Schüßler-Salze 21: Zincum chloratum

Steckbrief Schüßler-Salze 21: Zincum chloratum
 Deutscher Name:
 Chemische Bezeichnung: Zinkchlorid
 Beschaffenheit:
 Typische Potenz: D12
 Vorkommen im Körper: Zellen, Immunsystem
 Einsatzbereich: Immunsystem, Stoffwechsel, Wundheilung


1. Wissenswertes und Wirkung

Neben den von Dr. Schüßler benannten zwölf Basissalzen gibt es die sogenannten Ergänzungssalze, die erst nach seinem Tod ersteren hinzugefügt wurden. Eines dieser Ergänzungssalze ist Zincum chloratum oder Zinkchlorid. Seine Hauptwirkung besteht in der Stärkung des Immunsystems und damit der Vorbeugung von Autoimmunerkrankungen und Allergien. Es bewirkt, dass die im Körper im Lauf des Lebens eingelagerten Schwermetalle ausgeleitet werden können.

Zink gehört zu den Spurenelementen und ist als solches für den Bau der Zellmembranen und deren Stabilisierung verantwortlich. Die Basisaufgabe des Zinkchlorids ist somit die Festigung von Knochen, Knorpeln, Sehnen und Bändern, kurz des gesamten Bewegungssystems. Zudem ist es am Aufbau von Kollagen, einem wichtigen Bestandteil des Bindegewebes, beteiligt.

Weiters schützt Zinkchlorid die Hüllen um die Neuriten (Fortsätze) der Nervenzellen und spielt damit beim Stoffwechsel des Nervensystems eine wichtige Rolle. Durch seine Fähigkeit zur Stabilisierung der Zellmembranen festigt und schützt Zinkchlorid die Schleimhäute und hier vor allem jene des Verdauungstraktes.

In natürlichen Lebensmitteln kommt Zink in Käse, Haferflocken, Nüssen, Rindfleisch, Fisch und Meeresfrüchten vor. Für Vegetarier und Veganer sind die zudem sehr eiweißreichen und damit als Fleischersatz bestens geeigneten Linsen zu erwähnen.

2. Ursachen für Mangel

Im Körper wird Zink vor allem in der Milz und den weißen Blutkörperchen gespeichert. Zwanzig verschiedene Enzyme (proteinartige Katalysatoren von Stoffwechselprozessen) des menschlichen Körpers funktionieren nur bei Vorhandensein von Zink als Baustein. Sind diese Speicher aufgebraucht, kommt es zu Mangelerscheinungen.

Ein Mangel an Zink im Körper kann verschiedene Ursachen haben. In erster Linie kann eine Therapie mit Antibiotika den Zinkhaushalt durcheinander bringen. Auch die Beeinflussung des Körpers durch Gabe von Hormonen – aus welchen Gründen auch immer (Krebsprävention, Unterstützung bei Wechselbeschwerden, Verhütung) – kann den Zinkhaushalt beeinflussen.

Laut Schüßler kommt es zu einem Mangel an Mineralsalzen und Spurenelementen nicht nur aufgrund körperlicher Defizite, sondern auch aufgrund charakterlicher Typologien. So kann durch Einnahme eines Salzes zwar nicht der Charakter eines Menschen geändert, aber doch die negativen Ausprägungen und inneren Blockaden durch das biochemische Ungleichgewicht gemildert werden. Umgekehrt können durch Neutralisierung dieser Blockaden die Salzdepots geschont und ihr Verbrauch verzögert werden. Laut der Schüßler – Lehre besteht zwischen den Depots von Zincum chloratum und zwanghaftem Verhalten, Ängsten und anderen neurotischen Störungen ein gewisser Zusammenhang, das heißt, ein schwindender Speicher begünstigt negative Verhaltenszüge und vice versa.

3. Symptome bei Mangel

 

4. Aspekte der Antlitz-Analyse

Dr. Schüßler verließ nicht nur auf Arzt-Patienten-Gespräche, sondern betrachtete das Gesicht des Patienten und beschrieb für bestimmte Mangelerscheinungen die sogenannten Antlitzmerkmale. Bei einem zu niedrigen Spiegel von Zincum chloratum ist ein heller Streifen um die Lippen sichtbar. Im Bereich des ganzen Körpers zeigt sich ein Zinkmangel durch weiße Flecken auf den Fingernägeln.

5. Persönlichkeitsmerkmale

Die Schüßler-Methode begründet einen verminderten Zinkchlorid-Speicher im menschlichen Körper mit einer besonders unsicheren Persönlichkeit. Menschen, die an wenig Selbstbewusstsein leiden, sich selbst bemitleiden und in die Opferrolle schlüpfen, die ständig an sich und ihren Entscheidungen zweifeln, greifen langfristig ihre Zinkchlorid -Reserven an. Umgekehrt hilft ein gutes und gesundes Selbstvertrauen und Sicherheit, die Zinkchlorid-Reserven zu schonen. Diese Zusammenhänge sind von Therapeuten und Schüßler-Heilpraktikern stets im Auge zu behalten.

6. Anwendungsgebiete

Bei allen oben unter Symptome erwähnten Krankheitsbildern kann der Schüßler-Heilpraktiker nach Rücksprache mit dem Klienten und Antlitz-Analyse Zincum chloratum einsetzen. Weiters wird das Salz bei Unfruchtbarkeit, für das keine körperlichen Ursachen festgestellt werden können, eingesetzt. Ein vorzeitiges Ergrauen der Haare kann herausgezögert und das Wachstum von Haaren und Nägeln kann gefördert werden.
Auch bei chronischen Erkrankungen, bei denen mehr Zink ausgeschieden als eingenommen wird, kann Zincum chloratum eingesetzt werden. Sehr hilfreich ist es als Unterstützung bei Alkoholentzug und für aktive Sportler. Als Begleitmaßnahme bei Diabetes mellitus ist die Einnahme von Zincum chloratum der Besserung sehr förderlich.

Haare, Haut und Nägel werden unterstützt bei:

Auch bei psychischen Problemen unterstützt das Salz:

  • Geräuschempfindlichkeit
  • Restless Legs
  • Schlafstörungen

Zincum chloratum hilft ebenfalls gegen:

 

7. Anwendungshinweise

Wie immer bei der Anwendung von Naturheilmitteln ist festzuhalten, dass bei schweren Erkrankungen wie Epilepsie oder Multipler Sklerose unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden muss, auch wenn Zincum chloratum indiziert ist. Allerdings kann dieses Schüßler-Salz begleitend angewandt werden.


7.a In der Schwangerschaft bzw. zur Erreichung einer solchen
Schüßler-Salz 21 wird gegen Infertilität mit Kinderwunsch eingesetzt. Außerdem kann es gegen Haarausfall in und nach der Schwangerschaft helfen. Aufgrund der stärkenden Wirkung auf Zellmembranen und das Bindegewebe kann es in Cremen und Salben gegen Schwangerschaftsstreifen verwendet werden. Rasche Heilwirkung bei Wunden, die durch Dammschnitt oder Kaiserschnitt verursacht wurden, ist ebenso zu erwarten.


7.b Für Babys und Kinder
Sehr gute Erfolge zeigen sich bei Kindern, deren Wachstum sich nicht im Normbereich befindet. Außerdem hilft es gegen Ängste und Nervosität, die oft mit Erbrechen einhergehen. Auch eine verzögerte sexuelle Entwicklung kann mit Zincum chloratum normalisiert werden.


7.c Passende Salze
Das Schüßler-Salz 21 ist Bestandteil der Antioxidantienmischung nach Schüßler. So zählen neben Zinkchlorid die Schüßler-Salz Nr. 3 (Ferrum phosphoricum), Nr. 6 (Kalium sulfuricum), Nr. 10 (Natrium sulfuricum), Nr. 17 (Manganum sulfuricum), Nr. 19 (Cuprum arsenicosum) und Nr. 26 (Selenium) zu den Antioxidantien, das heißt, dass die eine antioxidative Wirkung besitzen. Dies bedeutet, dass freie Radikale aus der Umwelt (Nahrung, Atemluft, Wohnbereich), die dem Organismus durch oxidativen Stress schaden, unschädlich gemacht werden oder zumindest in ihrer negativen Wirkung abgeschwächt werden.


7.d Dosierung
Die Dosierungshöhe in Tablettenform legt der Naturheilpraktiker fest, denn je nach Schwere der Erkrankung liegt die tägliche Menge zwischen einer und mehreren Tabletten, die der Patient im Mund langsam auflösen soll. Durch Vermeiden von Schlucken kann das Salz bereits über die Mundschleimhaut ohne Passieren des Verdauungstraktes aufgenommen werden. Zincum chloratum soll nicht wie viele andere Schüßler-Salze in heißem Wasser aufgelöst werden. Eine Potenzierung von D12 oder D6 ist üblich.


7.e Einnahme
Zincum chloratum kann innerlich oder äußerlich angewandt werden. Es sollte abends zwischen neun und elf Uhr eingenommen werden. Dies wird begründet durch die Lehre der Organuhr, laut der jedes Organ zu seiner Maximalzeit am aktivsten ist und kurz vorher mit dem entsprechenden Schüßler-Salz stimuliert werden sollte. Bei Zincum chloratum betrifft diese Maximalzeit die Organe Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse und Hypophyse.

Äußerlich wird Zincum chloratum als Creme oder Brei verwendet, wobei Tabletten aufgelöst und angerührt und auf der Haut verteilt werden.


7.f Nebenwirkungen
Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.


7.g Verbesserung und Verschlechterung
Dr. Schüßler formulierte bestimmte Bedingungen, wonach Verbesserungen und Verschlechterungen nach der Einnahme von Schüßler-Salzen eintreten. So findet eine Verbesserung bei Zincum chloratum durch Ruhe statt, eine Verschlechterung während der Menstruation, bei einer Einnahme am frühen Abend, nach dem Essen, bei Berührungen oder bei Genuss von Wein.

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