Fibrom

Was ist ein Fibrom?

Nahezu jeder Mensch ab 30 weist Fibrome auf

Ein Fibrom entsteht durch die überschießende Aktivität von Zellen, welche für die Bildung von Bindegewebe verantwortlich sind. Sie werden Fibroblasten genannt.

Es bezeichnet gutartige Hautknötchen, die aus Stütz- oder Bindegewebe bestehen. Liegen bösartige Faszien (Bindegewebsknoten) vor, spricht man von einem Fibrosarkom. Finden sich Fibrome über den ganzen Körper verteilt, nennen Mediziner diesen Zustand Fibromatose.

Je nachdem, wo ein Hautknötchen auftaucht und welche Beschaffenheit das Gewebe aufweist, gibt es folgende Unterteilungen:

  • Weiche Fibrome
    In der Fachsprache werden sie als Fibroma molle bezeichnet. Sie erscheinen als Ausstülpung auf der Haut, in der Regel mit einer Art kleinem Stiel. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem umliegenden Gewebe fallen sie oftmals gar nicht auf. In manchen Fällen nehmen sie eine bräunliche Farbe an, ihre Größe reicht von ein paar Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern. Eine Vielzahl an Menschen im mittleren Alter weise weiche Fibrome auf. Am häufigsten kommen diese im Achsel-, Augenlider- oder Halsbereich vor.
  • Harte Fibrome
    Diese werden von Medizinern auch Fibroma durum genannt. Meist befinden sie sich an den Beinen, ihre Farbtöne reichen von hautähnlich über rosa bis hin zu braun. Aufgrund der Tatsache, dass die Bildung von Bindegewebe vermehrt in tieferen Hautschichten stattfindet, kommen harte Fibrome kaum äußerlich zum Vorschein.
  • Gefäßreiche Fibrome
    Sie werden auch Angiofibrome genannt. In eher runder Form erscheinen diese vermehrt im Gesicht (Nase und Wange). Kommen diese Fibrome auf den Händen vor, besitzen sie häufig auch eine längliche Kontur. Ihre Farbe ist rötlich, was auf ihre stärkere Durchblutung zurückzuführen ist.
  • Perifollikuläre Fibrome
    Für diese gilt Gleiches wie für die gefäßreichen Fibrome, jedoch finden sie sich im Bereich von Haarfollikeln.
  • Neurofibrome
    Diese treten oftmals in Verbindung mit sonstigen Erkrankungen auf, und zwar entweder in Form von Anhängseln, als auch in den Hautschichten. Sie sind Gewebevermehrungen, welche vom Nervensystem ausgehen.

Symptome von Fibromen

Fibroma

von Dodoïste (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons


Einziges Symptom ist das Erscheinen eines Fibroms
In den meisten Fällen ist ein Fibrom gut sichtbar, da es sich an der Hautoberfläche präsentiert. Wer seinen Körper ab und zu betrachtet, kann leicht ein Erscheinen desselben feststellen. Da diese weder jucken noch schmerzen, machen sie sich ansonsten nicht bemerkbar. Zwar ähnelt ein Fibrom ein wenig dem sogenannten Lipom (gutartigen Tumor), wer sich jedoch ein paar Bilder dazu anschaut, wird doch Unterschiede feststellen können.

Zu den häufigsten Stellen, an welchen ein Fibrom auftritt, gehören die Achselhöhlen, die Leiste, der Hals und die Brüste (bei Frauen). Zählen diese zu den größeren Hautknötchen, sind oftmals an der Oberfläche winzige Fältchen erkennbar. Fibroma durum (harte Fibrome) kommen auch in eingesunkener Form zum Vorschein. Es gibt eine einfache Möglichkeit, um den Unterschied zwischen einem harten Fibrom und einem Leberfleck (melanozytären Nävus) festzustellen. Bei ersterem erfolgt ein Einsinken der Haut, wenn man Druck durch Daumen und Zeigefinger rund um das Knötchen ausübt. Befindet sich ein solches in Form einer kleinen, glatten Erhebung auf der Mundschleimhaut, könnte dieses ein Reizfibrom sein. Dieses kommt im Bereich des Mundes innen an den Wangen, auf dem Zahnfleisch oder auch seitlich an der Zunge vor.

Ein Dermatologe (Hautarzt) sieht oftmals bereits auf dem ersten Blick, ob es sich bei dem aufgetretenen Hautknötchen um ein Fibrom handelt. Trotzdem wird er sich zunächst darüber informieren, wann dieses erschienen ist, ob im Laufe der Zeit eine Veränderung stattgefunden hat oder auch ob eine Verletzung vorlag. Um die betroffene Stelle genauer in Augenschein nehmen zu können, benutzen Ärzte bei der Untersuchung in der Regel meist ein Dermatoskop (Lupeninstrument). Mit diesem werden ausgiebig Farbe, Form, Größe, Ränder sowie Struktur des Fibroms begutachtet. Besteht die Möglichkeit, dass es sich hierbei nicht um eine harmlose, gutartige Hautveränderung handelt, wird eine Biopsie (Gewebeprobe) entnommen. Handelt es sich um ein kleines Knötchen, entfernt man dieses meist gleichzeitig. Hernach kommt es zu einer feingeweblichen (histologischen) Untersuchung der enthaltenen Zellen auf Beschaffenheit und Anordnung. Weist der Körper eine ungewöhnlich große Anzahl an Fibromen auf, empfehlen sich zusätzliche Untersuchungen, da die Ursache hierfür möglicherweise eine andere Grunderkrankung sein könnte.

Ursachen vom Fibrom

Über die Entstehung eines Fibroms ist wenig bekannt

Über einen sehr langen Zeitraum war die Ursache für die Entstehung eines Fibroms noch völlig unbekannt. Bis heute noch finden sich kaum Informationen darüber. In der Forschung wird vermutet, dass sich die Hautknötchen beispielsweise aus kleinen, oftmals gar nicht bemerkten, Verletzungen entwickeln können. Dies gilt insbesondere für harte Fibrome.

Als mögliche äußerliche Einwirkungen werden zum Beispiel Follikulitiden (Haarbalg-Entzündungen) und Insektenstiche angesehen. Für das Auftauchen eines Reizfibroms ziehen Wissenschaftler auch mechanische Reizungen in Betracht. Hierzu könnten Zahnprothesen gehören, welche die Mundschleimhaut irritieren. Gleichfalls werden für die Entstehung eines Fibroms genetische Ursachen vermutet, was sich insbesondere auf Personen bezieht, welche aus Nordeuropa stammen.

Als weitere Ursache nennen einige Forscher zudem die Einnahme von Medikamenten wie Beta-Blockern, da diese sich ebenfalls auf das Hautgewebe auswirken. Möglicherweise könnten Risiko-Patienten auch Menschen sein, in deren Familie bereits häufig Fibrome aufgetreten sind.

Letztendlich wird von sehr vielfältigen Ursachen bei den verschiedenen Unterarten der Hautknötchen gesprochen. Liegt ein Fehler in der Entwicklung des embryonalen Keimgewebes vor, kann später eine starke Vermehrung von Gewebe erfolgen. Der fachliche Begriff hierfür ist Hamartome. Unter diese Bezeichnung fallen auch weiche Fibrome. Ein Erscheinen derselben ist insbesondere ab dem 30. Lebensjahr häufiger festzustellen. Eine Abhängigkeit vom Geschlecht besteht nicht.

Auch über die Entstehung eines Hautknötchens in den Eierstöcken oder der Gebärmutter wird eine Ursache nur selten präzisiert. In letzterer präsentiert sich ein Fibrom in sehr unterschiedlicher Größe zu dem auf der Haut. So kann dieses haselnussgroß sein, jedoch aber auch so umfangreich wie eine Honigmelone werden. Es ist bereits vorgekommen, dass Patientinnen den Eindruck erweckten, sich im sechsten oder siebten Monat einer Schwangerschaft zu befinden.

Behandlung & Therapie eines Fibroms

Mit Hausmitteln ein Fibrom entfernen

Mediziner sehen in der Regel keinerlei Gründe, ein Fibrom zu entfernen. Da dieses selten größer als eine Erbse wird und auch keinerlei unangenehme Symptome auftreten, erübrigt sich meist jeder Aufwand. Möchte man eine Beseitigung des gutartigen harmlosen Knotens aufgrund der unschönen Optik, wird dringend von einem selbst Entfernen abgeraten. Dies kann zu Infektionen führen, welche letztendlich ein weit größeres Problem darstellen als das Fibrom allein. Möchte man auf eine Abtragung nicht verzichten, sollte am besten eine Fachkraft, in diesem Falle Hautarzt, hinzugezogen werden.

Für diesen bedeutet das Entfernen weder einen großen Aufwand, auch mit Komplikationen ist kaum zu rechnen. Besitzt das Fibrom ein mittleres bis großes Format, wird dieses unter örtlicher Betäubung herausgeschnitten. Kleinere Knötchen lassen sich auch ohne Anästhesie entfernen. In manchen Fällen bleibt eine Narbe zurück, dies gilt insbesondere, wenn die Wucherung sehr hart ist. Manche Unterarten der Fibrome werden vom Arzt durch den Einsatz von Kälte, Laser, Bestrahlung oder auch Abschabung behandelt. Ein Entfernen bringt Kosten von um die 70 Euro mit sich, wobei dies jeweils von der Art der Behandlung abhängt.

Wie bereits angeführt, ist ein selbst Entfernen des Fibroms nicht vorzunehmen. Präzisiert bezieht sich dies auf Eigenoperationen, welche eine Wunde verursachen. Es gibt jedoch einige Hausmittel, durch die eine Beseitigung der Hautknötchen erreicht werden kann. Verwenden lässt sich hierzu beispielsweise

  • Apfelessig – Dieser wird mindestens einmal täglich auf die betroffene Stelle aufgetupft. Eventuell kann dies durch ein kurzzeitiges, stechendes Gefühl begleitet werden. In der Regel ist eine Behandlungszeit von zwei bis vier Wochen erforderlich. Apfelessig findet sich in nahezu jedem Lebensmittelgeschäft, oft auch in Drogerien und Apotheken.
  • Rizinusöl plus Backpulver – Es empfiehlt sich eine Vermischung der beiden Stoffe, bis eine pastenartige Konsistenz erreicht wird. Bestenfalls gibt man noch etwas Zitronenöl dazu. Nach dem Auftupfen des selbst hergestellten Mittels sollte man ein Pflaster über das behandelte Fibrom anbringen. Beste Wirksamkeit ergibt sich bei einer Behandlungsdauer von 14 – 30 Tagen. In der Regel lässt sich Rizinusöl in einer Apotheke oder Drogerie erstehen.
  • Teebaumöl – Bekannt ist dieses auch bei der Behandlung von Akne-Problemen. Es wird pur auf ein Fibrom gegeben, am besten tränkt man ein aufnahmefähiges Stück Stoff oder einen Wattebausch mit dem Öl. Zwei Mal am Tag sollte die Auflage eines solchen erfolgen, so lange, bis das Öl vom Hautknötchen aufgenommen wurde. Nach höchstens vier Wochen ist dieses durch das Teebaumöl in den meisten Fällen beseitigt.
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