Hallux valgus


Definition Hallux valgus (Ballenzeh)

Hallux valgusGanz einfach betrachtet charakterisiert der Hallux valgus einen – meist schmerzhaften – Schiefstand der großen Zehe hin zu den restlichen Zehen.

Als Konsequenz eines Spreizfußes ist der Hallux valgus eine anatomische Verformung, welche durch ein gesenktes Fußgewölbe die Sehne des Fußmuskels Musculus adductor hallucis auf die Seite zieht und den Namen dieser anatomischen Erkrankung begründet und durch einige Faktoren des gesellschaftlichen Lebens stark beeinflusst werden kann.

Aufgrund einer gestörten Biorhythmik des Fußes entsteht dieses Anzeichen im Großzehengrundgelenk. Dabei weicht der erste Mittelfußknochen teilweise sehr stark von seiner Grundstellung ab.


Steckbrief: Hallux valgus

  • Name(n): Hallux valgus; Ballenzeh
  • Art der Krankheit: Fehlstellung
  • Verbreitung: Weltweit (Schwerpunkt westliche Hemisphäre)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Frühe Neuzeit
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Nicht Festellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Orthopäde
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – M00-M99 – M00-M25 – M20-M25 – M20.1

Was ist ein Hallux valgus?

Genauer beäugt, verlaufen die Sehnen für die Zehenspreizung, die benötigte Stabilität in jeder Bewegung und die Dehnbarkeit des Fußes nicht mehr zentral über die Zehen, sondern eher seitlich. Durch die nur bedingte Elastizität beziehungsweise Dehnbarkeit bewirkt die hier übertragene Kraft auf die Fußknochen eine deformierte Stellung und somit auch den von außen betrachtet atypischen Winkel der Zehe. Aufgrund dieser Fehlstellungen erzeugen die meisten Schuhe einen enormen Druck auf den Großzehenballen und fördern hierbei mit der Zeit Krallen- beziehungsweise Hammerzehen. Durch die Schiefstellung drängt sich der große Zeh nun in Richtung der vier kleinen Zehen und schiebt sie mit seinem Platzanspruch langsam zurück.

Dieser Prozess bedingt mit der Zeit das Zusammenklappen der kleinen Zehen an den Gelenken und verhindert somit die relativ gerade Ausrichtung jeder einzelnen Zehe als Basis für einen natürlichen und entlastenden Gang. Der Patient wird sich wegen der begleitenden Schmerzen, im schlimmsten Fall bei nahezu jedem Schritt, vermehrt auf die Suche nach einem entspannten Gang bemühen. Dies verursacht meist falsche Bewegungen mit teilweise ungleich belastetem Auftreten. Infolgedessen kann der Patient seine komplettes Skelett in Mitleidenschaft ziehen, auch den Oberkörper belasten und womöglich in der Zukunft über weitere Deformierungen und mitunter stete Entzündungen klagen.

Wegen der langzeitlichen Entwicklung und Förderung des Hallux valgus zeichnet sich das Krankheitsbild vermehrt bei Menschen über 50 Jahren ab. Als Variationen gilt der Hallux varus, wobei der große Zeh entgegen seiner natürlichen Position nach innen, von den anderen Zehen weg zeigt. Zudem kann im Endgelenk ebenfalls eine Valgusstellung auffindbar sein – diese ist jedoch meist angeboren und nicht durch falsche Rhythmik begründet. Im Gegensatz zu diesen Erkrankungen präsentiert sich der Hallux rigidus als Arthrose mit einem völlig anderen Bild.


Welche Ursachen führen zu einem Hallux valgus?

Eine klare Ursache der Förderung des Hallux valgus liegt im jahrelangen Tragen falscher Schuhbekleidung. Da die Zehen von Natur aus – um die Standfestigkeit zu wahren – ein wenig gespreizt sind, fördern vorn an der Fußspitze zu eng zulaufende Schuhe eine solche Ausbildung am menschlichen Fuß. Dies ist auch der Grund, weshalb Frauen tatsächlich öfter als Patienten zu dokumentieren sind – Gala- sowie Stöckelschuhe und etliche Pumps begünstigen durch ihr Dessin ein schädliches Zusammendrücken der einzelnen Zehen.

Da die meisten Schuhe keine natürliche Sohlenform aufweisen, kann es über den Hallux valgus bis zu einer Überkreuzung der Längsachse der Zehen führen. Neben dem etwas schwächeren Bindegewebe der Frauen begünstigen vor allem drei Werte die vermehrt feminine Ausbildung des Hallux valgus. Bei einem Absatz von über vier Zentimetern wird der vordere Fußbereich enorm ungesund unter Druck gesetzt – nicht nur dass die Zehen in den Schuh hineingepresst werden, entsteht so auch problemlos der berüchtigte Spreizfuß.

Fehlende Freiräume der Füße an allen Seiten, nach oben und insbesondere an der Schuhspitze tragen weiterhin zu einer Beeinträchtigung der natürlichen Fußstellung bei. Bei fortwährendem Tragen solcher Schuhe leitet die Inhaberin eine konstante Fußdeformation natürlich unbewusst ein. Und zudem neigen Frauen – auch aus falschen Gründen der Ästhetik – zu eher kleineren Schuhen, welche die Zehen etwas zusammenpressen und schnell ebenso Krallenfüße verursachen.

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