Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)

Steckbrief: Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

  • Name(n): Astigmatismus; Hornhautverkrümmung; Stabsichtigkeit
  • Art der Krankheit: Fehlsichtigkeit
  • Verbreitung: häufig; zunehmend in aller Welt
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1800
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: Veränderungen an der Hornhaut des Auges
  • Wieviele Erkrankte: ca. 20% der Menschheit; jeder 4. in Deutschland
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Augenarzt; Ophthalmologe
  • ICD-10 Code(s): H52

Astigmatismus und die Hornhautverkrümmung

Astigmatismus ist eine Fehlsichtigkeit und laut Experten keine Krankheit, sondern die Veränderung des Organs Auge. Wird dieser Brechungsfehler allerdings größer, kann er durchaus zu einem Problem werden, das Krankheitsähnlichkeit hat. Jedoch gibt es Hilfe. Wer bis zu diesem Punkt noch nie eine Brille trug, wird diesen Schritt möglicherweise bisher nicht in Betracht gezogen haben. Doch es gibt nicht nur die Möglichkeit eine Brille zu wählen, um das Problem zu lösen. Zusätzlich existieren heute mit Hilfe der modernen Medizin weitere Möglichkeiten, die in Betracht gezogen werden können.


Definition Astigmatismus

Das aus dem griechischem stammende Wort Astigmatismus kann mit Nicht (A)-Punkt (Stigma) übersetzt werden, also „Punktlosigkeit“ oder „Brennpunktlosigkeit“.

Astigmatismus wird gleichgesetzt mit Hornhautverkrümmung. Diese beschreibt eine ungleichmäßige Wölbung der Cornea (Hornhaut des Auges). Dadurch wird das eintreffende Licht gestreut, was zur Folge hat, dass der Betroffene nicht mehr vollständig fokussieren kann und sowohl in der Ferne, als auch der Nähe unscharf sieht. Da die Streuung bei den meisten Fällen in Form eines Stabes geschieht, wird auch von der Stabsichtigkeit gesprochen. Astigmatismus kann auch ohne vorherige Hornhautverkrümmung auftreten.

Die Streuung durch Unebenheiten der Hornhaut, führen zu Verzerrungen, welche die Linse auszugleichen versucht. Bei stärkeren Abweichungen können die Anstrengungen zu Symptomen wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen führen. Grundsätzlich wird beim Astigmatismus nicht von einer Krankheit gesprochen, sondern nur von einer Abweichung im Aufbau des Auges.


Was ist Astigmatismus?

Die Hornhaut schützt den Augapfel im vorderen Bereich vor Verletzungen und sorgt dafür, das Licht im richtigen Winkel ins Augeninnere fällt. Auf diese Weise nehmen wir unsere Umgebung wahr. Für eine scharfe Sicht sollte die Hornhaut eine gleichmäßig geformte, runde Oberfläche bilden. Jedoch ist es möglich, dass sie durch Vererbung, Unfälle und andere Ursachen verformt wird. Dann kann Astigmatismus entstehen.

Astigmatismus wird zwar meistens mit einer Hornhautverkrümmung gleich gesetzt, umfasst jedoch mehr als nur diese. Auch wenn eine Hornhautverkrümmung der häufigste Grund für Astigmatismus ist, können ebenso Unregelmäßigkeiten der Linse oder des Augenhintergrundes zu diesem führen.

Das Idealbild des Auges ist ein perfekter Ball. Allerdings ist das menschliche Auge selten rund und perfekt wie ein solcher. Deshalb sind Unterschiede bei der Brechkraft bis zu 0,5 Dioptrien normal und bedürfen, laut der Fachleute, keiner Korrektur.

Im Prinzip ist Astigmatismus ein Berechnungsfehler des Auges, der statt einer punktuellen Brechung des Lichtes auf der Netzhauptebene diese in Stabform umsetzt. Daraus entsteht auch der Name Stabsichtigkeit. Diese Fehlsichtigkeit entwickelt sich, wenn die Hornhaut Unebenheiten aufweist. Diese Unebenheiten entstehen, wenn die Hornhaut verletzt wird oder ungleichmäßig wächst. Geschwüre sind eine weitere Möglichkeit für Veränderungen, die zum Astigmatismus führen.
Arten des Astigmatismus sind:

  • Astigmatismus hyperopicus simplex – dabei liegen die Brennlinien senkrecht einmal auf und einmal hinter der Netzhautebene.
    Hier ist im Grunde Weitsichtigkeit eines Teils des Auges die Ursache.
  • Astigmatismus myopicus simplex – hier findet sich der eine Stab auf der Netzhautebene, die andere aber davor.
    Dies wird von Kurzsichtigkeit eines Augenteils bestimmt.
  • Astigmatismus mixtus – dabei befindet sich die Brennlinie vor der Netzhaut, die andere dahinter.
    Das heißt, ein Teil des Auges ist Kurzsichtig, das andere Weitsichtig.
  • Astigmatismus compositus – diese Variation ist sehr häufig zu finden und tritt in diesem Fall zusammen mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auf.

Welche Ursachen gibt es?

Astigmatismus ist oft vererbt. Dieser ererbte Astigmatismus kann normalerweise bereits vor dem zweiten Lebensjahr eines Kindes festgestellt und behandelt werden. Wenn der Kinderarzt bei den Untersuchungen eine Sehschwäche feststellt, überweist er den jungen Patienten zum Augenarzt. Ein unentdeckter Astigmatismus kann bei einem Kind ernsthafte Folgen haben.

Allerdings entsteht Astigmatismus nicht nur als genetisches Erbe, sondern entwickelt sich unter anderem auch bei langjähriger Kurz- oder Weitsichtigkeit.
Zudem ist das Auge weder gegen Krankheiten, Unfälle noch gegen Geschwüre gefeit und Narben beeinträchtigen die Hornhaut ebenfalls. Es ist ebenfalls möglich, dass die Cornea Hornhautentzündungen und Infekte erleidet, die Spuren hinterlassen und Astigmatismus hervorrufen.

Der Haushalt ist bekanntermaßen oft der gefährlichste Arbeitsplatz und so ist es kein Wunder, wenn hier beispielsweise Unfälle mit Säuren und Laugen oder spitzen Gegenständen geschehen. Auch kleine Glassplitter, Steinchen oder sonstige, in der Natur vorkommende, Fremdkörper sind potentielle Gefahrenquellen und können kleinere oder größere Narben auf der Hornhaut des Auges hinterlassen.

Selbst eine durch Zugluft hervorgerufene Bindehautentzündung kann Stabsichtigkeit fördern, wenn sie nicht oder zu spät behandelt wird. Aber auch andere Augenkrankheiten oder Infektionen können Hornhautverkrümmungen hervorrufen, ebenso wie chirurgische Eingriffe am Auge. Diese sind oft die einzige Möglichkeit für die Erhaltung des Augenlichtes. Darunter fallen sowohl das Glaukom (Grüner Star) und die Katarakt (Grauer Star). Allerdings kann es auch Schielen sein, welches eine Operation am Auge notwendig macht.

Das Alter an sich ist keine Ursache des Astigmatismus. Jedoch erhöht das Lebensalter die Chancen dafür, dass sich eine Hornhautverkrümmung bildet. Es finden sich altersbedingte Krankheiten ein, wie der Graue und Grüne Star, oder eine altersbedingte Degeneration.
Zusammenfassung der Ursachen

  • Vererbung
  • Langjährige Kurz- und Weitsichtigkeit
  • Chirurgische Eingriffe am Auge
  • Altersbedingte Degeneration und Krankheiten
  • Unfälle
  • Infektionen

Symptome & Anzeichen

Der Beginn des Astigmatismus ist vom Patienten schwer auszumachen, da die Linse sich bemüht die Störungen auszugleichen. Wenn der Astigmatismus sich weiter ausbildet, kann dies jedoch sehr anstrengend werden. Im späteren Verlauf können möglicherweise brennende Augen und Kopfschmerzen auftreten. Bei vielen Patienten wurde bereits im Vorfeld Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit diagnostiziert. Nun kommt es sowohl in der Ferne, als auch in der Nähe zu unscharfen Sehen. Bei geringeren Dioptrien-Werten fällt Astigmatismus dem Patienten oftmals nicht einmal auf.
Effekte wie Verzerrungen werden manchmal schneller entdeckt, als die doppelte Sehschwäche, wenn sie ausgeprägt genug sind. Die gesunde und gleichmäßig geformte Hornhaut des Auges bündelt das Licht zu einem Brennpunkt, bevor er ins Innere des Auges tritt. Da ein Auge nur sehr selten perfekt rund ist und somit auch die Hornhaut des Auges, gibt es immer minimale Abweichungen, die aber nicht weiter bedenklich sind. Bei gravierenderen Abweichungen bündelt die Hornhaut das Licht in Form einer Brennlinie, bzw. einer Stabform. Das gibt der Veränderung ihren dritten Namen, die Stabsichtigkeit.
Durch die Stabsichtigkeit hervorgerufene Verzerrungen können dazu führen, dass Kreise zu Ovalen werden und Objekte einen Strahlenkranz erhalten. Wie ausgeprägt die Verzerrung ist, hängt von der Stärke des Astigmatismus ab.
Spürbare Symptome & Anzeichen sind:

  • Sehstörungen: Unscharfes Sehen sowohl in der Nahsicht, als auch der Fernsicht, anders als bei Kurz- oder Weitsichtigkeit, die nur eine Sehfähigkeit einschränkt.
  • brennende Augen
  • frühes Ermüden
  • Kopfschmerzen (oft am Abend)
  • Häufiges Blinzeln, um die Augen scharf zu stellen
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie)
  • Kurzsichtigkeit (Myopie)
  • Verzerrungen
  • Bei Kindern Abnahme der Sehfähigkeit, die möglicherweise bleibt.

Die Art und Weise, wie sich Verzerrungen auswirken, lassen erkennen, um welche Art des astigmatischen Abbildungsfehlers es sich handelt. Um einen Compromise Abbildungsfehler, Horizontal oder Vertikalen. Bei dem Compromise ist die Richtung der Delle auf der Hornhaut diagonal, während die anderen beiden die Richtung bereits im Namen tragen.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose Astigmatismus wird mit Hilfe spezieller Geräte gestellt. Eines davon ist das Ophthalmometer. Es misst die Oberflächenkrümmung der Hornhaut, lateinisch Cornea. Die Messdaten ergeben Art und Größe der Verkrümmung, die der Augenarzt in Form von Dioptrien mit einem Rezept für den Optiker weiter gibt. Das Ophthalmometer wird auch Keratometer genannt, nach dem Keratokonus, der als eine der ersten Krankheiten der Hornhaut entdeckt wurde.

Der Astigmatismus wird in zwei Arten unterteilt. Der reguläre Astigmatismus und der irreguläre Astigmatismus. Bei regulärem Astigmatismus werden die einfallenden Lichtstrahlen auf senkrechten Brennlinien abgebildet. Deshalb wird diese Form des Astigmatismus auch Stabsichtigkeit genannt.

Der irreguläre Astigmatismus ist wesentlich komplizierter zu behandeln, da das Licht in verschiedenste Richtungen abgelenkt wird und kaum noch Brennlinien erkennbar sind. Hier gibt es unterschiedliche Störungen in der Hornhaut, die eine mehrfache Streuung ergeben können.

Zusätzlich gibt es noch einige Seetests, die jeder für sich absolvieren und bei der die Unschärfe selbst festgestellt werden kann. Wurde ein Sehfehler festgestellt, ist es unbedingt nötig einen Augenarzt aufzusuchen. Einer der Tests nennt sich Astigmatismus Sonnenrad.

Im Allgemeinen verschlechtert sich Astigmatismus nicht weiter, sobald er ausgebildet ist und sofern keine weiteren Verletzungen der Hornhaut auftreten. Jedoch gibt es Ausnahmen, wie den Keratokonus, den Keratoglobus und wenn Linsentrübungen auftreten, wie zum Beispiel Grauer Star.

Erkrankt jedoch ein Kind an ererbtem Astigmatismus, kann sich die Sehkraft stark verringern. Die entsprechenden Nerven bilden sich fehlerhaft oder gar nicht aus, wenn der Astigmatismus unbehandelt bleibt. Diese Patienten leiden verstärkt an Kopf- und Augenschmerzen, während ihre Sehkraft mit dem Alter weiter abnimmt, bis hin zur rudimentären Wahrnehmung von Objekten.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Bei etwa 63,4 % der erwachsenen Bundesbürger ab 16 Jahren ist eine Fehlsichtigkeit bekannt und wird behandelt. Dies betrifft sowohl Kurz- als auch Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit und Astigmatismus. Da letzterer selten allein auftritt, sind die Daten im Allgemeinen so aufgebaut, dass die Hornhautverkrümmung im Bezug mit anderen Fehlsichtigkeiten auftaucht.

Bei allen Berechnungen und Statistiken gibt es jedoch eine Dunkelziffer, die insbesondere die Weitsichtigen betrifft. Anders als die Kurzsichtigkeit, die durch ihre Symptome, wie Tollpatschigkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit, schneller bemerkt wird, hat die Weitsichtigkeit weniger Alarmzeichen. Dies gilt insbesondere für die geringeren Dioptrien Werte. Diese Dunkelziffer betrifft sowohl Kinder, als auch Erwachsene bis etwa 40 Jahre.

Da Astigmatismus oft in Verbindung mit einer anderen Fehlsichtigkeit gefunden wird, sind die Daten in diesen Bereichen gesammelten worden. Etwa 20 % aller Kurz- und Weitsichtigen leiden auch unter einer Form der Hornhautverkrümmung. Oft wird Astigmatismus unter 0,75 Dioptrien gar nicht wahrgenommen, somit gehören alle Veränderungen unterhalb dieses Dioptrien Wertes zu den theoretischen Dunkelziffern der Augenfehlsichtigkeiten. Wobei etwa 80% aller Hornhäute unregelmäßig sind.

Da Astigmatismus oft als Begleiter anderer Fehlsichtigkeiten kommt, ist es hier auch interessant sich die Entwicklung dieser anzusehen. Insbesondere, da die Kurzsichtigkeit weltweit zugenommen hat. Dies berichtete Professor F. Schaeffel aus Tübingen. Er erzählte, dass in den Industrienationen bereits ein Drittel der jungen Bevölkerung kurzsichtig ist. In den Großstätten Asiens betrifft es bereits heute bis zu 90 % der Kinder und studierenden jungen Erwachsenen.

Da sich Astigmatismus gerne mit anderen Fehlsichtigkeiten zusammen zeigt, von denen die Kurzsichtigkeit am verbreitetsten ist, kann hier bereits eine gewisse Relevanz zur Hornhautverkrümmung gesehen werden.


Komplikationen bei der Krankheit

Der irreguläre Astigmatismus ist komplizierter als der reguläre zu behandeln, da die beiden optischen Ebenen nicht senkrecht aufeinander stehen. Die Hornhaut ist unregelmäßig gekrümmt und kann viele unterschiedliche Brechungsebenen entwickeln, ähnlich einem unregelmäßigen Prisma. Dadurch wird die Sicht stark verzerrt. Zudem sind oft beide Augen in unterschiedlicher Weise davon betroffen, was eine Behandlung mit Brillen ausgesprochen schwierig machen kann.

Zwei Krankheiten stellen eine ernsthafte Komplikation für die Hornhaut da. Sie gehören zu den irregulären Hornhautverkrümmungen. Die erste ist bei Erwachsenen im Alter zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr zu finden. Die Verkrümmung der Hornhaut nimmt schubweise zu und formt einen Kegel. Diese Krankheit nennt sich Keratokonus.

Die zweite beginnt bereits im Kindesalter und nennt sich Keratoglobus.
Anders als beim Kegelförmigen Keratokonus, der seine Schädigung bzw. Schwächung der Hornhaut im Mittelpunkt der Cornea hat, findet sich die Schädigung beim Keratoglobus auch an den Rändern. Doch sowohl Keratokonus, als auch Keratoglobus sind selten.

Eine weitere Ausnahme findet sich in den Komplikationen des vererbten Astigmatismus, wenn er im frühen Kindesalter ausbricht. Gerade bei kleinen Kindern müssen sich die Augen mit den dazugehörigen Nervenbahnen erst richtig ausbilden. Tritt nun eine Hornhautverkrümmung auf, oder ein Linsenastigmatismus, können sich unter Umständen wichtige Nervenbahnen nicht richtig entwickeln, wenn dieser Unbehandelt bleibt.
Oft leiden diese Patienten später verstärkt an Augen- und Kopfschmerzen und benötigen eine immer stärkere Brille, bis sie schließlich kaum noch etwas sehen können.

Weiche Kontaktlinsen können Probleme bereiten. Sie saugen aufgrund ihres Herstellungsmaterials bei trockener Luft Flüssigkeit aus dem Auge auf und nehmen zusätzlich Schadstoffe aus der Luft auf, die sie anreichern, bevor sie die Schadstoffe in größerer Menge ins Auge abgeben. Dies kann sowohl zu trockenen Augen, als auch zu Irritationen und Allergien führen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Kindern sollten die Augen vom Augenarzt überprüft werden, wenn sie tolpatschig erscheinen, des öfteren ins Leere greifen, sich beim krabbeln, laufen und spielen häufiger stoßen obwohl genügend Platz vorhanden ist. Für Babys und Kleinkinder gibt es Augenärzte die sich auf die kleinen Patienten spezialisiert haben.
Aber auch bei größeren Kindern bis zu Erwachsenen gilt, bei unscharfem Sehen, vermehrten Kopf- und Augenschmerzen sollte der Augenarzt aufgesucht werden.

Dieser kann feststellen ob eine Fehlsichtigkeit vorliegt, zu denen Astigmatismus gehört und eine entsprechende Behandlung einleiten. Der Patient erhält meistens ein Rezept für den Optiker seiner Wahl, mit dem er eine Brille oder Kontaktlinsen bestellen kann. Falls spezielle Umstände gelten, wird auf die entsprechenden Möglichkeiten beraten.


Behandlungsmethoden & Therapie

Wenn ein Patient den Augenarzt aufsucht, wird dieser mit Hilfe einiger Geräte und verschiedenen Untersuchungsmethoden feststellen, ob und welche Fehlsichtigkeiten vorliegen, inklusive Astigmatismus und dessen Ausprägung. Der Ophthalmometer ist eins der Geräte, mit dem diese Art der Fehlsichtigkeit gemessen wird. Daneben bezieht sich die Behandlung durch den Augenarzt auf die Diagnose, die Beratung, Empfehlung und ggf. Bereitstellung von Heil- und Hilfsmitteln.
Die Brille

Brillen für Astigmatismus verfügen über den sogenannten Zylinderschliff. Dabei erhält das Brillenglas unterschiedlich stark gekrümmte Flächen, um den individuellen Krümmungen der Hornhaut entgegenzuwirken. Dieser Zylinderschliff wird in Dioptrien angegeben und findet sich unter der Angabe „cyl“ im Brillenpass und der Verordnung des Augenarztes.

Bei Kindern empfiehlt sich immer eine bruchsichere Brille zu wählen, die mit einem weichen Silikonnasensteg und Sicherheitsbügeln ausgestattet ist. Für Babys und Kleinkinder gibt es solche, die einer Skibrille ähneln und statt Bügeln eine Art Gummiband besitzen, welches um den Kopf herum führt. Gerade für jüngere Kinder sehr wichtig, damit sie sich nicht versehentlich beim Spielen und Toben verletzten
Kontaktlinsen

Auch bei weichen und harten Kontaktlinsen wird das Prinzip des Zylinderschliffs angewendet. Dann werden sie auch torische Linsen genannt. Diese Linsen werden individuell passend angefertigt, um eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Hier besteht allerdings bei unzureichender Pflege und Reinigung die Gefahr, dass sie eine Hornhautentzündung auslösen.

  • Weiche Kontaktlinsen schwimmen auf der Hornhaut und schmiegen sich an, so dass sie kaum zu sehen sind. Da sie sich den Unebenheiten der Oberfläche anpassen, sind sie nicht in der Lage von sich aus kleinere Unebenheiten auszugleichen. Deshalb müssen hier in jedem Fall torische Linsen zum Ausgleich des Astigmatismus angefertigt werden.
  • Harte Kontaktlinsen schwimmen ebenfalls auf der Hornhaut, bleiben aber formstabil. Der Rand ist dabei deutlich zu sehen. Zwischen Kontaktlinse und Hornhaut befindet sich eine Flüssigkeitsschicht unterschiedlicher Dicke, die bereits ohne weitere Korrektur kleinere Unregelmäßigkeiten in der Hornhaut ausgleicht. Bei höheren Dioptrien Werten beim Astigmatismus müssen auch hier torische Linsen angefertigt werden.

Linsenimplantation

Die operative Einsetzung einer torischen Linse ermöglicht dem Patienten ein Leben ohne eine weitere Sehhilfe. Diese Linse wird individuell auf die Werte und die Situation des Patienten angefertigt, bevor sie ins Auge implantiert wird. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit die Hornhautverkrümmung bzw. Astigmatismus und andere Fehlsichtigkeiten zu korrigieren, sondern auch z.B. Katarakte (Grauer Star) zu beseitigen.
Laser Operationen

Es gibt mehr als ein Verfahren, welches heute angeboten wird. Sie unterscheiden sich in ihrer Eignung für Fehlsichtigkeiten und Hornhaut, sowie in ihren Risiken. Welches der Verfahren für den Einzelnen sinnvoll ist, hängt von der Fehlsichtigkeit und den dazugehörigen Dioptrien Werten, sowie der Dicke der Hornhaut ab. Behandlungen und Wundheilungsphase sollen zum Teil sehr schmerzhaft sein.Wer ein solches Verfahren ins Auge fasst, sollte sich zunächst von seinem Augenarzt gründlich beraten lassen.
Hornhautverpflanzung

Eine Hornhautverpflanzung ist durch eine Organspende möglich. Da dies unter die rechtlichen Regularien zur Durchführung von Transplantationen fällt, muss ein entsprechendes Organ zunächst gefunden werden. Dies kann eine sehr langwierige Angelegenheit werden, unter anderem, da Spender und Empfänger kompatibel sein müssen um die Abstoßungsgefahr zu minimieren. Eine entsprechende Verpflanzung wird also nur in Ausnahmesituationen gemacht, zum Beispiel wenn die Hornhaut des Empfängers irreparabel geschädigt ist und nur durch eine Verpflanzung die Sehfähigkeit wieder hergestellt werden kann.
Zusammenfassung Behandlungsmöglichkeiten

  • Brille mit Zylinderschliff, d.h. torische Brillengläser
  • Weiche Kontaktlinsen
  • Harte Kontaktlinsen
  • Operativer Einsatz einer künstlichen torischen Linse
  • Laser Operation
  • Hornhautverpflanzung
  • Kinder tragen eine Brille, die Augen werden ggf. abwechselnd werden temporär abgedeckt

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Vorbeugung oder Impfung ist nicht möglich. Gesundheitsfördernde Ernährung und Umsicht im Umgang mit Gefahrensituationen können als Prävention gesehen werden. Dies garantiert leider nicht, dass kein Astigmatismus auftritt.

Bereits für Kinder ist es möglich einige Maßnahmen zu ergreifen, die den potentiellen Patienten ganzheitlich unterstützen. Dazu gehört täglich mindestens 2 Stunden an die frische Luft gehen. Wobei entsprechende Maßnahmen gegen eine übermäßige UV-Strahlung getroffen werden müssen, um Schädigungen zu vermeiden.

Der Wechsel zwischen Nahsicht im Haus und Fernsicht im Freien, wie auch die Sonneneinstrahlung selbst, helfen den jungen Augen bei der gesunden Entwicklung. Studien zeigen, dass Kinder die weitgehend nur im Haus bleiben, lernen und Computerspiele bzw. Konsolenspiele spielen, viel eher zur Fehlsichtigkeit neigen, als Kinder, die nach den Hausaufgaben im Freien spielen.

Dies gilt natürlich nicht nur für kindliche Augen, sondern auch für Erwachsene jeden Alters, auch wenn Astigmatismus und andere Fehlsichtigkeiten bereits einen Weg in das Leben gefunden haben. Dabei wird eine Verschlechterung der Sehfähigkeiten möglicherweise zumindest verlangsamt.

Zuzüglich zu Bewegung an der frischen Luft ist auch gerade bei Brillenträgern der regelmäßige Besuch des Augenarztes zu empfehlen.

Bei Kindern kann bereits vor dem zweiten Lebensjahr Astigmatismus festgestellt und entsprechend behandelt werden. Dabei kommen spezielle Kunststoffbrillen und das temporäre Abkleben eines Auges zum Einsatz. Eine Behandlung, die dem Kind auf lange Sicht möglicherweise sogar das Tragen einer Brille ersparen kann, da junge Augen im Allgemeinen hervorragend auf die Behandlung ansprechen.

Neben frischer Luft und Arztbesuchen ist der ganzheitliche Ansatz für einen gesunden Körper auch für die Augen ein Vorteil. Gesunde und vielseitige Ernährung, körperliche Bewegung und voraussehende Vermeidung von Risiken können dabei helfen ein langes, gesundes und möglichst Astigmatismus freies Leben zu genießen.


Prognose zur Heilung

Astigmatismus ist nach dem derzeitigen Stand der Medizin nicht heilbar. Die Mediziner sind zwar ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und einige Behandlungsmethoden, z. B. Operationen, scheinen aktuell auch vielversprechend zu sein, um weitere Hilfsmittel zu vermeiden. Jedoch bergen diese teilweise beträchtliche Risiken und sollten gut durchdacht werden.

Bei geringeren Veränderungen der Hornhaut kann heute unter anderem mit Lasern operiert werden, um Hilfsmittel zu umgehen. Allerdings sind Narben, und mit ihnen eine Verschlimmerung des Problems, nicht ausgeschlossen. Außerdem sind neue, künstliche Linsen und das Verpflanzen von Hornhaut möglich. Die Risiken und der Nutzen dieser Vorgehensweisen sollten mit dem Augenarzt des Vertrauens besprochen werden, insbesondere, da sie nicht rückgängig gemacht werden können.

Die meisten Betroffenen können jedoch problemlos mit der klassischen Behandlung leben, welche entweder in Form einer Brille mit speziellem Schliff oder Kontaktlinsen besteht. Dabei benötigen die Ausprägungen und Formen des Astigmatismus unterschiedliche Kontaktlinsenarten. Sowohl die weichen, als auch die harten Kontaktlinsen bieten Vor- und Nachteile für die Nutzung bei einer Hornhautverkrümmung.


Keratokonus und Keratoglobus

Keratokonus und Keratoglobus sind zwei seltene irreguläre Hornhauterkrankungen. Bei beiden liegt in der Regel eine starke Kurzsichtigkeit vor.
Keratokonus wird ein sich langsam bildender Hornhautkegel genannt, bei dem die Hornhaut immer dünner und spitzer wird. Er tritt immer beidseitig und zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Es ist aber möglich, dass die zweite Seite entweder schwächer ausgebildet ist oder unauffällig bleibt. Im Krankheitsverlauf wölbt sich die Hornhaut in mehreren Schüben zu einem Kegel. Bei dieser Krankheit ist der Zentrale Bereich der Hornhaut geschädigt und kann sich trüben.

Der angeborene Keratoglobus ist noch seltener, als der Keratokonus und entsteht bereits im Kindesalter. Er tritt ebenfalls meistens beidseitig und unterschiedlich ausgeprägt auf. Die Hornhaut wird durch Einrisse an den Rändern geschädigt und Trübungen können auftreten. Es entsteht eine Kugelförmige Vorwölbung und Verdünnung der Hornhaut. Dabei kann es zu einer Wasseransammlung in der vorderen Augenkammer kommen.


Alternative Behandlungsmethoden

Meditation und Autogenes Training

Entspannungsübungen, z. B. Meditation und Autogenes Training haben sich bereits bei grünem Star, dem Glaukom, wirksam gezeigt und konnten den Augendruck um 2–3 Einheiten senken. Damit wird der Patient nicht um eine Operation herumkommen, gewinnt aber zumindest ein bisschen Zeit. Da Astigmatismus das Auge ebenfalls in gewisser Weise unter Druck setzt, können diese Übungen und Meditationen den Körper inklusive der Augen entsprechend Entspannen und so Kopfschmerzen und „Muskelkater“ des Auges, bzw. die Reizungen zumindest vorübergehend lindern. Auch hier helfen diese Übungen nur Zeitweise und sind keine dauerhafte Lösung.
Akupunktur

Akupunktur ist innerhalb der traditionellen chinesischen Medizin ein hervorragendes und wirksames Instrument gegen Schmerzen und Entzündungen. In Deutschland wird diese Technik mittlerweile auch immer öfter erfolgreich angewendet. Dabei werden Nadeln benutzt, die bestimmte Bereiche aktivieren sollen, die mit dem betroffenen Körperteil interagieren. Dies bedeutet für den Astigmatismus, hier können die Begleiterscheinungen gelindert werden, die Ursache des Problems jedoch nicht.
Ayuveda

Laut eines Heilpraktikers ist eine Netratarpana – ein ayurvedisches Augenbad mit Ghee – hilfreich bei unterschiedlichen Sehstörungen und Hornhautverkrümmungen. Es soll prophylaktisch angewandt die Netzhautablösung verhindern und weiße strahlende Augen machen. Allerdings ist die Behandlung nicht bei akuter Entzündung und Netzablösung anzuwenden.
Der Augenarzt sollte allerdings auf jeden Fall kontaktiert werden, da auch hier keine Augenkorrektur vorgenommen wird.
Augenübungen und Augenmassagen

Es gibt Schriften, die Augenübungen und Massagen empfehlen um die Hornhautverkrümmung zu beheben. Diese Augenübungen beinhalten Augenrollen und intensives, fünf-sekündiges Halten der Augen am rechten äußeren und linken äußeren Sehbereich. Damit wird die Augenmuskulatur tatsächlich trainiert, was zu teilweise schmerzhaften Muskelkater führt.
Massagen rund um das Auge von links bis rechts Außen um das Augenlid herum bis zur Augenbraue sollen ebenfalls helfen, wenn mit leichtem Druck in Kreisen massiert wird. Tatsächlich hilft diese Massage zumindest einen gewissen Druck loszuwerden und entspannt das Auge.
Rasterbrille

Die Rasterbrille wird auch Lochbrille genannt. Die Gläser werden durch ein recht engmaschiges Netz von parallel geordneten Löchern ersetzt, dies soll die Augen dabei unterstützen die Hornhautverkrümmung zu überwinden und ein anderes Sehverhalten anzunehmen. Dabei wirkt sie eher wie die Lochblende einer Kamera, hat aber keine korrigierende Wirkung.

Welche Hausmittel können helfen?

Viele Hausmittel basieren auf Traditionen und langjähriger Erfahrung, andere auf Aberglauben. Heutzutage kennen wir sehr viele Mittel und deren tatsächliche Wirkungsweisen, die auf diesen Hausmitteln unserer Vorfahren basieren. Oft werden sie immer noch eins zu eins umgesetzt. Leider jedoch gibt es kein bekanntes Hausmittel, dass Astigmatismus heilen könnte. Auch hier wirken die Mittel eher lindernd und erfrischend, da eine ausgeprägte Hornhautverkrümmung für Kopf und Augen sehr anstrengend ist, solange sie nicht durch einen Augenarzt behandelt wurde.
Schwarzer Tee, der 1 Minute aufgebrüht wird, soll durch seine Gerbstoffe einen abschwellenden und beruhigenden Effekt haben. Dazu müssen die Beutel zunächst abgekühlt werden. Wenn sie eine angenehme Temperatur haben, werden sie für etwa 10 Minuten auf die Augen gelegt.

Schwarzer Tee ist sowohl ein Lebensmittel, als auch ein Heilmittel. Er wirkt anregend auf das Zentralnervensystem, entwässernd, antioxidativ, entzündungshemmend und zusammenziehend.
Salatgurke, die in Scheiben geschnitten wurde, ist ebenfalls ein sehr bekanntes Hausmittel und wird oft im Bereich der Schönheitspflege genutzt. Es kühlt und erfrischt, wenn die Gurkenscheiben für etwa 10 Minuten auf die Augen gelegt werden.
Wechselbäder mit kaltem und warmen Wasser sind ebenfalls sehr bekannt und erfrischend. Dafür werden die geschlossenen Augen mit kalten Wasser benässt und anschließend mit einem, in warmen Wasser getauchten, Waschlappen bedeckt. Dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden. Um einen erfrischenden Effekt zu erzielen, sollte allerdings mit dem kalten Wasser aufgehört werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Die Natur hat unzählige und teilweise noch unbekannte Möglichkeiten, uns bei Krankheiten und Verletzungen zu helfen. Astigmatismus ist allerdings weder eine Krankheit noch eine Verletzung, auch wenn wir ihn als hinderlich ansehen, da unsere Sicht dadurch eingeschränkt wird. Es gibt jedoch unterschiedliche Heilkräuter, die unsere Augen unterstützen.

  • Schöllkraut – kann bei Augenentzündungen genutzt werden. Ein gewaschenes Schöllkrautblatt vorsichtig in die angefeuchtete Hand nehmen. Der Stängel des Blattes zwischen Daumen und Zeigefinger wird nun zerrieben. Die Flüssigkeit wird über Lider und Augenwinkel gestrichen. Dabei nicht in die Augen kommen.
  • Kornblume – bei geschwollenen Augen einen Tee bereiten und diesen als Umschlag etwa zehn Minuten auflegen. Der Tee wird folgendermaßen bereitet: 1 Esslöffel Blüten mit 250 ml. heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Augentropfen aus Kornblumenblüten helfen bei Augenentzündungen. Da bei eigener Herstellung Fremdkörper und Bakterien in die Tropfen hineingeraten können, sollte darauf verzichtet werden.
  • Augentrost – kann als Kompressen für entzündliche Augenkrankheiten genutzt werden, wie z. B. Bindehautentzündung. Dazu wird die Pflanze ohne Wurzeln abgekocht. Als Tee getrunken hilft sie auch gegen Kopfschmerzen. Augentrost gibt es in der Homöopathie unter anderem auch als Augentropfen und Augenbad.
  • Habichtskraut – mit frischen, abgekühltem Tee aus Habichtskraut können die Augen gespült und gewaschen werden. Die Wirkung soll eine Augen stärkende Wirkung haben.

Die folgenden Heilpflanzen werden jeweils als Tee angesetzt und helfen unter anderem bei Kopfschmerzen.

  • Mädesüß
  • Weide
  • Honigklee
  • Schwertlilie
  • Mutterkraut
  • Pestwurz
  • Helmkraut
  • Weiße Weide
  • Beifuß
  • Clematis
  • Vanille
  • Ingwer

Heilkräuter können nicht direkt bei Astigmatismus helfen, allerdings lindern sie durchaus die Symptome und stärken die Sehkraft, wenn sie prophylaktisch angewendet werden.

Neben den Kräuterkundigen der Vergangenheit und Gegenwart, die einen großen Schatz von vielerlei hilfreicher Informationen und Rezepte besitzen, hat auch die Industrie hat die Fähigkeiten der Natur erkannt. Heute werden hochwirksame homöopathische Produkte angeboten, die teilweise auf den Rezepten der Kräuterkundigen basieren.

Ätherische Öle

Ätherische Öle haben zwar keine Auswirkungen auf Astigmatismus an sich und können diesen nicht korrigieren, jedoch können Ätherischen Öle zur Entspannung des Körpers und zur Linderung von z. B. Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit und Depressionen beitragen. Allein eines der Öle in der Duftlampe zu nutzen, kann bereits entspannend wirken. In Form von Massagen, Umschlägen, oder als Badezusätze können sie ausgesprochen wirksam werden, um Körper und Geist Erleichterung zu schaffen.
Augenstärkung

  • Kamille
  • Rose

Kopfschmerzen

  • Ackerminze
  • Ingwer
  • Lavendel
  • Majoran
  • Melisse
  • Minze
  • Muskatellersalbei
  • Rose
  • Thymian

Die Dosierung sollte vorsichtig gehandhabt werden und ist je nach Art der Anwendung unterschiedlich. Für die Duftlampe zum Beispiel reichen bis zu 5 Tropfen eines ätherischen Öls aus, um einen mittelgroßen Raum zu füllen. Für Vollbäder muss das ätherische Öl mit etwas Honig oder fetthaltigen Milchprodukten wie Sahne gemischt (emulgiert) werden um sich zu entfalten. Hier reichen auf etwa 150 Litern Badewasser 5–10 Tropfen des Öls aus, je nach Intensität des Duftes. Bei Massagen reichen etwa 10 Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml Basisöl. Bei fertigen Cremes und Massageölen, denen nur ein paar zusätzliche Tropfen beigefügt werden sollen, reichen im Allgemeinen 2–3 Tropfen.

Ätherische Öle dürfen nur unter Anleitung durch Fachpersonal unverdünnt auf der Haut angewendet werden.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Tinkturen, Kompressen oder ähnliches, die auf Heilkräuter und Pflanzen basieren und oft auch in Apotheken erhältlich sind, helfen bereits bei unterschiedlichen Augenproblemen. Beispielweise bei Bindehautentzündungen, Augentrockenheit und mehr. Auch in vielen anderen Bereichen erzielen diese Mittel häufig eine hervorragende Wirkung. Diese ist zwar längerfristig angelegt als bei chemischen Mitteln, aber für den Körper meistens deutlich schonender. Die Wirkung vieler dieser Mittel ist hinlänglich erprobt und bewiesen.

Jedoch ist ein Astigmatismus keine Erkrankung an sich, sondern eine mehr oder weniger natürliche Organveränderung oder das Ergebnis von Narben auf diesem Organ. Zumindest können homöopathische Medikamente die Symptome hilfreich mindern.
Globuli

Bei Globuli, winzige Kügelchen der Homöopathie, ist die Wirkung nach wie vor strittig, da einige Fachleute sagen, das die Potenz der Mittel so ausgedünnt sei, das sie nicht mehr wirken können, während Verfechter behaupten, das dem nicht so sei. Es würde sogar Tieren helfen, die bestimmt nicht von der Wirkung oder dessen Fehlens wüssten.

Ein potentiell helfendes Globuli gegen Kopfschmerzen ist das folgende:
Iris Versicolor (Verschiedenfarbige Schwertlilie) – ist ein Globuli gegen Migräneanfälle, Kopfschmerzen und immer wieder kehrende, unregelmäßige Schmerzen.
Die Verschiedenfarbige Schwertlilie, die auch Schillernde Schwertlilie genannt wird, ist hauptsächlich in Nordamerika beheimatet. Für die homöopathische Verwendung als Globuli wird die gesamte Pflanze genutzt. Dabei wird sie zunächst in Alkohol eingelegt. Diese Flüssigkeit wird dazu genutzt die Urtinktur zu gewinnen, die anschließend mehrfach verdünnt bzw. potenziert wird.

Es gibt unzählige Globuli und Homöopathische Mittel, die genauso Schaden anrichten können, wie sie helfen. Deshalb ist es sinnvoll, sich vor der Einnahme durch einen versierten Apotheker, Heilpraktiker oder Arzt beraten zu lassen.

Schüssler-Salze

Auch bei Schüßler Salzen gilt, dass sie ein Organ nicht reparieren können, wohl aber Symptome lindern. Kritiker sagen von diesen alternativmedizinischen Präparaten mit Mineralsalzen, dass ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen sei.
Schüßler ging von der Annahme aus, durch das Fehlen eines Minerals sei der Stoffwechsel des Patienten gestört. Die Untersuchung besteht aus einer sogenannten Anlitzdiagnostik.
Die Salze werden in Tablettenform angewendet, die der Patient im Mund langsam zergehen lässt.
Schüssler Salz Nr. 6Kalium Sulfuricum in der Potenzierung D6 ist für die Sauerstoffversorgung und Stoffwechselaktivität zuständig und soll bei Kopfschmerzen helfen. Es enthält Kaliumsulfat und schwefelsaures Kalium.
Schüssler Salz Nr. 8Natrium Chloratum in der Potenzierung D6 ist für den Flüssigkeitshaushalt und Entgiftung des Körpers zuständig und soll bei trockenen Augen helfen. Es enthält Natriumchlorid und Kochsalz.

Heilpraktiker verwenden die Schüßler Salze bis einschließlich heute. Diese Therapieform wird in einigen Fachschulen gelehrt und in Praxen umgesetzt. Auch bei der Konsultation eines solchen Heilpraktikers sollte der Augenarzt unbedingt aufgesucht werden.

Diät & Ernährung

Gute und gesunde Ernährung ist in jedem Fall eine Unterstützung. Bei Astigmatismus beseht auch hier keinerlei Heilmöglichkeit. Dennoch können verschiedene Nährstoffgruppen die Augengesundheit durch allgemein unterstützen. Beispielweise antioxidative Vitamine.

Vitamin A, C und E enthalten diese Antioxidantien. Omega 3, eine essenzielle Fettsäure, spielt eine wichtige Rolle bei der Sehentwicklung von Kindern und Babys und mindert die Risiken späterer Augenerkrankungen bei Erwachsenen.

Die Mineralien Zink und Kupfer erleichtern unter anderem die Aufnahme von Nährstoffen und den oben genannten Vitaminen. Ebenso gehören Lutein und Zeaxanthin, sogenannte Carotinoide zu dieser Gruppe, die ebenfalls die Augengesundheit unterstützen.

Insbesondere beim Einsatz von Kontaktlinsen wird empfohlen viel frisches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Ebenso wie Milch- und Vollkornprodukte, um möglichst viel Vitamin A, B, C und Calzium zu verzehren. Dazu Nüsse, natriumarmes Mineralwasser, Natursäfte und Früchtetees, damit alle Nährstoffgruppen abgedeckt werden. Dies dient auch dazu gute Tränenflüssigkeit zu bilden, die unsere Augen wirksam schützen und verhindern, dass Kontaktlinsen störend wirken.


FAQ – Fragen & Antworten

Kann ich auch mit einer Hornhautverkrümmung Kontaktlinsen tragen?

Ja. Besonders harte Kontaktlinsen sind gut geeignet für den Ausgleich von Hornhautverkrümmungen und bei langfristiger Nutzung. Der Augenarzt und Optiker ihrer Wahl berät sie gern.
Ab wann muss ich eine Hornhautverkrümmung behandeln lassen?

Bei Erwachsenen gehören Abweichungen bis 0,5 Dioptrien zu der natürlich vorkommenden Abweichung der Norm und brauchen somit nicht behandelt werden. Meistens bemerken die Betroffenen nicht einmal, dass eine solche Abweichung existiert. Erst ab 0,75 Dioptrien wird die Hornhautverkrümmung mit einer Brille oder Kontaktlinsen behandelt.
Gibt es noch andere Alternativen zu einer Brille oder Kontaktlinsen?

Neben den klassischen Methoden gibt es sowohl Laser Operationen, als auch ein Linsenimplantat. Letzteres ist eine künstliche Linse, die auch bei Linsentrübungen, wie dem Grünen Star, implantiert wird.
Ich würde lieber homöopathisch meinen Astigmatismus behandeln lassen. Ist das möglich?

Leider nicht. Homöopathische Mittel können die Symptome lindern, aber Astigmatismus beschreibt eine Fehlsichtigkeit durch Unebenheiten wie Narben oder eine Eindellung der Hornhaut des Auges. Dabei hilft nur eine Korrektur mittels Brille, Kontaktlinsen oder Operation, um diese Veränderungen auszugleichen.
Meine Augen sind plötzlich so trocken, was kann ich tun? Liegt das an meinen Linsen?

Es ist möglich, dass es an der Zusammenarbeit von Auge und Linsen liegt. Weiche Kontaktlinsen saugen Flüssigkeit auf und speichern Schadstoffe der Umwelt. Diese geben sie an das Auge ab, was zu Reizungen und Trockenheit führen kann. Wenn es sich um Harte Kontaktlinsen handelt, kann ein Mangel an guter Tränenflüssigkeit vorliegen, wenn sie zu Augentrockenheit neigen. Die Produktion guter Tränenflüssigkeit kann jedoch gefördert werden. Gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse hilft den Augen. Es ist jedoch sinnvoll den Augenarzt aufzusuchen, da trockene Augen auch andere Gründe haben können, die nichts mit den Kontaktlinsen zu tun haben.

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