Hallux valgus

Steckbrief: Hallux valgus

  • Name(n): Hallux valgus; Ballenzeh
  • Art der Krankheit: Fehlstellung
  • Verbreitung: Weltweit (Schwerpunkt westliche Hemisphäre)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Frühe Neuzeit
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Nicht Festellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Orthopäde
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – M00-M99 – M00-M25 – M20-M25 – M20.1

Hallux Valgus – Wenn man die Zehen vernachlässigt

Hallux valgusGanz einfach betrachtet charakterisiert der Hallux valgus einen – meist schmerzhaften – Schiefstand der großen Zehe hin zu den restlichen Zehen.

Besonders im Alter tritt dieses Leiden mit größerer Wahrscheinlichkeit auf. Dennoch kann es auch jüngere Menschen ereilen. Eine ausreichende Pflege und Betreuung der Füße ist darum unerlässlich, um diesem Übel vorzubeugen und es ggf. frühzeitig behandeln zu können.

Definition Hallux Valgus

Der Hallux valgus ist die am häufigsten beobachtete Zehendeformität. Vor allem ALS Konsequenz eines Spreizfußes ist der Hallux valgus eine anatomische Verformung, welche durch ein gesenktes Fußgewölbe die Sehne des Fußmuskels Musculus adductor hallucis auf die Seite zieht und den Namen dieser anatomischen Erkrankung begründet und durch einige Faktoren des gesellschaftlichen Lebens stark beeinflusst werden kann. Aufgrund einer gestörten Biorhythmik des Fußes entsteht dieses Anzeichen im Großzehengrundgelenk. Dabei weicht der erste Mittelfußknochen teilweise sehr stark von seiner Grundstellung zur Seite hin ab. Es handelt sich um eine dreidimensionale Fehlstellung des Großzehengrundgelenks, da es über einen längeren Zeitraum hinweg zu einer Abweichung der großen Zehe in drei verschiedene Richtungen kommt. Die Richtungen sind zur Seite (nach lateral), nach oben oder unten (dorsal oder plantar) und eine vermehrte Rotation der großen Zehe nach Innen.


Was ist ein Hallux Valgus?

Beim Hallux valgus handelt es sich um eine häufig auftretende Verformung, die das Großzehengrundgelenk betrifft. Dabei ist das Os metatarsale I nach außen verstellt, die große Zehe wiederum zeigt nach Innen in Richtung der anderen Zehen. Durch die Abweichung der knöchernen Strukturen kommt es zu einer veränderten Biomechanik im Gelenk. Dies betrifft auch die Muskulatur, die im Bereich der großen Zehe ihren Ansatz hat. Genauer beäugt, verlaufen die Sehnen für die Zehenspreizung, die benötigte Stabilität in jeder Bewegung und die Dehnbarkeit des Fußes nicht mehr zentral über die Zehen, sondern eher seitlich. Durch die nur bedingte Elastizität beziehungsweise Dehnbarkeit bewirkt die hier übertragene Kraft auf die Fußknochen eine deformierte Stellung und somit auch den von außen betrachtet atypischen Winkel der Zehe. Aufgrund dieser Fehlstellungen erzeugen die meisten Schuhe einen enormen Druck auf den Großzehenballen und fördern hierbei mit der Zeit Krallen- beziehungsweise Hammerzehen. Durch die Schiefstellung drängt sich der große Zeh nun in Richtung der vier kleinen Zehen und schiebt sie mit seinem Platzanspruch langsam zurüCK.

Dieser Prozess bedingt mit der Zeit das Zusammenklappen der kleinen Zehen an den Gelenken und verhindert somit die relativ gerade Ausrichtung jeder einzelnen Zehe als Basis für einen natürlichen und entlastenden Gang. Der Patient wird sich wegen der begleitenden Schmerzen, im schlimmsten Fall bei nahezu jedem Schritt, vermehrt auf die Suche nach einem entspannten Gang bemühen. Dies verursacht meist falsche Bewegungen mit teilweise ungleich belastetem Auftreten. Infolgedessen kann der Patient seine komplettes Skelett in Mitleidenschaft ziehen, auch den Oberkörper belasten und womöglich in der Zukunft über weitere Deformierungen und mitunter stete Entzündungen klagen.

Wegen der langzeitlichen Entwicklung und Förderung des Hallux valgus zeichnet sich das Krankheitsbild vermehrt bei Menschen über 50 Jahren ab. Als Variationen gilt der Hallux varus, wobei der große Zeh entgegen seiner natürlichen Position nach innen, von den anderen Zehen weg zeigt. Zudem kann im Endgelenk ebenfalls eine Valgusstellung auffindbar sein – diese ist jedoch meist angeboren und nicht durch falsche Rhythmik begründet. Im Gegensatz zu diesen Erkrankungen präsentiert sich der Hallux rigidus als Arthrose mit einem völlig anderen Bild.

Welche Ursachen gibt es?

Für die Entstehung eines Hallux valgus sind verschiedene Ursachen bekannt. Meist findet sich eine Kombination aus erblichen Faktoren und ungünstigen äußeren Begleitumständen. Der Hallux valgus tritt bei Erkrankungen wie der chronischen Polyarthritis, einer rheumatischen Erkrankung, auf. Häufiger wird der Hallux valgus allerdings durch ungünstige Gewohnheiten im Alltag provoziert, während der Betroffene bereits eine genetische Disposition für diese Art der Gelenkdeformierung aufweist.

Eine klare Ursache der Förderung des Hallux valgus liegt im jahrelangen Tragen von falschem Schuhwerk. Da die Zehen von Natur aus – um die Standfestigkeit zu wahren – ein wenig gespreizt sind, fördern vorn an der Fußspitze zu eng zulaufende Schuhe eine solche Ausbildung am menschlichen Fuß. Dies ist auch der Grund, weshalb Frauen tatsächlich öfter als Patienten zu dokumentieren sind – Gala- sowie Stöckelschuhe und etliche Pumps begünstigen durch ihr Dessin ein schädliches Zusammendrücken der einzelnen Zehen.

Da die meisten Schuhe keine natürliche Sohlenform aufweisen, kann es über den Hallux valgus bis zu einer Überkreuzung der Längsachse der Zehen führen. Neben dem etwas schwächeren Bindegewebe der Frauen begünstigen vor allem drei Werte die vermehrt feminine Ausbildung des Hallux valgus. Bei einem Absatz von über vier Zentimetern wird der vordere Fußbereich enorm ungesund unter Druck gesetzt – nicht nur dass die Zehen in den Schuh hineingepresst werden, entsteht so auch problemlos der berüchtigte Spreizfuß.

Fehlende Freiräume der Füße an allen Seiten, nach oben und insbesondere an der Schuhspitze tragen weiterhin zu einer Beeinträchtigung der natürlichen Fußstellung bei. Bei fortwährendem Tragen solcher Schuhe leitet die Inhaberin eine konstante Fußdeformation natürlich unbewusst ein. Und zudem neigen Frauen – auch aus falschen Gründen der Ästhetik – zu eher kleineren Schuhen, welche die Zehen etwas zusammenpressen und schnell ebenso Krallenfüße verursachen.


Symptome & Anzeichen

Hallux valgus Seite

Der Hallux valgus ist ganz klar an der scheinbar unnormalen Schrägposition des großen Zehs zu erkennen. Langsam schiebt sich dieser nun an den zweiten Zeh an und drückt diesen an alle weiteren Zehen an. Durch die Fehlstellung des Gelenks kann es zu einer Arthrosebildung kommen. Dies wirkt sich stark auf die Beweglichkeit der großen Zehe aus. Die fortschreitende Zerstörung des Knorpels lässt Bewegungen dabei nur noch unter Schmerzen zu. Da die Muskelzüge durch die veränderte Biomechanik des Gelenks anders verlaufen, kann die Muskulatur nicht mehr so effizient arbeiten. Insbesondere der Musculus extensor hallucis longus verliert seine eigentliche Funktion, da er aus der Zehenlängsachse nach außen abweicht. Wird dieser Muskel nun aktiviert, zieht er die Großzehe nicht mehr nach oben, sondern übt einen seitlichen Zug auf die Großzehe aus. Dadurch legt sich die Großzehe an oder über die zweite Zehe.

In sehr ausgeprägten Formen lässt sich eine komplette Deformierung des gesamten Fußes erkennen. Dies führt zu mitunter erheblichen Scherzen beim Laufen oder ebenso bei simplen Eigenschaften des stehenden Verweilens. Des Weiteren bewirkt diese Fußerkrankung eine Ausstrahlung in den restlichen Laufapparat, sodass die Patienten oft im generellen Bewegungsverlauf eine Einschränkung verspüren. Demnach bevorzugen die Probanden lieber ruhende Positionen und führen indirekt eine umfassende Bewegungsfaulheit in ihren Alltag ein – dies begünstigt nun wiederum Verdickungen an Geweben, Ansammlungen an Körperflüssigkeiten an Körperpartien wie den Oberschenkeln und indirekt sukzessive durchaus die Anreicherung von Fettpolstern, wenn die Ernährung beibehalten, die zugeführte Energie jedoch weniger verarbeitet wird.

In einigen Fällen ist eine Beanspruchung der Beinknochen zu beobachten, da die Kräfte entlang der Sehnen über den gesamten Bewegungsapparat weitergegeben werden. Definitiv werden die Gelenke unter großer Abnutzung und Beanspruchung sehr in Mitleidenschaft gezogen,, sodass für das spätere Alter tatsächlich massive Einschränkungen in der Bewegung drohen. Lange Spaziergänge und etwaiges vermehrtes Stehen werden bei den Patienten immer mehr als Belastung wahrgenommen.

Zudem führt diese Anstrengung zu regelmäßig angeschwollenen Füßen – Entzündungen an den Gelenken und des umliegenden Gewebes können den Fuß auf eine merkliche Übergröße anschwellen lassen – über den Tag gesehen, kann der schützende Schuh nunmehr als Enge wahrgenommen werden – in einigen Fällen kommt es nach dem Ausziehen der Schuhe zu einem kurzfristigen Taubheitsgefühl, ein ultimativ spätes Anzeichen für einen Arztbesuch. In Verbindung mit Hallux valgus tritt aufgrund der Veränderung der Zehenstellung der unmittelbar daneben befindliche Großzehenballen sehr stark nach außen. Dieser anormale Austritt des Ballens führt durch das Tragen meist handelsüblicher Schuhe auch des Öfteren zu einer durchaus schmerzhaften Schleimbeutelentzündung – der Bursitis. Verdickte Hautschichten und Rötungen im betroffenen Bereich sind zudem als Begleiterscheinungen festzustellen. Gleichzeitig ist es möglich, dass sich eine Exostose ausbildet. Es handelt sich dabei um eine zusätzliche, überschüssige Bildung von Knochen.

Symptome in der Übersicht

  • Bildung einer Beule an der Wurzel des großen Zehs
  • Schwellungen und Rötungen in und am großen Zah
  • Hühneraugen und offene Stellen
  • Dauerhafte (chronische) Schmerzen
  • Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit der Zehe

Diagnose & Krankheitsverlauf

Es ist für einen Arzt, sowie für den Patienten auch, relativ simpel und einfach, einen Hallux valgus als solchen zu erkennen und weiterhin korrekt anzusprechen. Tatsächlich bedarf es oftmals keines allzu großen Aufwands, um die vorliegende Erkrankung auszumachen. Eine Blickdiagnose seitens des Arztes ist bisweilen vollkommen ausreichend. Dies liegt nicht nur an dem sehr distinktiven Aussehen des Hammerzehs und an seinen charakteristischen Symptomen, sondern auch an der relativen Häufigkeit derselben, die es beinahe unmöglich machen, sie mit irgend etwas anderem zu verwechseln. Es ist allerdings sinnvoll, den Grund für die Deformität heraus zu finden. Sind es vor allem Umstände im Alltag, sollten diese möglichst ausgeschaltet werden, sofern dies noch nicht erfolgt ist. Handelt es sich beim Hallux valgus um eine Begleiterkankung, sollte dringend die eigentliche Ursache erkannt und behandelt werden. Dies bezieht sich beispielsweise auf Rheumatische Erkrankungen. Diese Diagnose kann keinesfalls vom Patienten selbst per Eigendiagnose gestellt werden, sondern sollte von einem Fachmann mit verschiedenen Verfahren sichergestellt werden.

Dennoch besteht im Rahmen des Stellens einer Diagnose die Anwendung eines klinischen Tests. Dieser wird in aller Regel in Form einer Röntgenuntersuchung vorgenommen. Dieses Verfahren dient allerdings weniger dazu, die Krankheit als solche zu identifizieren, dies ist, wie soeben erwähnt, in der überwiegenden Mehrheit der Fälle nicht nötig, sondern hilft vielmehr dabei den Schweregrad sowie die zugrundeliegenden Ursachen festzustellen. Während der Röntgenuntersuchung steht der Patient, sodass sich die Deformität unter Belastung zeigt. Es werden nun die verschiedenen Fußknochen und ihr Stand zueinander beurteilt. Gleichzeitig ist die Röntgenuntersuchung wichtig, um den Arthrosegrad im Großzehengrundgelenk festzustellen.

Damit ist eine Diagnose alles in allem sehr schnell gestellt und fehlerhafte Einschätzungen das Krankheitsbild betreffend sind faktisch so gut wie ausgeschlossen.

Zur Feststellung der vorliegenden Schwere der Erkrankung bedient man sich einiger Messwerkzeuge, die man sonst eher aus dem mathematischen Unterricht kennt. Tatsächlich kommen an dieser Stelle durchaus Zirkel, und Geodreieck zum Einsatz. Zumindest war dies lange Zeit der Fall. Heutzutage findet man bisweilen etwas moderneres Gerät in Form von spezialisierten Maschinen. Aber alle erfüllen denselben Zweck. Sie bestimmt den Neigungswinkel der großen Zehe im Vergleich zum restlichen Fuß. Ist dieser besonders groß, so geht man von einem schweren Fall aus, ist er besonders klein, so liegt ein leichter Fall vor. Alles in allem ist es für eine nachfolgende Therapie von größter Wichtigkeit, dass man den Schweregrad der Fehlstellung korrekt bestimmen kann. Schließlich und endlich entscheidet sich aufgrund desselben die Tatsache, ob ein operativer Eingriff wirklich notwendig ist oder nicht. Manchmal helfen bereits orthopädische Einlagen und Hilfen bei der Heilung.

Verlauf der Krankheit
Die Krankheit beginnt zumeist eher langsam, wenn nicht gar schleichend. Darüber hinaus sollte an dieser Stelle zu erwähnen sein, dass nicht jeder Mensch die gleiche Gefahr läuft, tatsächlich an diesem Leiden zu erkranken. Beim Hallux valgus spielt eine gewisse genetische Disposition, also eine erbliche Vorbelastung, eine Rolle. Somit ist es also wesentlich wahrscheinlicher, dass eine Person diesem Leiden zum Opfer fällt, deren Eltern ebenso schon davon betroffen waren. Dennoch muss dies kein zwingender Indikator hierfür sein. Es gibt durchaus Menschen, die trotz erblicher Vorbelastung Zeit ihres Lebens keine derartige Schiefstellung der großen Zehe ausbilden und wiederum andere, die eben jenes tun, obschon keiner genetische Disposition gegeben war. Nichtsdestoweniger sollte man eine solche als möglichen begünstigenden Faktor dafür ansehen, dass es früher oder später zu einem Hallux valgus kommt.

An einem bestimmten Punkt im Leben den Betroffenen beginnen sich die Sehnen, die für die Beweglichkeit der Zehen sorgen, zu verschieben. Insbesondere die mit der großen Zehe korrespondierenden Sehnen geraten hierbei oftmals in besonders starke Fehlstellung. Normalerweise verlaufen sie über das Gelenk der Zehe hinweg und gewährleisten somit eine optimale Bewegung. Bei einer Verschlimmerung des vorliegenden Krankheitsbildes jedoch rutschen besagte Sehnen immer weiter an die Außenseite. Dies führt im Endeffekt für die dem Hallux valgus so typisch anstehende fehlerhafte Stellung der Zehe und also des Fußes als Ganzes.

Darüber hinaus verschlimmert sich der Zustand zumeist noch merklich dadurch, dass der Fuß sich absenkt und es zu einem Hervorspringen des Ballens kommt. Das stellt nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern sorgt zudem auch dafür, dass dem Betroffenen das Laufen immer schwerer und schwerer fällt.

In letzter Konsequenz kann es sogar soweit kommen, dass die Mobilität des Erkrankten massiv eingeschränkt ist. Ein vollkommener Verlust derselben ist zwar eher unwahrscheinlich, aber dennoch nicht ausgeschlossen. Alles in allem ist der Verlauf also eher schleichend, was ihn nicht weniger gefährlich macht.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es gibt leider nur ein sehr geringes Aufkommen tatsächlich statistisch verwertbarer Daten, wenn es um den Hallux valgus geht. Die Datenlage weist allerdings auf ein Vorkommen von 25 bis 30% hin. Der Hallux valgus ist die häufigste Deformität, die die untere Extremität betrifft. Die Gründe für die dennoch unsichere Datenlage sind relativ klar. Sicherlich handelt es sich um ein allgemein sehr negativ wahrgenommenes Leiden, nichtsdestoweniger sehen viele Menschen, die davon betroffen sind, keinerlei Veranlassung, deswegen einen Mediziner zu konsultieren. Schließlich und endlich hält sich die im Rahmen dieser Erkrankung entstehende Einschränkung relativ stark im Hintergrund. Für viele Betroffene ist das vorliegende Leiden nicht viel mehr als ein kosmetischer Faktor. Dieser fällt aber dann bereits vollkommen weg, wenn man geschlossenes Schuhwerk trägt. Darüber hinaus lernen viele Menschen schlicht damit zu leben und nehmen keine weiteren hieraus resultierenden Störungen war.

Dieses der Krankheit gegenüber doch eher passive Verhalten bedingt also nun, dass die statistischen Daten, die zu eben jener vorliegen, stark verzerrt sind. Insbesondere auf internationaler Ebene. Da die eigentliche Entstehung des Hallux valgus in den überwiegenden Fällen direkt auf das Tragen falsch bemessenen Schuhwerks zurückzuführen ist, ist diese Fehlstellung der großen Zehen besonders in reicheren Ländern verbreitet. Dieser Umstand ergibt sich ganz einfach daraus, dass viele Menschen, die aus ärmeren Ländern stammen, schlicht keine oder nur sehr selten Schuhe tragen. Dass diese dann oftmals nicht passen ist eher zu vernachlässigen, da sie kaum zum Einsatz kommen und damit nicht die Möglichkeit haben, Langzeitschäden zu verursachen.

In unseren Graden sieht es hier schon ganz anders aus. Menschen hierzulande sowie im Rest Europas und Nordamerikas tragen beinahe zu jeder gegebenen Zeit des Tages Schuhe. Das mag dem Klima angemessen sein und auch eine Begründung in den aktuellen Trends finden – alles in allem aber ist dieses Verhalten aus medizinischer Sicht eher nicht zu empfehlen. Besonders Frauen tragen aus modischen Gründen oftmals zu enges oder schlecht geschnittenes Schuhwerk und sind deshalb weitaus häufiger vom Hallux valgus geplagt als Vertreter des männlichen Geschlechts.

Diagnosedaten
Die aus einer Diagnose gewonnenen Daten sind sehr schnell ausgewertet und darüber hinaus, wie bereits erwähnt, auch rasch einer Krankheit zuzuordnen. Fehlerhafte Diagnosen sind bei der vorliegenden Erkrankungen so gut wie ausgeschlossen. Das einzige Fehlerpotential birgt die Tatsache, dass es bisweilen etwas komplizierter sein kann, den genauen Neigungswinkel der Zehe zu berechnen. Hieraus ergibt sich im Zweifel ein falscher Schweregrad und es folgt also eine falsche Behandlung des Gebrechens. Aber allzu große Gedanken sollte man sich diesbezüglich dennoch nicht machen. Tatsächlich ist dies nur sehr selten der Fall und alles in allem geht einem erfahrenen Arzt die Diagnose leicht von der Hand.

Die Diagnose wird auf Grundlage verschiedener Verfahren gestellt. Zuerst verschafft sich der Mediziner einen ersten Eindruck über den Sichtbefund. Klinisch zeigt sich der Hallux valgus, in dem die große Zehe dreidimensional verformt ist. Diese sichtbare Fehlstellung wird durch verschiedene Nebenbefunde begleitet. So kann häufig beobachtet werden, dass an der großen Zehe Schwielen auftreten, wobei auch eine Bursitis, eine schmerzhafte Entzündung des Schleimbeutels, an dieser Stelle nicht ungewöhnlich ist. Außerdem kann es durch die zusätzliche Reibung und veränderte Druckverhältnisse auch an anderen Zehen lokal zu einer übermäßigen Verhornung, dem sogenannten Klavus, kommen. Im Volksmund wird dann von einem Hühnerauge gesprochen. Per Sichtbefund kann außerdem festgestellt werden, ob der oder die Betroffene Krallen- oder Hammerzehen hat.

Eine Röntgenuntersuchung ist wichtig, um den Schweregrad der Defomität fest zu stellen. Die Untersuchung findet im Stehen, also unter Belastung statt. Dabei werden verschiedene Winkel vermessen, die über die Fußknochen erstellt werden. Relevant sind dafür der Intermetatarsalwinkel, der Metatarsophalangealwinkel und der Interphalangealwinkel. Da es durch die Fehlbelastung unter der Deformität vermehrt zu einer Arthrose im Großzehengrundgelenk kommen kann, wird auch diese Begleiterscheinung mit untersucht. Je nachdem, wie fortgeschritten die Arthrose in diesem Bereich ist, wird die Entscheidung zu einer bestimmten Therapie deutlich mit beeinflusst.

Zudem sollte man nicht vergessen, dass die Art, auf die sich die Krankheit nach außen hin präsentiert alleine schon sehr distinktiv ist und somit wenig Spielraum dazu bietet, den Hallux valgus als irgendetwas anderes zu interpretieren. Sollte dennoch, aus welchen gründen auch immer, ein berechtigter Zweifel bestehen, kann es helfen, wenn der Arzt neben der Zehe und dem Fuß, auch die Schuhe des Patienten vermisst. Schließlich und endlich sind diese oftmals der hauptsächlich auslösende Faktor dieses Leidens.

Alles in allem also lässt sich sagen, dass es durchaus kein Problem darstellt, ein Leiden wie den Hallux valgus korrekt zu identifizieren und anzusprechen. Tatsächlich ist diese eine der am einfachsten und sichersten zu stellenden Diagnosen überhaupt. Somit ist es für einen Patienten nicht notwendig, sich vor einer etwaigen Fehldiagnose zu fürchten und er kann ganz beruhigt und in guter Hoffnung auf schnelle und solide Hilfe den Arzt seines Vertrauens aufsuchen.


Komplikationen bei der Krankheit

Gleich zu beginn sei gesagt, um alle Zweifel bereits im Vorfeld auszuräumen, dass ein Hallux valgus nicht immer Komplikationen bedingt. Nichts selten ist es sogar der Fall, dass die aus demselben resultierenden Schmerzen usw. kaum merklich sind und sich im Rahmen einer Gewöhnung verflüchtigen. Das mag zunächst sicherlich nichts an der Tatsache ändern, dass es sich bei der vorliegenden Krankheit dennoch um eine nicht zu unterschätzende Fehlstellung handelt, die sich sehr empfindlich auf das Leben des Betroffenen auswirken kann. Nichtsdestoweniger aber sollte man diesem Gebrechen gegenüber auch keine allzu große Furcht zeigen. Es ist sehr häufig und damit grundsätzlich auch gut behandelbar – und dies unabhängig davon, ob es sich nun um eine zu Komplikationen neigende Erkrankung handelt oder nicht.

Trotz der Tatsache jedoch, dass nicht jede Person mit einem Hallux valgus weiterführende Komplikationen ausbildet, kann dies dennoch durchaus der Fall sein. Obschon auch diese zumeist eher mild und überschaubar sind, können sie, in extremeren Fällen zumindest, durchaus dazu führen, dass durch sie teils immense Einschränkungen in der Mobilität des Betroffenen entstehen. Zu einem Angewiesensein auf einen Rollstuhl oder dergleichen kommt es zwar so gut wie nie, aber mit einer stark verlangsamten Bewegung muss man manchmal durchaus rechnen.

Darüber hinaus ist es ebenso keine Seltenheit, dass sich aufgrund der erhöht entstehenden Reibung zwischen dem belasteten Fuß und dem (wahrscheinlich immer noch) zu kleinen Schuhwerk, eine erhöhte Blasenbildung erwarten lässt. Das ist unangenehm und behindert den Erkrankten zudem beim Laufen.

Auch weitere Fehlstellungen können sich im Laufe der Krankheit etablieren, die wiederum dazu führen, dass der ohnehin schon stark belastete Fuß weiterhin beschädigt wird. Das ist natürlich nicht gut und führt darüber hinaus zu immensen zusätzlichen Belastungen, die einen nicht zu unterschätzenden negativen Einfluss auf den Körper haben können. Darum sollte man nicht mit der Krankheit spaßen und sich Hilfe suchen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Einen Arzt sollte man sofort dann aufsuchen, wenn sich bereits geringfügige Probleme mit der Stellung der Zehen bemerkbar machen. Beim Hallux valgus handelt es sich um eines dieser Leiden, die man am besten so früh wie möglich angeht. Zwar gilt dies mehr oder weniger für alle Krankheiten, insbesondere aber für solche, die sich symptomal in direkten Fehlstellungen einzelner Partien des Körpers ausdrücken. Solche Fehlstellungen sind nämlich, insofern sie nicht angeboren sind, versteht sich, zumeist sehr leid zu beheben, bzw. zu verhindern. Insbesondere der Hallux valgus gilt unter Medizinern als eine sehr einfach vermeidbare Erkrankung. Es bedarf lediglich einer gewissen Aufklärung des Patienten über die korrekte Art des passenden Schuhwerks und wie und nach welchen Gesichtspunkten man solches auswählen sollte. Das größte Problem hierbei ist jedoch, dass viele Menschen ihre Schuhe nicht nach medizinischen Gesichtspunkten aussuchen, sondern nach modischen. Das ist sicherlich nachvollziehbar, medizinisch probat ist es aber nicht.

Darum sollten besonders stark gefährdete Personen, vornehmlich modebewusste Frauen, die darum hinaus eine familiäre Vorbelastung aufweisen, was das vorliegende Leiden angeht, sich regelmäßig vom Orthopäden ihres Vertrauens in Bezug auf einen sich etwaig entwickelnden Hallux valgus untersuchen lassen. Es schadet auch nichts, wenn man beim nächsten Arztbesuch speziell nach einer solchen Untersuchung verlangt. Schließlich und endlich sind es gerade Ärzte, die dem Patienten ins Gewissen reden können, um ihn von der Fehlerhaftigkeit seiner Wege zu überzeugen. Somit ist es durchaus vorstellbar, dass der wohlgemeinte Rat eines Mediziners ein Umdenken anstoßen kann, dass wiederum dazu führt, dass der Patient mehr Emphase auf die Gesundheit seiner Füße legt. Schlecht wäre dies sicherlich nicht. Denn gerade die Füße stehen oftmals nicht im Fokus der Medizin und werden daher nicht selten vernachlässigt, was im Weiteren dazu führt, dass sehr häufig vermeidbare Probleme mit denselben auftreten.

Also nicht zögern und einen Arzt konsultieren, sobald es nötig ist.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die simpelste Maßnahme zur Vorbeugung liegt in der Umstellung des Schuhmodells. Ein flaches Schuhwerk, ausreichend Freiraum für den Fuß sowie insbesondere die Sandalen mitsamt Zehensteg lindern angespannte Gefühle und ermöglichen eine natürliche Anordnung der Zehen. Des Weiteren können diverse FußGymnastikübungen die Dehnbarkeit erhöhen, dass gesenkte Gewölbe festigen und die Muskulatur fördern.

Diese Strategien sind jedoch nur im Anfangsstadium eines diagnostizierten Hallux valgus hilfreich – bei einem offensichtlichen Schiefstand der großen Zehen können diese Schritte leider keinen Rückgang der anatomischen Veränderung bewirken. Zu Beginn einer solch negativen Beeinflussung des Knochenstandes kann einfaches Barfußlaufen ebenfalls Wunder bewirken. Und mit orthopädischen Sohlen in Hinblick auf den Spreizfuß kann obendrein eine Linderung des Schmerzes bei der Bewegung eingeleitet werden. Weiterhin ist es sinnvoll, sich im Bereich der Physiotherapie Hilfe zu suchen. Dort können einfache Übungen einstudiert werden, die, zu Hause fortgeführt, die Abweichung der großen Zehe wieder eindämmen können. Eine einfache und gute Übung kann im richtigen Schuhwerk sogar auf dem Weg zur Arbeit im Zug, im Büro oder ganz allgemein während sitzender Tätigkeiten ausgeführt werden. Ein starker Musculus abductor hallucis wirkt sich mit seiner Spannung beziehungsweise Zugrichtugn positiv auf einen Hallux valgus aus. Um diesen Muskel zu trainieren, wird die große Zehe immer wieder von den anderen Zehen abgespreizt. So wird die hier ansässige Muskulatur trainiert. Dies kann anfangs noch schwer fallen, Koordination und Beweglichkeit werden mit der Zeit aber häufig immer besser. Dennoch dient die konservative Therapie vor allem der Behandlung von Begleiterscheinungen. Bei einem ausgeprägten Hallux valgus stoßen die Möglichkeiten im konservativen Bereich an ihre Grenzen.

Ist eine offensichtliche Fehlstellung des großen Zehs zu vernehmen, darf der erste Gedanke an einen operativen Eingriff aufgegriffen und mit dem Arzt besprochen werden. Hierbei kommt es stark auf den Grad des Hallux valgus und das Ausmaß des umliegend beschädigten Gewebes an.. Um zu beurteilen, ob eine Operation vorgenommen werden sollte, konzentrieren sich Mediziner auf drei wichtige Faktoren. Dabei geht es um den Grad der Deformität, um die degenerativen, arthrotischen Veränderungen im Großzehengrundgelenk und um das Alter beziehungsweise um die Verfassung des Patienten.

Außerdem wird eine Operation selbstredend von den begleitenden Schmerzen abhängig gemacht, da das tägliche Wohlbefinden von einem Hallux valgus Vorfall durchaus stark beeinträchtigt werden kann. Welche Art der Operation eingesetzt wird, hängt von den Veränderungen der Winkel und vom Schweregrad der Arthrose ab. Von insgesamt etwa 150 Behandlungsmethoden haben sich etwa zehn operative Verfahren durchgesetzt, welche im Allgemeinen die Durchtrennung des Mittelfußknochens nötig machen. Verschiedene Schnittführungen ermöglichen hierbei eine individuell geleitete medizinische Besserung. Der Mittelfußknochenanteil Richtung Zehen wird folglich an den zweiten Mittelfußknochen verschoben. Letztlich fixiert man die durchtrennten Teile mit Draht oder mit Schrauben. Kräftige Nähte ermöglichen nun die Richtigstellung des großen Zehs und eventuell der benachbart beschädigten Zehen.

Meist wird im Nachgang zu einer OP die sogenannte Hallux-valgus-Nachtlagerungsschiene verschrieben. Obwohl diese Schienen kurzfristig bereits dazu beitragen können, dass die Beschwerden abnehmen, sind sie dennoch nicht als ausschließliche, sondern nur als ergänzende Behandlungsmethode geeignet. Die Verformung kann durch eine Schiene nicht rückgängig gemacht werden

Durch das Tragen eines Vorfußentlastungsschuhs gewöhnt sich der Patient langsam an seinen neuen Gang und schon dabei seinen operierten Fuß. Bei einer begleitenden Arthrose muss vor allem diese behandelt und gemindert werden. Nach etwa 12 Wochen kann der Patient dann wieder mit Sport und ausgiebiger Bewegung in den schmerzlosen Alltag zurückfinden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Wie bereits erwähnt ist es gerade bei Krankheiten, die unmittelbar eine Fehlstellung der Knochen und Sehnen bedingen oder die sich primär durch solche ausdrücken sehr wichtig, dass man bereits im Vorfeld präventiv tätig wird und keine Zeit verliert, wenn es darum geht, Faktoren, die das Risiko eines solchen Leidens merklich steigern, auszumerzen. Das ist zumeist kein allzu großer Aufwand, der dennoch unendlich lohnend sein kann und den Menschen darüber hinaus dabei hilft, ihr Leben vollends frei von permanenten Fehlstellungen leben zu können. Und dies sollte wirklich im Interesse eines jeden liegen.

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist der primär ausschlaggebende Faktor für einen Hallux valgus unter anderem die Wahl der falschen Schuhe. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man Mode und Trends über die Medizin stellt. Sicherlich sind orthopädische Schuhe selten so schön anzusehen, wie die neuesten Stiefel frisch aus Mailand, aber alles in allem sollte man hier klar unterscheiden, was einem lieber ist: Eine lebenslang andauernde Fehlstellung der Zehen oder im Trend zu liegen. Oftmals tut es diesbezüglich aber auch schon, wenn man einen gesunden Mittelweg findet.

Darüber hinaus ist es im Rahmen einer Prävention sehr stark zu empfehlen, öfter einmal barfuß zu gehen. Und dies nicht nur bei sich zuhause auf glattem Boden, sondern ruhig auch mal draußen in der freien Natur über Stock und Steine. Man sollte nicht vergessen, dass der menschliche Fuß von der Natur dahingehend konzipiert wurde, geländetauglich zu sein. Das Einzwängen desselben in festes Schuhwerk hat sicherlich einige Vorteile, alles in allem aber schwächt es denselben sehr stark ab und er verliert buchstäblich an Standfeste.

Zusammenfassend also sind folgende präventive Maßnahmen sinnvoll und empfehlenswert:
Kurzübersicht

  1. Vermeidung falschen Schuhwerks – Insbesondere High-Heels, zu enge oder zu schmale Schuhe
  2. Öfter barfuß gehen – Zwecks Stärkung der Muskulatur des Fußes, ist es mehr als empfehlenswert, hin und an barfuß unterwegs zu sein
  3. Regelmäßige Untersuchungen beim Arzt

Prognose zur Heilung

An und für sich ist die Prognose den Hallux valgus betreffen durchaus nicht schlecht. Dies liegt primär daran, dass die moderne Schulmedizin inzwischen so weit vorangeschritten ist, dass sie mit diesem Leiden sehr schnell fertig werden kann. Es ist beinahe schon zu einer Lappalie geworden. Dennoch sollte man die etwaigen Risiken, die im Rahmen einer Behandlung durchaus auftreten könnten, nicht unterschätzen, insbesondere nicht jene, die zu einer permanenten Einschränkung der Mobilität führen können.

Dennoch sei hier abermals erwähnt, dass eine Hallux valgus bisweilen überhaupt keine Symptome nach sich zieht, also vollkommen beschwerdefrei auftritt. In einem solchen Fall erübrigt sich die Prognose zumeist von selbst. Schließlich und endlich ist eine Behandlung dann nicht nötig. Es sei denn, dass der Betroffene aufgrund kosmetischer Bedenken darauf besteht. Hiermit setzt er sich aber der Gefahr eines operativen Eingriffes aus. Es gilt also klar abzuschätzen, ob es das wert ist oder nicht. Diese Entscheidung liegt aber natürlich zuletzt beim Erkrankten selbst und ggf. bei seinem behandelnden Arzt.

Sollte, warum auch immer, eine konservative Behandlung nichts bringen, ist es absolut notwendig, einen operativen Eingriff durchzuführen. Dieser ist, wie bereits beschrieben, sehr stark auf den jeweiligen Fall zugeschnitten und bietet also nur sehr geringen Restrisiken. Hierdurch verbessert sich die Prognose abermals bedeutend. Überhaupt muss man anmerken, dass es kaum Grund zur Beunruhigung gibt, wenn man in unseren Breiten an diesem Leiden erkrankt ist. Schwieriger sieht es hierbei allerdings für Personen aus Entwicklungsländern aus. Diese müssen aufgrund der häufig nur unzureichenden medizinischen Versorgung schlicht lernen, mit ihrer Krankheit zu leben.

Abschließend also sei gesagt, dass die Prognose, selbst in schweren Fällen, durchweg gut aussieht. Darum braucht man keine Furcht vor einem Besuch beim Arzt und einem etwaigen chirurgischen Eingriff zu haben. Es handelt sich beim Hallux valgus um ein vergleichsweise leicht zu kurierendes Übel.


Häufige Begleiterkrankungen

Der Hallux Valgus wird sehr häufig von anderen Krankheiten begleitet oder durch diese ausgelöst. Hierunter zählen unter anderem:
Arthrose: Abgesehen davon, dass alle Gelenkspartien von einer Arthrose betroffen sein können, wird sie in Deutschland am häufigsten bei den Hüftgelenken, Kniegelenken, Schultergelenken, Hand- und Fingergelenken und Sprunggelenken diagnostiziert. Im Bereich der Allgemeinmedizin zählt die Arthrose zu den am weitesten verbreiteten Gelenkserkrankungen. Mit über 90 Prozent tritt diese chronische Erkrankung der Gelenke bei Menschen auf, die älter als 65 Jahre sind. Allein in Deutschland sind rund fünf Millionen Menschen davon betroffen. Wer aber glaubt, dass dieses Krankheitsbild nur auf ältere Menschen zutrifft, der irrt sich.

Auch bei knapp 25 Prozent der im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt stehen Menschen treten die ersten Symptome für einen Genlenkverschleiß auf, die durch den Verlust der Knorpelmasse unter Schmerzen in den Gelenken und den damit verbundenen Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit leiden. Ganz abgesehen davon, schränkt ein fortgeschrittenes Krankheitsbild den Patienten auch gewaltig in seiner Mobilität ein. Obwohl eine Arthrose mit dem heutigen Stand der Wissenschaft noch nicht gänzlich zu heilen ist, können die Beschwerden mit modernen Therapiemethoden zumindest gelindert werden.

Am wichtigsten sind dabei ein frühzeitiges Erkennen und eine umgehend eingeleitete Behandlung der Arthrose. Diese Maßnahmen sind notwendig, um nicht nur einen Krankheitsfortschritt hinauszögern, sondern auch im schlimmsten Fall das operative Einsetzen eines künstlichen Gelenks zu verhindern. Für den Betroffenen ist es wichtig zu wissen, eine Arthrose darf nicht mit der ebenfalls weitverbreiteten Arthritis verwechselt werden. Im Gegensatz zu einer auf einem Verschleiß der Gelenke basierenden Arthrose wird eine Arthritis durch eine chronische Entzündung verursacht. Zudem können Gelenksschmerzen auch durch ein Trauma (z. B. Knorpeltrauma aufgrund einer Verletzung am Knorpel) ausgelöst werden.
Rheumatische Arthritis: Unter Rheuma oder einer rheumatischen Arthritis versteht man eine chronische entzündliche Erkrankung, die mehr als nur die Gelenke der Finger anzugreifen imstande ist. Es kann bisweilen vorkommen, dass diese Krankheit ein weites Areal befällt. Darunter unter anderem die Haut, die Augen, die Lunge, das Herz oder die Blutgefäße.

Des Weiteren handelt es sich bei diesem Leiden um eine Autoimmunerkrankungung. Das heißt kurzum, dass das natürliche Abwehrsystem des Körpers nicht mehr recht dazu imstande ist, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden und sich im Laufe dieser Verwirrung selbst verletzt. Das eigene Abwehrsystem greift also körpereigenes Gewebe an und beschädigt es zum Teil massiv.

Darum sind rheumatische Erkrankungen auf keinen Fall als Abnutzung fehlzuinterpretieren, wenngleich die Krankheit selbst auf den ersten Blick so wirken mag. Rheuma liegt kein Verschleiß zugrunde. Es handelt sich tatsächlich lediglich um eine autimmunitive Störung des Organismus. Diese kann im vorliegenden Falle so weit gehen, dass sich nicht nur sehr schmerzhafte Symptome, wie Schwellungen einstellen, sondern es sogar zum vollkommenen Abbau ganzer Gelenke oder Knochenpartien kommt. Aus diesem unglücklichen Umstand heraus ergibt sich auch die typische Form, mit der sich Rheumatismus zumeist präsentiert. Einer klar ersichtlichen Verkrümmung und Deformation einer Körperteile. Insbesondere Hände und Finger sind oftmals betroffen und geben ein Bild über das verheerende Ausmaß der Krankheit.

Darüber hinaus wirken aber nicht nur die Deformation und die Erodierung negativ auf den Körper des Betroffenen ein, auch die begleitenden entzündlichen Prozesse schädigen das Gewebe nicht selten irreparabel stark.

Dennoch gibt es für alle Betroffenen Grund zum Aufatmen. Gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten sind der Forschung große Durchbrüche gelungen, was die Heilung von Rheuma angeht. Mithilfe der daraus hervorgegangenen verbesserten Heilungsmethoden ist es inzwischen möglich, viele der Symptome drastisch zu lindern. Dennoch ist die Erkrankung immer noch nicht komplett zu heilen.
Gicht: Eine Erkrankung mit der Gicht zeichnet sich zunächst dadurch aus, dass spontane und zumeist sehr starke Schmerzattacken auftreten, diese befinden sich nicht selten in der Begleitung von Rötungen und Empfindlichkeit der Gelenke im Allgemeinen. Besonders häufig sind die Gelenke der großen Zehen betroffen.

Niemand ist vor der Gicht gefeit und sie kann jeden treffen. Hierbei betrifft diese sehr komplexe Abart der Arthritis aber häufiger Männer als Frauen. Dies ändert jedoch nichts an dem Umstand, dass auch das Risiko von Frauen, an der Gicht zu erkranken, mit Einsetzen der Menopause bzw. der Wechseljahre zunimmt.

Eine Schmerzattacke kommt und plötzlich und überfällt Betroffene regelrecht. Häufig treten sie nachts auf. Es ist daher keine Seltenheit, dass Gicht-Patienten auf einmal Mitten in der Nacht aufwachen und denken, dass ihr großer Zeh in Flammen stünde. Dabei ist der Ausdruck „in Flammen stehen“ mit Absicht gewählt. Die betroffenen Gelenke zeichnen sich besonders häufig durch eine enorme Entwicklung von Hitze auf. Diese ist darüber hinaus nicht nur für den Leidenden selbst, sondern auch für Drittpersonen fühlbar. Hinzu kommen in aller Regel noch Schwellungen und extreme Empfindlichkeiten gegenüber beinahe allem. So ist es nicht selten zu beobachten, dass bereits das Gewicht der Bettdecke dem Betroffenen als zu erdrückend scheint.

Glücklicherweise aber ist eine Gicht behandelbar und die Symptome lassen sich mithilfe einer gut konzipierten Therapie bereits nach kurzer Zeit merklich lindern.

In der Vergangenheit war diese durch einen erhöhten Gehalt von Harnsäure im Blut ausgelöste Erkrankung auch als „Krankheit der Könige“ oder „Krankheit des reichen Mannes“ bekannt. Dieser Umstand ergab sich daraus, da die Gicht aufgrund falscher und zu üppiger Ernährung entsteht. Da es in den vergangenen Jahrhundert oftmals nur der sozialen Elite möglich war, sich übermäßig „gut“ zu ernähren, litten auch beinahe nur sie an dieser Erkrankung. Die Armen Bevölkerungsschichten blieben jedoch zumeist davon verschont.


Alternative Behandlungsmethoden

Sollte man von der schulmedizinischen Behandlung enttäuscht sein, kann es sich durchaus bisweilen anbieten, wenn man einen anderen Pfad einschlägt und sich Hilfe bei den alternativen Heilmethoden sucht. Nichtsdestoweniger sollte man davor immer Rücksprache mit einem Arzt halten, um etwaig eintretenden Schaden bereits im Vorfeld abzuwenden. Die Risiken sind allerdings nicht immer abzuschätzen und man tut alles auf eigene Gefahr.

Es bietet sich an, wenn man sich hierin von einen Heilpraktiker beraten lässt. Worauf man bereits im Vorfeld selbst achten kann, ist die Wahl der richtigen Schuhe. Dabei gilt es komplett auch High-Heels zu verzichten und ggf. zwecks Beschaffung des Schuhwerkes einen orthopädischen Schuster aufzusuchen.
Etwaige alternative Behandlungen schließen unter anderem ein:

Welche Hausmittel können helfen?

Zu den Hausmitteln, die gegen einen Hallux valgus helfen sollen gehören unter anderem (diese ersetzen jedoch keine schulmedizinische Behandlung und bekämpfen nur die Symptome, nicht aber die Ursachen):

  • Regelmäßige Ertüchtigung – Hierbei ist es gleich, ob die Krankheit bereits ausgebrochen ist oder nicht. Wer sich physisch fit hält, wirkt einem Hallux valgus effektiv und solide entgegen. Für einen geeigneten Sportplan konsultiert man am besten einen entsprechenden Fachmann. Darüber hinaus sollte man besonderes Augenmerk auf die Ertüchtigung des Fußes selbst legen, um die korrespondierende Muskulatur zu stärken.
  • Kühlen oder Wärmen – Hitze und Kälte können gezielt Einsatz finden, um die etwaig entstehenden Schmerzen zu bekämpfen.
  • Den Füßen Ruhe gönnen – Personen mit der vorliegenden Fehlstellung sind nicht selten etwas schlecht zu Fuß, daher ist es wichtig, dass man sich als Betroffener hin und wieder auch mal eine Auszeit gönnt und gar nichts tut. Hierdurch haben die betroffenen Areale des Körpers die Möglichkeit, sich wieder etwas zu erholen. Dennoch sollte man nicht zu lange untätig sein.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Klee
  • Lupine
  • Geisbart
  • Engelsüß
  • Meisterwurz
  • Pfennigkraut
  • Salbei
  • Löwenzahn

Sämtliche hier erwähnte Heilpflanzen sind entweder als Tee oder Aufguss, getrocknet oder frisch oder als Pulver bzw. in Form eines Präparates zu reichen. Hierbei sind die Methoden der Verabreichung häufig nur geringfügig wechselnd in Bezug auf die Wirkung. Besonders aber eine Salbe ist aus den diesen Kräutern und Pflanzen zu erzeugen bietet sich im Falle des Hallux valgus an. Dazu gebe man nämliche in zerlassenes Schmalz ein und lasse diese Mixtur auskühlen und sich erhärten. Insofern man eine potentere Salbe oder Creme wünscht, ist dieser Prozess beliebig oft zu wiederholen. Darüber hinaus kann man oftmals bereits fertige Präparate bei einem Heilpraktiker oder Händler beziehen. Auch das Internet bietet so einige gute Quellen für den Bezug von Heilprodukten aus der Natur.

Es empfiehlt sich zudem, vor der Anwendung Rücksprache mit dem zuständigen Mediziner zu halten um etwaige allergische Reaktion schon im Vorfeld ausschließen zu können.

Ätherische Öle

  • Lavendel
  • Estragon
  • Ylang Ylang
  • Ysop
  • Zitrone
  • Zypresse

Diese ätherischen Öle sind im Falle der vorliegenden Erkrankung entweder im Rahmen einer Aromatherapie anzuwenden oder aber äußerlich aufzutragen. Eine innerliche Anwendung ist dagegen eher nicht ratsam.

Zudem ist die Rücksprache mit einem Arzt unerlässlich, um ggf. Allergien und Unverträglichkeiten im Vorfeld zu erörtern und ausschließen zu können.
Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

  • Glonoinum
  • Natrium Muriaticum
  • Belladonna
  • Rhus Toxicodendron
  • Tuberculinum bovinum
  • Lac caninum
  • Mercurius solubilis
  • Dulcamara
  • Camphora

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt keine Diäten oder Ernährungskonzepte, die speziell gegen Hallux valgus oder andere vergleichbare Krankheiten helfen können. Nichtsdestotrotz ist eine gesunde Ernährung nicht nur für den Körper nützlich, sondern auch für den Geist. Darum bietet sich ggf. eine Überarbeitung der persönlichen Ernährungsgewohnheiten an.

Die Konsultation eines Diätologen oder Ernährungswissenschaftlers bietet sich darum im Besonderen an.

Allgemeine Tipps sind daher:
Bedenkenlos konsumieren kann man:

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

  • Rotes Fleisch
  • Tabakwaren
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Fast Food

FAQ – Fragen & Antworten

Inwieweit muss ich mit einer Einschränkung meiner Mobilität rechnen?

Tatsächlich ist die zu erwartende Einschränkung der Mobilität eher geringer Natur und stellt sich darüber hinaus nur in besonders seltenen Fällen ein. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass 80% und mehr der Betroffenen keine nennenswerten Einschränkungen diesbezüglich wahrnehmen und trotz des Hallux valgus ein mehr oder minder großes Spektrum an Bewegungen abdecken können.

Ab wann ist ein operativer Eingriff sinnvoll?
Die Beantwortung dieser Frage ist im Allgemeinen nur sehr schwer möglich. Es bedarf hierzu einer sehr persönlichen und genauen Analyse des vorliegenden Falles. Besonders sehr schwach ausgeprägte Fälle und / oder Krankheiten, die noch zu Beginn ihrer Entwicklung stehen, sind oftmals bereits mithilfe einer orthopädischen Stützhilfe zu heilen und bedürfen somit keines chirurgischen Eingriffes. Schwere Fälle dagegen sind ohne einen solchen nicht heilbar. Darüber hinaus sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass selbst wenn der Hallux valgus keine schmerzhaften Symptome nach sich zieht, nicht ohne eine OP zu beseitigen ist. Darum ist es insbesondere für Personen, die sich an den negativen kosmetischen Folgen dieses Leidens stören, unabdingbar, dass sie sich operieren lassen.

Welche Schuhe sollte ich kaufen, um gegen einen Hallux valgus vorzubeugen?Wie in diesem Text bereits mehrfach erwähnt, ist die Wahl des richtigen Schuhwerks ausschlaggebend für die Entwicklung und die Herausbildung der vorliegenden Krankheit. Darum ist es verständlicherweise sehr wichtig, bei der Wahl der Schuhe darauf zu achten, dass diese das allgemeine Risiko dieses doch sehr unschönen Gebrechens nicht erhöhen, sondern dem Träger Komfort und darüber hinaus auch noch Sicherheit bieten. Alles in allem ist man aber schon sehr gut damit beraten, wenn man schlicht auf Schuhe mit allzu hohen Absätzen verzichtet und zudem auch zu enges Schuhwerk meidet. Hält man sich an diese Maßregeln, hat man eher wenig zu befürchten.


Bilder & Videos

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (72 Stimmen, Durchschnitt: 4,61 von 5)
Loading...
Top