Kollagenose

 

Steckbrief: Kollagenose

  • Name(n): Kollagenopathie; Kollagenkrankheit
  • Art der Krankheit: Erkrankung des Bindegewebes
  • Verbreitung: weniger als 1% der Weltbevölkerung leiden an einer Kollagenose
  • Erste Erwähnung der Krankheit: In den 90er Jahren
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: weitestgehend unbekannt; genetische Prävalenz
  • Wieviele Erkrankte: weniger als 50.000 Erkrankte in Deutschland
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Rheumatologe
  • ICD-10 Code(s): M 35.9

Ein Verfall des Bindegewebes

Es gibt Menschen, die unter Schmerzen in ihren Muskeln oder den Gelenken leiden. Sie sind häufig müde, gestresst oder leiden unter Depressionen.

Manchmal bemerken diese Menschen auch Veränderungen ihrer Haut. Diese Menschen leiden vielleicht ohne ihr Wissen an krankhaftem Bindegewebe.

Solche Erkrankungen, die das Bindegewebe des Körpers befallen, werden auch als Kollagenosen benannt.

Definition von Kollagenose

Eine Kollagenose bezeichnet eine Gruppe von Autoimmun-Krankheiten, bei denen das Bindegewebe des Körpers abgebaut wird.

Der Körper bildet Antikörper, die das Bindegewebe angreifen, das normalerweise zum Schutz und zur Stabilität von Muskeln, Organen und Blutgefäßen im Körper dienen.

Die Krankheiten fallen in der Regel systemübergreifend aus. Das bedeutet, dass der ganze Körper betroffen sein kann.

Als Folge der Kollagenose werden auch Organe angegriffen und können nicht mehr richtig arbeiten.

Je nach Krankheit treten Kollagenosen eher selten auf und sind nur schwer zu erkennen.

Was ist eine Kollagenose?

Bei Kollagenosen handelt es sich um verschiedene Erkrankungen, die alle miteinander gemein haben, dass das Körpereigene Bindegewebe durch eine Autoimmun-Reaktion abgebaut wird. Das Bindegewebe wird als Fremdkörper angesehen und entsprechende Antikörper wie auch T-Fresszellen werden gebildet, um das Gewebe aufzulösen. Es kommt zu schmerzhaften Entzündungen. Wegen des daraus resultierenden Abbaus an Gewebe werden Kollagenosen auch zur Gruppe der Rheumaerkrankungen gezählt.

Durch die Entzündungen des Bindegewebes werden die Organe, die von dem Gewebe umgeben sind, ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Dabei treten Kollagenosen übergreifend auf. Das bedeutet, dass sie nicht nur an einer Stelle des Körpers nur einen Teil des Bindegewebes und das darunterliegende Organ angreifen, sondern mehrere Organe gleichzeitig beeinträchtigt werden.

Die einzelnen Erkrankungen verlaufen normalerweise chronisch, was auch damit zusammen hängt, dass die Kollagenosen eher selten auftreten – die häufigste Form betrifft gerade einmal 500.000 Menschen in Deutschland. Darüber hinaus ist die Diagnose dieser Form einer Autoimmun-Krankheit schwierig und in einigen Fällen wird die Krankheit einfach übersehen. Das hängt auch damit zusammen, dass es diverse unterschiedliche Kollagenosen wie das Sjögren-Syndrom, Sklerodermie oder Lupus erythematodes gibt, die sich in ihren Symptomen teilweise stark voneinander unterscheiden.

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen, die zur Entstehung einer Kollagenose führen, sind weitestgehend unbekannt. Viele Ärzte sind der Ansicht, dass eine erbliche Veranlagung einer der Hauptfaktoren dafür sein muss, der entscheidet, ob eine Kollagenose auftritt oder nicht. Aber auch Hormone werden als eine mögliche Ursache angesehen. Das geht darauf zurück, dass in verschiedenen Untersuchungen festgestellt wurde, dass der Großteil der Kollagenose-Patienten weiblich sind.

Darum spekulieren Mediziner und Forscher, dass besonders das Hormon Östrogen eine Ursache einer Kollagenose sein könnte. Es ist allerdings unbekannt, welche Rolle dieses Hormon genau spielt. Psychischer Stress gilt ebenfalls als eine sehr wahrscheinliche Ursache der Autoimmun-Krankheit. Das lässt sich dadurch begründen, dass durch anhaltenden Stress viele Körperfunktionen beeinträchtigt werden.

Bestimmte Hormone wie Adrenalin werden vermehrt ausgeschüttet, wogegen andere Hormone wie Adenosin oder Endorphine nur in kleinen Mengen produziert werden. Es kommt unter anderem zu einer Überanspruchung des Kreislaufes, zu Schlafstörungen und zu Stimmungsschwankungen. Zusätzlich wird die Funktion des Immunsystems beeinträchtigt, was durchaus eine Ursache für die Entstehung einer Autoimmun-Krankheit wie Kollagenose sein kann.

Als weitere mögliche Faktoren gelten unter anderem eine starke Sonneneinstrahlung sowie der Befall von Viren. So konnte bei vielen Patienten nachgewiesen werden, dass sie vor der Entdeckung ihrer Kollagenose regelmäßig und immer über längere Zeiträume direkte Sonneneinstrahlung erlebt hatten, da sie zum Beispiel häufig ein Sonnenbad genommen haben oder aufgrund ihres Berufes oft an der freien Luft sein mussten und sich dort nicht ausreichend geschützt haben. Eine Vireninfektion als mögliche Ursache dieser Autoimmun-Krankheiten konnte dagegen nur in sehr wenigen Fällen nachgewiesen werden.

Ein Rätsel stellen auch die sogenannten antinukleären Antikörper dar, die bei vielen Patienten mit einer Kollagenose nachgewiesen werden konnten. Die Mediziner sind sich bisher nicht sicher, ob die Bildung dieser Antikörper in Folge der Erkrankung aufgetreten ist, ob es sich dabei um Begleiterscheinungen handelt oder ob die Bildung der antinukleären Antikörper vielleicht selbst eine Ursache für die Entstehung einer Kollagenose sein könnte.

Symptome & Anzeichen

Je nach Art der Kollagenose treten verschiedene Symptome und Anzeichen auf. Diese sind häufig aber von den Symptomen anderer Krankheiten kaum zu unterscheiden, was das Diagnostizieren der Autoimmun-Krankheiten auch sehr schwierig macht.

Bei dem Sjögren-Syndrom sind beispielsweise häufige trockene Augen, ein trockener Mund und angeschwollene Ohrenspeicheldrüsen beispielsweise ein gängiges Symptom. Bei einer Sklerodermie kommt es aufgrund der Kollagenose zu Verhärtungen des Bindegewebes, was sich unter anderem durch starre Gesichtszüge oder eine Verkleinerung der Mundöffnung bemerkbar macht. Aber auch Nekrosen und Pigmentstörungen an den Extremitäten sind ein mögliches Symptom.

Veränderungen der Haut sind ein eher häufiges Anzeichen einer Kollagenose. Durch die Zersetzung des Kollagens wird die Haut faltig und nimmt eine leicht papierartige Struktur an. Somit kann deutliche Veränderung des Hautbildes ebenfalls als ein Symptom dieser Autoimmun-Krankheiten gezählt werden.

Einige Formen einer Kollagenose haben aber auch zur Folge, dass die Patienten Schmerzen im Bereich der Gelenke verspüren – ähnlich wie bei einer Rheumaerkrankung. Selbst psychische Symptome wie Depressionen oder Angstzustände können durch die Krankheiten ausgelöst werden. Zusammengefasst sind typische Anzeichen einer Kollagenose:

  • Trockene Augen, Mund, Ohrenspeicheldrüsen
  • starre Gesichtszüge
  • Pigmentstörungen und Nekrosen der Extremitäten
  • Veränderungen des Hautbildes
  • Depressionen
  • Angststörungen

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose einer Kollagenose ist aufgrund der breit gefächerten Symptome oft schwierig. Viele Ärzte gehen aufgrund der auftretenden Anzeichen von anderen Krankheiten wie beispielsweise einer Allergie aus, da auch bei dieser Autoimmun-Krankheit Symptome wie trockene Augen oder ein trockener Mund nicht unüblich sind. Starre Gesichtszüge können die Fehldiagnose eines Nervenleidens zustande bringen und eine Veränderung des Hautbildes ließe sich auch auf einen Flüssigkeitsmangel zurückführen.

Um eine Kollagenose richtig diagnostizieren zu können, werden verschiedene Verfahren angewendet. Dabei ist die Entnahme und Untersuchung eine Blutprobe besonders wichtig. Bei einer Blutanalyse können unter anderem Antikörper nachgewiesen werden, wodurch die Diagnose einer Autoimmun-Krankheit ermöglicht wird. In weiteren Untersuchungen lassen sich dann Faktoren von Allergien widerlegen und gegebenenfalls die Faktoren einer Kollagenose aufzeigen, um die Diagnose zu konkretisieren.

Bildgebende Verfahren wie eine Röntgenaufnahmen können eine Veränderung des Gewebes sichtbar machen, um die Befunde der Blutanalyse zu untermauern. Besteht trotzdem noch ein Zweifel, wird in wenigen Fällen eine Gewebebiopsie durchgeführt. Eine Untersuchung des Gewebes räumt auch die letzten Zweifel aus und ermöglicht die Behandlungen der vorliegenden Kollagenose.

Zum Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf ist bei Kollagenosen sehr unterschiedlich. Das lässt sich auch wieder auf die verschiedenen Formen der Krankheiten zurückführen. Es gibt Phasen, in denen die Symptome der Kollagenose stärker auftreten und es gibt Phasen, in denen die Patienten fast gar nicht von der Erkrankung mehr spüren.

Besonders bei den Autoimmun-Krankheiten, die mit Schmerzen im Gelenk zusammen hängen, sind solche Phasen von Besserungen und Verschlechterungen typisch.

Werden durch eine Kollagenose Organe oder das Nervensystem ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, kann ein chronischer Verlauf dagegen schwerwiegende Folgen haben. Die Funktion der beeinträchtigten Organe kann dauerhaft geschädigt werden. In wenigen Fällen kann auch ein Versagen von Organen eintreten. Eine Verkümmerung der Nerven und eine damit verbundene Polyneuropatie ist ebenfalls möglich.

Die Patienten verlieren bei diesem Nervenleiden jegliches Gefühl in ihren Extremitäten und können so beispielsweise weder Schmerzen oder Temperaturunterschiede wahrnehmen. Sind die Nerven bereits derart verkümmert, gibt es keine Möglichkeit mehr, sie durch eine Behandlung oder die Therapie der Kollagenose zu behandeln.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Kollagenosen sind sehr seltene Erkrankungen. Nicht einmal 1% der Weltbevölkerung leidet unter einer Autoimmun-Krankheit dieser Art. Dabei ist die häufigste Kollagenose das Sjögren-Syndrom. In Deutschland leiden ca. 500.000 Menschen an dieser Erkrankung.

Andere Formen der Kollagenose sind dagegen deutlich seltener. An Lupus erythematodes, Dermatomyosis und Sklerodermie leiden jeweils nur 2 bis 50 Patienten von 100.000 Menschen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung Deutschlands würde die Zahl der Patienten somit weniger als 50.000 betragen.

Alle Krankheiten, die zur Gruppe der Kollagenosen gehören, treten häufiger bei Menschen im mittleren Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Dabei sind Frauen häufiger als Männer von den Krankheiten betroffen. Das Verhältnis liegt ungefähr bei 65% zu 35%.

Komplikationen bei der Krankheit

Da der Krankheitsverlauf von Kollagenosen sehr unterschiedlich sein kann, fallen auch die Komplikationen ähnlich unterschiedlich aus. Auf jeden Fall führt eine Kollagenose zur Einschränkung der Lebensqualität. Sei es, dass die Betroffenen starke Schmerzen in ihren Gelenken haben und entsprechend keine größeren Bewegungen ausführen können oder dass sich das Äußere der Patienten durch die Krankheit verändert und sie dadurch Einschränkungen in ihrem Sozialleben hinnehmen müssen.

Gravierende Komplikationen sind allerdings nur bei den Kollagenosen möglich, die auch Organe, Nerven oder die Haut direkt angreifen. Tritt zum Beispiel eine Nekrose auf, also ein sich ausbreitender Verfall von Gewebe, können bereits auf kleinen Stellen große Wunden entstehen. Diese wiederum können zu Entzündungen, einer Blutvergiftung oder zu Infektionen mit Viren und Bakterien führen, wodurch es zu Folgeerkrankungen kommen kann.

Wenn eine Kollagenose dagegen ein oder mehrere Organe befällt, werden diese in ihrer Funktionsweise eingeschränkt und arbeiten nicht mehr auf gesunde Art und Weise. Das geschieht dadurch, dass durch die Kollagenose die Versorgung der Organe oder auch der Muskeln mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen behindert wird.

Im schlimmsten Fall ist diese Behinderung so schlimm, dass die betroffenen Organe nicht nur unterversorgt werden, sondern regelrecht vom Stoffwechselkreislauf abgeschnürt werden. Sie sterben über kurz oder lang ab, was lebensbedrohlich werden kann. Wenn beispielsweise die Nieren nicht mehr richtig arbeiten können, funktioniert die Entgiftung des Körpers nicht mehr wie gewohnt.

Es kommt zu einem Rückstau an Schadstoffen, die normalerweise ausgeschieden würden. Diese Schadstoffe können wiederum zu Fehlfunktionen von Organen führen, weil sie sich ablagern und so die normalen Abläufe im Körper stören. Würden dagegen die Lungen durch die Kollagenose beeinträchtigt, könnte der Austausch von Sauerstoff und Stickstoff im Körper nicht mehr stattfinden.

Ein Mensch mit solchen Auswirkungen könnte nicht mehr beschwerdefrei atmen und wäre auf eventuell auf eine künstliche Beatmung angewiesen. Die Lungen könnten aber auch ganz aufhören zu funktionieren. In diesem Fall würde nur noch eine Lungentransplantation dabei helfen, die defekten Organe zu ersetzen. Andernfalls könnte der Patient nicht überleben.

Auch das Auftreten von Lähmungen ist eine mögliche Komplikation, die bei einer Kollagenose auftreten kann. Während leichte Formen lediglich die Bewegungen einzelner Extremitäten wie der Zehen betreffen, können sich solche Lähmungen im weiteren Verlauf der Krankheit noch zusätzlich verschlimmern und ausbreiten.

Erst können die Patienten nicht mehr die Füße bewegen, dann werden die Beine taub und eventuell kann die Lähmung auch auf den Oberkörper übergehen. Die Lähmung sind durch den eine Behinderung und einen darauf folgenden Verfall von Nervenbahnen erklärbar. Wenn sie also nicht rechtzeitig behandelt werden, ist der Schaden nicht mehr zu beheben und die Patienten bleiben gelähmt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Gang zum Arzt ist dann sinnvoll, wenn bestimmte Symptome wie beispielsweise ein trockener Mund, Schmerzen in den Gelenken oder auch ein Taubheitsgefühl auftreten und über einen längeren Zeitraum anhalten. Das Wichtige hierbei ist der Zeitfaktor und die Häufigkeit. Es ist bedenkenlos, wenn die Symptome einmalig auftreten und dann vielleicht ein oder zwei Tage anhalten. Auch, wenn es eine Woche dauert, brauchen sich die Betroffenen noch keine Sorgen machen. Erst, wenn die Symptome über zwei Wochen anhalten und dabei eventuell mal besser und mal schlechter werden, wäre ein Besuch beim Arzt zu empfehlen.

Um eine erste Diagnose erstellen zu lassen, kann ein Allgemeinmediziner wie der Hausarzt schon helfen. Auch wenn er nicht unbedingt eine Kollagenose findet, nimmt er dennoch bei einer normalen Untersuchung eine Blutprobe, um diese auf mögliche Erreger zu untersuchen, die für die geschilderten Symptome verantwortlich sein können.

Sollte der Allgemeinmediziner auch schon auf den Verdacht einer Kollagenose kommen, wird er den Patienten an einen Facharzt weiterleiten. Da die Kollagenosen ebenfalls zu den Rheumaerkrankungen gezählt werden, findet eine Überweisung an einen Rheumatologen statt. Der Facharzt nimmt dann ausführliche Untersuchungen vor, um die Diagnose der Kollagenose zu finden und auch die Art der Erkrankung genauer zu bestimmen.

Patienten, bei denen eine Kollagenose in der Familie vorgekommen ist, sollten auf jeden Fall zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Wenn beispielsweise jemand von den Großeltern oder auch von den Eltern eine Form der Kollagenose wie das Sjögren-Syndrom hatte, dann besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass auch bei den Kindern diese Autoimmun-Krankheit auftritt.

Die Veranlagung für die Entstehung einer Kollagenose ist genetisch vererbbar. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, ca. ab dem 40. Lebensjahr einen Termin zur Vorsorgeuntersuchung beim Rheumatologen zu machen, sodass eine mögliche Kollagenose frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Behandlungsmethoden & Therapien

Obwohl Kollagenosen in ihrer Auswirkung und ihren Symptomen unterschiedlich sind, fallen die Behandlungen in der Regel ähnlich aus. Vorangig werden die vorliegenden Symptome der Krankheit behandelt. Dabei sind Präparate auf Basis von Cortison sehr häufig und lindern vor allen Dingen die Entzündungen, die durch die Kollagenose entstanden sind. Dadurch werden Symptome wie die auftretenden Gelenkschmerzen gelindert und die Betroffenen können sich vergleichsweise normal bewegen.

Andere Symptome wie ein trockener Mund oder trockene Augen lassen sich durch die regelmäßige Einnahme von Antihistaminika oder Immunsuppressiva beheben. Letztere werden je nach Ausprägung der Krankheit entweder in einer leichten oder in einer schweren Form verschrieben, was problematisch sein kann. Starke Immunsuppressiva blockieren das Immunsystem fast komplett, sodass auch leichte Krankheiten wie ein Schnupfen zu einer erheblichen Krankheit werden können, wenn die Patienten nicht aufpassen.

Neben einer medikamentösen Behandlung wird in manchen Fällen auch eine Bewegungstherapie in Form von leichtem Sport oder einer Krankengymnastik verschrieben. Der Gedanke dahinter ist, dass durch die Bewegung von Muskeln und Gelenken das Bindegewebe gestärkt wird, während auf der anderen Seite Entzündungen abgebaut werden.

Bei besonders aggressiven Formen einer Kollagenose werden Behandlungen wie eine Knochenmarkspende oder auch eine Organspende veranlasst. Eine Knochenmarkspende soll helfen, das Immunsystem wieder aufzubauen. Auf diese Weise besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass der Körper die Symptome einer Kollagenose von alleine kuriert oder zumindest verringert.

Eine Organspende wird wiederum dann angesetzt, wenn ein Organ durch die Erkrankung derart beschädigt ist, dass eine drastische Einschränkung der Lebensqualität vorliegt. Die Krankheit wird dadurch zwar nicht behandelt, aber die Körperfunktionen können sich durch ein gesundes Organ eventuell wieder normalisieren.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Ursachen von Kollagenosen sind weitestgehend unbekannt. Entsprechend gibt es bisher keine effektive Möglichkeit, um sich vor der Entstehung der Krankheit zu schützen. Es gibt keine Medikamente, die man einnehmen kann und keine Präparate, mit denen eine Impfung möglich wäre.

Nur Patienten, bei denen eine Kollagenose in der Familie vorgekommen ist, haben ein Indiz dafür, dass sie ebenfalls vorbelastet sein können. Zwar besteht auch für diese Menschen keine Möglichkeit, sich vor dem Ausbruch einer Kollagenose zu schützen.

Sie können sich allerdings frühzeitig auf Anzeichen einer Kollagenose testen lassen. Sollte die Erkrankung früh erkannt werden, besteht eine hohe Chance, dass durch eine passende Therapie ein vergleichsweise normales Leben ohne größere Beschwerden möglich ist.

Prognosen zur Heilung

Kollagenosen sind Autoimmun-Krankheiten und bisher ist noch keine Heilung bekannt, die die Erkrankung nachhaltig therapieren kann. Es ist lediglich eine Behandlung der einzelnen Symptome möglich. Aber auch diese lassen sich nicht auf Dauer kurieren, sondern nur verringern.

Die Erfolgschancen einer anhaltenden Therapie zur Linderung von Schmerzen oder verminderten Körperfunktionen ist dafür aber sehr erfolgversprechend, sofern sich die Patienten genau an die Angaben ihrer Ärzte halten. In vielen Fällen müssen gewisse Gewohnheiten abgelegt oder umgestellt werden.

Halten sich die Patienten nicht an diese Änderungen, können die Symptome trotz der Therapie weiterhin auftreten oder sich auch verschlimmern. Darum ist es sehr wichtig, dass ein bestehender Therapieplan genau eingehalten wird, um trotz einer Kollagenose ein halbwegs normales Leben führen zu können.

Die unterschiedlichen Arten der Kollagenose

Kollagenose kommt in diversen unterschiedlichen Formen. Die folgenden vier Erkrankungen sind die häufigsten beziehungsweise bekanntesten Formen dieser Gruppe von Autoimmun-Krankheiten:

Das Sjögren-Syndrom:

Das Sjögren-Syndrom ist die verbreitetste Variante der Kollagenosen. Bei dieser Erkrankung werden primär die Tränenkanäle und die Speicheldrüsen des Körpers durch fehlgebildete Antikörper angegriffen. Als Begleiterscheinungen können Gelenkschmerzen, häufige Erschöpfung, Depressionen und eine Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems auftreten.

Das Sjögren-Syndrom lässt sich unterteilen in das primäre und das sekundäre Sjögren-Syndrom. Bei der primären Form handelt es sich um eine alleinige Kollagenose. Das sekundäre Sjögren-Syndrom entsteht dagegen als Folge anderer Autoimmun-Krankheiten. Die Krankheit wurde nach dem schwedischen Augenarzt Henrik Sjögren benannt, der über die Krankheit 1993 eine Doktorarbeit veröffentlichte.

Sklerodermie:

Bei einer Sklerodermie handelt es sich um eine Kollagenose, die vor allen Dingen durch eine Veränderung der Haut auffällt. Der Name „Skleodermie“ bedeutet auch sowie viel „verhärtete Haut“. Durch eine Veränderung des Bindegewebes wird die Haut fest und starr, bevor sie verfällt. Organe wie der Verdauungstrakt, Herz, Lungen und Nieren können ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Verhärtung der Haut beginnt in der Regel an Extremitäten wie den Fingern oder den Zehen. Die Haut an diesen Stellen wird erst wachsartig und zieht sich zusammen, wodurch die Finger beziehungsweise die Zehen dauerhaft verkrümmt werden. Darüber hinaus wird die Haut im Gesicht beeinflusst, sodass Patienten, die unter dieser Kollagenose leiden, ein Masken-artiges Gesicht mit starren Gesichtszügen haben.

Auch die Mund- und Augenpartien können bei einer Sklerodermie von den Hautveränderungen betroffen sein, sodass Betroffene Schwierigkeiten haben, die Augenlider richtig zu schließen oder sich die Mundöffnung verkleinert.

Polymyositis:

Bei einer Polymyositis sind vor allen Dingen die Skelettmuskeln eines Körpers entzündet. Durch die Entzündungen kommt es zu starken Schmerzen, wenn die Muskeln belastet werden. Da die Skelettmuskulatur für die Grundbewegungen sowie die Haltung des Körpers zuständig ist, wird sie quasi ohne Unterbrechung mal stärker, mal schwächer beansprucht. Somit haben Patienten mit einer Polymyositis fast immer Schmerzen.

Weitere Erscheinungen der Krankheit sind häufiges Fieber, Schluckbeschwerden und die Bildung von Ödemen. Bei dieser Form einer Kollagenose ist die Mortalität, also das Risiko an dieser Krankheit zu sterben, um den Faktor 4 erhöht. Die Krankheit kann auf das Herz oder die Lungen übergreifen und die nachhaltig schädigen, sodass die Patienten am Versagen ihrer Organe sterben.

Lupus erythematodes:

Der Lupus erythematodes ist eine Kollagenose, die je nach ihrer Ausprägung vorwiegend die Haut der Patienten betrifft. Patienten mit dieser Autoimmun-Krankheit haben oft sogenannte „Schmetterlingserytheme“. Dabei handelt es sich um Hautverfärbungen im Gesicht, die sich vom Nasenrücken ausgehend über die Wangen ausstreckt. Die Krankheit tritt dabei häufig in Schüben auf und kann durch Auslöser wie beispielsweise eine starke Lichteinstrahlung oder Stress zum Vorschein kommen.

Es gibt verschiedene Formen von Lupus erythematodes. Die leichteren Formen werden als kutaner Lupus erythematodes bezeichnet. Sie befallen ausschließlich die Haut und können relativ gut behandelt werden, wenn die Patienten bestimmte Vorkehrungen treffen. Dazu gehören beispielsweise ein starker Sonnenschutz und die zusätzliche Einnahme von Vitamin D, die Vermeidung und Stress und der Verzicht von Tabak und Alkohol.

Ein systematischer Lupus erythematodes kann dagegen gravierende Folgen haben, da bei dieser Form der Krankheit nicht nur die Haut, sondern auch Organe durch ein Fehlerhaftes Immunsystem geschädigt werden. Es besteht ein Risiko eines Multiorgan-Versagens, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Auch wenn Kollagenosen durch entsprechende medizinische Behandlungen relativ gut therapiert werden kann, bieten sich auch einige alternative Behandlungsmöglichkeiten, die die Betroffenen ausprobieren können. Dazu gehören unter anderem:

Medizinische Massagen:

Medizinische Massagen sind eine sehr effektive Möglichkeit, um das Bindegewebe zu behandeln. Durch die Massagen der entzündeten Bereiche des Körpers wird das Gewebe auf der einen Seite in Bewegung versetzt und auf der anderen Seite wieder weich und flexibel gemacht.

Gerade bei Entzündungen und versteiftem Gewebe ist eine Massage als durchaus hilfreich. Die Entzündungen können durch die Bewegung vermindert werden und Versteifungen lösen sich für einen gewissen Zeitraum. Zwar kehren die Symptome nach einer gewissen Zeit wieder zurück, aber bei einer regelmäßigen Massage ist es durchaus möglich, dass die Patienten ohne größere Beschwerden leben können.

Akupunktur:

Eine Akupunktur hilft Patienten mit einer Kollagenose dabei, ihre Beschwerden zu lindern. Durch die chinesische Behandlungsmöglichkeit lassen sich besonders Entzündungen in Muskeln und Gelenken gut therapieren. Dabei werden die entzündeten Stellen aber nicht direkt mit den Akupunkturnadeln bearbeitet.

Stattdessen werden nahegelegene Energiezentren aktiviert. Auf diese Weise soll die natürliche Immunreaktion wieder auf ein normales Niveau reguliert werden, um die Entzündungen abklingen zu lassen. Ebenfalls lassen sich auf diese Weise Versteifungen im Gesicht oder in Extremitäten wie den Zehen oder Fingern verringern. Je nachdem, wie stark eine Kollagenose vorherrscht, kann die Versteifung vielleicht nicht völlig aufgehoben, aber zumindest für eine kurze Zeit lindern lassen.

Krankengymnastik:

Wie auch medizinische Massagen zielt eine Krankengymnastik darauf ab, das Bindegewebe im Körper aktiv zu bewegen. Das hat den Sinn, mögliche Anstauungen von Schadstoffen im Bindegewebe aufzulösen. Auch ein Flüssigkeitsstau von bestimmten Säuren wie beispielsweise der Milchsäure soll durch die Krankengymnastik sanft verringert werden.

Dazu werden unter Hilfe eines Krankengymnasten beim Patienten genau die Körperpartien durch leichte sportliche Übungen gleichmäßig immer wieder angespannt und wieder entlastet. Das simuliert die normalen Bewegungsabläufe und soll zusätzlich die Muskulatur stärken, wodurch auch das darum gelegene Bindegewebe gefördert und wieder aufgebaut wird.

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt einige Hausmittel, die gegen die Symptome einer Kollagenose helfen können. Unter anderem gehören dazu:

Warme Wickel:

Warme Wickel sind ein Klassiker bei rheumatischen Erkrankungen wie Versteifungen und Gelenkschmerzen. Die Wickel, die beispielsweise um die Waden herum getragen werden, ziehen die Entzündungen buchstäblich aus den schmerzhaften Gelenken.

Durch die Wärme wird das Bindegewebe gelockert und eine normale Durchblutung ist wieder möglich. Auf diese Weise können die Ursachen der Entzündung schneller aus dem Gewebe gespült werden, wodurch die Schmerzen für einen gewissen Zeitraum besser werden.

Sport:

Leichter Sport wie beispielsweise ein regelmäßiger Spaziergang oder ein leichtes Muskelaufbautraining sind ebenfalls effektive Hausmittel bei einer Kollagenose. Wie auch eine Krankengymnastik hat der Sport das Ziel, die Muskeln und das Bindegewebe zu bewegen und auf diese Weise zum Aufbau neuer gesunder Gewebefasern zu führen. Gleichzeitig soll der Sport den Kreislauf ankurbeln, damit eventuelle Schadstoffe schneller aus dem Körper befördert werden können, die anderenfalls die Autoimmun-Reaktionen im Körper begünstigten.

Ein Nebeneffekt des Sportes ist auch, dass durch einen leichten Muskelaufbau Gelenke im Körper eher geschont werden. Somit schmerzen Bewegungen weniger und die Patienten können zum Beispiel ohne Beschwerden gehen oder etwas greifen. Als geeignete Sportart empfiehlt sich neben einem Spaziergang oder einem leichten Muskeltraining auch Radsport oder ein regelmäßiges Schwimmtraining. Letztere haben den Vorteil, dass sie auf der einen Seite zwar die Muskeln beanspruchen, auf der anderen Seite aber die Gelenke entlasten.

Vitamin D:

Vitamin D ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Es hilft dabei, Entzündungen auszukurieren und Gewebe flexibel zu machen. Bei Patienten mit einer Kollagenose kann es allerdings zu einem Mangel an diesem Vitamin kommen. Das hängt damit zusammen, dass dieses Vitamin durch Sonneneinstrahlung gebildet wird.

Wenn die Betroffenen allerdings eine Photosensibilität entwickelt haben, reagiert ihr Körper bei einer intensiven Sonneneinstrahlung mit allergischen Reaktionen und eventuell auch mit Schmerzen. Es kommt zu einem Mangel an Vitamin D, wodurch sich die Entzündungen der Gelenke und Muskeln noch verschlimmern.

Um diesen Teufelskreis entgegen zu wirken, können Patienten Vitamin D als Ergänzung zur eigentlichen Nahrung zu sich nehmen. Auf diese Weise beugen sie einem möglichen Mangel vor und unterstützen das Immunsystem beim Abbau besonders von Entzündungen und und der Linderung anderen Symptomen wie trockenen Augen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Es gibt eine ganze Reihe von Pflanzen, die den meist verbreiteten Symptomen von Kollagenosen entgegen wirken können. Zu erwähnen sind hierbei zum Beispiel:

  • Ingwer
  • Karotten
  • Zitronen
  • Weidenrinde
  • Kohl

Ingwer hat wie auch Kohl eine entzündungshemmende Wirkung. Sowohl die regelmäßige Einnahme von Ingwer als auch die äußerliche Behandlung beispielsweise mit Ingwerwickeln hilft dabei, Schmerzen bei Bewegungen zu verringern. Die Ingwerwickel sind wie auch Kohlwickel eine Art Notfalllösung, wenn die Schmerzen mal akut auftreten sollten und sich nicht auf andere Weise lindern lassen.

Der regelmäßige Verzehr von Ingwer ist dagegen als Langzeitlösung zu sehen, die nach und nach die Symptome der Kollagenose verrringert. Karotten und Zitronen dienen wiederum dazu, den Körper mit Vitaminen wie Carotine und Vitamin C zu versorgen. Der Gedanke dahinter ist, dass das Immunsystem gestärkt wird und auf diese Weise verändertes Gewebe entfernen beziehungsweise Entzündungsstoffe abbauen, damit sich das Bindegewebe wieder weitestgehend erholen kann.

Weidenrinde soll dagegen nicht nur Entzündungen verringern, sondern auch Schmerzen bei Bewegungen lindern. Außerdem stärkt das Kraut den Knorpel in den Gelenken und regt zudem die Nierenfunktion an. Eventuelle Schadstoffe werden dadurch effektiver gefiltert und wieder aus dem Körper geschwemmt.

Ätherische Öle

Auch einige ätherische Öle können gegen die Symptome der Autoimmun-Erkrankungen durchaus hilfreich sein. Bekannte ätherische Öle sind:

  • Anissamen-Öl
  • Basilikum-Öl
  • Eukalyptus-Öl
  • Jasmin-Öl

Anissamen-Öl fördert den Speichel- und Tränenfluss, sodass trockene Augen oder ein trockener Mund wieder ausreichend befeuchtet werden. Das Basilikum-Öl verringert das Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung, die mit einer Kollagenose einher gehen können.

Eukalyptus-Öl direkt auf schmerzende Gelenke aufgetragen, verringert Schwellungen und lindert somit die Schmerzen. Das Jasmin-Öl soll dagegen das Nervensystem stimulieren. Hierbei steht weniger im Vordergrund, die Nervreizweiterleitung zu fördern, sondern negative Emotionen wie beispielsweise Angststörungen oder Depressionen zu lindern und für eine positivere Stimmung zu sorgen.

Homöopathie & Globuli

Je nach den Symptomen, die vorliegen, helfen auch einige homöopathische Mittel wie Globuli gegen die Anzeichen einer Kollagenose. Hierbei sind vor allen Dingen zu erwähnen:

  • Colchium autumnale D12
  • Berberis vulgaris D12
  • Acidum salicylium D12

Bei Colchium autumnale handelt es sich um Globuli, die bei schmerzhaften Bewegungen und leichten Lähmungserscheinungen helfen kann. Berberus vulgaris verringert dagegen Schmerzen speziell im Rücken und im Lendenbereich beim Stehen, Sitzen oder auch beim Bücken und Heben.

Zudem verringert es Steifheitsgefühle in den Extremitäten. Acidum salicylium soll dagegen helfen Schwellungen und Entzündungen abklingen zu lassen. Die Einnahme der Globuli sollte dabei mindestens drei Mal pro Tag geschehen. In sehr schlimmen, schmerzhaften Phasen können zusätzliche Globuli eingenommen werden, um eine Linderung zu erreichen, bevor die Phasen wieder abklingen.

Schüssler-Salze

Eine kleine Auswahl an Schüssler-Salzen kann ebenfalls verwendet werden, um die Beschwerden einer Kollagenose zu verringern. Dazu zählen:

Calcium Fluoratum, Calcium Sulfuricum und Silicea wirken ähnlich auf den Körper. Sie verringern beschwerden wie häufige Müdigkeit und Erschöpfung, stabilisieren den Kreislauf, verbessern die Stimmung und regen die Verdauung an. Ferrum Phosphoricum soll wiederum dazu dienen, schmerzhafte Entzündungen in Muskeln und Gelenken zu verringern und nahezu Beschwerdefreie Bewegungen zu ermöglichen.

Diät & Ernährung

Eine Diät ist bei einer Kollagenose nicht zu empfehlen. Die eingeschränkte Ernährung beziehungsweise der Fokus auf bestimmte Nahrungsmittel und der Verzicht von anderen führt über Kurz oder Lang zu Mangelerscheinungen. Wenn sich Patienten zum Beispiel nur mit Obst oder Gemüse ernähren wollen, fehlen ihnen wichtige Fette, die der Körper für die Bildung und Versorgung von Muskeln und Bindegewebe dringend benötigt.

Ernährt man sich als Beispiel nur von Karotten-Gerichten, wird der Körper mit Carotinen überschwemmt, aber es fehlen andere Vitamine und Nährstoffe. Das Immunsystem wird auf diese Weise beeinträchtigt. Außerdem können die Mangelerscheinung zu Muskelabbau führen und einen Schwund von Bindegewebe oder Nervenzellen noch zusätzlich beschleunigen.

Die Ernährung sollte deshalb eher ausgeglichen sein. Obst und Gemüse dürfen auf dem Speiseplan nicht fehlen, aber auch Fleisch und Fisch sollte gegessen werden. Auf diese Weise wird der Körper ausreichend mit Vitaminen, Fetten und Mineralstoffen versorgt, was das Immunsystem stärkt und mögliche Symptome einer Kollagenose verringert.

Allerdings sollten Patienten, die häufig unter Schmerzen leiden, auf Dinge wie Schweinefleisch, Alkohol und Tabak verzichten, da diese Mittel dafür bekannt sind, Entzündungen zu begünstigen oder auch auszulösen, wenn sie regelmäßig in größeren Mengen konsumiert werden.

FAQ – Fragen & Antworten

Ist eine Kollagenose ansteckend?

Nein. Auch wenn nicht eindeutig geklärt ist, ob Viren oder Bakterien mögliche Auslöser einer Form von Kollagenose sein können, gibt es bisher keine Fälle, in denen eine Autoimmun-Erkrankung beispielsweise durch einen Austausch von Körperflüssigkeiten oder direkten Kontakt von einem Patienten auf einen gesunden Menschen übertragen wurde.

Kann man trotz Kollagenose normal leben?

Es ist nicht unmöglich, ein relativ normales Leben zu führen, selbst wenn man an einer Kollagenose leiden sollte. Es hängt davon ab, welche Form der Erkrankung vorliegt, wie ausgeprägt sie ist und wie gut ein Patient auf die verschriebenen Behandlungen anspricht. Wird eine Kollagenose rechtzeitig entdeckt und ein Befall von Organen oder dem Nervensystem ausgeschlossen, müssen die Betroffenen eventuell kleine Einschränkungen in Kauf nehmen, können aber prinzipiell alles machen, was auch gesunde Menschen machen können.

Verkürzt eine Kollagenose das Leben?

In vielen Fällen ist eine Kollagenose gut behandelbar, sodass es zu keinen gravierenden Verkürzungen der Lebenszeit kommt. Der natürliche Alterungsprozess von Haut, Muskeln und Organen wird nicht durch die Krankheit beschleunigt. Bei den Formen der Erkrankung, bei denen lebenswichtige Muskeln angegriffen wurden, ist dagegen eine erhebliche Lebenszeitverkürzung möglich. Entweder sterben die Patienten frühzeitig am Organversagen oder sie sind auf Spenderorgane angewiesen, die normalerweise schneller verschlissen werden als die ursprünglichen Organe, sodass die Patienten trotz eines gesunden Organs früher als andere Personen mit vergleichbaren körperlichen Voraussetzungen sterben können.

Wie oft sollte man zum Arzt gehen?

Wenn eine Kollagenose noch nicht aufgetreten ist, aber eine Vorgeschichte besteht, da zum Beispiel ein Familienmitglied unter einer Erkrankung dieser Gruppe leidet, dann sollte man mindestens einmal pro Jahr seinen Hausarzt aufsuchen, um sich auf die Anzeichen einer Kollagenose untersuchen zu lassen.

Ist eine Erkrankung diagnostiziert worden, sind häufigere Untersuchungen notwendig. In der Regel müssen die Patienten alle drei bis sechs Monate ihren Hausarzt oder Rheumatologen aufsuchen, um den Verlauf der Krankheit untersuchen zu lassen. Bei einem gleichbleibenden Verlauf und positiven Behandlungseffekten kann der Untersuchungszeitraum auch auf einmal pro Jahr verringert werden. Bei Verschlechterungen sind dagegen häufigere Untersuchungen üblich.

Muss eine Kollagenose bei einer familiären Vorgeschichte auftreten?

Nein. Leidet ein Familienmitglied wie ein Großeltern- oder Elternteil an einer Kollagenose, wird die Veranlagung dafür den Kindern bei der Zeugung vererbt. Es bedeutet allerdings nicht automatisch, dass diese Autoimmun-Krankheit auch bei dem Kind oder bei seinen Kindern auftreten muss.

Es besteht lediglich eine Möglichkeit, dass sich die Kollagenose bemerkbar macht. Es gibt aber auch viele Fälle, in denen ein Vater oder eine Mutter an einer Kollagenose wie Sklerodermie leidet, die Kinder aber völlig gesund bleiben. Somit ist trotz einer familiären die Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass die Nachkommen ohne die Krankheit leben können.

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