Schilddrüsenkrebs

Steckbrief: Schilddrüsenkrebs

  • Name(n): Schilddrüsenkrebs; Schilddrüsenkarzinom
  • Art der Krankheit: hormonelle Drüsenerkrankung
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1. Beschreibung um 650 n. Chr. durch Paulus von Ägina
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Jodmangel oder hormonelle Schilddrüsenüber- oder unterfunktion
  • Wieviele Erkrankte: in Deutschland jährlich ca. 5000 Neuerkrankungen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Endokrinologe
  • ICD-10 Code(s): C73

Hormondrüse: Schilddrüse

Dieses Organ kennt mittlerweile fast jeder und seine routinemäßige Untersuchung etabliert sich immer mehr. Die Rede ist hier von der Schilddrüse.

Die Schilddrüse befindet sich im oberen Bereich des Halses und ihre Form erinnert an einen Schmetterling. Sie ist eine Hormondrüse und für die Speicherung von Jod und die Bildung von jodhaltigen Hormonen zuständig. Diese spielen eine große Rolle im gesamten Organismus.

Die Schilddrüse kann verschiedene Erkrankungen hervorrufen, die das Gleichgewicht des Körpers stören. Eine vergrößerte Schilddrüse kann für einen „harmloseren“ Kropf sprechen. Ebenso gut ist aber auch eine Krebserkrankung möglich. Im Folgenden wird das sogenannte Schilddrüsenkarzinom genauer unter die Lupe genommen.

Definition Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs, medizinisch Schilddrüsenkarzinom, ist eine Erkrankung die von den Zellen der Schilddrüsen ausgeht. Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ in unserem Körper. Sie befindet sich unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre.

Ihre Hauptaufgabe ist es Iod zu speichern und die iodhaltigen Schilddrüsenhormone zu produzieren. Diese heißen Triiodthyronin (T3), Thyroxin (T4) und Calcitonin. Sie spielen eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, beim Wachstum von einzelnen Zellen und in der Hemmung des Knochenabbaus.

Besteht eine Störung in der Hormonproduktion so können verschiedene Krankheiten hervorgerufen werden. Der Schilddrüsenkrebs wird hierbei meist durch eine Störung in der Bildung der Thyreozyten oder den von den Calcitonin produzierenden C-Zellen verursacht. Dadurch entstehen bösartige Neubildungen der Schilddrüse oder ein durch Jodmangel bedingter Schilddrüsenkropf.

Was ist Schilddrüsenkrebs?

Der Schilddrüsenkrebs ist ein bösartiger Tumor. Die Veränderungen finden dabei in den Zellen der Schilddrüsen statt. Verantwortlich dafür ist eine gestörte Hormonproduktion. Die Schilddrüse produziert für den Körper wichtige Hormone, welche vor allem im Energiestoffwechsel benötigt werden. Zusätzlich speichert sie ein lebensnotwendiges Spurenelement, nämlich Jod.

T3 und T4, also Thyroxin und Triiodthyronin, sind unter anderem an der Bildung von Insulin, Glucagon oder Adrenalin beteiligt. Eine gestörte Bildung dieser Hormone kann demnach nebst einem Schilddrüsenkarzinom auch weitere Erkrankungen hervorrufen.

Die beiden Hormone T3 und T4 sind auch besonders in der Entwicklung des frühkindlichen Gehirns wichtig. Ein Mangel dieser Hormone kann in den ersten Wochen nach der Geburt zu einer schweren geistigen Behinderung führen.
Calcitonin, ein Peptithormon das von den C-Zellen der Schilddrüse gebildet wird, reguliert den Calcium– und Phosphathaushalt des Körpers.

ALS Gegenspieler des Parathormons hat es eine calciumsenkende Wirkung. Ist die Produktion von Calcitonin gestört und kommt es zu einem Überschuss des Hormons, kann dies ebenfalls ein Schilddrüsenkrebs fördern.

Der Mediziner unterscheidet zwischen vier verschiedenen Schilddrüsenkarzinomarten. Diese heißen follikuläres Karzinom, papilläres Karzinom, anaplastisches Karzinom und medulläres Karzinom. Der Grund für diese Unterscheidung sind die verschiedenen pathologischen Kriterien. Diese Unterscheidung bezieht sich darauf, welches Hormon die Veränderung der Schilddrüsenzellen hervorgerufen hat und wie diese Veränderungen aussehen.

Zusätzlich zu hormonell bedingtem Schilddrüsenkrebs gibt es auch den durch Veränderungen des Bindegewebes verursachten Schilddrüsenkrebs. Die korrekte Bezeichnung hierfür lautet Sarkom. Ein Sarkom tritt allerdings viel seltener auf als ein Karzinom.

Schilddrüsenkrebs ist demnach nicht gleich Schilddrüsenkrebs. Um eine korrekte Behandlung gewährleisten zu können, ist es wichtig ein Karzinom von einem Sarkom zu unterscheiden und dieses mittels den pathologischen Kriterien der korrekten Karzinomart zuzuteilen.


Welche Ursachen gibt es?

Schilddrüsenkrebs ist eine der vielen Krankheiten, deren Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt sind. Verschiedene Risikofaktoren gelten aber als mögliche Ursachen. Im Zusammenhang mit Schilddrüsenkrebs wird meist an erster Stelle der Jodmangel genannt. Tatsächlich ist es so, dass in jodarmen Gebieten diese Erkrankung sehr viel eher auftritt. Daher gibt es verschiedene Länder, wie etwa Deutschland oder die Schweiz, welche Speisesalz mit Jod anreichern um das Auftreten der Erkrankung einzudämmen.

Weitere Ursachen sind:

  • Ionisierende Strahlung

Wie bei vielen anderen Krebserkrankungen kann auch ein Schilddrüsenkarzinom durch ionisierende Strahlung ausgelöst werden. Eindrückliche Beispiele hierfür sind Hiroshima und Nagasaki sowie Tschernobyl. Nach den Atombombenabwürfen in Japan stieg die Anzahl der Erkrankungen um ein Vielfaches. Ebenso nach der Katastrophe in Tschernobyl. Hier waren diejenigen Menschen betroffen, welche in den vom radioaktiven Niederschlag betroffenen Gebieten lebten. Dies ist der Grund, wieso in Deutschland oder auch in der Schweiz große Mengen an Kaliumjodittabletten bereitgehalten werden. Sie sollen bei einem Reaktorunfall eine Jodblockade der Schilddrüse verursachen.

  • Vorerkrankungen

Verschiedene Vorerkrankungen können das Auftreten eines Schilddrüsenkarzinoms begünstigen. Am häufigsten verursachen eine Kropferkrankung, medizinisch Struma, oder ein gutartiges Adenom der Schilddrüse ein Karzinom. Diese frühzeitig zu erkennen und adäquat zu behandeln ist daher besonders wichtig.

  • Vererbung

Auch eine erbliche Veranlagung ist möglich. Das sogenannte MEN-Syndrom, welches familiär weitergegeben wird, ist besonders anfällig. MEN steht für multiple endokrine Neoplasien und begünstigt das Wachstum von Tumoren an den verschiedenen Hormondrüsen. Der Grund dafür ist ein Gendefekt auf dem Chromosom 11.

Die Forschung ist jedoch bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Weitere Theorien zur Entstehung sind, wie bei allen Krebserkrankungen, z. B. Umweltgifte, biologische Einflüsse oder Lebensstil und -umstände.


Symptome & Anzeichen

Oft merken Betroffene im Anfangsstadium der Erkrankung kaum etwas. Die Symptome treten meist erst auf, wenn der Tumor schon eine gewisse Größe aufweist. Dann kommt es zu verschiedenen ersten Anzeichen. Diese sind anfangs eher lästig und werden nicht immer gleich mit einem Tumor in Verbindung gebracht.

Mit zunehmender Größe des Tumors wird die Speiseröhre allmählich eingeengt. Es kommt zu Schluckbeschwerden. Die Betroffenen nehmen ein Fremdkörpergefühl wahr, welches das Schlucken beeinträchtigt. Auch die mangelnde Schluckverschieblichkeit der Schilddrüse ist mitverantworlich für die Schluckbeschwerden.

  • Atembeschwerden

Wie bei den Schluckbeschwerden ist auch für die Atembeschwerden eine Einengung, diesmal der Luftröhre, durch die Größenzunahme verantwortlich.

Drückt der Tumor auf die Stimmbandnerven so kommt es zu einer Art Lähmung eben dieser. Dadurch entsteht eine zunehmende Heiserkeit. Diese kann, wie beispielsweise bei einer grippalen Heiserkeit, nicht mit Antibiotika oder Lutschtabletten behoben werden.

  • Ausfallerscheinungen

Auch die Schädigung verschiedener Nervenbahnen in der Umgebung ist möglich. Das kann zu Ausfallerscheinungen führen. Eine besondere Form ist das Horner-Syndrom. Die Pupillen verengen sich dabei, der Augapfel scheint in die Augenhöhle zurückzusinken und das Oberlid hängt herunter.

  • hormonelle Veränderungen

Veränderungen des Calcitoninspiegels sowie der Schilddrüsenhormone T3 und T4 können ein Hinweis darauf sein, dass ein wachsendes Karzinom die Hormonproduktion stört. Sie sind häufig der erster Hinweis auf ein noch unendecktes Karzinom, da in der heutigen Zeit die Schilddrüsenhormonbestimmung bei einem Routinecheck beim Arzt oft dazugehört.

  • Lymphknotenveränderungen

Geschwollene oder verwachsene Lymphknoten in der Umgebung des Schiddrüsenkrebs sind ebenfalls ein Symptom.

Schilddrüsenkrebs kann ab einer Größe von 1.5 cm bis 2.0 cm ertastet werden. Allerdings macht ein Tumor der Schilddrüse bei dieser Größe selten spürbare Symptome. Oft wird der Tumor daher erst viel später entdeckt.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Um ein Schilddrüsenkarzinom zu diagnostizieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wichtig bei einem Verdacht ist als erstes die Anamneseerhebung. Dabei klärt der Mediziner, seit wann die Beschwerden vorliegen, wie sich diese äußern und ob es familiär eine Neigung für Krebserkrankungen, im speziellen natürlich Schilddrüsenkrebs, gibt. Danach folgen weitere Untersuchungen.

  • Palpation

Bei der körperlichen Untersuchung gibt die Palpation, also das Abtasten der Schilddrüsen, einen ersten Hinweis. Bei einem vorliegenden Karzinom, kann dieses ab einer Mindestgröße von 1,5 cm als Knoten ertastet werden. Ein weiterer Hinweis sind vergrößerte Lymphknoten.

  • Blutuntersuchungen

Als zweiten Schritt wird in der Regel eine Blutuntersuchung angeordnet. Dabei werden die Schilddrüsenhormone TSH, T3 und T4 bestimmt. Bei anormalen Werten können zusätzliche Blutwerte, so zum Beispiel das Calcitonin, den Verdacht weiter erhärten.

  • Ultraschall

Mit dieser Methode kann zwischen verschiedenen Erkrankungen wie etwa Tumoren und Zysten unterschieden werden. Bei einem Ultraschall der Schilddrüse gibt ihre Größe und allfällige Strukturveränderungen Auskunft darüber, ob ein Karzinom vorliegen könnte.

Eine Szintigraphie ist eine spezielle nuklearmedizinisch bildgebende Untersuchungsmethode. Sie findet häufig Anwendung in der Tumordiagnostik. Tumorgewebe ist typischerweise stärker durchblutet als normales Gewebe. Bei einer Szintigraphie zeigt dieses eine deutlich höhere Dichte an und kann so klar von normalem Gewebe unterschieden werden.

  • Punktion

Mit einer gezielten Schilddrüsenpunktion kann Gewebe entnommen werden. Dieses wird auf Krebszellen untersucht. Zudem kann mittels einer Punktion auch eine erste Einteilung zu den verschiedenen Arten von Schilddrüsenkrebs gemacht werden.

Bei einer Verdachtsbestätigung gehört ebenfalls eine weiterführende Abklärung zur Tumorausbreitung dazu. Durch eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) wird nach Metastasen (Tochtergeschwulsten) gesucht. Diese entstehen wenn ein Tumor beispielsweise in die Blutgefässe wächst und die Tumorzellen über das Blutsystem durch den Körper transportiert werden. Sie können an jedem beliebigen Ort einen neuen Tumor bilden.

Der Verlauf eines Schilddrüsenkarzinoms ist abhängig von seiner Art. Auch ist das Alter des Patienten sowie die Verbreitung des Tumors von großer Bedeutung. So ist eine Genesung bei einem jungen Patienten oder bei einem einfachen Tumor ohne Metastasen eher gegeben. Bei einer entsprechenden konsequenten Behandlung sind sogar gute Heilungschancen gegeben.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Schilddrüsenkrebs ist bei Weitem nicht die häufigste Krebserkrankung. Trotzdem ist sie nicht zu unterschätzen, da Schilddrüsenkrebs immerhin die häufigste tumoröse Erkrankung der endokrinen Organe darstellt.

In Deutschland wurden beispielsweise im Jahr 2012 ca. 6210 Neuerkrankungen erfasst. Durchschnittlich sind es etwa 5000 Neuerkrankungen jährlich. Im Vergleich mit den Spitzenreitern Brustkrebs und Dickdarmkrebs scheint diese Zahl jedoch gering. So erkranken an Brustkrebs jährlich etwa 71660 Frauen und an Dickdarmkrebs jährlich etwa 65390 Personen. Der Schilddrüsenkrebs macht etwa 2 % aller Krebserkrankungen aus.

Ebenfalls auffällig ist der geschlechterspezifische Unterschied. Frauen erkranken etwa dreimal häufiger als Männer. Der Grund dafür sind die weiblichen Hormone und die Tatsache, dass Frauen während einer Schwangerschaft viel mehr Schilddrüsenhormone produzieren.

Die verschiedenen Krebstypen weisen in Bezug auf den Altersgipfel der Erkrankung und ihre Diagnosehäufigkeit unterschiedliche Zahlen auf.

  • anaplastischer Typ: ca. 60. Lebensjahr und ca. 10 % aller Schilddrüsenkrebserkrankungen
  • follikulärer Typ: ca. 50. Lebensjahr und ca. 30 % aller Schilddrüsenkrebserkrankungen
  • medullärer Typ: ca. 40.–50. Lebensjahr und ca. 10 % aller Schilddrüsenkrebserkrankungen
  • papillärer Typ: ca. 25. Lebensjahr und ca. 50 % aller Schilddrüsenkrebserkrankungen

Ebenfalls fällt auf, dass die Todesrate jährlich sinkt, während die Anzahl der Neuerkrankungen tendenziell eher steigt. So nimmt die Zahl der diagnostizierten Schilddrüsenkarzinome pro Jahr weltweit zu. Wissenschaftler sind sich uneinig darüber, was der Grund sein könnte. Allgemein wird jedoch angenommen, dass die verbesserte Diagnostik der Hauptgrund ist. Auch die sinkende Todesrate wird mit der früheren Diagnostik und den besseren Behandlungsmöglichkeiten erklärt. Wesentlich dafür ist jedoch immer die Therapieart, die Compliance (Mitarbeit und Behandlungswille) des Patienten und die Nachsorge.


Komplikationen bei der Krankheit

Die Komplikationen eines Schilddrüsenkrebses entsprechen im Großen und Ganzen den Komplikationen aller Krebserkrankungen.

Krebserkrankungen sind keine harmlosen Erkrankungen. Die Therapien fordern den Körper häufig sehr stark. Daher sind Komplikationen wie Durchfall keine Seltenheit. Medikamente zur Behandlung der Erkrankung können Durchfall oder auch Verstopfung verursachen. Dies kann zu einem (Teil-)Verlust des Wirkstoffes führen, bevor er vollständig resorbiert werden konnte.

  • Fäkale Inkontinenz

Eine fäkale Inkontinenz ist die Unfähigkeit die Ausscheidung des Stuhls zu kontrollieren. Das heißt, dass der Patient die Stuhlausscheidung nicht mehr willentlich beeinflussen kann. Im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen sind oft Metastasen im Darm, speziell im Enddarm, dafür verantwortlich.

  • Metastasen

Metastasen können überall im Körper entstehen. Mit der Größenzunahme von Tumoren besteht jederzeit die Gefahr, dass diese in die Blut- oder Lymphbahnen wachsen. Über die Blut- oder Lymphbahnen verschleppte Krebszellen werden so im ganzen Körper verteilt. Diese verschleppten Zellen können dann neue Tumore bilden, bei denen natürlich wiederum die Gefahr einer weiteren Metastasierung besteht.

  • Veränderter Stoffwechsel

Durch die veränderten Werte der Schilddrüsenhormone kann es zu Veränderungen im Stoffwechsel kommen. Gehäuft treten solche Veränderung aber vor allem nach der Entfernung der Nebenschilddrüse auf. Dies aufgrund eines Mangels an Kalzium.

  • Komplikationen nach einer Thyreoidektomie

Eine Schilddrüsenoperation kann verschiedene Komplikationen verursachen. Die häufigste Komplikation ist die Unterfunktion der Nebenschilddrüse. Danach folgt die Lähmung der Stimmbänder oder die Verletzung des Stimmbandnerves.

  • Tod

Krebserkrankungen sind nicht zu unterschätzen. Auch wenn der Krebs an sich nicht unbedingt für den Tod eines Patienten verantwortlich sein muss. So kann auch ein erfolgreich operierter Krebspatient an den Folgen der Erkrankung sterben. Die Todesrate bei Schilddrüsenkrebs ist jedoch gering und zudem rückläufig.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch sollte dann in Betracht gezogen werden, wenn eines oder mehrere der genannten Symptome auftreten. Weitere Symptome, die mit einer Schilddrüsenerkrankung einhergehen können, sind beispielsweise Müdigkeit, Schlappheit oder ein starkes Durstgefühl über längere Zeit.

Hierbei muss es sich nicht gleich um ein Karzinom handeln, dennoch ist eine Abklärung der Schilddrüse sinnvoll. Erster Ansprechspartner ist der Hausarzt. Er wird bei Bedarf weitere Abklärungen bei einem Endokrinologen in Auftrag geben.

Möchte man beispielsweise eine Generaluntersuchung beim Hausarzt durchführen, kann bei der Blutentnahme jederzeit nach einer zusätzlichen Blutbestimmung der Schilddrüsenhormone gefragt werden. Veränderte Blutwerte zeigen sich schon vor dem Auftreten der ersten spürbaren Symptome. Der Arzt kann dann bereits im Vorfeld eingreifen.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium in welchem sich der Krebs befindet. Das Prinzip ist in der Regel jedoch immer das Gleiche.

  • Operation

Eine operative Schilddrüsenentfernung der ganzen Schilddrüse, medizinisch Thyreoidektomie, ist bei einem Schilddrüsenkarzinom jeweils die erste Maßnahme. Der Grund dafür ist, dass eine Chemotherapie nicht den gewünschten Effekt bringt (im Gegensatz zu anderen Krebsarten) und eine medikamentöse Therapie meist zu spät ist, da ein Schilddrüsenkarzinom in den meisten Fällen schon eine gewisse Größe bei seiner Entdeckung aufweist. Nur sehr selten ist es möglich eine Semithyreoidektomie durchzuführen. Dafür gibt es aber konkrete Vorgaben; so zum Beispiel darf der Tumor nicht größer als 1 cm Durchmesser aufweisen.

  • Radiojodtherapie

Das Schilddrüsenkarzinom gehört zu den jodspeichernden Karzinomen. Daher kann das restliche postoperativ zurückgebliebene Schilddrüsengewebe mit einer Radiojodtherapie entfernt werden. Dazu wird dem Patienten radioaktives Jod-131 verabreicht. Es reichert sich ausschließlich im Schilddrüsengwebe an. Mittels einer Radiotherapie bewirkt dann Jod-131 Schäden in der DNA der Schilddrüsenzellen und verursacht so deren Zerfall.

  • Hormontherapie

Nach der erfolgreichen Entfernung der Schilddrüse muss die Funktion der Schilddrüse, nämlich die Hormonproduktion, durch künstliche Schilddrüsenhormone ersetzt werden. In der Regel erhält der Patient eine medikamentöse Behandlung mit dem Wirkstoff L-Thyroxin (T4). Die Erstdosis beträgt 2 µg pro Kilogramm Körpergewicht. Um eine korrekte Dosierung gewährleisten zu können, wird regelmäßig der TSH-Wert im Blut gemessen. Dieser sollte zwischen 0.05 und 0.1 mU/L liegen. Der Zielwert ändert sich im Laufe der Therapie.

  • Kontrolluntersuchungen

Drei Monate nach einer Radiojodtherapie wird eine Radiojoddiagnostik durchgeführt. Hierbei wird mittels einer Szintigraphie nach Schilddrüsenresten und jodspeichernden Metastasen gesucht. Ebenfalls regelmäßig werden Blutanalysen (Thyreoglobulin, TSH, Calcitonin) durchgeführt. Thyreoglobulin wird von der Schilddrüse produziert. Ist dieses nur noch in geringer Dosis oder gar nicht mehr nachweisbar gilt die Radiodiagnostik zusammen mit einer unauffälligen Szintigraphie als gesamthaft unauffällig. Die Radiodiagnostik rückt jedoch je länger je mehr in den Hintergrund. Eine Ultraschalluntersuchung des Halses und die Bestimmung des Thyreoglobulins gewinnen dafür immer mehr an Bedeutung.

  • Lebensverlängernde Maßnahmen

Wird der Tumor erst in sehr fortgeschrittenem Stadium entdeckt, ist eine vollständige Heilung oft nicht mehr möglich. Gründe hierfür sind Fernmetastasen oder Schilddrüsenkarzinome, welche aus organischen Gründen nicht mehr operiert werden können. In diesem Fall richtet sich die Behandlung auf die lebensverlängernden und wenn möglich beschwerdemildernden Maßnahmen. Oft überleben Patienten dann über Jahre oder sogar Jahrzehnte trotz dem Tumor und allfälligen Metastasen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Gegen Schilddrüsenkrebs gibt es keine Impfung. Daher ist eine gute Prävention die einzige Möglichkeit einem Karzinom vorzubeugen. Allerdings ist es nicht möglich konkrete Anweisungen zu geben, um einem Karzinom mit Sicherheit vorzubeugen, da die Ursachen nicht vollständig geklärt sind.

Sicher ist aber wichtig, dass man genügend Jod zu sich nimmt. Die Schilddrüse nimmt dieses auf, produziert es aber nicht selbst. Daher muss es extern zugeführt werden. In der Regel wird Jod nur selten in genügender Menge mit der Nahrung aufgenommen. Es ist deshalb ratsam die Speisen mit jodiertem Salz zu würzen.

Weiter sind die Arbeitsvorschriften in strahlenexponierten Berufen und im Gesundheitswesen dringend einzuhalten. Ebenso ist die Sicherheit der Kunden zu gewährleisten.

Bei einer familiären Häufung von Krebserkrankungen macht es Sinn sich regelmäßig einem Gesundheitscheck zu unterziehen und Beschwerden frühzeitig abzuklären.

Zu guter Letzt ist natürlich immer auch ein gesunder Lebenswandel hilfreich. Eine ausgewogene Ernährung, Alkohol in Maßen und der Verzicht auf Tabak und Drogen helfen dem Körper im Gleichgewicht zu bleiben.


Prognose zur Heilung

Schilddrüsenkrebs hat im Allgemeinen eine gute bis sehr gute Prognose. Sie ist jedoch abhängig von der Art des Krebses.

Die papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinome haben sehr gute Heilungsaussichten. So leben beim papillären Schilddrüsenkarzinom noch zehn Jahre nach der Behandlung etwa 80 – 90% aller Patienten ohne Probleme. Beim follikulären Schilddrüsenkarzinom sind es etwa 60 – 70 % aller Patienten.

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom ist etwas differenzierter. Hier kommt es darauf an, wann die Behandlung gestartet wurde und ob schon Metastasen vorhanden sind. Dennoch ist die Prognose nicht schlecht. Trotz Metastasen überleben 50 – 60 % aller Patienten in der Regel die ersten zehn Jahre nach der Behandlung. Bei einem frühen Behandlungsbeginn sind es sogar bis zu 90 %.

Ganz anders sind die Prognosen für das anaplastische Schilddrüsenkarzinom. Diese Form ist sehr aggressiv. Deshalb leben hier nach fünf Jahren nur noch etwa 12 % der Erkrankten.

Je früher eine Behandlung gestartet werden kann, desto größer ist die Überlebensrate.

Differentialdiagnose: Struma

Die Struma ist eine unspezifische Schilddrüsenvergrößerung. Sie kann unabhängig der Hormonlage (normale Funktion, Unter- oder Überfunktion) entstehen. Normalerweise ist die feingewebliche Struktur betroffen.

Symptome
Die Symptome sind abhängig von der Größe der Schilddrüse. Kleinere Strumae machen meist keine Beschwerden. Mit zunehmender Größe wird eine Struma deutlich sichtbar und der Patient hat zunehmend Probleme beim Schlucken und Atmen in Belastung. Es ensteht ein Druck- oder Engegefühl im Hals.

Ursache
Die Ursache ist wie bei einem Schilddrüsenkarzinom ein Mangel an Jod. 90 % aller Strumae sind darauf zurückzuführen. Weitere Ursachen können zum Beispiel Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, Entzündungen des Schilddrüsengewebes oder Zysten in der Schilddrüse sein. Ebenfalls kann ein Struma ein Vorläufer für ein beginnendes Karzinom darstellen.

Häufigkeit
Weltweit leiden etwa 200 Mio. Menschen an einer Struma. Davon sind etwa 20 Mio. angeborene Strumae aufgrund der Folgen von angeborenem Jodmangel. Diese Form nennt sich Kretinismus und kommt in den allermeisten Fällen in Gebieten mit ausgeprägtem Jodmangel vor. Vor der Einführung von jodiertem Salz war auch in Deutschland (abhängig der Gebiete mit wenig Jodvorkommen) gehäuft Kretinismus zu beobachten.

Diagnosestellung
Die Diagnosestellung entspricht im Allgemeinen der Diagnosestellung eines Karzinoms. Mittels Palpation und Ultraschall wird ein erster Verdacht gestellt. Danach wird eine Blutentnahme veranlasst und die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie das Thyreotropin (TSH) bestimmt. Als weitere Blutanalysen können die Autoantikörper (TRAK, TPO-AK) bestimmt werden. Auch eine Szintigraphie oder Biopsie sind Möglichkeiten zur Diagnosestellung.

Therapie
Eine Struma ist mittels Medikamente, operativ oder durch eine Radiotherapie behandelbar, wobei ebendiese Reihenfolge nach Möglichkeit angewandt wird. Die Prognose ist in der Regel gut. Regelmäßige und konsequente Nachkontrolle sind wichtig um ein Rezidiv (Wiederauftreten) zu verhindern.

Besonderes
Die ältesten Hinweise auf diese Erkrankung sind über 4000 Jahre ALT. Bereits im 7. Jahrhundert wurden in China Strumatherapien durchgeführt. Der Chinese Sun Si Miao mischte Arzneimittel aus tierischen Schilddrüsen.


Alternative Behandlungsmethoden

Krebs ist eine sehr ernsthafte Erkrankung und kann sehr schnell bösartige, aggressive Züge annehmen. Daher werden alternative Behandlungsmethode von den Medizinern im Allgemeinen nicht als erste Option genannt. Alternative Behandlungsmethoden sollten nicht unbedingt prioritär eingesetzt werden, da sie oft nur langsam wirken oder nur Symptome bekämpfen, während der Krebs unterdessen sprunghaft negative Formen annehmen kann.

Dies kann die Situation um einiges verschärfen und macht wo möglich notfallmäßige Eingriffe erforderlich. Ebenso kann es dazu führen, dass eine vollständige Heilung im Verlaufe nicht mehr möglich ist, da der Tumor zum Beispiel bereits verschiedene Metastasen verursacht hat oder nicht mehr operiert werden kann.

Alternative Behandlungsmethoden können jedoch zur Linderung verschiedener Symptome beitragen oder palliativ angewendet werden.

Im Folgenden ist eine Bewegungs- und Atemtherapie möglich, um bei Atemproblemen die optimale Atemkapazität ausschöpfen zu lernen.

Auch eine Haltungstherapie kann helfen. Eine natürliche Haltung, vor allem des Kopfes, kann bei Einengungen der Luft- und/oder Speiseröhre durch das Karzinom für eine bessere Atem- und Schluckfähigkeit sorgen.

Bei neurologischen Ausfällen ist je nach Situation eine ergotherapeutische oder physiotherapeutische Behandlung zur Besserung möglich.

Schmerzen, Heiserkeit oder Lymphknotenschwellungen können in begrenztem Maße mittels alternativer Medizin behandelt werden.

Durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen kann einer Unterfunktion der Schilddrüse begegnet werden. Hier ist es allerdings wieder Ansichtssache, ob von einer alternativen Behandlungsmethode gesprochen werden kann.

Welche Hausmittel können helfen?

Im Vorfeld gibt es diverse Nahrungsmittel die einer Erkrankung vorbeugen sollen. So soll Sauerkraut das Krebsrisiko senken. Ebenso Honig oder Tomaten. Aber auch wenn die Erkrankung schon besteht, können diese Nahrungsmittel hilfreich sein, da sie viele positive Eigenschaften aufweisen.

  • Ernährung

Die Ernährung ist natürlich speziell zu erwähnen. So sind Nahrungsmittel mit immunstärkenden Eigenschaften hilfreich um den Körper im Kampf gegen die Krebszellen zu unterstützen. Krebserkrankungen verursachen häufig einen Mangel an Vitamin C. Vitamin C ist ein Antioxidans, welches an vielen Zell- und Gewebeprozessen beteiligt ist. Es ist ebenfalls in vielen Obstsorten enthalten und kann unkompliziert über die Nahrung aufgenommen werden.

  • Cäsiumchlorid und Natron

Eine Theorie besagt, dass Cäsiumchlorid und Natron Krebszellen töten sollen. Der Grund: Krebszellen bevorzugen einen sauren pH-Wert und Sauerstoff ist zellzerstörend. Cäsiumchlorid und Natron erhöhen den pH-Wert. Dies führt zu einem Anstieg der Sauerstoffkonzentration im Körper und bestenfalls zum Zelltod der Krebszellen.

  • Cannabis

Einige Wirkstoffe der Cannabispflanze haben eine krebszerstörende Wirkung. Ausserdem wirkt Cannabis schmerzlindernd und hilft bei Übelkeit und Erbrechen wie sie bei einigen Therapien der Schulmedizin auftreten können. Studien belegen zudem, dass THC die Verbreitung des Krebses eindämmen kann.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist das Ziel die körperliche und geistige Wiederherstellung. Laut TCM entstehen alle Krankheiten durch ein Ungleichgewicht des Körper in Folge von Stress, Unzufriedenheit oder Ähnlichem. Auch Krebserkrankungen sollen aus diesem Kontext heraus entstehen.

Wissenschaftlich erwiesen ist mittlerweile auch, dass Akupunktur Krebszellen abtöten kann. Demnach ist eine Akupunktur bei einem auf Krebs spezialisierten Akupunkteur eine Möglichkeit dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Borstige Teigwurzel

Die borstige Teigwurzel hat eine immustimulierende, antivirale und Blutzucker senkende Wirkung. Im Zusammenhang mit einer Schlddrüsenunterfunktion soll sie den Hormonspiegel positiv beeinflussen.

  • Katzenkralle

Die Katzenkralle ist besonders bekannt als Bestandteil verschiedener Medikamente. Sie hat eine immunanregende Wirkung und kann erwiesenermaßen Tumore verkleinern.

  • Echinacea

Echinacea, zu deutsch Sonnenhut, hat wie die Katzenkralle eine immunanregende Wirkung. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da pflanzeneigene Gifte bei Allergikern und Schwangeren toxisch wirken können.

  • Kriechender Günsel

Diese Pflanzenart wirkt wissenschaftlich belegt gegen die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion.

  • Leinsamen

Leinsamen enthält besonders viel Omega-3-Fettsäuren. Laut einer Studie sollen diese bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen helfen.

  • Süssholz

Süssholz soll die Balance zwischen den einzelnen Drüsen der Schilddrüsen aufrechterhalten. Dadurch gewinnt der Patient mehr Energie, da ein Ungleichgewicht zu Müdigkeit und Schlappheit führt.

Ätherische Öle

Folgende Öle helfen bei Symptomen, welche auf der psychologischen Ebene ausgelöst werden.

  • Anisöl

Ursprünglich aus Asien stammend ist Anis schon sehr lange als Heilpflanze bekannt. Ihr Öl hilft gegen allfällige Ängste. Es hat eine beruhigende Wirkung und kann Ängste minimieren.

  • Indisches Melissenöl

Die Zitronenmelisse gehört zu den Lippenblütler. Nebst verschiedenen Stoffen enthält Zitronenmelisse auch Vitamin C. Ähnlich wie Anisöl wirkt indisches Melissenöl hauptsächlich beruhigend und entspannend.

  • Muskatellersalbei

Auch diese Pflanze gehört zu den Lippenblütler und kommt vor allem im Mittelmeerbereich und Zentralasien vor. Ihr Öl hat eine entspannende und nervenstärkende Wirkung.

Immunstärkende Wirkung:

  • Ingweröl

Hierbei handelt es sich um eine Pflanzenart, welche verschiedenste Wirkstoffe enthält, so zum Beispiel (nebst ätherischem Öl) Vitamin C, Eisen oder Magnesium. Ingwer besitzt eine immunstärkende Wirkung.

Nervenentspannende Wirkung:

  • Jasminöl

Jasmin ist ein Klettergehölz aus dem schon seit Jahrtausenden Öle gewonnen werden. Es wirkt entspannend und stressabbauend.

Homöopathie & Globuli

Acidum hydrofluoricum:
Acidum hydrofluoricum ist eine stark ätzende Flusssäure. In der Homöopathie wird sie zur Regulierung des Säure-Basenhaushaltes eingesetzt.

Conium maculatum:
Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist eine der giftigsten Arten der Doldengewächse. Er kann bei Krebserkrankungen und Drüsenverhärtungen eingesetzt werden.

Aconitum D12:
Eisenhut (Aconitum) gehört zu den Hahnenfussgewächsen. Globuli mit diesem Wirkstoff lindert durch Angst und Unruhe ausgelöste Schmerzen, welche durchaus bei einer Krebserkrankung auftreten können.

Belladonna:
Die Schwarze Tollkirsche (Belladonna) ist sehr vielseitig einsetzbar. Eine Anwendungsmöglichkeit ist die Behandlung der Heiserkeit. Da die Heiserkeit bei Schilddrüsenkrebs jedoch meistens nicht entzündlich bedingt ist, wirken Globuli hier nur bedingt.

Schüssler-Salze

Die folgenden Schüssler-Salze können bei Schilddrüsenkrebs eingenommen werden:

Magnesium phosphoricum wirkt auf das Nervensystem und die Muskeln. Im Zusammenhang mit Schilddrüsenkrebs reguliert es die Hormonproduktion bei einer Über- oder Untrefunktion.

Dieses Salz hat die gleiche Wirkung wie Nr. 7.

Um dem Jodmangel entgegenzuwirken kann Kalium jodatum eingenommen werden. Das gleiche gilt für Schüssler-Salz Nr. 24 – Arsenicum jodatum.

Zusätzlich wirkt Manganum sulfuricum bei einer Vergrößerung der Schilddrüse.

Diät & Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist zur Vorsorge bei Schlddrüsenkrebs besonders wichtig. Allgemein enthalten fast alle Lebensmittel einen kleinen Anteil an Jod, dieser reicht aber nicht aus um die nötige Menge aufzunehmen. Um der Schilddrüse die nötige Menge an Jod zuzuführen, sollten Speisen deshalb immer mit jodiertem Speisesalz gewürzt werden.

Besonders jodhaltig sind Fische, Meeresfrüchte und Algen. Diese sollten ein fester Bestandteil im Speiseplan einnehmen und wenn möglich sicher einmal pro Woche konsumiert werden.

Immer mehr Lebensmittel werden seit den 90er Jahren zusätzlich mit Jod angereichert. So gibt es mittlerweile auch verschiedene Milchprodukte, Brote und Wurstaufschnitte welche mehr Jod enthalten.


FAQ – Fragen & Antworten

Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?
Die Schilddrüse ist eine endokrine Drüse, die für de Körper wichtige Hormone produziert und Jod einlagert. Diese sind unter anderem für den Energiestoffwechsel, für das Wachstum von Zellen und für die Hemmung des Knochenabbaus notwendig.

Wie kommt es zu einem Schilddrüsenkarzinom?
Eine konkrete Antwort auf diese Frage gibt es zur Zeit noch nicht. Allgemein wird jedoch angenommen, dass ein Mangel an Jod hauptverantwortlich für die Entstehung eines Schilddrüsenkarzinoms ist. Stark ionisierende Strahlung lösen ebenfalls vermehrt Karzinome aus. Auch eine Struma, ausgelöst durch eine Hyper- oder Hypofunktion der Schilddrüse, kann im Verlaufe zu einem Karzinom führen.

Was ist eine Hyper- oder Hypofunktion der Schilddrüse?
Eine Hyperfunktion äußert sich in einer vermehrten Produktion der Schilddrüsenhormone. Bei einer Hypofunktion werden zu wenige Hormone produziert. Beides, eine sog. Hyperthyreose bzw. Hypothyreose, muss dringend behandelt werden, ansonsten können verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden.

Was kann ich machen um einem Schilddrüsenkrebs vorzubeugen?
Es gibt keine konkreten Anweisungen, die eine Erkrankung mit Sicherheit verhindern.
Die Empfehlungen zur täglichen Jodzufuhr liegen bei mindestens 180–200 µg Jod für einen Erwachsenen. Um diese Menge gewährleisten zu können, sollten Nahrungsmittel immer mit jodiertem Salz gewürzt werden. Zusätzlich sollten Fisch, Meeresfrüchte oder Algen, wenn möglich, in den persönlichen Speiseplan integriert werden. Diese enthalten besonders viel Jod.
Daneben sollte auf das Rauchen verzichtet und Alkohol nur in Maßen konsumiert werden.

Ist Schilddrüsenkrebs heilbar?
Ja, ein frühzeitig entdecktes Karzinom ist in aller Regel heilbar. Mittels der genannten Behandlungsmethoden (Operation, Radiotherapie, Nachkontrollen) ist eine vollständige Heilung durchaus möglich.

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