Lipom

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Was ist ein Lipom?

Lipom

By Sikander Iqbal (Own work) [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Lipome sind gutartige Fettgeschwulste; sie fallen den Betroffenen zumeist als verschiebbare Knoten unter der Haut auf. Diese Knoten können recht unterschiedliche Größen erreichen und sehen gelblich aus.

Vorwiegend kommen Lipome einzeln vor, in einigen Fällen kommt es aber auch zur Bildung einer Lipomatose (Herd, der aus mehreren Lipomen besteht).

Lipome gelten als die am häufigsten auftretenden mesenchymalen Tumoren. Ihr Anteil beträgt etwa 16 Prozent an Tumoren, die die mesenchymalen Stammzellen (und somit das Bindegewebe) betreffen.

Die Häufigkeit von Lipomen im Weichteilgewebe liegt bei etwa 2,1 Prozent. Das heißt, dass sich bei zwei von 100 Personen Lipome entwickeln können. Ein Lipom ist aufgrund seiner Gutartigkeit eindeutig von einem Liposarkom abzugrenzen. Glücklicherweise treten Liposarkome etwa 100-mal seltener auf als Lipome. Relativ häufig (15-20 Prozent) betreffen Lipome den Kopf oder den Hals. Grundsätzlich lassen sich die im Weichteilgewebe vorkommenden Lipome in oberflächliche und tieferliegende Lipome unterteilen.

Die oberflächlich auftretenden Lipome kommen hauptsächlich bei den 50- bis70-Jährigen vor. Tiefsitzende Lipome werden wesentlich seltener diagnostiziert als die oberflächlich entstandenen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass tieferliegende Lipome oftmals keine Beschwerden bereiten und zumeist per Zufall entdeckt werden. Durchaus können tiefsitzende Lipome auch die Extremitäten betreffen. Bei diesen infiltrierenden Lipomen handelt es sich um intra- oder intermuskulär auftretende Formen. Betroffen hiervon sind vor allem Männer und Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. Der größte Anteil entfällt mit etwa 45 Prozent auf die unteren Extremitäten.

Der Rumpf ist zu etwa 17 Prozent, die Schultern zu 12 Prozent und die oberen Extremtäten nur zu zehn Prozent betroffen. Es lässt sich festhalten, dass Lipome kaum bei Kindern vorkommen. Darüber hinaus treten die gutartigen Fettgeschwulste bei Männern geringfügig öfter auf als bei Frauen. Da ein Lipom als ein ungefährliches Gebilde aus Fettgewebe zu definieren ist, ist eine Behandlung oftmals entbehrlich. Nur dann, wenn es Beschwerden mit sich bringt, sollte es ein Arzt entfernen.

Symptome eines Lipoms

Normalerweise verursacht ein Lipom keine Beschwerden, und es sind auch keine speziellen Symptome festzustellen. De facto werden Lipome eigentlich erst entdeckt, wenn sie bereits gut sichtbar und/oder fühlbar sind. Der Betroffene nimmt einen unter der Haut befindlichen Knubbel wahr, der sich gummiartig anfühlt. Typisch für ein Lipom ist darüber hinaus, dass es sich leicht hin- und herbewegen lässt.

Nur dann, wenn Lipome sich unweit von Nerven entwickeln, verursachen sie Schmerzen. Möglicherweise wird ein gut sichtbares Lipom als kosmetisches Problem empfunden; beispielsweise, wenn es im Bereich des Kopfes oder Halses auftritt. Als sehr störend im Alltag werden Lipome wahrgenommen, die durch das Tragen bestimmter Kleidungsstücke unangenehme Druckgefühle erzeugen. Frauen sollten unbedingt ein Lipom entfernen lassen, wenn es sich unter dem BH-Träger befindet. Die einzige Art Lipom, die zumeist Schmerzen verursachen, sind Angiolipome.

Angiolipome sind Lipome, in denen sich Blutgefäße befinden. Zwar kommen diese speziellen Lipome recht selten vor, aber sie können erhebliche Komplikationen mit sich bringen: Die verstopften Blutgefäße können sich lösen und schlimmstenfalls bis zur Lunge oder bis zum Herzen wandern. Gegebenenfalls werden dort lebensnotwendige Gefäße verstopft.

In solchen Fällen liegt eine Lungenembolie oder eine Koronarembolie vor. Lipome am Bauch können ab einer bestimmten Größe auf Nervenbahnen drücken und somit zu Sensibilitätsausfällen führen. Möglicherweise kommt es auch zu Rückenschmerzen. Aufgrund ihrer Lage werden Lipome am Rücken recht selten von den Betroffenen selbst bemerkt. Lediglich für den Fall, dass das Lipom in liegender Position ein Druckgefühl erzeugt, nehmen die Patienten die Fettgeschwulst wahr.

Einem Lipom am Bauch vergleichbar bringt auch ein Lipom am Rücken normalerweise aber keine Beschwerden mit sich – vorausgesetzt, es ist noch relativ klein und wird nicht durchblutet. Gerade bei übergewichtigen Personen mit Lipomen am Rücken kann eine stärkere Druckbelastung resultieren, die mit Schmerzen einhergeht. Ansonsten kann ein Lipom durchaus jahrelang unbemerkt weiterwachsen, weil es den Patienten überhaupt nicht auffällt.

Ursachen für ein Lipom

Lipome gehören zu den Erkrankungen, deren Entstehung noch immer nicht vollständig zu erklären ist. Dies gilt sowohl für das Wachsen einzelner Lipome als auch für das Auftreten von Lipomatosen. Experten mutmaßen, dass eine genetische Veranlagung das Wachstum eines Lipoms bedingt. Als eine eindeutige Ursache kann eine genetische Veranlagung allerdings nach wie vor nicht gelten: Hierfür sind die Belege noch unzureichend.

Ähnliches gilt für die Lipomatose. Diese Erkrankung kommt zwar relativ häufig bei Personen vor, bei denen eine Stoffwechselstörung diagnostiziert wurde, aber ob Stoffwechselstörungen wie Diabetes Lipomatosen verursachen, ist unklar. Eine weitere Hypothese beinhaltet, dass zu hohe Blutfettwerte Lipome bedingen können. Da es immer wieder in einigen Fällen nach heftigen Stürzen oder sehr starken Prellungen zur Entstehung von Lipomen kommt, spielen offenbar auch äußere Einflüsse durchaus eine Rolle.

Falls der Sturz beziehungsweise die Prellung nicht sogar als Ursache für eine Fettgeschwulst infrage kommt, scheint sie zumindest der Entstehung zuträglich zu sein. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Psyche und der Entstehung von Lipomen konnte bisher ebenso wenig wie für die Entstehung von anderen Tumoren nachgewiesen werden. Tatsächlich existiert mit der Neurofibromatose eine erbliche Krankheit, die ein verstärktes Auftreten von Lipomen mit sich bringt.

Die Neurofibromatose lässt sich in:

  • Typ 1 (Morbus Recklinghausen) und
  • Typ 2 (Zentrale Neurofibromatose)

unterscheiden.

In beiden Fällen kommt es zum Wachsen gutartiger Tumoren im Nervensystem. Die häufiger auftretende Form der Neurofibromatose ist der Morbus Recklinghausen; typischerweise treten nicht nur Neurofibrome, sondern auch Pigmentstörungen und Lisch-Knötchen (im Bereich der Iris) auf. Bei der Zentralen Neurofibromatose fehlen oft die für Lipome typischen Zeichen: Da die Haut keine Veränderungen aufweist und keine Schmerzen vorhanden sind, wird die Neurofibromatose Typ 2 erst bemerkt, wenn die Tumoren den Hör- oder Gleichgewichtsnerv funktionell einschränken. Abgesehen vom Hör- und Gleichgewichtsnerv können darüber hinaus andere Nerven im Gehirn und/oder Rückenmark eingeschränkt sein durch eine Neurofibromatose.

Behandlung eines Lipoms

Häufig ist gar keine Therapie vonnöten. Schließlich handelt es sich um eine gutartige Fettgeschwulst, von der keinerlei Gefahr ausgeht. Sollte das Lipom jedoch sehr groß sein und/oder Schmerzen bereiten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Der kann das Lipom mittels einer Operation entfernen. Am einfachsten ist es, Lipome herauszuschneiden, die sich direkt unter der Haut befinden. Es ist lediglich ein Schnitt unmittelbar über dem Lipom durchzuführen, um es anschließend regelrecht herauszudrücken. Normalerweise ist eine örtliche Betäubung völlig ausreichend für eine derartige Operation. Sobald es jedoch darum geht, ein muskuläres oder subfasziales Lipom zu beseitigen, ist manchmal eine Vollnarkose erforderlich.

Dies gilt auch für das Entfernen sehr großer Lipome oder einer Ansammlung von Lipomen. Nach der jeweiligen Operation wird die Wunde vernäht und ein Druckverband angelegt. Abhängig von der Größe des notwendigen Schnittes bleibt möglicherweise eine Narbe sichtbar. Grundsätzlich gilt, dass es sich auch bei dem Entfernen eines Lipoms um eine Operation handelt.

Dementsprechend kann es ebenso wie im Fall von größeren Operationen durchaus zu Komplikationen kommen. Unter anderem besteht die Gefahr, dass die Wunde schlecht verheilt, Blutungen auftreten oder dass sich die Wunde infiziert. Sofern eine Vollnarkose durchgeführt wird, treten relativ häufig Übelkeit und Erbrechen nach der Operation auf.

Außerdem kommt es bei einigen Patienten zu vorübergehendem Muskelzittern und/oder Kälteempfinden. Die Liposuktion, die Fettabsaugung stellt ein modernes Verfahren der Entfernung von Lipomen dar. Normalerweise bildet sich bei einer Liposuktion nicht so viel Narbengewebe wie bei einer Operation. Jedoch ist eine Liposuktion letztlich weniger effektiv als eine Operation.

Es kann durchaus passieren, dass kleine Teile des Lipoms oder die Bindegewebskapsel unter der Haut verbleiben. In diesem Fall kann das Lipom erneut wachsen. Auch heute noch ist eine Operation die Methode, die bevorzugt wird, wenn es darum geht, Liposome komplett zu entfernen. Nichtsdestotrotz sollte jeder Patient mit seinem Arzt auch andere infrage kommende Verfahren besprechen.

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