Sensorik

Der menschliche Körper wird häuft als „Wunderwerk der Natur“ bezeichnet, weil er ungeheuer komplex, flexibel und leistungsfähig ist. Von Geburt an, über Kindheit und Erwachsenensein, bis ins hohe Alter funktioniert er, trotz großer Herausforderungen, meist reibungslos – eine Tatsache, die wir Menschen häufig gar nicht realisieren.
Erst, wenn irgendetwas nicht mehr funktioniert, werden wir auf unseren Körper aufmerksam. Wir bekommen Angst und wollen erfahren, was da los ist. In diesem Artikel finden Sie zahlreiche Informationen rund um das Thema Sensorik.

Was ist Sensorik?

Was bedeutet „Sensorik“?

Das Wort „Sensor“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet fühlen, wahrnehmen, empfinden. Entsprechend versteht man unter „Sensorik“ das Wissen rund um die Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen von innerhalb und von außerhalb des Körpers.

Was kann Sensorik?

Bei der Sensorik geht es also um unsere Sinne und unser Gehirn, und deren Arbeit. Dass wir die Welt, dass wir unseren Körper wahrnehmen können und reagieren können, kurz: dass unser Körper funktioniert und wir uns in unserer Welt zurecht finden – all das verdanken wir im Wesentlichen unseren Sinnen. Welche Sinne uns zur Verfügung stehen, wie sie aufgebaut sind, wie sie funktionieren und, wie wir auf die empfangenen Reize regieren – all das sind Fragen, die uns die Sensorik erklärt.

Und was noch?

Aber nicht nur das: auch in der Technik verwendet man heute Sensoren, Geräte nämlich, die – wie unsere Sinne – in der Lage sind, Reize aufzunehmen und zu verarbeiten. Diese Technik begegnen wir heute schon täglich, auch in der Medizin. Das Wissen rund um die Sensorik ermöglicht uns, fehlende Sinnesleistungen technisch zu ersetzen und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen das Leben leichter zu machen.

Sensorik prägt Weltbild

Alle Lebewesen, also auch alle Tiere und Pflanzen verfügen über Sinne. Sie sind obligatorisch, um leben zu können. Aufgrund von Sinneseindrücken koordiniert unser Gehirn die Arbeitsabläufe der inneren Organe. Sie geben uns Auskunft über unsere Bedürfnisse. Unsere Sinne warnen uns vor Gefahren, sorgen dafür, dass wir uns sinnvoll bewegen und unsere Bedürfnisse Stillen und sie geben uns Orientierung.

Das „Bild“, das wir uns von unserer Umwelt machen, ist im Grunde nichts anderes als eine Zusammenstellung von Informationen, die uns unsere Sinne von unserer Umwelt liefern. Für Lebewesen mit anderen Sinnen sieht die Welt ganz anders aus, eine Tatsache, die wir heute beispielsweise bei Hunden und ihrem ausgeprägten Geruchssinn, bei Fledermäusen mit ihrem radar-artigen „Raumsinn“, bei Stechmücken mit ihrem sehr spezialisierten Geruchsinn ein Stückweit aufgrund ausführlicher Forschung entdecken konnten.

Ob wir wohl jemals wissen werden, wie die Welt „wirklich“, also nicht nur aus der beschränkten Sicht unserer Sinneswahrnehmungen heraus, aussieht?

Funktion und Aufgabe der Sensorik

1. Sehen – Auge

Der Mensch ist ein „Augenwesen“, heißt: wir Menschen nehmen einen Großteil unserer Umwelt mit dem Auge wahr. Wir sagen: „wir machen uns ein Bild von…“, und meinen damit, dass wir alle für uns verfügbaren Informationen zu einem Ganzen zusammenfügen – eine Sprachwendung, die zeigt, wie wichtig für uns das Sehen ist.

Das menschliche Auge funktioniert wie eine Kamera. Durch die Pupille fallen Lichtstrahlen ins Innere des Augen und treffen dort auf die Netzhaut, eine mit Licht- und Farb-sensiblen Zellen ausgestattete Haut. Die Sehzellen reagieren auf das Licht, indem sie über, in der Netzhaut liegende Nervenbahnen, elektrische Impulse aussenden. Diese Impulse werden direkt ins Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet. Dort wird aus diesen Impulsen ein Bild „hergestellt“.

Damit dieses Bild für uns zu einem scharfen Bild wird, gibt es im Auge die Fähigkeit der Feinjustierung: die Pupille dosiert die Menge des Lichteinfalls dadurch, dass sie sich weitet oder verengt. Die Linse kann sich durch Variieren ihrer Krümmung auf die Entfernung des zu sehenden Objekts einstellen. Die Zusammenarbeit beider Augen ermöglicht uns, unsere Umwelt räumlich wahrzunehmen und damit Abstände einzuschätzen.

2. Hören – Ohren

Unsere Ohren erzählen uns auch das, was um die Ecke, in einem anderen Raum in unserer Umgebung geschieht. Die große weite Welt der Sprache wäre – wenn „un-erhört“ nutzlos und die Kommunikation zwischen uns Menschen sehr viel ärmer. Und stellen Sie sich vor: eine Welt ohne Musik?!

Mit den Ohren nehmen wir Geräusche, Schallwellen wahr. Das menschliche Ohr besteht aus drei Teilen:

• das Außenohr mit trichterartiger Ohrmuschel und dem haarigen, mit Ohrschmalzdrüsen versehenen, Gehörgang, durch den der Schall weitergeleitet wird

• das Mittelohr mit dem Trommelfell, das durch die Schallwellen zum Schwingen gebracht wird, und einem Gehörknöchelchen, das den Schall verstärkt

• das Innenohr mit der sogenannten Schnecke, in der die Schallwellen in elektrische Impulse umgewandelt werden und, und mit dem Sehnerv, der die Impulse aufnimmt und auf die Nervenbahnen hin zum Gehirn weiterleitet. Diese Nerven führen zum Cortex, dem Hörzentrum im Gehirn, das die Informationen verarbeiten.

Dafür, dass wir Geräusche orten können, sorgt das Gehirn, indem es die Informationen von rechtem und linkem Ohr zu einander ins Verhältnis setzt.

3. Gleichgewichtssinn – Ohren

Außer, wenn wir uns beim Pirouettendrehen oder als Kinder beim Spielen zu schnell und zu lang im Kreis drehen, bekommen wir normaler Weise nichts von unserem Gleichgewichtssinn mit. Wie wichtig er ist merken wir erst, wenn er einmal nicht funktioniert.

Damit wir unser Gewicht auf unseren zwei Beinen balancieren können, muss unser Gleichgewichtssinn, ständig für die Arbeit unserer Muskeln Informationen liefern.

Das Organ des Gleichgewichtssinns sitzt im Innenohr. Darin befinden sich drei fast kreisrunde, flüssigkeitsgefüllte Kanäle, die Bogengänge genannt werden. Außerdem gibt es noch zwei flüssigkeitsgefüllte Säckchen, die sogenannten Otolithenorgane. Jeder Bogengang ist für eine Lage (Horizontale, Vertikale, Tiefe) zuständig und alle drei enden in einer mit feinen Härchen besetzten Ausbuchtung. Je nachdem, wie man nun den Kopf neigt, bewegt, die in den Kanälen befindliche Flüssigkeit die Härchen in den Ausbuchtungen. Die Härchenwurzeln sind mit hochsensiblen Nervenbündeln besetzt, die jede Bewegung der Härchen registrieren ans Gehirn weiterleiten.

Die Otolithenorgane funktionieren ähnlich. In der Flüssigkeit in ihrem Innern schwimmen kleine Kristalle, die die auf der Innenseite befindlichen Härchen ebenfalls in Bewegung versetzen. Läuft alles glatt, sind wir im Gleichgewicht und verschwenden keinen Gedanken an die Leistung, die dies ermöglicht.

4. Riechen – Nase

Unser Geruchsinn ist unser unmittelbarster Sinn, da seine Impulse nicht, über die Großhirnrinde verarbeitet wird, sondern direkt zum limbischen System gelangt, das maßgeblich für Emotionen zuständig ist. Die Informationen, die er liefert, werden nur zu einem sehr geringen Prozentsatz bewusst wahrgenommen.

Der Satz „Jemanden nicht riechen können…“ deutet es an: unser Geruchssinn arbeitet stärker mit unserem Unterbewusstsein und nur wenig mit unserem Bewusstsein zusammen. Er verrät uns, was uns Wohl und was uns Weh beschert, welche Speise beispielsweise genießbar und welche eher schädlich für uns ist.

Um dies zu bewerkstelligen, sitzen in der Riechschleimhaut am oberen Ende der Nasenhöhle auf fünf Quadratzentimetern zwischen 10 und 30 Millionen Nervenzellen, die bis zu 400 verschiedene Gerüche wahrnehmen können. Die Nervenzellen führen weiter zum Riechkolben, der am Übergang zum Gehirn sitzt. Von dort werden die Impulse an verschiedene Bereiche des Hirns weitergegeben, zusammengefügt und verarbeitet. Gerüche sind meist sehr vielschichtig und bestehen häufig aus mehreren hundert einzelnen Geruchsfaktoren.

Beim Riechen arbeiten zwei Nerven zusammen. Der Olfaktorius ist für das eigentliche Riechen zuständig, der schmerzempfindliche Trigeminus hingegen ist auf beißende Gerüche wie Chlor, Salmiak, Rauch oder auch Zwiebel eingestellt.

5. Der Geschmackssinn – Zunge

Ähnlich wie der Geruchssinn ist der Geschmackssinn ein unmittelbarer Sinn. Das ist sicher ebenfalls entwicklungsgeschichtlich damit zu erklären, dass es lebenswichtig ist, keine giftigen oder verdorbenen Lebensmittel zu sich zu nehmen.

Zum Schmecken besitzen wir auf der Zunge in einer bestimmten Ordnung liegende Geschmacksknospen, die mit zahlreichen Sinneszellen ausgestattet sind und zu denen viele, kleine Nervenbahnen führen. Sobald ein Stoff diese Geschmacksknospen berührt, werden Nervenbotenstoffe produziert, die wiederum in elektrische Impulse verarbeitet und an das Gehirn weitergegeben werden. Für Süß, sauer, salzig und bitter gibt es jeweils extra spezialisierte Geschmacksknospen. Da der Geruchssinn eng mit dem Geschmackssinn verknüpft ist, liefert erst das Gesamtergebnis beider Wahrnehmungen einen eindeutigen Geschmack.

6. Der Tastsinn – Haut

Wir sagen es oft genug: „etwas begreifen“ – insbesondere die Tastzellen, in der Haut unserer Hände geben uns die Möglichkeit Gegenstände, Oberflächen, Beschaffenheiten, Temperaturen usw… zu fühlen.

Der Tastsinn hat seinen Sitz in der Haut, auch in der Schleimhaut und ist flächenmäßig und in Bezug auf die Anzahl der Nervenzellen bei Weitem der umfangreichste. Die ganze Körperoberfläche aber auch die meisten im Körper liegenden Oberflächen sind mit Tastzellen ausgestattet. Diese Tastzellen alarmieren uns, wenn unserem Körper in irgendeiner Form „Gewalt“ angetan wird. Schon kleine Berührungen werden von den Nervenzellen registriert und verschlüsselt als elektrischer Impuls an das Gehirn weitergeleitet.

Auch das Empfinden von Kälte und Wärme wird von den Tastzellen unserer Haut geleistet.
Selbst bei völliger Dunkelheit und Stille können wir uns vorantasten. Die Tastzellen liefern jede Berührung sofort in die „Chefetage“ und von dort geht in Bruchteilen einer Sekunde der Auftrag zur richtigen Bewegung.

Krankheiten und Beschwerden

Im Bereich der Sinne gibt es, entsprechend der Vielseitigkeit der Aufgaben, eine große Anzahl an möglichen Störungen. Man unterscheidet dabei Störungen, die auf Fehlern in der Impulsaufnahme, Störungen, die bei der Impulsweiterleitung und Störungen, die bei der Impulsverarbeitung auftreten.

1. Die häufigsten Augenerkrankungen und ihre Symptome:

• Weitsichtigkeit/Kurzsichtigkeit verschwommenes Sehen in der Ferne/Nähe

• Eintrübung der Linse (Grauer Star) Nebeliges Sehen

• Überdruck im Augapfel, (Grüner Star, meist durch Bluthochdruck) Gesichtsfeldausfälle, bei akutem Glaukom Schmerzen

• Austrocknung (mangelnde Tränenflüssigkeitsproduktion) Augenbrennen

• Austrocknung durch nicht vollständiges Schließen der Augenlider Augenbrennen

Makuladegeneration (Abbau von Nervenzellen auf der Netzhaut) Verzerrtes, eingetrübtes Bild

Netzhautablösung – Amotio retinae Nur noch Bildteile sichtbar

Bindehautentzündung Augenbrennen, Jucken, Kratzen, Fremdkörpergefühl – etwa wie Sandkörner, die bei jedem Lidschlag reiben. Auge rot, angeschwollen. Schleimfäden und Sekret auf der Hornhaut führen event. zu Sehstörungen. Das Auge kann am Morgen verklebt sein

• Zuckerbedingte Netzhauterkrankung (Diabetische Retinopathie) verschwommenes oder verzerrtes Sehen, blinde Flecken

• Glaskörpertrübungen (altersbedingt, harmlos) Kollagenfaserklümpchen, die aussehen wie kleine Pünktchen

• Uveitis (entzündliche Augenkrankheit) Plötzlich auftretende, starke Augenrötung, vermehrter Tränenfluß, gesteigertes Blendempfinden, Verschwommensehen, stechende Augenschmerzen

Schielen und Amblyopie (Fehlstellung einer oder beider Augen) Doppelbilder, unscharfe Bilder

Verletzungen und Verätzungen Sehr starke brennende und stechende Schmerzen, Rötung, starkes Tränen

2.Die häufigsten Ohrenerkrankungen und ihre Symptome:

Hörsturz: Plötzlicher Hörverlust( verschiedene Ursachen wie Z.B. lauter Knall, Durchblutungsstörung, große Psychische Belastung) Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr von einem oder mehreren Frequenzen, Druckgefühl auf dem Ohr, Taubheitsgefühl rund um die Ohrmuschel

• Gehörgangsentzündung: Otitis externa Entzündung des äußeren Gehörgangs (infizierte Verletzung, Reizung durch z.B. Chlor) starke Ohrenschmerzen, heftiger Juckreiz, event. läuft Sekret aus dem Ohr, Ohr schwillt zu, so dass man schlechter hört

• Druck auf den Ohren Ungleicher Druck zwischen Außenwelt und Innenohr, so dass das Trommelfell gewölbt wird) Druckgefühl, dumpfes Hören, event. Schwindel, eigene Stimme hört sich hallend oder lauter an, event. Ohrenschmerzen

Mittelohrentzündung: Otitis media (Entzündung des Mittelohrs durch Bakterien oder Viren, häufig im Zusammenhang mit einer Rachenentzündung, Erkältung oder Grippe) Stechende Ohrenschmerzen, Fieber, Hörminderung, allgemeines Krankfühlen

• Mastoiditis: (Komplikation einer Mittelohrentzündung– in Teil des Schläfenbeins wird von der Infektion befallen) Stechende Ohrenschmerzen, Fieber, allgemeines Kranksein, die Gegend hinter der Ohrmuschel schwillt an, steht event. weiter ab als sonst und sondert sekret ab

• Neurinom: (gutartige Tumore, der Zellen, die die Nervenfasern umgeben) Hörminderung, event. Hörsturz, Ohrgeräusche, selten auch Schwindel

• Otosklerose: Zunehmende Schwerhörigkeit (Knochenerkrankung im Bereich des Innen- und Mittelohrs) Stetig abnehmende Hörfähigkeit

Tinnitus: (dauerhaft Geräusche im Ohr) Pfeifen, Piepsen, Brummen oder Scheppern im Ohr ohne Geräusche von außen

3. Die häufigsten Erkrankungen des Gleichgewichtssinns und ihre Symptome:

• Morbus Menire, (Salzaustauschstörung im Innenohr) Schwankschwindel

Lagerungsschwindel, Irritation der innervierten Härchen in den „Wasserwaagen“ des Innenohrs durch kleinste Kristalle Schwindel nach Bewegungen des Kopfes, die ca. 30 Sekunden anhalten und dann wieder verschwinden

• Vestibularisausfall(durch Durchblutungsstörung der Nerven) Schwank-, Kipp- und manchmal auch Drehschwindel

• Otholitenerkrankung, (Defekt der Oholitenorgane) Schwank-, Kipp- und Drehschwindel

• Halswirbelschwindel, (Blockade in der Halswirbelsäule) Besonders Schwankschwindel, selten Drehschwindel

• Basiläre Migräne (ein mögliches Symptom von Migräne) Meist bgleitet von anderen Migräne-Symptomen, wie z.B. besondere Lichtempfindlichkeit, besondere Geruchsempfindlichkeit, Flimmern vor den Augen…

• Dehiszenz des oberen Bogenganges, (Fehlbildung des oberen Bogenganges im Innenohr) Schwindel bei lauten Geräuschen bis hin zu Ohnmacht, eigene Augenlidbewegung wird event. so laut hörbar wie ein Scheibenwischer

• Vestibularisschwannom, (Veränderung der Umhüllung des Gleichgewichtsnervs) Schwindel und Hörverlust

• Vestibularisparoxysmie, („Kurzschluss“ durch Berührung eines Nerven mit dem Gleichgewichtsnerv) Kurzer starker Schwindel, event. immer wieder aufwallend und abflauend

Gleichgewichtsstörungen allgemein, (unterschiedlicher Genese, wie z.B. Niedriger Blutdruck, Schwindel bei Reisekrankheit, Stoffwechselstörungen, Sonnenstich / Hitzschlag, Genussmittel (Alkohol), Durchblutungsstörungen, Augenerkrankungen, Innenohrentzündungen, Entzündungen des Gleichgewichtsnervs, Morbus Meniere, Hyperventilationssyndrom, Nebenwirkungen von Medikamenten, Neurologische Erkrankungen, psychische Störungen) Unsicheres Laufen und Schwanken und Agieren, Umfallen, Unwohlsein bis hin zu Übelkeit, Schwank-, Kipp- und Drehschwindel

4. Störungen des Geruchsinns:

• Quantitative Riechstörungen, (die Stärke der Wahrnehmung der Gerüche nimmt ab)

• Qualitative Riechstörungen, (die Fähigkeit zur Differenzierung von Gerüchen nimmt ab)

Die Ursachen beider Störungen können sein: z-B. Traumen, Gift- und Schadstoffe, Virusinfektionen, bakterielle Infektionen, andere Grunderkrankungen, Alter, Nebenwirkungen von Medikamenten, Vererbung

5. Störungen des Geschmacksinns:

• Quantitative Geschmacksstörungen, (die Stärke der Wahrnehmung des Geschmacks nimmt ab)

• Qualitative Geschmacksstörungen, (die Fähigkeit zur Differenzierung von Geschmack nimmt ab)

Die Ursachen beider Störungen können sein: z.B. virale Infektionskrankheiten, z.B. Grippe, Strahlentherapie, Nebenwirkungen von Medikamenten, Leber– und Nierenerkrankungen, Entzündungen der Zunge (Glossitis), Sjögren-Syndrom, Schilddrüsenunterfunktion, Cushing-Syndrom, mangelhafte Mundhygiene, Nervenschädigungen, z.B. durch zahnmedizinische Behandlung,Tumore, Schädelbasisbrüche, entzündliche oder degenerative Nervenerkrankungen, Verletzungen des Hirnstamms, neurodegenerative Erkrankungen (wie Alzheimer), Vergiftungen, bestimmte Epilepsieformen

6.Die häufigsten Erkrankungen des Tastsinns und ihre Symptome:

Körperwahrnehmungsstörungen, Lähmungen, Gribbeln, Schmerzen, Taubheitsgefühl, lokal, partiell, generalisiert

Die Ursachen dieser Störungen können sein: z.B. lokale Verletzung, Verletzung eines oder mehrerer Nerven, Rückenmarksdefekte, Hirnschädigungen, Infektionen, Begleiterscheinung bei Diabetes melitus, Leberzirrhose, Hypertyreose, Leberentzündungen, Niereninsuffizienz, Durchblutungsstörungen, Vergiftungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Parkinson

Fragen und Antworten zur Sensorik

Welcher Arzt beschäftigt ich denn mit der Sensorik?

Sensorik ist ein Thema, das alle Fachgebiete der Medizin betrifft. Sind die Sinnesorgane direkt geschädigt, kümmert sich, je nach Sinnesorgan, der HNO oder der Hautarzt darum. Der Neurologe ist für die Weiterleitung und Verarbeitung der Reize zuständig und, wenn die Ursache z.B. kreislauf- oder stoffwechselbedingt ist, dann ruft das den Kardiologen oder den Internisten auf den Plan.

Was kann ich tun, damit meine Sinnesorgane leistungsfähig und gesund bleiben?

Sinnesorgane kann man trainieren und man kann sie ebenso überfordern. Bewusst sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen und das Gleichgewicht ausbalancieren und ein gesunder Lebenswandel ohne extreme Belastungen sind die bieten die besten Voraussetzungen dafür, bis ins hohe Alter mit wachen und leistungsfähigen Sinnen das Leben genießen zu können.

Was, wenn ein Sinnesorgan schwächelt oder versagt?

Grundsätzlich gilt: bei plötzlichen oder anhaltenden Beschwerden zum Arzt Gehen!
Sollte jedoch eine Minderung oder ein Verlust eines Sinnesorganes, vom Arzt als unwiderruflich bestätigt, vorhanden sein, heißt das nicht, dass alles verloren ist. Die Funktionen des menschlichen Körpers sind so komplex und genial entwickelt, dass auch Störfälle mit eingerechnet sind.

Viele Störungen kann der Körper kompensieren. Bei einem Blinden beispielsweise sind z.B. alle anderen Sinnesorgane so viel besser trainiert, dass sich der Blinde ohne zu sehen problemlos in seiner Umgebung orientieren kann.

Unser Fazit zur Sensorik

Sensorik ist ein hoch komplexes Thema in der Medizin und grundlegende Basis für Leben. Obschon die Wissenschaft sich im Bereich der Sensorik schon sehr viel von der Natur abgeschaut hat und wir heute dadurch auch in der Lage sind viele Defizite der Sensorik beim Menschen künstlich beheben können (Hörgerät, Brille), steht die Wissenschaft auf diesem Gebiet noch ganz am Anfang.

Sensorik sorgt dafür dass wir uns über eine schöne Landschaft freuen, dass uns die Berührung durch einen geliebten Menschen glücklich macht, dass wir ein köstliches Mahl genießen… – all das bestimmen und gestalten unsere Sinne! Und unser Gehirn sorgt dafür, dass wir alle Sinne beieinander haben

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