Kompartmentsyndrom

Steckbrief: Kompartmentsyndrom

  • Name(n): Kompartmentsyndrom; Muskelkompressionssyndrom; Logensyndrom
  • Art der Krankheit: überhöhter Gewebedruck im von Faszien umschlossenen Haut- oder Weichteilmantel
  • Verbreitung: ohne spezifisches geografisches Vorkommen; überwiegend junge Menschen und Läufer betroffen
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1881 durch den Hallenser Chirurgen Richard von Volkmann
  • Behandelbar: ja; dringend notwendig
  • Art des Auslösers: Blutergüsse; Knochenbrüche oder Wassereinlagerungen durch äußere Gewalteinflüsse
  • Wie viele Erkrankte: keine Angabe
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Chirurg
  • ICD-10 Codes: M62.2-

Wenn der Druck im Faszienmantel wächst

Am vergangenen Tag ist man noch einen Marathon gelaufen, doch daran ist heute nicht mehr zu denken. Der Muskel streikt, jeder Schritt bereitet Schmerzen. Aber auch im Ruhezustand klingen die Beschwerden nicht ab. Ähnliche Symptome treten häufig nach äußeren Gewalteinflüssen, etwa einem Autounfall auf.

Dahinter steckt oft ein Kompartmentsyndrom als Folge von Knochenbrüchen, starken Prellungen oder Überlastungen. Der Druck auf den Muskel ist nicht zu unterschätzen, ein akutes Kompartmentsyndrom kann lebensgefährlich sein.


Definition des Kompartmentsyndroms

Bei einem Kompartmentsyndrom bildet sich innerhalb einer Faszie ein Bluterguss oder ein Ödem, welches den Druck im Gewebe, dem Kompartment, ansteigen lässt. Die Beschwerden können entweder akuter oder chronischer Art sein und an jeder Muskelgruppe des Körpers auftreten. Am häufigsten sind jedoch Unterarm sowie Unterschenkel betroffen. Neben starken Schmerzen leidet der Patient zudem unter neuralen Einschränkungen wie beispielsweise Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühlen, welche durch eine Unterversorgung von Sauer- und Nährstoffen zustande kommen. Deshalb besteht bei einem akuten Kompartmentssyndrom auch dringender Behandlungsbedarf.


Was ist ein Kompartmentsyndrom?

Muskelgruppen, welche die gleiche Funktion besitzen, werden auch als Logen oder Kompartmente bezeichnet und sind von einer sogenannten Faszienschicht umschlossen. Diese besteht aus festem Bindegewebe, das sich auch bei Gegendruck nur geringfügig weitet.

Als Folge von Frakturen oder Prellungen durch äußere Gewalt (akute Form des Kompartmentsyndroms) oder bei Überanstrengung des Muskels, welche über einen längeren Zeitraum kleine Verletzungen in der Muskelkammer verursachen (chronische Form des Kompartmentsyndroms) bilden sich Blutergüsse oder Wassereinlagerungen in dem von der Faszie umschlossenen Raum. Aufgrund ihrer niedrigen Elastizität, gibt diese dem Volumenanstieg im Inneren nicht nach, sodass ein erhöhter Druck auf den Muskel entsteht. Für den Betroffenen hat dies schlimme Schmerzen zur Folge.

Überdies wird die Zufuhr wichtiger Nährstoffe und Sauerstoff durch die Einengung der versorgenden Blutbahnen unterbunden. In diesem Fall kann ein Kompartmentsyndrom schwerwiegende Komplikationen hervorrufen.

Welche Ursachen gibt es?

Unterschieden wird die akute sowie die chronische Form eines Kompartmentsyndroms. Beide Typen sind jedoch auf die gleiche Entstehung, wenn auch andere Ursache, zurückzuführen. In der unelastischen Gewebewand, der sogenannten Faszie, die eine Muskelgruppe umschließt, entsteht Druck durch ein zu geringes Volumen. Blut- sowie Nervenbahnen werden eingeengt, es kommt zu einer Unterversorgung des betroffenen Muskels.

Das chronische Kompartmentsyndrom
Im Gegensatz zum akuten Kompartmentsyndrom entsteht das die chronische Form schleichend. Meistens wird es durch Überlastung der Muskelgruppe verschuldet und tritt dabei besonders häufig bei Leistungssportlern, insbesondere Langstreckenläufern, und Bodybuildern auf. Man spricht auch von einem funktionellen Kompartmentsyndrom.

Aufgrund der steten Belastung vergrößert sich der Muskel innerhalb kurzer Zeit. Die Faszie, die ihn umgibt weitet sich dagegen nicht, und hindert den Muskel somit, sich auszudehnen. Es entsteht ein Druckgefühl, das der Sportler als dumpfen Schmerz wahrnimmt. Meist bereiten die Beschwerden aber nur bei Belastung Probleme.

Ein anderer Fall ist die Bildung eines Ödems durch Überlastung. Vor allem Menschen, die über einen langen Zeitraum stehen, bekommen oft dicke Beine, weil sich Gewebswasser ansammelt. Geben die Venenwände nach, läuft die Körperflüssigkeit in das umliegende Gewebe und verursacht ebenfalls einen überhöhten Druck.

Das akute Kompartmentsyndrom
Ein akutes Kompartmentsyndrom bildet sich meist durch direkte Gewalteinwirkung und bildet sich sehr schnell. Mögliche Auslöser sind:

Mit 70% stellen Traumata die häufigste Ursache für ein akutes Kompartmentsyndrom dar. Bei Knochenbrüchen, Prellungen, Quetschungen oder anderen Weichteilverletzungen durch beispielsweise Autounfälle bilden sich Blutergüsse oder Ödeme im Muskelgewebe, die von innen auf den Faszienmantel drücken. Besonders schlimme Fälle stellen Polytraumata dar, bei denen der Betroffene mehrere Verletzungen an zahlreichen Organen gleichzeitig erleidet.

Des Weiteren können Verbrennungen oder Einfrierungen die Faszie so einschränken, dass dem Muskel nicht genügend Platz geboten wird.

Aber auch medizinische Eingriffe können ein Kompartmentsyndrom verursachen. Bei einer falsch angelegten Infusion staut sich Wasser im Gewebe an, während auch die Gabe mancher Medikamente nicht risikofrei ist. So wurde zum Beispiel Antikoagulantien, bei denen es sich um Blutgerinnungshemmer handelt, eine Kompartmentsyndrom auslösende Wirkung nachgewiesen. Zu enge Nähte oder Gipsverbände nach einer Operation quetschen das Gewebe und lassen dem Muskel nicht genug Freiraum. Häufig muss bei einem chirurgischen Eingriff zur Vorbeugung die Position der Beine verändert werden, da eine ungünstige Lage ebenfalls ein Auslöser sein kann. Dementsprechend sei auch vor Thrombosen durch Bettlägerigkeit gewarnt.

In sehr seltenen Fällen ist ein Kompartmentsyndrom toxisch, etwa durch einen Insektenstich, bedingt.

Das abdominelle Kompartmentsyndrom
Eine besonders schwere Art eines Kompartmentsyndorms sit die abdominelle Form. Erleidet der Patient einen solchen Schock, besteht akute Lebensgefahr. Dieser Typ des Druckaufbaus im Gewebe wird noch einmal in zwei Arten unterteilt.

  • das primäre abdominelle Kompartmentsyndrom wird durch einen organischen Infarkt, beispielsweise eine Peritonitis oder eine Pankreatitis, ausgelöst
  • das sekundäre abdominelle Kompartmentsyndrom ist Folge eines chirurgischen Eingriffs

Symptome und Anzeichen

Liegt bereits eine der oben genannten Ursachen, insbesondere für ein akutes Kompartmentsyndorom, vor, ist es beim Auftreten der folgenden Anzeichen sehr wahrscheinlich, dass sich ein Logensyndrom im Gewebe gebildet hat. Ein zusätzlicher Hinweis ist das betroffene Körperteil. Am häufigsten entsteht das Muskelkompressionssyndrom am Unterarm, dem Unterschenkel oder auch auf dem Füßspan. Grundsätzlich ist die Erscheinung aber überall am Körper möglich. Die Symptome machen sich in der Regel etwa 15-36 Stunden nach dem auslösenden Ereignis bemerkbar. Manchmal treten sie auch unmittelbar danach auf oder werden erst Tage später wahrgenommen.

Äußerliche Symptome

  • Schwellung
  • blasse, kühle Haut

Schwellungen werden oft nur sichtbar, wenn der Bluterguss am Muskel oberflächlich entstanden ist. Liegt die Verletzung tiefer im Gewebe, sind äußerliche Erscheinungsmerkmale eher selten.

Spürbare Symptome

  • Taubheitsgefühl und Kribbeln
  • starke Schmerzen
  • Druck- bzw. Spannungsgefühl
  • verhärtete Muskulatur

Die oben aufgezählten Symptome zeigen sich gleich nach der Entstehung eines Kompartmentsyndroms. Im weiteren Verlauf kommt es zu neuralen Störungen, die mit der Unbeweglichkeit des Körperteils bis hin zur Lähmung einhergehen. Betrifft das Kompartmentsyndrom den Unterschenkel, ist es dem Patienten zum Beispiel nicht ehr möglich, den Fuß oder die Zehen zu heben. Verursacht werden die motorischen Einschränkungen durch die ausbleibende Durchblutung des Muskels.

Die entstehenden Schmerzen lassen sich auch mit Schmerzmitteln nicht bekämpfen. Sie besitzen oft brennenden oder stechenden Charakter. Auch das Hochlagern der betroffenen Körperpartie verschafft keine Linderung. Beim akuten Logensyndrom halten die Schmerzen auch im Ruhezustand an und werden durch passive Dehnung hervorgerufen. In chronischer Form werden die Beschwerden dagegen nur durch Belastung ausgelöst und dauern danach maximal ein paar Stunden an.


Diagnose und Krankheitsverlauf

Ein chronisches Kompartmentsyndrom entsteht schleichend, bis die Schmerzen den Betroffenen so sehr einschränken, dass eine körperliche Zwangspause erforderlich wird. Genau so langsam wie sie gekommen sind, klingen die Beschwerden nach einiger Zeit in der Regel von alleine ab, wenn der Muskel ausreichend geschont wird.

Ein akutes Kompartmentsyndrom muss dagegen schnellst möglich behandelt werden. Nachdem zunächst die typischen Symptome wie Schwellungen, Druckschmerz und niedrige Temperatur an der betroffenen Stelle auftreten, entwickeln sich nach einigen Tagen auch motorische sowie neurale Anzeichen. Meist ist es dann bereits zu spät, um einen komplikationslosen Krankheitsverlauf zu bewahren. Bleibt der Logendruck unbehandelt, droht das Muskelgewebe bald abzusterben. Für den Pateinten kann dies sogar tödliche Folgen haben.

Für die Diagnose zeiht der Mediziner verschiedene Parameter heran, um eine genaue Aussage treffen zu können. Hier dienen

  • klinische Diagnostik (Anamnese)
  • apparative Diagnostik (Druckmessung im Gewebe)
  • bildgebende Diagnostik

Die klinische Diagnostik
Die mündliche Abfrage der Beschwerden spielt die bedeutendste Rolle bei der Diagnose eines Kompartmentsyndroms. Kann der Patient die Schmerzen lokalisieren und berictet zudem von einem vorangegangenen Trauma, deutet dies stark auf einen positiven Befund hin.

Zusätzlich erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der sowohl die Symptome im Anfangsstadium (Temperaturabfall, Schwellung, Puls an der betroffenen Stelle) als auch motorische Funktionen, die im fortgeschrittenen Stadium auftreten, getestet werden. Bei der Anamnese orientiert sich der Arzt an dem Prinzip der sogenannten „6Ps“. Er fragt also nach folgenden Empfindungen:

  • pressure (Druckempfinden)
  • paraethesia (Sensibilitätsstörungen)
  • pain with stretch (passiver Dehnungsschmerz)
  • paresis (motorische Einschränkungen)
  • pulses intact (spürbarer Puls)
  • pallor (Mikrozirkulationsstörungen)

Die apparative Diagnostik
Die sichersten Ergebnisse gewinnt ein Mediziner aus der klinischen Untersuchung, doch was wenn der Patient nach einem schweren Unfall nicht zu vernehmen ist? In diesem Fall bedient sich der Arzt der Manometrie. Mit einer Hohlnadel sticht er in den vermeidlich betroffenen Muskel und misst den Druck innerhalb der Loge. Manchmal verwendet man anstelle der Kanüle auch eine spezielle Sonde, die besonders bei Operationen zum Einsatz kommt.

Jedoch liegen für einen erhöhten Muskeldruck keine Normwerte vor, sodass die Entscheidung für eine notwendige Operation nach der subjektiven Beurteilung des behandelnden Arztes fällt. Als Orientierung gelten aber die Veränderungen der Werte, die im halbstündlichen Abstand entnommen werden. Steigt der Druck stark an, deutet dies auf ein Kompartmentsyndrom hin.

Die bildgebende Diagnostik
Auch bildgebende Verfahren können zur Diagnose beisteuern, liefern jedoch keine aussagekräftigen Befunde. Während Röntgenaufnahmen und Computertomografie Aufschluss über mögliche Frakturen geben, lässt sich anhand von einem MRT oder einer Sonografie schon eher auf ein Kompartmentsyndrom schließen. Letzteres Verfahren zeigt entweder eine veränderte Form des Muskels oder Komplikationen im Blutfluss auf.

Außerdem werden gegebenenfalls Laborproben von Blut und Harnstoff entnommen, die jedoch ebenfalls als unzuverlässig gelten. Bei einer Schädigung des Muskelgewebes lassen sich die Muskelzerfallparameter LDH, Myoglobin und Kreatinkinase in erhöhter Konzentration nachweisen.

Differentialdiagnosen
Ein Kompartmentsyndrom darf nicht verwechselt werden mit

  • Venenthrombosen
  • Stressfrakturen
  • Muskelkater
  • Weichteilinfektionen
  • Nervenschädigungen
  • Tumoren

Häufigkeit und Diagnosedaten

Ein Kompartmentsyndrom lässt sich in viele Stadien einteilen, die zum Teil auch von der Ursache bedingt sind. So unterscheidet man zwischen dem chronischen und akuten, drohenden und manifesten Logensyndrom. Überdies kann auch ein lebensgefährliches abdominelles Kompartmentsyndrom auftreten.

Am häufigsten wird der erhöhte Gewebedruck im Unterarm oder am Unterschenkel festgestellt, wobei letztere Körperregion um einiges öfter betroffen ist. Dennoch ist das Auftreten eines Kompartmentssyndrom prinzipiell an jeder Körperstelle möglich, an der sich Muskelgewebe in einer geschlossenen Faszie befindet.

Neben Überlastungen als Auslöser für die chronische Form sind Unfälle mit der Folge einer Knochenfraktur oder zumindest einer schweren Prellung die häufigste Ursache.

An einem Kompartmentsyndrom leiden im Laufe ihres Lebens ungefähr 3-17% der Bevölkerung, wobei die relativ weite Spanne der Angabe unter Abhängigkeit der betroffenen Loge steht. Männer sind dabei sehr viel öfter betroffen als Frauen. Zumeist weisen die Patienten ein Durchschnittsalter von 31 Jahren auf.

Entscheidend für die Entstehung des erhöhten Gewebedrucks ist unter anderem die sportliche Aktivität, beziehungsweise Muskelbelastung. Daher sind Sportler wie Marathonläufer besonders anfällig für ein chronisches Logensyndrom. Doch auch Amateur- oder Gelegenheitssportler laufen wortwörtlich Gefahr, ihre Muskeln überzustrapazieren. Ist dieser die hohe Belastung nicht gewohnt, wächst er innerhalb kürzester Zeit, während die Faszie diesem Volumenanstieg nicht standhalten kann. Folglich entsteht eine Quetschung in der Loge.

Außerdem sind auch bettlägerige Patienten akut gefährdet. Operationen werden aus diesem Grund nicht selten unterbrochen, um die Körperlage des Narkotisierten zu verändern. Im Folgenden drohen Gipsverbände das Kompartment einzuengen.


Komplikationen bei der Krankheit

Bei einem akuten Kompartmentsyndrom ist eine unmittelbare ärztliche Versorgung unerlässlich. Andernfalls treten schwerwiegende Komplikationen auf, die den Patienten im weiteren Lebensverlauf stark beeinträchtigen werden.

Augenscheinlich sind die bohrenden Schmerzen zunächst das schlimmste für den Betroffenen. Insbesondere weil auch keine schmerzstillenden Mittel Abhilfe verschaffen. Bereits nach kurzer Zeit kommt es jedoch zu noch beängstigenderen Lähmungserscheinungen.

Unterversorgung der Muskulatur
Da der Muskel in seiner Loge gequetscht wird, werden Nervenbahnen und Blutgefäße abgeschnürt. Folglich kann der Muskel nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden: Es kommt zum Absterben des betroffenen Muskelgewebes, sodass in manchen Fällen sogar eine Amputation des entsprechenden Körperteils von Nöten ist.

Können Füße oder Hände gerettet werden, sind bleibende Schäden dennoch nicht auszuschließen. Das Muskelabsterben begünstigt Fribosen oder auch Retraktionen (d.h. das Schrumpfen) des Gewebes, sodass Extremitäten sich zusammenziehen und diesen unbeweglichen Zustand beibehalten (siehe Volkmannsyndrom). Die Behinderung kann sich auch auf die umliegenden Gelenke ausweiten.

Das Crush-Syndrom
Doch nicht nur die Körperpartie, an der sich das Kompartmentsyndrom gebildet hat, trägt bei unterbleibender Behandlung schwere Schäden davon. Der erhöhte Gewebedruck kann auch Organen gefährlich werden. Das Crush-Syndrom gilt als die schlimmste Komplikation eines Logensyndroms und hat meist tödliche Konsequenzen.

Stirbt ein Muskel ab, setzt der Körper bestimmte Stoffe, sogenannte Muskelzerfallparameter frei. Die hohe Konzentration des Myoglobins verstopft die Nierentubuli, also die winzigen Kanäle, welche für den Austausch von Wasser, Proteinen und Elektrolyten zuständig sind. Dementsprechend kommt es zu einem Nierenversagen, auf das der klinische Tod des Patienten folgt.

Weitere mögliche Komplikationen
Ein Kompartmentsyndrom erfordert die Offenlegung der Haut über der betroffenen Loge durch einen chirurgischen Eingriff. Somit erhöht sich die Gefahr einer Infektion an der offenen Wunde.

Überdies kann es passieren, dass sich die Faszien der Haut spalten. Auch ein Chirurg ist nicht in der Lage, diese mittels einer Naht wieder zu schließen. In diesem Fall ist eine Hauttransplantation notwendig.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Beim Verdacht auf ein Kompartmentsyndrom muss schleunigst ein Fachkundiger aufgesucht werden. Selbst wenn die Anzeichen noch nicht eindeutig auf ein Logensyndrom hinweisen, darf keine Zeit verloren gehen. Bei eindeutiger Symptomatik ist es in der Regel schon zu spät, um Komplikationen zu vermeiden.

Ein Chirurg gilt als geeignete Anlaufstelle. Zum einen kann dieser sofort den operativen Eingriff, den ein akutes Logensyndrom erfordert, durchführen, zum anderen, hat ein Chirurg ebenso die Möglichkeit, eine Fraktur als Auslöser für ein Ödem oder Bluterguss zu diagnostizieren.

Treten die Schmerzen nach langer Belastung der Gliedmaße auf und weisen somit auf die chronische Form des Gewebedrucks hin, kann auch ein Sportmediziner zu Rat gezogen werden.


Behandlungsmethoden und Therapie

Die Art der Behandlung hängt von der Art der Kompartmentsyndroms ab. Während ein chronisches Logensyndrom nach einer konservativen Therapie in der Regel von alleine verschwindet, ist ein akutes Muskelkompressionssyndrom als lebensbedrohlicher Notfall einzustufen, der nur operativ behandelt werden kann.

Therapeutische Maßnahmen beim chronischen Kompartmentsyndrom
Für gewöhnlich reichen Maßnahmen, mit denen man auch einen herkömmlichen Bluterguss behandeln würde, für die Linderung eines funktionellen Logensyndroms aus. Hierzu zählt in erster Linie die Entlastung der Gliedmaße. Auch Kühlung wirkt sich positiv auf die Verletzung aus. In den ersten zwei Tagen nach Auftreten der Beschwerden empfehlen sich Massagen, Wärmebehandlung und schmerzlindernde Salben. Wenn die Schmerzen es zulassen, kann der Arm oder das Bein auch vorsichtig gedehnt werden. Eine Laufpause ist aber zwingend notwendig. Erst nach Abklingen der Symptome darf erneut mit dem Sport begonnen werden. Das Programm sollte dabei nur langsam gesteigert werden.

Therapeutische Maßnahmen beim akuten Kompartmentsyndrom
Äußert ein Patient, der bereits chirurgisch versorgt wurde, Schmerzen an einem eingegipsten Köperteil, entfernt der Mediziner den Verband und untersucht den Arm oder das Bein auf weitere Anzeichen für ein gequetschtes Muskelgewebe.

Bestätigt sich der Verdacht eines Kompartmentsyndroms, muss schnell gehandelt werden. Noch innerhalb der ersten sechs Stunden nach Auftreten der Symptome muss eine Operation erfolgen, um irreversible Schäden zu vermeiden.

Hierbei öffnet der Chirurg die Faszie über dem kompletten Kompartment, um dieses vom Druck zu befreien und die Durchblutung aufrecht zu erhalten. Überdies wird gegebenenfalls bereits abgestorbenes Muskelgewebe entfernt. In manchen Fällen müssen auch die umliegenden Logen vom Druck befreit werden. Bei diesem Eingriff ist die Funktionserhaltung des jeweiligen Körperteils vordergründig. Die Ästhetik spielt eine untergeordnete Rolle. Dennoch wird im Anschluss manchmal eine Hauttransplantation aus optischen Gründen nachgeholt.

Die Wunde über der Loge muss offen bleiben und wird vorüber gehend mit synthetischem Material abgedeckt, bis die Schwellung verschwunden ist. Üblicherweise dauert dieser Rückgang 1-2 Wochen. Schließlich näht der Arzt die Haut mittels einer sogenannten Sekundärnaht wieder zu. Nun gilt es, den Arm oder das Bein möglichst auf Herzhöhe hoch zu lagern.

Geschieht der chirurgische Eingriff zu spät, besitzt der Arzt keine andere Möglichkeit, als das betroffene Körperteil zu amputieren.


Vorbeugung- Impfung und Prävention

Ein Kompartmentsyndrom ist nicht nur sehr schmerzhaft und erfordert eine lange Sportpause für Leistungssportler, sondern kann auch lebensbedrohliche Auswirkungen annehmen. Ursache sind eingeengte Blutbahnen oder Nervenleitungen in einer Faszie. Hilfreich ist es deshalb, sich regelmäßig vom Arzt untersuchen zu lassen, ob die Gefäß- und Nervenfunktion intakt ist. Dies erleichtert auch eine wichtige Früherkennung eines funktionellen Kompartmentsyndroms.

Vorbeugen bei Verletzungen
Muskeldruck als Folge von Unfallverletzungen kommt weist das häufigste Vorkommen auf. Damit es nach einer Fraktur nicht zu einer Schwellung in der Loge kommt, sollte man gewisse Maßnahmen ergreifen.

  1. Hochlagern, damit das Blut besser abfließen kann
  2. sofort einen Arzt aufsuchen, damit eine schnelle Behandlung erfolgen kann
  3. keine engen Verbände anlegen und den Arzt darauf hinweisen, wenn der Gips drückt
  4. bei stark ausgeprägten Blutergüssen helfen Drainagen, einen Blutstau zu verhindern

Da Knochenbrüche der häufigste Auslöser für ein Kompartmentsyndrom ist, ist es ratsam, die Knochendichte zu stärken. Besonders für Frauen nach den Wechseljahren ist diese Präventionsmaßnahme von hoher Bedeutung, da sie besonders anfällig für Osteoporose, also Knochenschwund, sind. Dies geschieht entweder durch die Einnahme oder das Spritzen von Biphosphaten. Hierbei handelt es sich um Stoffe, die den Knochenabbau aufhalten und die Knochendichte stärken. Dazu empfiehlt sich eine kalziumreiche Ernährung, bestehend aus vielen Milchprodukten, und der zusätzlichen Einnahme von Vitamin D, um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen. Die Knochendichte sollte in regelmäßigen Abständen von einem Mediziner gemessen werden.

Einem funktionellen Kompartmentsyndrom vorbeugen
Untrainierte Menschen, die ihren Beinen plötzlich ungewohnte Belastung zumuten, zum Beispiel bei einem Wanderurlaub, sind besonders gefährdet, ein Logensyndrom zu erleiden. Auch für Hobbysportler oder beim Ausprobieren einer neuen Sportart gilt es, sie zumutbare Belastung an der Schmerzgrenze fest zu machen.

Aber auch eine trainierte Muskulatur schützt nicht vor einem Gewebedruck. Auch erfahrene Läufer neigen dazu, ihre Kapazitäten, zum Beispiel bei einem Marathon zu übersteigen. Nicht selten sind auch Body Builder häufig betroffen, deren Muskeln zu schnell wachsen. Grundlegend für die Vorbeugung der schmerzhaften Logenüberlastung ist deshalb eine ausreichende Regenerationsphase. Nach dem Training sollte man die Beine hochlagern.

Treten die Schmerzen dauerhaft während des Sports auf, könnte eine falsche Trainingsmethode verantwortlich sein. Vorüber gehend empfiehlt es sich, auf eine alternative Sportart auszuweichen. So hat beispielsweise Schwimmen für Läufer einen ausgleichenden Effekt.

Selbstverständlich muss das Joggen nicht vollständig eingestellt werden. Ratsam ist aber, sich eine Laufberatung bei einem Experten einzuholen. Bekanntlich belastet der Laufstil, bei dem die Zehenspitzen stark nach oben gezogen werden, die Schienbeinmuskulatur. Einlagen können das Problem lösen. Überdies sind harte Untergründe schädlich für die Gelenke und die Muskulatur.

Insbesondere Frauen sollten nur selten hohe Schuhe tragen. Mit Absätzen ist die Wadenmuskulatur dauerhaft angespannt.


Prognose zur Heilung

Die komplikationslose Heilung eines Kompartmentsyndroms hängt stark von der Zeitspanne zwischen Diagnose und Operation ab. Vergehen bei dem akuten Logensyndrom mehr als zwölf Stunden nach dem Auftreten der Symptome, gilt der entstehende Schaden im Gewebe als irreparabel. Unter sechs Stunden ist der Muskel in der Regel noch zu retten. Im günstigsten Fall geschieht die Behandlung jedoch innerhalb der ersten vier Stunden. Bei Früherkennung haben sowohl die akute als auch die chronische Form des Muskelkompressionssyndroms sehr gute Heilungsprognosen.

Glücklicherweise hat die operative Faszienspaltung üblicherweise keine Auswirkungen auf die Funktion der betroffenen Gliedmaße. Lediglich die Haut über der Loge wird aufgeschnitten, sodass Muskeln und Nervenbahnen unverletzt bleiben. Nicht ausgeschlossen sind die gewöhnlichen Komplikationen, die im Zuge einer Operation auftreten können. Gegebenenfalls bilden sich Thrombosen oder Infektionen. Diese Nebenerscheinungen treten jedoch nur in seltenen Fällen auf und sind im Hinblick auf die Dringlichkeit einer Behandlung bei akuter Form des Logensyndroms hinfällig.

Ist der Patient aufgrund einer vorangegangenen Fraktur nicht ans Bett gebunden, darf er die operierte Gliedmaße schon nach kurzer Zeit nach dem Eingriff mit unterstützenden Gehhilfen belasten. Auch leichte Dehnübungen haben keine negativen Auswirkungen auf die Wundheilung.

Zwei Wochen nach der Faszienspaltung ist die Schwellung zumeist abgeklungen und die Wunde, die bis dahin offen gehalten werden musste, wird mit einer Sekundärnaht verschlossen.
In manchen Fällen erfordert auch das chronische Kompartmentsyndrom einen chirurgischen Eingriff. Hier besteht jedoch der Vorteil, dass kein Notfall vorliegt und die Operation deshalb in Ruhe geplant werden kann. Während bei einem akuten Logensyndrom bedingt durch die Dringlichkeit nicht auf die Ästhetik geachtet wird, kann bei einem vorbereiteten Eingriff auch die spätere Optik berücksichtigt werden.

Etwa 6-10 Wochen nach der Behandlung kann ein Sportler nach langsamer Steigerung erneut seine gewohnte Leistung abrufen. Erlitt dieser ein chronisches Kompartmentsyndrom, sollte der dennoch darauf achten, das Training an die Belastungsgrenze anzugleichen.

Die Volkmann-Kontraktur

Die Volkmann-Kontraktur ist beschreibt eine Weichteilverkürzung mit massiver Bewegungseinschränkung der Extremität. Sie stellt eine Komplikation eines Kompartmentsyndroms dar. Benannt wurde das Phänomen nach Richard von Volkmann, der gelichzeitig Entdecker des Logensyndroms war.

Wie äußert sich die Volkmann-Kontraktur?
Optisch erkennt man eine Volkmann-Kontraktur an der typischen Klauenhand. Bei diesem Krankheitsbild sind die Finger krallenartig verkrampft, während der Daumen gestreckt abgespreizt ist. Nur bei starker Beugung des Handgelenks lässt sich die Fehlstellung passiv korrigieren und die Finger können leicht gestreckt werden.

Als erstes Anzeichen empfindet der Betroffene stechende Schmerzen de ganz plötzlich auftreten. Später verliert der Pulsschlag an Intensität, der Unterarm schwillt an und verfärbt sich aufgrund der Mangeldurchblutung blau. Das Gewebe verhärtet sich, es kommt zu Unbeweglichkeit.

Die Symptome der Volkmann-Kontraktur sind pathognonomisch und stellen somit eine medizinische Besonderheit dar. Das bedeutet, durch Auftreten der beschriebenen Beschwerden kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden.

Wo tritt die Volkmann-Kontraktur auf?
Von der Folgeerscheinung ist ausschließlich der Arm betroffen. Obwohl auch eine Verletzung am Oberarm als Auslöser geltend gemacht werden kann, zeigen sich die Symptome stets am Unterarm und an den Händen. Hauptsächlich ist der beugende Muskel betroffen

Wie entsteht eine Volkmann-Kontraktur?
Die Volkmann-Kontraktur kann als Folge eines nicht oder falsch behandelten Kompartmentsyndroms auftreten. Durch mangelnde Blut- und Nährstoffzufuhr ist der Unterarm nicht ausreichend versorgt. Muskeln und Gewebe verlieren ihre Funktion. Die Risiken für eine Entstehung sind dementsprechend alle Faktoren, die den Druck in einer Faszie erhöhen.

  • ein zu eng anliegender Gips
  • eine verzögerte Behandlung des Logendrucks
  • Nekrosenbildung im Gewebe
  • falsche Lagerung nach einer Fraktur

Besonders häufig zieht eine suprakondyläre Humerusfraktur eine Volkmannkontraktur nach sich. Hierbei bricht sich der Patient oft schon im Kindesalter den Oberarmknochen direkt über dem Ellenbogengelenk. Nicht selten verheilt der Bruch trotz umfassender Behandlung nicht richtig. Eine bleibende Fehlstellung schränkt die Durchblutung des Unterarmgewebes ein, sodass dieses abstirbt.

Kann eine Volkmann-Kontraktur therapiert werden?
Treten die ersten Beschwerden auf, handelt es sich um eine Notfallsituation, in der keine Zeit verloren werden darf. Wie bereits beim Verdacht eines akuten Kompartmentsyndroms beschrieben, muss ein eventuell angelegter Gips so schnell wie möglich entfernt und die darunter liegende Faszie operativ freigelegt werden. Vergeht zwischen Diagnose und Behandlung zu viel Zeit, sind die Schäden irreparabel.

Hast sich eine Volkmann-Kontraktur einmal gebildet, schränkt sie den Betroffenen in seinem fortlaufenden Leben stets ein. Die krallenartige Fehlstellung der Finger ist bleibend und kann als Behinderung angesehen werden.

Allerdings besteht Hoffnung für den Patienten, die Versteifung mithilfe von Physiotherapie etwas zu lockern. Ein beschwerdefreies Leben ist dennoch ausgeschlossen. Überdies wird mit einer Sehnentransplantation oder einer Versteifung des Ellenbogengelenks chronischen Schmerzen vorgebeugt. Diese Maßnahmen dienen der Erhaltung der Gliedmaße.


Alternative Behandlungsmethoden

Eine Fraktur geschieht in den meisten Fällen unvorhergesehen und lässt sich nicht vorbeugen. Das daraus entstehende Kompartmentsyndrom in akuter Form ist deshalb immer ein Notfall, der ausschließlich chirurgisch behandelt werden kann. Ist ein drohendes chronisches Logensyndrom durch Überlastung jedoch noch nicht allzu sehr vorangeschritten, muss in der Regel keine Faszienspaltung erfolgen. In diesem Fall können auch alternative Behandlungsmethoden zu Therapiezwecken taugen. Dabei gilt es überdies auslösende Beschwerden zu bekämpfen. Ein drohendes Kompartmentsyndrom kann vermieden therapiert werden, indem man

  • das Bindegewebe stärkt
  • die Durchblutung anregt
  • die Faszien trainiert

Das Bindegewebe stärken
Das Bindegewebe spielt im menschlichen Körper wortwörtlich eine tragende Rolle. In mehrere Schichten unterteilt, hält es Organe an ihrer Position und sorgt dafür, dass die Blutgefäße gestützt werden und die Blutzirkulation alle Muskeln mit ausreichend Nährstoffen versorgt.

Mit zunehmendem Alter, teils aber auch durch eine ungesunde Lebensweise oder den Konsum von Medikamenten bedingt, baut das Bindegewebe immer mehr Kollagen und Hormone ab, sodass die Haut zu hängen beginnt. Die Blutgefäße werden nun nicht mehr ausreichend gestützt und sind verletzungsanfälliger. Zudem kommt die Verkalkung der Blutbahnen, weil sich im Laufe des Lebens schädliche Eiweiße, die mit der Nahrung aufgenommen werden, an den Gefäßwänden absetzen. Ein geschwächtes Bindegewebe kann den Stoffwechsel nicht genügend in Stand halten, sodass die Ablagerungen zunehmen. Daraus folgt, dass die Gefäßwände porös werden. Zum einen wird die Muskulatur unterversorgt, zum anderen kommt es zu Einblutungen im Gewebe, welche ein Kopartmentsyndrom begünstigen. Wer zu blauen Flecken und Ödemen neigt, sollte diese deshalb mit alternativen Anwendungen behandeln.

Umso wichtiger ist es, die stützende Funktion des Bindegewebes aufrecht zu erhalten. Die Aufrechterhaltung der Durchblutung geht mit den Behandlungsmaßnahmen des Bindegewebes einher.

Vordergründig besteht das Bindegewebe aus Faszien, die den gesamten Körper überziehen und einzelne Muskelgruppen mit der gleichen Funktion in Kompartmente einteilen. Die Dehnbarkeit der Faszien bestimmt die Beweglichkeit eines Menschen. Dafür benötigen diese Kollagen, das sozusagen wie ein Schmiermittel wirkt und die Elastizität erhält. Leider baut sich dieses im Laufe des Lebens immer mehr ab, sodass die Faszien verhärten. Daraus entstehen Verspannungen und Schmerzen.

Wie bereits erwähnt, wird ein Kompartmentsyndrom ausgelöst, wenn der Muskel bei anstrengendem Training wächst, die Faszie sich gleichzeitig jedoch nicht weitet. Mit gezielten Übungen lässt sich ihre Elastizität jedoch steigern.

Welche Hausmittel können helfen?

Glücklicherweise kann man einem schwachem Bindegewebe oder der Entstehung blauer Flecke ganz einfach mit Hausmitteln vorbeugen.

Hausmittel gegen eine Bindegewebsschwäche

  • Massagen
  • Tee
  • Erholung

Damit die Faszien geschmeidig bleiben, müssen sie regelmäßig trainiert werden. Am besten geschieht das mit einer speziellen Faszienrolle oder einem Igelball. Zur Not eignet sich auch ein Tennisball, mit dem man über die Haut rollt, um die Durchblutung anzuregen.

Weiterhin regen Brennnesseltees die Lymphe an. Auch Barfuß gehen ist eine bewährte Methode.

Da sich die Faszien bei Stress automatisch verspannen, ist viel Ruhe und Schlaf wichtig.

Hausmittel gegen Blutergüsse

  • PECH-Regel
  • Wickel aus einfachen Lebensmitteln

Damit ein Hämatom sich nicht übermäßig ausbildet, wurde die PECH-Regel entwickelt. Die Anfangsbuchstaben stehen für die vier Handlungen

  • P wie Pause
  • E wie Eis
  • C wie Kompresse (jedoch nicht zu eng anliegend)
  • H wie Hochlagern

Nach ein paar Tagen sollte Wärme statt Kühlung eingesetzt werden. Zusätzlich hilft eine Heparin Salbe.

Darüber hinaus haben sich Wickel mit herkömmlichen Lebensmitteln bewährt. Hilfreich sind

Heilkräuter und Heilpflanzen

Viele Heilpflanzen besitzen eine entzündungshemmende Wirkung, die vor allem bei der Behandlung blauer Flecke hilft.

Heilpflanzen gegen eine Bindegewebsschwäche

  • Rosskastanie
  • Weinrebe
  • Efeu

Heilpflanzen gegen Blutergüsse
Am hilfreichsten zur Hämatombehandlung ist Arnika. Sie ist als kühlendes Gel erhältlich. Auch Aloe Vera ist für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt. Aus dem heimischen Garten erweist sich die Petersilie als nützlich, wenn ihre Blätter auf die Haut gerieben werden.
Heilpflanzen im Überblick

  • Arnika
  • Aloe Vera
  • Petersilie
  • Johanniskraut
  • Hamamelis
  • Ringelblume
  • Lavendel
  • Beinwell
  • Honigklee
  • Melisse

Ätherische Öle

Ätherische Öle entfalten ihre Wirkung besonders in Bädern. Sie lösen Verspannungen und regen den Kreislauf an. Somit eignen sie sich bestens, um das Bindegewebe zu stärken.

Ätherische Öle gegen eine Bindegewebsschwäche
Stress begünstigt ein schwaches Bindegewebe. Fuß- oder Ganzkörperbäder sind ein guter Ausgleich, um dem Verhärten der Faszien entgegenzuwirken. Lavendel und Melisse versprühen ein besonders entspannendes Aroma. Zudem entsäuern sie den Körper und vermeiden dadurch, dass die Faszien verkleben. Außerdem empfehlenswert sind

  • Zitrusöle wie Graipefruit, Bitterorange und Clementine
  • Rosmarin
  • Weihrauch
  • Zypresse
  • Minze
  • Myrte
  • Rose
  • Geranium
  • Salbei
  • Niaouli
  • Sandelholz

Ätherische Öle gegen Blutergüsse
Soweit die Schmerzen es zulassen, kann die Bildung eines Hämatoms vermieden werden, indem man den Blutfluss durch massierende Bewegungen stimuliert. Vorzugsweise trägt man zuvor eine Ölmischung aus Calendula- und Fenchelöl auf. Alternativ verhindert Franzbranntwein einen blauen Fleck. Außerdem helfen

  • Lavendelöl
  • Johanniskraut
  • Schafgarbe
  • Beinwell
  • Wegerich
  • Ringelblume

Homöopathie und Globuli

Eine Bindegewebsschwäche und Blutergüssen sollten zwar nicht unterschätzt werden, stellen aber keine bedrohliche Krankheit oder einen Notfall dar. Wer auf schulmedizinische Maßnahmen verzichten möchte, kann deshalb zu alternativen Heilmittel aus der Homöopathie greifen.

Homöopathie gegen eine Bindegewebsschwäche
Es gibt bestimmte natürliche Stoffe, die die Kollagenbildung aufrechterhalten und somit das Bindegewebe stärken.

  • organisches Silizium
  • OPC
  • Rhus toxicodendron Pentarkan
  • Bryorheum

Organisches Silizium und OPC halten die Faszien geschmeidig. Während das Silizium in Cremes mit Kieselerde enthalten ist, handelt es sich bei OPC um einen pflanzlichen Stoff, der aus Weintrauben gewonnen wird. Er ist übrigens auch in hoher Konzentration in Rotwein enthalten.

Rhus toxicodendron Pentarkan und Bryorheum helfen, wenn bereits Beschwerden aufgetreten sind.

Globuli gegen Blutergüsse
Bei einfachen Hämatomen

  • Arnica C5
  • Arnica C9 für Kinder

Bei stärkeren Hämatomen

  • Bellis perennis C5
  • Hamamelis C5
  • Leduna paluste C5
  • Sulfuricum acidum C5
  • Hypericum C4
  • Calendula C4

Bei einem Hämatom nach einer Operation

  • Ruta

Schüssler-Salze

Neben der Homöopathie existieren selbstverständlich auch Schüssler-Salze, welche zusätzliche Mineralstoffe liefern.

Schüssler-Salze gegen eine Bindegewebsschwäche

Schüssler-Salze gegen Blutergüsse

Ist das Hämatom noch nicht vollständig ausgebildet, sollten abwechselnd die Salze Nr. 3 in der Potenz D12 und Nr. 4 eingenommen werden. Erst später schränkt man die Anwendung auf Salz Nr. 3 ein. Schüssler-Salz Nr. 10 ist als Salbe erhältlich.

Diät und Ernährung

Ausreichend Bewegung ist immer wichtig, um die Gesundheit aufrecht zu erhalten. Muskeln werden aufgebaut, der Stoffwechsel wird angeregt. Sport hält jung und dient dem Stressabbau. Hinsichtlich auf ein funktionelles Kompartmentsyndrom darf man natürlich nicht über seine Leistungsgrenze hinaus trainieren. Für ein straffes Bindegewebe, eine gute Durchblutung und eine ausreichende Nährstoffversorgung ist ein aktiver Alltag jedoch unerlässlich. Zu einer bewussten Lebensweise zählt natürlich auch eine ausgewogene Ernährung. Diese ist vorzugsweise

Ernährung gegen eine Bindegewebsschwäche
Optimal ist eine ballaststoffreiche Ernährung, bei der hauptsächlich frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Tierische Eiweiße und gesättigte Fettsäuren verstopfen auf Dauer die Blutgefäße und sollten daher gemieden werden. Außerdem reagieren Faszien auf einen übersäuerten Körper häufig mit Verspannungen. Aus diesem Grund sollte der Säure-Basen-Haushalt stets ausgewogen sein.

Überdies ist eine angemessene Trinkmenge von hoher Bedeutung. In der Apotheke gibt es spezielle Trinkampullen, denen Stoffe beigemischt wurden, die die Faszien elastischer machen.

Ernährung gegen Blutergüsse
Es ist erwiesen, dass Menschen mit einem Vitamin C Mangel besonders zu blauen Flecken neigen. Die Ascorbinsäure sollte deshalb vermehrt in den Speiseplan eingebaut werden. Vor allem Zitrusfrüchte sind ideale Lieferanten.

Auch das in der Ananas enthaltene Enzym Bromelain regt mit seiner Säure den Blutfluss an.


FAQ- Fragen und Antworten

Ist ein Kompartmentsyndrom wiederkehrend?
Wenn die geöffnete Loge nach erfolgreicher Behandlung geschlossen ist, gilt das Kompartmentsyndrom als geheilt. Ein funktionelles Logensyndrom kann jedoch erneut auftreten, wenn die sportliche Aktivität das gesunde Maß weiterhin übersteigt.

Elastische Faszien schützen vor einem Kompartmentsyndrom. Mit welchen Übungen erhöhe ich ihre Dehnbarkeit?
Federnde Bewegungen sind besonders effektiv, um die Faszien zu trainieren. Wer regelmäßig Yoga ausübt oder Trampolin springt, beugt einem Logensyndrom vor.

Ein zu enger Verband gilt als Auslöser für ein Muskelkompressionssyndrom. Was stellt außerdem ein Risiko dar?
Bei abschnürender Kleidung ist Vorsicht geboten. Auch Gürtel oder Schuhe können eine Loge einengen.

Muss ich nach einem funktionellen Kompartmentsyndrom auf Sport verzichten?
Nein, der Sport muss nicht aufgegeben werden. Nach der Behandlung ist es aber wichtig, nur langsam wieder anzufangen und bewusster auf körperliche Anzeichen für Überanstrengung zu achten. Sinnvoll ist es, einen Trainingsplan in Zusammenarbeit mit einem Experten zu erstellen.

Ich habe Symptome eines Kompartmentsyndroms am Bauch bemerkt. Dabei betrifft der Gewebedruck doch nur Unterarme und –beine, oder?
Ein Logensyndrom kann überall dort auftreten, wo Faszien eine Muskelgruppe umschließen. Auch der Bauch ist davon nicht ausgeschlossen. Das Fasziengewebe durchzieht den ganzen Körper. Treten die Symptome an untypischen Körperstellen auf, muss dennoch so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.

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