Diabetes insipidus

Steckbrief: Diabetes insipidus

  • Name(n): Diabetes insipidus; Diabetes spurius
  • Art der Krankheit: Hormonmangelerkrankung
  • Verbreitung: mehr Frauen als Männer
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1794
  • Behandelbar: medikamentös und operativ behandelbar
  • Art des Auslösers: Mangel an dem sogenannten Antidiuretischen Hormon (ADH); Schädigung der Niere
  • Wieviele Erkrankte: Prävalenz von 3/100.000
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Endokrinologen
  • ICD-10 Code(s): E23.2 Hypophysärer Diabetes insipidus; N25.1 Renaler Diabetes insipidus

Diabetes insipidus (Syn.: Diabetes spurius, Wasserharnruhr)

Im Gegensatz zum Diabetes mellitus, ist Diabetes insipidus eine sehr seltene Stoffwechselkrankheit. Sie ist entweder eine angeborene Stoffwechselstörung oder eine erworbene Erkrankung. Hierbei kommt es zu einer vermehrte Urinausscheidung (lat. Polyurie) mit einhergehendem stark gesteigertem Durstgefühl (lat. Polydipsie).

 

In den meisten Fällen ist eine verminderte Bildung des Antidiuretischen Hormons durch einen angeborenen Defekt Ursache für diese Erkrankung, seltener kann aber auch eine fehlende Wirkung des Antidiuretischen Hormons an der Niere, aufgrund spezieller Erkrankungen, sein. Dieser Artikel liefert Ihnen eine leicht verständliche und kompakte Erklärung zu dieser Erkrankung.

 

Definition eines Diabetes insipidus

 

Diabetes insipidus ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf einem gestörtem Hormonhaushalt zurückzuführen ist. Die Nieren der betroffenen Patienten sind nicht in der Lage größere Mengen an Urin zurückzuhalten, daher scheiden sie eine enorme Menge an Urin aus. Täglich werden zwischen 5 und 25 Liter Urin ausgeschieden. Gleichzeitig verspüren sie aber auch einen enormen Durst. Dies führt zu einem gestörten Wasserhaushalt.

 

Das verantwortliche Hormon dafür ist das sogenannte Antidiuretische Hormon (ADH), auch unter dem Namen Vasopressin bekannt. Ursachen für diesen Typ des Diabetes sind entweder eine verminderte Produktion des Hormons oder die Nieren sind nicht in der Lage das vorhandene Antidiuretische Hormon richtig zu verstoffwechseln. Aufgrund dieser beiden Ursachen gibt es unterschiedliche Arten des Diabetes insipidus zu unterscheiden: den Diabetes insipidus centralis und den Diabetes insipidus renalis.

 

An dieser Stelle wäre noch zu erwähnen, dass es nach übermäßigem Alkoholgenuss ebenso kurzfristig zu einem Diabetes insipidus kommen kann. Alkohol verhindert die Bildung von ADH, dadurch verspüren wir einen häufigeren Harndrang. Dadurch kommt auch das verstärkte Durstgefühl am Folgetag zustande. Durch das häufigere Wasserlassen werden, wie beim richtigen Diabetes insipidus, vermehrt Mineralien und Nährstoffe aus dem Körper gespült, daher resultiert die Abgeschlagenheit und Anfälligkeit für Krämpfe am Tag danach.


Was ist ein Diabetes insipidus?

 

Der Pathomechanismus der Erkrankung beruht auf einem Ausfall der Osmoregulation. Die Osmoregulation wird entweder durch einen Mangel des Antidiuretischen Hormons oder aber durch seine mangelnde Wirkung gestört. Typische Symptome sind häufiger Harndrang und vermehrtes Durstgefühl. Man darf diese Symptome jedoch nicht mit denen eines Diabetes mellitus verwechseln. Beim Diabetes mellitus kommt es sehr häufig zu denselben Symptomen. Diese entstehen aber durch einen gestörten Zuckerhaushalt und nicht durch das ADH.

Was versteht man unter Osmoregulation?

Als Osmoregulation wird die Homöostase der Osmolalität des Blutplasmas bezeichnet. Ein empfindlicher Regelkreis verbindet somit den Hypophysenhinterlappen (HHL) mit der Niere. Vom HHL wird das ADH ausgeschieden und über rezeptorgesteuerte Stimulation (V2-Rezeptoren) wird mehr Wasser in den distalen Tubuli der Niere rückresorbiert und somit senkt sich die Osmolalität wieder. ADH ist also für die Senkung der Osmolalität verantwortlich. Weitere Aufgaben des ADH sind die Vasokonstriktion der Blutgefäße (V1-Rezeptoren), wodurch der Blutdruck erhöht wird und die Stimulation der V3-Rezeptoren, wodurch die Ausschüttung des ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) im Hypophysenvorderlappen erhöht wird.

 

In der Niere werden dadurch keine sogenannten Aquaporine eingebaut, welche die Niere wasserdurchlässig machen. Daher können die Nieren auch kein Wasser mehr rückresorbieren, sondern können dieses nur ausscheiden. Alle gelösten Nährstoffe im Blutplasma, die wichtig für zahlreiche Prozesse im Körper sind, können nicht mehr resorbiert werden und dem Körper des Patienten wird dadurch viel Schaden zugefügt. Durch den vermehrten Durst wird auch der Säure-Basen-Haushalt sowie auch der empfindliche Salzhaushalt gestört.

 

Besonders gefährlich kann es für ältere Personen und Kleinkinder werden, da es in einigen Fällen zur Austrocknung des Körpers kommen kann. Werden mehrere Liter Urin pro Tag ungefiltert ausgeschieden, fehlen dem Körper lebenswichtige Nährstoffe, die nur durch spezielle Getränke dem Körper wieder zugeführt werden können. Ältere Personen und Kleinkinder sind jedoch oft nicht in der Lage diesen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Vor allem der Salzhaushalt wird in Mitleidenschaft gezogen. Natrium steigt stark an, was zu Verwirrtheit und in extrem seltenen Fällen zu Krampfanfällen und Koma führen kann. Bei Kleinkindern kann es zusätzlich zur Austrocknung auch noch zu Durchfall kommen, was die Situation noch gefährliher macht.

Welche Ursachen gibt es?

 

Medizinisch können zwei Ursachen für einen Diabetes insipidus unterschieden werden, nämlich den zentralen Diabetes insipidus und den renalen Diabetes insipidus. Folgend werden beide Ursachen genauer erläutert um den Unterschied deutlich zu machen.

Diabetes insipidus centralis (Diabetes insipidus neurohormonalis)

Durch eine gestörte ADH-Ausschüttung infolge einer Schädigung des Hypothalamus oder in weiterer Folge der Hypophyse kommt es zum Krankheitsbild des Diabetes insipidus centralis. Physiologisch wird das ADH im Hypothalamus gebildet und anschließend in den Hypophysenhinterlappen transportiert und dort gespeichert. Entweder ist die Bildung, der Transport in den Hypophysenhinterlappen oder die Sekretion im Hypophysenhinterlappen gestört.

 

Das ADH hat in den Sammelrohren der Niere (lat. Tubuli) eine antidiuretische Wirkung, d.h. es wirkt eine Harnausscheidung entgegen und führt stattdessen zu einer Konzentration des Harns, welcher schlussendlich ausgeschieden wird. Ungefähr 33% der Krankheitsfälle sind idiopatischer Natur, d.h. die Krankheit entsteht ohne ersichtlichen Grund. In diesen Fällen geht man von autoimmunologischen Prozessen im Körper aus. Typische Ursachen sind aber Traumen (z.B. kann der Hypophysenstil abgerissen werden), Neoplasien der Hypophyse oder aber schwerwiegende Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis).

Ursachen des Diabetes insipidus centralis:

  • Tumore im Bereich des Hypothalamus oder der Hypophyse
  • Entzündungen (Meningitis)
  • Verletzungen des Hypothalamus oder der Hypophyse durch Operationen oder durch Traumata

Diabetes insipidus renalis

Spricht man von einem Diabetes insipidus renalis ist zwar genügend ADH im Blutplasma vorhanden, kann jedoch nicht von den Nieren aufgenommen werden. Diese gestörte Funktion kann auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden. In den meisten Fällen kann das ADH aufgrund von Niereninsuffizienzen, Medikamentenintoxikationen (v.a. Lithium) oder Nierenbeckenentzündungen nicht richtig verstoffwechselt werden. In seltenen Fällen kann aber auch ein Gendefekt auf dem X-Chromosom schuld an der Erkrankung sein. Im Gegensatz zum Diabetes insipidus centralis, ist diese Form der Erkrankung nur sehr selten.

 

Physiologischerweise hat das ADH die Aufgabe die Nierentubuli zu aktivieren, damit diese, Aquaporine in ihre Wände einbauen, damit das Blutplasma richtig gefiltert wird um konzentrierten Urin zu produzieren. Bei dieser Form der Erkrankung fehlen diese Aquaporine und die Nieren können ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen.

Ursachen des Diabetes insipidus renalis

  • defektes Gen am X-Chromosom (Mütter vererben dieses defekte Chromosom ihren Söhnen weiter. Rezeptoren, an denen ADH andockt, ist defekt)
  • dauerhafte Schädigung der Nieren durch Erkrankungen
  • Medikamenteneinnahme (v.a. Lithium)

Was jedoch bei beiden Arten des Diabetes gleich ist, ist die vermehrte Urinausscheidung mit gleichzeitig starkem Durstgefühl. Wird der Wasserverlust im Körper nicht ausgeglichen kann es zu einer dramatisch hohen Konzentration des Natriums (Hypernatriämie) im Blut kommen und somit eine hypertone Dehydration zur Folge haben.


Symptome & Anzeichen

 

Klinisch äußert sich ein Diabetes insipidus stets durch nachfolgende Symptomtrias:

 

  • Polyurie (vermehrte Harnausscheidung)
  • Polydipsie (stark gesteigerter Durst)
  • Asthenurie (die Niere ist nicht in der Lage, den Harn zu konzentrieren)

Polyurie

Per Definition handelt es sich um Polyurie, wenn die altersübliche Urinmenge von 1500ml/m² Körperoberfläche täglich, überschritten wird. Meistens geht sich mit der Polydipsie einher. Ursachen dafür können ein akutes Nierenversagen, ein Diabetes mellitus, ein Diabetes insipidus, aber auch Medikamente (Diuretika) und eine Hyperkalziämie sein. Scheidet der Patient täglich mehr als 2 Liter Urin aus, spricht man von einer Polyurie. Obwohl vermehrt getrunken wird, kommt es trotzdem oft zu einer Exsikkose (Austrocknung) der Patienten.

Polydipsie

Unter diesem Begriff versteht man ein pathologisch gesteigertes Durstgefühl, welches durch vermehrte Urinausscheidung (Polyurie) hervorgerufen bzw. begleitet wird. Neben dem Diabetes insipidus können auch andere Erkrankungen wie z.B. eine primäre Polydipsie (psychisch oder medikamentös bedingt), Schilddrüsenerkrankungen, das Cushing-Syndrom oder aber auch Hepatopathien oder Elektrolytstörungen Ursachen für eine Polydipsie sein. Zur Diagnosestellung können zahlreiche Laborparameter (z.B. Blutzucker, Elektrolyte, Plasmaosmolalität) und ein sogenannter Durstversuch durchgeführt werden. Bei dem Durstversuch muss der Patient eine 12-stündige Flüssigkeitskarenz einhalten, währenddessen regelmäßig Blut und Harn des Patienten untersucht werden.

Astehnurie

Hierbei versteht man das vollkommene Unvermögen der Niere, den Harn zu konzentrieren. Die Konzentration des Urins beträgt in diesem Fall <280mosm/kg der Serumosmolalität.

 

Ein weiteres, häufig vorkommendes Symptom, ist die sogenannte Nykturie. Hierbei handelt es sich um ein vermehrtes Wasserlassen während der Nachtstunden. Daraus resultiert ein gestörtes Wach-Schlaf-Verhältnis der Betroffenen. Von einer Nykturie spricht man aber erst, wenn der Patient öfter als 3 Mal in der Nacht aufstehen muss, um seine Blase zu entleeren. Dieses Symptom hat aber nicht immer pathologische Ursachen (wie z.B. Blaseninkontinenz, Niereninsuffizienz oder Herzinsuffizienz), sondern tritt oft durch eine zu hohe Flüssigkeitszufuhr vor dem Schlafengehen auf.

 

Weitere Symptome können aber auch noch Verstopfungen in Folge der Polyurie sein. Durch den immensen Flüssigkeitsverlust wird dem Darm die nötige Flüssigkeit entzogen und somit kommt es zu Verstopfungen. Auch trockene Haut und Haare sind keine seltenen Symptome.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Diagnosestellung

Zur Diagnosestellung eines Diabetes insipidus stehen den Medizinern zwei Möglichkeiten zur Verfügung, wobei in beiden Fällen die Urinosmolarität gemessen wird. Einerseits besteht die Möglichkeit des Durstversuches und andererseits die Verabreichung von sogenannten Desmopressin.

 

Der Durstversuch darf auf jeden Fall maximal 24 Stunden anhalten. In der Regel muss der Patient eine 12-stündige Flüssigkeitskarenz einhalten. Während dieser Karenzzeit wird mehrmals die Konzentration des ADH im Blut gemessen. Im Normalfall würde die Konzentration des ADH stark ansteigen, da es dafür sorgt, dass das Blutplasma zurückgehalten wird um das Blutvolumen im Körper konstant zu halten. Liegt ein Diabetes insipidus vor, steigt das ADH nicht an.

 

Bei der Verabreichung des Desmpopressin kann zwischen dem renalen und zentralen Diabetes insipidus unterschieden werden. Das Desmopressin hat nämlich die gleichen Eigenschaften wie das ADH. Wird nämlich beim Durstversuch keine gesteigerte Urinkonzentration festgestellt, kann man einen Diabetes insipidus zwar diagnostizieren, diesen jedoch nicht genau in die entsprechende Untergruppe untergliedern. Kommt es zu keiner Reaktion der Niere auf das Desmopressin und der Urin wird weiterhin unkonzentriert ausgeschieden, liegt die Ursache direkt in der Niere (Diabetes insipidus renalis). Ist die Urinkonzentration aber normal, findet man die Ursache zentral gelegen (Diabetes insipidus centralis). So sollte die Funktion der Hypophyse überprüft werden.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es zwei Möglichkeiten gibt, einen Diabetes insipidus zu diagnostizieren, wobei erst durch die Verabreichung des Desmopressin die genaue Erkrankung diagnostiziert werden kann. Ein Diabetes insipidus ist in jedem Fall eine behandlungsdürftige Erkrankung, da durch die Polyurie der Elektrolythaushalt pathologisch verändert wird und Dehydrationen häufig zur Folge sind. Außerdem muss die Ursache für den signifikanten Mangel an ADH abgeklärt werden. Neben den Laboruntersuchungen sollten auch bildgebende Verfahren wie MRT oder CT angewendet werden, um eventuelle Tumore identifizieren zu können.

Krankheitsverlauf

Grundsätzlich ist es bei dieser Erkrankung schwer eine genaue Prognose für den Krankheitsverlauf zu generieren. An erster Stelle sollte die Abklärung liegen, warum es überhaupt zu besagten Symptomen und dem Krankheitsbild kommt. Liegt ein Diabetes insipidus centralis vor, ist in den meisten Fällen ein Tumor an der Hypophyse oder dem Hypothalamus Auslöser der Krankheit. Die Prognose ist in diesen Fällen meistens sehr gut.

 

Kann der Tumor chirurgisch vollständig entfernt werden, ist in der Regel keine weitere Behandlung mehr notwendig, da sich die ADH-Sekretion von selbst wieder reguliert und der Patient vollständig genesen kann. Häufiger ist es jedoch der Fall, dass der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann, oder aber das betroffene Areal in der Hypophyse ist zu stark geschädigt, dass es die ADH-Sekretion wieder übernehmen kann. In diesen Fällen bekommt der Patient das Hormon Vasopressin verabreicht, welches den gleichen Effekt wie das ADH aufweist. Diese Art der Therapie wird generell sehr gut vertragen und schränkt den Patienten so gut wie gar nicht im täglichen Leben ein.


Häufigkeit & Diagnosedaten

 

Im Gegensatz zu Diabetes mellitus ist Diabetes insipidus eine sehr selten vorkommende Erkrankung in der Bevölkerung der westlichen Welt. Weltweit sind beinahe 300 Millionen Menschen, also ca. 6% der Weltbevölkerung an Diabetes mellitus erkrankt. In Deutschland kommen schätzungsweise 300.000 Neurerkrankungen pro Jahr dazu. Aus diesem Grund zählt Diabetes mellitus mittlerweile zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten unserer Zeit.

 

Anders sieht es beim Diabetes insipidus aus. Hier liegt die Zahl der Betroffenen in Deutschland bei gerade einmal 5000 Patienten. Wie aus diesen Zahlen ersichtlich wird, ist diese hormonell bedingte Erkrankung tatsächlich äußerst selten. In den meisten Fällen tritt ein Diabetes insipidus über mehrere Generationen in einer Familie auf. Aus diesem Grund gibt es relativ wenig wissenschaftlich fundierte Daten, im Vergleich zu anderen Erkrankungen.

 

Bei mehr als der Hälfte aller bekannten Fälle ist ein Diabetes insipidus idiopatischer Natur. Meistens liegt ein autoimmunologischer Prozess der Auslösung der Erkrankung zugrunde. Lediglich 1% der idiopathischen Erkrankungen sind durch den X-Chromosomalen Defekt ausgelöst (hier vererbt die Mutter ihrem Sohn das defekte X-Chromosom). Bei 30% der Fälle eines Diabetes insipidus sind Unfälle oder Verletzungen Ursache für die Krankheit. Dieser Prozentsatz ist stetig am Steigen. Hierzu zählen auch die Verletzungen, die durch Operationen z.B. an der Hypophyse entstanden sind. Äußerst seltene Ursachen sind granulomatöse Erkrankungen wie z.B. Sarkoidose oder Tuberkulome.

 

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass auch sehr große Hypophysenvorderlappen-Adenome nie einen Diabetes insipidus auslösen. Die Beschwerden treten immer erst nach operativen Eingriffen auf. 2015 wurden in Deutschland 365 Neuerkrankungen dokumentiert. Diabetes insipidus renalis wurde im selben Jahr 46 Mal diagnostiziert.


Komplikationen bei der Krankheit

 

Aufgrund der großen Menge an ausgeschiedenen Urin, führt ein Diabetes insipidus sehr schnell zu einer Exsikkose (Austrocknung) und damit zum Tod, vor allem junge und ältere Patienten sind sehr gefährdet. In weiterer Folge kann sich dich Harnblase zu einer sogenannten Megablase entwickeln, da sich durchgehend stark gedehnt wird. Durch den Verlust an großen Mengen von Urin (bis zu 20 Liter pro Tag) gerät der empfindliche Mineral- und Salzhaushalt im Körper schnell aus dem Gleichgewicht, was einige schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen kann.

 

Von besonderer Bedeutung sind die Elektrolyte. Bei einer Polyurie werden vor allem Kalzium, Natrium und Kalium vermehrt ausgeschieden. Ohne ausreichende Substitution dieser Elektrolyte kommt es zu schwerwiegenden Komplikationen.

Natrium

Natrium ist ein positiv geladenes Ion, ein sogenanntes Kation. Im Vergleich zu anderen Kationen im Körper, hat Natrium die höchste extrazelluläre (außerhalb der Zelle) Konzentration im gesamten Körper. Seine Konzentration ist ungefähr 35 Mal höher als von allen anderen positiv geladenen Ionen. Natrium wird vorwiegend über Kochsalz in unserem Körper aufgenommen. Durch die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe wird der Konzentrationsunterschied von Natrium und Kalium aufrechterhalten. Die Aufrechterhaltung beider Kationen ist unerlässlich für die Funktion der Zellen, nur so können die Zellen untereinander weiterhin miteinander kommunizieren.

 

Eine weitere wichtige Funktion ist die Volumensregulation (Osmoregulation), die mit dem Wasserhaushalt eng zusammenarbeitet. Natrium bindet Wasser, ist also viel Natrium im extrazellulären Raum vorhanden, wird auch viel Wasser zurückgehalten und somit steigt auch der Blutdruck. Wenn aber wenig Natrium vorhanden ist, z.B. durch vermehrte Urinausscheidung, kann auch kein Wasser gebunden werden und es geht verloren.

Kalium

Ebenso wie Natrium ist auch Kalium ein Kation, aber es befindet sich zu 98% im inneren der Zelle (intrazellulär). Zusammen mit Natrium ist es für das sogenannte Ruhepotential der Zelle verantwortlich. Erst durch einen Einstrom von Natrium ins Zellinnere und ein Austreten von Kalium in den extrazellulären Raum können die Zellen miteinander kommunizieren. Eine weitere wichtige Aufgabe des Kaliums ist die Regulation des pH-Wertes im menschlichen Körper. Auch bei Bluthochdruck wird Kalium vermehrt eingesetzt, da es wissenschaftlich bewiesen ist, dass Kalium den systolischen, wie aber auch den diastolischen Blutdruck deutlich senken kann und somit das Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, vermindert.

 

Aus diesem Grund wird auch Kalium bei dem Verdacht an Diabetes insipidus bestimmt, da die vermehrte Urinausscheidung zu einem erniedrigten Kaliumspiegel im Blut führen kann.

Kalzium

Auch hier handelt es sich um ein Kation, welches anteilsmäßig am häufigsten im Körper vorkommt. Es befindet sich hauptsächlich im Extrazellulärraum und strömt bereits bei geringsten Änderungen in die Zelle ein um dort wichtige körperliche Prozesse in Gang zu setzen. Kalzium regelt die Weiterleitung der elektrischen Impulse im Körper, ist also z.B. für die Muskeltätigkeit von großer Bedeutung. In der Blutgerinnung und bei der Aktivierung von bestimmten Hormonen spielt Kalzium auch eine große Rolle.

 

Bei zu niedrigen Kalziumkonzentrationen kann es zu einer Überregbarkeit der Muskeln und Nerven kommen. Zu Beginn spüren die Patienten ein Kribbeln in den Muskeln, was später zu schwerwiegenden Muskelkrämpfen führen kann. Auch grauer Star kann durch verminderte Kalziumspiegel im Blut ausgelöst werden.

 

Wie ersichtlich wird, sind besonders diese drei Elektrolyte von großer Bedeutung für die einwandfreie Funktionalität unseres Körpers. Werden durch vermehrte Urinausscheidung diese Nährstoffe vermehrt ausgeschieden kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen. Daher ist es auch von solch großer Bedeutung eine übermäßige Harnausscheidung alsbald als möglich abzuklären, da es im schlimmsten Fall zu einer Exsikkose kommen kann und spezielle Patientengruppen, wie Kleinkinder und ältere Personen, besonders gefährdet sind daran zu sterben.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

 

Da Diabetes insipidus eine behandlungspflichtige Erkrankung ist, ist es unumgänglich einen Arzt zu konsultieren. Natürlich muss man nicht zum Arzt, wenn man einmalig mehr Urin als normal (> 1500 ml/m² Körperoberfläche pro Tag) ausscheidet. Gründe hierfür kann ebenso ein übermäßiger Alkoholkonsum sein. Anders ist es, wenn diese vermehrte Urinausscheidung über mehrere Tage andauernd und sich gleichzeitig ein vermehrtes Durstgefühl einstellt. Bei diesen Anzeichen sollte unmittelbar ein Arzt aufgesucht werden.

 

Vor allem bei Kindern und älteren Personen muss man sehr achtsam sein, da diese Personen die Symptome wahrscheinlich nicht benennen können, bzw. manchen älteren Personen es vielleicht sogar unangenehm ist, über dieses Thema zu sprechen. Hier ist es von besonderer Wichtigkeit schnell zu reagieren, da ihre Körper nicht den Flüssigkeitsverlust nicht sehr lange standhalten können.

 

Besteht der Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung wie einen Diabetes insipidus, sollte ein Endokrinologe aufgesucht werden. Wenn die Möglichkeit besteht, kann auch gleich eine Spezialklinik kontaktiert werden. Das verringert den Zeitraum bis eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann.

Behandlungsmethoden & Therapie

 

Diabetes insipidus ist eine behandlungspflichtige Erkrankung, da ohne es ohne eine Behandlung zum Tod des Patienten führt. Es gibt unterschiedliche Behandlungs- und Therapieansätze beim Diabetes insipidus centralis und renalis:

Behandlung und Therapie bei Diabetes insipidus centralis:

Bei Vorhandensein von Entzündungen, wie z.B. bei Meningitis, muss diese Grunderkrankung behandelt werden um die Symptome zu lindern. Entzündungen sind prinzipiell sehr gut mit Antibiotika behandelbar. Ist aber ein Tumor für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich, muss dieser operativ entfernt werden. Ist eine operative Entfernung nicht möglich, muss das Hormon Vasopressin verabreicht werden. Vasopressin hat dieselbe Wirkung wie das ADH. Es kann entweder oral oder nasal, via Nasensprays, verabreicht werden. Die Verabreichung erfolgt täglich, meist vor dem Schlafengehen und ist individuell an den Patienten angepasst.

Behandlung und Therapie bei Diabetes insipidus renalis:

Die Behandlung gestaltet sich im Gegensatz zum Diabetes insipidus centralis etwas schwieriger. In der Regel werden spezielle Diuretika, sogenannte Thiazid-Diuretika, verabreicht, die die Natriumausscheidung steigert und es kommt in weiterer Folge zu einer vermehrten Rückresorption von Wasser und lebenswichtigen Salzen. Auf jeden Fall ist eine zu hohe Konzentration an Natrium zu vermeiden.

 

Experimentelle Studien zeigen, dass Schmerzmittel wie z.B. Ibuprofen als Prostaglandinsynthesehemmer eingesetzt werden können. Zum Verständnis, Prostaglandine hemmen den Einbau der Aquaporine in der Niere. Werden die Prostaglandine gehemmt, können auch wieder Aquaporine eingebaut werden und somit mehr Wasser rückresorbiert werden. Daher könnte man diese Behandlungsform bei Diabetes insipidus renalis in Erwägung ziehen. Bei älteren Personen ist diese Therapie jedoch nicht zu empfehlen.

 

Wichtig ist es auf jeden Fall großer Verluste von Wasser zu vermeiden, daher sollten Betroffene besonders auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit achten. Bei Patienten im Koma ist es besonders schwer eine Hypernatriämie und eine damit verbundene Dehydration zu vermeiden.

Mögliche Therapieformen

  • Verabreichung von Vasopressin
  • Entfernung von Tumoren
  • Behandlung von Entzündungen wie z.B. Meningitis
  • Gabe von Thiazid-Diuretika
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Vorbeugung – Impfung & Prävention

 

Im Gegensatz zu Diabetes mellitus kann ein Diabetes insipidus in keiner Weise vermieden werden, da die Risikofaktoren nicht beeinflussbar sind. Die Entwicklung von Hirntumoren, die Vererbung oder aber auch Verletzungen durch Unfälle sind nicht beeinflussbar. Die einzige Möglichkeit, Einfluss auf die Erkrankung zu nehmen, ist gewisse Komplikationen zu vermeiden.

 

Besonders wichtig, prinzipiell unerlässlich ist, frühzeitig einen Spezialisten zu konsultieren, wenn sich entsprechende Symptome zeigen. Je früher die Krankheit diagnostiziert wird, umso eher kann die Behandlung erfolgen und weitere Folgeschäden für den Körper können somit vermieden werden.

 

bei folgenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden:

 

  • übermäßiger Durst mit einhergehender vermehrter Urinausscheidung (>1500 ml/m² Körperoberfläche pro Tag)
  • Nykturie (nächtlicher Harndrang)
  • Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen aufgrund des großen Wasserverlustes

Eine weitere Möglichkeit Folgeerkrankungen zu meiden ist die regelmäßige Kontrolle bei einem Spezialisten. Denn nur durch engmaschige Kontrollen können schwerwiegende Folgen verhindert werden. Auch die Konzentration der Medikamentengabe muss regelmäßig kontrolliert werden, damit bei eventuellen Schwankungen eingegriffen werden kann.


Prognose zur Heilung

 

Die Prognose bei Diabetes insipidus ist sehr individuell, da die Ursache für die Auslösung der Erkrankung von großer Bedeutung ist. Liegt die Ursache bei einem Tumor des Hypothalamus oder der Hypophyse ist eine Heilung prinzipiell möglich. Im Vorfeld muss jedoch geklärt werden, ob der besagte Tumor gut- oder bösartig ist. Mittels einer Biopsie kann diese Frage einfach beantwortet werden. In den meisten Fällen handelt es sich um Adenome, welche gutartig sind. Diese Tumore können in der Regel restlos entfernt werden.

 

Liegt er Tumor an einer ungünstigen und schlecht erreichbaren Stelle, so ist die Entfernung in manchen Fällen nicht möglich. Wenn der Tumor entfernt werden kann, verschwindet auch das Krankheitsbild des Diabetes insipidus centralis. Ist die Entfernung nicht möglich, bleibt noch immer die Option das Hormon Desmopressin zu verabreichen um die Symptome zu verringern.

 

Eine Heilung bei Diabetes insipidus renalis ist eher unwahrscheinlich, da die Ursachen entweder eine Funktionsstörung aufgrund einer Verletzung oder aber auch ein vererbter Gendefekt ist. Die Krankheit mit den Begleitsymptomen kann in diesen Fällen lediglich durch passende Medikamenten eingedämmt werden. Eine Heilung ist nur bei Diabetes insipidus centralis möglich.


Laborwerte und Leitlinien bei Diabetes insipidus

Laborwerte

Zur Differentialdiagnose eines Diabetes insipidus centralis und eines Diabetes insipidus renalis gibt es unterschiedliche Laborparameter, die bestimmt werden um eine sichere Diagnose stellen zu können. Auch andere Erkrankungen, die mit einer Harnkonzentrationsstörung einhergehen, können dadurch deutlich abgegrenzt werden.

 

Besonders wichtige Werte sind die sogenannte Osmolalität des Urins sowie die Konzentration des Natriums im Urin der Patienten. Typisch für die Erkrankung ist eine verringerte Konzentration von Natrium im Urin, aufgrund der vermehrten Wasserausscheidung. Neben der Untersuchung des Urins wird auch das Blut der Patienten gründlich untersucht.

 

Bei Verdacht auf Diabetes insipidus wird routinemäßig auch Blut abgenommen. Im Serum der Patienten wird anschließend die Konzentration des ADH bestimmt. Bei einem Diabetes insipidus centralis ist das ADH signifikant verringert, da es nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden kann. Im Gegensatz dazu befindet sich bei einem Diabetes insipidus renalis die ADH-Konzentration im Referenzbereich. Dadurch können beide Erkrankungen einfach voneinander abgegrenzt werden.

Leitlinien

Die Leitlinien für diese Erkrankung umfassen in erster Linie die Definition und Basisinformationen, sowie auch Therapiemöglichkeiten und diagnostische Verfahren. Zur Diagnostik ist die Bestätigung der Polyurie, durch eine Sammlung von 24-Stunden-Harn, unumgänglich.

 

weitere wichtige Bestimmungen zur Diagnostik:

 

  • Bestimmung der Serum- und Urin-Osmolarität
  • Harnstoffkonzentration und Serum-Kreatinin-Werte
  • ADH-Konzentration im Serum
  • Blutzuckerbestimmung zum Ausschluss eines Diabetes mellitus

In weiterer Folge werden der Durstversuch, sowie ein Desmopressin-Suppressionstest durchgeführt. Auch bildgebende Verfahren wie ein MRT oder CT werden gemacht, um tumoröse Veränderungen ausschließen zu können.


Alternative Behandlungsmethoden

 

Alternative Behandlungsmethoden gibt es wie Sand am Meer und jeder Patient muss für sich selbst entscheiden, welche für ihn am besten zu seinen Lebensumständen passt. Zu erwähnen ist an dieser Stelle jedoch, dass es sich um eine behandlungspflichtige Erkrankung handelt und ohne ärztliche Hilfe unvermeidlich zum Tod des Patienten führt. Aus diesem Grund ist bei Diabetes insipidus eine zusätzliche, unterstützende Behandlung mit alternativen Behandlungsmethoden zu empfehlen. Vor allem homöpatische Arzneien finden hier Verwendung.

 

Bevor man die Erkrankung alternativ behandelt, muss jedoch die Diagnose von einem Mediziner gestellt worden sein, denn es muss zwischen Diabetes insipidus centralis und renalis unterschieden werden. Homöopatische Mittel können vor allem bei Nierenleiden oder aber auch Gehirnerkrankungen zusätzlich angewendet werden. Welche Mittel verwendet werden, muss individuell von einem Homöopathen festgelegt werden.

 

Bei alternativen Behandlungsmethoden geht es oft darum, dass die Energie wieder fließen muss. Bereits im alten China waren diese Praktiken weit verbreitet und verhalfen sehr oft zur Genesung der Patienten. Im Gegensatz zur herkömmlichen Schulmedizin mit den entsprechenden Medikamenten, haben alternative Heilmethoden keinerlei Nebenwirkungen, da nicht mit Chemie, sondern mit natürlichen Stoffen gearbeitet wird.

 

Auch Akupunktur ist in sehr vielen Fällen erfolgreich und liefert eine Linderung der Symptome für alle Betroffenen. Durch das Setzen von speziellen Akupunkturnadeln werden Blockaden im Körper gelöst und Ungleichgewichte wieder ausgeglichen. Es wird versucht, den Körper dazu zu animieren seine Selbstheilungskräfte wieder zu aktivieren. Durch Akupunktur kann auch eine Blockade des Nieren-Blasen-Kreislaufs gelöst werden.

 

Welche Hausmittel können helfen?

 

Zusätzlich zur medizinischen Versorgung kann man durch einfache Hausmittel zu einer Linderung der Symptome beitragen und somit den Heilungsprozess unterstützen. Der häufige Harndrang kann durch Medikamente wieder reguliert werden.

Blasentraining

Durch einfaches Blasentraining, kann man diesen Effekt noch intensivieren. Im Vorfeld sollte man ein sogenanntes Toiletten-Tagebuch geführt werden um einen Überblick über die Menge des ausgeschiedenen Harns, die Flüssigkeitszufuhr und auch die Häufigkeit der Toilettengänge zu erlangen. Wichtig ist es eine Regelmäßigkeit bei den Toilettengängen zu entwickeln. Durch festgelegte Zeiten, in denen man auf die Toilette geht, kann sich die Blase an diese Zeiten gewöhnen und so kann man seine Blase trainieren.

 

Des Weiteren sollte man einen vorbeugenden Gang auf die Toilette vermeiden, so wird die Blase „verwöhnt“ und daher muss man bereits bei geringen Mengen an Harn in der Blase auf die Toilette. Wenn man einen Harndrang verspürt sollte man auch nicht gleich auf die Toilette gehen, sondern den Zeitpunkt des Harnlassens noch etwas weiter hinauszögern.

Beckenbodentraining

Das Training des Beckenbodens ist vor allem für Frauen ab 40 Jahren von besonderer Bedeutung. Im Laufe der Jahre wird die Beckenbodenmuskulatur weicher und ist nicht mehr so straff. Dadurch kann es auch passieren, dass Harn nicht mehr richtig zurückgehalten werden kann. Durch ein tägliches Training von wenigen Minuten kann diesem Zustand gut entgegengewirkt werden.

Bachblüten

Eine weitere Möglichkeit bieten Bachblüten. Besonders erfolgreich werden die Bachblüten Olive (Nr. 23), Rock Rose (Nr. 26) und Star of Bethlehem (Nr. 29) eingesetzt. Es gibt noch zahlreiche weitere Bachblüten, die unterstützend eingesetzt werden können, die aufgezählten, sind jedoch die effektivsten in diesem Zusammenhang.

 

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

Für alle, die sich mit Heilkräutern und Heilpflanzen auskennen, wissen dass es zahlreiche Pflanzen gibt, die bei Diabetes insipidus unterstützend wirken können. An dieser Stelle sind jedoch nur einige davon aufgelistet.

Ackerschachtelhalm (Zinnkraut)

Wie alle Farne blüht der Schachtelhalm nicht, sondern vermehrt sich über Sporen. Schon vor langer Zeit gab es dieses Farngewächs in unseren Wäldern. Früher wurde es gern zum Putzen von Metall verwendet. Hauptsächliches Einsatzgebiet ist bei Blasenschwäche. Anwendung findet der Schachtelhalm als Tee.

Cranberries

Cranberries sind sozusagen die großen Schwestern unserer heimischen Preiselbeeren. Ihre Heilwirkung ist enorm und vor allem bei den Harnwegsorganen sehr wirksam. Cranberries können je nach Belieben eingenommen werden, entweder in Form von Saft, gekocht, getrocknet oder als Pulver.

Holunder

Holunder wächst meistens in der Nähe von Wäldern und zwischen Mai und Juni blühen die Holunderbüsche. Besonders der schwarze Holunder hat positive Effekte auf die Harnwege. Des Weiteren enthält er eine große Menge an Vitamin C.

Schafgarbe

Dieses Gewächs findet man vor allem an Wegrändern und Wiesen und wird oft mit der Kamillenblüte verwechselt. Die Zubereitung kann entweder als Tee oder als Tinktur erfolgen. Beides kann innerlich wie aber auch äußerlich angewendet werden.

 

Ätherische Öle

Bergamotte

Die Bergamotte wächst vor allem in einer Region in Süditalien. Hier gibt es eine Stadt, die sprichwörtlich umgeben von der Bergamotte ist. Von hier kommt auch das qualitativ hochwertigste Öl. Die Bergamotte wird aber auch in Indien oder Westafrika angepflanzt und kultiviert. Die Pflanze gehört zu den Zitrusfrüchten und kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Gleich wie Zitronen haben Bergamotten weiße Blüten, welche einen äußerst angenehmen Duft verströmen. Erntezeit ist zwischen November und Februar.

 

Zur Herstellung des Öls verwendet man nur die Schalen der Früchte. Das Öl wirkt auf unseren Körper entspannend und hat eine verdauungsfördernde wie aber auch antiseptische Wirkung auf Entzündungen. In vielen Fällen wird das Öl noch mit anderen ätherischen Ölen von Zitrusfrüchten gemischt.

 

Homöopathie & Globuli

Calcium Phosphoricum D30

Das Calcium Phosphoricum ist ein Salz der Phosphorsäure und entsteht erst durch eine chemische Herstellung, es kommt also nicht so in der Natur vor. Um Calciumphosphat herstellen zu können, muss Phosphorsäure und Calciumhydroxid miteinander vermengt werden. Durch dieses Mischen entsteht eine milchig-weiße Mischung.

 

Calcium Phosphoricum wird bei allen Erkrankungen die das Körpergerüst betreffen eingesetzt, da Knochen hauptsächlich aus diesem Stoff bestehen. Bei Diabetes insipidus kann es durch den enormen Flüssigkeitsverlust zu einem Mangel an Calcium kommen. Ohne Calcium sind zahlreiche Prozesse im Körper nicht mehr möglich, vor allem Nerven und Muskeln werden durch einen Mangel stark beeinträchtigt.

Helonias dioica Globuli

Die Pflanze, aus dem der Stoff gewonnen wird, stammt aus Nordamerika und Kanada und wird auch Falsches Einhorn genannt. Bei der Pflanze handelt es sich um ein Liliengewächs. Bereits die amerikanischen Ureinwohner wussten über die Wirkung der Pflanze Bescheid und nutzten diese vor allem für Frauenleiden. Heute ist bekannt, dass Helonias dioica begleitend zur Therapie eines Diabetes insipidus eingesetzt werden kann.

 

Schüssler-Salze

 

Schüssler Salzen haben ein sehr breites Einsatz-Spektrum. Es sollte im Vorfeld jedoch mit einem Experten abgeklärt werden, welches Schüssler-Salz am besten zur Krankheitsgeschichte passt. Nachfolgend sind die wirksamsten Schüssler-Salz auf die Harn-Organe aufgelistet:

 

Die Dosierung der Schüssler-Salze ist individuell abhängig, daher kann an dieser Stelle keine genaue Auskunft über die passende Dosierung getroffen werden. Sie ist vor allem abhängig von der Schwere der Erkrankung. Möchte man einen Diabetes insipidus zusätzlich und unterstützend mit Schüssler-Salzen behandeln, sollte man sich entweder mit seinem behandelndem Arzt oder Apotheker absprechen, welche Salze eingenommen werden sollen und vor allem welche Dosierung am effektivsten wäre um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen.

 

Diät & Ernährung

 

Da es sich bei Diabetes insipidus nicht um eine Stoffwechselerkrankung, sondern in den meisten Fällen um eine hormonbedingte Erkrankung handelt, gibt es hinsichtlich der Ernährung keinerlei Empfehlungen. Auch typische Risikofaktoren wie zum Beispiel sehr fettige Ernährung kommen in diesem speziellen Fall nicht zu tragen.

 

Grundsätzlich sollten betroffene Patienten jedoch darauf achte, dass sie über die Nahrung nicht zu viel Natrium zu sich nehmen, da zu hohe Natriumkonzentrationen vermieden werden sollte. Das wiederrum heißt, dass die zubereiteten Speisen nicht zu stark gesalzen werden sollten. Auf Fertigprodukte sollte prinzipiell verzichtet werden.

 

Da bei Diabetes insipidus ein verstärktes Durstgefühl typisch ist, sollte auch darauf geachtet werden, welche Getränke konsumiert werden. Es ist definitiv davon abzuraten, stark gezuckerte Getränke zu sich zu nehmen. Am besten eignen sich Wasser oder aber auch gekühlte Tees, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In speziellen Fällen sollte der Arzt konsultiert werden, wenn elektrolythaltige Getränke zugeführt werden sollten.

 

Wie bereits erwähnt wurde, sollte auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet werden, um nicht in weiterer Folge Diabetes mellitus zu entwickeln. Durch die Einnahme von stark zuckerhaltigen Getränken und Speisen, sowie fettiges Essen und Fertigprodukte wird das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken drastisch erhöht.


FAQ – Fragen & Antworten

Welche Organe sind bei Diabetes insipidus hauptsächlich betroffen?

Die Nieren sind die Organe, die hauptsächlich betroffen sind, da hier der Urin nicht mehr konzentriert werden kann. Aber auch Hypothalamus und Hypophyse können betroffen sein.

Welche Arten gibt es bei Diabetes insipidus?

Prinzipiell können zwei Arten unterschieden werden: Diabetes insipidus centralis (hier sitzt die Ursache der Erkrankung im Hypothalamus oder in der Hypophyse) und Diabetes insipidus renalis (hier liegt die Ursache in der Niere).

Welche Heilungschancen bestehen bei einer Erkrankung?

Es ist abhängig um welche Art der Erkrankung es sich handelt. Bei Diabetes insipidus centralis ist meistens ein Tumor im Gehirn Ursache; dieser kann unter Umständen komplett entfernt werden und der Patient ist dadurch geheilt. Bei Diabetes insipidus renalis ist die Niere geschädigt und kann den Harn nicht mehr konzentrieren. Hier steht es schlechter um die Heilungschancen. In den meisten Fällen können nur die Symptome gelindert werden.

Wie sehen die Therapiemöglichkeiten aus?

Diabetes insipidus centralis:

 

  • Gabe von Desmopressin
  • operative Entfernung von Tumoren
  • antibiotische Behandlung bei Entzündungen

Diabetes insipidus renalis

 

  • Gabe von Thiazid-Diuretika

Typische Symptome bei Diabetes insipidus

  • Polyurie (vermehrte Harnausscheidung)
  • Polydipsie (stark gesteigerter Durst)
  • Asthenurie (die Niere ist nicht in der Lage, den Harn zu konzentrieren)
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