Botulismus

Steckbrief: Botulismus

  • Name(n): Botulismus; Allantiasis; Wurstvergiftung
  • Art der Krankheit: Vergiftung
  • Verbreitung: Botulinumtoxin
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Circa 1780 in Deutschland
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Clostridium botulinum (Bakterium)
  • Wieviele Erkrankte: Sehr selten (in Deutschland circa 10 Fälle jährlich)
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist; Tropenmediziner; Intensivmediziner
  • ICD-10 Code(s): a05.1

Botulismus – Wenn Wurst krank macht
BotulismusBotulismus ist eine seltene, aber sehr ernste Erkrankung, die durch ein Toxin verursacht wird, das die Nerven des Körpers angreift und Schwierigkeiten beim Atmen, Muskellähmung und sogar den Tod verursachen kann. Dieses Toxin wird von einem Bakterium namens Clostridium botulinum gebildet. Diese Bakterien können durch Nahrung, beispielsweise unzureichend konserviertes Obst und Gemüse oder verdorbene Wurstwaren, und zum Teil auch durch andere Mittel, wie Sporen oder Injektionen mit verunreinigten Nadeln, verbreitet werden.

Die Bakterien, die das Botulinumtoxin bilden, sind an vielen Orten natürlich vorzufinden. Es ist aber vergleichsweise selten, dass sie den Menschen bei Kontakt gleichsam krank machen. Die Bakterien bilden Sporen, die wie Schutzüberzüge wirken. Sporen helfen den Bakterien, auch unter extremen Bedingungen in der Umwelt zu überleben. Gegen eben jene Sporen hat ein Mensch in der Regel Abwehrmechanismen, die immer dann greifen, wenn Botulismussporen verspeist werden. Eine Ausnahme hiervon bilden lediglich Neugeborene, deren Darm noch nicht über die nötigen Abwehrfunktionen verfügen.

Nur unter bestimmten Bedingungen können die Sporen des Botulismuserregers überhaupt wachsen und eines der tödlichsten Giftstoffe wirksam machen. Die Bedingungen, unter denen die Sporen wachsen und Toxine bilden können, sind eine sauerstoffarme oder sauerstofffreie Umgebung, das Nichtvorhandensein von Säure, wenig Zucker oder Salz sowie ein bestimmter Temperaturbereich unter 85 Grad. Zum Beispiel können falsch zu Hause konservierte, industriell schlecht konservierte oder fermentierte Nahrungsmittel die richtigen Bedingungen für das Wachstum von Sporen und die Bildung von Botulinumtoxin bieten. Wenn Menschen diese Nahrungsmittel essen, können sie ernsthaft krank werden oder sogar sterben, wenn sie nicht schnell und ausreichend medizinisch behandelt werden.

Definition Botulismus?

Botulismus ist eine seltene und potenziell tödliche Krankheit, die durch ein Toxin des Bakteriums Clostridium botulinum verursacht wird. Die Krankheit beginnt mit Schwäche, verschwommenem Sehen, Müdigkeit und diversen Schwierigkeiten beim Sprechen. Hieran kann sich hernach eine Schwäche der Arme, der Brustmuskeln und der Beine anschließen. Erbrechen, Bauchschwellung und Durchfall können ebenfalls auftreten. Entgegen der landläufigen Meinung beeinträchtigt die Krankheit aber normalerweise nicht das Bewusstsein und verursacht auch kein Fieber.

Botulismus kann sich auf verschiedene Arten ausbreiten. Die bakteriellen Sporen, die diese Krankheit verursachen, sind sowohl im Boden als auch im Wasser verbreitet. Sie produzieren das Botulinumtoxin, wenn sie niedrigen Sauerstoffkonzentrationen und bestimmten Temperaturen ausgesetzt sind. Lebensmittelbedingter Botulismus, der aktuell am bekanntesten ist, tritt auf, wenn Nahrung, die das Toxin enthält, gegessen wird. Säuglingsbotulismus tritt auf, wenn sich die Bakterien im Darm entwickeln und das Gift freisetzen. Dies gibt es typischerweise nur bei Kindern, die jünger als sechs Monate sind, da sich nach dieser Zeit Schutzmechanismen entwickeln, die eine solche Form von Botulismus verhindern. Wundbotulismus wird am häufigsten bei denjenigen Menschen diagnostiziert, die sich selbst Drogen mit verunreinigten Nadeln injizieren. Hier treten die Sporen in eine Wunde ein und geben in Abwesenheit von Sauerstoff das Toxin frei. Es wird jedoch nicht, wie bei anderen Krankheiten, direkt zwischen Menschen weitergegeben. Die Diagnose wird durch das Auffinden des Toxins oder der Bakterien im Blut der betreffenden Person bestätigt.

Prävention von Botulismus gelingt in erster Linie durch die richtige Zubereitung von Speisen. Das Toxin wird, obwohl es nicht der Organismus selbst ist, zerstört, indem es länger als 5 Minuten auf mehr als 85 Grad erhitzt wird. Honig kann den Botulismuserreger enthalten und sollte aus diesem Grund nicht an Kinder unter einem Jahr gefüttert werden. Die Behandlung erfolgt mit einem Antitoxin. Bei Personen, die ihre Fähigkeit, selbst zu atmen, verlieren, kann eine mechanische Beatmung über viele Monate hinweg erforderlich sein. Antibiotika können hingegen für Wundbotulismus verwendet werden. Der Tod aufgrund von Botulismus tritt bei 5 bis 10 % der Betroffenen auf. Botulismus betrifft auch viele andere Tiere.


Was ist Botulismus?

Das Wort Botulismus stammt aus dem Lateinischen, botulus, was Wurst bedeutet. Dies ist bereits ein Hinweis auf die häufigste Übertragungsweise des Botulismuserregers: Lebensmittel. Die ersten Erwähnungen dieser Krankheit stammen circa von 1780. Es ist allerdings anzunehmen, dass sie sich bereits zuvor entwickelt hat. Von den vielen Arten lebensmittelbedingter Krankheiten ist Botulismus einer der gefährlichsten. Es kann zu Lähmungen führen und lebensbedrohlich sein. Allerdings tritt die Krankheit nur noch vergleichsweise selten auf. In Deutschland werden jährlich maximal zehn Fälle von Botulismus registriert. Botulismus ist in der Regel mit Obst und Gemüse verbunden, welches selbstständig daheim konserviert wurde. Im Handel erhältliche Konserven könnten die Bakterien, die Botulismus verursachen, ebenfalls beinhalten aber das passiert heutzutage selten.

Botulismus wird also durch das Bakterium Clostridium botulinum verursacht. Es setzt ein Neurotoxin frei, also ein Gift, das das Nervensystem angreift. Eine Möglichkeit, wie das Toxin in den menschlichen Körper gelangt, besteht darin, verdorbenes Essen, beispielsweise vergammelte Fleischwaren, zu essen. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, um es zu bekommen, wie den Säuglingsbotulismus. Wenn Babys bis zu einem Alter von sechs Monaten Botulinumsporen schlucken, können die Sporen zu Bakterien auskeimen. Dies geschieht in der Regel, wenn Neugeborene Erde, Staub oder auch Honig in den Mund stecken. Die Bakterien können dann das Toxin freisetzen. Wenn Kinder älter werden, bauen sie Abwehrkräfte auf, damit die Sporen nicht keimen können. Eine andere Variante, mit der sich Menschen mit Botulismus infizieren können, ist der sogenannte Wundbotulismus. Botulinumsporen können in offene Wunden gelangen und sich langsam vermehren, wobei sie schließlich das Toxin freisetzen. Diese Art von Botulismus ist mit Drogenkonsumenten assoziiert. Zumeist injizieren sich Betroffene dabei Schmutzpartikel oder auch sogenanntes Black tar Heroin in die Venen. Eine weitere seltene Art der Botulismusansteckung ist der Inhalationsbotulismus. Hier wird das Toxin über die Luft verbreitet.

Unter Botulismus (lat. botulus für Wurst) ist eine Fleisch-oder Wurstvergiftung zu verstehen, für die der Giftstoff Botulinumtoxin verantwortlich ist. Es handelt sich hier um ein Neurotoxin, das in die Kategorie der stärksten Gifte einzuordnen ist. Eine Unterscheidung gibt es bei der Lebensmittelvergiftung Botulismus zwischen Menschen („adulter infektiöser Botulismus) und Rindern. Die Inkubationszeit für Menschen beträgt normal 12 bis 36 Stunden, kann aber in Einzelfällen auch von zwei Stunden bis zwei Wochen dauern. Grundsätzlich gilt, je weniger Zeit von der Infektion zum Ausbruch der Krankheit vergeht, desto schwerwiegender ist die Vergiftung, die durchaus auch das Leben bedrohen kann.

Zum Glück kann Botulismus von Mensch zu Mensch nicht übertragen werden. Grundsätzlich ist Botulismus eine Vergiftung, die auf der ganzen Welt vorkommt. Mit Masse werden meist nur Einzelpersonen bzw. kleinere Personengruppen (z. B. Familie) von Botulismus heimgesucht,  sofern sie dasselbe schlechte Lebensmittel gegessen haben. Ausnahmslos handelt es sich dabei um ungenießbar gewordene konservierte Lebensmittel. Ob der Inhalt einer Konserve verdorben ist, kann auch durch den Laien leicht festgestellt werden. Sollten am Boden oder am Deckel Auswölbungen zu erkennen sein, kann man davon ausgehen, dass das Lebensmittel nicht mehr essbar ist. Daher sollte die Konserve auf keinen Fall geöffnet, sondern zur Untersuchung bei der behördlichen Lebensmittelüberwachung  abgegeben werden. In Form vom sogenannten viszeralen Botulismus (oder „infantiler Botulismus“, „Säuglingsbotulismus“) kann diese Vergiftung auch bei Säuglingen auftreten. Da der Magen eines Babys zu wenig Säure erzeugt, werden die Bakterien nicht eliminiert und deren Aufkeimen begünstigt.

Eine andere Erscheinungsform von Botulismus nennt sich Wundbotulismus, der entstehen kann, wenn Wunden offen sind oder nicht desinfiziert werden. Gemäß dem Infektionsschutzgesetz ist in den europäischen Staaten Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und in der Schweiz eine derartige beim Menschen diagnostizierte Vergiftung an die zuständige Behörde zu melden. Ausgenommen von der Meldepflicht ist Botulismus bei Tieren. Von der Häufigkeit her gesehen, kommt Botulismus in den westlichen Staaten nur mehr ganz selten vor. als Beispiel konnten in Deutschland im Jahr 2014 nur fünf Botulinumtoxin Vergiftungen aufgezeichnet werden.

Welche Ursachen gibt es?

Clostridium botulinum ist ein sogenannter anaerober, grampositiver Sporenbilder. Er bildet das Botulinumtoxin, welches eines der stärksten bekannten Toxine ist. Etwa ein Mikrogramm ist beim Einatmen bereits tödlich für den Menschen. Es wirkt durch Blockierung der Nervenfunktion in Form der neuromuskuläre Blockade und durch Hemmung der Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin aus der präsynaptischen Membran. Das Botulinumtoxin ist folglich ein sogenanntes Neurotoxin. Es verursacht in erster Linie eine Lähmung der Muskeln. Fortgeschrittener Botulismus kann darüber hinaus Atemversagen verursachen, indem er auch die Brustmuskeln lähmt, was hernach zu einem Atemstillstand führen kann. Darüber hinaus ist die Freisetzung von Acetylcholin aus den präsynaptischen Membranen der Synapsen blockiert. Dies kann zu einer Vielzahl autonomer Anzeichen und Symptomen führen.

In allen Fällen wird die Krankheit durch das Botulinumtoxin verursacht, das von dem Bakterium Clostridium botulinum unter anaeroben Bedingungen gebildet wird. Das bedeutet, dass nicht das Bakterium selbst, sondern lediglich seine Produkte ursächlich für die Entstehung der Krankheit sind. Die Krankheitssymptome treten auf, weil das Toxin schließlich Nerven beeinflusst.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie das Toxin in den menschlichen Körper gelangen kann. Einige hiervon sind vergleichsweise selten. Die häufigste Art des Botulismus in den meisten Ländern ist der Säuglingsbotulismus, der mit einer Kolonialisierung des Darms beginnt. Dies tritt bei Säuglingen auf, die in einer frühen Lebensphase mit dem Bakterium in Kontakt kommen Hier werden zumeist Sporen aufgenommen, die den Dünndarm besiedeln und dann zu den Botulismusbakterien heranreifen. Das Bakterium produziert dann das Botulinumtoxin, das in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Der Verzehr von Honig während des ersten Lebensjahres wurde als Risikofaktor für Botulismus bei Kindern identifiziert. Ärzte vermuten, dass beinahe 20 % der Fälle von Säuglingsbotulismus auf dem Verzehr von Honig basieren.

Theoretisch ist es auch möglich, dass die Botulismussporen den Darm eines Erwachsenen besiedeln. Diese Erwachsenenform des Säuglingsbotulismus wird als Darmtoxämie bezeichnet. Sie tritt jedoch nur sehr selten auf. Es wird vermutet, dass zuvor bereits eine Erkrankung das Ansiedeln der Sporen begünstigt, also die Darmflora beschädigt sein muss und nicht genügend Gallensaft produziert wird, der die Sporen unschädlich machen kann.

Der Name Botulismus beruht auf dem lateinischen Wort für Wurst. Dies ist ein Verweis auf eine der häufigsten Aufnahmequellen des Bakteriums, nämlich Lebensmittel. Jenes Toxin, das von dem Bakterium in Behältern mit Nahrungsmitteln erzeugt wird, die unsachgemäß konserviert wurden, ist die häufigste Ursache für lebensmittelbedingten Botulismus. Fisch, der ohne den Salzgehalt oder den Säuregehalt von Salzlake gebeizt wurde sowie geräucherter Fisch, der bei einer zu hohen Temperatur gelagert wird, stellt ein Risiko dar. Ähnliches gilt auch für Fleisch und Wurstwaren. Beispielsweise kann unzureichend erhitzen und falsch gesalzener Schinken die Botulismusbakterien zur Toxinbildung anregen.

Lebensmittelbedingter Botulismus resultiert aus kontaminierten Nahrungsmitteln, in denen Clostridium-botulinum-Sporen unter sauerstoffarmen Bedingungen keimen gelassen wurden. Dies tritt typischerweise bei konservierten Nahrungsmitteln und fermentierten ungekochten Speisen auf. Bei industriell erzeugten Konserven ist es vergleichsweise selten, dass Botulismusbakterien Toxine bilden können. Häufiger zeigt sich das Phänomen bei Speisen, die privat eingekocht und konserviert wurden. Angesichts der Tatsache, dass üblicherweise mehrere Menschen Lebensmittel aus derselben Quelle konsumieren, ist es üblich, dass mehr als eine einzige Person gleichzeitig betroffen ist. Symptome treten normalerweise innerhalb von 12 bis 40 Stunden nach dem Essen auf, können aber auch innerhalb von bis zu zehn Tagen auftreten.

Neben dem Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln sowie der Darmbesiedlung gelten kontaminierte Wunden als Ursache für Botulismus. Der sogenannte Wundbotulismus resultiert aus der Kontamination einer Wunde mit den Bakterien, die dann das Toxin in den Blutstrom absondern. Dies ist in vor allem bei intravenösen Drogenkonsumenten häufiger anzutreffen. Mediziner verweisen seit einigen Jahren darauf, dass vor allem das sogenannte Black tar Heroin (Schwarzer-Teer-Heroin), das in die Venen injiziert wird, Wundbotulismus verursachen kann. Insgesamt gesehen bildet Wundbotulismus etwa 30 % der Botulismusfälle bei Erwachsenen weltweit.

Neben den genannten Ursachen können theoretisch noch weitere Faktoren eine Infizierung mit Botulismusbakterien und eine nachfolgende Kontamination mit dem Neurotoxin dieses Erregers bewirken. Bekannt ist beispielsweise, dass eine Inhalation des Toxins möglich ist. Dies ist bislang jedoch nur in entsprechenden Labors geschehen und konnte noch nicht in der normalen Umwelt nachgewiesen werden. In den vergangenen Jahren wurde auch diskutiert, ob es sich bei Infektionen nach einer Botoxinjektion um Wundbotulismus oder eine spezifische neue Übertragungsart handelt. Bekannt ist lediglich, dass es Fälle gegeben hat, bei denen eine ungeeignete Dosis und Stärke von Botox injiziert wurde und später bei Betroffenen Botulismus diagnostiziert werden konnte.

Zusammenfassung
Die Ursachen von Botulismus sind im Verzehr von verdorbenen Nahrungsmitteln zu finden. Oft handelt sich dabei um luftdicht verpackte Lebensmittel, die in Dosen oder Einweckgläsern konserviert wurden. Das trifft vorwiegend auf Wurst, Fleisch, Geräuchertes, Fisch, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte zu. Wissenschaftlich bestätigt ist, dass selbst hergestellte Konserven an den meisten Vergiftungen schuld sind. Bei industriellen Konserven ist die Gefahr allerdings als gering einzustufen.

Verantwortlich für das Entstehen von Botulinumtoxin der Arten A/B/C1/C2/D/E/F/G/H ein Bakterium namens Clostridium botulinum, das sich unter Luftabschluss und auch bei einer zu geringen Erhitzung der Speisen bilden und das Toxin bilden kann. Dokumentierte Ursachen sind auch Vergiftungen bei Säuglingen, bei denen das Clostridium durch den Verzehr von Honig in den Körper gelangt ist. Ganz selten werden die in der freien Natur vorhandenen Sporen der Bakterien oral aufgenommen. Wenn doch, dann trifft es in der Regel nur Säuglinge und äußerst empfindliche Menschen.

Sehr gute Ausbreitungsmöglichkeiten findet das Clostridium Bakterium zudem in Suppen und in diversen Süßspeisen, z. B. in Vanillesauce und in Pudding. Zu erkennen ist ein mögliches in Lebensmittel vorhandenes Botulinumtoxin unter anderem durch einen Geruchstest. Charakteristisch ist hier Buttersäure, die aufgrund des unangenehmen Geruchs an Erbrochenes erinnert. Das Bakterium kann sich sogar im Kühlschrank vermehren. Voraussetzung dafür sind Kühlschranktemperaturen mit mehr als drei Grad. Einzig eine Aufbewahrung im Tiefkühlfach verhindert eine Vermehrung der Bakterien.

Das Ausbreiten bzw. Abtöten des Bakteriums kann man durch eine Sterilisation mit Hitze oder durch Einpökeln verhindern. Um das Risiko einer Vergiftung auszuschalten, sollten Mahlzeiten aus der Konserve länger als 15 Minuten und mit mindestens 100 Grad Celsius erhitzt werden. Laut neuesten Statistiken stellen Konsumenten von Drogen eine eigene Risikogruppe dar. Diese Menschen infizieren sich mit dem Erreger durch eine direkte Aufnahme über das Blut. Allerdings ist derzeit noch unklar, ob nicht sterile Nadeln oder verunreinigte Drogen Schuld daran haben.v


Symptome & Anzeichen

Das Toxin, welches vom Botulismuserreger freigesetzt wird und als Neurotoxin gilt, hat entscheidenden Einfluss auf die Muskulatur des Menschen. Die Muskelschwäche des Botulismus beginnt charakteristisch in den Muskeln, die von den Hirnnerven versorgt werden. Es handelt sich dabei um eine Gruppe von zwölf Nerven, die die Augenbewegungen, den Gesichtsmuskeln und die Muskeln, die das Kauen und Schlucken kontrollieren, steuern. Doppelbilder, das Herabhängen beider Augenlider, der Verlust des Gesichtsausdrucks und Schluckprobleme können daher als anfängliche Merkmale des Botulismus auftreten. Es können nicht nur die willkürlichen Muskeln beeinflusst sein, sondern auch Störungen im autonomen Nervensystem verursacht werden. Dies wird als trockener Mund und Rachen aufgrund verminderter Speichelproduktion, posturaler Hypotonie, also als verringerter Blutdruck beim Stehen, mit daraus resultierender Benommenheit und einem Risiko für Schlaganfälle sowie schließlich als Verstopfung aufgrund verminderter Vorwärtsbewegung des Darminhalts empfunden. Einige der Toxine des Erregers verursachen auch Übelkeit, Erbrechen und vereinzelte Schwierigkeiten beim Sprechen. Die Schwäche der Muskulatur breitet sich dann auf die Arme aus. Beginnend in den Schultern und Oberschenkeln und weiter zu den Unterarmen und bis zu den Füßen breitet sich ein Taubheitsgefühl aus.

Ein schwerer Botulismus führt zu einer verminderten Bewegung der Atmungsmuskulatur und damit zu Problemen beim Gasaustausch. Dies kann als Dyspnoe (allgemeine Atemschwierigkeiten) erlebt werden. Wenn sie schwerwiegend sind, kann dies zu einem kompletten Atemversagen führen, wobei aufgrund des Aufbaus von nichtkonzentriertem Kohlendioxid und der daraus resultierenden dämpfenden Wirkung auf das Gehirn die lebenswichtigen Organe nicht mit Sauerstoff versorgt werden. Dies kann zum Tod führen, wenn nicht innerhalb kurzer Zeit eine ausreichende und fachgerechte medizinische Versorgung erfolgt.

Mediziner fassen die Symptome von Botulismus in der Regel mit der sogenannten klassischen Trias zusammen: Bulbäre (die Muskeln betreffende) und absteigende Lähmung, kein Vorliegen von Fieber und klare Sinne sowie ein klarer mentaler Status.

Ein wenig anders gestaltet sich der sogenannte Säuglingsbotulismus. Er wurde erstmals in den Siebzigern erkannt und ist in einigen Ländern die häufigste Form von Botulismus. Säuglinge sind im ersten Lebensjahr anfällig für Babulismus, wobei mehr als 90 % der Fälle bei Säuglingen auftreten, die jünger als sechs Monate sind. Säuglingsbotulismus resultiert aus der Aufnahme der Clostridium-botulinum-Sporen und der anschließenden Besiedelung des Dünndarms. Der Darm des Säuglings kann kolonisiert werden, wenn die Zusammensetzung der normalen Darmmikroflora nicht ausreicht, um das Wachstum von Clostridium botulinum zu hemmen und die Gallensäuren, die normalerweise das Clostridienwachstum verhindert, in noch nicht ausreichendem Maße gebildet wird.

Das Wachstum der Sporen setzt schließlich Botulinumtoxin frei, welches dann in den Blutkreislauf aufgenommen und im Körper ausgebreitet wird, was zu einer Lähmung führt, indem die Freisetzung von Acetylcholin an den neuromuskulären Verbindungen blockiert wird. Zu den typischen Symptomen des Botulismus bei Kindern gehören folglich Verstopfung, Lethargie, Schwäche, Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und ein veränderter, zumeist schwächerer Schrei. Es tritt oft auch eine vollständige abfallende schlaffe Lähmung ein. Obwohl Obstipation in der Regel das erste Symptom des Säuglingsbotulismus ist, wird es häufig übersehen. Honig ist ein bekanntes Nahrungsreservoir von Botulinumsporen und wurde mit Säuglingsbotulismus in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund wird Honig für Säuglinge unter einem Jahr nicht empfohlen. Die meisten Fälle von Säuglingsbotulismus werden jedoch durch den Erwerb der Sporen aus der natürlichen Umwelt verursacht. Clostridium botulinum ist ein allgegenwärtiges bodenlebendes Bakterium. Viele Säuglingsbotulismuspatienten haben nachweislich in der Nähe einer Baustelle oder in einem Gebiet mit Bodenstörungen gelebt. Nicht selten zeigen Patienten auch andere Symptome, die auf den Kontakt mit sehr staubiger Luft oder Pollen in Verbindung stehen können. Das kann das Krankheitsbild unter Umständen verzerren.

Alles in allem also wird durch das Gift Botulinumtoxin wird das Übertragen von Signalen zwischen den Muskeln und den Nerven unterbrochen. Das wiederum führt zu einer verminderten Acetylcholin Ausschüttung. Acetylcholin ist ein substanzieller Neurotransmitter, der auch im menschlichen Körper vorhanden ist. Die ersten Symptome von Botulismus sind im Bereich der Augenmuskel zu erkennen. Dies äußert sich beim Patienten durch ein verschwommenes Sichtfeld, zufallende und kaum offenhaltbare Augen, stark geweitete Pupillen, Lichtscheue oder er sieht alles doppelt. Viele Botulismus Patienten klagen auch über einen steifen Nacken.

In weiterer Folge breitet sich die Vergiftung auf die Muskeln von Kehlkopf, Lippen, Gaumen und Zunge aus. Es entsteht eine starke Trockenheit im Mund und neben großem Durst kommt es auch zu ausgeprägten Störungen beim Sprechen und Schlucken. Typischerweise sind die Patienten in dieser Phase der Krankheitsentwicklung vollkommen fieberfrei. Bei einem schweren Botulismus kann es zu einer vom Kopf ausgehenden Lähmung kommen, die sich auf die Muskeln der Innenorgane ausbreitet. Solche Lähmungserscheinungen verteilen sich symmetrisch auf die rechte und linke Seite des Körpers. Davon nicht betroffen ist aber das Empfinden der Erkrankten. Das bedeutet, sie reagieren normal auf Kälte und Wärme bzw. Schmerzen. Der menschliche Körper reagiert darauf mit Bauchkrämpfen, Erbrechen, Verstopfung und Durchfall. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Bewusstlosigkeit und zu einer Lähmung der Atem- und Herzmuskel, was durch Herzstillstand bzw. durch Ersticken schließlich zum Tode führt.

Da es sich beim Botulismus um eine seltene Krankheit handelt, haben Ärzte bei der Diagnose oft Schwierigkeiten. Bei Babys können mögliche Spuren des Toxins oft gar nicht entdeckt werden. Zudem wird bei erwachsenen Menschen ein bakteriologischer Check meistens zu spät vorgenommen. Nachgewiesen werden kann Botulinumtoxin durch die Untersuchung von Lebensmittel-, Stuhl- oder Blut-Serumproben. Falls möglich, werden auch Erbrochenes bzw. der Mageninhalt für den Nachweis herangezogen. Am wichtigsten ist aber, dass sofort nach dem Erkennen der Vergiftung mit einer entsprechenden Behandlung begonnen wird.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose beginnt zumeist mit der Aufnahme eines Patienten ins Krankenhaus, da die zutage tretenden Symptome oftmals sehr gravierend sind. Die Anamnese und körperliche Untersuchung eines Patienten können dann bereits auf Botulismus hindeuten, aber diese Hinweise reichen meist nicht aus, um eine gesicherte Diagnose zu stellen. Die Symptome anderer Erkrankungen, wie zum Beispiel jene eines Schlaganfalls, des Guillain-Barré-Syndroms (Muskellähmungen) und der Myasthenia gravis (Lidschwäche), können denen des Botulismus sehr ähneln. Um diese anderen Erkrankungen ausschließen zu können, müssen in der Regel andere spezielle Tests durchgeführt werden. Diese Tests können eine Gehirnuntersuchung, eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit, einen Nervenleitungstest (Elektromyographie oder EMG) und einen Tensilontest für Myasthenia gravis umfassen. In den meisten Fällen, in denen Botulismus durch Lebensmittel bedingt ist, sind mehrere Personen zur gleichen Zeit betroffen, da Speisen für eine ganze Familie oder Angehörige zubereitet wurden. In diesen Fällen liegt der Verdacht auf Botulismus natürlich besonders nahe. Dann sollten Proben für einen sogenannten Mausinokulationstest entnommen und die Patienten sofort mit einem entsprechenden Antiserum behandelt. Diese Tests, die zu den Tierversuchen gehören, helfen dabei, Clostridium botulinum von Infektionen mit Salmonellen, E. coli und anderen Clostridiumspezies (beispielsweise Tetanus) zu unterscheiden. Der direkteste Weg zur Bestätigung der Diagnose besteht also darin, das Botulinumneurotoxin im Blut, Urin oder Stuhl des Patienten zu identifizieren. Dies geschieht durch eine Injektion eines Serums, das aus den entsprechenden Ausscheidungen gewonnen wurde, in die Peritonealhöhle von Mäusen. Eine gleiche Menge an Blut oder Stuhl von dem Patienten wird mit multivalentem Antitoxin behandelt und in andere Mäuse injiziert. Wenn die mit Antitoxin behandelten Mäuse, die mit dem Serum aus Blut oder Stuhl injiziert wurden, leben, während diejenigen, die unbehandelt mit dem Serum infiziert wurden, sterben, dann ist dies ein positiver Test für Botulismus und wird als Mausinokulationstest bezeichnet.

Theoretisch ist dieser Test bei allen Arten des Botulismus möglich und hilft dabei, eine schnelle Diagnose zu stellen, da ein ausführlicher Bluttest auf Clostridium botulinum deutlich länger Zeit braucht, als der Mausinokulationstest. Allerdings kann durch diesen keine gültige Diagnose vorgenommen werden. Er bietet sich folglich nur dann an, wenn all jene Personen, die mit einem bestimmten Lebensmittel in Kontakt gekommen sind, deutliche Anzeichen von Botulismus zeigen und hingegen keine Symptome einer anderen Lebensmittelvergiftung zeigen. Darüber hinaus ist der Test umstritten, da es sich um einen Tierversuch handelt. An einem neuen Testverfahren wird daher intensiv gearbeitet.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Der Botulismuserreger kommt im Grunde genommen weltweit vor und tritt gehäuft im Schlamm sowie im Erdboden auf. Je günstiger das Klima insgesamt, desto häufiger ist er vertreten. Er ist allerdings nicht sonderlich anspruchsvoll und findet sich daher sowohl im tropischen als auch im kontinental oder im gemäßigten Klima. Dennoch ist die Krankheit Botulismus relativ selten. In Deutschland werden jährlich maximal zehn Fälle der meldepflichtigen Erkrankung registriert. EU-weit finden sich etwa 100 Patienten mit Botulismus jährlich. So sind weniger als 1 % der Lebensmittelvergiftungen auf den Botulismuserreger zurückzuführen.

Dank der verbesserten Behandlungsmethoden liegt die Mortalitätsrate im unteren Bereich. Während noch vor einigen Jahren circa 60 % der Patienten an Botulismus verstorben sind, ist eine Heilung, auch wenn sie mehrere Monate in Anspruch nimmt, inzwischen beinahe gesichert. Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich, dass eine medizinische Behandlung erfolgt.

Die häufigste Ursache für den Botulismus, der durch Lebensmittel übertragen wird, bilden daheim konservierte Nahrungsmittel. Sie stellen etwa 60 % der ursächlichen Gründe für die Vergiftung dar. Ärzte raten aus diesem Grund zur Vorsicht bei der Herstellung von Lebensmittelkonserven daheim.

Anders als in Deutschland und der EU gestaltet sich die Situation in Ländern, deren hygienische Standards nicht mit denen in westlichen Ländern vergleichbar sind. So treten beispielsweise im restlichen Europa jährlich circa 1200 Fälle von Botulismus auf. Gleichsam in Entwicklungsländern ist dies eine häufigere Erkrankung.

Auch die Zahlen für Säuglingsbotulismus sind abweichend. In Deutschland ist die Krankheit nicht weit verbreitet. Hingegen gehört sie in den USA zu den häufigsten Formen von Botulismus. Mediziner schätzen, dass diese Krankheit in den Entwicklungsländern häufig eine Todesursache für Neugeborene darstellt. Genaue Zahlen existieren hierzu allerdings nicht, da das Gesundheitssystem, beispielsweise in Afrika, vergleichsweise schlecht ausgebaut ist und viele Fälle vermutlich gar nicht registriert werden. Insgesamt gehört aber auch diese Form des Botulismus zu den seltenen Krankheiten in den Industrieländern. Jährlich werden etwa 4000 Fälle registriert. Zumeist können die Säuglinge behandelt werden und tragen keinen bleibenden Schaden davon.


Komplikationen bei der Krankheit

Botulismus wird durch ein besonders giftiges Neurotoxin ausgelöst, das die Muskeln des Menschen angreift und langsam lähmt. Aus diesem Grund gehören zu den Komplikationen vor allem alle Lähmungserscheinungen, die die inneren Organe betreffen. Beispielsweise ist es möglich, dass die Darmperistaltik nach und nach zum Erliegen kommt. Nahrung kann dann nicht mehr fortbewegt werden und es bilden sich schwere Verstopfungen. Dies ist besonders beim sogenannten Säuglingsbotulismus der Fall, betrifft aber auch Erwachsene. Besonders schwierig gestaltet sich die Situation auch dann, wenn die Atemmuskulatur zu versagen beginnt. Dies ist vergleichsweise häufig anzutreffen. Patienten klagen dann zunächst unter einer eingeschränkten und erschwerten Atmung. Dies kann unter Umständen sogar zu einem kompletten Atemstillstand und einem vollständigen Erliegen der Atmung kommen. Aus diesem Grund wird in der Regel eine künstliche Beatmung im Krankenhaus bei Botulismuspatienten vorgenommen. Neben der Atmung und der Darmperistaltik kann auch das Herz von einer Lähmung betroffen sein. Herzrhythmusstörungen sind hiervon die Folge. Da die Nerven des Körpers durch das Neurotoxin angegriffen werden kann es möglicherweise auch zu Schlaganfällen kommen. Ärzte verweisen darauf, dass besonders kleiner Schlaganfallepisoden in Folgen üblich sind. Zu den häufigen Komplikationen gehören diese Ausfälle jedoch nicht.

Insgesamt gesehen kann auch der langwierige Heilungsverlauf als Komplikation betrachtet werden. Besonders bei älteren Menschen mündet er darin, dass Betroffene zwar als geheilt gelten, aber ein Leben lang unter wiederkehrender Müdigkeit und Kurzatmigkeit leiden. Hier bilden sich die neuen Nervenverbindungen nicht mehr so schnell wie bei kleinen Kindern. Insgesamt gesehen ist die Krankheit aber dank der modernen Medizin vergleichsweise gut in den Griff zu bekommen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

An dieser Stelle sei noch einmal hervorgehoben, dass Botulismus in Deutschland meldepflichtig ist. Das bedeutet, dass Informationen über die Krankheit stets an das zuständige Gesundheitsamt weitergegeben werden. Diese Maßnahme erfolgt nicht, weil die Krankheit ansteckend ist, sondern weil eine mögliche Kontamination anderer Menschen mit dem gleichen Lebensmittel ausgeschlossen werden soll.

Einen Arzt aufsuchen sollten alle Menschen, die einige Stunden nach dem Verzehr von Lebensmitteln Lähmungserscheinungen an sich bemerken. Dies können beispielsweise Taubheit der Arme und Beine sowie eine Schwäche des Augenlides sein. In der Regel breitet sich die Krankheit von oben nach unten aus. Auch Übelkeit und andere Erscheinungen einer Lebensmittelvergiftung können auftreten. Ausgeschlossen ist hier jedoch Fieber.

Wenn sich die ersten Symptome zeigen, sollte man nicht nur selbst einen Arzt aufsuchen, sondern auch jene Personen, die ebenfalls von den verwendeten Lebensmitteln gegessen haben, zu einem Arztbesuch raten. Die Symptome können sich bei einigen Menschen auch verzögert zeigen. Je schneller jedoch medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird, desto eher ist eine Heilung und eine Wirksamkeit des Antitoxins gegeben.

Bei Kleinkindern ist darauf zu achten, dass keine Verstopfungen haben, das Schreiverhalten normal ist und keine Unbeweglichkeit eintritt. Bei ersten Anzeichen von Lähmungen sollte so schnell wie möglich ein Arzt zurate gezogen werden. Hierfür eignet es sich zumeist, direkt eine Klinik aufzusuchen und eventuell sogar die Notaufnahme eines Krankenhauses zu kontaktieren.

Behandlungsmethoden & Therapie

Botulismus wird im Allgemeinen mit einem Botulismusantitoxin und einer unterstützenden medizinischen Intensivbetreuung behandelt.

Unterstützende intensivmedizinische Pflege bei Botulismus umfasst in erster Linie die Überwachung der Atemfunktion. Atmungsinsuffizienz aufgrund von Lähmungen kann eine mechanische Beatmung für zwei bis acht Wochen sowie eine intensive medizinische und pflegerische Versorgung erfordern. Nach dieser Zeit verbessert sich die Lähmung im Allgemeinen, wenn neue neuromuskuläre Verbindungen gebildet wurden.

In einigen vergleichsweise ungewöhnlichen Fällen können Ärzte versuchen, kontaminierte Lebensmittel, die sich noch im Verdauungstrakt des Betroffenen befinden, durch Erbrechen oder Einläufe zu entfernen. Wunden, die infolge eines Wundbotulismus entstanden sind, sollten in der Regel chirurgisch behandelt werden, um die Quelle der toxinproduzierenden Bakterien zu entfernen. In einigen Ausnahmefällen sind hier sogar Amputationen notwendig. Dies ist in der Regel der Fall, wenn Drogenkonsumenten verunreinigte Nadeln in die Arm– oder Beinvene eingeführt haben und sich an der Einstichstelle ein Wundbotulismus gebildet hat.

Bei Erwachsenen kann Botulismus durch passive Immunisierung mit einem von Pferden abgeleiteten Antitoxin behandelt werden, das die Wirkung des im Blut zirkulierenden Toxins blockiert. Ein dreiwertiges Antitoxin, das gegen das Botulinumtoxin des Typen A, B und E gebildete Antikörper enthält, wird am häufigsten verwendet. Es existiert jedoch auch ein heptavalentes Botulismusantitoxin, das erst seit einigen Jahren in manchen Ländern zugelassen ist. In Deutschland wird es jedoch noch nicht eingesetzt. Säuglingsbotulismus wird allerdings nicht mit einem solchen Antitoxin behandelt. Obgleich Studien nahelegen, dass der Wirkstoff auch bei kleinen Kindern angewendet werden kann, verzichten die meisten Ärzte auf den Einsatz. Hier stellen verschiedene Unverträglichkeiten eine, wenn auch geringe, so doch mögliche, Gefahr da, die nicht überprüft werden kann. Neugeborene und kleine Kinder werden aus diesem Grund mit einem Antitoxin behandelt, das vom Menschen abgeleitet wurde. Diese Art des Antitoxins hat sich bisher als sicher und wirksam zur Behandlung von Säuglingsbotulismus erwiesen.

Die in Deutschland verwendeten Antitoxine können bisher nur von einem Facharzt verabreicht werden. Eine Selbstmedikation ist ausgeschlossen. Dies ist vor allem deswegen der Fall, da es sich bei Botulismus um eine sehr schwere Erkrankung handelt, die durchaus ein Multiversagen des Körpers inklusive der Atmung bewirken kann. Darüber hinaus gilt die Krankheit als meldepflichtig, obwohl der Erreger nicht als ansteckend gilt.

Ausschlaggebend für die gewählte Behandlung ist der Grad der Vergiftung bzw. der Lähmungserscheinungen. Ziel der Behandlung ist die Eliminierung des im Verdauungstrakt befindlichen Giftes, das bislang nicht resorbiert wurde. Des Weiteren sollen im Rahmen der Therapie durch die Verabreichung von Gegengiften die aufgetretenen Symptome gelinder werden. Ein Behandlungsziel ist eine Deaktivierung des Toxins, das im Blut zirkuliert. Je nach Art des Giftes (A/B/C1/C2/D/E/F/G/H) kommen dabei ein polyvalentes, oder ein triviales Antiserum zur Anwendung. Für den im Jahr 2013 entdeckten Typ H ist bis dato noch kein Antiserum verfügbar. Ein Beispiel für den Einsatz von Antitoxinen ist das Gegengift Heptavalent Botulism, mit dem die Typen A bis G erfolgreich behandelt werden.

Ein spezielles Antiserum gegen die Typen A/B/E wird vom Pferd gewonnen, kann beim Patienten aber allergische Reaktionen auslösen. Dieses Serum bekämpft aber nur Botulinumtoxin, das sich im Blut befindet. Daher muss das Gegengift so rasch wie möglich (innerhalb von 24 Stunden) injiziert werden. Danach verabreichte Impfungen sind wirkungslos. Andere Behandlungsmethoden zielen auf die Entfernung des im Magen-/Darmtrakt befindlichen Toxins ab. Gängige Maßnahmen sind dabei Abführmittel, MagenspüLungen und Einläufe. Damit soll eine Ausbreitung des Giftes in das Blut verhindert werden.

Sollte der Patient über starke Schluckstörungen klagen, kann im schlimmsten Fall auch eine künstliche Ernährung stattfinden. Sind die für die Atmung verantwortlichen Muskeln gelähmt, ist unter Umständen eine künstliche Beatmung notwendig. Ähnlich sieht es auch bei Funktionslähmungen im Herzmuskel aus, die für einen gewissen Zeitraum einen Herzschrittmacher erforderlich machen. Als positives Fazit der Behandlungsmethode mit Antiseren, konnte durch den Einsatz von Gegengiften die Sterblichkeitsrate auf 10 – 15 Prozent (vorher mehr als 90 Prozent) verringert werden. Trotzdem dauert es oft Monate, bis die Muskellähmungen zur Gänze verschwunden sind. Ernüchterung bringt allerdings der Umstand, dass statistisch gesehen ohne eine Behandlung spätestens nach sechs Tag bei 50 Prozent der Betroffenen der Tod durch eine Atemlähmung eintritt.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Obwohl die vegetative Form der Bakterien durch Kochen zerstört werden kann, wird die Spore selbst nicht durch die beim normalen Kochen erreichten Temperaturen getötet, sodass sie wachsen und das Toxin wieder produzieren können, wenn die Bedingungen es erneut zulassen.

Eine empfohlene Vorbeugungsmaßnahme für Säuglingsbotulismus besteht darin, die Abgabe von Honig an Säuglinge unter 12 Monaten zu vermeiden, da Botulinumsporen häufiger in Honig vorhanden sein können und Neugeborene hierfür noch keine Abwehrmechanismen besitzen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen unterdrücken hingegen normale Darmbakterien die Entwicklung von Clostrisium botulinum.

Obwohl handelsübliche Dosenwaren in einem Druckkocher bei circa 120 Grad für etwa drei Minuten einem speziellen Kochvorgang gegen Botulismus unterzogen werden müssen und daher industrielle Waren selten Botulismus verursachen, gab es dennoch einige Ausnahmefälle hierfür. Der letzte Fall ereignete sich beispielsweise im Jahr 2007 in Amerika. Die Gründe hierfür liegen vermutlich in einer falschen Verarbeitung. Zumeist sind jedoch Lebensmittel aus industrieller Fertigung vergleichsweise sicher. In Deutschland ist es zum Beispiel bislang noch nicht zu Fällen von Botulismus bei industrieller Ware gekommen. Hier sorgen vor allen Dingen regelmäßige Kontrollen, nicht nur der Lebensmittel selbst, sondern auch der Fertigungsanlagen dafür, dass keine Bakterien in die Lebensmittel gelangen.

Lebensmittelbedingter Botulismus stammt folglich in den meisten Fällen aus hausgemachten Dosen mit niedrigem Säuregehalt: Karotten– und Tomatensaft, eingelegter Spargel, grünen Bohnen, konserviertes Fleisch, haltbarer Erbsenmus aber auch Kompott und Marmeladen, die nicht ausreichend gezuckert wurden, können das gefährliche Toxin enthalten. In einigen Fällen sorgt auch schlecht verarbeitete Wurst, die aus selbst geschossenen Tieren gefertigt wurde für Botulismus. Mediziner raten auch davon ab, Aas zu verspeisen, da sich hier ebenfalls das Neurotoxin gebildet haben kann. Fälle hierfür hat es in anderen Ländern, beispielsweise in den USA, bereits gegeben. Andere, viel seltenere Infektionsquellen umfassen Knoblauch oder Kräuter, die ohne Versäuerung in Öl gelagert sind, getrocknete Chilischoten, unsachgemäß gebackene Kartoffeln in Alufolie, Tomaten und hausgemachten oder fermentierten Fisch. Obgleich dies nur in sehr wenigen Ausnahmefällen Botulismus auslöst, raten Experten jedoch dazu, sich bei der Verarbeitung und Lagerung sowie Konservierung von Lebensmitteln strengstens an Rezepte zu halten und dann, wenn keine sterile Umgebung möglich ist, gänzlich auf Verfahren der Haltbarmachung zu verzichten beziehungsweise diese Lebensmittel lieber im Laden zu kaufen.

Entscheidet man sich dennoch zum Einmachen oder Konservieren von Lebensmitteln zu Hause, sollte auf Hygiene, Druck, Temperatur, Kühlung und Lagerung geachtet werden. Bei der Herstellung von Konserven sollten nur saure Früchte wie Äpfel, Birnen, Steinfrüchte und Beeren abgefüllt werden. Tropische Früchte und Tomaten haben einen geringen Säuregehalt und sollten entweder gar nicht konserviert oder vor der Abfüllung mit etwas Säure versetzt werden. Öle mit frischem Knoblauch oder Kräutern sollten ebenfalls angesäuert und darüber hinaus gekühlt werden. Kartoffeln, die in Alufolie gebacken wurden, sollten bis zum Servieren warm gehalten werden. Aber auch hier gilt es, auf die richtige Temperatur zu achten.

Da das Botulismustoxin durch hohe Temperaturen zerstört wird, werden in Dosen verpackte Nahrungsmittel am besten vor dem Essen für circa zehn Minuten gekocht. Metalldosen, die Nahrungsmittel enthalten, in denen Bakterien, möglicherweise auch Botulinumbakterien, wachsen, können sich aufgrund der Gasproduktion durch Bakterienwachstum ausweiten. Diese Dosen wirken verbeult und sollten weder geöffnet werden, noch ist es ratsam ihren Inhalt zu konsumieren. Es ist zu empfehlen, dass jede Dose vor dem Verzehr des Inhaltes genau begutachtet wird. Es schadet darüber hinaus nicht, an geöffneten Konserven zu riechen. Nicht selten zeigen unzureichend verarbeitete Lebensmittel einen ungewöhnlichen Geruch. Jeder Behälter mit Lebensmitteln, der wärmebehandelt wurde und dann als luftdicht angenommen wurde, sollte auf Anzeichen von Lufteindringung untersucht werden. Metalldosen mit Rostflecken, Einstichen, kleinen Öffnungen, ausgelaufenen Speisen oder diversen Beschädigungen sollten beispielsweise nicht geöffnet werden.

Es zeigt sich, dass die Prävention von Botulismus auf einem sachgemäßen Umgang mit Nahrungsmitteln beruht. Wer diesen nicht gelernt hat, sollte sich vor der ersten Verarbeitung von einem Fachmann beraten lassen oder gegebenenfalls darauf verzichten. Am sichersten gelten, zumindest in Deutschland, die industriell konservierten Lebensmittel. Zwar existiert auch ein Impfstoff gegen Botulismus, dessen Wirksamkeit ist jedoch umstritten. Aus diesem Grund sei eine Impfung nicht empfohlen. Aktuell wird noch an einem verbesserten Impfstoff gearbeitet.


Prognose zur Heilung

Das Botulinumneurotoxin gilt als eines der stärksten bekannten letalen Substanzen. Etwa ein Nanogramm pro Kilo reicht aus, um mit diesem Toxin ein Individuum zu töten. Wissenschaftler haben geschätzt, dass folglich etwa ein Gramm circa eine Million Menschen umbringen könnte. Diese geringe Menge Toxin, die Menschen töten kann, hat das Toxin zu einem Kandidaten für Biowaffen und Bioterrorismus gemacht. In Laborumgebung wurde dies bereits getestet und hat hier sogar bereits zu tödlichen Unfällen geführt, bei denen Laboranten das Gift eingeatmet haben. In der Praxis wurde das Gift jedoch noch nicht eingesetzt und einige Forscher bezweifeln, dass dies wirklich möglich ist.

Prinzipiell gelten alle Formen von Botulismus als tödlich und werden demzufolge als medizinische Notfälle gewertet. Lebensmittelbedingter Botulismus kann besonders gefährlich sein, da viele Menschen durch den Verzehr selbst kleiner Mengen von neurotoxinkontaminierten Lebensmitteln vergiftet werden können, da das Toxin leicht vom Verdauungssystem aufgenommen wird. Ein Botulismusausbruch ist deswegen ein Notfall für die öffentliche Gesundheit und muss in Deutschland der zuständigen Gesundheitsbehörde gemeldet werden.

Botulismus kann zum Tod durch Lungenversagen führen. In den vergangenen 50 Jahren ist die Todesrate durch Botulismus aber deutlich gesunken. Dies liegt vor allem an der kontrollierteren Verarbeitung von Lebensmitteln in der Industrie und an der Überprüfung derselben durch staatliche Behörden. Die bekannten Fälle beschränken sich zum großen Teil auf Fälle, bei denen privat eingekochte Speisen verzerrt wurden. Hier kann eine erfolgreiche Behandlung zum Teil viele Monate in Anspruch nehmen. Oftmals bedarf es bei schwerem Botulismus einer längeren künstlichen Beatmung des Patienten. Darüber hinaus ist auch eine intensivmedizinische Betreuung und Pflege notwendig, da die Muskulatur des Betroffenen nicht mehr funktionstüchtig ist und sich entsprechende neuronale Verbindungen erst wieder neu bilden müssen. Patienten, die eine Episode einer Botulismusvergiftung überleben, können jahrelang Müdigkeit und Kurzatmigkeit empfinden, und eine Langzeittherapie kann zur Unterstützung der Genesung erforderlich sein.

Insgesamt gehört Botulismus folglich zu den heilbaren, aber sehr schweren Erkrankungen. Schwere Langzeitschäden sind in der Regel hierdurch nicht zu erwarten. Dies ist vor allem bei betroffenen Kindern der Fall. Dennoch kann die Krankheit, insbesondere dann, wenn eine medizinische Versorgung zu spät erfolgt, tödlich verlaufen. Darüber hinaus dauert die Behandlung unter Umständen mehrere Monate und kann bei älteren Menschen zu leichten Funktionsbeeinträchtigungen sorgen.


Botox in der Kosmetik

Der Arzt Richard Clark, ein plastischer Chirurg aus den USA, dokumentierte als erster eine kosmetische Verwendung für das Botulinumtoxin. Er behandelte Stirnasymmetrien, die durch linksseitige Stirnnervlähmung verursacht wurden und die während eines kosmetischen Facelifts auftrat. Da sich der verletzte Nerv möglicherweise innerhalb von 24 Monaten regenerieren könnte, war eine zweijährige Wartezeit erforderlich, bevor eine endgültige chirurgische Behandlung durchgeführt werden konnte. Clark erkannte, dass das Botulinumtoxin, das bisher nur für Augen und Gesichtstics verwendet wurde, auch injiziert werden konnte, um die Falten der rechten Stirn zu glätten, damit diese mit der gelähmten linken Seite übereinstimmte. Daraufhin beantragte er die Zulassung des Toxins als kosmetisches Mittel und veröffentlichte weltweit Fallstudien zu diesem Thema.
Auch andere Mediziner erkannten infolgedessen, dass bei Patienten, die Injektionen um die Augen und das obere Gesicht erhielten, die sogenannte Zornesfalte verschwand oder zumindest abgemildert wurde. Hierdurch wurde der sehr beliebte kosmetische Gebrauch des Toxins ausgelöst. Immer mehr Ärzte verwendeten schließlich dieses Mittel, das vor allem unter dem Namen Botox auch in Deutschland verbreitet ist.

Seit circa 2010 sind Botoxinjektionen die häufigste kosmetische Operation, mit mehr als 10 Millionen Anwendungen jährlich. Die Qualifikationen für jene Menschen, die Botoxinjektionen vornehmen dürfen, variieren je nach Land. In einigen Staaten dürfen sie lediglich von einem Arzt, beispielsweise einem Dermatologen oder Zahnarzt vorgenommen werden, in anderen Länder werden sie auch von Kosmetikern verabreicht. In Deutschland sind die Regelungen für die Verabreichung von Botox vergleichsweise streng. Kosmetiker, Heilpraktiker und selbst Zahnärzte oder Krankenschwestern dürfen eine Injektion mit diesem Mittel nicht verabreichen. Dies ist lediglich geschulten Ärzten erlaubt, die hierfür eine Genehmigung einholen müssen.

Während das Botulinumtoxin im klinischen Umfeld allgemein als sicher gilt, kann es bei der Anwendung im Kosmetikbereich schwerwiegende Nebenwirkungen geben. Am häufigsten kann Botulinumtoxin in die falsche Muskelgruppe injiziert werden oder es breitet sich von der Injektionsstelle aus, wodurch eine Lähmung von unbeabsichtigten Muskeln verursacht wird. In der Folge können Betroffene bestimmte Bereiche des Gesichts nicht mehr bewegen. Häufig treten beispielsweise Lidschwächen auf. Nebenwirkungen bei kosmetischen Anwendungen resultieren im Allgemeinen also aus einer unbeabsichtigten Lähmung der Gesichtsmuskeln. Dazu gehören schließlich auch partielle Gesichtslähmungen und Schluckbeschwerden. Nebenwirkungen sind jedoch nicht auf direkte Lähmung beschränkt. Es können auch starke Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome und allergische Reaktionen durch eine Botoxinjektion ausgelöst werden. So wie kosmetische Behandlungen nur einige Monate dauern, können Lähmungsnebenwirkungen die gleiche Dauer haben. Zumindest in einigen Fällen wird berichtet, dass diese unerwünschten Effekte aber auch in einigen Wochen nach der Behandlung verflogen sind. Blutergüsse in der Nähe von Injektionsstellen sind hingegen keine Nebenwirkung des Toxins, sondern beruhen auf der Art der Verabreichung und können, ähnlich wie beim Blutziehen, dadurch vermieden werden, dass der Arzt Druck auf die Injektionsstelle ausübt. Treten dennoch Blutergüsse auf, sind diese zumeist innerhalb weniger Tage wieder abgeheilt. In besonders gravierenden Fällen wird versehentlich eine Botoxinjektion in den Kiefermuskel gesetzt. Dies kann dazu führen, dass Betroffene keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen könne, da es dem Kiefer schlicht an der nötigen Kraft fehlt, die Nahrung zu zerkleinern. Auch Sprechbeschwerden sind dann möglich.

Patienten sollten vor der Behandlung mit Botox abwägen, ob die Risiken wirklich getragen werden können. Es handelt sich hier immerhin nicht um eine notwendige medizinische Behandlung, sondern lediglich um einen kosmetischen Eingriff. Die meisten Ärzte raten davon ab, sich das Neurotoxin grundlos injizieren zu lassen.


Alternative Behandlungsmethoden

Für die Therapie von Botulismus sind im Grunde genommen keine alternativen Heilungsansätze vorgesehen. Da es sich um eine sehr schwerwiegende Vergiftung mit einem tödlichen Neurotoxin handelt, kann hier nur ein wirksames Gegengift Heilung versprechen. Darüber hinaus können auch die meisten intensivmedizinischen Pflegeanwendungen, wie die künstliche Beatmung des Patienten, nicht durch andere Behandlungsmethoden ersetzt werden. Eingreifen kann die Alternativmedizin vor allem in der Genesungsphase des Patienten. Hier helfen verschiedene Therapien dabei, die Kontrolle über die Muskeln wieder zurück zu gewinnen. Beispielsweise können diverse Bewegungstherapien verordnet werden, wie Wassergymnastik oder Aquajogging. Aber auch eine Psychotherapie kann hilfreich sein, das Erlebte zu verarbeiten.

Menschen, die sich einmal mit Botulismus infiziert haben, klagen nicht selten nach ihrer Heilung über ein immanentes Misstrauen gegenüber den eigenen Kochkünsten beziehungsweise dem Essen gegenüber. Da sie zuvor durch den Verzehr von etwas erkrankt sind, meiden sie möglicherweise auch nach der Heilung bestimmte Lebensmittel oder trauen sich nicht mehr selbst zu kochen. Diese Angst kann in einer Psychotherapie aufgearbeitet werden. Es ist aber auch möglich, dass ein Ernährungsberater zurate gezogen wird. Empfehlenswert könnte auch der Besuch einer Kochschule sein. Es gilt, dem Patienten neues Selbstvertrauen in Bezug auf die Speisezubereitung zu vermitteln.

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt im Grunde genommen keine Hausmittel, die angewendet werden können, wenn ein Mensch bereits an Botulismus erkrankt ist. Es gibt aber eine Reihe von Maßnahmen, die besonders beim Haltbarmachen von Lebensmitteln ergriffen werden können, um einen Botulismus zu verhindern. Hierzu gehört selbstverständlich in erster Linie eine ausreichende Hygiene. Aber auch die Einhaltung von Rezepten ist dringend zu empfehlen. Gerade wenn Obst eingekocht wird, möchten einige Menschen den Zuckergehalt reduzieren, damit die Früchte anschließend für eine Diät geeignet sind. Hiervon sei unbedingt abgeraten, da Salz und Zucker in ausreichendem Maße wichtig sind, um das Einnisten des Botulismuserregers zu verhindern.

Im Folgenden finden sich einige Maßnahmen, die beim Einkochen und Haltbarmachen von Lebensmitteln unbedingt eingehalten werden sollten:

  • reichlich Salz beim Einlegen von Fleisch und Gemüse verwenden
  • nur Früchte mit hohem Säuregehalt einkochen
  • Marmeladen und Kompott genügend Zucker beim Einkochen beigeben
  • Kräuter und Knoblauch vor dem Einlegen in Öl genügend säuern
  • eingekochte und haltbar gemachte Lebensmittel an einem kühlen Ort aufbewahren
  • Lebensmittel vor dem Verzehr genau prüfen

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Diverse Heilkräuter und Heilpflanzen können in der Regel nicht zur Behandlung von Botulismus angewendet werden. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um ein durch Neurotoxine beeinflusstes Leiden. Zwar gibt es eine Reihe von Kräutern, die krampflösend und muskelstärkend wirken sollen, diese haben allerdings keinen Einfluss auf das Toxin. Es ist aus diesem Grund davon abgeraten, sich selbst mit Kräutern zu behandeln. Botulismus muss stets mit konventionellen medizinischen Maßnahmen angegangen werden. Kräuter können lediglich als begleitende Mittel bei der Therapie verwendet werden. Dies ist jedoch mit dem behandelnden Arzt unbedingt abzusprechen.

Im Folgenden finden sich einige Heilpflanzen, welche die Muskeln anregen und stabilisieren sollen:

  • Kamille
  • Oregano
  • Löwenzahn
  • Calendula
  • Spitzwegerich
  • Rosmarien
  • Schafgarbe
  • Thymian
  • Salbei
  • Kümmel

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Ähnlich wie Heilkräuter sind auch ätherische Öle nicht zur Behandlung von Botulismus geeignet, da sie keinen Einfluss auf das im Körper wirkende Neurotoxin haben können. Es finden sich im Internet einige Öle, die dennoch zur begleitenden Therapie empfohlen werden. Es handelt sich dabei vor allem um Öle, die antibakteriell wirken sollen. Besonders im Bezug auf Botulismus zeigen diese Öle jedoch keine Wirkung, da nicht das Bakterium selbst verantwortlich für die Erkrankung ist, sondern das durch diese freigesetzte Nervengift.

Öle können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt lediglich während der Heilungsphase, etwa zur Entspannung, angewendet werden. Hierfür eignen sich beispielsweise Folgende:

  • Kiefernnadel
  • Zitrone
  • Eukalyptus
  • Kardamom
  • Lavendel
  • Teebaum
  • Wacholder
  • Minze
  • Ingwer

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Globuli basieren in der Regel auf pflanzlichen Wirkstoffen, die mit Zucker versetzt und haltbar gemacht werden. Wie jedoch bereits erläutert wurde, haben pflanzliche Wirkstoffe keinen Einfluss auf das Neurotoxin, das einen Botulismus bewirkt. Hier hilft allein ein Antitoxin in Kombination mit einer intensivmedizinischen Betreuung. Aus diesem Grund sei an dieser Stelle vom Einsatz diverser Globuli als alleinige Medikation abgeraten.

Wer dennoch nicht auf den zusätzlichen Einsatz von Globuli verzichten möchte, sollte dies unbedingt mit dem behandelnden Arzt absprechen. Auch ein Heilpraktiker kann dabei helfen, die geeigneten Präparate zu ermitteln. Infrage kommen beispielsweise folgende homöopathische Mittel:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Ihren Ursprung haben die sogenannten Schüssler Salze in der Annahme, dass Krankheiten allein auf einem Ungleichgewicht im Mineralhaushalt des Menschen beruhen. Inzwischen ist selbstverständlich bekannt, dass auch gänzliche andere Ursachen hierfür infrage kommen. Bei Botulismus lässt sich der Ursprung eindeutig zuordnen: Hier ist ein von Bakterien gebildetes Neurotoxin verantwortlich. Dieses kann mit Mineralien nicht aus dem Körper verbannt werden. Aus diesem Grund kann die Behandlung mit Schüssler Salzen an dieser Stelle nicht empfohlen werden.

Auf Wunsch des Patienten können Schüssler Salze nach Absprache mit dem zuständigen Arzt eingenommen werden. Folgende muskel- und nervenstärkende Salze kommen dafür infrage:

  • Nr. 6 Kalium sulfuricum: Hierbei handelt es sich um ein allgemeines Mittel, das sehr oft zur Entgiftung gereicht wird. Es sorgt dafür, dass Toxine und Gifte schneller aus dem Körper ausgeschieden werden können.
  • Nr. 9 Natrium phosphoricum: Dieses Mittel dient der Entgiftung des Körper und hilft dabei, die gefährlichen und die Krankheit auslösenden Toxine loszuwerden.
  • Nr. 14 Kalium bromatum: Dieser Wirkstoff wird insbesondere bei Entzündungen gereicht. Da auch im Rahmen einer Ansteckung moit Botulismus diverse Entzündungen entstehen können, ist man gut damit beraten, dieses Mittel anzuwenden.
  • Nr. 17 Manganum sulfuricum: Hierbei handelt es sich um einen glänzenden Wirkstoff, der dabei hilft, den Stoffwechsel anzuregen. Ein schneller Stoffwechsel ist besser dazu in der Lage, mit Giften und Toxinen erfolgreich umzugehen.
  • Nr. 18 Calcium sulfuricum Hahnemanni: Dieser Wirkstoff verbindet sowohl entgiftende als auch entzündungshemmende Eigenschaften. Somit ist es gerade im Falle des Botulismus besonders empfehlenswert, da man hiermit die sprichwörtlichen zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Das Thema Ernährung spielt im Bezug auf Botulismus eine entscheidende Rolle. Immerhin gehört dieses Leiden zu den Lebensmittelvergiftungen. Eine richtige Nahrungsweise ist folglich Teil der Krankheitsprävention. Dies gilt insbesondere für Lebensmittel, die eingekocht, fermentiert oder auf andere Art haltbar gemacht wurden. Fehlt es den Speisen an genügend Säure, Salz oder Zucker und werden sie unter unhygienischen Bedingungen und zu niedrigen Temperaturen hergestellt, dann können sich leicht Botulismuserreger in den Lebensmitteln einnisten. Hier bilden sie schließlich in perfekter Umgebung das lebensgefährliche Neurotoxin, das beim Verzehr letztlich den Botulismus auslöst. Es gilt aus diesem Grund bei der Herstellung von Konserviertem besonders vorsichtig zu sein. Empfehlenswert ist es, sich das Einkochen, Fermentieren oder Einlegen von Lebensmittel von einem Fachmann zeigen zu lassen, bevor man es selbst versucht. Es gibt aktuell verschiedene Schulungen, in denen diese Verfahren gelernt werden können.

Eine besondere Rolle bei der Verarbeitung von Lebensmitteln spielt vor allem die Hygiene. So sollte eingekochtes Gemüse oder Obst stets in sterile Gläser gefüllt werden. Dafür werden die Gläser zumeist in speziellen Apparaturen ausgekocht. Es gibt darüber hinaus auch einige Möglichkeiten dies daheim durchzuführen. Viele der Methoden sind jedoch inzwischen in Vergessenheit geraten. Desinfektionsmittel zu verwenden empfiehlt sich allerdings nicht, da Rückstände dieser Mittel die Speisen ebenfalls verderben könnten und diese ungenießbar machen würden.

Neben der Hygiene spielt auch die richtige Temperatur eine Rolle. Zum einen kann hohe Temperaturen schädliche Erreger abtöten. Zum anderen bewirkt sie, dass gerade beim Einkochen in Gläser ein Vakuum entsteht und das Glas richtig verschlossen wird. Kann Luft eindringen, verderben die Speisen und bilden einen Ort, an dem Keime und Bakterien siedeln können. Sind Konserven beschädigt und haben Gläser oder Flaschen nachweislich Luft während des Lagerungsprozesses gezogen, sollten sie nicht mehr verwendet werden. Das gilt in gleichem Maße auch für industriell gefertigte Produkte. Verbeulte und rostige Metalldosen sollten entsorgt und nicht geöffnet werden. Riechen Speisen ungewöhnlich, gilt ebenfalls Vorsicht.


FAQ – Fragen & Antworten

Wird aus dem Botulismustoxin wirklich eine biologische Waffe hergestellt?

Es gibt viele Berichte von Medizinern und Forschern darüber, dass das Botulismustoxin durchaus zur Herstellung von Biowaffen geeignet ist. Jedoch inaktiviert sich das Neurotoxin schnell, wenn es der Luft ausgesetzt wird, und ist selbst in flüssiger Form im Gegensatz zu anderen Krankheitserregern, wie dem Milzbrand verursachenden Organismen (Bacillus anthracis), relativ instabil. Trotz dieser Nachteile wurde das Neurotoxin sporadisch bei Versuchen eingesetzt, Menschen zu schädigen oder zu töten. Botulinumtoxin könnte verwendet werden, um Nahrungsmittelvorräte zu kontaminieren, aber einige Experten vermuten, dass die Verbreitung des Toxins als Aerosol wirksamer wäre. Aktuell ist hiervon jedoch keine reale Gefahr anzunehmen.

Hängen Botox und Botulismus zusammen?
Interessanterweise wird gereinigtes und stark verdünntes Botulismustoxin zur Behandlung von Zuständen eingesetzt, die durch abnorme Muskelkontraktionen gekennzeichnet sind. Einige Beispiele für diese Zustände sind spasmodische Dysphonie, Achalasie, Strabismus, oromandibuläre Dystonie, zervikale Dystonie und Blepharospasmus.

Das verdünnte Botulinumtoxin ist den meisten Menschen unter dem Namen Botox bekannt. Es wird häufig in kosmetischen Behandlungen angewendet. Da Falten durch wiederholte normale Muskelkontraktionen verursacht werden, sorgt das muskellähmende Botulinumtoxin dafür, dass keine Muskelkontraktionen entstehen und sich hernach keine Falten bilden können. Folglich wählen viele Menschen diese zugelassene Form des verdünnten Toxins, das injiziert wird, um Falten in der Haut zu reduzieren oder zu stoppen. Mögliche Nebenwirkungen dieser Behandlung sind Blutergüsse, Ptosis (abnorme Herabhängen eines Körperteils, vor allem das Augenlid), Übelkeit und Dysphasie (Schwierigkeiten mit der Sprache). Aber auch andere, zum Teil gravierende Nebenwirkungen können ebenfalls auftreten. Viele Ärzte raten von der Verwendung von Botox aus gesundheitlichen Gründen ab.

Ist Botulismus tödlich?
Botulismus gilt als sehr schwere und gefährliche Erkrankung. Dadurch, dass die Muskulatur, durch das bei dieser Krankheit freigesetzte Neurotoxin, immer stärker gelähmt wird, können Atemprobleme auftreten. Zum Teil sind sogar Atemstillstand und Herzmuskelschwächen möglich. Aus diesem Grund gilt Botulismus als tödlich, insofern es nicht rechtzeitig medizinische behandelt wird. Diese Behandlung kann hernach mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die für die Muskeln zuständigen Neurotransmitter müssen neu gebildet und die Muskeln wieder reaktiviert werden. Generell tödlich ist Botulismus allerdings nicht.

Bekommt man Botulismus von Honig?
Honig enthält oftmals Sporen des Botulismusbakerium Clostridium botulinum. Im Normalfalle werden diese Sporen nach dem Konsum durch den Menschen von der natürlichen Flora der Dünndarmschleimhaut sowie vom Gallensaft zerstört und unschädlich gemacht. Es entwickelt sich folglich weder das Bakterium selbst noch das Neurotoxin, welches zum Botulismus führt. Anders gestaltet sich die Situation bei Säuglingen und kleinen Kindern. Bei diesen ist die Darmschleimhaut noch nicht weit ausgebildet und es wird darüber hinaus unter Umständen kaum Gallensaft gebildet. Hier können sich die Sporen, die neben Honig auch durch Staub und Erde aufgenommen werden, in der Dünndarmschleimhaut ansiedeln und zu Bakterien heranreifen. Diese wiederum setzen hernach das Botulinumtoxin frei. Aus diesem Grund sei es Eltern angeraten, einem Kind keinen Honig zuzuführen, bevor es das erste Lebensjahr erreicht hat.

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