Gabapentin

Gabapentin ist ein Wirkstoff, der bei Epilepsie sowie Nervenschmerzen zum Einsatz kommt. Seit 1995 wird das Medikament als Antiepileptikum verwendet.

Außerdem wurde bei Gabapentin kurz darauf festgestellt, dass es gut gegen Nervenschmerzen wirkt. Dies sind die Haupteinsatzgebiete von Gabapentin. In diesem Beitrag gibt es alle wichtigen Informationen zu diesem Wirkstoff.

GabapentinWas ist Gabapentin?

Bei Gabapentin handelt es sich um einen Wirkstoff, der den Antikonvulsiva zugerechnet wird. Er kommt bei der Behandlung von Neuralgien und Epilepsie zum Einsatz.

Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der es zu einem spontan aufgetretenen Anfall kommt. Ausgelöst wird dieser durch plötzlich auftretende elektrische Entladungen von Nervenzellen im Gehirn.

Neuropathie ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Hierbei kann es zu Schmerzen kommen. Bei diesen und bei Epilepsie kann der Wirkstoff Gabapentin helfen.

Im Jahr 1976 wurde Gabapentin von Warner-Lambert und Gödecke patentiert. Gabapentin wirkt im Nervensystem. Seit 40 Jahren hilft dieser Wirkstoff zahlreichen Patienten. Die Dosierung ist etwas schwierig, denn Ärzte müssen sie individuell auf jeden Patienten abstimmen.

Der Wirkstoff tritt in drei polymorphen Kristallformen auf. Es handelt sich um die Formen II, III und IV und um eine Hemihydratform (Form I). Die Form II ist bei Raumtemperatur die thermodynamisch stabilste Form.

Bei Gabapentin handelt es sich ferner um ein Analogon der γ-Aminobuttersäure (GABA). Der Wirkstoff liegt überwiegend als „inneres Salz“ bzw. als Zwitterion vor.

Die Bildung dieser Formen ist dadurch zu erklären, dass das Proton der Carboxygruppe an das einsame Elektronenpaar von dem Stickstoffatom der Aminogruppe wandert.

Das Zwitterion wandert dann im elektrischen Feld nicht. Grund dafür ist, dass als Ganzes ungeladen ist. Dies ist am sogenannten isoelektrischen Punkt der Fall.

An diesem Punkt hat das Gabapentin auch die geringste Löslichkeit in Wasser. Der isoelektrische Punkt liegt dabei bei 7,14. Von der Art der Verbindung her neigt der Wirkstoff dazu ein intramolekulares Lactam zu bilden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Gabapentin wird den Antikonvulsiva zugeordnet. Sie werden zur Behandlung von Neuralgien und bei Neuralgien handelt es sich um lang andauernde Schmerzen, die Nervenschäden verursachen. Herkömmliche Schmerzmittel sind unwirksam gegen Neuralgien.

Gabapentin wird eingesetzt bei:

  • Epilepsien (Krampfanfälle)
  • Nervenschmerz und geschädigten Nerven

Allgemeines

Allgemeines
NameGabapentin
Andere Namen2-(1-(Aminomethyl)-cyclohexyl)essigsäure
SummenformelC9H17NO2
WirkstoffklasseAntiepileptikum

Wirkungsweise

Um die Wirkungsweise des Wirkstoffs Gabapentin zu verstehen, muss man wissen, wie das menschliche Nervensystem funktioniert. Dieses wird nämlich durch bestimmte Botenstoffe aktiviert oder auch gehemmt.

Ausgeschüttet werden diese Botenstoffen entsprechend den äußeren Umständen. Auf diese Weise wird eine angemessene Reaktion des Körpers auf Stress, Ruhe oder auf Verletzungen gewährleistet.

Dieses Gleichgewicht ist bei einem erkrankten Nervensystem nicht intakt. Genetische Vorbelastungen oder Verletzungen am Gehirn können Hemmungen gemindert oder Erregungen stärker sein.

Das Nervensystem im Gehirn neigt zu übermäßiger Erregbarkeit, was zu epileptischen Anfällen führen kann.

Das kommt zum Beispiel vor, wenn die Nervenbahnen des Rückens oder der Gliedmaßen aufgrund einer starken Form von Diabetes ständig gereizt werden oder eine Viruserkrankung durch Herpesviren zur übermäßigen Erregbarkeit der Nerven führt.

Die gereizten Nerven senden fortwährend Schmerzsignale zum Gehirn und der Patient verspürt ständigen Schmerz.

Wenn es schon zu epileptischen Anfällen gekommen ist oder eine Erkrankung des peripheren Nervensystems vorliegt, also eine Neuropathie, die auch unspezifisch sein kann, reichen normale Medikamente nicht aus, um die Anfälle bei Epilepsie zu verhindern bzw. die Schmerzen bei des peripheren Nervensystems zu lindern.

Nervenschmerzen können nicht mit den üblichen Schmerzmedikamenten behandelt werden. Damit die Epilepsiesymptome und die Neuropathiesymptome gelindert werden können, werden Medikamente benötigt, die die Erregbarkeit des Nervensystems ausgleichen.

So wirkt Gabapentin

Die Wirkung von Gabapentin soll die Weiterleitung von Reizen an die Nervenbahnen verringern.

Zum einen verhindert der Wirkstoff die Ausschüttung von aktivierenden Botenstoffen, zum anderen ermöglicht er auf indirekte Weise den Abbau dieser Botenstoffe und vermindert die Konzentration dieser Stoffe im Nervensystem.

Weniger Botenstoffe binden sich an die Rezeptoren und senkt somit die Schmerzen werden gelöst. Das Medikament wirkt erst in vollem Umfang, wenn es etwa 1 oder 2 Wochen eingenommen wurde.

Die Wirkungsweise des Gabapentin ist bis jetzt nicht komplett bekannt. Die Wirkung als Antikonvulsiva ist nicht direkt mit der Aktivierung der GABA-Rezeptoren verbunden, obwohl es von der Struktur her mit ihnen verwandt ist.

Der Wirkmechanismus könnte durch eine gehemmte glutamaterge Übertragung der Erregung und durch eine Blockierung von Kalziumkanälen erklärt werden.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Gabapentin

Das Arzneimittel wird durch den Mund aufgenommen. Der Wirkstoff hat im Blut eine Halbwertszeit von etwa 7 Stunden.

Die Ausscheidung von Gabapentin erfolgt über die Niere. Wer eine Nierenschwäche hat, sollte eine geringere Dosis aufnehmen. Es wird letztendlich über den Urin ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Gabapentin eingesetzt?

Gabapentin ist ein zugelassenes Medikament zur Behandlung einfacher und komplexer partieller Anfälle mit einer oder keiner sekundären Generalisierung. Es kann auch zur zusätzlichen Behandlung partieller Anfälle mit einer oder keiner sekundären Generalisierung angewendet werden.

Weiterhin kommt es bei der Therapie von neuropathischen Schmerzen zum Einsatz. Diese entstehen beispielsweise bei Gürtelrose, wenn die Hautveränderungen abklingen.

Eine diabetische Polyneuropathie ist ein anderer Anwendungsbereich, genauso wie die Anwendung bei Phantomschmerzen. Und auch postoperative Schmerzen können durch die Verwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff gemildert werden.

Das Arzneimittel kann auch bei Refraktärhusten wirksam sein, wenn bei der Ursache hierfür keine andere Behandlungsweise erforderlich ist.

Bei Gebrauch außerhalb der Zulassung kann es auch zur Behandlung von Spastiken bei Multipler Sklerose genutzt werden, falls andere zugelassene Wirkstoffe bei richtiger Dosierung und Einnahmedauer keine ausreichenden Behandlungserfolge brachten oder eine Unverträglichkeit besteht.

Gabapentin wird hauptsächlich bei Epilepsie angewendet, wofür es 1976 auch patentiert wurde. Es ist als Antiepileptikum wirksam und kann Krampfanfällen vorbeugen.

Eingesetzt wird Gabapentin im Rahmen einer Monotherapie und auch als Zusatztherapie. Der Wirkstoff kann sowohl bei einfachen, wie auch bei komplexen partiellen Anfällen zum Einsatz kommen.

Das heißt, dieser Wirkstoff wird nicht im Rahmen von einer Zusatztherapie eingesetzt, wenn es um partielle Anfälle geht oder um die Behandlung von neuropathischen Schmerzen.

Mit neuropathischen Schmerzen gemeint sind unter anderem Schmerzen, die Patienten mit einer Gürtelrose erleiden und die nach dem Abklingen der Hautveränderungen auftreten, und zwar in Form der Post-Zoster-Neuralgie.

Unterschiedliche Krankheiten, wie Herpes, Gürtelrose oder Diabetes sind Leiden, die Nervenschmerzen auslösen können. Sie treten meist in den Beinen und in den Armen auf.

Der Schmerz fühlt sich pochend, brennend, wie ein Nadelstich, kribbelnd oder heiß an. In manchen Fällen fühlt er sich wie ein Muskelkater oder ein Krampf an. Es kann auch ein Taubheitsgefühl auftreten. Gabapentin verhilft zu einer Verbesserung der Symptome.


Richtige Anwendung

So wird Gabapentin angewendet

Gabapentin kommt vorwiegend in Tabletten- oder Kapselform zur Anwendung. Der Wirkstoff kann auch mit einer Mahlzeit eingenommen werden, aber immer mit genügend Wasser.

Für Erwachsene liegt die tägliche Dosis Gabapentin zwischen 1800 und 3600 mg. Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt über den Aminosäuretransporter des Darms, der schnell gesättigt ist.

Die tägliche Dosis sollte daher in 3 einzelnen Dosen eingenommen werden, um eine komplette Aufnahme des Wirkstoffes zu gewährleisten. Wenn die Wirkung gleichmäßig sein soll, dann sollten die einzelnen Dosen immer in gleichbleibenden Zeitabständen aufgenommen werden.

Kinder bekommen eine niedrigere Gabapentindosis.

Am Anfang der Behandlung wird Gabapentin langsam und schleichend gegeben. Die Dosierung wird Schritt für Schritt erhöht, bis zum Erreichen der gewünschten Tagesdosis.

Dieses Vorgehen wird Titration genannt und kann sich über mehrere Wochen hinziehen, da der Arzt die geeignete Menge für den Patienten finden muss, die dann auch ausreichend wirkt und möglichst wenige Nebenwirkungen hervorruft.

Bei Epilepsie ist meist eine Langzeittherapie notwendig, weil diese Erkrankung nur selten geheilt werden kann.

Bei Nervenschmerzen kann das Medikament nach einiger Zeit abgesetzt werden, aber schrittweise über den Zeitraum von einer Woche.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Gabapentin?

Gabapentin wird in Tabletten- und Kapselform vertrieben, zum Beispiel unter dem Namen Neurotonin.

Weitere Namen, unter denen Gabapentin erhältlich ist:

  • Gabapentin als Filmtabletten (verschiedene Wirkstoffstärken)
  • Gabapentin in Kapseln (verschiedene Wirkstoffstärken)
  • Gabagamma als Kapsel (verschiedene Wirkstoffstärken)
  • Gabagamma als Filmtabletten (verschiedene Wirkstoffstärken)
  • GabaLiquid GeriaSan (Lösung 50 mg/ml)

Handelsnamen

Monopräparate

Gabapentin ist unter den Bezeichnungen Neurotonin, Gabax, Gabalster, Gabagamma, Gabantin oder GabaLich erhältlich. Daneben gibt es einige Generika.

  • Gabapentin HEXAL 600mg/ -800mg Filmtabletten
  • Gabapentin-Glenmark 600 mg/ -800 mg Filmtabletten
  • Gabapentin HEXAL 100mg Hartkapseln
  • Gabapentin HEXAL 300mg/ -400mg Hartkapseln
  • Gabapentin-ratiopharm 600mg/ -800mg Filmtabletten
  • Gabapentin-ratiopharm 100mg/ -300mg/ -400mg Hartkapseln
  • Neurontin 600mg/ -800mg Kapseln
  • GabaLiquid GeriaSan 50 mg/ml Lösung
  • Neurontin 300mg/ -400mg Kapseln

Kombinationspräparate

Der Wirkstoff ist in keinen Kombinationspräparaten enthalten.


Indikationen

Gabapentin steht zur Behandlung von Epilepsie und Neuropathie zur Verfügung. Verwendet wird der Wirkstoff vornehmlich als Zusatztherapie bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren, die unter partiellen Anfällen leiden.

Als Monotherapie kommt der Wirkstoff bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren ebenfalls bei partiellen Anfällen zum Einsatz.

Darüber hinaus kommt der Wirkstoff auch bei peripheren neuropathischen Schmerzen zum Einsatz, wie auch bei einer schmerzhaften diabetischen Neuropathie und bei einer postherpetischen Neuralgie.

Einige Länder erlauben Gabapentin auch zur Behandlung vom Restless-Legs-Syndrom. Daneben wird es auch gegen Juckreiz, nozizeptiven Schmerz oder Hitzewallungen eingesetzt.


Gegenanzeigen

Wann darf Gabapentin nicht verwendet werden?

In manchen Fällen darf Gabapentin nicht angewendet werden. Dies tritt dann ein, wenn eine Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Gabapentin vorliegt.

Bei einer plötzlichen Bauchspeicheldrüsenentzündung ist der Wirkstoff zu vermeiden.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bestimmte Vorerkrankungen vorliegen, zum Beispiel primär generalisierte Epilepsieanfälle, dauerhafte Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Nierenerkrankungen sowie Psychosen.

Bei gestörter Reizleitung im Herz sollte Gabapentin ebenfalls nicht eingenommen werden. Dies gilt auch, wenn die ersten Anzeichen einer solchen Erkrankung bemerkbar sind, wie Übelkeit oder Erbrechen. In diesem Fall muss der Arzt die Behandlung mit diesem Präparat sofort beenden.

Grundsätzlich darf ein Präparat mit diesem Wirkstoff nur unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden, vor allem bei einer verminderten Nierenfunktion und bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, die bereits bekannt sind.

Ebenfalls nicht angewandt werden darf der Wirkstoff bei Psychosen, die aus der Vorgeschichte des Patienten bekannt sind.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte ein Präparat mit diesem Wirkstoff nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewandt werden. Tierversuche zeigten nämlich eine Schädigung des Ungeborenen durch diesen Wirkstoff.

Während einer Schwangerschaft kann Gabapentin Anpassungsstörungen oder Missbildungen beim Neugeborenen verursachen. Nach Möglichkeit sollte hier auf andere Wirkstoffe zurückgegriffen werden (bei Epilepsie Lamotrigin und bei Neuropathie Amitryptilin).

Falls das nicht infrage kommt, ist die Gabapentindosis geringstmöglich zu halten.

Der Wirkstoff geht auch in die Muttermilch über. Allerdings sind daraus resultierende Schädigungen des Säuglings nicht bekannt bisher.

Vor einer Behandlung mit einem Präparat mit diesem Wirkstoff sollte aus Sicherheitsgründen dennoch zuvor abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Präparate mit diesem Wirkstoff sollten Kindern unter drei Jahren nicht verabreicht werden. Als Zusatztherapie ist der Wirkstoff für Kinder ab drei bis zwölf Jahren zugelassen in Kombination mit anderen Antiepileptika.

Die Angaben hierzu sind jedoch je nach Präparat bzw. Hersteller unterschiedlich. Eine Monotherapie mit diesem Wirkstoff ist allerdings für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen.

Ältere Kinder bekommen eine Dosis, die von ihrem Körpergewicht abhängt. Eine gängige Dosis liegt zwischen 25 und 35 mg je Kilogramm Körpergewicht. Die Aufteilung der einzunehmenden Dosis erfolgt in 3 einzelnen Dosen.

Es ist bisher nicht bekannt, ob sich eine Behandlung über einen Zeitraum von mehr als 9 Monaten negativ auswirken kann. Es ist daher eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko bei Kindern notwendig.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Gabapentin?

Bei abruptem Therapieabbruch können recht schwere Nebenwirkungen auftreten bei der vorherigen Verabreichung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff. Hierzu gehören Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, aber auch Übelkeit, Schmerzen und Schwitzen.

Zudem besteht das Risiko, dass sich bei der Einnahme von diesem Wirkstoff die Selbstmordneigung erhöht. Andere Nebenwirkungen können sehr häufig, häufig, aber auch nur selten auftreten.

Die Anwendung von Gabapentin verursacht am häufigsten:

Es kann auch zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Häufig treten auch:

Sehr häufige Nebenwirkungen

Die Einnahmen von einem Präparat mit Gabapentin kann es sehr häufig zu Müdigkeit oder Schläfrigkeit kommen.

Vermehrt kann auch Schwindel auftreten. Sehr häufige Nebenwirkungen sind zudem Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und eine ungewollte Gewichtszunahme.

Auftreten können auch Nervosität und Schlafstörungen sowie ein unsicherer Gang und Augenzittern. Appetitlosigkeit tritt auch sehr häufig als Nebenwirkung der Einnahmen von einem solchen Präparat auf.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Schwächegefühl und Sehstörungen. Es können auch Zuckungen auftreten und ein Zittern der Hände. Gelenkschmerzen treten auch recht häufig als Nebenwirkung auf, ebenso wie Reflexveränderungen und Sprechstörungen.

Nicht gerade selten sind auch Durchfall und Gefühlsschwankungen bzw. eine Verwirrtheit sowie Verdauungsstörungen. Es kann auch zu einer Blasenschwäche und zu Verstopfungen und Bauchschmerzen kommen.

Häufig tritt auch eine Rachenentzündung und Schnupfen auf. Muskelschmerzen, Rückenschmerzen und Ödeme sind ebenfalls häufige Nebenwirkungen der Einnahme von einem Präparat mit diesem Wirkstoff.

Seltene Nebenwirkungen

Eher seltene Nebenwirkungen sind Herzrasen oder Herzklopfen und das Auftreten von Ohrgeräuschen. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und eine Leberentzündung sowie Gelbsucht sind ebenso selten.

Auch Haarausfall und Brustschmerzen können, wenn auch selten, auftreten bei der Einnahmen von einem Präparat mit diesem Wirkstoff.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Gabaentin?

Die Wirkung von Gabapentin kann vielfältig durch andere Wirkstoffe beeinflusst werden: So kann die gleichzeitige Einnahme von Morphin die Blutkonzentration und auch die Wirkung von Gabapentin steigern.

Die gleichzeitige Einnahme ist durchaus möglich. Es muss hier jedoch die Dosierung von Gabapentin und bzw. oder des Morphin angepasst werden.

Verringert wird die Aufnahme von diesem Wirkstoff im Blut durch säurebindende Mittel, wie Magnesium– oder Aluminium-haltige Antazida. Die Wirkung von Gabapentin wird dadurch nachhaltig beeinträchtigt.

Die aufgenommene Wirkstoffmenge wird durch Antazida mit Magnesium oder Aluminium zur Neutralisierung von Magensäure verringert. Deshalb sollte Gabapentin erst 2 Stunden nach dem Antazidum aufgenommen werden, damit es richtig wirkt.

Cimetidin wird bei überschüssiger Magensäure angewendet und kann die Dauer der Wirkung von Gabapentin verlängern.

Eine gleichzeitige Gabe von Cimetidin und Gabapentin vermindert nämlich leicht die Ausscheidung von Gabapentin. Dies kann zu einer verlängerten Wirkungsdauer führen, was allerdings nicht bedrohlich und mit keinen Nebenwirkungen verbunden ist.

Alkohol sollte nicht während der Behandlungsdauer mit einem Präparat mit diesem Wirkstoff konsumiert werden. Denn Alkohol kann einige Nebenwirkungen des Gabapentins auf das Nervensystem verstärken. Dies trifft vor allem auf Schläfrigkeit oder Bewegungskoordinationsstörungen zu.

Auch wenn nicht bekannt ist, dass Gabapentin die Wirkung oraler Kontrazeptiva beeinträchtigt, sollte von einem Versagen der empfängnisverhütenden Wirkung ausgegangen werden.

Aus diesem Grund sollte während der Behandlungsdauer mit Gabapentin auf ein mechanisches Verhütungsmittel wie Kondome zurückgegriffen werden.

Gabapentin kann ein falsch-positives Ergebnis auf Eiweiß im Urintest beeinflussen. Der Arzt sollte darüber aufgeklärt werden, wenn Gabapentin eingenommen wird.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Gabapentin zu beachten?

Bei einer übermäßigen Dosis des Gabapentins sollte unverzüglich der Arzt oder das Krankenhaus aufgesucht werden. Eine Überdosis kann Benommenheit, Schwindel, Doppeltsehen und undeutliches Sprechen hervorbringen.

Bei einer vergessenen Einnahme sollte diese alsbald nachgeholt werden, aber es sollte keine doppelte Dosis eingenommen werden. Wenn bereits die nächste Dosis fällig wird, braucht die vergessene Dosis nicht nachgeholt zu werden.

Die Beendigung der Gabapentin-Behandlung sollte immer mit dem Arzt besprochen werden. Der Wirkstoff darf nicht abrupt abgesetzt werden, sondern schrittweise. Die Nebenwirkungen bei plötzlichem Absetzen können Angst, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Schwitzen sein.

Kommt es bei einer Behandlung mit dem Wirkstoff zu einer akuten Pankreatitis, muss der Wirkstoff umgehend abgesetzt werden. Das heißt, der Arzt ist sofort zu informieren.

Bei Urintests kann der Wirkstoff das Ergebnis verfälschen. Dies trifft vor allem auf eine semiquantitative Bestimmung des Gesamteiweiß im Urin zu, die mittels Teststreifenverfahren durchgeführt wird.

Dieser Test kann zu einem falsch-positiven Ergebnis führen. Es ist aus diesem Grund empfehlenswert den testenden Arzt auf die Einnahme von diesem Wirkstoff hinzuweisen. Dieser wird für die Untersuchung ein anderes Verfahren wählen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Gabapentin

Gabapentin ist ein rezeptpflichtiges Medikament und dementsprechend verschreibungspflichtig. Das heißt, es ist ein Rezept vom Arzt erforderlich. Es ist außerdem apothekenpflichtig und somit nur in der Apotheke erhältlich.


Geschichte

Seit wann ist Gabapentin bekannt?

Der Wirkstoff wurde im Jahr 1976 von Gödecke und Warner-Lambert patentiert.

Der Wirkmechanismus des Wirkstoffs ist bis heute nicht vollständig erforscht. Es liegen allerdings zahlreiche Studien vor, die belegen, dass der Wirkstoff bei Epilepsie und auch bei anderen Erkrankungen der Nervenbahnen helfen kann.

Zum Einsatz kommt der Wirkstoff seit Beginn an nur als Mittel zweiter Wahl. Das heißt, zu Präparaten mit diesem Wirkstoff wird nun dann gegriffen, wenn andere Wirkstoffe nicht die genügende Wirkung zeigen bei den jeweiligen Krankheitsbildern.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Präparate mit diesem Wirkstoff dürfen nur einschleichend verabreicht werden mit dem Beginn der Behandlung. Das heißt, die Dosis wird im Laufe der Behandlung immer etwas erhöht bis die entsprechende Dosierung erreicht ist, die am Tag zulässig ist.

Es kann keine Selbsteinstellung der Dosierung erfolgen. Die Dosierung wird vom behandelnden Arzt bestimmt.

Mit Gabapentin kann Missbrauch betrieben werden. Es kann als Rauschmittel genutzt werden.

Heftige Nebenwirkungen sollten sofort von einem Arzt behandelt werden. Das betrifft vor allem Symptome wie:

Einige Patienten neigten während der Einnahme von Gabapentin zu Selbstmordgedanken oder Selbstverletzung. Deshalb erfordert die Behandlung mit Gabapentin eine engmaschige Kontrolle.


Quellen

  • Herdegen, T.: Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2010
  • Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 10. Auflage, 2013
  • Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin: www.embryotox.de (Abruf: 15.12.13)
  • Striebel, H.W.: Therapie chronischer Schmerzen – Ein praktischer Leitfaden, Schattauer GmbH, 4. Auflage, 2002

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