MDS

Steckbrief: MDS

  • Name(n): Myelodyplastisches Syndrom
  • Art der Krankheit: Stammzellenmutation
  • Verbreitung: häufigste bösartige Erkrankung des Knochenmarks
  • Erste Erwähnung der Krankheit: im 19. Jahrhundert
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: weitestgehend unbekannt; vermutlich genetische Vorbelastung; hohe Strahlung
  • Wieviele Erkrankte: 4 bis 5 Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Onkologe; Hämatologe
  • ICD-10 Code(s): D46

Das Myeloysplastische Syndrom (MDS)

Damit der Körper seine normalen Funktionen ausführen kann, ist er darauf angewiesen, dass unablässig Blut durch die einzelnen Organe und Muskeln gepumpt wird. Das Blut ist ein Träger für Sauerstoff und Nährstoffe.

Die einzelnen Blutzellen werden vom Knochenmark gebildet und verfallen sehr schnell wieder, weshalb der Körper ständig neue Blutzellen nachbilden muss.

Ist dieser Prozess der Blutbildung beeinträchtigt, spricht man auch von einem Myelodysplatischen Syndrom, kurz MDS.

Definition von MDS

Unter einem Myelodysplatischen Syndrom oder MDS werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die die Produktion gesunder Blutzellen beeinträchtigen. Die einzelnen Krankheitsbilder unterscheiden sich stark voneinander.

Darum sprechen Mediziner auch nicht von einem einzigen Syndrom, sondern in der Regel von mehreren Myelodysplatischen Syndromen, die dann abhängig von ihren Symptomen und dem Krankheitsverlauf voneinander zu unterscheiden sind.

MDS zählt zu der Kategorie der Krebserkrankungen. Die Krankheit ist nicht vererbbar und kann nicht von einer Person auf eine andere übertragen werden.

Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch MDS bekommen kann. Vermehrt treten die Erkrankungen aber bei Patienten über einem Lebensalter von 60 Jahren auf.

Was ist MDS?

MDS fasst verschiedene Erkrankungen zusammen, welche eine Beeinträchtigung gesunder Blutzellen zur Folge hat. Dabei wird die sogenannte Myelopoese in ihrem Ablauf gestört. Die Myelopoese bezeichnet einen Prozess der Zellbildung, aus dem unter anderem Thrombozyten und Leukozyten hervorgehen.

Als Ausgangsmaterial für diese Blutzellen dienen Stammzellen, auch als „pluripotente Zellen“ bezeichnet, was soviel wie „vielseitig umwandelbare Zellen“ bedeutet. Eine MDS verändert die Stammzellen – entweder direkt bei der Produktion im Körper oder es werden bestehende Zellen verändert. Diese veränderten Stammzellen werden in der Myelopoese zu Blutzellen umgewandelt.

Da die Stammzellen durch die MDS aber verändert wurden, entstehen Blutzellen, die entweder nur eingeschränkt funktionsfähig sind oder überhaupt nicht verwendet werden können. Als Resultat sinkt die Zahl gesunder Blutzellen drastisch ab. Das hat wiederum zur Folge, dass der Körper nur noch unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann. Es kommt zu Beeinträchtigung wichtiger Körperfunktionen. Je nachdem, wie schwer eine MDS ausgeprägt ist, besteht auch das Risiko, dass die Patienten als Folge der mangelhaften Blutproduktion sterben.

Ursachen der Krankheit

Bei MDS handelt es sich um eine Krankheit, die nicht vererbt werden kann und die nicht durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Dementsprechend besteht auch keine Gefahr, dass man sich mit MDS ansteckt, wenn ein gesunder Mensch Kontakt zu einem MDS-Patienten hat. Die Ursachen der MDS sind, ähnlich wie bei anderen Krebserkrankungen, weitestgehend unbekannt. Ein bekannter Risikofaktor sind aber bestimmte chemische Substanzen und ionisierende Strahlung, die eine Mutation der Stammzellen bewirken können. Häufig spielen eine genetische Prävalenz, also eine Veranlagung für die Zellmutation, oder Umweltfaktoren eine Rolle. Hierbei sind unter anderem Smog, permanente Strahlungsquellen beispielsweise von häufiger Smartphone-Nutzung und Schwermetalle in Lebensmitteln zu erwähnen.

Es gibt aber auch Fälle, in denen sich eine MDS im Zuge einer Krebs-Therapie bildet. Durch eine Strahlen- und Chemo-Therapie wird das Knochenmark angegriffen und bestehende Stammzellen eventuell mutiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall einer MDS auftritt, beträgt ca. 10%. Mediziner sprechen dann auch von einer „sekundären MDS“.

Symptome und Anzeichen

MDS lässt sich oft nicht direkt erkennen, da mögliche Symptome nicht auf Anhieb bemerkt oder nicht entsprechend beachtet werden. Ca. 50% aller Patienten merken nicht, dass sie MDS haben, sodass die Krankheit in der Regel durch Zufall entdeckt wird, wenn beispielsweise ein Betroffener zum Blutspenden geht oder im Zuge einer anderen Erkrankung sein Blut untersucht werden muss. Es gibt allerdings drei Symptome, die für eine MDS relativ typisch sind:

  1. Anämie:
    Ein Mangel an Erythrozyten hat zur Folge, dass weniger rote Blutkörper im Kreislauf zu finden sind. Es kommt zu einer Hypoxie, also einer Unterversorgung von Organen und Muskeln. Auch die Haut wird nicht mehr ausreichend durchblutet, sodass die Patienten häufig sehr blass aussehen. In einigen Fällen weißt die Haut auch einen auffälligen Grau-Ton auf. Das geht darauf zurück, dass das Blut unter der Haut mit Kohlenstoffdioxid angereichert wird, was es leicht bläulich verfärbt und durch die Hautschichten als Grauton erkennbar ist. Ebenfalls verbunden mit einer Anämie sind häufiger Schwindel und Atemknappheit.
  2. Immunschwäche:
    Ein Mangel an Leukozyten führt dazu, dass Menschen, die an einer MDS leiden, über ein sehr schwaches Immunsystem verfügen. Sie leiden häufig an Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder einer Grippe und haben oft Fieber.
  3. Blutungsneigung:
    Ein Mangel an Thrombozyten hat zur Folge, dass die Blutgerinnung beeinträchtigt wird. Wenn sich ein MDS-Patient eine Verletzung zuzieht, dauert es unabhängig von der Größe sehr lange, bis eine Blutgerinnung einsetzt. Außerdem treten häufiger Blutungen in sehr dünnem Gewebe auf. Besonders das weiche Zahnfleisch und die Nasenwände sind hiervon betroffen. Ebenfalls auffällig ist, dass sich aufgrund der verringerten Thrombozytenzahl schneller Hämatome bilden können. In einigen Fällen reicht es schon aus, wenn man einem MDS-Patienten nur mit dem Daumen auf den Arm drückt, um einen deutlichen Bluterguss auszulösen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Um eine Diagnose über eine MDS machen zu können, nimmt ein Arzt dem Patienten zunächst ein paar Milliliter Blut ab. Anhand dieser Blutprobe lässt sich bestimmen, wie hoch die Zahl bestimmter Blutzellen wie beispielsweise Leukozyten, Erythrozyten und Thrombozyten ist. Werden auffällig niedrige Werte festgestellt, wird der Patient auf verschiedene Faktoren beziehungsweise Erkrankungen geprüft, die ebenfalls zu einer Störung der Blutbildung führen können. Wenn diese Tests negativ ausfallen, wird eine Knochenmarksuntersuchung bei einem Onkologen oder einem Hämatologen angesetzt.

Der Patient erhält eine lokale Betäubung an der Hüfte oder am Brustbein. Anschließend macht der Facharzt einen kleinen Einstich mit einer speziellen Spritze und entnimmt einem Knochen etwas Knochenmark. Dieser Eingriff wird auch als „Knochenmarkpunktion“ bezeichnet. Das entnommene Knochenmark wird in einem Labor untersucht, um festzustellen, ob die Zahl und Form der Stammzellen normal ist. Treten bei dieser Untersuchungen Auffälligkeiten auf, kann die Diagnose einer MDS bestätigt werden.

Über den Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf einer MDS kann sehr unterschiedlich ausfallen. Der Verlauf hängt von unterschiedlichen Faktoren ab wie zum Beispiel der körperlichen Verfassung des Patienten, seiner Alters und seiner Lebensumstände. Bei einigen Patienten verläuft eine MDS langsam und weniger auffällig. Die Veränderungen der Haut, die häufigen Schwächeanfälle oder ein Bluten des Zahnfleisches wird mit anderen Krankheiten wie einer leichten Grippe in Verbindung gebracht und die MDS wird schlicht übersehen. Bei anderen Patienten verändert eine MDS dagegen aggressiv Körperfunktionen und das Erscheinungsbild, sodass er quasi von einer Woche zur nächsten deutliche Symptome zeigt.

Je länger die MDS unerkannt bleibt, desto mehr verstärken sich die Symptome und desto schwächer wird der Patient auch werden. Im schlimmsten Fall stirbt ein Patient beispielsweise an Einblutungen im Magen oder im Darm.

Häufigkeit und Diagnosedaten

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine MDS bildet, besteht bei allen Menschen, unabhängig ihres Geschlechtes, Wohnorts, der Lebensumstände oder des Alters. Bei älteren Menschen ab 60 Jahren steigt allerdings das Risiko deutlich an, an einer MDS zu erkranken. Das hängt auch damit zusammen, dass die Stammzellenproduktion und die Umwandlung zu Blutzellen mit dem Alter abnimmt. Über 50% aller MDS-Patienten sind älter als 75 Jahre.
Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei 4 bis 5 Fällen aus 100.000 Menschen pro Jahr. MDS gilt damit als eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks.

Komplikationen bei der Krankheit

Es kommt bei einer MDS zu Komplikationen, da der Körper durch die Immunschwäche und die unzureichende Versorgung mit Blut und somit auch mit Nährstoffen und Sauerstoff in seinen normalen Funktionen deutlich eingeschränkt wird. Muskeln werden nicht ausreichend durchblutet und atrophieren. Das bedeutet, dass sie sich zurückbilden oder verkümmern, weil der Körper sie nicht ausreichend versorgen kann.

Der Körper kann außerdem Fremdkörper und Schadstoffe nicht mehr so effektiv bekämpfen. Dadurch können selbst leichte Erkrankungen wie ein Schnupfen ein Risiko für den Körper darstellen, da nicht ausreichend Antikörper gebildet werden können, um die Ausbreitung der Infektion einzudämmen.

Eines der größten Risiken sind aber Einblutungen im Magen oder im Darm. Die Patienten verspüren nicht immer Schmerzen, sondern merken manchmal schlicht nicht, dass sie Einblutungen haben. Diese fallen eventuell erst beim Stuhlgang auf. Werden die Einblutungen aber nicht zeitnah behandelt, kommt es zu Infektionen oder der Patient verblutet einfach von Innen und stirbt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Besuch beim Arzt ist dann sinnvoll, wenn sich ein Betroffener über längere Zeiten schwach fühlt, ein blasses Hautbild aufzeigt und zu häufigen und anhaltenden Blutungen neigt. Hierbei ist besonders ein häufigeres und plötzliches Nasenbluten als ein typisches Anzeichen zu erwähnen. Aber auch, wenn die Betroffenen eventuell unter Magenkrämpfen leiden und Blut im Stuhl finden, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eventuelle Einblutungen schnell zu erkennen und entsprechend den Patienten versorgen zu können.

Die erste Anlaufstelle kann hierbei der Hausarzt sein, um eine erste Diagnose zu stellen. Besteht allerdings der Verdacht von MDS oder einer anderen Blutkrebserkrankung, werden die Patienten an einen Onkologen oder einen Hämatologen überwiesen.

Behandlungsmethoden und Therapie

Die Behandlungsmethoden einer MDS richten sich nach der Ausprägung der einzelnen Krankheitsfaktoren. Zur Abgrenzung wird eine MDS in verschiedene Risikogruppen unterteilt, wobei Faktoren wie die Bildung von Blasten – unausgereifte Blutzellen – das Alter eines Patienten, das Geschlecht und das Auftreten von Nebenerkrankungen berücksichtigt werden.

Leichte Formen einer MDS werden häufig nicht direkt behandelt. Es werden lediglich die Symptome therapiert, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Auch sogenannte Supportive Therapien kommen häufig zum Einsatz, bei denen die Patienten beispielsweise Blutbildende Hormone verschrieben bekommen oder regelmäßig Blutprodukte per Transfusion zugeführt bekommen. Dadurch wird das Defizit an gesunden Blutzellen ausgeglichen, sodass die Betroffenen nahezu normal leben können. Oftmals müssen die Patienten aber noch Immunsuppresiva einnehmen, da das Immunsystem in einigen Fällen die fremden Blutzellen als Schadstoffe sieht und versucht sie abzubauen, was tödlich verlaufen könnte.

Bei einer schweren MDS helfen diese Behandlungen allerdings nur unzureichend aus. Darum werden die Patienten häufig einer Chemotherapie ausgesetzt, um die fehlgebildeten Zellen im Knochenmark abzutöten. Da eine Chemotherapie eine sehr aggressive Behandlungsform ist, muss aber immer abgewägt werden, ob der Patient körperlich in der Lage ist, die Therapie zu überstehen.

Vorbeugen – Impfung und Prävention

Eine MDS ist eine Erkrankung, die ohne den Einfluss von Erregern wie Viren oder Bakterien entsteht. Da sie bei jedem Menschen und in jedem Alter auftreten kann, gibt es keine effektiven Möglichkeiten, sich gegen eine MDS zu schützen. Es gibt bisher keinerlei Möglichkeiten einer Impfung oder von Präventiv-Maßnahmen, die die Mutation von Stammzellen verhindern könnte. Für Menschen, die über 50 Jahre alt sind, empfiehlt es sich allerdings regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Im Rahmen der Untersuchung wird auch das Blutbild eines Patienten untersucht, um eventuelle Fehlbildungen zu erkennen. Wenn eine MDS frühzeitig erkannt wird, lässt sich rechtzeitig eine passende Behandlung festlegen, um den Patienten mögliche Beschwerden zu nehmen, damit sie ihr Leben so normal wie möglich weiterführen können.

Prognosen zur Heilung

Um eine schwere MDS zu heilen, werden die Stammzellen eines Patienten in einer Chemotherapie komplett zerstört und mithilfe einer Stammzellenspende ersetzt, die sich dann wiederum zu normalen Blutzellen umwandeln können. Die Heilungschancen liegen wie bei einer Leukämie bei ca. 40% innerhalb der ersten 5 Jahre. Das bedeutet, dass Patienten, bei denen sich innerhalb von 5 Jahren nach der Stammzellenspende keine neuen fehlerhaften Blutzellen bilden mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% auch später keine MDS mehr entwickeln werden. Treten innerhalb der genannten 5 Jahre nach einer Stammzellenspende wieder mutierte Stammzellen und damit fehlerhafte Blutzellen auf, sinkt das Risiko einer Heilung dagegen drastisch. Eine weitere Chemotherapie und anschließende Stammzellenspende hat in so einem Fall nur noch eine Wahrscheinlichkeit von unter 10% von Erfolg.

Wie läuft eine Stammzellenspende ab?

Damit ein MDS-Patient mit neuen, gesunden Stammzellen versorgt werden kann, muss zunächst ein passender Spender gesucht werden. Dazu werden eine Reihe von genetischen Faktoren des Patienten mit denen potenzieller Spender verglichen, um festzustellen wie hoch eine Übereinstimmung zwischen dem Spender und dem Empfänger ist. Je höher die Kompatibilität ist beziehungsweise je mehr Faktoren übereinstimmen, desto besser stehen die Chancen, dass die gespendeten Stammzellen vom Körper des Patienten angenommen werden können. Bei niedrigen Übereinstimmung wäre dagegen das Risiko hoch, dass die gespendeten Stammzellen vom Immunsystem des Körpers des Patienten angegriffen werden.

Ist ein passender Spender gefunden, werden ihm die Stammzellen entnommen. Die Zellen können dabei entweder aus dem Blut entnommen werden oder es wird ein Knochen des Spenders – in der Regel handelt es sich hierbei um den Beckenknochen – vorsichtig angebohrt, um die Stammzellen aus dem Knochenmark zu extrahieren. Der Eingriff ist für den Spender vergleichsweise harmlos, da die Zellen sich innerhalb einem halben Jahr bereits wieder vollständig nachbilden.

Die Transplantation beim Patienten
Bevor die entnommenen Spenderzellen dem MDS-Patienten verabreicht werden können, müssen seine bestehenden Stammzellen zunächst komplett abgetötet werden, was durch eine sehr intensive Chemotherapie erfolgt. Das ist auf der einen Seite notwendig, um sicher zu gehen, dass keine mutierten Stammzellen im Organismus zurückbleiben. Auf der anderen Seite ist der Eingriff aber auch für den Patienten gefährlich, da sein Körper bei einem Fehler oder Abstoßung der Zellen nicht mehr auf eigenem Wege Blutzellen produzieren kann. Ohne entsprechende Transfusionen würde so eine Behandlung in wenigen Tagen zum Tod führen.

Sind alle Stammzellen abgetötet, werden die Spenderzellen dem Patienten injiziert. Hierbei wird eine Transfusion verabreicht, mit der die gespendeten Stammzellen direkt in den Organismus des Patienten gelangen und dort umgewandelt werden können. Konnte festgestellt werden, dass keine Abstoßung der Spenderzellen stattgefunden hat, muss der Patient in regelmäßigen Abständen zur Nachuntersuchung, um zu überprüfen, ob die Therapie erfolgreich war oder ob sich eventuell neue mutierte Stammzellen gebildet haben.

Alternative Behandlungsmethoden

Gegen MDS wie auch ähnliche Krebserkrankungen gibt es diverse alternative Praktiken, welche entweder die natürlichen Heilungskräfte des Körpers unterstützen sollen oder mit denen die mutierten Zellen auf schonendere und nachhaltigere Weise behandelt werden sollen. Zu den Behandlungsmethoden gehören unter anderem:

  1. Kaffeeeinläufe:
    Bei einem Kaffeeeinlauf erhält der Patient einen Einlauf mit einem sehr stark gebrühten, sprich sehr Koffeinhaltigem Kaffee. Der Gedanke hierbei ist, dass durch das Koffein zum einen die Blutzirkulation im Körper angeregt wird, sodass das Blut insgesamt schneller durch den Körper gespült wird. Zum anderen regt der Kaffee die Arbeit der Verdauungsorgane und hierbei besonders der Leber an. Diese filtert das Blut nach eventuellen Schadstoffen und reinigt es auf diese Weise von möglichen Giftstoffen, aber auch von fehlgebildeten Blutzellen.
  2. Ernährungs-Therapie:
    Bei einer Ernährungs-Therapie ist das oberste Ziel, die Nahrungsmittelaufnahme und Verarbeitung im Körper zu optimieren. Über unsere Nahrung nehmen wir viele Stoffe auf, die der Körper so überhaupt nicht umsetzen kann. Man spricht auch von Lebensmittelzusatzstoffen. Dazu gehören zum Beispiel Farbstoffe und Geschmacksverstärker, die ein Brötchen zwar goldener aussehen lassen und den frischen Geschmack intensivieren, aber keine Funktion im Körper haben. Die Lebensmittelzusatzstoffe sind lediglich eine Belastung für den Stoffwechsel des Körpers und können eventuell das Wachstum bösartiger Krebszellen begünstigen, wenn auch nicht auslösen.
    Durch eine Ernährungs-Therapie soll entsprechend versucht werden, die Verdauung des Körpers zu unterstützen und auf solche unnützen Stoffe so weit es geht zu verzichten. Das Ziel soll es sein, den Körper zunächst zu „entgiften“ und gleichzeitig das Wachstum von fehlerhaften Blutzellen oder Krebszellen zu hemmen.
  3. Selen-Infusionen:
    Selen ist ein Mineral, welches der Körper unter anderem zum Aufbau von Fingernägeln umsetzt. Gleichzeitig gilt es aber auch als Antioxidanz, also als ein Entgiftungsstoff. Es wird normalerweise über die Nahrung aufgenommen und kann nicht selbst vom Körper gebildet werden.
    Bei einer Selen-Infusion wird dem Körper das Mineral in einer hohen Konzentration zugeführt. Das Ziel soll es sein, mögliche Giftstoffe direkt an das Selen zu binden und im Zuge der Verdauung aus dem Körper auszuscheiden. Der „Mangel“ der möglichen Giftstoffe beeinflusst wiederum das Wachstum von Krebszellen, die entweder langsamer wachsen oder sich auch ganz zurückbilden können.

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt keine Hausmittel, die direkt gegen MDS helfen. Allerdings gibt es einige Mittelchen, die die gängigen Symptome kurieren können. Zu diesen Hausmitteln gehören unter anderem:

  1. Honig:
    Honig ist ein Heilmittel der Natur. Der dicke gelbe Saft ist nämlich nicht nur ein leckeres Süßungsmittel. Er wirkt auch antibakteriell, da er den Bakterien den Nährboden entzieht und sie gleichzeitig durch die dickflüssige Konsistenz bindet. Wird der Honig auf offene Wunden gestrichen, werden diese quasi desinfiziert. Das wiederum unterstützt den Heilungsprozess. Hinzu kommt noch, dass durch den Honig kleine Verletzungen regelrecht versiegelt werden. Die Blutungen werden dadurch gestoppt und die natürliche Gerinnung kann einsetzen.
  2. Grapefruits:
    Die Grapefruit ist ein sehr starkes Antioxidanz-Mittel. Verschiedene Inhaltsstoffe der Frucht binden überschüssige Metalle sowie giftige Schwermetalle. Letztere sind mit eine mögliche Ursache für die Bildung von Krebszellen oder die Förderung von Mutationen. Darum sollten sie schnellstmöglich aus dem Körper ausgeschieden werden, was der regelmäßige Verzehr von Grapefruits ermöglicht.
  3. 1 Stunde Frischluft:
    Auch, wenn es schwer fallen mag, ist ein ausgiebiger Spaziergang an der frischen Luft ein wunderbares Hausmittel, um das Immunsystem zu stärken und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Durch die Bewegung wird zunächst die Blutzirkulation angeregt, wodurch man sich wacher und aufnahmefähiger fühlt. Das ist auch dem Sauerstoff zu verdanken, der die Gehirnleistung anregt und damit eventuellen Schwächeanfällen vorbeugt. Ein ausgiebiger Spaziergang hat außerdem zur Folge, dass der Körper genügend Vitamin D aufnimmt, welches zur Stärkung des Immunsystems dient. Die Bewegung an der Luft hat aber noch einen anderen wichtigen Effekt. Denn durch den angeregten Stoffwechsel wird auch die Verdauung von Mahlzeiten beschleunigt. Dadurch werden eventuelle Schad- und Giftstoffe schneller wieder aus dem Körper befördert und können weniger Schaden im Organismus verursachen.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Es gibt verschiedene Ansätze, um eine durch Mutationen verursachte Blutarmut mit Heilpflanzen zu behandeln. Hierbei sind vor allen Dingen die folgenden Pflanzen zu erwähnen:

  • Mutterkraut
  • Weizengras
  • Schafampfer
  • Wermut
  • Katzenkralle

Muttergras hat eine bisher nur wenig erforschte Eigenschaft. Es ist in der Lage, in mutierte Zellen einzudringen und sie funktionsunfähig zu machen. Auf diese Weise können die betroffenen Zellen schnell unschädlich gemacht werden und breiten sich nicht weiter aus. Weizengras ist dagegen eine Stimulanz für den Blutfluss. Die Pflanze liefert jeder Menge Ballaststoffe in Form von Chlorophyll, wodurch die Blutzirkulation im Körper angeregt wird. Das wiederum sorgt dafür, dass mögliche Schadstoffe schneller zu den Verdauungsorganen transportiert und über diese ausgeschieden werden können. Diese positive Wirkung lässt sich zusätzlich durch die Einnahme von Schafampfer unterstützen.

Der Schafampfer löst eingelagerte Giftstoffe aus den Zellen, wodurch sie keine Zellveränderungen auslösen können. Gleichzeitig werden die gelösten Schadstoffe gebunden und lassen sich deshalb leichter vom Körper ausscheiden.
Wermut gilt bereits seit hunderten von Jahren als ein Heilmittel, weil die Pflanze unter anderem Hefepilze auflösen kann.

Hefepilze entstehen hauptsächlich im Magen und im Darm durch eine zu einseitige Ernährung oder im Zuge mancher Therapien gegen Blutkrebs. Die Pilze gelten als möglicher Nährstofflieferant für Krebszellen und begünstigt somit das Wachstum der mutierten Zellen. Durch die Wirkstoffe vom Wermut werden die Pilze abgetötet und lassen sich nicht mehr von den Krebszellen verwerten. Den Zellen fehlt ihre Nahrungsquelle und sie verkümmern.

Die Katzenkralle ist wiederum gut, um die Produktion und Wirkung von weißer Blutkörper anzuregen. Die natürlichen Abwehrkräfte werden auf diese Weise verbessert und entartete Zellen werden effektiver gebunden und unschädlich gemacht.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind ebenfalls eine Möglichkeit, um gegen eine MDS vorzugehen. Hierbei sind vor allen Dingen diese Öle zu empfehlen:

  • Thymianöl
  • Rosmarinöl
  • Oreganoöl
  • Kamillenöl
  • Weihrauchöl

Thymianöl gilt als regelrechter Krebs-Zerstörer. Man spricht auch von einer sehr hohen Zytotoxität. Das Thymol im Öl aktiviert mehrere Abwehrmechanismen des Körpers. Dadurch werden die mutierten Stammzellen und die daraus resultierenden Blutzellen schnell und effektiv zerstört. Rosmarinöl wirkt wiederum entgiftend. Es bindet Schadstoffe im Blut und führt sie der Leber und den Nieren zu, über die die Stoffe aus dem Kreislauf zu schleusen. Außerdem beeinträchtigt das Rosmarinöl die Funktionen von entarteten Zellen, wodurch diese inaktiv werden und keine Gefahr für den Körper mehr darstellen.

Oreganoöl greifen mutierte Zellen dagegen direkt an. Die Wirkstoffe des Öls dringen in die Zellen ein und lösen einen Zelltod aus. Für normal funktionierende Zellen ist das Öl dagegen völlig harmlos. Einen ähnlichen Effekt hat Kamillenöl. Durch die Wirkstoffe der Kamille werden die mutierten Zellen direkt gebunden und von ihren Nährstoffquellen abgeschnitten, wodurch sie entweder in ihrem Wachstum gehemmt werden oder häufig auch ganz eingehen und unwirksam werden.

Das Weihrauchöl ist wiederum eine gute Empfehlung für MDS-Patienten, die bereits in einer Chemotherapie sind. Im Zuge der Behandlung können Ödeme im Körper auftreten. Wenn diese platzen, entstehen gefährliche Blutungen, die auch tödlich verlaufen können. Normalerweise werden gegen Ödeme Steroiden verabreicht, die aber eine immense Belastung für den geschwächten Körper darstellen. Weihrauchöl ist wesentlich verträglicher und sorgt schonend dafür, dass sich Ödeme zurückbilden, ohne zu platzen.

Homöopathie und Globuli

Es gibt diverse homöopathische Mittel beziehungsweise Globuli, die gerade bei schweren Formen einer MDS Erfolg versprechen. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • China D4
  • Chinium arsenicosum D4
  • Lachesis D12
  • Kalium nitricium D4

Das Besondere an diesen Mitteln, dass sie aufgrund ihrer Zucker-ähnlichen Eigenschaften sehr leicht in entartete Zellen eindringen können. Sie dienen den Zellen allerdings nicht als Energielieferant, sondern „verstopfen“ sie quasi von Innen. Die Globuli entziehen Krebszellen und mutierten Stammzellen auf diese Weise die Möglichkeit der Nährstoffaufnahme, wodurch die Zellen in ihrem Wachstum gehemmt werden und über kurz oder lang auch einfach absterben. Das geschieht völlig schmerzfrei und ist für den Körper im Vergleich zu einer Chemotherapie auch deutlich verträglicher, sodass die Einnahme von Globuli fast täglich möglich ist. Die einzige Ausnahme stellt hierbei Lachesis D12 dar. Bei dieser Globuli-Sorte ist die Empfehlung, es nur einmal alle 4 Wochen einzunehmen. Die Wirkung der kleinen Kügelchen hält dann entsprechend vor.

Schüssler-Salze

Schüssler-Salze sind ebenfalls eine alternative Möglichkeit, gegen eine MDS vorzugehen. Die Salze gleichen einen Mangel an wichtigen Nährstoffen aus, der das Körpereigene Immunsystem hemmt und die Ausbreitung der mutierten Stammzellen somit nicht verhindern kann. Zu den geeigneten Schüssler-Salzen zählen:

Der Unterschied zu anderen Mitteln besteht darin, dass die Anwendung dieser Schüssler-Salze nicht primär die mutierten Stammzellen oder das Knochenmark angreifen will. Stattdessen aktivieren und unterstützen die Salze die natürlichen Abwehrkräfte, die gerade bei einer Krebserkrankung nicht mehr richtig oder nur noch unzureichend arbeiten können. Der Körper ist dadurch in der Lage, die entarteten Zellen selbstständig zu erkennen und sie entsprechend zu bekämpfen. Die Zahl der mutierten Stammzellen und der daraus hervorgehenden fehlerhaften Blutzellen geht somit zurück und es werden wieder vermehrt gesunde Blutzellen produziert.

Diäten und Ernährung

Eine Diät ist bei einer MDS, gerade bei den schwereren Formen, völlig kontraproduktiv. Denn eine Diät bedeutet automatisch, dass weniger Nahrung dem Körper zugeführt wird und er somit auch weniger Energielieferanten hat. Im Umkehrschluss werden alle „unnötigen“ Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert, was auch das Immunsystem betrifft. Das macht es Viren und Bakterien leicht in den Organismus einzudringen und für zusätzlichen Schaden zu sorgen.
Statt einer Diät sollten MDS-Patienten deshalb darüber nachdenken, ihre Ernährung umzustellen. Besonders wichtig hierbei ist, dass auf Nahrungsmittel wie Schweinefleisch, Milch und Zucker verzichtet wird.

Zucker ist ein bevorzugter Energieträger für mutierte Zellen und lässt sich entsprechend leicht in die Zellen einbringen. Bereits kleine Mengen des Süßstoffes reichen aus, um das Wachstum von Krebszellen oder mutierten Stammzellen zu fördern.

Ähnlich verhält es sich mit Milch. Der in der Milch enthaltene Milchzucker dient als natürlicher Ersatz zu herkömmlichen raffiniertem Zucker und hat somit auch den gleichen Effekt auf mutierte Zellen. Die Milchsäuren können zusätzlich den Knochen angreifen und auflösen. Dadurch steht weniger Knochenmark zur Verfügung, um Blutzellen gegen die MDS zu produzieren.

Schweinefleisch enthält dagegen viele gesättigte Fettsäuren, die für den Stoffwechsel schwerer umzusetzen sind. Darüber hinaus kann der Verzehr von Schweinefleisch bei einigen Menschen zur Entwicklung einer Gichterkrankung führen, die durch das geschwächte Immunsystem bei einer MDS noch begünstigt werden kann.

Hilfreich für den Körper ist dagegen eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Dabei darf auch gerne etwas Exotisches auf den Tisch kommen wie eine Drachenfrucht oder japanischer Rettich. Solche Früchte enthalten neben jeder Menge Vitamine und Mineralstoffe auch oft Zusatzstoffe, mit denen sich schadhafte Zellen in ihrer Funktion eindämmen oder ganz bekämpfen lassen. Die scharfen Stoffe des Rettichs sind beispielsweise in der Lage die Zellwände mutierter Zellen aufzulösen und sie dadurch zu zerstören.
Die Ernährung sollte aber nicht allein auf ein vermeintlich gesundes Lebensmittel ausgelegt werden, sondern ausgeglichen sein. Das ist schonender für die Verdauung und fördert die Abwehrkräfte des Körpers deutlich nachhaltiger.

FAQ:

Ist ein Myelodyplastisches Syndrom gefährlich?
Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort, da es verschiedene Formen einer MDS gibt und diese teilweise ungefährlich, aber teilweise auch sehr gefährlich sind. Leichte Formen einer MDS lassen sich gut behandeln und Patienten können trotz der Erkrankung ein vergleichsweise normales Leben führen – wenn auch mit einigen kleinen Abstrichen. Eine schwere Form der MDS kann dagegen sehr gefährlich sein und sogar zum Tod führen, wenn sie nicht entsprechend behandelt wird. Darum ist es wichtig zu bestimmen, welche Form einer MDS bei einem Patienten vorliegt, ehe man die passende Behandlung verordnen kann.

Ist eine MDS immer anhand von Nasen- oder Zahnfleischbluten erkennbar?
Nein. Zwar zählt die Neigung zum Nasen- oder Zahnfleischbluten zu den möglichen Symptomen einer MDS, aber sie muss nicht unbedingt auf diese Erkrankung hinweisen. Manche Menschen werden mit sehr dünnen Nasenwänden geboren. Diese reißen unter entsprechendem Druck leicht von alleine ein. Das hat aber nichts mit einer MDS zu tun, sondern liegt einfach am Körperbau der betreffenden Person.

Bei anderen Menschen treten dagegen vermehrte Blutungen auf, wenn sie beispielsweise unter chronischem Bluthochdruck leiten. Es gibt diverse Krankheiten, die ähnliche Symptome wie eine MDS haben. Darum sollte man beim Auftreten eines möglichen Anzeichens die Ruhe bewahren und erst zum Arzt gehen, wenn die Beschwerden sich wiederholen.

Ist eine MDS heilbar?
Ja, eine MDS kann wie eine Krebs-Erkrankung geheilt werden. Dazu ist es allerdings notwendig, dass mit einer aggressiven Chemotherapie das gesamte Knochenmark und alle Stammzellen darin vernichtet werden. Der Patient muss anschließend eine Stammzellenspende erhalten und selbst dann liegen die Chancen auf einen Erfolg der Therapie nur bei knapp 40%.

Weil der Körper des Patienten durch diese Behandlung stark angegriffen wird und die Chancen auf Erfolg nicht allzu hoch sind, wird nur versucht eine MDS zu heilen, wenn es sich um eine lebensbedrohliche Form handelt. Leichte Formen einer MDS werden dagegen in der Regel mit Medikamenten therapiert und der Patient lebt mit der Krankheit normal weiter.

Kann eine MDS sich verschlimmern?
Ja, das ist möglich. Eine leichte Form einer MDS kann sich zu einer schweren Form entwickeln, die dann mit Chemotherapie behandelt werden muss. Welche Ursachen für diese Entwicklung verantwortlich ist, ist bisher noch nicht geklärt.

Wie verbreitet ist MDS?
MDS gilt als einer der häufigsten Erkrankungen des Knochenmarks. Jedes Jahr bricht sie bei 4 bis 5 Neupatienten pro 100.000 Menschen aus. Dabei ist das Risiko einer MDS bei Kindern und Jugendlichen noch eher gering. Ab einem Alter von 60 Jahren steigt das Risiko allerdings an. Darum ist es wichtig, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen und sich auf entsprechende Anzeichen einer MDS untersuchen zu lassen. Nur so lässt sich die Krankheit schnell erkennen und eine passende Therapie entwickeln.

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