Schlafparalyse

Steckbrief: Schlafparalyse

  • Name(n): Schlafstarre; Schlaflähmung; REM-Atonie
  • Art der Krankheit: Parasomnie (Schlafstörung)
  • Verbreitung: vermehrt ab 20 Jahre; mehr Frauen ALS Männer; symptomatisch auch bei Narkolepsie
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1877
  • Behandelbar: psychotherapeutisch in allen sowie medikamentös in schweren Fällen
  • Art des Auslösers: vermutlich psychologisch bei Depressionen; Angststörungen; Stress; Narkolepsie; Drogen- sowie Alkoholmissbrauch; auch erblich bedingt
  • Wieviele Erkrankte: sieben Komma sechs % der gesamten Bevölkerung;achtundzwanzig Komma drei % der Studierenden; einunddreißig Komma neun % psychiatrische Patienten; davon Frauen achtzehzn Komma neun %; Männer fünfzehn Komma neun %
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe; Psychiater (bei depressionsbedingter Ursache)
  • ICD-10 Code(s): keine

Die Lähmung im Schlaf

Während des Schlafs tritt beim Menschen eine Erstarrung des Körpers ein. Sie soll verhindern, dass im Traum ausgeführte Bewegungen tatsächlich ausgeführt werden. Manchmal tritt die sogenannte Schlafparalyse aber während des Erwachens auf und Betroffene geraten nicht selten in Panik.

Die Erstarrung ist vorübergehend und hält nicht länger als einige Minuten an. Meistens ist der Spuk schon nach wenigen Sekunden vorbei. An sich ist diese Störung harmlos. Problematisch wird sie erst, wenn sie über Jahre in Erscheinung tritt. In der Regel geschieht dies als Begleiterscheinung von anderen Erkrankungen.

 

Definition Schlafparalyse

 

Die Schlafparalyse, auch Schlaflähmung oder Schlafstarre, ist eine in der REM-Phase des Schlafs natürlich auftretende Lähmung der Skelettmuskulatur. Die Sinnesorgane bleiben aktiv. Zur Störung wird die Schlafparalyse dann, wenn sie der REM-Phase vorweggenommen wird oder ihr, beim Aufwachen, nachfolgt. Es handelt sich um eine Verschiebung der natürlichen Schlafstarre aus der REM-Phase, in einen Zustand zwischen Wachsein und Schlaf.

 

Während der Lebenszeit eines Menschen kann sie isoliert auftreten oder wiederholt, im Kontext von schweren Erkrankungen, wie z. B. bei Narkolepsie. Auch bei anderen Krankheiten treten solche oder ähnliche Erstarrungen auf, jedoch außerhalb des Schlafs. Als Beispiele seien Katalepsie und Stupor genannt.

 

Diesen Krankheiten liegt zu Grunde, dass es sich nicht um dauerhafte Lähmungen handelt, sondern um kurzzeitige Bewegungshemmungen. Eine Erstarrung ist bei einer Schlafparalyse nun insofern vorhanden, dass Bewegungen durch eine vorübergehende Einschränkung der Motoneuronen, nicht möglich sind. Diese wird durch einen Teil des Hirnstamms verursacht. Die Augenmuskulatur ist als einziges nicht betroffen.

 

Was ist die Schlafparalyse

 

Was eine Schlafparalyse im Wesentlichen ist, wurde schon hinreichend erklärt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine kurzzeitig auftretende Muskellähmung ist, die im Verlauf des Schlafes zwar ein natürlicher Zustand ist, der jedoch nach dem Aufwachen noch anhält. Dieser wird bewusst wahrgenommen (nicht unbewusst stattfindet, wie im Schlaf). Krankhaft wird so eine Schlaflähmung nur, wenn sie über die Jahre gehäuft auftritt. Meist im Zusammenhang mit Narkolepsie.

 

Eine isoliert in Erscheinung tretende Schlafparalyse (ISP für isolated sleep paralysis) kann jeden im Laufe seines Lebens einmal treffen. Sie kann mehrmalig innerhalb eines kürzeren Zeitraums auftreten oder vereinzelt über längere Zeiträume. Sie ist unangenehm, aber ungefährlich. Betroffene erleben in besagter Übergangsphase zwischen Wachsein und Schlaf ganz bewusst eine Erstarrung des Körpers.

Diese wird meist als beängstigend empfunden und es ist naheliegend, dass eine Person in diesem Zustand auch in Panik gerät. Gerade weil jeder Versuch sich zu bewegen ins Leere läuft. Der Erstarrungszustand kann minutenlang andauern. Von außen betrachtet, ist die Muskulatur schlaff und nicht erstarrt. Dieser Zustand wird auch REM-Atonie genannt. Wenigstens Haustierbesitzer sollten die völlige Erschlaffung des Körpers ihres Lieblings während dessen Tiefschlafphasen gut kennen.

 

Begleiterscheinungen müssen nicht unbedingt auftreten, kommen aber vor. Exemplarisch dafür ist ein Gemälde von Johann Heinrich Füssli, mit dem Titel „Der Nachtmahr“. Durch diesen personifiziert sind Erstickungsgefühle oder ein verspürter Druck auf der Brust. Zusehen am schlaffen Körper der Frau ist auch die REM-Atonie. Bei einem Drittel aller Betroffenen kommen verschiedene Formen von Halluzinationen hinzu, verkörpert durch das geisterhaft aus dem Schatten
tretende Pferd.

 

Bei der gehäuften Form der Schlafparalyse (RISP, für recurrent isolated sleep paralysis), treten vermehrt Halluzinationen in Erscheinung. Diese müssen nicht nur die Sinne betreffen, auch außerkörperliche Erfahrungen kommen vor.

 

Schlaflähmungen treten einfach so, verursacht durch Medikamente oder in Begleitung von Krankheiten auf. Bei häufigen Erscheinen sollten Betroffene auf das Vorhandensein einer Narkolepsie untersucht werden.

 

Welche Ursachen gibt es?

 

Die Medizin geht davon aus, dass voraussichtlich einer von drei Menschen wenigstens einmal im Leben von Schlafparalyse betroffen sein wird. Um überhaupt begreifen zu können, warum diese Schlafstarre auftritt, muss man wissen, dass es nicht nur die Zustände „wach“ und „schlafend“ gibt. Sowohl beim Einschlafen als auch beim Aufwachen gibt es eine Übergangsphase.

Körper und Geist gleiten hinüber in den Schlaf, wohin sie alle Informationen mitnehmen. Dort treffen sie auf Informationen, die bereits „Traum“ signalisieren. In der Regel gelingt der Übergang problemlos. Die Schlafparalyse wird von der Medizin schon in der REM-Phase (Rapid Eye Movement = schnelle Augenbewegungen = Traumphase; daher auch REM-Atonie). Die Traumerlebnisse, die nach dem Tiefschlaf keine bewusste Erinnerung hinterlassen, werden mittels der schnellen Augenbewegungen signalisiert. Es gibt mehrere REM-Phasen im Verlauf einer Nacht.

 

Weiterhin wird vermutet, dass die Psyche bei der ungewöhnlichen Schlaflähmung eine Rolle spielt.

 

  • Stress
  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Narkolepsie
  • Alkoholmissbrauch
  • Drogenmissbrauch

Alle genannten Aspekte beeinflussen die Psyche maßgeblich. Buchstäblich lähmend wirken sie sich dann auf den Körper aus.

 

Ein Aspekt jedoch verdient ebenfalls Beachtung: die Vererbbarkeit. Die Zwillingsforschung hat gezeigt, dass eine Schlafparalyse auch erblich bedingt sein kann. Tests mit eineiigen Zwillingen ergaben, dass bei einem von Schlafparalyse betroffenen Zwilling die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass auch der andere Zwilling darunter leidet. Die Fachwelt berichtet von einem „autosomat-dominanten Erbgang“. Grob erklärt bezeichnet dies eine falsche Platzierung eines Allels.

 

Grundsätzlich und abschließend lässt sich sagen, dass gleichermaßen

 

  • körperliche (z. B. Migräne)
  • seelische (Stress, Depressionen usw.)

Faktoren als Ursache in Frage kommen.

 

Symptome & Anzeichen

 

Selbst Laien können die ungewöhnliche Schlafstarre feststellen. Die nachfolgende Beschreibung verschafft Sicherheit.

 

Die Symptome sind einfach zu erkennen. Die Schlafparalyse ist ursprünglich ein natürlicher Zustand, denn er bewahrt im Traumzustand den Schlafenden davor, um sich zu schlagen oder aus dem Bett zu fallen. Die Muskulatur erstarrt vollständig, bis auf die Atem-, Herz- und Augenmuskulatur. Betroffen ist davon jeder Mensch in jeder Nacht während der REM-Phasen. Die Starre verschwindet normalerweise spätestens mit dem Aufwachen.

 

Hält dieser Zustand auch nach dem Erwachen noch an, spricht man von einer Schlafparalyse. Die Fachwelt nennt dies „Wachanfall“. Dieser Ausdruck bezeichnet den Zustand eines wachen Gehirns und einer Muskulatur, die sich noch im Schlafzustand befindet. Die Folge: Betroffene sind unfähig …

 

  • zu sprechen
  • sich zu bewegen.

Vielen Menschen macht dieser Zustand Angst. Dies ist auch nur zu verständlich, denn die vollkommene Bewegungsunfähigkeit wird bei äußerst wachem Geist erlebt. Alle Anstrengungen, sich doch noch zu bewegen, laufen ins Leere. Leicht entsteht eine Panik, wenn Betroffene ihre eigene Atmung nicht mehr spüren können. Hier kann es zu Erstickungsanfällen kommen, obwohl es keinen wirklichen Anlass dazu gibt.

 

Etwa ein Drittel aller betroffenen Personen berichten von visuellen, akustischen und taktilen Halluzinationen bis hin zu außerkörperlichen Wahrnehmungen, also der Sicht auf den eigenen Körper von außen.

 

Erstaunlich ist die Tatsache, dass diese „Starre“ nur vom Aufwachenden selbst wahrgenommen wird, denn für Außenstehende wird dies nicht ersichtlich. Für sie sieht die Muskulatur eines von Schlafparalyse Betroffenen vollkommen schlaff und entspannt aus.

 

Zusammenfassung

  • ursprünglich ein natürlicher Zustand
  • vollkommene Muskelstarre bei wachem Geist
  • kann nicht gesteuert werden
  • verursacht oft Ängste
  • Panik bis hin zu Erstickungsanfällen
  • manchmal Halluzinationen
  • Starre wird nur vom Aufwachenden selbst wahrgenommen

Diagnose & Krankheitsverlauf

 

Die Schlafparalyse zählt zwar zu den Schlafstörungen, doch gesundheitsgefährdend ist sie nicht. Eine ausführliche Anamnese ist für den behandelnden Arzt ein hilfreiches Instrument, eine Narkolepsie (deren Symptom die Schlafparalyse ebenfalls ist) auszuschließen oder zu bestätigen. Für eine endgültige Diagnose ist oft das Führen eines Schlaftagebuches erforderlich. Eine Alternative ist der Aufenthalt der Betroffenen in einem Schlaflabor.

 

Klassischerweise durchforstet der behandelnde Arzt zunächst die bisherige Krankengeschichte sowie die Vorgeschichte (bekannte Vorfälle in der Verwandtschaft bzw. bei den Vorfahren). Zunächst geht der Mediziner nach dem Ausschlussverfahren vor, das andere mögliche Ursachen eliminiert. Da die Schlafparalyse ebenfalls klassisch für eine Narkolepsie ist, muss diese zuerst abgeklärt und ausgeschlossen werden.

Dazu wird in jedem Fall eine sogenannte Polysomnographie vorgenommen sowie ein multipler Schlaflatenztest (MSLT). Dazu muss der Betroffene ein Schlaflabor aufsuchen. Handelt es sich um eine Polysomnographie, kann die Schlafparalyse als logische Störung leicht erkannt werden, da die Atonie (Erschlaffung der Muskulatur) bei der Elektromyografie (Messung der elektrischen Muskelaktivität) sowie der Wachzustand mittels EEG (Elektroenzephalografie) konkretisiert werden kann. Somit gibt der multiple Schlaflatenztest Aufschluss darüber, ob es sich um eine ungefährliche Störung (isolierte Schlafparalyse) oder um ein Symptom der Narkolepsie handelt.

 

Der „Krankheitsverlauf“ – wenn man ihn überhaupt so nennen kann – verläuft stets nach dem gleichen Muster. In der sogenannten REM-Phase erstarrt die gesamte Muskulatur und schützt den Körper vor unbedachten Bewegungen während des Traums. Betroffen ist die gesamte Muskulatur, ausgenommen, Atmung, Herz und Augen. Der Betroffene wacht auf, doch sein Körper befindet sich noch in der Erstarrung, die sich jedoch nach wenigen Minuten auflöst. Wer ihn kennt, nimmt den Zustand gelassen, wer jedoch zum ersten Mal Bekanntschaft damit macht, gerät leicht in Panik.

 

Häufigkeit & Diagnosedaten

 

Eindeutige Zahlen über die Häufigkeit des Vorkommens der Schlafparalyse gibt es nicht. Einige Schätzungen ergaben, dass mehr als 7 % der Gesamtbevölkerung zumindest einmal im Leben von einer Schlafparalyse betroffen waren. Nicht jeder sucht sofort einen Arzt auf, daher dürfte die Dunkelziffer hoch sein. Ein Fachmann wird in der Regel erst konsultiert, wenn die Häufigkeit des Auftretens zunimmt und den Betroffenen Angst macht.

 

35 Einzelstudien an insgesamt etwa 36.500 Personen ergab genauere Zahlen:

 

  • 7,6 % der Gesamtbevölkerung hat schon mindestens im Leben eine Schlafparalyse durchgemacht.
  • 28,3 % der Studenten kennt den Zustand der Schlaflähmung im Wachzustand.
  • 31,9 % der Psychiatrie-Patienten ist nur allzu vertraut mit der REM-Atonie.
  • 18,9 % der untersuchten Frauen litten unter der Muskelstarre.
  • 15,9 % der in den Studien erfassten Männer kennen den Zustand ebenfalls
  • 3 % mehr Frauen sind somit betroffen.
  • Lediglich sechs der 35 Einzelstudien erfassten auch die Altersangaben, doch ergaben sich diesbezüglich keinerlei Auffälligkeiten.

Ob diese Zahlen jedoch 1:1 auf die Bevölkerung umgesetzt werden können, ist fraglich. Eines ist jedoch Tatsache: Die Schlafparalyse ist ein typisches Symptom der Narkolepsie, die durch aus eine Erkrankung ist. Die Betroffenen befinden sich vorwiegend in ärztlicher Behandlung und wurden somit erfasst. Schätzungsweise leiden in Deutschland etwa 40.000 Menschen unter Narkolepsie (einige Schätzungen ergeben zusammen mit der Dunkelziffer eine Zahl von bis zu 100.000 Betroffenen). Eine eindeutige Diagnose wurde bisher bei etwa 4.000 Menschen gestellt.

 

In der Zwillingsforschung zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit einer auftretenden Schlafparalyse beim zweiten eineiigen Zwilling steigt, wenn das zuerst untersuchte Geschwister darunter leidet (s. Ursachen).

 

Komplikationen bei der Krankheit

 

Gefährliche Komplikationen werden in der Regel nicht erwartet. Viele Betroffene erfasst ein Gefühl der Panik, wenn sie wach, jedoch nicht in der Lage sind, sich zu bewegen. Sie füllen sich sprichwörtlich im eigenen Körper gefangen. Oft bleibt dieses ungewollte Erlebnis einmalig im Leben, trotzdem kann es erneut auftreten.

Gut, wenn sich die Leidtragenden mit dem Thema auseinandersetzen und sich Wissen aneignen. Denn dieses sagt ihnen, dass die „Erkrankung“ harmlos ist. Kommt die Schlafparalyse in gehäufter Form vor (RISP = recurrent isolated sleep paralysis), kann mit Halluzinationen gerechnet werden. Die Betroffenen sehen Bilder, nehmen andere – nicht wirklich vorhandene – Personen im Zimmer wahr und hören Töne, die gar nicht da sind. Die Halluzinationen betreffen nicht unbedingt nur die Sinne, sogar von außerkörperlichen Erfahrungen ist die Rede.

 

Bei der gehäuften Form der Schlafparalyse (RISP, für recurrent isolated sleep paralysis), treten vermehrt Halluzinationen oder andere albtraumartige Erfahrungen in Erscheinung. Diese müssen nicht nur die Sinne betreffen – auch außerkörperliche Erfahrungen sind durchaus schon vorgekommen. Dabei haben die Betroffenen das Gefühl, sich außerhalb ihres eigenen Körpers zu befinden und sich selbst von außen, wie durch die Augen eines Außenstehenden, betrachten zu können. Oftmals haben von der Schlafparalyse betroffene Personen ein Engegefühl im Halsbereich. Dieses ist jedoch als subjektiv zu bezeichnen. Sie selbst fühlen sich manchmal dem Ersticken nahe, weil sie Schwierigkeiten haben, die eigene Atmung wahrzunehmen.

 

Glücklicherweise ist der Zustand von kurzer Dauer, die Leidenszeit schnell vergessen. In der Regel tritt ein solcher Zustand nur einmal im Leben auf. Nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei und die volle Beweglichkeit wiederhergestellt.

 

Wann sollte man zum Arzt gehen?

 

Der Arztbesuch ist nicht in jedem Fall erforderlich. Ein einmaliges Auftreten ist schnell vergessen und wird oft einem vorübergehenden Unwohlsein zugeschrieben. Aus der Häufigkeit ergibt sich die Notwendigkeit eines Arztbesuches. Tritt jedoch die Schlafparalyse ab und zu im Abstand von mehreren Jahren auf, kann der Arztbesuch vernachlässigt werden. Hier ist von isoliertem oder vereinzelten Auftreten die Rede.

Gehäufte Attacken sind jedoch sehr wohl untersuchungsbedürftig. Dazu suchen Betroffene einen Neurologen auf, der entsprechende Untersuchungen ein- und ggf. auch an ein Schlaflabor weiterleiten kann. Denn in diesen gehäuften Fällen kann es sich um eine Narkolepsie handeln, die dringend behandelt werden muss.

 

Behandlungsmethoden & Therapie

 

Für den Umgang mit einer bewusst erlebten Schlafparalyse haben sich vor allem drei Wege bewährt:

 

  • Die medikamentöse Behandlung mittels Antidepressiva, die jedoch Nebenwirkungen nach sich ziehen kann.
  • Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
  • L-Trypotophan (Vorstufe von Serotonin)
  • Beratung und Aufklärung – vor allem darüber, dass es sich bei der Schlafparalyse um keinen gefährlichen und gesundheitsschädlichen Zustand handelt.Tipps über Methoden, wie der Zustand der Erstarrung gelöst werden kann (z. B. Konzentrationstraining, Berührung des Partners usw.

Nicht zuletzt hat sich auch eine gesunde Schlafhygiene bewährt gemacht. Dazu zählen:

 

  • Vermeidung der Rückenlage
  • Stressbewältigung
  • identische Wach- und Schlafenszeiten (Tag-Nacht- bzw. Bio-Rhythmus)
  • genügend Schlaf (bis zu neun Stunden, jedoch individuell verschieden)
  • kein grelles Licht am Bett
  • nicht am Tag schlafen (Stichwort Mittagsschlaf)
  • 3 Stunden vor dem Schlafen nichts mehr essen
  • auch nicht hungrig zu Bett gehen
  • 3 Stunden vor dem Schlafen keinen Alkohol trinken
  • 4 – 8 Stunden vor dem Schlafen keine koffeinhaltigen Getränke konsumieren
  • nach dem Aufwachen nicht länger als nötig liegen bleiben
  • vor dem Schlafengehen erst einmal zur Ruhe kommen

Im Übrigen können Betroffene ihre Partner auf den Erstarrungszustand mittels lautem Atmen oder heftigen Augenbewegungen informieren. Hierzu sei jedoch gesagt, dass die Augenlider nicht geöffnet werden können. Sie sind ebenso wie die restliche Muskulatur von dem Zustand betroffen.

 

Stress und Schlafmangel sind zwei der Indikatoren für ein Auftreten der Schlafparalyse im Wachzustand. Depressionen und Burn-out zwei weitere, zu dessen Symptomen Stress und Schlafstörungen zählen. Eine gute Schlafhygiene mindert entsprechend das Risiko, eine REM-Atonie von neuem zu erleben.

 

Vorbeugung – Impfung & Prävention

 

Eine vorbeugende Impfung gegen ein neuronales Problem gibt es nicht. Die beste Vorsorge ist eine gepflegte Schlafhygiene. Andere Präventivmaßnahmen sind von diversen Erkrankungen abhängig, zu deren möglicher Symptomatik auch eine Schlafparalyse zählt.

 

Nun kommt es darauf an, inwiefern einer Schlafparalyse im Wachzustand vorgebeugt werden soll. Es kommt ja durchaus vor, dass ein Geschwister- oder Elternteil davon betroffen ist, die eigene Person jedoch nicht. So eine Person möchte vielleicht vorweg jede Möglichkeit ausschließen, dass sie auftritt. Dann reichen die Hinweise zu einer gesunden Schlafhygiene in diesem Artikel durchaus zur Vorsorge aus.

 

Betroffene Personen möchten vielleicht verhindern, dass es ein nächstes Mal gibt. Die Vermeidung ist jedoch nicht immer möglich. In manchen Fällen hilft tatsächlich nur eine medikamentöse Behandlung. Allerdings gibt es hierzu keine Erfolgsgarantie.

 

Eine weitere Möglichkeit ist nicht unbedingt vorbeugend, kann jedoch helfen, einen gesunden Umgang mit dieser Störung zu finden. Betroffenen hilft ein bewusstes Heraustreten aus dem Zustand der Erstarrung. Wer das lernt, muss sich der Situation nicht geschlagen geben.

 

Prognose zur Heilung

 

Heilbar ist Schlafparalyse nicht. Es sei daran erinnert, dass es sich um einen ganz natürlichen Zustand des Körpers im Schlaf handelt. Außerdem muss sie gar nicht behandelt werden, wenn der Betroffene nicht darunter leidet. Bei anhaltendem Auftreten der Schlafparalyse können verschiedene Antidepressiva zum Einsatz kommen. Mit denen jedoch einige unerwünschte Nebenwirkungen einhergehen können. Wenn eine Narkolepsie diagnostiziert wurde, ist eine Behandlung mit solchen Psychopharmaka typisch.

 

Auf die meisten Fälle von Schlafstarre trifft ohnehin die isolierte Form. Selbst wenn sie über mehrere Jahre auftritt, kann der Betroffene davon ausgehen, dass der Spuk irgendwann vorbei ist.
Im Einzelfall, gerade wenn Halluzinationen und Druckgefühl in der Brust zu den auftretenden Symptomen gehören, sollte jedoch nicht auf das Verschwinden gewartet werden. In der Zwischenzeit kann viel getan werden, um einen souveränen Umgang mit diesen Problemen zu finden. Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen, ist immer noch der einfachste Weg und der kann gelernt werden.

 

Narkolepsie

 

Zwischen Schlafparalyse und Narkolepsie besteht ein direkter Zusammenhang. Schlaflähmung ist eines der Symptome, welche bei dieser Hypersomnie auftreten. Daher soll sie hier kurz Erwähnung finden. Schlafparalyse in Verknüpfung mit Narkolepsie ist meist von halluzinierenden Zuständen geprägt. Das Bewusstsein befindet sich zwischen Schlafen und Wachen. Zwei Seins-Sphären überlagern sich regelrecht und dies wird bewusst erlebt. Dieser Zustand wird Hypnagogie genannt. Ein zweites Symptom der Narkolepsie.

 

Symptome

 

Zu den Symptomen der Narkolepsie gehören aber nicht nur Schlafparalyse mit hypnagogen Halluzinationen. Exzessive Tagesschläfrigkeit, ein abnormer Schlafrhythmus, Kataplexien (kurze Momente von Muskelversagen) und automatisches Verhalten zählen ferner dazu. Fast alle Menschen mit Narkolepsie leiden an Tagesschläfrigkeit und nur etwa die Hälfte an Schlafparalyse und damit einkehrenden Halluzinationen. Nur etwa 20 % weisen alle Symptome auf. Meistens sind die Krankheitssymptome so durchmischt, dass Narkolepsie nur schwer zu diagnostizieren ist.

 

Die exzessive Tagesschläfrigkeit zeichnet sich durch verschiedene Grade aus. Der leichte Grad tritt nur bei passiven Aktivitäten auf, zum Bespiel beim Fernsehen. Der mittlere Grad, betrifft Situationen die eine gewisse Aufmerksamkeit benötigen, jedoch immer noch passiv sind. Zum Beispiel, wenn es darum geht einer Vorlesung an der Uni zu folgen, an einem Meeting teilzunehmen, ein Besuch im Kino oder in einer Ausstellung. Von einem schweren Grad der Narkolepsie ist die Rede, wenn auch aktive Situationen betroffen sind. Das kann mitunter zu lebensgefährlichen Situationen führen, beim Autofahren etwa. Die Schläfrigkeit tritt täglich ein und ist in jeder Situation möglich. Beim Essen, beim Telefonieren, beim Einkaufen und sofort.

 

Kataplexietritt genauso häufig bei Betroffenen auf wie die exzessive Tagesschläfrigkeit. Sie wird durch starke Emotionen verursacht. Kataplexie ist der kurzzeitige Verlust über die Haltemuskulatur. Das bedeutet, durch Emotionen ausgelöste Reize sorgen dafür, dass eine Person mit Kataplexie plötzlich einknicken und stürzen kann. Auch Mimik und Aussprache können betroffen sein. Der Zustand hält nur wenige Sekunden an, beim Absetzen entsprechender Medikation auch für Stunden (Status cataplecticus).

 

Abnormer Schlafrhythmus: Der Zeitraum zwischen zwei aufeinanderfolgenden REM-Phasen beim gesunden Menschen beträgt ungefähr 90 Minuten. An Narkolepsie Erkrankte haben dem gegenüber keinen normalen Tag-Nacht-Rhythmus. Der Wechsel zwischen den beiden Zuständen Wachen und Schlafen folgt über den ganzen Tag verteilt. Während ein normaler Schlafzyklus aus Non-REM- und REM-Phasen besteht, die sich rhythmisch über den Schlaf verteilt in dieser Reihenfolge abwechseln, ist es bei Narkolepsie genau umgekehrt.
Non-REM- folgen auf REM-Phasen. Sogenannte NREM-Phasen kennzeichnet, dass sie traumlos sind und aus zwei Teilen Leichtschlaf und einem Teil Tiefschlaf bestehen.

 

Die Schlafparalyse tritt während der REM-Latenz ein, also während des Einschlafens. Eigentlich ist damit die Phase zwischen Einschlafen und erster REM-Phase gemeint. Hier jedoch ist diese Periode stark verkürzt und deshalb tritt während des Wegdämmerns eine Schlafstarre mit hypnagogenen Halluzinationen ein. Da gesunde Menschen auch tags nach demselben rhythmischen Schema aktiv sind, ist dieses Phänomen bei Erkrankten auch gestört. Vermutlich sorgt dies für die erhöhte Tagesschläfrigkeit.

 

Ungefähr 20 % der an Narkolepsie Erkrankten legen automatisches Verhalten an den Tag. Sie führen tägliche Aktionen schematisch aus, das Bewusstsein ist dabei eher getrübt. Jedenfalls wird nur langsam auf äußere Reize reagiert. Ausgeführte Handlungen sind eher fehlerhaft. Die Gefahr für Leib und Leben je nach Situation entsprechend groß.

 

Hypnagoge/hypnopompe Halluzinationen und die Schlafparalyse sind zwar Teil der möglichen Symptomatik, sollen an dieser Stelle aber nicht erneut aufgeführt werden. Nur der Vollständigkeit halber wurden sie hier noch einmal kurz erwähnt. Noch eines: Die Halluzinationen treten nicht nur des nachts in Erscheinung. Für ausführliche Informationen lesen Sie den gesamten Artikel.

 

Therapiemöglichkeiten

 

Die Behandlungsmöglichkeiten einer Narkolepsie ähneln teilweise denen der Schlafparalyse. Hierbei wird zwischen medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien unterschieden. Die Intensität bzw. ihr Gebrauch richtet sich nach der auftretenden Symptomatik und ist einzelfallabhängig.

 

Bei dem nichtmedikamentösen Behandlungen erwiesen sich Vermeidungsstrategien von Trigger-Situationen, eine gute Schlafhygiene und regulierte Tagesschlafmöglichkeiten als am nützlichsten.

 

Im Regelfall kommen auch Medikamente zum Einsatz. Stimulanzien und Antidepressiva helfen gegen Tagesmüdigkeit, Schlafparalysen, Kataplexie und Halluzinationen. Mit Natriumoxybat kommt auch ein Schlafmittel zur Verwendung. Einige Mittel werden off-Label verabreicht. Das meint, dass sie ursprünglich für einen anderen Verwendungszweck gedacht sind, aber trotzdem eine Wirkung bei einigen Symptomen der Narkolepsie entfalten. Dextroamphetamin, Amphetaminil, Methamphetamin und Koffein sind neben anderen Stimulanzien und Antidepressiva off-Label Arzneien.

 

Gesellschaftliche Situation

 

Narkoleptiker bekommen ihre Diagnose meistens sehr spät. Da aufgrund der Symptomatik und deren scheinbaren Ähnlichkeit mit Persönlichkeitsstörungen oder Epilepsie oft erst andere Krankheiten angenommen werden, dauert es bis zu endgültigen Diagnose bis zu 10 Jahre oder länger.

Die gesellschaftliche Akzeptanz ist im direkten Umfeld nicht selten gering. In der Außenwahrnehmung wird nicht unbedingt eine Erkrankung wahrgenommen oder geglaubt. In der Folge vereinsamen manche Narkoleptiker zusehends, ziehen sich zurüCK, leiden an sozialen Ängsten sowie Depressionen. Das muss jedoch kein zwangsläufiger Zustand eines Narkoleptikers sein und sicherlich gibt es viele, gut in das soziale Umfeld integrierte Menschen mit Narkolepsie.

Bei Berufen müssen sie aber darauf achten, dass diese zur Symptomatik passen und nicht beim Bedienen von Maschinen oder beim LKW-Fahren z. B. schlimme Unfälle geschehen. An sich ist die Erwerbsfähigkeit mindestens eingeschränkt oder gar nicht gegeben. Der Grad der Behinderung liegt je nach Schwere zwischen 50 und 80. Das entspricht einem deutlich erhöhten Maß an Einschränkungen im alltäglichen Leben.

 

Alternative Behandlungsmethoden

 

Für die meisten Probleme im Leben gibt es verschiedene Herangehensweisen. Auch für Krankheiten ist dies oft der Fall. Doch speziell für die Schlafparalyse ist der Handlungsspielraum recht klein. Behandlungsziel kann höchstens ein gesundes Schlafverhalten sein. Auch die Esoterik bietet mögliche Hilfen an, die jedoch höchst zweifelhaft sind (von Dämonenaustreibung bis Anrufung eines Gottes). Noch bis in das 19. Jahrhundert hinein ging man bei der Schlafparalyse von Besessenheit aus. Eine dahin gerichtete Therapie würde höchstens die Panik und nicht die „Heilung“ fördern. Erwähnt wird die Esoterik deshalb, um sie von den alternativen Behandlungsmethoden deutlich abzugrenzen und auch, um Seriöses von Unseriösem zu trennen.

 

Nachfolgend werden einige reelle alternativmedizinische Behandlungsmethoden kurz angerissen erklärt. Weitere Ausführungen beziehen sich auf Schlafstörungen allgemein. Schlafparalysen werden ja meist durch mangelnde Schlafhygiene mindestens begünstigt und Alternative Medizin kann demzufolge ein Weg zu gesundem Schlaf sein. Ansonsten sollte auf die Rückenlage beim Schlafen verzichtet werden, sie begünstigt das Phänomen. Unter den Schlagwörtern „richtig liegen“ finden sich im Internet diverse nützliche Seiten, um die geeignete Schlafposition für sich ausfindig zu machen. Auch ein Schlafphasenwecker kann sehr hilfreich sein.

 

Weitere alternative Vorgehensweisen zur Behandlung von Schlafparalyse:

 

  • Aromatherapie: Eine Form der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Aufnahme von heilenden Stoffen durch Inhalation.
  • Anthroposophische Medizin: Sie betrachtet Körper und Psyche eines Menschen als Einheit, die bei Störungen gleichermaßen behandelt werden muss.
  • Homöopathie: Nach den Vorgaben des deutschen Arztes Samuel Hahnemann, der die Homöopathie entwickelte, ist Krankheit lediglich die „Verstimmung des Lebensprinzips“. Hochpotenzierte Grundsubstanzen werden mit Wasser oder Ethanol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben und sorgen für die Wiederherstellung der Balance.
  • Lichttherapie: Ein mittlerweile von der Wissenschaft anerkanntes Verfahren zur Behandlung verschiedener Erkrankungen. Licht ist verantwortlich für verschiedene Vorgänge im menschlichen Körper. Ein hohes Lichtvolumen signalisiert Wachheit, ein abnehmendes „Schlafenszeit“.
  • Orthomolekular-Medizin: Grundlage ist die hochdosierte Verwendung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die der Vermeidung bzw. Behandlung von Krankheiten dienen – ohne wissenschaftliche Grundlage.
  • Spagyrik: Alchemistische Umsetzung einer Therapie. Pflanzliche, mineralische sowie tierische Ausgangssubstanzen werden mittels Destillation, Gärung bzw. Fäulnis (Mazeration) oder Kalzinierung (Trocknung) verarbeitet und zugänglich gemacht.
  • Schüssler-Salze: Mineralsalze in homöopathischer Potenzierung.
  • Ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt: Ein säurelastiger Organismus neigt zu Störungen und Krankheiten.
  • Mykotherapie: Behandlung mit Heilpilzen.
  • Urtinkturen: Aus der Homöopathie kommend. Konzentrierte flüssige Zubereitung aus Extrakten.
  • Traditionelle Chinesische Medizin: Uralte Heilkunde aus dem alten China. Bewährt seit mehr als 2000 Jahren.
  • Akupunktur: Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin – Behandlung durch das Setzen von Nadeln.
  • Massagen: Verschiedene Massagetechniken wie z. B. Reflexzonenmassage, Entspannungsmassagen und Akupressur fördern das gesunde Schlaf- und Wachverhalten.
  • Ayurveda: Traditionelle Indische Heilkunst
  • Entspannungstechniken: z. B. Meditation, Yoga, Progressive Muskelentspannung, Hypnose
  • Psychosomatische Rehabilitation: z. B. im Verlauf einer Kur
  • Psychotherapie: Gespräche, die den Horizont erweitern und die Selbsterkenntnis anregen. Sie eröffnen mögliche Wege.

Welche Hausmittel können helfen?

 

Es gibt keine Heilungsgarantie für die Schlafparalyse. Es kann jedoch Einiges getan werden, um die Lebenssituation zu verbessern und eine gesunde Schlafhygiene herbeizuführen. Gerade die heutige Zeit bringt viel Unruhe mit sich, die die Menschen auch im Schlaf verfolgt. Schlafstörungen sind die Folge. Jedoch können von der Schlafparalyse Betroffene so einiges tun, um der Unruhe im Leben ihren Platz zuzuordnen und aus dem Schlaf zu verbannen. Das Ergebnis ist eine gesunde und ausgeglichene Schlafenszeit. Vereinzelt auftretende Schlafparalysen sollten entspannt betrachtet werden.

 

Hausmittel, die zielgerichtet der Schlafparalyse entgegenwirken, gibt es nicht. Eine gesunde Schlafhygiene (s. Abschnitt „Therapie & Behandlungsmöglichkeiten“) ist der erste Schritt aus der Schlafparalyse. Zusätzlich ein langsamer Spaziergang an der frischen Luft, direkt vor dem Schlafengehen, sorgt für die nötige Entspannung – auch nach dem Aufwachen.

 

Weiterhin hilft eine ausgeglichene Lebensweise mit reichlich sozialen Kontakten. So werden keine Probleme mit in den Schlaf genommen, was ebenfalls das Schlafbild verbessert.

 

Warme, feuchte Umschläge sorgen für Entspannung und Wohligkeit. Auch Entspannungsbäder, regelmäßige Saunagänge und reichlich adäquate Bewegung schaffen Ausgleich und eine gesunde Lebensbasis.

 

Ein wichtiges Thema ist die Ernährung. Je mehr Essensqualität, desto mehr Lebens- und Schlafqualität.

 

Vitamin D stellt der menschliche Körper mit Hilfe des Sonnenlichts her. Wer sich wenig (vor allem im Sommer im Freien aufhält, darf sich über Schlafstörungen nicht wundern. Ggf. helfen Vitamin-D-Präparate.

 

Kneippkuren wie z. B. Wassertreten oder Armbäder regulieren ebenfalls zahlreiche körperliche Vorgänge. Auch diverse Umschläge, Abreibungen und Bürstungen sind hilfreich. Speziell ansteigende Fußbäder helfen bei Schlafstörungen.

 

Nicht zuletzt: Eine ausgeglichene und zufriedenstellende Lebensweise ist die beste Grundlage für einen gesunden Schlaf.

 

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

Es gibt zahlreiche Heilkräuter & Heilpflanzen, die den gesunden Schlaf fördern bzw. der Beruhigung und Entspannung dienen. Dazu gehören:

 

  • Baldrian: Verwendet wird die Baldrianwurzel gegen Schlafstörungen, nervöse Erschöpfung, geistige Überarbeitung, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Stress. Hilfreich auch als Badezusatz.
  • Hopfen: In Form von Tee, Bädern oder in der Phytotherapie bei Schlafstörungen, Unruhe und Angespanntsein.
  • Melisse: Anwendung in der Phytotherapie bei Angespanntheit, Nervosität, Unruhe, nervös bedingten Schlafstörungen und seelischen Problemen. Auch als Tee oder für Bäder.
  • Lavendel: Anwendung in der Phytotherapie, als Tee oder für Bäder. Allgemein beruhigende Wirkung auf das Nervensystem.
  • Passionsblume: Anwendung bei nervöser Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit, Depressionen und Schlafstörungen. Aufnahme in Form von Tee.
  • Johanniskraut: Es ist ein altes und bewährtes Hausmittel gegen Schlafstörungen. Es mindert Nervosität, Angstzustände, Ruhelosigkeit und depressive Verstimmungen. Außerdem fördert es den Schlaf. Bei Einnahme ist Vorsicht beim Aufenthalt in der Sonne geboten.
  • Teemischungen: Idealerweise sind Tees aus verschiedenen Kräutern gemischt, die sich in ihrer Wirkung ergänzen.

Ätherische Öle

 

In der Aromatherapie gegen Schlafstörungen im Allgemeinen kommen ätherische Öle zum Einsatz. Mittels Destillation werden aus Blättern, Stängeln, Blüten, Rinden, Wurzeln und anderen Bestandteilen werden sie aus der Pflanze gelöst. Sie liefern die gesamte Breite pflanzlicher Inhaltsstoffe. Ätherische Öle sind nicht für die innere Anwendung geeignet und können sogar zu Vergiftungen führen. Mit Parfüm- oder Duftölen haben sie in der Wirkung nichts gemein, denn diese wurden auf synthetischer Basis hergestellt. Über eine sogenannte Duftlampe verbreiten ätherische Öle ihre Wirkung und werden über die Nase beim Einatmen aufgenommen.

 

  • Lavendelöl: beruhigend, angstlösend, natürliches Antidepressivum, schlaffördernd
  • Majoranöl: entspannend, antidepressiv, beruhigend, schlaffördernd, entkrampfend, harmonisierend
  • Römische Kamille: hilfreich bei seelischen Verkrampfungen, ausgleichend und beruhigend, Einsatz bei Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen
  • Muskatnussöl: antidepressiv, nervenstärkend, entkrampfend, traumfördernd; hilfreich bei der Meditation und gegen Depressionen (Vorsicht: Überdosierungen führen ggf. zu Rauschzuständen, daher nicht für Epileptiker, Kinder und Schwangere geeignet)
  • Muskatellersalbei: entspannend, nervenstärkend, stimmungsaufhellend, antidepressiv, schlaffördernd, ausgleichend
  • Vetiver: beruhigend, antidepressiv, entspannend, stabilisierend, stimmungsaufhellend, schlaffördernd, angstlösend
  • Hopfenöl: beruhigend – jedoch nicht bei Depressionen anwenden
  • Baldrianöl: emotional entkrampfend, entspannend, schlaffördernd, beruhigend, nervenstärkend
  • Melissenöl: belebend und beruhigend gleichermaßen, stärkend, harmonisierend, stimmungsaufhellend, schlaffördernd

Homöopathie & Globuli

 

Die Homöopathie geht vom Ähnlichkeitsprinzip aus. Was eine Störung verursacht hat, kann sie auch wieder heilen. Homöopathische Arzneimittel werden so ausgewählt, dass die enthaltenen Stoffe an vollkommen Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen wie die, an denen der Erkrankte leidet. Bestimmte Grundsubstanzen werden „potenziert“, d. h. verdünnt – zumeist im Verhältnis 1:10 oder 1:100.

Bei Schlafstörungen kommen Aconitum, Arnica, Ambra, Avena Sativa, Passiflora incarnata und Zimcum valeriancum. Verabreicht wird oft als Globuli – kleinen Kügelchen aus Milchzucker, die den Wirkstoff enthalten. Sie werden unter die Zunge geschoben und lösen sich langsam auf. Doch es gibt auch alkoholische Lösungen, in denen der Wirkstoff sich entfaltet. Bei der Einnahme sollte man nach Meinung mancher Fachleute auf einen Metalllöffel verzichten.

 

  • Aconitum: Behandlung von Schlafstörungen aufgrund von traumatischen Erlebnissen oder Ängsten.
  • Arnica: Nach ungewöhnlichen Überanstrengungen.
  • Ambra: Bei großer Erschöpfung und Unruhe.
  • Avena Sativa: Bei Erschöpfungszuständen und allgemeinen Schlafstörungen.
  • Passiflora incarnata: Bei Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen, verhilft zu einem erholsamen und gesunden Schlaf.
  • Zimcum valeriancum: Für ein überreiztes Nervensystem mit Folgebeschwerden wie Schlafstörungen oder Krampfanfälle.

Dies ist nur eine kleine Auswahl möglicher homöopathischer Mittel im Kampf gegen Schlafstörungen bzw. Schlafparalyse.

 

Schüssler-Salze

 

Schüssler-Salze sind Mineralsalze, die in potenzierter, d. h. homöopathischer Form dargereicht werden. In der Regel werden sie als kleine Tabletten hergestellt, deren Wirkstoffe unter der Zunge zergehend von der Mundschleimhaut aufgenommen werden. Sie werden kategorisch eingeteilt in 12 „Funktionsmittel“ nach Wilhelm Heinrich Schüssler sowie 15 „Ergänzungsmitteln“, die durch seine Anhänger später hinzukamen. Folgende Mineralsalze helfen bei Schlafstörungen:

 

  • Nr. 5 Kalium phosphoricum, Potenz D6: Bei Antriebsschwäche, Erschöpfung und Schlaflosigkeit.
  • Nr. 2 Calcium Phosporicum, Potenz D6: Dient der allgemeinen Regeneration.
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum, Potenz D6: Wirksam gegen Verkrampfungen im Allgemeinen.
  • Kalium bromatum, Potenz D12: Findet Einsatz gegen Neuralgien und Schlafstörungen.
  • Nr. 25 Aurum chloratum natronatum, Potenz D12: Wirkt vor allem gegen Einschlafstörungen und Schlafwandeln, ausgleichend für einen gesunden Schlaf.

Die Salze können auch kombiniert eingenommen werden – maximal drei Salze gleichzeitig. Klassischerweise werden drei- bis sechsmal täglich ein bis drei Tabletten eingenommen. Eine kurzzeitige Hochdosierung erfolgt alle ein bis zehn Minuten mit je einer Tablette. Für Kinder wird die angegebene Dosis halbiert.

 

Diät & Ernährung

 

Verschiedene Lebensmittel und Inhaltsstoffe können sich negativ auf das Schlafverhalten auswirken. Klassischerweise ist hier Koffein zu nennen. Auch ein überfüllter Magen sorgt für die nächtliche Unruhe, ein knurrender hingegen lässt die nötige Schlaftiefe ebenfalls vermissen. Alkohol wird oft nachgesagt, dass er das Einschlafen erleichtert (v. a. Rotwein). Allerdings leidet das Durchschlafen und somit das gesunde Schlafverhalten. Es gibt einige Tipps, die das gewünschte Schlafverhalten fördern:

 

  • Verzicht auf Koffein (Kaffee, Coca Cola usw), Alkohol und üppige Mahlzeiten
  • Warme Honigmilch: Kalzium hat eine beruhigende Wirkung, die des Honigs ist sogar einschläfernd. Ein wenig Zimt und Mandeln hinzugefügt, wird die Produktion des Schlafhormons Melatonin gefördert.
  • Kräutertees mit Inhaltsstoffen wie Passionsblume, Melisse, Baldrian, Hopfen, Lavendel und Johanniskraut fördern den gesunden Schlaf. Grün- und Schwarztees hingegen liefern eine aufputschende Wirkung (wie Kaffee).
  • Bananen enthalten Tryptophan und erhöhen den körpereigenen Serotoninspiegel. Das wirkt sich stimmungsaufhellend und spannungslösend auf den Organismus aus.
  • Verzicht auf Kohlenhydrate am Abend, denn sie kurbeln den Stoffwechsel und somit das nächtliche Schwitzen an. Besser ist eiweißreiche Kost.
  • Kein Vitamin C vor dem Schlafen gehen. Die Fruchtsäure stimuliert den Kreislauf, die Ruhe ist gefährdet.

Gesundheitsproblematiken sensibilisieren Betroffene, die schnell selber feststellen, was ihnen bekommt und was nicht.

 

FAQ – Fragen & Antworten

 

Was genau ist die Schlafparalyse

 

Sie Schlafparalyse ist eigentlich ein normaler Zustand, der im Verlauf jeder Nacht während der REM-Phase eintritt, die kennzeichnend für die Traumphase ist. Die gegebenenfalls heftigen Szenarien könnten dafür sorgen, dass der Schlafende um sich schlägt oder aus dem Bett fällt. Hier tritt die Schlafparalyse in Aktion, in deren Verlauf der Schlafende vollkommen bewegungsunfähig ist. Betroffen ist die gesamte Muskulatur bis auf Herz-, Atem- und Augenmuskulatur. Die Augenlider können jedoch nicht geöffnet werden. Nicht normal ist jedoch die Muskellähmung, die sich nach dem Aufwachen fortsetzt. Betroffene geraten häufig, vor allem beim ersten Mal, in Panik.

 

Ist die Schlafparalyse im Wachzustand gefährlich?

 

Die Schlafparalyse ist ein harmloser Zustand, der sich nach kurzer Zeit von alleine auflöst. Die Muskulatur scheint vollkommen gelähmt und die Betroffenen sind vollkommen bewegungsunfähig. Gefahr ist jedoch zu keiner Zeit gegeben.

 

Muss die Schlafparalyse behandelt werden?

 

Tritt sie isoliert, d. h. vereinzelt auf, besteht kein Behandlungsbedarf. Ein gehäuftes Vorkommen sollte jedoch abgeklärt werden, schließlich könnte eine weitere Erkrankung zugrunde liegen (z. B. Narkolepsie). Ansonsten können Betroffene alles für einen gesunden Schlaf tun: Entspannungstechniken in Anspruch nehmen, schlaffördernde, natürliche Mittel konsumieren, Hausmittel ausprobieren, die Kraft von Heilkräutern und -pflanzen nutzen sowie die Duftnuancen der Aromatherapie nutzen.

Auch die Stressverarbeitung und -vermeidung ist angesagt. All diese Maßnahmen fördern ein normales und gesundes Schlafverhalten, was wiederum die Gefahr des Auftretens einer Schlafparalyse mindert.

 

Was kann man selbst tun, um der Schlafparalyse Herr zu werden?

 

Voraussetzung ist eine gesunde Schlafhygiene (s. Behandlung & Therapie). Der Schlaf kann gegebenenfalls durch Naturheilmittel, Entspannungsverfahren, eine ausgewogene Ernährung und ein ausgeglichenes leben unterstützt werden. Stress wirkt sich störend aus. Vor dem Schlafengehen helfen Entspannungsbäder, Massagen, ein langsamer Spaziergang, Honigmilch, homöopathische Tropfen, Schüssler-Salze (im Verlauf des Tages) und weitere Vorgehensweisen, wie sie im Text zu lesen waren.

 

Ist die Schlafparalyse heilbar?

 

Die Schlafparalyse ist keine Krankheit, daher ist sie auch nicht heilbar. Es besteht kein Grund zur Sorge, solange sie nur vereinzelt auftritt. Die Schlafparalyse selbst kann auch nicht behandelt werden. Kein Mittel der Welt wird die Schlafparalyse zum Behandlungsziel haben. Wer ein ausgeglichenes Leben führt und auch keine Probleme mit in den Schlaf nimmt, hat den besten Schutz. Es gibt keinen Anlass zur Beunruhigung.

Ganz im Gegenteil: Aufregung aufgrund des Auftretens der Schlafparalyse lässt erst die Angst davor entstehen, die unweigerlich wieder zu diesem Zustand führen wird. Am besten ist es, ruhig zu bleiben und zu warten, bis der Zustand nach wenigen Minuten vorbei ist. Wer schon die Erfahrung gemacht hat, dass nach wenigen Minuten alles wieder in Ordnung ist, wird bei einem erneuten Auftreten ruhig bleiben.

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