlicht, bei welchem der Anteil von UV-Strahlen zu gering oder gar nicht vorhanden ist, bildet sich der Mangel an Vitamin-D besonders schnell aus.

Eine Futterumstellung sowie zusätzliche Gabe von Vitamin-D und direkte UV-Strahlung kann den Mangel in der Regel beheben, so dass keine weitere Behandlung notwendig ist.

Ebenso verhält es sich bei Amphibien, welche einseitig mit Insekten gefüttert werden.


Die Geschichte der Rachitis

Anhand von Knochenfunden und auch Untersuchungen an mumifizierten Menschen lässt sich beweisen, dass die Rachitis auch in der Vorzeit jederzeit und in allen Teilen der Welt aufgetreten ist.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde sie von Hieronymus Reusner als eigenständiges Krankheitsbild definiert.
In etwa einhundert Jahre später erhält sie den lateinischen Namen „Morbus Anglorum“, was für die „englische Krankheit“ stand. Bis zum 19. Jahrhundert wurde das Krankheitsbild der Rachitis mit diesem Namen fortgeführt.

Aufgetreten ist die Rachitis im 18. Jahrhundert vor allem in Europa nach den Weltkriegen. Auslöser hierfür war die mangelnde Ernährung. Auch heute zeigt sich die Krankheit noch weit verbreitet in den weltlichen Entwicklungsländern, welche von Armut geprägt sind.

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde damit begonnen die Krankheit genauer zu erforschen und die Grundlagen für eine Heilung bzw. Vorbeugung zu schaffen.

Hier wurde auch erstmals eine Verbindung zwischen dem krankheitsauslösenden Vitamin-D-Mangel und der UV-Strahlung der Sonne hergestellt. Durch die industrielle Umweltverschmutzung und der Holzfeuerung in England, legte sich der Smog über die Städte, was zu verminderter Sonneneinstrahlung führte. Zu jener Zeit zeigten viele Kinder Anzeichen einer Rachitis.

Durch die regelmäßigen Gaben von Lebertran, welcher besonders reich an Vitamin-D ist, sowie der vermehrte Aufenthalt im Freien, wurde als Vorbeugung gegen Vitamin-D-Mangel und somit auch der Rachitis erkannt.

Alternative Behandlungsmethoden

Für jede medizinisch belegte Erkrankung gibt es alternative Behandlungsmethoden – so auch bei der Rachitis.
Die Alternativmedizin kann anhand von Homöopathie, der Gabe von altbewährten Hausmitteln oder auch Heilpflanzen vorbeugend gegen den Vitamin-D-Mangel wirken.

Die medizinische Kontrolle durch einen Haus- oder Facharzt sollte jedoch auch bei der Gabe von alternativen Behandlungsmethoden nicht aus dem Fokus geraten. Natürliche Präparate können zwar gegen einen Mangel vorbeugen und diesen verhindern, ist jedoch erst einmal ein Mangel entstanden, sollte dieser nicht ausschließlich mit homöopathischen Mitteln behandelt werden. Kombinationen aus beidem kommt natürlich je nach Krankheitsbild auch in Frage, aber auch das sollte mit einem Arzt abgesprochen werden.

Als Alternative Methoden sind unter anderem Schüssler Salze, Globuli oder ätherische Öle sehr beliebt. Um einem Vitamin-D-Mangel entgegenzuwirken, ist die wohl einfachste Alternative, sich viel an der frischen Luft und vor allem im Sonnenlicht aufzuhalten, was sich bei Spaziergängen oder Gartenarbeit wunderbar umsetzen lässt.

Welche Hausmittel können helfen?

 

Eine Sonnenlichtlampe bzw. UVB-Lampe können dem Vitamin-D-Mangel gerade in der Winterzeit wunderbar entgegenwirken und sogar eine Linderung bei einem bereits vorhandenen Mangel schaffen.

Besonders empfehlenswert sind bei Vitamin-D-Mangelerscheinungen, als auch zur präventiven Vorbeugung Bewegungen im Freien. So lässt sich die Gartenarbeit oder auch der Weg zum Bäcker zu Fuß, statt dem Auto, perfekt mit der Regeneration des eigenen Körpers verbinden.

Eine ausreichende Ernährung kann in den meisten Fällen von Mangelerscheinungen wahre Wunder wirken. Wer Fertigprodukte durch frisches Gemüse oder Fleisch ersetzt, führt seinem Organismus wichtige Nährstoffe und Vitamine zu, welche in Fast-Food meist gänzlich verloren gehen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Quecke
  • Stiefmütterchen
  • Kapuzinerkresse
  • Walnussbaumblätter
  • Weizenkeime
  • Petersilie
  • Trauben
  • Spinat
  • Meerrettich

Als Heil- oder Linderungsmittel lassen sich Quecke oder Stiefmütterchen einsetzen.

Auch wenn die bis zu einem Meter hohe Quecke, die in der Zeit von Juni bis August blüht, von den meisten als Unkraut angesehen wird, gilt sie doch als kräftiges Mittel gegen Rheuma oder chronische Hauterkrankungen. Die im März bis April oder auch im September (vor- oder nach der Blütezeit) gesammelten Wurzelstöcke werden sorgfältig gewaschen, zerkleinert und sie dann zum Trocknen ausgelegt.

Auch das Stiefmütterchen wird getrocknet verwendet. Allerdings wird das Kraut des wilden Stiefmütterchens während der Blüte gesammelt, getrocknet und in dunklen Behältern aufbewahrt. Zur Heilung trägt es bei, indem man aus der getrockneten Pflanze einen Tee koch, diesen kurz aufkochen lässt und trinkt.

Weitere Pflanzen, aus welchen sich Tees gegen Rachitis kochen lassen, sind Kapuzinerkresse und Walnussbaumblätter. Als natürliches Nahrungsergänzungsmittel eignen sich ganz besonders gut Weizenkeime und Petersilie. Aber auch Trauben, Spinat oder Meerrettich sind als Vitamin-D-Lieferant bekannt und können einem Mangel, in Verbindung mit ausreichend Sonnenlicht, als Vorbeugung gegen Rachitis eingesetzt werden.
Des Weiteren gelten Pilze als reichhaltigen Lieferanten an Vitamin-D. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Pilze frisch sind, da das notwendige Vitamin in Konserven oder eingekochtem Zustand nicht mehr ausreichend vorhanden ist.

Ätherische Öle

 

  • Lavendelöl
  • Pfefferminzöl
  • Kapuzinerkresse

Ätherische Öle wirken gegen vielerlei Beschwerden, können Symptome lindern und Entspannung bieten. Die aromatisch riechenden Heilpflanzen werden gerne zu bereits bestehenden Behandlungen eingesetzt, um eine zusätzlich Unterstützung und eine rasche Linderung der Beschwerden zu bieten.

Ätherische Öle wie Lavendelöl und Pfefferminzöl können bei einem Vitamin-D-Mangel in Hinblick auf die Symptome unterstützend wirken. Kopfschmerzen oder Schläfrigkeit werden gelindert, indem Pfefferminzöl auf den Schläfen in die Haut einmassiert wird. Gegen Schlafstörungen und besonders beim Einschlafen hat sich Lavendelöl bewährt. Entspannung bringt Lavendelöl auch als Zugabe in einem heißen Bad.

Zudem können ätherische Öle auch als indirekte Inhalation und gleichzeitigem Duftspender eingesetzt werden, indem sie aufgekocht oder über einer Kerze mit etwas Wasser verdünnt erwärmt werden.

Homöopathie & Globuli

 

  • Globuli
  • pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel
  • Nahrungsergänzungsmittel aus Fischfetten

Ist der Vitamin-D-Mangel noch im Anfangsstadium, sprich also noch in einer der Vorstufen, ist es durchaus möglich, diesen mit Globuli oder Tabletten auf pflanzlicher Basis zu regenerieren. Werden Globuli verwendet, werden diese in geringen Dosen täglich eingenommen. Sie können unter die Zunge gelegt werden, hier verschmelzen sie, oder sie werden mit einem Glas Wasser eingenommen.

Alternativ sind in Apotheken und gut sortierten Drogeriemärkten auch Nahrungsergänzungsmittel aus pflanzlichen Extrakten, Pilzextrakten oder Fischfetten erhältlich. Die Varianten dieser Ernährungsergänzung können in Form von Tabletten, Kapseln, Tropfen oder Säften gewählt werden. Wichtig ist beim Kauf dieser Produkte, auf die Konzentration des Vitamin-D zu achten. In der Apotheke sind diese Präparate in der Regel etwas teurer, allerdings wird man hier ausgiebiger und vor allem mit fundiertem Fachwissen beraten.

In Abspracht mit dem behandelnden Arzt können diese Produkte auch während einer medizinischen Therapie zur Unterstützung oder während der dunklen Wintermonate als Prophylaxen verwendet werden.

Schüssler-Salze

 

  • Kombination der Schüssler-Salze 1 & 2
  • Kombination der Schüssler-Salze 3,5 & 8
  • Kombination der Schüssler-Salze 6, 8 & 10

Der Einsatz von Schüssler-Salzen kann einen bestehenden Vitamin-D-Mangel nicht beheben und somit kann durch jene auch keine Heilung eintreffen. Jedoch können sie unterschiedliche körperliche Prozesse ankurbeln und somit auch die Aufnahme von Vitamin-D verbessern bzw. Prozesse verbessern welche unter der Wirkung und des Einsatzes von Vitamin-D stattfinden.

Die Kombination der Salze Nr. 3,5 und 8 sind bei einer Störung der Aufnahme von Vitamin-D sehr einflussreich, sofern dieses aus der Nahrung gewonnen wird. Aber auch den Bildungsprozess von Vitamin-D unter Sonneneinstrahlung sowie die Speicherung des notwendigen Vitamins kann diese Kombination aus Schüssler-Salzen unterstützen.

Die Kombination der Schüssler-Salze 6, 8 und 10 unterstützen die Funktion der Leber und der Niere und kurbeln damit zusätzlich den Stoffwechsel an. Gleichzeitig wird durch diese Organe auch die Reinigungs- und Ausscheidefunktion des Körpers zur Entgiftung unterstützt. Endprodukte werden durch die Unterstützung der Schüssler Salze leichter abtransportiert, was all den anderen Organen hilft effektiver zu funktionieren.

Die Kombination der Salze 1 und 2 unterstützen die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung, was wiederum für den Erhalt der Knochen notwendig ist. Ein bestehender Vitamin-D-Mangel kann durch die Verwendung von Schüssler-Salzen nicht regeneriert, jedoch können drohende Komplikationen vermindert werden.

Diät & Ernährung

 

  • ausgewogene Ernährung
  • frisches Gemüse
  • Fettfisch
  • Milchprodukte
  • Fleisch

Ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich immer wichtig für den Stoffwechsel und den gesamten menschlichen Organismus. Ein Mangel an Vitamin-D kann besonders durch Vitamin-D reiche Nahrungsmittel wie Pilze, Eier, Fettfisch und Milchprodukte ausgeglichen werden. Zu empfehlen sind die Nahrungsmittel jeweils in frischer Form. Gerade Fisch und Pilze verlieren in tiefgekühlten oder konserviertem Zustand die wichtigen Vitamine und sind daher nicht als Vitamin-D-Lieferant geeignet.

Eier und Milchprodukte sind ebenfalls, wenn auch nicht in sehr hohen Mengen, mit Vitamin-D versehen. Da diese jedoch auch jede Menge an Cholesterin und sonstigen Fette besitzen, sollten diese Produkte nicht ausschließlich zur Bedarfsdeckung von Vitamin-D eingesetzt werden.

Neugeborene sollten in den ersten Lebensmonaten ausschließlich durch Muttermilch ernährt werden, da diese alle lebensnotwendigen Vitamine und Nährstoffe besitzt, welche der Säugling benötigt. Die Muttermilch enthält allerdings nicht den täglichen Bedarf an Vitamin-D, so dass eine präventive Gabe von Vitamin-D-Tabletten bis zum ersten Jahr von Kinderärzten gegeben wird.

Eine besondere Diät gegen einen Vitamin-D Mangel gibt es nicht. Wichtig ist, dem Körper alle wichtigen Nährstoffe in Form von frische Gemüse, Fleisch und Milchprodukten, sowie Fisch zuzuführen. Reichen diese für eine Deckung nicht aus, können zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin-D angereichert, eingenommen werden.


FAQ -Fragen & Antworten

Welche Auswirkung haben Sonnenschutzmittel auf die Bildung von Vitamin-D?
Da Sonnenschutzmittel die Aufgabe verfolgen, die mitunter gefährlichen UV-Strahlen nicht so tief in die Haut eindringen zu lassen, kann so auch die Bildung von Vitamin-D vermindert oder auch blockiert werden.
Trotz dessen ist es, vor allem bei Kindern, besonders wichtig, ausreichend Sonnenschutz zu tragen. Der Aufenthalt im Freien sollte um die Bildung von Vitamin-D entsprechend lange sein.

Kann das Solarium die Sonnenbestrahlung ersetzen?
Für die Bildung von Vitamin-D im Körper ist die Bestrahlung durch UVB-Strahlen erforderlich. Im Solarium werden ausschließlich UVA-Strahlen für die Bräunung verwendet. Aus diesem Grund ist eine Vitamin-D-Bildung durch ein Solarium ausgeschlossen.

Kann ein Vitamin-D-Mangel selbst diagnostiziert und behandelt werden?
Selbst wenn Symptome oder Anzeichen, welche auf einen Vitamin-D-Mangel hinweisen ausreichend auftreten, sollte grundsätzlich immer ein Arzt zur tatsächlichen Diagnose zur Rate gezogen werden. Einen vermuteten Mangel selbst zu behandeln, kann unter Umständen zu einer Vitamin-D-Überdosierung führen und erhebliche Folgen für den Organismus mit sich bringen.

Ist die Messung des Vitamin-D-Werts in der Standard-Blutuntersuchung enthalten?
Im herkömmlichen Blutbild wird der Vitamin-D-Wert in der Regel nicht bestimmt. Sind allerdings Anzeichen eines Mangels vorhanden oder haben Erkrankungen in der Familiengeschichte bestand, dann kann diese Spezialuntersuchung im Labor jederzeit angefordert werden.

Sollen Schwangere zusätzliche Vitamin-D-Präparate zu sich nehmen?
Für Schwangere gibt es spezielle Kombinationspräparate, welche die wichtigsten Nährstoffe und Vitamine enthalten, die der Körper einer werdenden Mutter benötigt. Damit es nicht zur Überdosierung kommt, sollte ein zusätzliches Vitamin-D-Präparat nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

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