Paranoia

Steckbrief: Paranoia

  • Name(n): Paranoia; paranoide Persönlichkeitsstörung
  • Art der Krankheit: psychische Erkrankung
  • Verbreitung: weltweit; häufig in Industriestaaten
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1911
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: individuelle Wahnidee beziehungsweise Wahneinfall
  • Wieviele Erkrankte: etwa ein bis zweieinhalb Prozent der Bevölkerung in Deutschland
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Allgemeinmediziner; Psychiater
  • ICD-10 Code(s): paranoide Persönlichkeitsstörung F60.0; Paranoia F22.0; Paranoia querulans F22.8; paranoide Psychose F22.0; paranoide Schizophrenie F20.0; paranoider Zustand F22.0; wahnhafte Störung F22.0

Massiver Einschnitt in die Lebensführung

Menschen, die von einer Paranoia betroffen sind, sieht man dieses Leiden von außen nicht auf den ersten Blick an. Sie tragen eine große psychische Last, von der sie meist nur mit einem enormen Aufwand befreit werden können. Patientinnen und Patienten mit Paranoia werden von ihrem sozialen Umfeld häufig nicht verstanden, weil sie ein recht eigenwilliges Verhalten und Benehmen an den Tag legen.

Diese krankhafte Außergewöhnlichkeit wird von krankhaften Veränderungen des Gehirns geleitet, gegen die nur eine langwierige, einfühlsame professionelle Behandlung hilft. Ohne eine geduldige verständnisvolle Unterstützung durch die Familie, durch Freunde und durch Bekannte schaffen es Paranoiker nicht immer, das Heilungsziel und damit eine normale Lebensqualität zu erreichen.

Definition Paranoia

Der medizinische Begriff Paranoide kennzeichnet eine psychische (Psyche umfasst den Geist und die Seele) Störung, die umgangssprachlich oft ALS Wahn geläufig ist. Dieser Rückschluss resultiert aus den grundlegenden Symptomen der Erkrankung, die sich als Wahnvorstellungen manifestieren.

Wahnvorstellung

Bei einer Wahnvorstellung nehmen die Patienten Sachverhalte an, die nicht realistisch oder wirklich sind. Wahnvorstellungen beinhalten meist eine angenommene Bedrohung von außen. Die Betroffenen leiden unter diesen Wahnideen oder Wahn überzeugen, weil diese ihr Leben bestimmen und behindern.

Das typische Merkmal von Wahnvorstellungen ist, dass die Patienten und Patientinnen trotz aller gegen ihre Wahnidee sprechenden Faktoren und trotz der Nachprüfbarkeit der fehlenden Existenz der objektiven Gegebenheiten fest und unbeirrbar daran glauben.

Wahn

Der medizinische Terminus „Wahn“ spielt in der Psychiatrie sowie in der Psychologie eine zentrale Rolle. Als Wahn wird ein Symptom deklariert, das auf der Basis einer sogenannten inhaltlichen Denkstörung beruht. Menschen mit Paranoia sind nur extrem eingeschränkt in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Sie zeigen zudem eine Vielzahl an sozialen Auffälligkeiten und können unter Umständen für das Allgemeinwohl gefährdend sein.

Die Paranoia kann in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ausprägungen auftreten. Daher ist die Formulierung paranoid oftmals im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten, mit der Schizophrenie und anderen Persönlichkeitsstörungen zu finden.

Was ist Paranoia?

Paranoia ist ein veraltetes Synonym, das vorrangig früher in der Psychiatrie verwendet wurde. In der modernen Medizin hat sich stattdessen der Terminus Paraphrenie eingebürgert.

Systematisierte Wahnvorstellungen wider den Verstand sind deutliche Anzeichen für eine paranoide Störung der Persönlichkeit. Die Umwelt wird verzerrt wahrgenommen. Daraus ergibt sich ein teilweise beängstigendes und anormales Auftreten der Patientinnen und Patienten.

Nicht in jedem Fall ist die Paranoia unentwegt oder durchgängig vorhanden. Es gibt durchaus Momente oder Zeitabschnitte, in denen die Personen ohne Weiteres innerlich geordnet und „normal“ auftreten. Diese Einschätzung ergibt sich insbesondere auf der Beobachtung des Affekts, der Verhaltensweisen und der Sprache.

Affekt

Ein Affekt ist eine zeitweilige Erregung des Gemüts, die kurz auch als heftiger Erregung beschrieben werden kann. Im Unterschied zu einer bestimmten Stimmungslage ist ein Affekt eine eher kurzzeitige, abrupte reaktive (Reaktion ist eine Antwort auf einen äußeren Reiz) Emotion (Gefühl). Affekte sind generell sehr stark.

Personen, die unter Paranoia leiden, assoziieren oder verbinden mit freundlichen Gesten eher feindselige Angriffe. Sie sind äußerst misstrauisch und vermuten stets etwas Schlechtes. Menschen mit einer paranoiden Störung können anderen Personen nicht vertrauen und sehen diese ausnahmslos als Bedrohung an. Sie fühlen sich in den meisten Situationen angegriffen, missverstanden und verachtet.

Eine Paranoia kann eine eigenständige Erkrankung sein oder sie kann neben anderen pathologischen (krankhaft) Erscheinungen auftreten.

In der Praxis wird eine Paranoia häufig in Einheit mit:

  • Paranoider Schizophrenie
  • Eifersuchtswahn, Verfolgungswahn oder Größenwahn
  • paranoidem Syndrom
  • Schizophrenie
  • Tumoren des Gehirns
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Alkoholabusus (Alkoholentzug)
  • Drogenabusus (Drogenentzug)
  • Morbus Alzheimer (Alzheimer Demenz)
  • paranoider Persönlichkeitsstörung

festgestellt.

Werden Personen mit einer möglichen Paranoia durch andere Menschen gekränkt, gedemütigt oder beschämt, kann das ebenfalls mit einer paranoiden Verhaltensweise einhergehen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Patienten mit Paranoia ein exzentrisches, auffallend sonderbares Verhalten an den Tag legen und sehr scharfsinnig, rechthaberisch sowie misstrauisch sind.

Paranoia kommt in unterschiedlichen Varianten vor:

  • Größenwahn
  • Liebeswahn (Erotomanie)
  • Eifersuchtswahn (krankhafte Eifersucht)
  • Verfolgungswahn
  • Hypochondrie (somatischer Wahn)
  • unspezifischer Typus
  • Mischtyp aus allen Paranoiaarten

In der Psychologie hat sich herausgestellt, dass die Paranoia eine eigenständige Krankheit oder ein Anzeichen für eine vorliegende psychische Störung sein kann.

  • Synapse = Verbindungsstelle zwischen zwei Nervenzellen
  • Psychose = psychische Erkrankung mit vorübergehendem Verlust des Bezuges zur Wirklichkeit
  • Hypochonder = gesunde Menschen, die sich ständig einbilden, unter einer Krankheit zu leiden

Welche Ursachen gibt es?

Die eigentlichen Auslöser für paranoide Persönlichkeitsstörungen sind noch nicht vollkommen erforscht. Angenommen wird jedoch, dass Unregelmäßigen des Hirnstoffwechsels kausal bedeutsam sind. Im Vordergrund steht hierbei der Neurotransmitter Dopamin, ein chemischer Botenstoff, der für die Übertragung von Impulsen von einer Synapse auf die andere zuständig ist. Kommt es durch bestimmte Kriterien zu einer seelischen Überbelastung, kann eine Paranoia schnell zum Ausdruck kommen.

Wichtig sind daher folgende Ursachen:

  • Drogenkonsum (hauptsächlich Cannabis und LSD)
  • genetische Vorbelastung (noch nicht eindeutig nachgewiesen)
  • veränderte Wahrnehmung der Umwelt
  • Mangel an Schlaf
  • Temperament
  • Neigung zu aggressivem Verhalten
  • Reizarmut
  • ängstlicher Charakter
  • belastende Kindheitserlebnisse (fehlende elterliche Zuwendung, Liebesmangel, Zurückweisung, Vernachlässigung)
  • Depressionen
  • Medikamente
  • Infektionskrankheiten wie Borreliose
  • Infektion mit Herpes simplex Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milcheiweiß)
  • prä- oder postnatale Hypoxie bei Ungeborenen (mangelhafte Versorgung des Körpers mit Sauerstoff vor oder nach der Geburt)
  • Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten)
  • Missbrauch von Alkohol
  • Prüfungen, Sorgen im Alltag
  • Veränderungen der Lebenssituation
  • bipolare Psychosen
  • schizoaffektive Psychosen
  • schizophrene Psychosen
  • Konflikte mit anderen Personen

Eine Paranoia stellt für die Betroffenen einen Schutz dar. Durch eine Verlagerung des Stoffwechselgleichgewichtes im Gehirn bildet sich eine Verzerrung der Realität heraus. Die auslösenden Faktoren für diese Prozesse sind unterschiedlich gelagert. Die medizinische Forschung hat gezeigt, dass sich vor allen Dingen vorgeburtliche (pränatal) und während der Geburt (perinatal) stattgefundene Schädigungen des Gehirns in Kombination mit erblichen Aspekten negativ auf normale neuro-biologische Vorgänge auswirken.

Als Resultat entwickeln sich feine Neuordnungen der neuronalen Konstruktion einschließlich funktioneller Abweichungen der Botenstoffsysteme. Psychiatrische Untersuchungen haben zudem erbracht, dass bei einem Paranoiker eine Störung eines Teilbereiches der Kognition vorliegt. Die Kognition ist die Fähigkeit, unter Einfluss des Denkvermögens zu einer Erkenntnis zu gelangen.

Die Betroffenen können sich die unangenehmen Gefühle in verschiedenen prekären Lebenssituationen nicht erklären. Sie bauen sich ein eigenes Schutzsystem, indem sie in einen Wahn flüchten.

Paranoia hat nicht nur einen ursächlichen Auslöser. In jedem Falle fließen mehrere Einflussfaktoren in die Ausbildung einer Paranoia ein. Außerdem liegen diverse Risiken vor, die einen Paranoiker dazu treiben, zu einem Wissen zu gelangen, dass ohne einen Bezug zu einem wirklich existierenden Objekt ist. Menschen mit einer Paranoia haben dementsprechend eine Behinderung, die Realität objektiv wahrzunehmen.

Symptome und Anzeichen von Paranoia

Die Anzeichen einer Paranoia sind nicht immer so eindeutig, dass die Umgebung oder die behandelnden Ärzten gleich eine feste Diagnose stellen können. Im Kern zeigen die Betroffenen Abweichungen von ihrem sonst „normalen“, von anderen Menschen gewohnten Auftreten. Dazu kommt, dass sich Patienten mit Paranoia gern zurückziehen und gern mit sich allein sind.

Durch das über alle Maßen übertriebene Zweifeln an anderen und das stark ausgeprägte Misstrauen werden Paranoiker gern von ihren Kollegen, Freunden und Bekannten gemieden, denn sie sind nicht allzu leicht zu ertragen. Kennzeichnend für Patienten und Patientinnen mit einer Paranoia sind exzentrische Verhaltensweisen, die gern als sonderbar und eigenartig empfunden werden. Paranoiker fühlen sich unverstanden, obwohl das nicht der Fall ist.

Paranoide sind ständig damit beschäftigt, zu ergründen, was hinter den Gesten, der Mimik und den Worten anderer Menschen steckt. Durch das verzerrte Verständnis der Umwelt setzen sie beharrlich ihre Ansichten durch und streiten sich dabei ohne Unterlass. Dabei gehen sie jederzeit davon aus, dass ihnen nahe stehende Familienmitglieder und Verwandte sowie Arbeitskollegen, Mitarbeitern in Ämtern und Nachbarn Böses antun wollen. Das gipfelt im sogenannten Verfolgungswahn.

Auf das Erscheinungsbild von Paranoikern treffen folgende Beschwerdebilder zu:

  • Argwohn und anhaltende Verdächtigungen
  • Annahme der Täuschung und der Schädigung durch andere
  • Zweifel an der Loyalität und der Vertrauenswürdigkeit ihrer Mitmenschen
  • Annahme einer böswilligen Gesinnung
  • Kränkungen, Kritik und andere Meinungen werden nicht vertragen
  • fühlen sich ihrer Umwelt schutzlos ausgesetzt
  • Ergreifung von Maßnahmen zum Selbstschutz
  • Interpretation von harmlosen Ereignissen oder Bemerkungen als Drohung oder Abwertung der eigenen Person
  • Paranoiker sind äußerst nachtragende Patienten.
  • sehen sich permanent Angriffen ausgesetzt
  • trauen Niemandem
  • starke Eifersucht
  • setzen bei Partnerschaften und in der Ehe Untreue voraus
  • fühlen sich verraten

Paranoiker sind ihrem Gegenüber stets feindselig und böswillig eingestellt. Sowohl die betroffenen Männer als auch erkrankten Frauen tragen in sich eine enorme Wut und Enttäuschung, die sie auf ihre Umwelt projizieren. Sie sind nicht sozial eingestellt und leben in ihrer eigenen Welt. Dann kommen sie ein wenig zur Ruhe, denn immer wiederkehrende zwischenmenschliche Konfliktsituationen zermürben die Betroffenen.

Paranoiker gelten als rechthaberisch, stur und eigenbrötlerisch. Sie werden zunehmend von anderen Personen gemieden und sind nicht selten die Opfer von Mobbing, Spott und Abwertung. Vor allen Dingen medizinische Laien und nicht ausreichend aufgeklärte Menschen reagieren auf diese Weise. Die Beschwerden von Paranoikern verstärken sich zusätzlich durch die Unfähigkeit, zwischenmenschliche Beziehung auf einer gewissen Vertrauensbasis aufzubauen und diese zu erhalten.

Paranoide Menschen sind überkorrekt und kleinlich. Sie erscheinen intolerant und voreingenommen und kehren freundliche, neutrale Haltungen in eine Feindseligkeit oder Verächtlichkeit ihrer Person gegenüber um.

Auffällig sind zudem:

  • Querulantentum
  • Fanatismus
  • Selbsterhöhung und übersteigerte Selbstliebe
  • übertriebenes Selbstwertgefühl
  • Wahnvorstellungen durch paranoide Schizophrenie
  • Störungen des Antriebs
  • hochgradige Schwankungen der Stimmungslage
  • Sprachstörungen
  • kämpfen ständig auch im Privatleben um eine Vorherrschaft
  • realitätsferne Einbildungen

Querulantentum

Von medizinisch nicht geschulten Personen und von der Allgemeinheit werden Querulanten gern als Streithammel oder Querköpfe bezeichnet. Ihnen wird oftmals der gesunde Menschenverstand in Abrede gestellt. Das Querulantentum kann durch eine paranoide Persönlichkeitsstörung oder eine Paranoia entstehen und gleichzeitig Ausdruck dafür sein. Querulanten fühlen sich stets ungerecht behandelt und nehmen sogar mit ihnen überlegenen „Gegnern“ teilweise ohne Sinn und Zweck den Kampf auf.

Querulanten oder Beschwerende sind andauernd der wahnhaften Annahme, dass sie im recht sind, obwohl alle Gründe dagegensprechen. Die Paranoiker treten kränkbar, bockig und nörgelsüchtig auf. Dahinter stecken jedoch meist empfindsame und nette Persönlichkeiten, die immer mit den vorliegenden Verhältnissen uneins und unzufrieden sind.

Querulanten bestehen beharrlich und voller Groll auf ihren nicht unbedingt angemessenen Rechten. Sie versuchen, diese mit allen möglichen Mitteln durchzusetzen. Erlebtes wird dabei verdreht und reale Tatsachen ausgeblendet.

Fanatismus

In der psychosozialen Medizin und in der Historie ist Fanatismus hinlänglich bekannt. Der Hang zum Extremen wird teilweise in der Gesellschaft akzeptiert, weil es durchaus positive Aspekte gibt. Fanatismus stellt sich als Besessenheit von einem Einfall, einer Überzeugung oder einem Wunsch dar, der sich verschiedenen Denkweisen und Handlungen ausdrückt.

aus psychiatrischer Sicht kommt es bei fanatischen Personen zu einer übersteigerten Idealisierung partieller Lebensstrukturen. Im Kern werden diese Teilbereiche auf der Gefühlsebene exzessiv bewertet. Als Ergebnis entsteht ein Ungleichgewicht in der wirklichkeitsnahen Selbstregulation mit einer einseitigen Lebensweise. Fanatiker haben große Probleme, mit Bezugspersonen und dem sozialen Umfeld. Störungen mit klinisch-psychologischer Bedeutung sind Autoritätsstreben, Humorlosigkeit und Intoleranz.

Die Selbstregulation ist ein Prozess, der sowohl bewusst als auch unbewusst ablaufende psychische Abläufe beinhaltet. Die Selbstregulation ist für die Steuerung von Handlungen und Impulsen sowie von Fähigkeiten wie der Aufmerksam und dem Denken. Die Selbstregulation beeinflusst ebenfalls die Gefühle (Emotion).

Eine Emotion ist eine sogenannte Gemütsbewegung. Gefühle, die vor allen Dingen im Affekt zum tragen kommen, sind Freude, Trauer, Eifersucht, Mitleid und Angst. Auch Ärger, Wut, Liebe und Ironie sind Gefühle.

In der Psychiatrie werden die Symptome einer Paranoia in milde und in starke Beschwerden eingeteilt. Diese Ausprägungsgrade reichen ausgehend von einer paranoiden Neigung oder paranoide Akzente eines Charakters bis hin zu einer ernsthaften psychotischen Erkrankung.
Positiv bleibt bei Paranoikern, dass sie ihre Denkfähigkeiten nicht verlieren.

Eine Ausnahme bildet dabei die Verzerrung der Wahrnehmung der Wirklichkeit. Ansonsten können Paranoiker durchaus klar und strukturiert denken und ihren Willen sowie ihre Handlungen selbstbestimmt gestalten.

Bei der Wahnerkrankung wird die Realität einer falschen Beurteilung unterzogen. Die Paranoikern verspüren keinen Drang, ihre Überzeugungen zu berichtigen, denn ihre Vorstellungen sich nicht anfechtbar und unerschütterlich. Auf dieser Basis verlieren die Erkrankten aber nicht ihr Vermögen, die Umwelt folgerichtig einzuschätzen und zu beurteilen.

Eine Paranoia zieht im Rahmen des Wahnerlebens variierende Begleiterscheinungen nach sich:

  • Wahnstimmung mit Argwohn, Angst und Misstrauen sowie mit Zuversicht oder Erleichterung
  • Depressionen
  • Wahneinfall mit abrupten Wahnüberzeugungen in Form von wahnhaften Eingebungen oder Erleuchtungen
  • Wahngedanken mit wahnhafter Grübelei und Erklärungen
  • Wahnwahrnehmung mit pathologischer Bedeutung versehene, alltägliche Ereignisse
  • Wahnarbeit mit weiteren intellektuellen Vorgängen wie Beweis, Herleitung, Begründung, Gestaltung beziehungsweise Bearbeitung
  • Wahnerinnerung mit rückwirkender wahnhafter Umdeutung von vergangenem Geschehen
  • Wahnsystem mit einer Konstruktion eines kompletten Wahnsystems
  • Wahndynamik mit innerliche Leere und/oder hochgradigen Gemütswallungen

Die Wahnkranke sind in ihrer Wahnwirklichkeit eingeschlossen, sodass er überwiegend davon dominiert wird. Diese eigene Wahnrealität empfinden die Patienten als hilfreich und als entlastend, sodass sie aus dieser Situation gar nicht entkommen wollen. Hilfe von außen wird häufig abgelehnt, weil die Einsicht und die Erkenntnis fehlt.
Die schwerste Verlaufsform der Paranoia ist die paranoide Schizophrenie. Menschen mit Paranoia gelten in diesem Moment als unzurechnungsfähig

Diagnose und Krankheitsverlauf

Die Diagnostik von Paranoia obliegt umfangreich geschulten und möglichst erfahrenen Psychiatern. Bemerken die Betroffenen von selbst, dass mit ihnen etwas nicht in Ordnung ist, kann es unter Umständen passieren, dass sie von sich aus zum Arzt gehen. Die Mehrheit der Patienten kommt jedoch nur in Ausnahmen zum Facharzt, weil sie mehr oder weniger von ihrem familiären Umkreis oder anderen Bezugspersonen dazu gedrängt werden. Sie selbst empfinden keinen Leidensdruck.

Paranoia sind fehlgeschlagene Versuche, eine Erklärung für nicht eindeutig zuordenbare, unverständliche Erfahrungen zu finden.

Bevor es zu einer Arztkonsultation kommt, sind die die Beschwerden meist über einen langen Zeitraum sichtbar. Die Psychiater müssen zur Erkennung der Krankheit und zur Abgrenzung gegenüber ähnlichen psychischen Erkrankungen eine eingehende Differentialdiagnostik in Angriff nehmen.
Diese beginnt mit einen Gespräch unter vier Augen. Bei der Erstuntersuchung wird hauptsächlich über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) berichtet. Diese kann für den Arzt äußerst aufschlussreich sein.

Eine körperliche Untersuchung ist geeignet, um mögliche organische Auslöser wie Hirntumore festzustellen. Eine beim Arzt durchgeführte Ausschlussdiagnostik hat den Zweck, weitere Psychische Erkrankungen wie eine Depression, eine organisch bedingte Psychose oder eine andere psychische Störung von vorn herein auszuschließen.

Gängig sind dabei verschiedene fortschrittliche bildgebende Darstellungen des Gehirn. Mit einem Elektroenzephalogramm, einer Magnetresonanztomografie oder einer Computertomografie sind eindeutige Beurteilungen möglich.

Zahlreiche körperliche Krankheiten können mit ähnlichen Beschwerden wie einer Paranoia vergesellschaftet sein.

Das sind beispielsweise:

  • Trauamata (Verletzungen) durch Stürze oder Schläge
  • Entzündungen
  • Infektionskrankheiten
  • hoher Blutverlust (beispielsweise nicht erkannte innere Blutungen)
  • Vergiftungen (Intoxikation)
  • Erkrankungen des Stoffwechselsystems
  • Störungen der Durchblutung
  • Epilepsie
  • unerträglich hohes Stresslevel (Vulnerabilitäts-Modell)
  • hohes Fieber
  • Demenz mit Abbauprozessen im Gehirn

Des Weiteren muss eine klare Abgrenzung zwischen Depression und Paranoia erfolgen. Ein Psychiater gewährleistet diese Differenzialdiagnostik durch den Vergleich der Symptome. Bei einer Depression sind die für einen Verfolgungswahn charakteristischen Krankheitsmerkmale nicht zu beobachten.

Der Arzt achtet hierbei hauptsächlich auf das Bestehen folgender Auffälligkeiten über einem Mindestzeitraum von einem Monat:

  • kulturell und sozial unangemessene, bizarre Wahnvorstellungen
  • akustische Halluzinationen
  • andere Sinnestäuschungen
  • Katatonie
  • formale Denkstörungen
  • Ich-Störungen

Dann leidet der Patient unter einer Paranoia, denn für eine Depression sind diese Beschwerden nicht typisch.

Der Verlauf einer Paranoia kann durch überraschend auftretende oder durch schleichende Symptome bestimmt sein. Bis es zur schweren Paranoia kommt, durchlaufen die Betroffenen zunächst eine Periode, in denen der Verfolgungswahn und eventuelle Halluzinationen nur kurz und noch nicht so oft auftreten. Erst im weiteren Fortschreiten der Erkrankung sind diese speziellen Symptome immer häufiger und länger zu bemerken. Die Patienten nehmen ihre charakterlichen Veränderungen gar nicht wahr. Sie haben Probleme, sich selbst zu reflektieren.

Ihren Höhepunkt kann Paranoia in einer Selbstmordgefährdung finden. Im Krankheitsverlauf treten zudem nicht alle Beschwerden auf. Praktisch fallen bereits vorherige Merkmale der Person weg, indem diese durch neue verdrängt werden. So drückt sich beispielsweise der Verlust des Antriebs bei zuvor sehr fleißigen, strebsamen Menschen in einer mangelhaften Körperpflege und einer Verarmung der sprachlichen Bandbreite aus.

Paranoide Persönlichkeiten vollziehen einen Rückzug und vollziehen alle körperlichen Bewegungen langsam und verzögert. Auch die Leistungsfähigkeit geht partiell verloren.

Die Paranoiker gelten als überaus kreative Zeitgenossen, die eigentlich sehr sensibel sind. In dem meisten Fällen beginnt eine Paranoia in dem Zeitraum zwischen dem 17. und dem 40. Lebensalter. Der schubweise Krankheitsverlauf kann eine einmalige Episode bedingen. Andererseits sagen statistische Erhebungen aus, dass es meist nicht dabei bleibt. Individuell können keine Störungen, wenige konstant bleibende Störungen sowie kontinuierlich ansteigende Störungen auftreten.

Häufigkeit und Diagnosedaten

Insgesamt wird geschätzt, dass ungefähr acht Millionen Deutsche an einer psychischen Störung erkrankt sind. Etwa drei bis sechs Prozent davon leidet unter einer Paranoia. Angenommen wird, dass die Ziffer noch höher ist, denn nicht alle Betroffenen unterziehen sich einer Behandlung. Sie werden daher auch nicht statistisch erfasst. An Paranoia erkranken sowohl die Frauen als auch die Männer. Bei ungefähr 70 Prozent aller Betroffen wurde eine Genesung und einer Verringerung der Rückfallquote durch eine entsprechende Therapie erreicht. Die Sterberate durch Suizid liegt zwischen etwa fünf und acht Prozent.

Das breite Spektrum an therapeutischen Maßnahmen wie eine psychosoziale und eine medikamentöse Unterstützung bringt bei etwa 80 Prozent der Patientinnen und Patienten die Krankheitsbeschwerden zum Nachlassen. Mindestens einmal im Leben erkranken in Deutschland etwa 850.000 Einwohner an einer Paranoia. 22 Prozent davon durchlaufen nur eine Episode.

Neueste Studien weisen aus, dass ungefähr 0,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung an einer paranoiden Persönlichkeitsstörung erkrankt sind. Knapp 1.500 Männer mussten sich stationär behandeln lassen. Die durchschnittliche Verweilzeit in einer Klinik ist seit 2000 von 30 auf 21 Tage gesunken.

Im Jahr 2011 verzeichneten die Rententräger eine Zunahme an 32.640 Männern 40.630 Frauen, die eine psychische Erkrankung der Diagnosegruppe ICD-10 haben. Nach einer Statistik von Amtsärzten wurde bei mehr als 26 Prozent von insgesamt 400.000 Begutachteten Patienten als Erstdiagnose eine Paranoia und andere psychische Störungen festgestellt.
Prinzipiell ist davon auszugehen, dass der Anteil an Menschen mit psychischen Erkrankungen wächst.

Mit dem fortschreitenden Alterungsprozess des Menschen sind Erkrankungen mit einem wahnhaften Erleben diagnostisch äußerst relevant. Rund 45 Prozent der Demenzerkrankten und etwa 35 Prozent der depressiven älteren Menschen weisen Wahnstörungen auf. Diese werden ebenfalls durch Substanzmissbrauch und Alkoholentzug provoziert.

Komplikationen bei der Krankheit

Die Komplikationen, die au Wahnvorstellungen herrühren können, sind vielgestaltig und komplex. Sie betreffen die Erkrankten und die Menschen, die um sie herum sind. Besonders kritisch ist die Chronifizierung von Wahnvorstellungen, die der Person dauerhaft ihren Überblick über die Wirklichkeit nimmt.

Die Paranoia ist zudem äußerst bedrohlich für die Familienmitglieder und die Ehepartner, die Arbeitskollegen und die Freunde sowie für die ganze Öffentlichkeit. Dazu kommt es, wenn die Paranoiker entweder einen Größenwahn entwickeln, fanatisch werden oder Aggressionen ausprägen.

Wahnvorstellungen oder Paranoia können in einen ärztlichen Notfall ausarten. Wahnvorstellungen sind daher nicht zu unterschätzen, denn zum Selbstschutz der Patienten müssen diese oftmals in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Sie befinden sich in einer geschlossenen Station, wo sie rund um die Uhr kontrolliert werden können. Paranoide Denkstörungen und die paranoide Schizophrenie laufen in Schüben ab, wobei jede einzelne Episode zuvor nicht abzuschätzen ist.

Dasselbe trifft auf die Einschätzung der Wahnvorstellungen von außen zu, weil diese immer von den Lebenssituationen und von der sozialen Atmosphäre abhängen. Die Patienten können aus heiterem Himmeln sogar unberechenbar und gewalttätig werden oder eine solche Tat langfristig planen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Paranoia sind pathologische Erscheinungen, deren Behandlung unbedingt in die Hände eines Facharztes gehört. Mit der Therapie sollte nicht zu lange gewartet werden, damit die Aussicht auf Genesung nicht möglichst hoch ist. Von einer Eigentherapie ist dringend abzuraten. Sie verschleppt die Erkrankung, dessen Träger im schlechtesten Falle zu einer Gefahr für das Allgemeinwohl werden kann.

Ist die Annahme gerechtfertigt, dass eine paranoide Persönlichkeit feindselig in das Leben anderer Menschen eingreifen will, dann müssen die Anzeichen dafür ernst genommen werden. Eine Konsultation beim Arzt ist zu diesem Zeitpunkt unumgänglich. Sollten paranoide Persönlichkeiten unter einer Therapie zeigen, dass sie ihre Medikamente nicht mehr einnehmen, ist ein gleichfalls eine medizinische Maßnahme erforderlich.

Rühren die Wahnvorstellungen oder Halluzinationen von einem Mangel an Schlaf her, dann ist es nicht notwendig, zum Arzt zu gehen.

Gründe einen Psychiater aufzusuchen sind:

  • Wahnvorstellungen durch Medikamente
  • Wahnvorstellungen durch Drogen oder Alkohol
  • Wahnvorstellungen in Kombination mit einer Weitstellung der Pupillen
  • Wahnvorstellung in Verbindung mit einer Schizophrenie
  • quälende Paranoia durch Vorerkrankung
  • Paranoia bei Alkoholentzug (Delirium tremens), Unterkühlung (Hypothermie), Schlaganfall (Appoplex) oder durch eine akute organische Psychose

Behandlungsmethoden und Therapie

Die Behandlung einer Paranoia setzt ein, wenn sich die ersten akuten Schübe äußern und sowohl die Patienten als auch das soziale Umfeld herausfindet, dass irgend etwas nicht stimmt. Leider müssen die Ärzte immer wieder konstatieren, dass dieser Zeitpunkt viel zu spät ist.

Eine fachlich versierte Therapie könnte weitaus mehr bewegen, wenn die Patienten früher um Rat bitten würden. kann Paranoiker werden teilweise zufällig erkannt, wenn es nötig ist, diese notärztlich zu versorgen und eine Zwangseinweisung in eine Klinik vorzunehmen. Eine Therapie einer Paranoia richtet sich nach den individuellen Ursachen und den Beschwerden, sodass die individuellen Zielstellung meist erreicht werden.

Die Therapiekonzepte, die sich im Laufe der Jahre immer wieder bewährt haben, basieren auf einer medikamentösen Behandlungsweise und auf einer nicht-medikamentösen Behandlung.
Im Mittelpunkt der Arzneimittelabgabe stehen die Neuroleptika, die durch Beruhigungsmittel sowie durch verschiedene symptomatisch wirkende Arzneistoffe ergänzt werden.

Behandlungsrelevant sind ebenfalls antimanische Arzneimittel und Antidepressiva Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es Paranoia gibt, die nicht auf eine Therapie ansprechen.

Neuroleptika und Antipsychotika

Kaum eine Medikamentengruppe ist so effektiv gegen Paranoia einsetzbar, die Neuroleptika. Verordnet werden diese Pharmazeutika sowohl während eines stationären Aufenthaltes als auch bei einer ambulanten Therapie.

Neuroleptika werden als:

  • atypische Neuroleptika
  • typische Neuroleptika

verordnet.
Die typischen Neuroleptika stammen vielfach noch von früheren pharmakologischen Entwicklungen ab. Sie haben starke Nebenwirkungen und sind meist durch eine hohe Unverträglichkeit gekennzeichnet.

Fortschrittlichere, in den Nebenwirkungen reduzierte Neuroleptika der neuen Generation lassen sich gut in den Alltag einbauen. Ein zusätzlicher Vorteil ist deren beeindruckende Bandbreite. Das heißt, die atypischen Neuroleptika sind ideal für Langzeitbehandlungen und für die Therapie von plötzlichen schubweisen Episoden. Vor allen die Langzeitbehandlung ist wichtig, um Rezidiven entgegenzuwirken.

Langzeit-Neuroleptika gibt es als Injektionen und als Tabletten. Die Pharmaindustrie stellt diese Erzeugnisse ebenfalls als Tropfen, als Sirup und als Dragees her. Manche Erkrankte verabscheuen die tägliche Einnahme dieser Darreichungsformen. Sie ziehen eine Injektion vor.

Verwendet werden dazu Langzeitneuroleptika mit einem Depoteffekt. Dabei genügt es, wenn der Arzt etwa monatlich eine Spritze verabreicht. Dieser Wirkstoffvorrat wird im Körper langsam abgebaut. Das hat zwei Vorzüge. Einerseits bleibt der Spiegel des Neuroleptikums um Blut immer gleich. Andererseits entfällt die tägliche Einnahme.

Die Schwierigkeit bei Neuroleptika ist es, die richtige Dosierung zu finden, denn im Gegensatz zu einer oralen Applikation sind bei Depots keine zeitnahen Änderungen realisierbar. Beachtet werden muss zudem, ob die Nebenwirkungen nicht so verheerend sind, dass der Patient seinen Alltag nicht bewältigen kann.

Rein die Medikamente sind jedoch nur ein Standbein der Behandlung. Erfolgreicher und nachhaltiger ist eine Behandlung, wenn Paranoiker begleitend eine Psychotherapie, eine Psychoedukation und eine Soziotherapie durchlaufen. Des Weiteren kann bei einer vorliegenden Widerstandsfähigkeit gegen diese Behandlungsformen eine Elektroschocktherapie geplant werden.

Benzodiazepine oder Beruhigungsmittel

Um den Zustand während eines akuten Schubes etwa zu lindern, verordnen die Psychiater ergänzend zu den Neuroleptika und Antipsychotika die Tranquilizer oder Beruhigungsmittel. Die Betroffen schlafen besser und werden in ihrer Unruhe gedämpft. Ein Nachteil der Beruhigungsmittel ist deren Suchtfaktor, sodass die Einnahme zeitlich beschränkt ist. Bei rein pflanzlichen Mitteln ist das nicht der Fall.

Paranoiker leiden unter einer Gefühlsverarmung und unter einer Verlangsamung der Motorik, sodass der Einsatz von synthetisch erzeugten Beruhigungsmitteln sorgfältig überdacht werden muss, um keine Apathie (Teilnahmslosigkeit) hervorzurufen.

Psychotherapie

Die psychotherapeutischen Ansätze gegen Paranoia differenzieren. Das muss sein, damit auf alle persönlichen Gegebenheiten Bezug genommen werden kann. Gegenwärtig sind fast alle Behandlungskonzepte maßgeschneidert, was natürlichen deren Wirkungseffekt enorm erhöht. Die Psychotherapie bei einer sicher diagnostizierten Paranoia zielt auf einen Abbau der Feindseligkeiten und des Misstrauens ab. Unter dieser Voraussetzung erfahren die Patienten eine soziale Befähigung.

In einer Psychotherapie sind Verhaltensanalysen und Rollenspiele sowie Gruppen- und Einzelgespräche inbegriffen. Gelingen kann das Therapievorhaben aber nur dann, wenn der Patient ein vertrauensvolles Verhältnis zum Psychotherapeuten hat. Nur so können sie sich öffnen. Das ist für diese Persönlichkeiten eine enorme Herausforderung, deren Bewältigung die viel Zeit braucht.

Soziotherapie

Bei einer Soziotherapie geht es darum, Menschen mit schwerwiegenden psychischen Auffälligkeiten die selbstständige Aufnahme von Betreuungsangeboten und Behandlungen ermöglichen. Im Unterschied zu einer klassischen Therapie steht hierbei der begleitende Aspekt im Zentrum.

Die Aufgabe der Soziotherapie ist die Abstimmung der medizinisch-therapeutischen Versorgung für psychisch Kranke. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Patienten und Medizinern und zwischen staatlichen sozialen Unterstützungssystemen.

Das Ziel der Soziotherapie ist es unter anderem, Menschen mit einer Paranoia psychosozial zu stärken und Alltagskompetenzen aufzubauen. Außerdem sollen Paranoiker lernen, eine bessere Einsicht in ihre Erkrankung zu entwickeln und sie sollen Zugang zu den unterschiedlichsten Leistungsanbietern erhalten. Die Inhalte einer Soziotherapie sind vielschichtig. Eingeschlossen sind beispielsweise Hilfen im Haushalt, im Beruf und in der sozialen Situation sowie Anleitungen zur Verbesserung der Belastbarkeit.

Psychoedukation

Eine Psychoedukation ist für die Patienten und für deren Angehörige da. Sie dient dazu, komplizierte medizinische und wissenschaftlich Fachthemen sowie Hintergründe so aufzuarbeiten, dass sie für die Erkrankten verständlich und nachvollziehbar sind. Es geht dabei um das Verstehen der Erkrankung und der damit einhergehenden Behandlungen.

Mittels Psychoedukation in Einzelgesprächen oder in einer Gruppenveranstaltung verlieren die Patienten ihre medizinische Unwissenheit und damit gleichzeitig viele Ängste.
Bei der Psychoedukation werden die Paranoiker aufgeklärt, informiert und beraten. Sie können mit anderen Patienten in Erfahrungsaustausch treten und werden somit zu Experten für ihren eigenen Zustand.

Elektroschockbehandlung

Eine Elektrischocktherapie kann bei Paranoikern mit Wahnvorstellungen und schizophrenen Störungen ein Mittel der Wahl sein. Konkrete Indikationen liegen dann vor, wenn die Patientinnen und Patienten nicht auf eine konservative Behandlung ansprechen. Die Elektrokonvulsionstherapie-Therapie ist daher sehr schwerwiegenden psychischen Störungen vorbehalten.

Dieser Eingriff bedarf keine Operation. Er erfolgt in einer kurzen Vollnarkose, sodass die Betroffenen davon nichts spüren. In diesem Zustand werden kontrolliert elektrische Stromstöße oder Stromimpulse durch den Körper geleitet. Dieser Vorgang hält nur wenige Sekunden an. Diese Reize lösen eine Erregung der Muskelzellen aus, die sich auf der Grundlage der natürlichen Muskelrelaxation als epileptischen Anfall darstellt. Dieser Prozess wird über etwa eine halbe Minute aufrecht erhalten.

Die Elektrokrampftherapie, die in der Regel etwa acht bis zwölf Sitzungen in Anspruch nimmt, hat heute ihren Schrecken verloren. Strenge Sicherheitsvorkehrungen, rechtliche Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Sicherung der Qualität tragen dazu bei, dass die Elektroschocktherapie bislang als moderne Behandlungsmethode anerkannt ist.

Gezielt eingeleitete elektrische Stromstöße bewirken eine vermehrte Ausschüttung an Neurotransmittern und eine Regeneration von nervalen Abläufen im Zentralen Nervensystem. Elektrisch ausgelöste Entladungen, die im Zentralen Nervensystem vor sich gehen, verändern krankhafte Prozesse in den zerebralen (im Gehirn ablaufend) Transmittersystemen.

Die Wirkung von Neuroleptika

Arzneimittel wie Neuroleptika werden als schwache, mittelstarke, starke und sehr starke Medikamentengruppen klassifiziert.

  • schwache oder trizyklische Neuroleptika sind bedeutungsvoll als sedierende (beruhigende) und angstlösende Wirkstoffe.
  • mittelstarke Neuroleptika sind eine Verbindung aus beruhigenden und psychomotorisch dämpfenden schwachen Neuroleptika und antipsychotisch wirkenden starken Neuroleptika
  • starke Antipsychotika (gegen einen Realitätsverlust gerichtet)

Typisch für ein Neuroleptikum ist die Langzeiteinnahme. Nach ungefähr zwei Wochen baut der Organismus einen Spiegel beziehungsweise eine ausreichende Konzentration des Wirkstoffs im Körper auf, der wunschgemäß belastende Symptome einer Paranoia hemmt. Ein antipsychotisch und anti-halluzinatorisch wirkendes Neuroleptikum dezimiert die Stärke der eigenen Körperwahrnehmungen, Emotionen und Gedanken.

Positivsymptome wie Halluzinationen und Wahnsymptome kommen durch eine Erhöhung der Dopaminkonzentration veranlasst. Antagonistische Neuroleptika schwächen die Funktionstüchtigkeit von postsynaptischen (nach den Synapsen) D2-Rezeptoren, sodass kein Dopamin auf den mesolimbischen Bahnen mehr übertragen werden kann. Paranoia und Wahnzustände nehmen infolge dessen ab.

Dopaminrezeptoren sind Empfängerstellen auf der Oberfläche von Nervenzellen. Postsynaptisch heißt, dass die Dopaminrezeptoren nach dem synaptischen Spalt, also erst beim Empfänger des Erregungssignals zu finden sind. Das Gegenteil dazu ist präsynaptisch beziehungsweise vor dem Synaptischen Spalt.

Die Synapse ist ein Kontaktelement, das für die Weiterleitung von Erregungen von einer Nervenzelle zur nächsten verantwortlich ist. Dem mesolimbischen System im Gehirn obliegt die Dopaminausschüttung (paranoid-halluzinatorische Schizophrenie). Psychische Medikamente wie Neurotransmitter regulieren das dopaminerge System sowie andere Notenstoffe und Neuromodulatoren wie Glutaminsäure.

Neuroleptika durchbrechen eine Überforderung und eine Überlastung der Patienten, sodass diese eine partielle Abschirmung von der Außenwelt erfahren. Eine positive Eigenschaft der Neuroleptika ist, dass keine Sucht entstehen kann. Der Einfluss von Neuroleptika auf eine Paranoia ist vor allen Dingen an zentrale Dopamin-Rezeptoren gebunden. Diese werden blockiert, sodass das Überangebot an Dopamin, einem Neurotransmitter, abgebaut werden kann.

Entgegen jeder Annahme kann eine Paranoia nicht durch eine Selbsttherapie geheilt werden.

Vorbeugung – Impfung und Prävention

Eine Prophylaxe gegen eine Paranoia ist heikel, zumal die Aussichten auf Erfolg relativ gering sind. Bedeutsame Schritte, die einen Rückfall und eine Verschlimmerung der Symptome mit sich bringen, sind die disziplinierte Einnahme der Arzneimittel, ein termingerechtes Aufsuchen der Therapie und der Arztsprechstunden sowie eine soziale Betreuung.

Das Umfeld, in denen Paranoiker leben, sollte funktionieren und stabil sein.

Menschen mit Paranoia brauchen unbedingt einen strukturierten Tagesablauf mit gewohnten Abläufen und wenig Stress. Vermieden werden müssen Unregelmäßigkeiten und Belastungen. Darüber hinaus kommt es darauf an, dass die Betroffenen angemessen beschäftigt sind und keinen Konsum von Drogen oder Alkohol pflegen.

Insbesondere Halluzinogene sind in diesem Rahmen bedenklich, weil diese Sinnestäuschungen erzeugen. Zusätzlich helfen Entspannungstechniken, wenn die Patienten dazu motiviert sind.

Feste Bezugspersonen, zu denen die Patientinnen und Patienten Vertrauen gefasst haben und ein sicheres zu Hause sind ebenfalls wichtig, um den psychischen Zustand auf einem relativ normalen Level zu halten. Die Patienten können aber auch selbst eine ganze Menge tun, um Verfolgungswahn vorzubeugen.

Eine Alltagsgestaltung ohne Zeitdruck, körperliche Bewegung zur Ausschüttung von Adrenalin und eine gesunde Ernährungsweise sind gleichfalls effektive Ansätze gegen Paranoia.

Darüber hinaus benötigt der Patient einen regelmäßigen Tagesablauf, der gut strukturiert ist, sowie eine sinnvolle Beschäftigung und eine umfangreiche Aufklärung. Unbedingt zu vermeiden ist der Genuss von Drogen und alkoholischen Getränken. So kann es zum Beispiel durch Halluzinogene wie LSD zu einer schizophrenen Psychose kommen.

Sind Pharmakologische Substanzen schuld an einer Paranoia, dann sollte deren weitere Einnahme mit den jeweiligen Fachärzten geregelt werden. Einige Medikamentengruppen haben Nebenwirkungen, innerhalb derer Wahnvorstellungen angegeben sind. Als befreiend und wohltuende empfinden Paranoiker Gesprächstherapien, in denen sie sich einem professionellen Psychologen anvertrauen können. Sie haben dann die Gelegenheit, ihre Seele von teilweise großen Lasten zu befreien.

Paranoide Persönlichkeiten benötigen ein intaktes soziales Netzwerk. Ohne intensive Unterstützung, Einfühlungsvermögen und ein enormes Verständnis von seitens der Familien, den Freunden und Bekannten ist eine Vorbeugung gegen Paranoia kaum realisierbar.

Prognose zur Heilung

Eine paranoide Schizophrenie kann bei einer fachgerechten psychiatrischen und psychologischen Therapie gut geheilt werden, wenn die Betroffenen eine entsprechende Motivation und den Willen mitbringen. Belastende Wahnvorstellungen lassen sich bei einer recht früh einsetzen Behandlung in den Griff bekommen. Eine Psychotherapie verbessert die prognostischen Faktoren natürlich, denn sie kann helfen, die verursachenden Stressoren soweit wie möglich auszuschalten oder zu verringern.

Bewährte Methoden, die von den Ärzten bedarfsgerecht und individuell auf den Zustand des Patienten abgestimmt werden, beugen einem Rückfall (Ein Rückfall ist ein Rezidiv.) vor und erhöhen die Chancen auf Genesung. Die Heilungsaussichten nehmen zu, wenn die Paranoia frühzeitig behandelt werden kann, was wiederum durch eine baldige Diagnosestellung begünstigt wird.

Ungefähr die Hälfte aller Patientinnen und Patienten sowie deren Umfeld bemerkt eine Paranoia eigentlich schon mehrere Monate bis einige Jahre, bevor die Erkrankung richtig chronisch wird. Das sogenannte Vorstadium oder Prodromalstadium, mit dem sich eine Paranoia ankündigt, beinhaltet:

Eine paranoide halluzinatorische Schizophrenie entfaltet sich innerhalb einer kurzen Zeitspanne bei etwa drei Patientinnen oder Patienten. Die Schübe währen einige Wochen oder mehrere Monate. In manchen Fällen treten die Symptome nie wieder auf. Im Gegensatz dazu wiederholen sich bei anderen Betroffenen sie Schübe ein ganzes Leben lang.

Heutzutage sind die Aussichten auf eine Heilung der Paranoia recht positiv, weil sich sowohl die Behandlungsmöglichkeiten als auch die Medikamente verbessert haben.

Erfahrungsgemäß verzögern sich die Schübe im Alter und nehmen eine schwächere Ausprägung an, sodass bei fünf von zehn Personen einen Heilung eingetreten ist. Akute Wahnvorstellungen klingen durch die Verabreichung von Neuroleptika relativ rasch wieder an. stellen sich die Symptome einer Paranoia schnell ein, dann kann die Heilungsprognose einen günstigen Ausgang voraussagen.

Neuroleptika, die bereits über einen weiten Zeitraum eingenommen werden, reduzieren das Risiko auf einen Rückfall oder auf das Ausbrechen einer Wahnvorstellung. Nach drei Schüben ist eine lebenslange Einnahme von Neuroleptika indiziert.

Was ist eine paranoide Schizophrenie?

Die paranoide Schizophrenie ist von ihrem Krankheitsbild her eine endogene Psychose. Die paranoide Schizophrenie wirkt praktisch nach innen, denn die Betroffenen zeigen neben dem Verlust zur Realität diverse Störungsmuster des Denkvermögens und Beeinträchtigungen der emotionalen Welt.

An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass die Schizophrenie keine Spaltung der Persönlichkeit ist. Sie ist der Verlust der Erkennung der Umwelt und deren Deutung oder Interpretation.

Wenn von psychischen Erkrankungen die Rede ist, denken viele Menschen an Depression und Schizophrenie. Innerhalb der verschiedenen Varianten der Schizophrenie nimmt die paranoide Schizophrenie in Verbindung mit Paranoia eine der vordersten Positionen ein. Hinter einer paranoiden Schizophrenie verbirgt sich eine psychische Erkrankung, die recht häufig zu diagnostizieren ist.

Sie gilt als ein Untertyp der Schizophrenie, bei dem Halluzinationen und Verfolgungswahn im Vordergrund stehen. In Fachkreisen sprechen die Mediziner von einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie.

Nach ICD 10 treffen auf die paranoid-halluzinatorische Schizophrenie mehrere Merkmale zu:

  • Symptome einer Schizophrenie
  • Wahnvorstellungen
  • Halluzinationen
  • schwaches Vorhandensein unpassender Gefühle (flacher Affekt)

Ein flacher Affekt ist dann gegeben, wenn Außenstehende keine Rückschlüsse auf die innere gefühlsmäßige Verfassung ziehen können, weil die Patienten kaum mimische Züge und oder klare Veränderungen in ihrer Körperhaltung aufweisen.

Paranoiker, die eine paranoide Schizophrenie entwickeln, müssen in der Regel mit Verfolgungswahn leben. Seltener verankert ist der Beziehungswahn. Beide Wahnvorstellungen können in unterschiedlicher Intensität vorkommen. Besonders quälend ist es, wenn die Betroffenen alle normalen Ereignisse als Warnung interpretieren und geheime Nachrichten vermuten.
Sie leben daher ständig in einer gewissen Angst und können sich den alltäglichen Anforderungen kaum noch widmen. Daraus entsteht eine zunehmende Unfähigkeit zur Alltagsbewältigung.

Halluzinationen stellen sich so dar, dass Stimmen gehört werden, akustische Wahrnehmungen von Geräuschen vorhanden sind, oder dass Gerüche auftauchen, die in der Wirklichkeit nicht existent sind. Die Mehrheit paranoid-schizophrener Patienten gibt an, das Stimmen zu ihnen sprechen, die ihnen Befehle erteilen. Dabei geht es nicht um einzelne Worte, sondern um komplette Dialoge. Dabei können sogar unterschiedliche Stimmen gehört werden.

Klassische Anomalien bei Patienten und Patienten mit Paranoia und einer paranoiden Schizophrenie sind Gefühle wie Wut, Angst und Zorn. Gewalttätiges, bedrohliches Verhalten kann unter Umständen nicht ausgeschlossen werden. Die Patienten sind nicht empfänglich für vernünftige Argumente.

Während einer schizophrenen Phase sind nur milde sprachliche, motorische (Motorik ist die Bewegung.) und/oder ein Verlust des Antriebes zu beobachten.

Alternative Behandlungsmethoden

 

  • Homöopathie mit Bachblüten, Schüssler-Salzen und Globuli in variierenden Potenzen
  • Yoga, Meditation, innere Einkehr
  • Akupunktur
  • Reiki
  • chinesische Kräutertherapie
  • Aromatherapie
  • Bioresonanztherapie
  • ätherische Öle
  • Heilkräuterbehandlung nach Maria Treben
  • Verwendung von anthropologischen Arzneistoffen

Bei einer Behandlung von Paranoia mit alternativen Heilmethode muss man wissen, dass auch diese nicht komplett frei von Nebenwirkungen sind. Neben Vergiftungserscheinungen durch eine zu hohe Dosierung und durch Infektionen durch unsachgemäß sterilisierte Akupunkturnadeln ist die falsche Therapie gleichfalls ein Risiko. Die Verabreichung oder die Aufnahme von Heilkräutern kann zudem weitere Wahnvorstellungen herausfordern, wenn deren Wirkung berauschend ist.
Alternative Behandlungen werden meist von mehreren Säulen getragen.

Das sind:

  • Inkraftsetzen der Selbstheilungskräfte
  • medizinische Therapie
  • pharmakologische Effekte
  • orthomolekulare Medizin
  • Freisetzung von Botenstoffen und Hormonen
  • Autosuggestion und Suggestion
  • spirituelle Effekte und Placebowirkung

Die Orthomolekularmedizin empfiehlt die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren, Folsäure, L-Tryptophan und Vitamin B12. Günstig ist in Abhängigkeit von den Beschwerden eine Lichttherapie sowie ein Herzkohärenztraining.

Herzkoheränztraining in Einheit mit Biofeedback ist eine noch nicht allzu weit verbreitete alternativmedizinische Vorgehensweise, bei der die Komplettierung aus Gefühlen, der Herztätigkeit, der richtigen Atemtätigkeit und dem autonomen Teil des Nervensystems zugrunde gelegt wird.

Die Herzkohärenzmethode schafft:

  • Verbesserung der Stressbewältigung
  • Förderung der Gelassenheit bei Konflikten
  • Optimierung der Regulation von Emotionen
  • Schulung von Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung
  • Abbau von Anspannung
  • Herstellung des gefühlsmäßigen Gleichgewichts

Für alle Altersgruppen sind zur natürlichen Behandlung von innerer Unruhe, Schlafproblemen, Krämpfe, Verwirrtheit, Angespanntheit, Halluzinationen und depressiven Stimmungen weitere alternative Maßnahmen sinnvoll:

Welche Hausmittel können helfen?

Abbau von Ängsten, Wut und Aggressionen durch Sport, Gartenarbeit oder Spaziergänge und durch das Trinken von Kawa-Kawa-Tee. Alternativ dazu können Kapseln aus den Extrakten des Baldrians, der Passionsblume und Melisse eingenommen werden. Das Auflegen von Kompressen, die mit ätherischen Ölen getränkt sind, auf die Herzgegend beruhigt und löst Anspannungen.

Lauwarmes Baden der Füße in einem Lavendelfußbad und ein Schlafsäckchen mit einer Kräutermischung ist zweckmäßig bei innerer Unruhe, Gereiztheit und Nervosität. Ein Glas Wasser mit Honig und Apfelessig vor dem Schlafengehen fördert das Einschlafen.
Ein traditionelles Mittel gegen schlechten Schlaf ist das Essen von zwei Esslöffeln Bienenhonig.

Vollbäder mit einem Zusatz von Apfelessig und einem Zusatz aus den Extrakten der Lavendelblüte, der Melisse und der Passionsblume lindern chronische Nervosität, Unzufriedenheit und Ängste.

Dunkle Schokolade oder Kakao in Rohform optimiert die Aufmerksamkeit, hebt die Stimmung und erhöht die Blutversorgung der Muskulatur. Die Aufnahme von Magnesium kann innerliche Unruhe, Panikzustände und Ängste beheben. Meditation und Yoga sowie pulverisierter, flüssiger oder als Tee gerechter Ginseng ist sinnvoll gegen Wahnvorstellungen.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Paranoia ist mit wiederkehrenden Angstzuständen verbunden, die sowohl am Tag als auch in der Nacht erscheinen. Um derartige Ängste aus dem Unterbewusstsein zu unterdrücken, ist ein Tee aus der Wurzel des Baldrian, den Blättern der Melisse und der Pfefferminze sowie aus Hopfenzapfen hilfreich. Kräuterkissen, in denen beruhigende Heilkräuter wie Thymian, Salbei, Hopfen, Rosmarin und Baldrian gesammelt sind, fördern einen ruhigen Schlaf.

Treten die Ängste am Tag auf, dann sollten Paranoiker Tees aus Orangenblüten, Hopfenblüten, Lavendel und Baldrian zu sich nehmen.
Echte Stimmungsaufheller sind Tees, Öle, Tinkturen und Tropfen aus Johanniskraut. Kava-Kava und Zinnkraut behebt Wahnvorstellungen und fördert die Gesprächigkeit und die Entspannung.

Ätherische Öle

Erstaunlicherweise gelten hochwertige inhaltsreiche ätherische Öle gleichfalls als Therapieergänzug gegen Paranoia. Vordergründig ist das Galbanum, dessen Applikationsformen als Balsam, als Badezusatz und als Duftöl sowie als Inhalationsmittel geeignet ist. Galbanum, dessen Wirkstoff Eugenol ist, kann gegen einzelne Beschwerden bei Paranoia zum Benetzen von Kompressen und für eine Massage genutzt werden.

Die Effekte von Galbanum sind entzündungshemmend und entspannend sowie beruhigend, schlaffördernd und ausgleichend und daher ideal gegen Panikattacken und Ängste. Konzentrierte ätherische Öle sind zudem lindernd bei Kopfschmerzen und nachlassender Konzentrationsfähigkeit. Diese Essenzen mobilisieren die Psyche, indem sie das limbische System positiv beeinflussen.

  • Rosenöl – depressive Zustände, gegen Anspannung
  • Vetiveröl – innere Ruhe
  • Zitronenöl – entkrampfend, erfrischend, regt die Durchblutung an
  • Lavendelöl – Störungen der Konzentration, Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit
  • Naroliöl – fördert Gelassenheit, stimmungsaufhellend, angstlösend
  • Kamillenöl – gegen Müdigkeit, Nervosität, Unruhe und Gereiztheit
  • Angelikawurzelöl, Jasminöl und Zedernöl – gegen Ängste und Erregung
  • Bergamotteöl – stimmungshebend, verleiht Zuversicht
  • Salbeiöl – gegen Krämpfe und Anspannung
  • Rosmarinöl – gegen niedrigen Blutdruck, Unruhe, Gereiztheit
  • Bienenwachsöl – gegen Krämpfe und schlechten Schlaf
  • Zedernhölzöl – stärkt das Allgemeinbefinden, beruhigend, erheiternd

Die Öle können separat oder als Mischungen verwendet werden und sind immer nur äußerlich anwendbar. Wer es mag, kann ätherische Öle als Parfums auftragen. Ein Nerventonikum der speziellen Art ist Narde oder Nerdostachys jatamansi, das beispielsweise eine hervorragendes Ergebnis in Kombination mit Rosenöl, Blutorange, Weihrauch und Lavendelöl ergibt. Narde ist stabilisierend und beruhigend, hilft bei Schockzuständen und bei Schlafproblemen.

Nicht zu empfehlen bei Paranoia sind das Petersilienöl, Kardamomöl und das Ackerminzöl, denn sie lösen in starker Dosierung Halluzinationen aus. Das ist nur eine kleine Auswahl an ätherischen Ölen, deren Anwendung zuvor genau mit einem kundigen Heilpraktiker besprochen werden sollte. Bei manchen Applikationen verursachen ätherische Öle eine Drogen ähnliche Reaktion.

Homöopathie und Globuli

Die Homöopathie hält für Patientinnen und Patienten mit Paranoia, diverse natürliche Substanzen wie beispielsweise das Acidum phosphoricum als D4 Globuli bereit. Wer sich für alternative Heilkunde begeistert, für den ist Acidum phosphoricum eine schonende homöopathische Anwendung gegen seelische Belastungen wie Kummer und Traurigkeit. Silicea als Globuli D6 und D12 gegen Antriebslosigkeit nach dem morgendlichen Aufstehen und Calcium carbonicum Hahnemann Globuli D30 gegen Alleinseinsängste sind weitere alternativ-medizinische Wirkstoffe für Paranoide.

Bei der Zusammenstellung der jeweiligen homöopathischen Mittel gegen Paranoia gehen die Naturheilkundler so vor, dass die bei psychisch-seelischen Beschwerden hohe Potenzen wählen. Ist eine Konstitutionstherapie geplant, die sich nach der physischen (Physis ist der Körper.) Verfassung de Patienten richtet, setzen die Homöopathen hohe Potenzierungen in seltenen Darreichungen verordnet werden. Diese monatlich oder wöchentlich einzunehmenden Potenzen entsprechen M, XM, C und CM.

Hochpotenzen werden nur von einem erfahrenen Homöopathen verschrieben. Sie halten in ihrer Wirkung sehr lange an und sind nicht ganz frei von Nebenwirkungen.

  • gegen Hypochondrie mit Unruhe, Todesangst und Erschöpfung hilft Arsenicum album und Gesemium
  • gegen Trauer und Zorn hilft Nux vomica
  • gegen Konzentrationsstörungen und Antriebsschwäche hilft Carbo vegetabilis
  • gegen Angstträume hilft Bryonia und Arsenicum album
  • gegen nächtliche Ängste hilft Rhus toxicodendron
  • gegen Überreizung hilft Argentum nitricum
  • gegen Ungeduld und Bewegungsdrang hilft Aconitum

Ausgezeichnete Erfahrungen wurden mit der sanften homöopathischen Anwendung von Mitteln gemacht, die gegen Angstattacken und Wahnvorstellungen hilfreich sind. Dosierungen werden als C 200 zweimal nach jeweils sechs Wochen verabreicht. Danach erhalten die Patienten zweimal in einem Intervall von acht Wochen C 1000 als sogenannten Centesimal-Potenz. Das heißt, dass 1 Anteil Wirkstoff und 99 Anteile miteinander gemischt werden.

Bei den Niedrigpotenzen ist die empfohlene Einnahme meist fünf Tablette, Tropfen oder Globuli täglich auf die Zunge. Bei hoch potenzierten homöopathischen Substanzen genügt eine einmalige Applikation von fünf Globuli. In seltenen Fällen ist eine Erstverschlimmerung zu befürchten. Dann lässt sich diese durch das Trinken von Bohnenkaffee oder das Auftragen einer Salbe mit Kampfer entschärfen.

Schüssler-Salze

 

Als Schüssler-Salze gegen Stimmungsschwankungen eignen sich Calcium phosphoricum Nr.2 sowie Kalium phosphoricum Nr. 5 und Lithium chloratum Nr. 16. Zur Stabilisierung eine unruhigen, aufbrausenden, aggressiven psychischen Verfassung eignet sich das Schüssler-Salz Nr. 9 Natrium phosphoricum und das Schüssler-Salz. Nr. 12 Calcium sulfuricum.

Kalium bromatum ist ein Schüssler-Salz, das bei Paranoia, Erregtheit und einem auffälligen Verhalten angewendet werden kann. 5 Globuli dreimal monatlich morgens und am Abend Kalium bromatum C7 oder C15 bremst eine motorische Unruhe.

Diät und Ernährung

Der Kontext Ernährung und Paranoia wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollkommen erforscht, aber es wird angenommen, dass die Ernährungsweise und die Zusammenstellung des Speiseplans Einfluss auf die psychische Verfassung haben kann. Viele Wissenschaftler vertreten die Einstellung, dass manche Medikamente gegen Paranoia überflüssig wären, wenn die Ernährung umgestaltet wird.

Psychisch kranken Menschen mit Paranoia wird empfohlen, Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen, weil diese einzelne Beschwerden lindern könnten. Folsäure ist vorteilhaft gegen depressive Zustände, Vitamin D kann das Befinden bei einer paranoiden Schizophrenie verbessern.

Patienten und Patientinnen mit sollten auf einen ausgewogenen Ernährungsplan achten, der reich an Obst, Gemüse und an natürlichen Heil- und Würzkräutern ist. Am besten ist es, alle Speisen selbst zuzubereiten. Das stärkt das Selbstbewusstsein und fördert die sozialen Fähigkeiten. Gegen depressive Verstimmungen, Unmut und Frust ist eine mit Vollkornprodukten, Fisch und pflanzlichen Ölen zubereitete Küche optimal. Auf Süßes muss nicht verzichtet werden.

Leider gibt es noch nicht allzu viele Erkenntnisse, wie die Ernährung auf die Psyche von Paranoikern wirkt. Genussmittel wie Alkohol sind jedoch nur in geringem Umfang erlaubt. Das Rauchen verringert die Aufnahme der medikamentösen Inhaltsstoffe, weil es die Blutgefäße verengt. Aus diesem Grund sollten Paranoiker das Rauchen einstellen.

Ein Fakt, der sich bezüglich der Ernährung oder einer Diät durch die Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Paranoia ergibt, ist der Ersatz kalorienreicher Lebensmittel durch energiearme. Ein individuelles Absetzen der unterschiedlichsten Neuroleptika und Psychopharmaka ist oftmals mit der unerwünschten Zunahme an Körpergewicht verbunden. Nur in einigen Ausnahmefällen verursachen diese Arzneimittel eine Gewichtsabnahme.

Adipöse Veränderungen des Körpers sind für die Mehrheit der psychisch Kranken eine enorme Belastung, die unter anderem zu einer Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls führt.Durch einen Verlust des inneren Antriebs sind sportliche Aktivitäten nicht immer umsetzbar. Daher sind diätetische Lebensmittel, lang sättigende Erzeugnisse mit viel Eiweiß und Produkte mit wenig Zucker und Fett günstig, um einer Fettsucht zu begegnen.

Lebensmittel, in denen der Stoff Docosahexansäure enthalten ist, drosseln die Genese (Entstehung) von psychischen Krankheiten wie Paranoia.

Reich an Docosahexansäure und gesunder Alpha-Linolensäure sind:

  • Kaltwasserfische wie Sardine, Forelle und Lachs
  • Leinsamen
  • Kürbiskerne
  • Hanfsamen
  • Chia-Samen und Walnüsse
  • Avocados
  • Quinoga

FAQ – Fragen und Antworten

Was passiert bei einer Zwangseinweisung?

Bei mehreren psychischen Erkrankungen sind die Patienten nicht in der Lage, Einsicht in eine Behandlungsnotwendigkeit zu erbringen. Das wird fehlende Krankheitseinsicht genannt. Unter bestimmten Voraussetzungen können diese Personen in einen stationäre Klinik auch gegen ihren Willen eingewiesen werden. Es müssen allerdings eindeutige Gründe vorliegen.

  • Patienten gefährden das eigene Leben und die Gesundheit
  • Patienten gefährden die öffentliche Sicherheit
  • Patenten gefährden die öffentliche Sicherheit
  • Patienten gefährden die Gesundheit und das Leben anderer
  • Versuch der Selbsttötung

Eine Zwangseinweisung ist nur dann gerechtfertigt und rechtlich unbedenklich, wenn die Patienten psychische Auffälligkeiten zeigen. In der Praxis kann dazu die Polizei hinzugezogen werden. Es muss in diesem Moment deutlich werden, dass der Patient das Ausmaß seiner Erkrankung und die Unabdinglichkeit einer Therapie nicht einschätzen kann, weil seine Einsichtsfähigkeit eingeschränkt ist.

Eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Station ist ebenfalls begründet, wenn Personen an einer Suchterkrankung leiden. Angeordnet werden darf eine solche Maßnahme durch einen gesetzlich bestellten Betreuer oder einen Vormund, den Notarzt oder die Polizei. Das widerspricht zwar dem Grundrecht auf Freiheit, allerdings wird immer die Verhältnismäßigkeit gewahrt.

Viele Patientinnen und Patienten sind im Endeffekt froh, sich in einer geschlossenen Station erholen zu können und eine adäquate Behandlung zu bekommen. Eine Zwangseinweisung ist daher in Abhängigkeit von den Risiken ohne Weiteres zu begrüßen.

Was sind Transmitter und ihre Bedeutung für Paranoia?

Der Botenstoff Dopamin steht im Verdacht, eine Paranoia zu verursachen. Durch ein Ungleichgewicht (Dysbalance) mit anderen Neurotransmitter, dem Serotonin, kann es passieren, dass sich eine Wahnsymptomatik ausbildet. Dopamin gehört zu den Katecholaminen, die Erregungen aussendende Botenstoffe sind.

Ein Neurotransmitter (biochemischer Überträger von elektrischen Impulsen) kann mit einem Hormon verglichen werden. Ohne Neurotransmitter oder Botenstoffe wäre keine Weiterleitung von Signale zwischen den Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn realisierbar. Es gäbe somit weder eine Steuerung einer körperlichen Motorik noch einer geistigen Arbeit. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Rahmen das Dopamin. Dopamin hat bezüglich der demenziellen Erkrankung Morbus Parkinson einen traurigen Bekanntheitsgrad erlangt.

In einem gesunden Organismus sorgt das Dopamin für die körperliche Grobmotorik und Feinmotorik, den Antrieb, die Lebensfreude und das berühmte Glücksgefühl. Damit es nicht zu einer überschüssigen, anhaltenden Euphorie oder Manie kommt, wird das Dopamin durch das Serotonin gedämpft.

Übermäßig produzierte Transmitter bringen das Gehirn aus dem Gleichgewicht. Gesellen sich dazu noch psychische Stressfaktoren, dann können sogar gesunde Personen halluzinieren und Wahnvorstellungen haben. Dysbalancen (Ungleichgewicht) bei neurologischen Abläufen können unwirkliche Wahrnehmungen und Halluzinationen hervorrufen.

Sind Paranoide gefährlich?

Zusammenhänge zwischen paranoider Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Kriminalität werden immer wieder propagiert. Bei vielen Geschehnissen, die mit Gewalttaten und Tötungen einhergingen, wurden die Diagnosen im Vorhinein gestellt. Menschen mit derartigen psychischen Krankheiten jedoch allgemein eine erhöhte Gewaltbereitschaft zuzuschreiben, würde an Diskriminierung grenzen. Natürlich ist es nicht ganz auszuschließen, dass psychisch Erkrankte gewalttätig werden können.

In der Regel sind es Einzelfälle oder Gruppierungen, die durch eine hohe, eine mittlere oder eine geringe Rate an Gewalttaten in den Statistiken erscheinen.

Dabei geht es vor allen Dingen um bestimmte psychiatrische Krankheiten:

  • hirnorganische Erkrankungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Schizophrenie in Kombination mit Alkoholsucht und Rauschgiftsucht
  • nicht gelungene Selbstbehandlung
  • Alkoholmissbrauch, Drogenmissbrauch, Medikamentenmissbrauch und einer damit verketteten Abhängigkeit

Im Unterschied zu Tätern mit einer psychischen Störung weisen seelisch Kranke nicht dieselben Motive für Gewalttaten auf. Gängig sind hauptsächlich Abwehrreaktionen und Notwehrmaßnahmen, die aus einer immensen subjektiv erlebten Bedrohung geboren werden. Dann schaltet sich das Wahnsystem ein und es kommt zu Aggressionen. Dahinter steckt jedoch weder eine kalkulierte Tat noch eine böse Absicht.

Bei einer Paranoia kündigt sich die Gewalttat in der Regel über einen langen Zeitraum hinweg an, bevor diese ausgeübt wird. Verstörend auf medizinische Laien wirken zudem die Gebärden, die Körperhaltung und die Mimik, der enorme Bewegungsdrang oder die Katatonie und blindwütige Attacken auf Gegenstände. Dennoch sind Paranoide nicht grundsätzlich als gefährlich einzustufen.

Was ist eine Katatonie?

Von einem psycho-motorischen Syndrom (Syndrom ist ein Komplex verschiedener Symptome.) der Katatonie wird gesprochen, wenn motorische (die Bewegung betreffend), emotionale (die Gefühlswelt betreffend) und behaviorale (die Verhaltensweisen betreffend) Beschwerden beobachtet werden können. Bei einer Katatonie können die Erkrankten ihre Bewegungen nicht mehr bewusst steuern.

Eine Katatonie äußert sich in:

  • katatonem Stupor (Bewegungslosigkeit, ganzkörperliche Starre)
  • Verdrehung von Extremitäten (Katalepsie)
  • Verharren in einer Körperhaltung (Flexibilitas carea)
  • Sprachlosigkeit (Mutismus)
  • Einschränkung des Kooperationsvermögens (Befehlsautomatie oder Negativismus)
  • Stereotypie (Echolalie oder Echopraxie)

Begleitet wird die Katatonie häufig durch Sperrungen, bei denen die Betroffenen während einer Bewegung plötzlich innehalten. Das unaufhörliche Nachsprechen von Wortgruppen oder das singende Reinem (Verbigeration) ist ebenfalls ein Begleitsymptom der Katatonie. Eine Katatonie ist vorübergehend und wird medikamentös oder mit einer Elektrokrampftherapie behandelt.

Wo liegen die Zusammenhänge zwischen Paranoia und Demenz?

Eine ganze Reihe an Erkrankungen, bei denen die Patienten im fortgeschrittenen Stadium Halluzinationen und Wahnvorstellungen entfalten, werden den Demenzen zugeordnet. Wie bereits in den vorangegangenen Ausführungen beschrieben, bringen bei demenziellen Erkrankungen und bei Paranoia dieselben biochemischen Prozesse im Gehirn ähnliche Symptome hervor. Das sind Verkennungen der Umwelt und der Bezugspersonen, Wahnideen und halluzinatorische Zustände.

Demenz steht für Erkrankungen, bei denen die geistigen Fähigkeiten verloren gehen, sodass eine zunehmende Unselbstständigkeit in Verbindung mit verschiedenen psychischen Pathologien entsteht

Zusammengefasst werden diese Erscheinungen unter dem Begriff paranoides-halluzinatorisches Syndrom, das bei fast einem Drittel der Demenzkranken diagnostizierbar ist. Gerade bei älteren Menschen enden diese psychischen Störungen in einem Bestehlungswahn, einem Vergiftungswahn, einem Verarmungswahn, einem Versündigungswahn oder einem Verfolgungswahn. Die Medizin des Alterns (Gerontologie, Gerontopsychiatrie) beschäftigt sich daher eingehend mit den Kausalitäten zwischen Demenz und Paranoia.

Bei unterschiedlichen Demenzerkrankungen ist Dopamin im Spiel. Trugbilder und Paranoia werden durch einen Überschuss der Neurotransmitters Dopamin im sogenannten nigro-striatalen Gehirnareal verursacht. Beispielsweise kommt es zu Störungen der Motorik, wenn zu zu viel Dopamin vorhanden ist. Amphetamine (Rauschdrogen) beeinflussen kurzzeitig die Konzentration von Dopamin, sodass Neuroleptika verabreicht werden muss, um überschießende Reaktionen zu vermeiden.

Paranoia im Alter kann durch folgende Erkrankungen freigesetzt werden:

Senioren und Seniorinnen, die von Wahnvorstellungen gequält werden, können zur Entlastung und zur Beibehaltung einer gewohnten Lebensqualität folgende Arzneimittel einnehmen:

  • Anticholinergika
  • Neuroleptika
  • Atropinabkömmlinge
  • Antiepileptika
  • Antiparkinsonmedikamente

Aus pflegerischer Sicht ist ein entsprechend geduldiger und verständnisvoller Umgang mit den älteren Personen notwendig.

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