Gynäkomastie

Gynäkomastie – was ist das?

Unter Gynäkomastie versteht man eine überdurchschnittliche Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann. Dabei gilt es einige Variationen zu unterscheiden. Generell bezeichnet die falsche Gynäkomastie die Einlagerung von Fettgewebe in der Männerbrust. Aufgrund von Erkrankungen wie Adipositas oder massivem Übergewicht können die weiblichen Formen am männlichen Oberkörper somit ins Erscheinungsbild rücken.

Andererseits kann der Patient ebenso an der echten Gynäkomastie erkranken, welche auf einen quantitativen Anstieg der Drüsengewebsproduktion zurückzuführen ist. Nun gilt es weiterhin Unterteilungen hinsichtlich der verschiedenen Lebensstufen des Menschen vorzunehmen. Zum einen existiert eine Neugeborenengynäkomastie, welche durch den weiblichen Hormonüberschuss der Mutter mittels Plazenta an das heranwachsende Baby weitergegeben worden ist.

Gynäkomastie

von Mgrasek100 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Diese Form entwickelt sich in der Regel nach ein paar Wochen beziehungsweise wenigen Monaten recht zügig zurück. Aufgrund des Wachstumsprozesses eines Jugendlichen und der Mehrung des insulinähnlichen Wachstumsfaktors kann die Gynäkomastie zudem in Kombination mit einem erhöhten Östrogenhaushalt in der Pubertät noch einmal eine entscheidende Rolle in der eigenen Wahrnehmung spielen.


Da dieses Erkrankungsbild oftmals in jungen Jahren bemerkt werden kann, sind die betroffenen Jugendlichen meist peinlich berührt – eine gestörte Entwicklung des Selbstbewusstseins ist eine häufig festzustellende Begleiterscheinung. In der Regel bildet sich diese Form bis zum 20. Lebensjahr wieder zurück.

Des Weiteren bildet sich im Alter die Körpermasse des Menschen zurück. Dieses verschobene Verhältnis von Körper- zu Fettmasse zugunsten der weiblichen Östrogene anstatt männlicher Androgene kann ebenso ein zusätzliches Auftreten der Gynäkomastie fördern.

Letztere Form wird insbesondere durch existentes Übergewicht begünstigt. Neben diesen natürlichen Versionen unterschiedlicher Entwicklungsstadien des Brustgewebes beim Mann kann die Gynäkomastie jedoch auch selbst als Hinweis auf eine Erkrankung fungieren. Es kann demzufolge sein, dass der Patient entweder an einer natürlichen Gynäkomastie mit physiologischem Hintergrund oder aber an einer vor allem krankhaft pathologischen Form dieses Erscheinungsbildes leidet. Dies ist für den Hausarzt mit kompetenten Testmethoden recht einfach herauszufinden, sodass eine optimale Behandlung und eine individuelle Linderung des Umstandes in die Wege geleitet werden kann.

Wie tritt Gynäkomastie auf?

Die Überproduktion des Drüsengewebes beziehungsweise die Einlagerung von Fett in der Brust haben natürlich vor allem eine Steigerung des Gewichts an der betroffenen Stelle zur Folge – und somit meist Schmerzen. Zudem gesellt sich in vielen Fällen ein überdurchschnittlich wahrgenommener Druck in allen Bewegungen sowie in einer Ruheposition in dieser Körperregion hinzu.

Diese Beeinträchtigungen werden folgend mitunter von vermehrten Sensibilitäten rund um die Brustwarzen begleitet. Oft kann es obendrein dazu führen, dass sich in der Brustfalte aufgrund der fast abgeschlossenen Lage zwischen zwei Hautschichten und der daraus entstehenden Reibung Hautreizungen entwickeln und Rötungen langsam zutage gefördert werden. Gerade in raschen Bewegungen wie bei verschiedenen Sportübungen und Spieleinheiten wirkt sich die Gynäkomastie nachträglich und von Schmerzen in der Brust begleitet auf das Leben des Patienten aus.

Wer regelmäßig ein Spannungsgefühl in seiner Brust verspürt, sollte über einen Besuch bei seinem Arzt nachdenken, zudem sind Bewegungseinschränkungen – bereits im kleinen Ausmaß – ein Grund, sich einer Anamnese hinzugeben. Sollte der Patient eine unterschiedliche Entwicklung seiner beiden Brüste bemerken, liegt ebenso ein Gang zum Mediziner nahe – ob zur Vermeidung von körperlichen Einschränkungen oder auch dem unangenehmen Gefühl als Jugendlicher und der Angst vor Spott durch das eigene Umfeld. Genauer betrachtet bezeichnet die Gynäkomastie jedoch viel mehr selbst ein Symptom als eine richtige Krankheit.

Die Ursachen für Gynäkomastie

Verschiedene Fälle der Gewebsüberproduktionen zeigen entweder auf einer oder auf beiden Seiten einen definitiven Mangel an männlichen Hormonen an. Die entweder gleichmäßigen oder auffällig unterschiedlichen Ausbildungen an beiden Brüsten weisen meist auf Nebenwirkungen einer Medikation hin oder sind die Folge beispielsweise einer Kastration. Als Begleitung von Säureblockern oder Prostatamitteln zeigt sich der Drüsengewebsüberschuss regelmäßig.

Und auch die Verwendung von Herzglykosiden sowie Calciumantagonisten schließt ein häufiges Auftreten dieser körperlichen Veränderung ein. In der Regel wird die echte Gynäkomastie durch eine Störung im körpereigenen Hormonhaushalt ausgelöst. Dabei kommt es oft zu erhöhter Sensibilität des Brustgewebes gegenüber weiblichen Sexualhormonen. Hormontherapien wie die gegen ein Prostatakrebsgeschwür oder Hodentumore bewirken meist dieses Erscheinungsbild an der männlichen Brust. Viele Tumore produzieren selbst einige Hormone, sodass im Körper ein langsamer, aber wirkungsvoller Überschuss an diesen Substanzen zu verzeichnen ist – eine Umstellung des menschlichen Körpers auf eine vermehrte Brustgewebsproduktion ist unter Umständen die Konsequenz.

In seltenen Fällen ist es ein Indiz auf Brustkrebs. Dies sollte aber recht rasch untersucht werden, da Brustkrebs bei Männern sich aufgrund einer zu späten Diagnose als meist sehr hartnäckig erweist. Des Weiteren tragen Erkrankungen an den menschlichen Hormonzentren des Hypothalamus und der Hypophyse zu entsprechender Konsequenz bei. Und auch die Schilddrüsenüberfunktion kann eine  solche Veränderung an der Brust bewirken. Im gleichen Atemzug liegt die verminderte Produktion männlicher Sexualhormone als Ursache für eine Gynäkomastie nahe – eine Unterfunktion der Keimdrüsen sollte hierbei untersucht werden. Außerdem kann Testosteron in indizierter Form, beziehungsweise als Anabolika im Körper durch die individuell unterschiedlich hohen Vorkommen des Enzyms Aromatase in Östrogen umgewandelt werden – in Fett- sowie Muskelgeweben wird nun eine scheinbar gegensätzliche Reaktion begünstigt. Im Wechselspiel von Kalium und Natrium kann bei Spironolacton zudem Gynäkomastie begünstigt werden. Ergänzend darf darauf hingewiesen werden, dass dieses Abbild oft als Wegbegleiter des Klinefeltersyndroms – eine numerische Chromosomenaberration – vermerkt werden kann. Weitere erblich bedingte Belastungen können durch spezielle Enzyme verursacht werden.

Hierbei werden die Vorstufen des Testosterons einfach nicht weiterverarbeitet, was wiederum zu einem eklatanten Mangel und der folgenden Entwicklung einer überdurchschnittlichen Männerbrust führt. Außerdem kann diese Folge durch das Fehlen der Hoden initiiert werden. In solchen pathologischen Ursachen findet der Mediziner durch eine Vorbelastung im Stammbaum sehr schnell zur richtigen Diagnose und kann somit die optimale Therapie zeitnah ansetzen. Chronische Ursachen wie ein Leberschaden können eine solche Ausbildung begünstigen – generell wirkt sich die Gynäkomastie gern als Folge von Alkoholmissbrauch aus.

Eine Dysfunktion der Niere und speziell eine Insuffizienz wird meist durch die fehlende Funktion des Hormonhaushalts als eine Art Filter eingeleitet – eine Gynäkomastie kann somit eine Begleiterscheinung dieser Erkrankung sein. Zudem wird bei einer Magersucht durch fehlerhafte Ernährung eine Minderung des Testosteronspiegels bewirkt. Da das hoch sensible Brustdrüsengewebe bereits auf kleinste Schwankungen der normalen Östrogen- und Testosteronwerte reagiert, können weiterhin individuell verschiedene kleine Zufuhren von Inhaltsstoffen eine Veränderung des Verhältnis und zu einer vermehrten Ausbildung der männlichen Brust führen.

Der Gebrauch kleinster Drogenbestände, chemischer Mittel oder diverser Pharmazeutika löst unter Umständen eine Gynäkomastie aus. Speziell Haut- und Haarpflegeprodukte können relevante Spuren an weiblichen Hormonsubstanzen vorweisen, welche über den Körper sehr leicht aufgenommen und eingebettet werden können.

Was kann man dagegen tun?

Generell muss bei der Behandlung auf die Unterschiede einer echten sowie falschen Gynäkomastie unterschieden werden, da die echte Gynäkomastie normal keinen operativen Eingriff benötigt. Um die psychische Belastung von gesellschaftlicher Seite aus minimieren, stehen dem Patienten in enger Zusammenarbeit mit seinem Arzt diverse Hormonpräparate zur Verfügung – aus diesen Optionen können nun die bestverträglichen Produkte für eine Besserung auserwählt werden.

In schlimmen Fällen mangelnden Selbstbewusstseins oder in einigen gesundheitlich bedenklichen Situationen hinsichtlich einer falschen Gynäkomastie obliegt dem Betroffenen ebenso die Wahl eines operativen Eingriffes. Dieser wird meist mit einem kleinen Schnitt am Brustwarzenhof vollzogen, aus diesem das überschüssige Gewebe oder eben auch Fett entnommen werden kann. Mit solch einem Engriff wird jedoch nur das Symptom, nicht die Ursache bekämpft.

Deshalb geht der Behandlung eine strikte Ernährungsumstellung einher – diese dient der Reduktion des Gewichts. Zudem kann sich die Minimierung oder der Verzicht des Alkoholkonsums als hilfreich zeigen. Außerdem helfen Kompressionsoberteile oder auch Sport-BHs für eine zwischenzeitliche Linderung der Schmerzen. Aufgrund von Wechsel- und Nebenwirkungen diverser Medikamente kann die Krankheit Gynäkomastie obendrein durch die Zufuhr einiger Medikamente gefördert werden. In solchen Fällen ist die Medikation zu ändern und ein verfügbares Austauschprodukt zu wählen.

Sollte ein Androgenmangel die Ursache für die Überproduktion sein, kann mit einer Testosteronzufuhr ein männliches Hormon den hormonellen Haushalt ein wenig mehr ausgleichen und somit die Überproduktion des Gewebes unterbinden. Zusätzlich besteht eine weitere Behandlungsoption im Einsatz einer radiologischen Bestrahlung des betroffenen Gewebes – dies sollte sich gut überlegt und abgewogen werden, verspricht eine gute Heilungsquote von Minimum 60 Prozent bis hin zu über 90 Prozent.

Video zum Thema Gynäkomastie

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (97 Stimmen, Durchschnitt: 4,34 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise