Netzhautablösung

Netzhautablösung

Steckbrief: Netzhautablösung

Netzhautablösung – Lebenslange Blindheit?
Netzhautablösung
Der Begriff Netzhautablösung beschreibt eine Erkrankung der Augen, bei welcher sich die Netzhaut vom unteren Gewebe des Auges und vom sogenannten Glaskörper abhebt. Zumeist betrifft dies nur ein Auge. Jedoch ist es in seltenen Fällen genauso möglich, dass beide Augen betroffen sind.

Zumeist geht der Netzhautablösung eine Beschädigung derselben zuvor. Durch ein kleines Loch oder einen Riss kann jene Flüssigkeit, die das Auge insgesamt feucht hält, zwischen den Glaskörper und die Netzhaut gelangen. Dadurch trennen sich die beiden immer mehr voneinander. Solche Verletzungen entstehen durch verschiedene Krankheiten, durch äußere Einwirkungen, aber auch durch Operationen oder sportliche Aktivitäten.

Eine Netzhautablösung ist vergleichsweise selten. Ärzte gehen davon aus, dass lediglich 0,3 % der weltweiten Bevölkerung irgendwann im Leben einmal von diesem Leiden betroffen sind. Indem Risikofaktoren vermieden werden und auf die Gesundheit des Auges verstärkt geachtet wird, kann das persönliche Risiko einer Netzhautablösung noch einmal gesenkt werden. Entsteht diese Krankheit dennoch, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, welche abhängig vom Stadium der Krankheit eingesetzt werden können. Die Prognose ist hernach vergleichsweise gut. Die meisten Menschen, die unter einer Netzhautablösung litten, haben nach einer Behandlung keine bleibenden Symptome. Eine vollständige Sehfähigkeit kann zumeist wieder hergestellt werden. Hierfür ist jedoch auch ein frühzeitiger Besuch bei einem Facharzt nötig.

Definition Netzhautablösung?

Die Netzhaut (Retina) ist ein extrem dünnes Gewebe, das die Innenseite des Augenhintergrundes auskleidet. Wenn wir sehen, dringt das Licht der Objekte, die wir zu sehen versuchen, ins Auge. Das Lichtbild wird sowohl von der Hornhaut als auch von der Linse auf die Netzhaut fokussiert. Das auf die Netzhaut treffende Licht verursacht eine komplexe biochemische Veränderung innerhalb der Netzhautschichten. Nervenenden innerhalb der Netzhaut übertragen diese elektrischen Signale über den Sehnerv an das Gehirn. In bestimmten Bereichen des Gehirns wird diese elektrische Energie aufgenommen und verarbeitet, damit wir sehen und verstehen können, was wir sehen.

Insgesamt ist die Netzhaut nur etwa so groß wie eine Euromünze. Sie besteht aus einem zentralen Bereich, der Makula genannt wird, und einem größeren peripheren Bereich. Die Lichtrezeptorzellen in der Retina unterteilen sich in zwei Arten: die Stäbchen und die Zapfen. Die Stäbchen erlauben uns, unter schlechten Lichtbedingungen gleichsam noch sehen zu können. Zapfen hingegen ermöglichen die Schärfe des zentralen Sehens und die Farbsicht. Die periphere Netzhaut dient dazu, Objekte auf beiden Seiten zu sehen. Sie ist also für das periphere Sehen verantwortlich und sorgt dafür, dass der Mensch sich im Raum orientieren kann. Da dieser Teil der Netzhaut eine geringere Konzentration von Zapfen enthält, werden visuelle Details hier ausgeblendet.
Im Gegensatz dazu ist die Makula ein kleinerer zentraler Bereich der Netzhaut, der eine hohe Konzentration an Zapfen enthält. Dementsprechend ermöglicht dieser Teil des Auges eine klare zentrale Sicht. Die Makula ist beispielsweise dafür verantwortlich, dass der Mensch lesen und Gesichter identifizieren kann.

Die Netzhautablösung ist eine Augenerkrankung, bei der die Netzhaut von ihren Ansätzen zum darunter liegenden Gewebe im Auge getrennt wird. Die meisten Netzhautablösungen sind eine Folge eines Netzhautbruchs, eines Lochs oder eines Risses in der Retina. Netzhautbrüche können auftreten, wenn sich der Glaskörper löst. Der Glaskörper ist ein klares Gel, das zwei Drittel des Augeninneren füllt und den Raum vor der Netzhaut einnimmt. Die meisten Netzhautbrüche sind keine Folge einer Verletzung, sondern entstehen infolge einer Austrocknung, die im Alter durchaus vorkommen kann.

Sobald die Netzhaut gerissen ist, kann Flüssigkeit aus dem Glaskörper durch den Riss passieren und sich hinter der Netzhaut ansammeln. Die Ansammlung von Flüssigkeit hinter der Netzhaut ist das, was die Netzhaut von der Aderhaut und dem Pigmentepithel im hinteren Teil des Auges ablöst. Wenn sich immer weiter Flüssigkeit hinter der Netzhaut ansammelt, kann das Ausmaß der Netzhautablösung fortschreiten und die gesamte Netzhaut einbeziehen, was zu einer totalen Netzhautablösung führt.

Die Netzhaut kleidet das Augeninnere aus und enthält die lichtempfindlichen Sehzellen. Das Licht fällt durch die Pupille, die Augenlinse und den Glaskörper auf die Netzhaut und regt die Sehzellen an, die über den Sehnerv Impulse ans Gehirn weiterleiten. Bei der Netzhautablösung hebt sich die Netzhaut von der darunterliegenden Aderhaut ab; die mangelnde Blutversorgung führt zu einer Störung der Netzhautfunktion. In der Folge kommt es zu Gesichtsfeldausfällen; Betroffene sehen einen schwarzen Vorhang und/oder einen Rußregen aus schwarzen Punkten.

Diese Rußregen ist nicht zu verwechseln mit den harmlosen „mouches volantes“, die durch eine Glaskörpertrübung entstehen. Bei Verdacht auf eine Netzhautablösung sollte sofort ein Augenarzt oder eine Augenklinik aufgesucht werden, da bei unbehandelter Ablösung der Netzhaut Erblindungsgefahr besteht. Netzhautablösungen kommt jedoch im Vergleich zu anderen Augenkrankheiten wie Grauer Star oder Grüner Star eher selten vor (1:10.000).


Was ist eine Netzhautablösung?

Die Netzhaut, auch Retina genannt, ist eine stark von Nerven durchzogene Haut, die sich im Inneren des Auges befindet und den sogenannten Glaskörper umschließt, der die Stabilität des Auges gewährleistet. Die Funktion dieser Haut besteht vor allen Dingen darin, Licht in Nervenreize umzuwandeln und diese an den Sehnerv weiterzuleiten. Obgleich die Netzhaut von der äußeren Lederhaut geschützt wird, kann sie dennoch beschädigt werden. Bilden sich infolge einer Krankheit oder eines Traumas Risse oder kleine Löcher in der Netzhaut, führt dies dazu, dass Flüssigkeit aus dem Glaskörper austritt und sich zwischen diesen und die Netzhaut schiebt. Es bilden sich hernach kleine Taschen unter der Netzhaut, die jene abhebeln und vom Glaskörper trennen. Dadurch können die Lichteinfälle ins Auge nicht mehr deutlich wahrgenommen werden. Bilder verzerren sich nach und nach und dunkle Flecken oder Augenflimmern treten ein.

Wird eine Netzhautablösung rechtzeitig entdeckt, kann sie mittels operativer Eingriffe behoben werden, sodass keine bleibenden Schäden entstehen. Ist die Krankheit jedoch bereits weiter fortgeschritten und hat große Teile der Netzhaut beschädigt, führt dies zu bleibenden Seheintrübungen. Gerade dann, wenn der hintere Teil der Netzhaut, die sogenannte Makula, in Mitleidenschaft gezogen wurde, können Betroffene nicht mehr adäquat sehen und sind auf technische Hilfsmittel angewiesen oder erblinden teilweise.

Insgesamt gesehen tritt eine Netzhautablösung im Vergleich zu anderen Krankheiten nur sehr selten auf. Auch Komplikationen infolge einer solchen Erkrankung sind nur sehr selten zu erwarten.

Welche Ursachen gibt es?

Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit von Netzhautablösungen, die durch Flüssigkeitseinfluss in die Netzhaut verursacht werden, relativ gering ist und jedes Jahr etwa nur etwa einen unter 10.000 Menschen betrifft. Die meisten Fälle von Flüssigkeitseintritt unter die Netzhaut bewirken folglich nicht, dass sich Glaskörper und Retina voneinander abspalten. Es gibt allerdings eine Reihe von Risikofaktoren, die das Auftreten von Netzhautablösungen wahrscheinlich machen. Hierin eingeschlossen sind einige Erkrankungen der Augen, Kataraktoperationen und Augenverletzungen. Netzhautablösungen können in jedem Alter auftreten, sind jedoch am häufigsten bei Erwachsenen im Alter von 40 Jahren und älter, die kurzsichtig sind.

Zu den wesentlichen Erkrankungen, die die Wahrscheinlichkeit einer Netzhautablösung erhöhen gehört unter anderem die Gitterdegeneration des Auges. Es handelt sich dabei um eine Art Ausdünnung der äußeren Ränder der Netzhaut, die jedoch lediglich bei circa 9 % der Allgemeinbevölkerung auftritt. Die Gitterdegeneration, die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass die ausgedünnte Netzhaut dem Kreuzmuster eines Gitters ähnelt, bildet oft kleine Löcher in der Netzhaut. Besonders häufig tritt eine solche Erkrankung bei Menschen mit Kurzsichtigkeit auf. Die Tendenz von Kurzsichtigen zur Gitterdegeneration ist damit zu begründen, dass die Augen hernach größer als normale Augen sind und daher die periphere Retina deutlich mehr gestreckt wird. Glücklicherweise entwickeln nur etwa 1 % der Patienten mit Gitterdegeneration eine Netzhautablösung. Ärzte empfehlen prinzipiell, dass Patienten mit Gitterdegeneration der Netzhaut über diesen Zustand informiert und darauf hingewiesen werden, dass es wichtig ist, sofort von einem Augenarzt untersucht zu werden, wenn sie plötzliche Schwebeteilchen, Blitze oder eine Wolke wahrnehmen.

Unabhängig von der Gitterdegeneration erhöht eine hohe Kurzsichtigkeit das Risiko an einer Netzhautablösung zu erkranken. Erheblich ist dies jedoch erst ab circa fünf oder sechs Dioptrien. Hernach erhöht sich das Risiko auf ungefähr 3 %. Eine Kataraktoperation oder andere Operationen des Auges können dieses Risiko bei Personen mit hoher Kurzsichtigkeit noch weiter erhöhen.

Es konnte darüber hinaus nachgewiesen werden, dass Menschen, die bestimmte Arten von Augentropfen einnehmen, an einem deutlich höheren Risiko leiden, eine Netzhautablösung zu entwickeln. Pilocarpin, das viele Jahre lang eines der wichtigsten Mittel bei der Behandlung von Glaukomen war, ist beispielsweise inzwischen mit einer Netzhautablösung in Verbindung gebracht wurden. Darüber hinaus erschwert Pilocarpin durch die Verengung der Pupille die diagnostische Untersuchung der peripheren Netzhaut, was möglicherweise zu einer Verzögerung der Diagnose führt.

Personen mit einer chronischen Augenentzündung haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, eine Netzhautablösung zu entwickeln. Bei dieser Erkrankung ist neben der Netzhaut auch der Glaskörper betroffen. In schweren Fällen kann sich zwischen Retina und Glaskörper Eiter ansammeln, der die einzelnen Gewebeschichten voneinander trennt und abspaltet.

Eine Kataraktoperation, insbesondere wenn sich bei der Operation Komplikationen mit dem Glaskörper ergeben, erhöht gleichfalls das Risiko einer Netzhautablösung. Ärzte wissen jedoch um diese mögliche Nebenwirkung und stellen daher in der Nachuntersuchung fest, ob sich eventuelle Ablöseerscheinungen ergeben. In diesen Fällen erfolgt also in der Regel eine rasche Behandlung. Die Kataraktoperation dient der Behandlung eines grauen Stars, ist also in aller Regel durchaus notwendig und sollte unbedingt erfolgen. Hierbei wird die Trübung innerhalb der Linse entfernt, jedoch nach Möglichkeit ohne komplette Linsenentfernung. Bei dem in Deutschland üblichsten Verfahren, wird ein Ultraschallgerät mit sehr hoher Geschwindigkeit verwendet, um das getrübte Linsenmaterial in der Kapsel aufzubrechen und auszusaugen. Innerhalb der Kapsel wird hernach eine kleine Linse eingesetzt, die den hinteren Teil des Auges ausfüllen soll. Dabei können jedoch die Netzhaut und der Glaskörper beschädigt werden, was wiederum die Ablösung der Netzhaut bewirkt.

Infolge einer Operation können noch weitere Faktoren die Netzhautablösung bewirken. Die Bewegung des Glaskörpers ist hierbei ein Schlüsselfaktor, da diese ein Ziehen an der Netzhaut bewirken und zu einem Loch oder einem Flüssigkeitseinschuss führen kann. Obwohl eine Kataraktoperation die Wahrscheinlichkeit einer Netzhautablösung erhöht, überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Darüber hinaus konnte in den vergangenen Jahren ein deutlicher Fortschritt hinsichtlich der Prävention von Nebenwirkungen nach einer Operation erzielt werden. Dank moderner Technik reduziert sich das Risiko einer Netzhautablösung hier auf circa 2 %.

Neben Operationen und Nebenwirkungen ob einer Medikamenteneinnahme sind vor Verletzungen durch Umwelteinflüsse und äußere Faktoren maßgeblich für die Entwicklung einer Netzhautablösung. In erster Linie sind an dieser Stelle stumpfe Traumata zu nennen. Wird beispielsweise das Auge von einem Faustschlag getroffen und dabei verletzt, ist eine Ablösung der Netzhaut wahrscheinlich. Aber auch Verletzungen mit spitzen Gegenständen sind keine Seltenheit. Wesentlich sind darüber hinaus Verletzungen, welche dadurch entstehen, dass sich der Augendruck deutlich erhöht. Dies ist infolge von Extremsportarten, wie Gewichtheben, Fallschirmspringen oder bei Tiefseetauchen der Fall. Durch die Erhöhung des Drucks kann sich das Auge marginal vergrößern und so zu einem Reißen an der Netzhaut führen.

Begünstigt wird die Netzhautablösung von einigen körperlichen Erscheinungen, die insgesamt der Augengesundheit entgegen stehen. Hierzu gehört beispielsweise ein erhöhtes Körpergewicht sowie ein hoher Blutdruck. Aber auch das Rauchen schadet dem Auge. Zum einen gelangen über den Tabakqualm verschiedene Giftstoffe ins Auge und bewirken ein verstärktes Tränen. Gleichzeitig führt der heiße Rauch zum Austrocknen der Netzhaut. Sie ist hernach anfälliger für kleine Risse und Verletzungen. Dies betrifft selbstverständlich nicht nur den Raucher selbst, sondern auch die Menschen, welche in einem Raucherhaushalt leben.

Neben den genannten Faktoren können schließlich noch weitere Ursachen genannt werden, die jedoch vergleichsweise selten auftreten. Hierzu gehören neben genetischen Faktoren insbesondere Krankheiten: Glaukome, eine Infektion mit dem HI-Virus, ein Restinoblastom, Eklampsie, sowie Hypertonie und vielfältige Entzündungen und Infektionen des Auges oder der Augenhöhle können hier genannt werden.

Die Ursache einer Netzhautablösung ist für die Behandlung einer solchen vergleichsweise irrelevant. Hier spielt lediglich eine Rolle, wie schnell der Beginn der Krankheit erkannt wird. Gerade jene Menschen, die häufig von Risikofaktoren betroffen sind, sollten daher regelmäßig die Augen untersuchen lassen.

Die häufigsten Ursache der Netzhautablösung bestehen also in einem Riss der Netzhaut, der durch Abhebung des Glaskörpers entsteht. Die Glaskörperabhebung kann altersbedingt sein oder durch Verletzung des Auges verursacht werden, z.B. durch eine Prellung des Augapfels.
Eine Ablösung der Netzhaut kann auch durch Zug an der Netzhaut oder durch Einlagerung von Flüssigkeit zwischen Netzhaut und Aderhaut (exsudative Netzhautablösung) entstehen. als Risikofaktoren gelten Kurzsichtigkeit, Grauer Star bzw. eine Kataraktoperation, Augentumore, Augenentzündungen oder Diabetes mellitus.


Symptome & Anzeichen

Eine Netzhautablösung kann sich durch verschiedene Symptome deutlich bemerkbar machen. Beispielsweise können Flimmern und Lichtblitze vor den Augen die ersten Symptome einer Netzhautablösung oder eines Netzhautrisses sein, welcher der Ablösung vorausgeht. Das Flimmern und verschwimmen der Bilder kann jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es hängt in erster Linie damit zusammen, wie stark die Netzhautablösung bereits fortgeschritten ist und wieviel Flüssigkeit sich zwischen der Retina und dem Glaskörper angesammelt hat. Oftmals steht ein Flimmern mit Lichteinstrahlung in Verbindung. Je mehr Licht dabei auf die betroffene Stelle auftrifft, desto stärker verschwimmt das wahrgenommene Bild.

Die Abhebung des Glaskörpers verursacht neben einem deutlichen Flimmern auch eine sogenannte Photopsie. Es handelt sich dabei um willkürliche Lichtblitze, die scheinbar ins Auge einschießen. Diese betreffen in der Regel nicht das zentrale, sondern allein das periphere Sehen. Aus diesem Grund bleiben die kurzen Lichtblitze ebenfalls verschwommen und betreffen die Bildränder.

Die Netzhautablösung selbst zeigt sich unter Umständen auch durch einen Schatten, der am peripheren Sehen beginnt und sich schließlich zum zentralen Sehen hin ausweitet. Es entsteht der Eindruck, dass ein Schatten oder ein Schleier über den Augen liegt. Dieses Symptom ist jedoch vergleichsweise selten. Zu den Symptomen zählen plötzlich auftretende Lichtblitze, besonders bei ruckartigen Augenbewegungen, Rußregen (schwarze Punkte) und zunehmende Gesichtsfeldeinschränkung sowie Erblindung. Die Symptome treten meist nur in einem Auge auf.

Hat die Netzhautablösung auch die Makula erreicht ist das zentrale Sehen deutlich beeinträchtigt. Hier zeigen sich diverse Symptome. Beispielsweise können gerade Linien plötzlich verkrümmt erscheinen. Dies wird mittels eines Tests überprüft: Der Amsler-Gittertest besteht aus einem Feld mit gerade Linien. Sehen Betroffene hier Krümmungen und verschwommene Linien ist das ein deutlicher Hinweis auf eine Schädigung der Makula. Im Alltag kann dieses Symptom zunächst von Betroffenen übersehen werden. Ist die Ablösung bereits fortgeschritten, können schließlich Gesichter nicht mehr im Detail wahrgenommen werden. Es ist darüber hinaus nicht mehr möglich zu Lesen und mit dem Auge verschiedene Bereiche scharf zu stellen. Manchmal klagen Patienten in diesem Stadium auch über dunkle Flecken und blinde Bereiche in der Bildmitte.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Netzhautablösung zu diagnostizieren. In der Regel geht jedoch der Untersuchung eine ausführliche Anamnese vorraus. Der behandelnde Arzt wird dabei überprüfen, ob Risikofaktoren für eine solche Krankheit vorliegen. Da es sich um eine vergleichsweise seltene Erkrankung der Augen handelt, kommen schließlich weitere Erkrankungen infrage, die maßgeblich sein können für auftetende Symptome.

Im Anschluss an die Anamnese wird gewöhnlich ein Sehtest durchgeführt. Dieser besteht in erster Linie darin, dass Ziffern und Buchstaben aus verschiedenen Distanzen auf einer Tafel identifiziert werden. Der Arzt wird den Patienten zumeist bitten, ein Auge mit der Hand zu bedecken. Dadurch kann ermittelt werden, ob ein oder beide Augen betroffen sind. Hier zeigen sich schließlich Anzeichen von Kurzsichtigkeit, Makuladegeneration und Gitterdegeneration, insofern solche Krankheiten ebenfalls vorliegen und die Wahrscheinlichkeit einer Netzhautablösung erhöhen. Aber auch ein Amsel-Gitter-Test kann durchgeführt werden. Hier untersucht der Arzt, ob eine Schädigung der Makula, also des zentralen Sehvermögens vorliegt. Der Test basiert im Wesentlichen darauf, dass gerade Linien als solche erkannt werden müssen. Liegen Erkrankungen vor, sieht der Patient hingegen Wellen und Krümmungen. Bei Lichtblitzen und Rußregen sollte man sofort einen Augenarzt aufsuchen. Dieser untersucht den Augenhintergrund nach medikamentöser Pupillenerweiterung mit einem Kontaktglas, einer Lupe, die direkt auf den Augapfel aufgesetzt wird. Bei Trübung oder Einblutung in den Glaskörper kann die Diagnose auch durch Ultraschalluntersuchung erfolgen.

Netzhautablösung kann schließlich konkret durch Fundusfotografie oder mit dem Ophthalmoskopie untersucht werden. Die Fundusfotografie benötigt im Allgemeinen ein beträchtlich größeres Instrument als das Ophthalmoskop, hat aber den Vorteil, dass das Bild dauerhaft aufgezeichnet wird und von einem Spezialisten an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeitpunkt untersucht werden kann. Moderne Fundusfotographien bilden im Allgemeinen erheblich größere Bereiche des Fundus ab. Mit dem handgehaltenen Ophthalmoskopen können hingegen nur kleine Ausschnitte der Netzhaut gesehen werden. Welches Gerät zum Einsatz kommt, entscheidet im Wesentlichen die aufgesuchte Arztpraxis. In vielen Privatpraxen steht beispielsweise keine Apparatur für die Fundusfotografie zur Verfügung. In Krankenhäusern gehört dies hingegen bereits zur Grundausstattung.

Es ist außerdem möglich, eine spezielle Art des Ultraschalls dazu zu verwenden, das Auge zu untersuchen. Der Glaskörper und die Netzhaut werden hier mit einer Sonde gescannt. Besonders in der Notaufnahme eines Krankenhauses kann diese Methode zur Diagnose eingesetzt werden, da sie Netzhautablösungen mit höherer Wahrscheinlichkeit erkennen lässt.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die häufigsten weltweiten ätiologischen Faktoren, die mit der Netzhautablösung verbunden sind, sind Kurzsichtigkeit (im medizinischen Fachjargon Myopie genannt), diverse Operationen des Auges und Traumata: Ungefähr die Hälfte aller Patienten mit Ablösungen haben Kurzsichtigkeit, 30 % haben eine Kataraktentfernung infolge eines grauen Stars erfahren. Ein Viertel der Betroffenen hat ein direktes Augentrauma erlitten. Statistiken belegen, dass traumatische Ablösungen wesentlich häufiger bei jungen Menschen auftreten. Auch Kurzsichtigkeit bewirkt überwiegend bei jüngeren Patienten, besonders im Alter von 25 bis 45 Jahren, eine Ablösung der Netzhaut. Ablösungserscheinungen infolge einer Operation sind hingegen vermehrt bei älteren Patienten zu finden, da diese öfter Augenerkrankungen wie beispielsweise eine Makuladegeneration oder einen grauen Star entwickeln.

Ärzte sprechen häufig davon, dass diverse Sportarten, unter anderem Boxen, Gewichtheben sowie Fallschirmspringen zu einer Netzhautablösung führen können. Hierzu liegen jedoch kaum aussagekräftige Studien durch. Statistiken existieren zu diesem Thema ebenfalls nicht. Aus diesem Grund können keine Fallzahlen belegen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich diese Krankheit nach Sport einstellt. Lediglich im Bezug auf Paintball hat sich gezeigt, dass diese Sportart einen Anstieg der Netzhautablösung um circa 1 % bei Jugendlichen bewirkt, die diesen Sport ausüben. Maßgeblich ist hier die Möglichkeit, sich zu verletzen und eine traumatische Netzhautablösung auszulösen.

Insgesamt gesehen ist die Netzhautablösung unabhängig von der Herkunft oder dem Geschlecht eines Menschen. Es sind folglich Männer sowie Frauen jedes Alters betroffen. Die Theorie, dass gerade Menschen mit hellen Augen vermehrt zur Entwicklung einer Netzhautablösung neigen, konnte nicht bestätigt werden.


Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen ergeben sich bei der Netzhautablösung insbesondere dann, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wurde. In einigen Fällen zeigen sich die Ablösungserscheinungen erst spät und sind zuvor nicht durch spezifische Symptome zu bemerken. Das führt unter Umständen dazu, dass sich große Teile der Netzhaut vom Glaskörper abtrennen. Ist hernach die Makula betroffen, gelingt es in der Regel nicht mehr, dem Patienten eine volle Sehkraft zurückzugeben. Makulaschäden gehören nach wie vor zu jenen Erkrankungen, für die es noch keine Heilung gibt. Menschen, bei denen eine solche Störung vorliegt, sind nicht mehr in der Lage, scharf zu sehen. Sie können schließlich weder lesen noch Gesichter erkennen. Lediglich eine Orientierung im Raum ist dann noch möglich, da die Bildränder von der Makulaschädigung unberührt bleiben. Dennoch gelten Betroffene in Deutschland mit dieser Erkrankung als blind.

In einigen besonders schweren Fällen von Netzhautablösung gelingt die Behandlung nicht. Dies ist vor allem der Fall, wenn Einblutungen oder Linseneintrübungen die Sicht auf das Operationsfeld versperren. Dann ist auch eine dauerhafte Blindheit möglich. Insgesamt gesehen sind Komplikationen bei einer Netzhautablösung aber vergleichsweise selten. Behandlungen sind bei dieser Krankheit häufig erfolgreich.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Riss oder ein Loch in der Netzhaut, das zu einer peripheren Netzhautablösung führt, hat den Verlust des seitlichen Sehens zur Folge. Fast alle Betroffenen werden zu einer vollständigen Netzhautablösung und zum Verlust des gesamten Sehvermögens kommen, wenn das Problem nicht behoben wird. Der dunkle Schatten oder die Flecken, die einen Teil des gesehenen Bildes entweder von der Seite, von oben oder von unten verdecken, werden fast immer dazu führen, dass das Sehen permanent eingeschränkt ist. Eine spontane Neubildung der Netzhaut ist selten.

Eine frühe Diagnose und eine Reparatur der Netzhaut sind folglich dringend erforderlich. Die Behandlung zeigt sich stets dann erfolgreicher, wenn die durchgeführt wird bevor die Makula oder der zentrale Bereich der Retina abgelöst wird. Die chirurgische Reparatur einer Netzhautablösung ist in der Regel erfolgreich bei der Wiederanbringung der Netzhaut, obwohl mehr als ein Verfahren erforderlich sein kann. Sobald die Netzhaut wieder angebracht ist, verbessert sich das Sehen normalerweise und stabilisiert sich dann. Erfolgreiches Wiederanbringen führt jedoch nicht immer zu einer normalen Sicht. In den meisten Fällen ist dies jedoch gegeben. Damit Betroffene jedoch eine Chance auf normales Sehen haben, muss frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden. Ärzte empfehlen eine sofortige Behandlung, sobald sich ungewöhnliche Erscheinungen bezüglich des Sehens einstellen. Das bedeutet, dass ein Arzt unbedingt kontaktiert werden sollte, wenn sich Flecken, Eintrübungen, Schatten, Flimmern und andere Ungewöhnlichkeiten entstellen. Wer darüber hinaus mit diversen Risikofaktoren in Kontakt gekommen ist, sollte ebenfalls einen Augenarzt aufsuchen. Nach einer Schlägerei, bei welcher das Auge in Mitleidenschaft gezogen wurde, gilt es vorsichtshalber eine Untersuchung durchführen zu lassen. Rauchern empfiehlt sich ebenfalls eine Routineuntersuchung.

Behandlungsmethoden & Therapie

Netzhautlöcher oder -risse können mit Lasertherapie oder Kryotherapie (Einfrieren der Netzhaut) behandelt werden, um ein Fortschreiten der Schäden zu verhindern, die unter Umständen zu einer vollständigen Ablösung der Netzhaut führen. Es gibt viele Faktoren, die bestimmen, welche Löcher oder Risse behandelt werden müssen. Zu diesen Faktoren gehören die Art und die spezifische Lage der Defekte, ob das Ziehen an der Retina oder eine Blutung beteiligt ist und ob einer der maßgeblichen Risikofaktoren vorhanden ist.

Drei Arten von Augenoperationen werden für die eigentliche Netzhautablösung empfohlen: Vitrektomie, Sklera-Beulen und pneumatische Retinopexie.

Die Pars-plana-Vitrektomie (PPV oder schlicht Vitrektomie) ist heute die am häufigsten durchgeführte Operation bei einer Netzhautablösung. Die Vitrektomie wird im Krankenhaus während einer Vollnarkose oder einer Lokalanästhesie durchgeführt. Dabei werden kleine Öffnungen in die Sklera gemacht, um die Positionierung eines faseroptischen Lichts, eines Bewässerungssystems, einer speziellen medizinischen Schere und einer empfindlichen Pinzette zu ermöglichen. Das Glaskörperglas des Auges wird entfernt, um die Zugkräfte des Glaskörpers auf der Netzhaut zu reduzieren oder zu eliminieren. Eine Laser- oder Kryotherapie (Einfrieren) wird verwendet, um die Netzhautrisse oder -löcher zu behandeln. Hierfür wird der Glaskörper mit einem Gas gefüllt, wodurch eine Neupositionierung der Retina möglich wird. Das Gas wird schließlich absorbiert und wieder durch die natürliche Flüssigkeit des Auges ersetzt. Dieses Verfahren erfordert möglicherweise eine spezielle Positionierung des Kopfes des Patienten nach unten in der postoperativen Phase. Dies ist selbstverständlich unbequem, hilft aber dabei, die Netzhaut abzudichten und das Gas zu verdrängen. Wenn ein Gas verwendet wird, das sehr langsam absorbiert wird, muss der Patient unter Umständen sogar einige Tage den Kopf permanent nach unten gebeugt halten.

In der Vergangenheit war die Vitrektomie nur bestimmten komplizierten oder schweren Netzhautablösungen vorbehalten, wie sie durch das Wachstum abnormaler Blutgefäße auf der Netzhaut oder im Glaskörper verursacht werden. Dies ist beispielsweise bei fortgeschrittenem Diabetes der Fall. Netzhautablösungen im Zusammenhang mit einem riesigen Netzhautriss, einer Glaskörperblutung, welche die komplette Sicht auf die Netzhaut versperrt, sowie einer ausgedehnten Netzhautablösung infolge von Vernarbungen, schweren Infektionen des Auges und letztlich großflächigen Ablagerungen im Auge wurden ebenfalls mit dieser Technik behandelt. Die Anstrengungen und Komplikationen, die sich in der Nachsorge ergeben, wurden hierbei in Kauf genommen, da die Vitrektomie oftmals das letzte Mittel zur Erhaltung der Sehfähigkeit darstellte. In solchen komplexen Fällen wird heute aber oft auch eine Sklera-Schnalle zusammen mit der Vitrektomie durchgeführt. Es ist außerdem möglich ein Silikonöl anstelle eines Gases in die Glaskörperhöhle einzuführen werden. Dieses Öl muss zu einem späteren Zeitpunkt entfernt werden. Es entfällt hier allerdings die komplizierte Lagerung des Kopfes im Anschluss an die Operation.

Die sklerale Schnallenoperation oder das sklerale Knicken war lange Zeit die Standardbehandlung für Netzhautablösungen. Sie wird auch heute noch in vielen Fällen verwendet. Die Operation wird in einem Operationssaal des Krankenhauses mit einer kompletten oder örtlicher Betäubung durchgeführt. Einige Patienten bleiben anschließend über Nacht im Krankenhaus, andere können hingegen noch am selben Tag wieder heimkehren. Während der Operation identifiziert ein Chirurg die Löcher oder Risse entweder durch das Operationsmikroskop oder einen fokussierenden Scheinwerfer, der als indirektes Ophthalmoskop bezeichnet wird. Das Loch oder der Riss wird dann entweder mit Diathermie (ein elektrischer Strom, der das Gewebe erhitzt und zusammenschmilzt), einer Kryosonde (Gefrieren) oder einem Laser versiegelt. Dies führt dazu, dass sich später Narbengewebe um den Netzhautriss bildet. Dies sorgt hernach dafür, dass sich ein dauerhafter Verschluss bildet, so dass Flüssigkeit aus dem Glaskörper nicht länger unter die Retina gelangen kann. Eine Skleralschnalle, die aus Silikon, Kunststoff oder Schwamm besteht, wird dann an die Sklera genannte Außenwand des Auges genäht. Diese Schnalle ist wie ein enger Gurt, der sich um das Auge herumlegt. Dies komprimiert das Auge, so dass das Loch oder der Riss in der Netzhaut gegen die äußere Sklerawand des Auges gedrückt wird, die durch die Schnalle eingerückt wurde. Die Schnalle kann dauerhaft an Ort und Stelle bleiben. Sie ist normalerweise nicht sichtbar, weil sie sich lediglich am hinteren Teil des Auges befindet und von der Bindehaut bedeckt ist, die sorgfältig auf der Schnalle vernäht wurde. Das Zusammendrücken des Auges mit der Schnalle verringert auch die Möglichkeit, dass hernach ein Ziehen den Glaskörper wieder von der Netzhaut trennt.

Die pneumatische Retinopexie wird meist ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt. Wiederum wird eine Laser- oder Kryotherapie verwendet, um das Loch oder den Riss in der Netzhaut zu versiegeln. Der Chirurg injiziert dann eine Gasblase direkt in die Glaskörperhöhle des Auges, um die abgelöste Netzhaut gegen die hintere Außenwand des Auges zu drücken. Die Gasblase dehnt sich zunächst aus und verschwindet dann innerhalb von zwei bis acht Wochen wieder. Die richtige Positionierung des Kopfes in der postoperativen Zeit ist auch hier entscheidend für den Erfolg. Obwohl diese Behandlung für die Reparatur von vielen Netzhautablösungen ungeeignet ist, ist sie einfacher und viel weniger kostspielig als sklerales Knicken. Wenn die pneumatische Retinopexie nicht erfolgreich ist, kann immer noch eine Vitrektomie oder eine Sklera-Knick-Operation durchgeführt werden.

Welche Behandlung letztlich bei der jeweils vorliegenden Netzhautablösung empfohlen ist, hängt im Wesentlichen davon ab, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und an welcher Stelle sich der Riss gebildet hat. Insgesamt gesehen ist jedoch jede der genannten Operationstechniken erfolgversprechend.

Die Behandlung der Netzhautablösung erfolgt operativ bzw. durch Laser. Mit Augenlaser können Vorstufen oder ein Riss in der Netzhaut behandelt werden, bei dem die Netzhaut noch auf der Aderhaut anliegt. Wenn die Netzhaut sich bereits abgelöst hat, muss operativ behandelt werden. Die Art des operativen Eingriffs hängt vom Ausmaß der Netzhautablösung ab. Eine Operationstechnik für rissbedingte Ablösung besteht im künstlichen Annähern der Aderhaut an die abgelöste Netzhaut. Dies wird z.B. durch Anbringen einer Silikonplombe außerhalb des Augapfels an der Stelle des Netzhautrisses erreicht, die den Augapfel eindellt. Durch Laser kann nun eine Entzündungsreaktion des Auges ausgelöst werden, die dazu führt, dass die beiden Schichten wieder verwachsen.

Bei massiver Ablösung wird der Glaskörper des Auges entfernt und durch ein Implantat ersetzt. Dadurch wird die Netzhaut wieder an die Aderhaut gedrückt und verwächst mit ihr. Zur Vorbeugung gegen Netzhautablösung empfehlen Augenärzte für Personen mit Risikofaktoren die regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrunds. Dabei können Vorstufen erkannt und mit Laser behandelt werden. Gegen Netzhautablösung können auch die homöopathischen Mittel Apis (Biene) und Arsenicum (Arsen) unterstützend eingesetzt werden, bei akuter Netzhautablösung mit Blutung Phosphorus (Phosphor), alle in D3 bis D12.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Netzhautablösung hat vielfältige Ursachen. Oftmals handelt es sich dabei um Risikofaktoren, die durchaus vermieden werden können und Warnzeichen frühzeitig erkannt werden. Das wirksamste Mittel zur Vorbeugung und Risikoreduzierung besteht in der Aufklärung über die ersten Anzeichen und in der Ermutigung von Personen, eine augenärztliche Behandlung in Anspruch zu nehmen, wenn sie Symptome haben, die auf eine hintere Glaskörperabhebung hinweisen. Eine frühzeitige Untersuchung ermöglicht das Erkennen von eingelagerter Flüssigkeit, die mit Laser- oder Kryotherapie behandelt werden kann. Dies reduziert das Risiko der Netzhautablösung deutlich.

Traumabedingte Fälle von Netzhautablösung können im Hochleistungssport oder im Hochgeschwindigkeitssport auftreten. Einige Ärzte empfehlen daher, Aktivitäten wie Tauchen oder Fallschirmspringen zu vermeiden, da sie den Druck im Auge erhöhen. Wer dennoch nicht auf diese Tätigkeiten verzichten möchte, sollte die Augen regelmäßig untersuchen lassen beziehungsweise geeignete Maßnahmen ergreifen, um einer Schädigung des Auges vorzubeugen. Hierzu gehört beispielsweise das Auge mit einer Schutzbrille zu schützen.

Einige Sportarten und Freizeitaktivitäten zeichnen sich dadurch aus, dass auf einen schnellen Druckanstieg ein plötzlicher Druckabfall folgt. Hierzu gehören beispielsweise Bungeejumping und Achterbahnfahren. Hierauf sollte nach Möglichkeit verzichtet werden, wenn gewisse Krankheiten oder Schädigungen des Auges, wie etwa Kurzsichtigkeit, vorliegt. Der Augendruck kann aber auch beim Gewichtheben entstehen. Auf schweres Heben sollte folglich insgesamt verzichtet werden, da dies ebenfalls eine Netzhautablösung zur Folge haben kann.

Im Sinne der Prävention einer Netzhautablösung gilt es auch alle gesundheitlichen Faktoren zu beachten, die mit dem Auge in direkter Verbindung stehen. Ein erhöhter Blutdruck beispielsweise, der durch Gewichtszunahme verursacht wird, erhöht gleichzeitig den Druck aufs Auge. Darüber hinaus ist hierdurch oftmals auch die empfindliche Makula angegriffen. Es ist also notwendig, dass ein Normalgewicht gehalten wird. Sport und eine gesunde Ernährung gelten folglich als wichtige präventive Mittel.

Schließlich sollten starker Luftzug genauso wie eine Verschmutzung des Auges vermieden werden. Hierfür eigenen sich Arbeitsschutz- oder Sonnenbrillen. Aber auch der Verzicht von Tabakrauch hat positive Effekte auf das Auge. Hierdurch wird ein Austrocknen der Netzhaut sowie eine Verschmutzung derselben verhindert.


Prognose zur Heilung

Früher galt die Netzhautablösung als Garant für nachfolgende Blindheit. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch diverse Operationstechniken herausgebildet und soweit entwickelt, dass heute in den meisten Fällen zumindest ein Fortschreiten der Krankheit verhindert werden kann. In mehr als 80 % der Fälle ist sogar eine komplette Heilung möglich. Das bedeutet, dass bei den meisten Patienten die komplette Sehkraft wieder hergestellt werden kann. Nur selten ergeben sich derart drastische Komplikationen, dass im Anschluss an die Behandlung bleibende Schäden erwartbar sind. Gelingt eine Operation zunächst nicht, ist es außerdem möglich erneut zu operieren beziehungsweise eine andere Methode anzuwenden. Dies erhöht die Heilungschancen zusätzlich.

Es lässt sich festhalten, dass die Heilungschancen insgesamt sehr hoch sind. Sie steigen selbstverständlich dann, wenn die Krankheit frühzeitig entdeckt wird und darüber hinaus eine schnelle Behandlung erfolgt. Wichtig ist hernach jedoch, dass eine ordentliche und gründliche Nachsorge erfolgt und der Patient allen Anweisungen des Arztes Folge leistet.


Folgen einer Netzhautoperation

Eine Netzhautablösung wird aktuell ausschließlich mittels operativer Verfahren behandelt. Diese können zu verschiedenen Nebenwirkungen führen. Unannehmlichkeiten, Schmerzen, Nässen, Rötungen, Schwellungen und Juckreiz des betroffenen Auges sind vergleichsweise häufig anzutreffen und können für einige Zeit nach der Operation fortbestehen. Diese Symptome werden normalerweise mit Augentropfen behandelt. Eine übliche Folgeerscheinung ist jedoch auch unscharfes Sehen. Dies kann viele Monate lang andauern und machen unter Umstände eine Brille notwendig. Dies ist vor allem in Bezug auf die sklerale Knick-Operation gegeben, da die eingesetzte Schnalle das Auge sowie die Form des Auges verändern kann. Die Sklera-Schnalle kann auch sogenannte Doppelbilder verursachen. Dies ist dann der Fall, wenn die Muskeln des Auges von der Schnalle behindert werden. Andere mögliche Komplikationen sind ein erhöhter Druck im Auge, Einblutung in den Glaskörper, Einblutung in die Netzhaut und Trübung der Augenlinse. Bei der einer Operation kann überdies das Augenlid sowie die Sehnen desselben verletzt werden. Hernach zeigt sich die sogenannte Ptosis, ein Herabhängen des Augenlids. Zusätzlich kann eine Infektion um die Sklera-Schnalle oder sogar des Auges selbst auftreten. Gelegentlich muss die Schnalle wieder entfernt werden.

Die chirurgische Reparatur von Netzhautablösungen ist bei etwa 85 % der Patienten mit einem einzigen Vitrektomie- oder Sklera-Knick-Eingriff erfolgreich. Mit zusätzlicher Operation werden über 95 % der Netzhautablösungen erfolgreich wieder angebracht. Einige Monate können jedoch verstreichen, bevor die Sehkraft auf ihr vorheriges Niveau zurückkehrt. Das endgültige Ergebnis für das Sehen hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel davon, ob die Makula gelöst wurde. In jenen seltenen Fällen, in denen das zentrale Sehvermögen aufgrund von degenerativen Veränderungen der Makula beeinträchtigt wurde, kann nur hin und wieder eine normale Sehkraft hergestellt werden. Die visuellen Veränderungen in dieser Situation sind ähnlich denen, die mit den Symptomen einer Makuladegernation in Verbindung stehen. Hierzu gehören unter anderem Beeinträchtigungen des zentralen Sehens bezüglich der Schärfe sowie der Wahrnehmung von Farben. Doch selbst dann, wenn die Makula nicht abgelöst wurde, kann es sein, dass Teile der Sehkraft verloren gehen.

Neue Löcher, Risse oder starkes Ziehen können sich ebenfalls infolge einer Operation der Netzhaut entwickeln. Dies führt unter Umständen erneut zu einer Ablösung. Durch eine subretinale Fibrose können darüber hinaus Narben entstehen, welche die Sehfähigkeit beeinträchtigen können.

Schwierigkeiten ergeben sich auch bei den Operationstechniken, bei denen eine Gas- oder Luftblase in das Auge eingeführt wurde. Hier bestimmt die Aufrechterhaltung der richtigen Positionierung des Kopfes das Endergebnis der Behandlung. Schafft es der Patient nicht, die teilweise schwierige Kopfhaltung über einen längeren Zeitraum hinweg zu bewahren, ist es möglich, dass die Netzhaut verrutscht und der Glaskörper beschädigt wird. Hier muss schließlich erneut eine Operation durchgeführt werden.

Insgesamt ist es wichtig, dass nach jeder Operation des Auges eine engmaschige Nachuntersuchung durch den behandelnden Arzt erfolgt. Nur hierdurch kann gewährleistet werden, dass die Sehkraft rasch wieder hergestellt wird. Darüber hinaus fallen Schäden am Auge direkt auf und mögliche Fehler können direkt korrigiert werden. Bei etwa einem Viertel der Patienten kann nach der Operation erneut ein Riss in der Netzhaut entstehen. Dieser kann schließlich geflickt werden, bevor es erneut zur Ablösung der Netzhaut vom Glaskörper kommt.


Alternative Behandlungsmethoden

Netzhautablösungen werden aktuell mit operativen Eingriffen behandelt. Es gibt bislang keine alternativen Verfahren, die Operationen ersetzen können. Lediglich zur Prävention und zur Erhaltung der Augengesundheit können diverse Mittel herangezogen werden. Bislang existieren allerdings noch keine aussagekräftigen Studien, die eine Wirksamkeit von verschiedenen alternativen Mitteln belegen können. Dies liegt unter anderem auch an der Vielzahl der infrage kommenden Produkte. Beispielsweise bewerben Heilpraktiker verschiedene Pflanzen, die einen positiven Einfluss auf das Auge haben sollen. Auch homöopathische Globuli und Schüssler Salze sollen hilfreich sein. Theoretisch können diese Produkte von jedermann ausprobiert werden. Nachteile ergeben sich hieraus kaum. Ob jedoch eine positive Wirkung erzielt wird, ist fraglich.

Wichtig ist bei der Anwendung von alternativen Heilmitteln, dass weder Salben noch Tinkturen direkt ins Auge gegeben werden. Die Lederhaut sowie die Netzhaut des Auges sind sehr empfindlich. Lösungen und Salben sollten nur dann mit dem Auge in Kontakt kommen, wenn dies zuvor von einem Augenarzt verschrieben wurde. Von einer selbstständigen Behandlung ist unbedingt abzusehen.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel können bei einer bereits erfolgten Ablösung der Netzhaut kaum etwas ausrichten. Sie sind allerdings hilfreich im Bezug auf die Prävention dieses Augenleidens. Folgende Maßnahmen können beispielsweise ergriffen werden, um das Auge vor einer Schädigung der Netzhaut zu schützen:

  • Tragen von Schutzbrillen
  • Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung
  • Vermeidung von Rauch
  • Spülen der Augen nach Kontakt mit Schadstoffen
  • regelmäßige Kontrolle der Augen
  • gesunde Ernährung

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter spielen bezüglich der Netzhautablösung besonders im Rahmen präventiver Maßnahmen eine Rolle. Es sind beispielsweise einige Pflanzen bekannt, die reich an Vitaminen sind, welche das Auge stärken und die Sehkraft erhalten. Darüber hinaus sollen bestimmte Pflanzen vor Entzündungen der Augen und Infektionen in diesem Bereich schützen. Im Folgenden finden sich einige Heilpflanzen, die von Augenärzten empfohlen werden:

  • Augentrost
  • Schöllkraut
  • Immergrün
  • Kalmus
  • Knoblauch
  • Möhren
  • Indische Buntnessel
  • Echte Hauswurz
  • Pfefferkraut
  • Kümmel

Ätherische Öle

Bei ätherischen Ölen gilt besondere Vorsicht hinsichtlich der Augen. Geraten Öle ins Auge kann dies zu starken Schäden führen. Darüber hinaus sorgen Duftlampen unter Umständen für Reizungen sowie ein trockenes Luftverhältnis. Dies kann das Auge zusätzlich schädigen. Aus diesem Grund ist von der Anwendung von ätherischen Ölen in Bezug auf eine Netzhautablösung eher abzuraten. Zumindest sollte jedoch eine Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Hierdurch können eventuelle weitere Schäden durchaus vermieden werden.

Ätherische Öle, die nach Abklärung mit einem Augenarzt infrage kommen, sind unter anderem folgende:

  • Minze
  • Thymian
  • Eukalyptus
  • Rosmarien
  • Salbei
  • Lavendel
  • Wacholder
  • Teebaumöl
  • Fenchel

Homöopathie & Globuli

Die Homöopathie gehört zu den strittigen Bereichen der alternativen Medizin, über die unter Fachärzten heftig diskutiert wird. Ausgangspunkt des Streits sind vor allem, die fehlenden Belege bezüglich der Wirksamkeit von Globuli. Einerseits basieren diese auf pflanzlichen Mitteln, welche durchaus eine Wirkung auf den Körper und die Gesundheit haben können, andererseits ist die Dosierung der pflanzlichen Wirkstoffe oftmals so gering, dass keine Effekte erzielt werden. Im Bezug auf die Netzhautablösung haben sich keine der folgenden Mittel bislang als erfolgreich erwiesen. Sie können jedoch im Rahmen der Prävention eingenommen und ausprobiert werden.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die Wirksamkeit von Schüssler Salzen wird von Ärzten aller Fachrichtungen stark angezweifelt. Es existieren derzeit noch keine Studien oder wissenschaftliche Arbeiten, welche den Nutzen der Salze belegen können. Auch der Einfluss auf die Gesundheit der Augen wird stark angezweifelt. Aus diesem Grund sollte unbedingt ein Augenarzt kontaktiert werden, bevor die folgenden Mittel eingenommen werden.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt im Bezug auf die Netzhautablösung keine Ernährung, die von Ärzten bevorzugt wird. Selbstverständlich ist jedoch eine gesunde Nahrungsweise für die Erhaltung der Augengesundheit unerlässlich. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei auch die tägliche Aufnahme von frischem Obst und Gemüse. Etliche Gemüsesorten enthalten beispielsweise Beta-Karotin sowie Vitamine, die das Auge besonders schützen und stabil halten. Zu den Lebensmitteln, die sehr reich an Vitaminen sind, welche das Auge betreffen, gehören Möhren, Blattspinat, Rosenkohl, Avocados sowie Erbsen.

Eine wichtige Funktion kommt auch der Auswahl von Fetterzeugnissen zu. Das Auge selbst basiert auf Omega-3-Fettsäuren. Lebensmittel, die diese Fettsäuren ebenfalls enthalten sind folglich zu bevorzugen. Hierzu zählen unter anderem Lachs, Forelle aber auch Vollkornprodukte und Sojasprossen. Verzichten sollte man hingegen auf fettes Fleisch, stark zuckerhaltige Speisen und Fertigprodukte. Diese können nicht nur zur Fettleibigkeit führen, sondern auch einen Diabetes auslösen, der wiederum die Augengesundheit stark beeinträchtigt.

Maßgeblich für den Schutz der Netzhaut ist das ausreichende Trinken. Ein Austrocknen der Augen führt leichter zu Verletzungen und Rissen, die hernach eine Netzhautablösung wahrscheinlicher machen. Ärzte empfehlen daher, täglich mindestens zwei Liter Wasser zu konsumieren.


FAQ – Fragen & Antworten

Wird man durch eine Netzhautablösung blind?

Blindheit gehört zu den sehr seltenen Komplikationen, die sich infolge einer Netzhautablösung ergeben können. In der Regel kann beinahe die komplette Sehkraft durch eine Operation wieder hergestellt werden. Ist die Netzhaut jedoch sehr stark beschädigt und hat zudem die Makula in Mitleidenschaft gezogen, dann ist eine teilweise Blindheit möglich. Das periphere Sehen, dass eine Orientierung im Raum ermöglicht, ist hiervon in der Regel aber nicht betroffen.

Führt der Konsum von Aspirin zur Netzhautablösung?

In den vergangenen Jahren wurde vermehrt darüber diskutiert, ob sich Aspirin negativ auf die Gesundheit des Auges auswirkt. Hierzu wurden verschiedene Studien durchgeführt, die allerdings keine Belege für diese Theorie finden konnten. Ärzte raten dennoch von einer häufigen Einnahme dieses Mittels ab. Darüber hinaus ist noch nicht widerlegt, dass Aspirin Ablagerungen in der Makula begünstigt, was hernach zur sogenannten Makuladegernation führen kann.

Was ist ein Glaskörper?

Der Glaskörper, in der Medizin auch als Corpus vitreum bezeichnet, ist das Innere des Auges. Es handelt sich dabei um eine gelartige Masse, welche die umliegenden Häute, beispielsweise die Netzhaut und die Lederhaut, in Form hält. Der Glaskörper verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er komplett durchsichtig ist. Dadurch ist es möglich, dass Licht durch ihn hindurchdringen kann und von der Netzhaut registriert wird. Er besteht grundlegend aus Wasser, einem kleinen teil Hyaluronsäure sowie bestimmten Fasern, die für Stabilität sorgen. Abgesehen von einer Stützfunktion, kommt dem Glaskörper jedoch keine weitere Aufgabe zu. Tritt aus ihm aber Flüssigkeit aus, kann diese sich unter der angrenzenden Netzhaut sammeln und schließlich eine Netzhautablösung bewirken.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (45 Stimmen, Durchschnitt: 4,84 von 5)
Loading...
Top