Dengue Fieber

Was ist das Dengue-Fieber?

Unter den Tropenkrankheiten nimmt das Dengue Fieber eine spezielle Stellung ein. Im umgangssprachlichen Gebrauch wird das durch Viren ausgelöste Dengue Fieber auch ALS Knochen- oder Dandybrecherfieber oder Siebentagefieber bezeichnet.

Es gelangt überwiegend durch Menschen nach Deutschland, die in verschiedenen tropischen und subtropischen Ländern infiziert worden sind. Nicht selten versterben die Patientinnen und Patienten durch zusätzliche Komplikationen an dieser Erkrankung.

Erstaunlicherweise ist das Denguefieber keine ansteckende Krankheit. In Deutschland unterliegt das Dengue-Fieber der Meldepflicht, die vom zuständigen Tropenarzt übernommen wird.

Das Dengue-Fieber, auch bekannt als Knochenbrecher- oder Dandy-Fieber, ist vor allem in tropischen Gebieten wie Mittelamerika, Zentralafrika, Südasien und Ozeanien verbreitet. Zwar bleibt eine Infektion oft folgenlos, eine zu spät angesetzte Behandlung endet jedoch in 50% der Fälle tödlich.

Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, mit der sich Menschen häufig auf Reisen in die oben genannten Gebiete infizieren. Es existieren vier unterschiedliche Typen, die unabhängig voneinander ausbrechen können. Immunität erlangt ein Mensch nach einer Infektion lediglich gegen die Unterart, an der er erkrankt ist. An allen weiteren Typen können dennoch übertragen werden.

Ursachen des Dengue-Fiebers

Dengue-Fieber insekt

Die Ursache für die Entstehung des Dengue Fiebers ist die am Tag fliegende Aedes-Mücke. Die Aedes aegypti Mücke ist auch als Gelbfiebermücke ist nicht das einzige Insekt, das Dengue-Viren trägt. Die Asiatische Tigermücke Aedes albopictus geben das Virus mit dem Speichel beim Hauteinstich in das Blut des Menschen ab. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes RNA-Virus, das der Familie der Flaviviren zugeordnet wird. Es ist etwa 30 bis 60 Nanometer groß und zeichnet sich durch eine positive Ausrichtung der Ribonukleinsäure (RNA) aus.

Über den Speichel oder den Schweiß besteht keine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch. Lediglich wer mit infiziertem Blut in Berührung kommt, droht zu erkranken.

Die Dengue-Viren zählen zu einer Erregergruppe, die ebenso für die Übertragung des Gelbfiebers und der Pest sowie des West-Nil-Fiebers verantwortlich sind. Eine Erkrankung ist bis zu vier mal möglich, weil des Virus in vier verschiedenen Typen vorkommen kann.

Symptome und Anzeichen

Häufig tritt bei Betroffenen ein juckender Hautausschlag am ganzen Körper auf. Verstärkt macht er sich im Gesicht und an den Gliedmaßen bemerkbar.

Die Inkubationszeit beim Dengue Fieber liegt zwischen drei Tagen und zwei Wochen. Das heißt, wurde ein Mensch von der Mücke gestochen, dauert es diesen Zeitraum bis zu deren Ausbruch. Die Früherkennung ist in der Regel sehr schwierig, zumal die Symptome äußerst unspezifisch sind.

Bei einer Infektion deuten alle Anzeichen zunächst auf eine Grippeerkrankung hin.

Krankheitsanzeichen wie:

sind gerade bei Europäern von einer normalen Grippe her bekannt.

Etwas später tauchen weitere Symptome auf, die auf eine Grippe hinweisen:

Eher unüblich sind Auffälligkeiten wie

:

Zudem weisen geschwollenen Lymphknoten auf eine Abwehrreaktion des Körpers hin. Manche Menschen, insbesondere Kinder, leiden in seltenen Fällen unter keinem der Symptome.

Kurz zusammengefasst werden können diese Symptome als sogenanntes „klassisches Dengue-Trias“ mit Fieber, Schmerzen und Ausschlag.

Das lebensbedrohliche Dengue-Hämorrhagische Fieber mit Bauchschmerzen, erneutem Fieber und Erbrechen wird durch die Blutungsneigung begünstigt. Diese entsteht, weil die Konzentration der Thrombozyten (Blutplättchen – Gerinnungszellen) stark abnimmt. Die Blutungen können ab einer gewissen Untergrenze sowohl innerlich als auch äußerlich auftreten. Unbehandelt verbluten die Betroffenen schnell.

Das lebensbedrohliche Dengue-Schock-Syndrom beruht auf der Abnahme des Blutdrucks. Die Herzfrequenz nimmt zu, dennoch werden alle lebenswichtigen Organe nicht mehr ausreichend durchblutet.

Wichtig ist bei den Symptomen der Hinweis auf zahlreiche Komplikationen, die ab einem bestimmten Zeitpunkt beziehungsweise in der sogenannten kritischen Phase nicht ausgeschlossen werden können.

Diagnose und Krankheitsverlauf des Dengue-Fiebers

Die Erkennung der Erkrankung Dengue-Fieber ist äußerst schwierig. Oftmals muss eine eingehende Differential- oder Ausschlussdiagnostik in Angriff genommen werden, um eine eindeutige Diagnose und eine Abgrenzung zu anderen Tropenkrankheiten wie Japanische Enzephalitis, Röteln, Leptospirose, Typhus abdomina, Malaria und Masern zu erreichen.

Erschwerend gestaltet sich der Aspekt, dass sowohl Falsch-negative Resultate bei Schnelltests als auch mehrere, zeitlich aufeinander ab folgende Bluttests unumgänglich sind. Problematisch ist dabei, dass nicht alle Kontrollmechanismen eindeutige Ergebnisse liefern.

Nach dem ansteckenden Stich dauert es in der Regel 3 Tage, bis sich die Symptome bemerkbar machen. Der Arzt führt eine allgemeine Untersuchung durch, hört Herz und Lunge ab, achtet aber auch auf Zahnfleisch- oder Nasenbluten. Auch ein Antigen-Test kann die Virusinfektion anhand der Blutwerte nachweisen. Bleibt es bei den grippeartigen Beschwerden, kann das Dengue-Fieber als harmlos eingestuft werden und eine folgenlose Genesung binnen zwei Wochen ist wahrscheinlich. Trotzdem können Schlappheitsgefühl und Unwohlsein dem Betroffenen noch tagelang zu schaffen machen. Diese Diagnose sollte dennoch nicht zu voreilig gestellt werden, da sich der Gesundheitszustand nach etwa vier Tagen verschlimmern kann. Meist ist das Fieber, das bei dieser Erkrankung schubweise auftritt, dann schon gesunken, ehe die Körpertemperatur erneut ansteigt. Kommen dazu Beschwerden wie

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • eine plötzlich sinkende Körpertemperatur unter den Normalwert
  • ein schneller Puls
  • innerliche Unruhe
  • und ein Niedriger Blutdruck

muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Hierbei handelt es sich womöglich um das hämorrhagische Dengue-Fieber oder das Dengue-Schock-Syndrom. Bei diesen lebensgefährlichen Ausmaßen des Dengue-Fiebers kommt es zu inneren Blutungen, starkem Flüssigkeitsverlust und Kreislaufversagen. Die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Ein Krankenhausaufenthalt ist nun dringend notwendig. Obacht gilt überdies bei einer wiederholten Ansteckung. In diesem Fall nimmt der Krankheitsverlauf aufgrund eines Fehlers des Immunsystems weitaus drastischere Ausmaße an.

Die allgemeine Diagnose der Dengue Fiebers beinhaltet Untersuchungen wie:

  • Blutdruck- und Pulsmessung
  • Herz- und Lungengeräusche feststellen
  • Lymphknoten kontrollieren
  • Rachenraum und Schleimhäute anschauen
  • Blutproben testen

Bei der Überprüfung des Blutes kommt es vorrangig darauf an, den Gerinnungsstatus festzustellen, um eine Blutungsneigung rechtzeitig wahrzunehmen. Diese ist auch äußerlich durch kleine Einblutungen (Petechien) in die Haut und durch Nasen- und Zahnfleischbluten andeuten. Mit dem Tournique-Test wird die Widerstandsfähigkeit der Blutgefäße überprüft.

Ergänzt werden diese Maßnahmen durch die Untersuchung des Blutes auf Antikörper, die der Körper gegen eingedrungenen Viren bildet. Sind diese vorhanden, ist die Diagnose Dengue Fieber gesichert.

Grundsätzlich wird das Dengue Fieber in mehrere Verläufe unterteilt.

Diese reichen von:

 

  • klassische Erkrankung
  • atypische leichte Erkrankung
  • Dengue-Hämorrhagisches Fieber mit Risiko des Dengue-Schocksyndroms
Der Verlauf des Dengue Fiebers ist in den Tropen unbehandelt nur mit wenigen Ausnahmen tödlich.

Eine umfangreiche medizinische Versorgung trägt dazu bei, dass diese Erkrankung überwiegend gutartig ausheilt. Zu Problemgruppen gehören lediglich solche Patientinnen und Patienten, die zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. Kinder und Menschen, die bereits eine Dengue-Fieber-Erkrankung oder eine andere Viruserkrankung überstanden haben, müssen demgegenüber durchaus mit Komplikationen rechnen. Nur der schwere Verlauf endet beim Denguefieber tödlich, weil keine intensivmedizinische Betreuung gewährleistet ist.

Kennzeichnend für den Krankheitsverlauf des Dengue Fiebers ist, dass das Fieber nach etwa zwei Tagen wieder erhöht sein kann. Der Hautausschlag wird dabei großflächiger und kann sich über den kompletten Körper ausbreiten. Hinzu kommen Einblutungen, die in die Schleimhäute und die Haut stattfinden. Um sich von der Erkrankung zu erholen, benötigen die Patienten einige Monate. Ist die Infektionskrankheit schwächer, dann zieht sie sich über nur drei bis vier Tage hin. Diese milde Verlaufsform ist jedoch atypisch für das Dengue-Fieber.

Behandlung und Therapie des Denguefiebers

 

Medizinisch

Während eines Krankenhausaufenthaltes verabreicht man dem Patienten Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers auszugleichen. Manchmal ist ebenfalls eine Bluttransfusion nötig. Bei harmlosem Verlauf erfolgt hingegen eine symptomatische Bekämpfung, um die Beschwerden zu lindern. Dabei kommen schmerz- und fieberstillende Mittel zum Einsatz. Weiterhin überprüft der Arzt Urin und Blutwerte und klärt den Betroffenen umfangreich über die Hinweise auf das hämorrhagische Dengue-Fieber oder einen Schock auf, damit dieser sie frühzeitig melden kann. Der Arzt ist verpflichtet, die Infektion dem Gesundheitsamt zu melden, um die Verbreitung zu bekämpfen.

Selbsthilfe

Dengue-Fieber verlangt strikte Bettruhe, bis die Symptome abklingen. Außerdem ist es wichtig, viel zu trinken. Medikamente dürfen nur nach Verordnung des Arztes genommen werden. Auf keinen Fall dürfen blutverdünnende Mittel wie Aspirin geschluckt werden, da sie eine Zustandsverschlimmerung begünstigen.

Therapie

Eine Primärinfektion wird nicht auffällig oder verläuft leicht. Das Immunsystem des Menschen ist noch stark und hat das Dengue-Virus erfolgreich bekämpft. Das wird anhand der im Blut nachweisbaren körpereigenen Antikörper deutlich. Bei der Sekundär-, Tertiär- oder sogar einer vierten Infektion übernimmt jeweils ein anderer Typ des Dengue-Virus die Oberhand. Der Körper ist nach jedem Infekt schwächer und kann seine Immunabwehr meist nicht mehr aufrecht erhalten. Das erklärt die zunehmend massiveren, schwereren Verläufe der Erkrankung.

Die Behandlung des Denguefiebers stützt sich vor allen Dingen auf die vorzeitige Diagnostik und auf die Verabreichung von Medikamenten. Die Therapie ist nur auf die Linderung der Symptome ausgerichtet. Die Arzneistoffe stammen daher aus der Gruppe der Fiebersenker und der Schmerzmittel. Auf die Gabe von Aspirin und Ibuprofen muss verzichtet werden, das beide Pharmazeutika die Gerinnung zusätzlich hemmen.

Antibiotika helfen nicht, weil der Erreger in Virus ist, der auf antibakteriell wirkende Substanzen nicht anspricht. Die verordneten Arzneistoffe beinhalten keine Wirkstoff, die genau gegen Viren gerichtet sind. Sie dienen jedoch dazu, ein weiteres Vermehren einzudämmen oder die Viren zu schädigen. Deshalb ist das Dengue Fieber ist eine Infektionskrankheit, dem der keine ursächliche Behandlung durchgeführt werden kann.

Nicht in jedem Fall müssen die von Dengue Fieber Betroffenen stationär untergebracht werden. Nur dann, wenn sich Komplikationen wie eine zunehmende Blutungsneigung oder ein Schock durch ein Kollabieren des Kreislaufs ankündigen, ist es erforderlich, eine konsequente Überwachung einzuleiten. Im Krankenhaus wird zum Blut auch der Urin untersucht.

Diese Maßnahme ist begründet, weil Sickerblutungen in den Bauch nicht ausgeschlossen werden können. Gerade in der Zeit, in der das Fieber nachlässt, müssen die Patienten mit solchen gesundheitlichen Problemen rechnen. Außerdem nimmt die Ausscheidung von Urin ab, weil Flüssigkeit im Körper verloren geht.

Vorbeugung

Vor einem Auslandaufenthalt sollte man sich genau über die Krisengebiete informieren. Die Aedes-Mücke ist längst nicht mehr nur in heimischen Ländern anzutreffen, weshalb die Dengue-Fieber Regionen sich ständig vergrößern. Bevorzugt hält sich der Überträger an Wasserpfützen auf, um sich zu vermehren. Oft genügt dafür auch eine Neige eines Getränks. Flaschen sollten deshalb vorsichtshalber gut abgedeckt werden. Zu beachten gilt auch, dass diese Mückenart tagaktiv ist, man also immer gefährdet ist, gestochen zu werden. Hiergegen hilft langärmlige, bestenfalls helle Kleidung. Optimaler Weise ist diese imprägniert, da auch Stoff die Mücke nicht abhält. Zusätzlich sollte man sich stets mit Insektenspray schützen. Des Weiteren scheut die Mücke klimatisierte Räume.

Das Dengue Fieber ist eine Erkrankung, gegen die sich Reisende schützen können. Diese Vorbeugung wird als Expositionsprophylaxe bezeichnet. Die Aedes-Mücke sticht tagsüber. Deshalb ist es bedeutsam, besonders achtsam zu werden. Dieses Anliegen kann durch einige einfache Tätigkeiten umgesetzt werden.

  • Die Extremitäten mit langer Kleidung abdecken
  • Nachts Moskitonetze über die Schlafstätten spannen
  • Mückensprays für die Kleidung und die Haut halten die Mücken fern
  • Räume mit Fliegengittern ausstatten.Klimaanlage rund um die Uhr betreiben
  • Vor dem Schlafen Gehen Innenräume mit einem Insektizid aussprühen

Entgegen aller Vermutungen ist eine Schutzimpfung gegen das Dengue Fieber noch nicht möglich. An dessen Entwicklung wird aber bereits gearbeitet. Das Augenmerk sollte daher auf der Vermeidung des Kontaktes mit der Aedes-Mücke liegen. Dasselbe gilt für die Annahme, dass man nach einer überstandenen Erkrankung immun ist. Gerade bei einer wiederholten Infektion steigen die Risiken, nicht wieder gesund zu werden.

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