Eiweiß im Urin

Steckbrief: Eiweiß im Urin (Proteinurie)

  • Name(n): Eiweiß im Urin; Proteinurie
  • Art der Krankheit: meist Symptom einer Nierenerkrankung
  • Verbreitung: bis zu 7 Prozent der Normalbevölkerung (bis zu 30 Prozent der Hypertoniker & bis zu 40 Prozent der Diabetiker)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 17. Jahrhundert
  • Behandelbar: von Krankheitsstadium abhängig
  • Art des Auslösers: verschiedene; häufig eine Schädigung der Niere
  • Wieviele Erkrankte: 5-7 Prozent der Normalbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Gynäkologe; Nephrologe
  • ICD-10 Code(s): N39.1; N39.2; N06.0-N06.9; O12.1; R80

Ein oftmals unterschätztes Warnsignal

Bei fast jedem Menschen fällt der Eiweiß- bzw. Proteingehalt im Urin gelegentlich höher aus als dies der Fall sein sollte, ohne dass dies einen pathologischen Hintergrund hat. In anderen Fällen ist ein erhöhter Eiweißgehalt im Urin, auch Proteinurie genannt, jedoch ein Warnsignal, das unbedingt ernst genommen werden sollte.

Im folgenden Artikel erfahren Sie u.a., wann Vorsicht geboten ist, welche gesundheitlichen Risiken Eiweiß im Urin birgt und welche Personen besonders auf ihren Eiweißgehalt im Urin achten sollten. Außerdem erfahren Sie, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie Sie einer Proteinurie vorbeugen können.

Definition Proteinurie

Der medizinische Fachausdruck Proteinurie bezeichnet die Ausscheidung von Protein bzw. Eiweiß im Urin. Eine geringe Ausscheidung von Protein im Urin ist physiologisch, wobei die normale Menge bei einer gesunden Person zwischen 60 und 150 Millilitern innerhalb von 24 Stunden beträgt.

Kommt es vorübergehend zu einer erhöhten Ausscheidung von Protein im Urin, so bezeichnet man diese als benigne reversible Proteinurie. Diese ist jedoch harmlos und verschwindet in der Regel von selbst wieder.

Bei Erkrankungen wie z.B. einer Niereninsuffizienz bzw. dem nephrotischen Syndrom oder einer Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) liegt dagegen eine andauernde, pathologisch erhöhte Ausscheidung vor, die als Teil der Erkrankung unbedingt behandelt werden muss.

Was ist eine Proteinurie?

Unter einer Proteinurie versteht der Mediziner eine krankhaft erhöhte Ausscheidung von Eiweiß über den Urin. In diesem Fall wird der Grenzwert von maximal 150 Milligramm Eiweiß täglich im Urin deutlich überschritten.

Unregelmäßig auftretende, erhöhte Eiweißausscheidungen im Urin werden als benigne reversible Proteinurie bezeichnet. Diese wird häufig von der jeweiligen Person nicht einmal bemerkt und verschwindet in der Regel wieder, ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verursachen.

Die Proteinurie lässt sich in verschiedene Arten kategorisieren:

  • Glomeruläre Proteinurie
  • Tubuläre Proteinurie
  • Prärenale Proteinurie
  • Postrenale Proteinurie

Eine glomeruläre Proteinurie, welche auch als makromolekulare Proteinurie bezeichnet wird, wird von einer Fehlfunktion der Glomeruli (Gefäßknäuel der Niere) hervorgerufen. Bei der glomerulären Proteinurie unterscheidet man zwischen der glomerulär selektiven Proteinurie und der glomerulär unselektiven Proteinurie. Die glomerulär selektive Proteinurie ist über eine vermehrte Ausscheidung der Proteine Albumin und Transferrin im Urin nachweisbar und tritt insbesondere bei Patienten mit Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit) oder Hypertonie (Bluthochdruck) auf. Bei der glomerulär unselektiven Proteinurie wird dagegen überdies das Eiweiß IgG vermehrt ausgeschieden. Diese Form der Proteinurie kann neben Schädigungen der Glomeruli auch durch Fieber oder eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) verursacht werden.

Die tubuläre Proteinurie, auch mikromolekulare Proteinurie genannt, kann auf eine Fehlfunktion des sogenannten Tubulussystems der Nieren zurückzuführt werden. Bei dieser Form der Proteinurie wird vermehrt das Retinolbindende Protein (RBP), das α1-Mikroglobulin und β2-Mikroglobulin ausgeschieden. Sie tritt häufig gemeinsam mit einer Form der glomeruären Proteinurie auf.

Die prärenale Proteinurie ist eine vergleichsweise seltene Form der Proteinurie, die ebenfalls durch eine Überforderung Tubulussystems der Nieren verursacht wird. Ursache hierfür sind Störungen in Organsystemen, wie z.B. ein Infarkt. Erkennen lässt sich diese Proteinurie z.B. an den Proteinen Bence-Jones-Proteinen und Myoglobin im Urin.

Die postrenale Proteinurie wird meistens durch Infektionen und Blutungen in den ableitenden Harnwegen verursacht. Diese können z.B. durch Nierensteine oder Tumore hervorgerufen werden. Bei dieser Krankheitsform sind Proteine mit sehr hohem Molekulargewicht, wie z.B. das α2-Makroglobulin und IgM, im Urin nachweisbar, welche selbst erkrankte Nieren nicht passieren können.


Welche Ursachen gibt es?

Eiweiß im Urin – auch Proteinurie genannt – kann viele, ganz unterschiedliche Ursachen haben. Sowohl verschiedene Krankheiten, wie z.B. Diabetes mellitus, oder eine Reihe von Substanzen, wie z.B. Medikamente, Gifte oder Allergene, als auch körperliche Abstoßreaktionen nach einer Nierentransplantation können dazu führen, dass die Niere ihre Aufgaben nicht mehr ordnungsgemäß erfüllen kann. Das sensible Organ ist dann nicht mehr dazu in der Lage, ihrer Hauptaufgabe – nämlich dem Herausfiltern von Gift- und Abfallstoffen aus dem Blut – nachzukommen. Dann ist sie z.B. auch für Proteine durchlässig, welche in der Regel durch den Glomerulus-Filter und den Nierenröhrchen herausgefiltert werden würden.

Eine sehr häufige Ursache für eine gesteigerte Eiweißausscheidung über den Urin ist der Verlust der Podozyten, der sogenannten Füßchenzellen, welche sich in den Nierenkörperchen befinden. Dort bilden sie kleine Schlitze, welche von einer Membran bedeckt sind, wobei diese Membran ebenfalls aus Podozyten besteht. Durch diese Membran wird das Blutplasma gepresst und filtriert. Kommt es zu einem Verfall der Podozyten, wird der Filter undicht und das Eiweiß, welches nun nicht mehr gefiltert werden kann, landet im Urin. Podozyten können nicht ersetzt werden, was als Folge ihres Verfalls zu einem Absterben einzelner Abschnitte des Nierenkörperchens führen kann. Im Falle von Bluthochdruck kommt es zudem durch einen erhöhten Druck auf die Gefäße zu einer zusätzlichen Schädigung der Podozyten. Liegt dagegen eine Erkrankung an Diabetes mellitus vor, erfolgt die Schädigung der Podozyten aufgrund des hohen Blutzuckerspiegels.

Da der Urin stets über die Niere gefiltert wird, zählen in vielen Fällen Erkrankungen oder Schädigungen der Niere auch zu den Hauptauslösern einer Proteinurie. Faktoren, die die Nieren schädigen, sind u.a. folgende:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln
  • Arterienverkalkungen (Arteriosklerosen) aufgrund von Bewegungsmangel, Übergewicht, Einnahme von Schmerzmitteln, Stress, Nikotinkonsum, einer salz- und fettreiche Ernährung sowie Alkohol

Eine Proteinurie kann allerdings auch andere Ursachen haben, z.B.

  • Akute fieberhafte Erkrankungen
  • Extreme körperliche Anstrengung
  • Harnwegsinfekte
  • Herzinsuffizienz
  • Operative Eingriffe
  • Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie)

Symptome & Anzeichen

Bei den meisten Menschen befindet sich ab und zu eine erhöhte Menge an Protein im Urin, ohne dass diese sich durch etwaige Symptome bemerkbar machen würde. Eine Reihe von anderen Symptomen macht jedoch eine Urinkontrolle erforderlich, da es eine Vielzahl ernsthafter Erkrankungen – insbesondere der Nieren – gibt, zu deren Hauptsymptomen Eiweiß im Urin gehört.

Hypertonie und vaskuläre Nephropathie
Als vaskuläre Nephropathie bezeichnet man eine Schädigung der Nieren, welche durch einen dauerhaft zu hohen Blutdruck hervorgerufen wird. Beim Blutdruck werden zwei Werte gemessen, der systolische (obere) Druck und der diastolische (untere) Druck. Optimal gilt ein Wert von jeweils weniger als 120 bzw. 80, wobei Werte von 139 und 89 als gerade noch normal angesehen werden. Bei einer schweren Hypotonie, also einem Fall von extremem Bluthochdruck, liegen die Werte dagegen bei 180 bzw. 110. Bluthochdruck ist jedoch ein großer Risikofaktor für Herz-, Gefäß-, Augen- und Nierenerkrankungen.

Aus diesem Grund sollte im Falle, dass Symptome wie Kopfschmerz, Schwindelgefühle, Müdigkeit, Nasenbluten, rote Gesichtsfarbe, Kurzatmigkeit und Ohrgeräusche auftreten, unbedingt beides kontrolliert werden: sowohl der Blutdruck, als auch der Eiweißgehalt im Urin. Ist beides feststellbar, sollte unbedingt ein Nephrologe aufgesucht werden.

Diabetische Nephropathie
Eine dauerhafte Erhöhung des Blutzuckerspiegels führt ebenfalls zu einer Schädigung der Nieren. Wie der Bluthochdruck verursacht diese Erkrankung zunächst kaum Beschwerden, gehört aber neben dem Bluthochdruck zu den häufigsten Ursachen für ein Versagen der Nieren.

Da eine Diabetische Nephropathie oft jahrelang keine Beschwerden verursacht, ist eine Früherkennung dieser Erkrankung nur möglich, wenn der Urin vom Arzt regelmäßig auf Albumin (einen bestimmten Eiweißstoff) untersucht wird. Neben Eiweiß im Urin können in diesem Fall auch Juckreiz, Leistungsschwäche, eine hellbräunliche Hautfarbe, Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen (vor allem in den Beinen) und eine unerklärliche Gewichtszunahme auf eine bereits fortgeschrittene Schädigung der Nieren hinweisen.

Glomerulonephritis
Bei der Glomerulonephritis handelt es sich um eine Entzündung der Nierenkörperchen. Bei dieser Erkrankung sind stets beide Nieren betroffen – und in verschiedenem Ausmesser auch sämtliche Nierenkörperchen. Die Tatsache, dass bei knapp einem Drittel der dialysepflichtigen Patienten eine chronische Glomerulonephritis für die Zerstörung der Nieren verantwortlich ist, zeigt die Gefahr dieser Erkrankung. Diese wird, anders als die Nierenbeckenentzündung, nicht durch Bakterien verursacht und kann aus diesem Grund auch nicht mit Antibiotika behandelt werden.

Da die diese Form der Nierenentzündung in der Regel keine Schmerzen verursacht, wird sie häufig erst im Laufe von Routineuntersuchungen entdeckt. Auch hier gehört die Ausscheidung von Eiweiß über den Urin zu den Hauptsymptomen, wobei der Urin zusätzlich schaumig und von Blut rot gefärbt sein kann. Zu den weiteren Symptomen zählen Bluthochdruck, Wassereinlagerungen im Gewebe und niedrige Eiweißkonzentrationen im Blut.

Präeklampsie
Bei einer Präeklampsie liegt eine sogenannte Schwangerschaftsvergiftung vor, wobei diese Bezeichnung inzwischen veraltet ist. (Die Erkrankung ist auch unter den Namen schwangerschaftsinduzierte Hypertonie (SIH), hypertensive Erkrankung in der Schwangerschaft (HES), präeklamptische Toxämie (PET), Toxikose, Gestose oder EPH-Gestose bekannt.) Die Hauptsymptome einer Präeklampsie stellen Hypertonie (Bluthochdruck) und Proteinurie dar, wobei es zusätzlich auch zu Ödemen (Wassereinlagerungen) kommen kann. Sie tritt nur selten vor der 20. Schwangerschaftswoche auf, wobei noch nicht geklärt ist, wodurch genau die Erkrankung eigentlich hervorgerufen wird.

Da 10 Prozent der Schwangeren während der Schwangerschaft an Hypertonie leiden und sogar 80 Prozent von ihnen an Ödemen, insbesondere gegen Ende der Schwangerschaft, sind diese Symptome allein noch nicht besorgniserregend. Erst zusammen – und das insbesondere verbunden mit einer Proteinurie – ist Vorsicht geboten.

Harnwegsinfekt
Der Begriff Harnwegsinfekt ist ein Sammelbegriff für verschiedene Schleimhautentzündungen, von denen die ableitenden Harnwege (Harnblase, Harnleiter und Harnröhre) betroffen sein können. In der Regel werden diese von aufsteigenden Bakterien verursacht. Zu den typischen Symptomen gehören neben Proteinurie auch Schmerzen oder Brennen beim Urinieren, Blut im Urin sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Bei schwerem Krankheitsverlauf können auch Fieber und Schüttelfrost vorkommen.

Beim Harnwegsinfekt wird zwischen dem unkomplizierten und dem komplizierten Harnwegsinfekt unterschieden, wobei die komplizierte Form meist mehr Gesundheitsrisiken birgt und langwieriger verläuft. Ein Harnwegsinfekt gilt dann als kompliziert, wenn er bei bestimmten Personengruppen aufritt oder durch spezielle Umstände hervorgerufen wird. Hierzu zählen u.a. anatomische Besonderheiten (wie z.B. Harnröhrenverengungen), Harnwegsinfekte bei Männern, Kindern oder Schwangeren sowie Patienten mit Immunschwäche oder schwerwiegenden Stoffwechselerkrankungen, wie beispielweise Diabetes mellitus.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Analyse des Urins spielt speziell aus dem Grund eine große Rolle, da verschiedene Krankheiten im Anfangsstadium über veränderte Urinwerte erkannt werden können. Werden dagegen nur die Blutwerte untersucht, kann eine Reihe von Erkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt werden – beispielweise wenn schon die Hälfte des Nierengewebes zerstört ist.

Besonders der Nachweis von hohen Eiweißkonzentrationen im Urin ist jedoch in den meisten Fällen ein Warnsignal – je höher der Eiweißgehalt im Urin ist, desto größer fällt die Wahrscheinlichkeit aus, dass bald eine Dialysetherapie erforderlich sein wird.

Die Lösung scheint denkbar einfach: ein Teststreifen wird kurz in Urin getaucht und daraufhin auf eine Verfärbung hin kontrolliert, welche Aussagen über den Eiweißgehalt im Urin zulässt. Es gibt unterschiedliche Arten von Teststreifen, wobei sich in den letzten Jahren jene durchgesetzt zu haben scheinen, welche auf Albumin reagieren. Dabei handelt es sich um ein globuläres Protein, welches bei einer Proteinurie häufig im Urin vorzufinden ist.

Verfärbt sich der Teststreifen blaugrün, liegt eine erhöhte Ausscheidung von Eiweiß vor. Dieses Ergebnis sagt allerdings nichts darüber aus, ob diese Erhöhung bereits chronisch geworden ist oder die Nieren schon in Mitleidenschaft gezogen worden sind – hierfür sind weitere Labortests notwendig.

Die Frage, ob bereits eine permanente Proteinurie vorliegt, ist in diesem Fall von großer Bedeutung, da in vielen Fällen nur in einem solchen Fall ein akuter Handlungsbedarf vorliegt. Allerdings muss in jedem Fall abgeklärt werden, welche Erkrankung für den erhöhten Eiweißgehalt im Urin verantwortlich ist. Hierfür ist jedoch der Hintergrund der jeweiligen Person auschlaggebend, sowie andere Begleitsymptome. So muss beispielweise besonders bei schwangeren Frauen aufgrund des Risikos einer Schwangerschaftsvergiftung bei erhöhten Eiweißwerten im Urin eine eingehende Untersuchung erfolgen, um die für Kind und Mutter lebensgefährliche Krankheit ausschließen oder rasch behandeln zu können.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Prinzipiell lässt sich sagen, dass ein erhöhter Eiweißgehalt im Urin eher ein Männer- als ein Frauenproblem darstellt. So waren im Jahr 2012 in nur 42,2 Prozent der Fälle Frauen erkrankt, Männer machten dagegen 57,8 Prozent der Fälle aus. Andererseits leiden besonders häufig Frauen unter Harnwegsinfektionen, welche ebenfalls zu Eiweiß im Urin führen können. Schätzungsweise jede zehnte Frau ist mindestens einmal jährlich von einer Harnwegsinfektion betroffen, wobei dies besonders häufig Frauen nach den Wechseljahren sowie Vegetarierinnen betrifft.

Altersspezifische Unterschiede haben sich in der durchschnittlichen Bevölkerung im selben Jahr dagegen nicht feststellen lassen. Nur in Hinblick auf den Wohnsitz gab es Unterschiede: Personen mit Wohnsitz in Bayern, Thüringen, Niedersachsen, Berlin und der Rheinland-Pfalz sind Untersuchungen aus dem Jahr 2012 zufolge seltener von Eiweiß im Urin, also einer isolierten Proteinurie, betroffen als Personen mit Wohnsitz in den restlichen Bundesländern, also Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hessen oder dem Saarland.

Allgemein kann festgehalten werden, dass in der sogenannten Normalbevölkerung fünf bis sieben Prozent von einer Proteinurie, also einem erhöhten Eiweißgehalt im Urin, betroffen sind. Der Prozentsatz unter den Patienten, welche an einer chronischen Erkrankung leiden, ist dagegen wesentlich höher: So leiden 20 bis 30 Prozent der Hypertoniker, also Personen mit Bluthochdruck, sowie 30 bis 40 Prozent der Typ-2-Diabetiker unter einer langandauernden, erhöhten Menge an Eiweiß im Urin, einer sogenannten manifesten Proteinurie.

Einen Sonderfall bildet die Schwangerschaft – hier kann Eiweiß im Urin u.U. eines der Leitsymptome einer Präeklampsie, also einer Schwangerschaftsvergiftung (Gestose), sein. Diese Erkrankung ist schwangerschaftsspezifisch und kommt aus diesem Grund nur bei schwangeren Frauen vor. Eine Präeklampsie tritt bei ungefähr zwei Prozent aller Schwangeren auf.


Komplikationen bei der Krankheit

Wie bereits erwähnt kommt es bei vielen Menschen früher oder später zu einem vorübergehend erhöhten Eiweißgehalt im Urin, der sich jedoch von selbst wieder normalisiert.

Wie oben geschildert ist der erhöhte Eiweißgehalt im Urin jedoch in vielen Fällen ein Symptom, das auf eine Schädigung der Niere schließen lässt. Bei mehreren Formen des Nierenversagens, sei es in Zusammenhang mit Schädigungen aufgrund von Bluthochdruck oder Diabetes, ist ein erhöhter Proteingehalt im Urin ein Alarmsignal, das unbedingt ernst genommen werden sollte, um die Funktion der Nieren u.U. noch erhalten zu können. Im Falle der Glomerulonephritis, in deren Verlauf es wie schon geschildert ebenfalls zur kompletten Zerstörung der Niere kommen kann, ist ein erhöhter Eiweißgehalt im Urin gar eines der Hauptsymptome.

Insbesondere Personen, die unter Typ-2-Diabetes leiden, sollten ihren Urin unbedingt regelmäßig auf dessen Eiweißgehalt, genauer gesagt Albuminwerte, hin analysieren lassen, da zwischen einer sogenannten Makroalbuminurie (einer bestimmten Form der Proteinurie) und der Dialyse im Durchschnitt nur acht Jahre liegen, wenn keine entsprechende Behandlung erfolgt.

Eine Präeklampsie bzw. Schwangerschaftsvergiftung, zu deren Symptomen ebenfalls ein erhöhter Eiweißgehalt im Urin zählt, kann für Mutter und Kind tödlich enden. Deswegen sollte in diesen Fällen stets die Ursache für erhöhte Eiweißwerte im Urin abgeklärt werden.

Neuere Forschungsergebnisse deuten zudem darauf hin, dass hohe Eiweißwerte im Urin auch die Bildung von Blutklumpen in den Lungen oder Venen begünstigen können. Man spricht dann von Venenthromboembolie oder TEV, wobei man mit diesen Krankheiten vor allem das Protein Albumin in Verbindung bringt. Dies hängt damit zusammen, dass ein Zuviel dieser sogenannten Albumine im Urin mit verschiedenen Veränderungen in einer Reihe von Verklumpungsproteinen in Zusammenhang gebracht wird.

Andere Forschungen zeigen, dass allein schon die Proteinurie als isolierter Risikofaktor das Schlaganfallrisiko um 71 % erhöht. Andererseits kann das Risiko ebenfalls durch eine Verminderung der Proteinausscheidung über den Urin reduziert werden.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Proteinurie tritt zwar selten als einzelnes Symptom auf, sollte allerdings in jedem Fall abgeklärt werden, da sie eines der Hauptsymptome für eine Schädigung der Nieren darstellt und zudem das Risiko für Vorfälle wie einen Schlaganfall stark erhöhen kann. In Westeuropa ist die oben beschriebene diabetische Nephropathie die Hauptursache für die Entstehung einer chronischen Niereninsuffizienz.

Besondere Eile ist geboten, wenn zu einer Proteinurie noch weitere Symptome, wie z.B. Bluthochdruck oder Diabetes mellitus hinzukommen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Nephrologe, also Nierenspezialist, aufgesucht werden.

Neben dem Nephrologen ist der persönliche Hausarzt der richtige Ansprechpartner, wo eine Analyse des Urins ausgeführt und u.U. notwendige Behandlungsmaßnahmen in die Wege geleitet werden können.


Behandlungsmethoden & Therapie

Kommt es nur unregelmäßig zu einer sogenannten reversiblen Proteinurie, ist deren Behandlung in der Regel unproblematisch, da die Symptome – der erhöhte Proeteingehalt im Urin – von selbst wieder verschwinden, ohne weitere Symptome zu verursachen. Kommt eine solche reversible Proteinurie allerdings häufiger vor, ist es nichtsdestotrotz empfehlenswert, die eigene Lebensweise zu hinterfragen. Ist Übergewicht vorhanden? Raucht man? Trinkt man zu viel? Ernährt man sich unausgewogen? Leidet man häufig unter Stress? In all diesen Fällen kann man eine solche reversible Proteinurie u.U. selbst therapieren damit diese nicht mehr so häufig auftritt.

Eine pathologische Proteinurie kann, wie bereits in diesem Artikel weiter oben erläutert, viele verschiedene Ursachen haben. Je nach Krankheitsbild kann die Proteinurie als Symptom nicht mehr vollständig geheilt werden, beispielweise wenn bereits eine Schädigung der Nieren vorliegt. Allerdings gilt es in jedem Fall zu versuchen, den Krankheitsverlauf soweit wie möglich zu verlangsamen, um das Risiko eines Nierenversagens oder anderer schwerwiegender Folgeerkrankungen so weit wie möglich zu minimieren. Das schließt insbesondere die Behandlung von eventuell vorhandenen Krankheiten wie Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit) und Hypertonie (Bluthochdruck) mit ein.

In jedem Fall wird der Hausarzt bei einer vorliegenden Proteinurie die bestehende Medikation des jeweiligen Patienten auf nephrotoxische Substanzen hin überprüfen. Das bedeutet, dass die Medikamente daraufhin geprüft werden, ob sie Bestandteile enthalten, die einen schädigenden Einfluss auf die Nieren haben. Trifft dies zu, wird er versuchen, die Dosis des jeweiligen Medikaments anzupassen oder dieses gar zu ersetzen. Außerdem wird er etwaigen Rauchern das Aufgeben ihrer Sucht besonders nahe ans Herz legen.

In einigen Fällen wird zu einer Limitierung der Eiweißzufuhr über die Ernährung als therapeutische Maßnahme geraten, wobei diese Maßnahme allerdings kontrovers diskutiert wird.

Einen Sonderfall in Bezug auf die Behandlung stellt die Proteinurie in Zusammenhang mit einer Präeklampsie bei einer schwangeren Frau dar. Da die Erkrankung in diesem Fall für Mutter und Ungeborenes tödlich enden kann, werden hier in jedem Fall sofortige Maßnahmen ergriffen.

Wird die Krankheit früh genug erkannt, genügt in vielen Fällen körperliche Ruhe (bis hin zur Bettruhe) kombiniert mit einer ausgewogenen eiweiß-, salz- und kalorienreichen Ernährung bereits, um die Krankheit aufzuhalten. Wenn allerdings die Beschwerden nicht abnehmen und/oder der Blutdruck zu stark ansteigt, muss eine Aufnahme im Krankenhaus erfolgen. Dort werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, welche in Bezug auf eine Proteinurie auch aus einem Dauerkatheder bestehen können. Nur auf diese Weise ist eine ununterbrochene Überwachung der Urinwerte möglich.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Vorbeugung von Eiweiß im Urin bzw. einer Proteinurie ist nur in so weit möglich, dass man sich mit einem gesunden Lebensstil vor dem Auftreten der verschiedenen Krankheiten schützen kann, welche mit einer Proteinurie in Zusammenhang gebracht werden. Aus diesem Grunde sollten alle Faktoren, die die Nieren schädigen können, minimiert oder gänzlich ausgeschalten werden.

Besonders Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Arterienverkalkungen erhöhen drastisch die Wahrscheinlichkeit von Nierenschäden, wobei diese Krankheiten durch folgende Faktoren begünstigt werden:

  • Alkohol
  • Bewegungsmangel
  • Einnahme von Schmerzmitteln
  • Nikotin
  • Salz- und fettreiche Ernährung
  • Stress
  • Übergewicht

Zur Vorbeugung einer Proteinurie sollte der Alkoholkonsum also stark eingeschränkt und genügend Bewegung in den Alltag eingebaut werden. Auf die Einnahme von Schmerzmitteln sollte so weit wie möglich verzichtet werden, auf Nikotin am besten vollständig. Stress lässt sich zwar nicht immer vermeiden, man kann aber den Umgang mit diesem psychosozialen Faktor, z.B. mithilfe von Entspannungsübungen, erlernen. Auch Übergewicht sollte abgebaut und auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.


Prognose zur Heilung

In vielen Fällen tritt eine Proteinurie nur vorübergehend und noch dazu unbemerkt auf, bevor sie unbehandelt wieder verschwindet. In diesem Fall kommt es zu einer „Heilung“, ohne dass die entsprechende Person davon etwas bemerkt.

Ist die Proteinurie dagegen Teil einer anderen Erkrankung, hängen die Heilungschance stark davon ab, wie schnell Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden können.

Im Fall, dass die Nieren bereits in Mitleidenschaft gezogen worden sind, kann ein Fortschreiten der Erkrankung durch eine entsprechende Behandlung oft verhindert werden, wobei dies jedoch von den Ausmaßen der bereits entstandenen Schädigung abhängig ist. Zudem ist der vom Patienten geleistete Einsatz hier von großer Bedeutung. Ist der Patient bereit, Risikofaktoren wie beispielweise das Rauchen und übermäßige Trinken von alkoholischen Getränken einzustellen, bei Übergewicht ein Normalgewicht anzustreben und seine Ernährungsgewohnheiten zu verbessern?

Auch bei einer Schwangerschaftsvergiftung bzw. Präeklampsie ist eine Behandlung in der Regel möglich, wenn die Krankheit früh genug erkannt und entsprechend behandelt wird.

Aus alle dem ist ersichtlich, dass die Heilungschancen maßgeblich von einer frühzeitigen Erkennung des Proteins im Urin bzw. der Proteinurie abhängig sind.


Proteinurie bei Sportlern

Da eine Proteinurie vielen Medizinern zufolge auch durch sportliche Belastungen ausgelöst werden kann, könnte man annehmen, dass Sportler häufiger als andere Gruppen der Bevölkerung von einer Proteinurie betroffen sind.

Neuen Kenntnissen zufolge lässt der glomeruläre Kapillarwall der Nieren aber auch dann eine Passage bestimmter Proteine zu, wenn keine krankhaften Veränderungen der sogenannten Basalmembran vorliegen. Dann ist von einer sogenannten „Belastungsproteinurie“ die Rede. Diese kann selbst dann vorliegen, wenn mit den üblichen Methoden kein Eiweiß im Urin nachgewiesen werden kann. In einem solchen Fall lassen sich die Proteine nur mit sehr empfindlichen Untersuchungsmethoden, sogenannten Elektrophoresemethoden, nachweisen. Dies liegt daran, dass in einem solchen Fall hauptsächlich niedermolekulare Proteine ausgeschieden werden.

Forscher haben ebenfalls versucht herauszufinden, ob nach extremen Langzeitdauerbelastungen pathologische Proteinmustern im Urin feststellbar sind. Hierfür haben sie den Urin der Teilnehmer nach 42 bis 75 km untersucht, konnten allerdings trotz eingehender Analyse keine solchen Muster finden. Nach einer solchen Dauerbelastung enthält der Urin, der auch als Nachbelastungsurin bezeichnet wird, überwiegend Proteine, welche ein Molekulargewicht von 90 000 aufweisen, und kann aus diesem Grund als selektiv bezeichnet werden.


Alternative Behandlungsmethoden

Je nach Ausprägung der Krankheit, durch welche die Proteinurie ausgelöst wird, besteht auch die Möglichkeit, diese durch alternative Behandlungsmethoden zu therapieren.
Ernährungstherapie
Da die Proteinurie durch eine ungünstige Ernährungsweise negativ beeinflusst werden kann, kann im Bedarfsfall auch eine Ernährungstherapie von Vorteil sein. Mit der Hilfe entsprechend ausgebildeter Therapeuten kann es dem Patienten u.U. wesentlich leichter fallen, neue Ernährungsgewohnheiten im Alltag zu integrieren und damit einer Proteinurie entgegenzuwirken.
Haaranalytik
Im menschlichen Haar wird eine ganze Reihe von Stoffen, welche der Mensch im Laufe der Zeit mit der Nahrung, dem Atem, über die Haut usw. aufnimmt, weitestgehend unverändert in dessen Struktur eingelagert. Die Weitergabe der Stoffe erfolgt hierbei über den Blutkreislauf. Bei der Haaranalytik können die Haare nun beispielweise auf toxische Stoffe hin analysiert werden, welche die Nieren belasten und somit eine Proteinurie begünstigen können. Mit Hinblick auf die Analyseergebnisse kann dann eine gezielte Stärkung des Organs erfolgen.
Körperbetonte Psychotherapien
Wie erwähnt sind Bluthochdruck und Diabetes häufige Symptome, die gemeinsam mit einer Proteinurie auftreten. Da beides häufig mit Übergewicht und einem mangelhaften Gespür für den eigenen Körper einhergeht, können körperbetonte Psychotherapien dahingehend helfen, ein besseres Gespür für den eigenen Körper zu entwickeln und gesündere Lebensgewohnheiten anzunehmen.
Mentales Training
Insbesondere Hypotonie (Bluthochdruck) kann in Kombination mit einer Proteinurie ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. Sowohl der Blutdruck als auch die Nieren und alle anderen Organe des Körpers werden stark von psychosozialen Faktoren, wie beispielweise Stress, beeinflusst. Durch mentales Training kann man jedoch lernen, besser mit stressausösenden Situationen umzugehen und somit die Nieren und den restlichen Körper entlasten.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Zu den medizinischen Anwendungen der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören u.a. die Akupunktur, diverse Bewegungsübungen wie Qigong, die Diätetik und spezielle Massagetechniken. Sie alle dienen dem Zweck, die Lebensenergie – das sogenannte Qi – wieder ins Gleichgewicht zu bringen und somit die Gesundheit einer Person wieder herzustellen. Da dieser Sichtweise zufolge auch bei einer Proteinurie ein Ungleichgewicht der Energieströme vorliegt, können die Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin auch dahingehend genutzt werden, um deren Gleichgewicht wieder herzustellen.

Welche Hausmittel können helfen?

Da verschiedene Krankheiten und Faktoren zu krankhaft erhöhten Proteinwerten im Urin führen können, gibt es auch eine Reihe verschiedener Hausmittel, welche im Bedarfsfall angewendet werden können.
Preiselbeersaft
Schätzungen zufolge leidet jede zehnte Frau mindestens einmal jährlich an einer Harnwegsinfektion, die ebenfalls eine Proteinurie auslösen und für die Nieren zum Gesundheitsrisiko werden kann. Besonders häufig sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen, da bei diesen die Östrogenproduktion stark reduziert ist. Bei Männern kann dagegen eine vergrößerte Prostata das Risiko erhöhen. Durch verschiedene Studien konnte belegt werden, dass mit der Einnahme von ungefähr einem halben Liter Preiselbeersaft am Tag weiteren Harnwegsinfekten vorgebeugt werden kann. Dies hängt wahrscheinlich mit dem Tannin zusammen, welches in den Preiselbeeren enthalten ist und das Anheften der Bakterien an den Zellwänden der Nieren und Harnblasen verhindert.
Laktobazillus
Ein weiteres Hausmittel zur Vorbeugung gegen weitere Harnwegsinfektionen besteht in der Verabreichung von Laktobazillus über die Scheide. Hierfür können beispielweise zwei Teelöffel Naturjoghurt auf einer Binde im Slip verteilt werden.
Reines Wasser
Bei einer Proteinurie sollte in jedem Fall auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, am besten reinem Wasser, geachtet werden. Über den Tag verteilt sollte man zur Unterstützung der Nierentätigkeit mindestens zwei Liter Wasser zu sich nehmen, wobei die Menge insbesondere bei körperlicher Anstrengung, Stress oder Hitze deutlich höher ausfallen darf.
Brennnesseltee
Zur Vorbeugung einer Proteinurie ist auch das Trinken von Brennnesseltees empfehlenswert, um die Nieren bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Schutz vor Zugluft
Insbesondere junge Frauen sollten darauf achten, ihren Nierenbereich durch entsprechende Kleidung vor Kälte und Zugluft zu schützen.
Bewegung und Sport
Zur Vorbeugung bzw. zur Behandlung einer regelmäßig wiederkehrenden Proteinurie ist ganz besonders die Ausübung einer sportlichen Tätigkeit empfehlenswert. Dies führt zu einer besseren Durchblutung sämtlicher Organe (einschließlich der Nieren), reduziert die Menge der Stresshormone im Blut und wirkt sich auch positiv auf den Blutdruck aus, der in Kombination mit einer Proteinurie zum ernsthaften Gesundheitsrisiko werden kann.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Zur Behandlung einer Proteinurie, die durch eine leichte Form einer Nierenisuffizienz hervorgerufen wird, kommen folgende Heilpflanzen in Frage:

  • Ackerschachtelhalm
  • Bärentraube
  • Birkenblätter
  • Goldrute
  • Habichtskraut

Bärentraube
Im Spätsommer enthält die Bärentraube, welche bei uns unter Naturschutz steht, die meisten wirksamen Inhaltsstoffe. Der aus Bärentraubenblättern gewonnene Tee wirkt sich sehr positiv auf die Blase, Harnwege und Nieren aus. Zudem hat er eine antibakterielle Wirkung.

Anwendung
Zunächst müssen Sie 1 Teelöffel Bärentraubenblätter mit einem Viertelliter kaltem Wasser übergießen und diese Mischung 12 Stunden stehen lassen. Anschließend sollte der Tee auf Trinktemperatur erwärmt werden.

Dosierung
2-5 Tassen täglich

Dauer
Nach ca. 3-5 Tagen sollte eine deutliche Linderung eingetreten sein, ansonsten sollte ein Arzt konsultiert werden.

Goldrute
Es gibt verschiedene Arten der Goldrute, wobei die Wirkstoffkonzentrationen der Hohen und der Kanadischen Goldrute die der bei uns heimischen Echten Goldrute übertreffen. Die Pflanze wirkt u.a. harntreibend und durch ihre Förderung der Nieren auch gut gegen eine akute Proteinurie.

Anwendung:
Zur Herstellung eines Blasentees 50 g Goldrutenkraut mit 40 g Gundelrebe, 40 g Indischem Nierentee, 50 g Schafgarbe und 20 g Taubnesselblüten mischen. Zwei Teelöffel dieser Mischung pro Tasse mit 200 ml heiß übergießen und bis zu einer Viertelstunde ziehen lassen. Danach abseihen und den Blasentee über den Tag verteilt trinken. Im akuten Krankheitsfall, beispielweise bei einer durch eine bakterielle Blasenentzündung verursachten Proteinurie, kann die Menge vorübergehend auf mehr als 4 bis 5 Tassen täglich gesteigert werden.

Dauer:
Nach ca. 3-5 Tagen sollte eine deutliche Linderung eingetreten sein, ansonsten sollte ein Arzt konsultiert werden.

Ätherische Öle

 

  • Anisöl
  • Rosmarinöl
  • Teebaumöl

Fußbad mit Rosmarin
Zunächst mischen Sie 1 Esslöffel Sahne mit 3-5 Tropfen ätherischem Rosmarinöl und geben die Mischung in ein Gefäß. Das Wasser im Gefäß sollte eine Temperatur von ca. 35°C aufweisen und bis zu Ihren Knien reichen. Dann füllen Sie nach und nach heißes Wasser nach, bis sich die Wassertemperatur auf etwa 39°C erhöht hat. Die Gesamtbadedauer sollte eine Viertelstunde nicht überschreiten. Im Anschluss sollten Sie sich ungefähr eine halbe Stunde gut eingepackt ausruhen.

Inhalation von Anisöl und Teebaumöl
Anisöl wirkt entspannend und stabilisierend auf den gesamten Organismus, während Teebaumöl nicht nur Bakterien, sondern auch Pilze und Viren abtötet. Die Tropfen können beispielweise inhaliert werden, indem Sie einige Tropfen von dem jeweiligen Öl in eine Schüssel geben und mit heißem Wasser übergießen. Anschließend atmen Sie den Geruch des Öls tief ein.

Homöopathie & Globuli

 

  • Calcera arsenicosa
  • Chimaphila umbellata
  • Mercurius solubilis

Calcera arsenicosa
Beim homöopathischen Mittel Calcera arsenicosa handelt es sich um eines der wichtigsten Mittel bei einer beginnenden Proteinurie bzw. Albuminurie.

Chimaphila umbellata
Chimaphila umbellata hilft bei einer vorliegenden Albuminurie, Blasenentzündung, erschwerten Harnentleerung, Harnwegsinfekten sowie einer akuten Proteinurie.

Mercurius solubilis
Mercurius solubilis kommt bei der Behandlung von Harnwegsinfekten, Albuminurie, Proteinurie und erschwerter Blasenentleerung zum Einsatz.

Dosierung
Grundsätzlich gelten die Empfehlungen des Therapeuten oder die Angaben in der Gebrauchsanweisung. Stehen diese nicht zur Verfügung, gilt zur Orientierung folgende Empfehlung:
Erwachsene
Potenzen: bis einschließlich D23 bzw. C11
Häufigkeit: bei akuten Beschwerden stündlich 5 Globuli, 5 Tropfen oder 1 Tablette
Dauer: bis zur Linderung der akuten Beschwerden, jedoch höchstens 6 Mal innerhalb von 24 Stunden; bei chronischen Erkrankungen sollten bis zu drei Mal täglich 5 Globuli, 5 Tropfen oder 1 Tablette eingenommen werden
Kinder
Säuglinge (0-1 Jahr): Drittel der Dosis für Erwachsene (am besten als Globuli)
Kleinkinder (1- 6 Jahre): Hälfte der Dosis für Erwachsene
Kinder (6 – 12 Jahre): zwei Drittel der Dosis Erwachsene

Schüssler-Salze

Schüssler-Salz Nr. 19, Cuprum arsenicosum
Funktionen im Organismus:

  • Bildung der roten Blutkörperchen
  • Stärkung des Immunsystems
  • Regulierung und Beruhigung des zentralen Nervensystems

Mangel
Ein Mangel dieses Schüssler-Salzes kann u.a. eine Proteinurie hervorrufen.

Einnahme
Dieses Schüssler-Salz wird am besten morgens und abends eingenommen.

Diät & Ernährung

Man spricht von einer sogenannten reversiblen Proteinurie, wenn der Eiweißgehalt im Urin nur kurzzeitig erhöht ist. Das kann beispielweise dann der Fall sein, wenn Sie über die Nahrung sehr viele – bzw. in diesem Fall zu viele – Proteine aufgenommen und damit Ihre Nieren überfordert haben. Denn bei einer sehr proteinreichen Ernährung wird das überschüssige Eiweiß auch über die Nieren ausgeschieden, die eben ab einer bestimmten Menge überfordert sind.

Was also tun? Zunächst ist es auf jeden Fall ratsam, den Eiweißkonsum zu beschränken – befindet sich zu viel Eiweiß im Urin, sollte die Ernährung mit anderen Worten umgestellt und die Menge an verzerrtem Fleisch, Fisch und Wurst stark reduziert werden. Ob die Menge an Milchprodukten auf dem Speiseplan ebenfalls verringert werden muss, hängt von der Diagnose und dem Krankheitsverlauf ab.

Auf jeden Fall sollte, während eine Reduzierung der Aufnahme der tierischen Eiweiße erfolgt, zur Deckung des Eiweißbedarfs gleichzeitig die Menge an eiweißreichem Gemüse, wie z.B. Bohnen, Erbsen und Linsen erhöht werden.

Es muss dennoch betont werden, dass die Maßnahme der Beschränkung des Eiweißkonsums kontrovers diskutiert wird. Derzeit lautet die Empfehlung für die Normalbevölkerung, dass die Eiweißzufuhr maximal 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht betragen sollte.

Frauen, die in ihrer Ernährung vollständig auf den Verzehr von Fleisch verzichten, neigen aufgrund ihres eher basischen Urins häufiger zu Harnwegsinfektionen als solche, die sich von einer ausgewogenen Mischkost ernähren. Aus diesem Grund kann eine zusätzliche Einnahme von Aminosäure bei Vegetarierinnen, die häufiger unter Harnwegsinfekten leiden, zur Ansäuerung des Harns hilfreich sein.


FAQ – Fragen & Antworten

Kann das Ergebnis eines Teststreifens fälschlicherweise Eiweiß im Urin anzeigen?
Ja, das kommt vor. Aufgrund einiger Medikamente, Spülmittel und diverser Desinfektionsmittel kann es fälschlicherweise zu einem positiven Testergebnis kommen. Auch Spermaflüssigkeit, welche in den Harn gelangt ist, sowie sehr konzentrierter Urin (aufgrund eines Flüssigkeitsmangels) können zu einem positiven Ergebnis führen.

Muss eine Proteinurie immer abgeklärt werden?
Eine chronische oder regelmäßig wiederkehrende Proteinurie sollte in jedem Fall abgeklärt werden, insbesondere wenn auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Hypotonie bestehen oder eine Schwangerschaft vorliegt.

Ich leide häufig an Harnwegsinfekten und Eiweiß im Urin – was kann ich tun?
Laktobazillus und Preiselbeeren sind einfach zu beschaffende Hausmittel, mit denen Sie selbst einem wiederkehrenden Harnwegsinfekt vorbeugen können. Zudem sollten Sie darauf achten, Ihre Nieren keiner Kälte oder Zugluft auszusetzen. Eventuell könnte auch die Zubereitung der beschriebenen Kräutertees in Ihrem Fall hilfreich sein.

Deutet eine Proteinurie immer auf Nierenprobleme hin?
Nein. Auch wenn eine Proteinurie häufig mit einer Erkrankung der Niere verbunden ist, gibt es auch andere Ursachen, wie beispielweise ein Harnwegsinfekt oder eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung).

Wie kann ich einer Proteinurie vorbeugen?
Trinken Sie genug, sorgen Sie jeden Tag für ausreichend Bewegung und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Wenn Sie zusätzlich noch lernen, mit Stress umzugehen und auf Ihr Gewicht achten, stehen die Chancen sehr gut, dass Sie nicht so schnell an einer Proteinurie erkranken.

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