Midlife Crisis

Steckbrief: Midlife Crisis

  • Name(n): Midlife Crisis; Andropause
  • Art der Krankheit: Lebensabschnitt
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1974
  • Behandelbar: nein
  • Art des Auslösers: Hormonveränderung
  • Wie viele Erkrankte: alle Männer
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Uruloge oder Hausarzt
  • ICD-10 Code(s): keiner

Die Midlife Crisis ist kein Mythos

Jahrelang wurden vor allem Männer belächelt, die sich in der so genannten Midlife Crisis befunden haben. Doch diese Lebensphase existiert tatsächlich und betrifft überwiegend männliche Patienten zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr. Bezeichnet wird die Midlife Crisis auch ALS Klimakterium virile oder Andropause. Das GegenstüCK dazu bildet die Menopause bzw. die Wechseljahre bei der Frau, die grundsätzlich die selbe körperliche Ursache haben: Eine einsetzende Hormonveränderung.

Definition der Midlife Crisis

Ab einem bestimmten Alter erlebt der Körper eines Menschen Veränderungen. Während die Frau durch die Menopause ihre Menstruation verliert, verzeichnet der männliche Körper einen Rückgang der Sexualhormone.

Dieser Zustand kann körperlich und geistig eine Zerrissenheit auslösen. Manche Männer befinden sich durch diesen Prozess in einer waschechten Krise und durchleben ein gefühlsmäßiges Auf und Ab.

Was ist die Midlife Crisis?

Ähnliche wie auch bei einer depressiven Verstimmung beginnt der Betroffene sich zu fragen, ob in seinem Leben alles richtig läuft. Nicht nur Beziehungen werden hinterfragt, sondern auch der Job, die Freunde und das gewohnte Umfeld werden kritisch betrachtet.

Habe ich alle meine Ziele bisher erreicht? Wie viel Zeit bleibt mir noch? War es das wirklich schon? Das sind typische Fragen, die den Herren der Schöpfung durch den Kopf geistern, während sie die hormonelle Veränderung spüren. Die Ursache dieser Gefühlsschwankungen ist den meisten Männern außerdem gar nicht klar, was meist eine noch größere Unsicherheit hervor ruft.


Welche Ursachen gibt es?

Die Ursache selbst ist bei so gut wie allen Betroffenen immer die selbe: Die Produktion des Sexualhormons Testosteron sinkt. Bis zum 30. Lebensjahr stiegt dieses immer weiter an, stagniert dann für einige Jahre und sinkt etwa ab dem 45. wieder.

Etwa von 1 bis 1,5 Prozent Verlust pro Jahr Gehen Mediziner aus. Zeitgleich erhöht sich der Anteil an Globulin im Körper, der für die Bindung des Sexualhormons zuständig ist. Das heißt: Der verringerte Anteil an Testosteron, der noch vorhanden ist, wird durch Globulin noch weiter verringert. Das spürt der Mann mitunter sehr deutlich.

Aber dennoch kann man nicht allgemein gültig davon ausgehen, dass alle Männer die Midlife Crisis wie beschrieben durchleben. Manchen fällt dieser Lebensabschnitt auch gar nicht weiter auf. Andere hingegen nehmen die Krise in all ihren Facetten mit: Sie werden risikofreudiger, kündigen plötzlich ihren Job und machen eine Weltreise.

Die Ursache ist meist immer eine Midlife Crisis: Wer jemanden kennt, der mit Mitte 40 sein Leben noch einmal umkrempelt, kann sich fast sicher sein, dass sich dahinter eie Krise befindet, die die Natur für den Mann vorgesehen hat. Während Frauen während der Wechseljahre häufig unter Hitzewallungen leidet, trifft es die Männer meist auf emotionaler Ebene.


Symptome & Anzeichen

Das Alter eines Mannes kann natürlich bereits Auskunft darüber geben, ob die Midlife Crisis unmittelbar bevor stehen könnte. Zusätzlich lässt sich an diesen Symptomen erkennen, dass ein Mann sich womöglich mitten in der Krise befindet:

  • Das plötzliche Hinterfragen des eigenen Lebens im Allgemeinen (Beziehung, Beruf etc.),
  • Unsicherheit,
  • Ängste und Sorgen,
  • Schlafstörungen,
  • Erektionsstörungen,
  • Verringerung der Libido und der Muskeln

Das muss aber nicht sein. Manche Männer spüren körperlich überhaupt keine Beschwerden. Andere hingegen hadern viel eher mit den äußerlichen Veränderungen ihres Körpers, die das Alter mit sich bringt. Das können Haarausfall, Gewichtszunahme und Faltenbildung sein. Genauso wie Frauen auch, steckt nicht jeder Mann diese Alterserscheinung einfach so weg.

Schwinden plötzlich Muskeln und es kommt zu Erektionsstörungen kann das für Männer durchaus ein ernsthaftes Problem werden. Nicht selten entwickelt sich aus dieser Krise eine kurzzeitige Depression, die behandelt werden muss.

Gerade für die eigene Familie kann dieser Lebensabschnitt sehr mühsam sein. Die eigenen Kinder erleben ihren Vater plötzlich im Wandel: Vielleicht hat er sich angewandt, geht öfter aus, ist selten daheim und erwägt plötzlich sogar einen Auszug auf dem Familienheim. Das kann für Kinder traumatisch sein, die sich gerade selbst im Hormonchaos mitten in der Pubertät befinden.

Auch wenn ein Mann und Vater während der Midlife Crisis selbst einiges mit sich zu tun hat ,sollte niemals aus den Augen verloren werden, dass darunter auch andere Menschen leiden können, für die das veränderte Verhalten zutiefst verstörend sein kann.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Wird ein Arzt aufgesucht, kann dieser anhand der geschilderten Symptome meist schnell erkennen, dass es sich um die Midlife Crisis handelt. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass überhaupt ein Mediziner aufgesucht wird. Gerade Männer sträuben sich häufig, empfinden oft auch Scham und überstehen die Krise lieber alleine. Das ist durchaus möglich und nicht schlimm. Grundsätzlich ist ärztliche Unterstützung bei der Midlife Crisis nämlich nicht nötig.

Das gilt aber auch nur so lange, wie ein mann nicht plötzlich eben doch in eine Depression abrutscht oder sein Leben völlig aus den Fugen gerät. Wer auf einmal so riskant lebt, seinen Beruf aufgibt, seine Familie verlässt und ein neues Leben beginnt, trägt auch immer ein gewisses Maß an Verantwortung mit sich. Leiden sollte darunter niemand – weder der Betroffene noch seine Angehörigen.

Wird eine Midlife Crisis als Ursache für einen Lebenswechsel vermutet und führt dieser zu Problemen, sollte Hilfe in Anspruch genommen werden. Leider lässt sich die Midlife Crisis nicht behandeln, kann aber in ihrer Ausprägung kontrolliert werden. Wer eher ein stiller Typ ist, der selten ein Risiko eingeht und sich noch nie in Gedanken von seiner Frau und seinem Job getrennt hat, wird wohl auch während der Midlife Crisis nicht plötzlich zum Draufgänger.

Das bedeutet aber nicht, dass die Midlife Crisis ausbleibt. Vielleicht äußert sie sich einfach nur ganz anders und der Mann zieht sich eher noch weiter zurück, wird still und fühlt sich niedergeschlagen. Wer umgekehrt aber immer schon viel geredet hat, eher der Risikomensch ist, der ohnehin immer starken Gefühlschwankungen unterliegt, wird dieser auch eine Krise eher nicht für sich alleine verarbeiten.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Da es sich bei der Midlife Crisis um einen völlig natürlichen Prozess handelt, den die Natur für den Verlauf des männlichen Lebens vorgesehen hat, handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Gegebenheit. Sie trifft auf alle Männer zu.

Genau so wie die Wechseljahre bei der Frau irgendwann eintreten – Ob die Betroffenen das nun stärker oder weniger stark wahrnehmen macht hingegen den entscheidenden Unterschied: Denn der Begriff „Krise“ hat auch immer etwas Negatives an sich. Eine Krise kann immer etwas auslösen, kann nicht gemeistert werden, kann zu einem Verlust führen. Das muss aber gar nicht sein.

Es gibt durchaus Männer, die die Midlife Crisis einfach nicht mitbekommen haben. Die veränderte Hormonproduktion wurde kaum wahrgenommen und das Leben ging genauso weiter wie zuvor auch.

Auch Stimmungsschwankungen spürt nicht jeder Mann in dieser Lebensphase. Ein Grund hierfür könnte sein, dass bei manchen Männern ein eher schleichender Prozess eintritt. Während bei Anderen wiederum die Hormonbildung stärker zurückgeht und die Veränderung sehr plötzlich auftritt, passiert dies bei anderen früher und dauert länger – Die Auswirkungen sind dann weniger stark zu spüren.

Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass der Hormonhaushalt sich im Laufes des Lebens auch beim Mann ändern. Eine echte Krise muss deshalb nicht entstehen. Insofern ist die Begrifflichkeit etwas irreführend.


Komplikationen bei der Krankheit

Die Midlife Crisis ist keine Krankheit. Sie ist ein natürlich Prozess und bezeichnet einen Lebensabschnitt zwischen dem etwa 40. und 50. Lebensjahr – Mal auch etwas früher und mal etwas später.

Komplikationen treten dann ein, wenn ein Mensch sich hiervon überfordert fühlt und die Kontrolle über sein Leben verliert. Automatisch sehnt sich der Betroffene dann nach Hilfe und sucht Unterstützung. Es ist durchaus möglich, dass in dieser Phase immer wieder Gefühlschwankungen eintreten: In klaren Momenten möchte der Betroffene seine Familie nicht verlieren und im nächsten Augenblick sehnt er sich nach Freiheit und möchten ausflüchten.

Es ist wichtig auf die Signale zu achten, die auf eine Komplikation hindeuten können:

  • Der Betroffene ist immer häufiger unglücklich,
  • still und in sich gekehrt,
  • im nächsten Moment wieder risikofreudig
  • Empfindet keinen Stolz mehr auf bisher Erreichtes,
  • hinterfragt seine Partnerschaft und
  • zieht sich immer mehr zurück

Hilfe anbieten kann man immer. Aber man sollte auch akzeptieren, wenn diese nicht erwünscht ist. Jeder Betroffene kann nur selbst entscheiden, ob er sich Hilfe wünscht oder ob er diese Phase lieber selbst überstehen möchte. Letzteres ist keinesfalls eine falsche Entscheidung. Allerdings sollte dann ausgeschlossen werden können, dass der Betroffene eine Depression entwickelt hat.

Zudem muss offen kommuniziert werden, dass die Midlife Crisis nicht einfach so geheilt werden kann. Der Betroffene wird mit den Symptomen weiterhin leben müssen. Es gibt dagegen keine Tabletten, keine Spritze und keine Wunderheilung. Man kann die Beschwerden lediglich lindern und die Phase angenehmer machen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Auch aus einer Midlife Crisis kann eine ernsthafte Erkrankung entstehen. Sobald ein Mensch bemerkt, dass er tiefe Traurigkeit spürt und ihn trübe Gedanken praktisch den gesamten Tag über begleiten, ist es Zeit für medizinische Hilfe. Es kann sich hierbei durchaus um eine Depression handeln. Manchmal werden diese erst dann ausgelöst, wenn Menschen anfangen ihr Leben und den Sinn des Lebens im allgemeinen zu hinterfragen. Eben genau das, was während der Midlife Crisis auch passiert.

Während die meisten sich selbst aus dieser Stimmung wieder befreien können, bleiben andere traurig und antriebslos und verlieren die Lust am Leben. Denn eine ernsthafte Krise in Bezug auf das eigene Leben meistert nicht jeder im Handumdrehen selbst. Wer Unterstützung benötigt oder vermutet, eine depressive Verstimmung entwickelt zu haben, sollte sich helfen lassen. Vielleicht genügt schon die ein oder andere Gesprächsstunde in einer psychologischen Praxis, damit das Leben wieder lebenswert erscheint.

Wer sich unsicher ist, wo er Hilfe findet und mit wem er Sprechen kann, sollte zunächst den vertrauten Hausarzt oder Uruloge aufsuchen.

Dieser kann vielleicht bekannte Kollegen empfehlen oder andere Tipps geben. Hin und wieder wird eine depressive Phase auch durch scheinbar wenig einflussreiche Gewohnheiten (Ernährung, Sport, etc.) ausgelöst. Wenigstens ein Blutbild sollte gemacht werden, um körperliche Ursachen ausschließen zu können.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Krise verschwindet überwiegend so schnell wieder wie sie auch aufgetaucht ist. Dass man sich nach der Hälfte seines Lebens einmal fragt, ob all das bisher gut, richtig und sinnvoll war, ist ein Stück weit normal. Streng genommen handelt es sich nicht um eine ernsthafte Krankheit, sondern um eine Phase im Leben, die dazu gehört. Das bedeutet allerdings trotzdem nicht, dass jeder diese Phase selbst auch bewusst erlebt und auch die Intensität schwankt sehr stark.

Wer emotional ist und sich leicht von seinen Gefühlen hinreißen lässt, neigt eher dazu sich in etwas hinein zu steigern. Dennoch ist die Midlife-Crisis nicht wirklich zu behandeln, denn sie kann nicht einfach aufgehalten werden. Da es sich beim Rückgang der Hormonproduktion um einen natürlichen Prozess im Körper des Mannes handelt, ist es aus medizinischer Sicht auch nicht ratsam diesen Prozess aufzuhalten. Allerdings kann dem männlichen Körper zusätzlich Testosteron zugefügt werden – Über die Wirksamkeit gibt es allerdings keine Langzeitstudien und die Hormonzufuhr ist mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden.

Die Midlife Crisis gehört – wie bei der Frau die Wechseljahre – eben dazu. Die Symptome können erleichtert werden, indem die betroffenen Personen sich dann psychologische Hilfe suchen, wenn ihr eigenes Leben sie überfordert. Ansonsten gilt: Aushalten und warten bis die Krise überstanden ist.

Das ist aber gar nicht so einfach wie es klingt. Gerade die Hilfslosigkeit kann oft dazu führen, dass sich die Betroffenen noch schlechter fühlen und sich ihrem Schicksal einfach ergeben. Wem es aber so schlecht geht, dass er kaum noch seinen Alltag meistern kann, sollte ganz zwingend psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Eine Depression kann – völlig egal welche Ursache sie hat – immer behandelt werden. Keinesfalls sollte der Betroffene also annehmen, für seine Traurigkeit und seine Antriebslosigkeit gibt es keinerlei Hilfe.

Mit Glück dauert die schlimmste Phase der Midlife Crisis außerdem nicht wesentlich länger als einige Monate. Einige Männer beschreiben den Zustand, indem ihnen die Krise geistig und körperlich bewusst war, als einen Zeitraum von etwa 6 bis 12 Monaten. Es ist also absehbar und wird mit Sicherheit schon bald wieder besser werden. Das Gefühl, dass das eigene Leben auf dem Kopf steht und nichts mehr einen Sinn ergibt, ist alles andere als einfach zu verarbeiten.

Es gleicht in etwa dem, was Teenager in der Pubertät spüren: Sie wissen nicht wohin sie gehören und leiden unter massiven Gemütsschwankungen. Das empfinden viele Teenager als ganz fürchterlich und wünschen sich diese Phase schnell vorüber. Ein kleiner Trost ist es also vielleicht, dass es Papa gerade auch nicht anders geht.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine echte Vorbeugung gegen die Midlife Crisis gibt es nicht. Männer sollten sich aber darauf einstellen, dass sie eintreten wird. Wer sich darüber im Klaren ist, dass irgendwann im Laufe des Lebens zwischen etwa dem 40. und 55. Lebensjahr eine Krise eintritt, kann sie besser verarbeiten als jemand, den sie unvorbereitet trifft.

Das bedeutet dennoch nicht, dass man ihr vorbeugen kann. Auch wenn sie manche Männer nicht so hart trifft, tritt sie trotzdem ein. Impfungen dagegen gibt es nicht. Der Körper produziert weniger Testosteron, weil das von der Natur so vorgesehen ist. In diesen natürlichen Prozess einzugreifen wäre nicht förderlich. Ähnlich wie auch bei den Wechseljahren lässt sich dieser Zustand nicht verhindern.

Etwas lindern kann man den Hormonabfall allerdings trotzdem durch:

  • regelmäßige Bewegung,
  • ausgewogene Ernährung und
  • ausreichend viel Schlaf

Wer allerdings Sorgen hat, dass der Hormonhaushalt durcheinander geraten sein könnte oder gar unter körperlichen Beschwerden leidet, sollte sich frühzeitig Hilfe suchen. Denn gerade weil man gegen die Midlife Crisis rein gar nichts unternehmen kann, wird sie häufig als belastend empfunden. Auch einer Depression kann man vorbeugen, indem erste Anzeichen erkannt und schnell behandelt werden.

Prognose zur Heilung der Midlife Crisis

Die gute Nachricht ist: Die Midlife Crisis wird vorüber gehen und das passiert ohne Zutun. Geheilt werden muss sie nicht, denn sie ist im Prinzip keine ernsthafte Krankheit, sondern viel eher eine gewöhnliche Erscheinung im Laufe des Lebens.

Das bedeutet allerdings auch, dass die Betroffenen womöglich über Jahre hinweg unter den Beschwerden der Midlife Crisis leiden müssen. Die Tatsache, dass es keine Heilung gibt und nur minimale Möglichkeiten zur Linderung der Beschwerden, sind dann oft zusätzlich belastend. Wer auf sich achtet und diesen Sachverhalt anerkennt ohne dagegen zu kämpfen, hat die besten Chancen auf eine baldige Besserung.

Nicht immer dauert die Midlife Crisis allerdings jahrelang. Manchmal ist die schlimmste Phase schon nach wenigen Monaten überstanden und der Betroffene fühlt sich nach und nach wieder stabiler und hat das Gefühl, auf dem Boden der Tatsachen anzukommen. Sobald wieder eine Ausgeglichenheit und Zufriedenheit eintritt, ist die Midlife Crisis meist überstanden. Zu Gefühlschwankungen kann er aber trotzdem immer mal wieder kommen.

Damit dieser Lebensabschnitt etwas schneller vorbei geht, ist es durchaus angemessen, sich anzulenken. Das kann eine schöne und längere Reise sein, die man sich schon längst erfüllen wollte oder ein anderes, großeres Projekt, das die eigene Konzentration in Anspruch nimmt. Nicht selten packen Männer ausgerechnet während der Krise etwas Großes an und lenken sich ab.

Hilfe durch Gesprächstherapie

Wie geht es mir eigentlich und was liegt mir auf dem Herzen? Meistens ist es gar nicht so einfach über das zu sprechen, was einen belastet. der Körper gerät durcheinander, der Geist kann nur mühsam folgen und das eigene Leben wird in Frage gestellt. Das kann jeden Mann ordentlich durcheinander bringen.

Wer in seinem privaten Umfeld niemanden findet, der hierfür ein offenes Ohr hat, kann mit einer Gesprächstherapie womöglich Erfolge erzielen. Oft reichen ein oder zwei Sitzungen bereits aus, um das auszusprechen, was einen belastet. Wer Sorgen oder Ängste nicht ausspricht und für sich selbst überstehen möchte, kann damit auch erfolgreich sein. Allerdings empfinden es die meisten Menschen als große Entlastung, wenn sie einmal aussprechen können, womit sie gerade zu kämpfen haben. Eie Gesprächstherapie kann die Beschwerden lindern, indem sie als Anlaufstelle für die eigenen Gedanken dient.

Viele Kliniken sind außerdem inzwischen auf Patienten vorbereitet, die unter der Midlife Crisis leiden und bieten spezielle Behandlungen mit Methoden an, die sonst überwiegend bei Depressionen angewandt werden. Ob dieser Schritt tatsächlich nötig ist, kann am besten eine Therapieberatung vor Ort beurteilen.

Andere Männer hingegen finden gerade im Gespräch nicht das, was sie brauchen. Sie haben nicht das Verlangen über das zu sprechen, was sie belastet und möchten die Phase einfach nur in Ruhe überstehen. Es ist durchaus möglich sich in Schweigen zu hüllen ohne sich einer größeren Gefahr auszusetzen. Oft tut es aber doch gut, wenn man einmal ausspricht, was einen belsatet.

Alternative Behandlungsmethoden

Nicht immer schlägt die klassische Medizin an. Zahlreiche alternative Behandlungsmethoden können während der Midlife Crisis Linderung verschaffen und helfen über diese anstrengende Lebensphase hinweg.

Folgende Behandlungsmethoden aus dem alternativen Bereich können eingesetzt werden:

  • Massagen
    Massagen wirken anregend und entspannend zugleich. Menschen nehmen bei innerer Zerrissenheit und Unsicherheit auch häufig eine ungesunde haltung an, die zu ernsthaften Beschwerden führen kann. Massagen können bei der Entkrampfung helfen und bieten Momente der Ruhe.
  • Akpunktur
    Bei einer Hormonumstellung kann Akupunktur eine Überreaktion des Körpers verhindern. Werden die richtigen Punkte aktiviert, können Blockaden gelöst werden und die Energie fließt ungehindert. Bei Frauen in den Wechseljahren ist die Akupunktur bereits eine etablierte Heilmethode gegen typische Beschwerden wie Hitzewallungen.
  • Traditionelle Chinesische Medizin
    Die so genannte TCM (Traditionelle chinesische Medizin) kann bei Erschöpfung und Antriebslosigkeit helfen. Wer gestresst ist und sich überarbeitet fühlt, kann kaum noch Leistung bringen. Die TCM bietet Anleitungen unter Einbezug von Ying-und-Yang, die sogar vorbeugend gegen Beschwerden eingesetzt werden können. Die Ernährung spielt bei der TCM eine große Rolle.
  • Ayurveda
    Die Midlife Crisis bringt auch Begleiterscheinungen äußerlicher Art mit sich. Die Haut gerät mit den Hormon meist aus dem Gleichgewicht, wird trocken, rot und auch Haarausfall ist keine Seltenheit. Ayurveda kann diese Nebenwirkungen lindern, z.B. durch eine traditionelle Massage des Körpers und Kopfes.
  • Yoga
    Eine sichere und beruhigende Atemtechnik kann Yoga vermitteln. Das Erlernte kann den Betroffenen dabei helfen, sich immer wieder im Alltag zu besinnen und sich durch eine kontrollierte Atmung kurze Momente der Besinnung zu verschaffen. Yoga kann praktisch überall ausgeführt werden, muss aber zunächst erlernt werden in einem Kurs.

Welche Hausmittel können helfen?

Im Alltag ist es manchmal schwierig, sich die nötige Besonnenheit und Ruhe zu gönnen, die man vielleicht bräuchte, um eine Krise meistern zu können. Der Alltag führt meist dazu, dass die Menschen sich gehetzt fühlen. Mit Hausmitteln ist es dennoch möglich, sich kleine Oasen im alltäglichen Leben zu schaffen, die ein gewisses Wohlfühlgefühl aufkommen lassen:

  • Koffein für die Haare (wirkt als Shampoo gegen Haarausfall),
  • viel Obst und Gemüse um Übergewicht vorzubeugen,
  • Erhöhung der Aktivitäten an der frischen Luft (beugt depressiven Verstimmungen vor

Gegen den Hormonabfall allerdings gibt es kein Hausmittel. Man kann lediglich versuchen die körperlichen Beschwerden etwas angenehmer zu machen. Viele körperlichen Erscheinungen nicht außerdem nicht zwingend ein Symptom der Midlife Crisis. Sie treten im Prozess des Älterwerdens ohnehin ab – ob die Midlife Crisis nun bewusst erlebt wird oder nicht.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Es gibt zahlreiche heilende Kräuter und Pflanzen, die gegen typische Beschwerden der Midlife Crisis helfen können:

Kamille
Die Kamille ist nicht nur entzündungshemmend, sondern soll auch entkrampfend und beruhigend wirken. Am einfachsten ist die Verwendung von Beuteltee, der in jedem Super- und Drogeriemarkt erhältlich ist. In der freien Natur ist die Kamille kaum noch zu finden.

Johanniskraut
Das Johanniskraut wird bereits seit dem Mittelalter bei depressiver Verstimmung während der dunkleren Monate eingesetzt. Es soll nicht nur bei Depression Abhilfe verschaffen, sondern zusätzlich gegen Verdauungsbeschwerden helfen. Auch bei Schlaflosigkeit und innerer Unruhe kann Johanniskraut Erleichterung verschaffen.

Pfefferminze
Pfefferminze ist erfrischend und belebend. Sie kann beispielsweise als Tee aufgenommen werden, ihre Blätter können aber auch in einem Smoothie zerkleinert werden. Sie hilft beispielsweise gegen Kopfschmerzen, die durch Verkrampfungen entstehen, die auch während der Midlife Crisis vorkommen können.

Ginseng
Ginseng ist eine Pflanze, die ursprünglich aus Korea stammt. Als Heilmittel wird ihre Wurzel eingesetzt. Sie kann das Immunsystem stärken, hilft aber auch gegen Übergewicht und Müdigkeit. Der Ginseng kann sogar den Blutzuckerspiegel regulieren und gilt allgemein als relativ wirksam. Manche Menschen reagieren allerdings sensibel auf die starke Wirkung und sollten daher bei der ersten Verwendung besonders auf eventuelle Nebenwirkungen und Überreaktionen achten.

Ätherische Öle

Ätherische Öle werden schon seit langer Zeit im Kampf gegen Depressionen und depressive Verstimmung eingesetzt. Sie sind dafür bekannt, sehr wirksam gegen auftretende Angstgefühle und innere Verspannung zu helfen. Düfte und Öle können Stress lindern, weil sie auf den Geist beruhigend wirken. Sie stimulieren bestimmte Bereiche im Gehirn, die Endorphine auslösen – also Glück, Leichtigkeit und Freude.

Ätherische Öle sind immer Extrakte von Pflanzen, also natürlichen Ursprungs. Sie werden nie pur, sondern immer nur gering konzentriert, auf die Haut aufgetragen. Kokos- und Mandelöl gehören zu den bekanntesten ätherischen Ölen. Wer sehr empfindliche Haut hat (z.B. Neurodermitis oder Allergien) sollten bei der Anwendung allerdings sehr vorsichtig vorgehen und beim ersten Mal keine großflächige Anwendung vornehmen.

Homöopathie & Globuli

Die Welt der Homöopathie bietet einige Möglichkeiten zur Selbstheilung. Auch Depressionen und Ängste können unterstützend behandelt werden.

Nux vomica (Potenz: D12)
Bei Unruhe, Schlafstörungen und Reizbarkeit soll sich ein verbesserter Zustand einstellen. Kombiniert mit Wärme am Abend und am Morgen können damit sogar Rückenschmerzen besser werden.

Acidum phosphoricum (Potenz: D12)
Auf körperliche Anstrengung sollte während der Einnahme weitestgehend verzichtet werden. Körperliche Erschöpfung und geistige Überlastung sollen verschwinden und die Wirkung wird verstärkt, wenn vor allem am Abend dem Körper Wärme zugeführt wird.

Pulsatilla (Potenz: D12)
Pulsatilla gilt in den Wechseljahren als bewährt und soll vor allem bei Stimmungsschwankungen und einer weinerliche und launenhaften Stimmung Abhilfe schaffen. Eine Verbesserung des Zustandes soll eintreten, wenn der Patient auf das Alleinesein verzichtet und sich unter Menschen aufhält.

Schüssler-Salze

Die Midlife Crisis löst, bewusst oder unbewusst, eine Stresssituation aus. Das ist auch völlig gewöhnlich, wenn der Mensch sich selbst und seine Stimmungslage nicht mehr wieder erkennt. Doch auch Schüssler-Salz können Linderung verschaffen und bietet im Rahmen der so genannten Anti-Stress-Kur einige passende Präparate an.

Schüssler-Salz Nr. 5 – Kalium phosphoricum
Wird hauptsächlich verwendet bei Schwächeanzeichen und Erschöpfungszuständen (z.B. bei einem beginnende Burn-Out). Das Salz kann einen Mangel an Kalium beheben, der sich meist durch fahle, graue Haut und eine müde Erscheinung äußert.

Schüssler-Salz Nr. 10 – Natrium sulfuricum
Wer an einem Mangel an Natriumsulfat leidet, ist meist wenig motiviert sich für sich selbst oder andere einzusetzen. Das Schüssler-Salz Nr. 10 kann bei einem Gefühl von Schwermut und der Neigung zu einem melancholischen Zustand helfen.

Diät & Ernährung

Verzicht auf Alkohol und Nikotin

Unser Körper möchte kein Gift zugeführt bekommen: Alkohol und Zigaretten allerdings sind nichts anderes als Gift. Im menschlichen Körper rufen sie eine Schutzfunktion hervor und stressen auch den Geist. Jeder kennt das Gefühl nach einer durchzechten Nacht: Die Leistungsfähigkeit ist deutlich gemildert und man fühlt sich im eigenen Körper unwohl.

Wer leistungsfähig bleiben möchte, sollte seine Gesundheit nicht unnötig belasten. Ein Glas Rotwein oder ein Bier hin und wieder sind kein ernsthaftes Problem – Wer täglich Alkohol konsumiert schadet seinem Körper allerdings nachweislich massiv.

Verzicht auf zu viel Fett
In der Midlife Crisis neigen viele Betroffene vielleicht eher zu ungesunder Ernährung. Die Tüte Chips am Abend oder das Grillwürstchen scheinen der Seele besser zu tun als ein gesunder Salat. Doch damit wird meist das Gegenteil erreicht.

Wer ohnehin schon Probleme damit hat, sich zu konzentrieren und mit sich und seinem Leben hadert, wird durch den Konsum von zu viel fett noch wesentlich weniger fähig sein Leistung zu erbringen. Sogar das Gehirn leidet unter der ungesunden Ernährung.

Extremsport? Muss nicht sein
Niemand muss plötzlich mit Mitte vierzig anfangen extrem viel Sport zu treiben. Es muss nicht besonders gefährlich, schnell und ultimativ sein: Ausgewogene und regelmäßige Bewegung ist wesentlich effektiver.

Es reicht völlig aus, wenn Männer in der Midlife Crisis 1 oder 2 Mal pro Woche einen leichten Sport betreiben. Das kann auch schon ein ausgedehnter Spaziergang an der frischen Luft sein.

Weniger Risiko und Adrenalin
Manche Menschen stehen immer unter Strom und wirken auch so als könnten sie einfach nicht anders. Es muss eben dann doch immer die extreme wochenlange Radtour sein und selbst im Urlaub wird noch voll auf Adrenalin gesetzt. Doch ein bisschen mehr Ruhe gut.

Der Körper signalisiert durch die Midlife Crisis auch: Komme etwas zur Ruhe. Du bist jetzt nicht mehr 20 Jahre ALT. Aber auch das muss erst einmal eingesehen werden.


FAQ – Fragen & Antworten

Wann beginnt die Midlife Crisis?

Bei den meisten Männern sinkt der Hormonspiegel etwa ab dem 40. Lebensjahr. Das kann aber auch durchaus 5 Jahre früher oder später erst passieren.

Weshalb trennen sich so viele Menschen während der Midlife Crisis?
Das Leben wird in Frage gestellt. Dazu zählt meist auch eine – womöglich schon langjährige – Partnerschaft. Wer das Leben verändern möchte, fängt meist an, zwischenmenschlich „aufzuräumen“ und entscheidet sich für eine Trennung. Deshalb führt die Midlife Crisis trotzdem nicht besonders häufig zur Trennung. Hierfür gibt es meist einen handfesten Auslöser.

Muss man sich Gedanken machen, wenn keine Midlife Crisis aufgetreten ist?
Überhaupt nicht. An vielen Menschen geht dieser Zustand auch einfach vorüber ohne, dass ihnen etwas auffällt. Das ist nicht bedenklich und sicherlich auch eine Charakterfrage.

Ich habe Angst vor der Midlife Crisis – Was kann ich tun?
Ruhe bewahren. Dieser Zustand wird vorüber gehen und muss keinesfalls in einem Drama ändern. Vielleicht äußert sich die Krise gar nicht als waschechte Krise, sondern lediglich durch körperliche Merkmale des Älterwerdens – Das gehört zum Leben dazu.

Betrifft die Midlife Crisis auch Frauen?
Ja, das kann sein. Die Wechseljahre der Frau können auch zu einer Midlife Crisis werden, denn auch währenddessen entsteht eine massive Veränderung des Hormonhaushaltes. Aber auch unabhängig davon kann bei einer Frau eine Midlife Crisis auftreten.

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