Levofloxacin

Levofloxacin gehört zu den Chinolen, und ist somit ein Chinolon-Antibiotikum. Der Wirkstoff tötet Bakterien, die im Körper Infektionen hervorgerufen haben.

Am häufigsten entstehen Infektionen durch Viren oder Bakterien, und diese Erreger können verschiedene Erkrankungen verursachen.  Zu Beginn ist es nicht leicht zu unterscheiden, ob es sich um eine virale oder bakterielle Infektion handelt, weil Krankheitszeichen sich hier sehr ähneln können.

Bei einer bakteriellen Infektion ist es oft sinnvoll und manchmal auch lebensnotwendig, Antibiotika als Therapieform anzuwenden. Sie sind Medikamente, die bei einer Therapie von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden.

LevofloxacinWas ist Levofloxacin?

Der Wirkstoff Levofloxacin stellt ein bakterizides Antibiotikum der Gruppe der Chinolone dar, welches zur Behandlung von Harnwegs -, Atemwegs-, Weichteil- und Hautinfektionen eingesetzt wird.

Levofloxacin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Es sind aber Interaktionen mit anderen Arzneistoffen möglich, die seine Absorption reduzieren können.

Chinolone können in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen an unterschiedlichen Organen auslösen, weshalb die umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen unbedingt beachtet werden müssen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Mit dem Wirkstoff werden folgende Krankheiten und Infektionen behandelt :


Allgemeines

Allgemeines
NameLevofloxacin
Andere Namen  (S)-(−)-9-Fluor-3-methyl-10-(4-methylpiperazin-1-yl)-7-oxo-2,3-dihydro-7H-pyrido[1,2,3-de][1,4]benzoxacin-6-carbonsäure (IUPAC)
SummenformelC18H20FN3O4
KurzbeschreibungLeicht gelbliches Pulver

Wirkungsweise

So wirkt Levofloxacin

Das Immunsystem des Menschen schützt seinen Körper vor der Einnistung sowie Ausbreitung fremder Stoffe und Eindringlinge.

Wenn sich ein Erreger im menschlichen Organismus befindet, reagiert das Immunsystem des Betroffen umgehend und bekämpft diesen, in dem es verschiedene Mechanismen einsetzt.

Zwar bemerkt der Mensch es überhaupt nicht, wenn das Immunsystem aktiv arbeitet, oder er bemerkt nur leichte Beschwerden infolge der Erkrankungen, aber manchmal schafft es die körpereigene Abwehr nicht sofort, den Erreger effektiv zu bekämpfen.

So werden die Symptome dann schwerwiegender, und der Körper kann den Erreger nicht mehr alleine bekämpfen, sodass Medikamente hier bei der Abwehr des Erregers unterstützend helfen können.

Das Antibiotikum Levofloxacin gehört zu solchen Medikamenten. Denn der Wirkstoff Levofloxacin greift in die dna-Synthese (Erbgut-Synthese) der Bakterien ein, was dazu führt, dass die Keime abgetötet werden.

So muss das Immunsystem des Betroffenen letztlich nur noch die Bakterien ausscheiden, was die Symptome der Erkrankung sehr schnell bessert.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Levofloxacin

Der Wirkstoff Levofloxacin wird nach der Aufnahme über den Mund fast vollständig vom Darm aus ins Blut aufgenommen. Der Wirkstoff wird nach der Verteilung im Körper des Patienten zum größten Teil unverändert über die Nieren ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Levofloxacin eingesetzt?

Der Wirkstoff wird nur dann angewendet, wenn Antibiotika wirkungslos waren oder für den Patientin ungeeignet sind.

Levofloxacin wird unter anderem angewendet bei :


Richtige Anwendung

So wird Levofloxacin angewendet

Dieser Wirkstofff wird in Form von Augentropfen oder Tabletten verabreicht. Bei sehr schweren Infektionen aber auch per Infektion, wodurch die Gabe direkt in das Blut erfolgt.

Üblicherweise beträgt die tägliche Dosierung bei oraler Einnahme zwischen 250 und 500 Milligramm. Je nach Schweregrad der Infektion liegt die Behandlungsdauer zwischen 7 und 28 Tagen.

Die Augentropfen mit dem Wirkstoff Levofloxacin werden etwa vier- bis achtmal am Tag in das betroffene Auge gegeben. Auch hier richtet sich die Behandlungsdauer nach dem Schweregrad der Infektion.

Bei einer Gabe per Infusion wird die Menge an Levofloxacin individuell von dem Arzt fegstgelegt. Außerdem erhalten Patienten mit Nierenfunktionsstörungen eine niedrigere Dosierung.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Levofloxacin?

  • Levoflox-Denk 5 mg/ml Infusionslösung : Infusionslösung
  • Tavanic 250mg/ -500mg Filmtabletten : Filmtabletten
  • Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis: Augentropfen
  • Levofloxacin Hospira 5 mg/ml Infusionslösung: Infusionslösungs­konzentrat
  • Levofloxacin-hameln 5 mg/ml Infusionslösung : Injektionslösung
  • Oftaquix 5mg/ml Augentropfen : Augentropfen
  • Quinsair 240 mg Lösung für einen Vernebler: Inhalationslösung

Handelsnamen

Monopräperate

  • Levaquin (USA, CND)
  • Tavanic (EU, CH)

Kombinationspräperate

  • Cravit (J)
  • verschiedene Generika
  • Augentropfen: Oftaquix (D, A)

Indikationen

Levofloxacin wird bei Infektionen mit Moraxella catarrhalis und Haemophilus influenza eingesetzt.

Ebenso erfolgt eine Behandlung mit Levofloxacin bei Streptokokken, Pneumokokken, Chlamydien und bakterielle Infektionen der Atemwege. Außerdem werden Infektionen des Urogenitaltrakts sowie des Gastrointestinaltrakts mit diesem Wirkstoff behandelt.


Gegenanzeigen

Wann darf Levofloxacin nicht verwendet werden?

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Levofloxacin und einem anderen Gyrasehemmer wie Enoxacin oder Ciprofloxacin darf keine therapeutische Behandlung mit diesem Wirkstoff erfolgen.

Auch Patienten, die nach frühere Anwendung von Gyrasehemmern Sehnenbeschwerden feststellten, dürfen nicht mit diesem Wirkstoff behandelt werden. Dies gilt auch für Epilepsie-Patienten, Schwangere und stillende Mütter.

Bei einer verminderten Nierenfunktion und bei Leberfunktionsstörungen sollte eine Gabe von Levofloxacin nur nach ärztlicher Notwendigkeit erfolgen, da in diesen Fällen vermehrt Nebenwirkungen auftreten können.

Auch wenn Hirnschädigungen vorhanden sind, wie durch einen Schlaganfall, sollte von einer Gabe von Levofloxacin abgesehen werden.

Bei einer gleichzeitigen Verabreichung von Mitteln, welche die Nierenfunktion beeinflussen können wie Cimetidin und Probenecid, sollte die Gabe von Levofloxacin nur vorsichtig erfolgen, was vor allem bei Patienten mit Nierenschwäche wichtig ist.

So muss der Arzt in diesen Fällen individuell über den Verlauf der Therapie entscheiden.

Sorgfältig sollten Ärzte außerdem abwägen, ob bei Menschen über 70 Jahren der therapeutische Nutzen größer als die zu erwartenden Risiken ist.

Als alleiniger Wirkstoff für die Behandlung folgender Fälle ist Levofloxacin nicht geeignet:

  • Infektionen, deren Ursache nicht Bakterien sind
  • zur Vorbeugung vor vermehrten Infektionen der Harnröhre und Harnblase
  • bei akutem Reisedurchfall oder als Vorbeugung gegen Reisedurchfall
  • leichteren Infektionen, welche von selbst ausheilen können. Dazu gehören unkomplizierte Harnwegsinfektionen und eine akute Bronchitis

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Therapie mit Levofloxacin sollte nicht bei schwangeren Frauen erfolgen, da in dieser Zeit noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Dies gilt auch für stillende Mütter, die diesen Wirkstoff nicht anwenden sollten, da die Substanz in die Muttermilch übergehen kann.

Sollte also eine Behandlung mit Levofloxacin in Erwägung gezogen werden, muss vorher abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder und Jugendliche, die sich in der Wachstumsphase befinden, sollten aufgrund möglicher Schädigungen an den Knorpeln kein Levofloxacin erhalten.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Levofloxacin?

Wichtig ist zu beachten, dass Nebenwirkungen in Häufigkeit und Art je nach Arzneiform von Levofloxacin unterschiedlich ausfallen können.


Einnahme oder Injektion

Wird Levofloxacin eingenommen oder injiziert, kann es zu nachfolgenden Nebenwirkungen kommen:

Häufige Nebenwirkungen:

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Seltene Nebenwirkungen

Sehr seltene Nebenwirkungen:

Der Wirkstoff Levofloxacin kann das Risiko für Abrisse und Einrisse der Hauptschlagader vor allem bei älteren Menschen erhöhen. Wenn plötzlich schwere Muskelschmerzen, Bauch-, Brust- oder Rückenschmerzen auftreten, muss umgehend die Notaufnahme aufgesucht werden.


Anwendung am Auge

Nachfolgend finden Sie mögliche Nebenwirkungen von Levofloxacin bei der Anwendung am Auge.

Häufige Nebenwirkungen:

  • vermindertes Sehvermögen
  • Brennen der Augen
  • Schleimfäden am und im Auge

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen ohne Nennung der Häufigkeit:

  • Fremdkörpergefühl
  • Reizung der Augen durch das Licht mit Juckreiz
  • Borken
  • rote Augen
  • Beläge
  • Lichtscheu
  • Sehverschlechterung
  • vermehrter Tränenfluss
  • Einlagerungen in der Hornhaut
  • Verfärbungen der Hornhaut

Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Levoloxacin?

Levofoxacin darf nicht zusammen mit Glukokortikoide verwendet werden.

Sollte eine gleichzeitig Einnahme von Mitteln zur Bronchien-Erweiterung (Theophyllin) eingenommen werden, so werden deren Konzentration im Blut erhöht, was bedeutet, dass die Wirkung des Theophyllins verstärkt, sodass es zu vermehrten Nebenwirkungen kommen kann.

Wenn Levofloxacin zusammen mit Antazida (mineralischen Magensäure-Bindern), Zinkpräparaten, Eisenpräparaten oder Multivitaminpräparaten eingenommen wird, so wird die Aufnahme des Levofloxacins in den Körper gehemmt.

Auch Kalzium, Aluminium oder Magnesium können die Aufnahme von Levofloxacin in den Körper mindern.

Es können erhöhte Nierenwerte und Cyclosporinspiegel bei gleichzeitiger Cyclosporintherapie auftreten, weshalb regelmäßige Blutuntersuchungen erforderlich sind.

Das Schmerzmittel Fenbufen und vergleichbare Antirheumatika können in Kombination mit Levofloxacin zu vermehrten Krampfanfällen führen. Der Arzt muss diese Patienten sorgfältig überwachen.

Während einer Levofloxacin-Therapie kann vermehrt zu Blutungen kommen, wenn Gerinnungshemmer wie beispielsweise Warfarin eingenommen werden, da deren Wirkung in Kombination mit Levofloxacin verstärkt wird.

Das gegen Gicht eingesetzte Mittel Probenecid erhöht die Konzentration von Levofloxacin im Blut, weshalb eine Anpassung der Dosis durch den Arzt erforderlich sein kann.

Regelmäßige Blutuntersuchungen sind bei Patienten, die an einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel leiden, da es bei diesen Patienten zur Zerstörung der roten Blutkörperchen im Organismus kommen kann.

Wenn die Gabe am Auge verabreicht wird, so ist nicht mit Wechselwirkungen zu rechen. Sollten aber parallel unterschiedliche Arzneistoffe am Auge angewandt werden, so sollte der Abstand zwischen den einzelnen Anwendungen mindestens fünfzehn Minuten betragen.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Levofloxacin zu beachten?

Da Levofloxacin den Herzrhythmus beeinflusst, sollte der Wirkstoff nur nach strenger, vom Arzt erfolgter Nutzen-Risiko-Abwägung, in Kombination mit anderen Mitteln verabreicht werden, die auch den Herzrhythmus beeinflussen. Dies sind beispielsweise Wirkstoffe gegen Antiarrhythmika (Herzrhythmusstörungen) wie Amiodaron und Chinidin.

Bedienen von Maschinen und Verkehrstüchtigkeit

Das Reaktionsvermögen kann als Nebenwirkung beeinträchtigt sein. Aus diesem Grund sollten Patienten nach der Einnahme von Levofloxacin keine schweren Maschinen bedienen und auch kein Fahrzeug führen.

Altersbeschränkung

Medikamente mit dem Wirkstoff Levofloxacin dürfen Jugendlichen und Kindern unter 18 Jahre (in der Wachstumsphase) nicht verschrieben werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Levofloxacin kann das Knorpelgewebe des Patienten angreifen, vor allem dann, wenn der Körper in der Wachstumsphase ist. Deshalb sollte Levofloxacin nicht in der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit angewendet werden.

Besser erprobte Alternativen stellen hier die Medikamente Penicillin, Cefalexin oder Erythromycin dar. Diese sind stehen ebenfalls zur Behandlung von bakteriellen Erkrankungen zur Verfügung.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Levofloxacin

Da Medikamente mit dem Wirkstoff Levofloxacin verschreibungspflichtig sind, sind diese nur gegen ein ärztliches Rezept in der Apotheke erhältlich.


Geschichte

Seit wann ist Levofloxacin bekannt?

Levofloxacin wurde aus einem anderen Medikament, das gegen bakterielle Erkrankungen konzipiert war, entwickelt, indem der Wirkstoff in seiner chemischen Struktur leicht verändert wurde. Daher ist Levofloxacin ein relativ junger Wirkstoff.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Einnahme von Levofloxacin besteht eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut, deshalb wir von Solarien-Besuchen während der Behandlung abgeraten. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion bemerken (Rötungen oder Schwellungen), ist umgehend ein Arzt oder ein Apotheker zu informieren.

Außerdem gelten folgende Warnhinweise bei der Einnahme von Levofloxacin :

  • Bei starken Durchfällen ist sofort ärztlicher Rat gefragt.
  • Levofloxacin kann zu falschen positiven Urintests auf Opiate (Drogen) führen.
  • Der Wirkstoff kann die Reaktionsfähigkeiten des Patienten so weit beeinflussen, dass das Bedienen von Maschinen sowie Autofahren gefährlich sein können.
  • Während der Anwendung des Wirkstoffs am Augen sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen.
  • Da Levofloxacin das Wachstum von Tuberkulose-Bakterien stoppt, kann es hier zu falschen negativen Tests auf Tuberkulose führen.
  • Bei Entzündungen oder Schmerzen im Sehnenbereich sollte die Therapie abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Wenn es während der Behandlung zu Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Nervenbeschwerden kommt, ist sofort ein Arzt zu konsultieren.
  • Treten plötzlich schwere Brustkorb-, Bauch-, oder Rückenschmerzen auf, muss sich der Patient unverzüglich in die Notaufnahme begeben und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Quellen

  • Joos, L: Pharmakologie aktiv, Govi-Verlag, 1. Auflage, 2009
  • Steinhilber, D. et al.: Medizinische Chemie, Deutscher Apotheker Verlag, 2. Auflage, 2010
  • Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 10. Auflage, 2013
  • Herdegen, T.: Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2010

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