Narkolepsie

Steckbrief: Narkolepsie

  • Name(n): Narkolepsie; Schlafsucht; Schlafkrankheit; Schlummersucht
  • Art der Krankheit: Hypersomnie
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Nicht heilbar
  • Art des Auslösers: Unbekannt
  • Wieviele Erkrankte: Circa 3 % der Menschheit
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Psychologe; Somnologe; Endokrinologe
  • ICD-10 Code(s): g47.4

Narkolepsie – Wenn man plötzlich einschläft
Narkolepsie
Narkolepsie wird im Volksmund häufig als Schlafkrankheit oder Schlummerkrankheit bezeichnet. Hiermit ist eine Störung des normalen Schlafverhaltens eines Menschen gemeint, die dazu führt, dass Betroffene keinen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus haben. Vielmehr gelingt es ihnen nicht, über längere Episoden hinweg wach zu bleiben. Andersherum ist es ihnen auch nicht möglich eine lange Phase durchzuschlafen. Die sogenannten Narkoleptiker können während normaler Tätigkeiten einfach einschlafen, ohne dies selbst verhindern zu können. Es kann also passieren, dass sie beim Arbeiten, beim Laufen oder während einer Autofahrt, plötzlich in einen unangekündigten Schlaf verfallen. Darüber hinaus zeigen sie Symptome, die normalerweise nur mit Schlaf verknüpft sind auch im wachen Zustand. Unkontrollierte Muskelzuckungen, ein Erschlaffen von Körperteilen oder nicht zielgerichtete Augenbewegungen treten dabei ebenso auf, wie traumartige Zustände und Halluzinationen während des Wachens.

Lange Zeit galt Narkolepsie als sehr seltene Krankheit, die nur wenige Menschen betrifft. Heute ist bekannt, dass circa 3 % der Menschen weltweit an Narkolepsie leiden. Allerdings wurde diese nur bei wenigen Menschen fachgerecht diagnostiziert. Gerade bei Kindern und Jugendlichen wird ein plötzlichen Einschlafen oftmals mit normalen Ausfallerscheinungen durch hormonelle Veränderungen verwechselt. Aus diesem Grund wird Narkolepsie häufig erst im Erwachsenenalter festgestellt.

Die genauen Ursachen für die Entstehung dieser Krankheit sind bislang noch unbekannt. Klar ist hingegen, dass eine Schädigung im Hirn, genauer im Hypothalamus, dafür verantwortlich ist, dass eine bestimmte Substanz nicht produziert wird, die den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen reguliert.

Eine Heilung der Narkolepsie ist bislang noch nicht möglich. Es wurden jedoch verschiedene Medikamente und Verhaltensstrategien entwickelt, die es Patienten erleichtern sollen, einen normalen Alltag zu bestreiten.

Definition Narkolepsie?

Die Narkolepsie gehört zu den sogenannten Hypersomnien (Schlafsucht). Es handelt sich dabei um Krankheiten, bei denen ein über das gewöhnliche Maß hinausgehende Schlafbedürfnis vorhanden ist. Betroffene können hernach nicht mehr selbstständig ihre Schlaf- und Wachphasen regulieren. Sie fühlen darüber hinaus eine andauernde Tagesschläfrigkeit, die ihren Alltag erheblich einschränken kann.

Von Narkolepsie betroffene Menschen fallen mehrmals am Tag in eine Schlafphase, ohne dass diese selbst gewollt ist. Außerdem zeigen sich verschiedene weitere Schlafstörungen, beispielsweise können sie nicht durchschlafen oder haben schwere Alpträume. In den Wachphasen können sie darüber hinaus Symptome des Schlafes zeigen. Muskelzuckungen, Lähmungen und Halluzinationen sind unter anderem möglich.

Verantwortlich für die Narkolepsie ist eine Schädigung des Hypothalamus. Dieser befindet sich im unteren Teil des menschlichen Gehirns und ist verantwortlich für viele Prozesse des menschlichen Lebens, die in Zyklen erfolgen. Er kann als Regulator und als körpereigenes Alarmsystem begriffen werden. Unter anderem stabilisiert er die Körpertemperatur, regt Hunger und Durst an, beeinflusst das Sexualverhalten und reguliert das Schlafbedürfnis. Ausschlaggebend hierfür ist die Produktion von Neurotransmittern wie Histamin und Orexin. Schädigungen dieser Rezeptoren führen schließlich dazu, dass das Schlafempfinden verändert ist.

Die Gründe für die Entstehung von Mutationen oder Schädigungen im Hypothalamus, die schließlich zur Narkolepsie führen, sind von der Medizin aktuell noch nicht ermittelt wurden. Es gibt eine Reihe von Theorien hierzu, die allerdings noch nicht valide überprüft wurden. Aus diesem Grund ist bislang auch noch keine Heilung der Narkolepsie möglich. Lediglich Medikamente, die das Leben mit der Krankheit positiver gestalten sollen, sind bereits entwickelt wurden.

Die Narkolepsie gehört zu den neurologischen Erkrankungen und gilt als nicht heilbar. Betroffene Menschen weisen einen dauerhaft gestörten Gehirnteil auf, welcher für die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig ist. Dieser bringt keine ausreichende Produktion von Orexin, einem Botenstoff, auf. Er ist gemeinsam mit weiteren Hormonen verantwortlich für die Einteilung unserer Wach- und Schlafphasen. Genaue Zahlen der erkrankten Menschen in Deutschland liegen nicht vor, insbesondere weil die Erkrankung oftmals verkannt wird. Man geht jedoch davon aus, dass zwischen 20.000 und 40.000 Deutsche unter dieser leiden.

Typen von Narkolepsie

Es gibt zwei verschiedene Arten von Narkolepsie: Typ 1 ist die sogenannte Narkolepsie mit Kataplexie, Typ 2 die Narkolepsie ohne Kataplexie.

Typ-1-Narkolepsie bezieht sich auf Personen, die einen niedrigen Gehalt an dem Gehirnhormon Orexin (beziehungsweise Hypocretin) aufweisen. Hierdurch kommt es zum einen zur Tagesschläfrigkeit, zum anderen zu diversen Schlafsymptomen im Wachzustand. Dies bedeutet, dass die betroffenen Personen, wie für eine Narkolepsie üblich, einfach bei normalen Tätigkeiten einschlafen können. Sie zeigen aber auch, beeinflusst durch starke Emotionen, Erscheinungen, die üblicherweise nur im Schlaf auftreten. Dazu gehören beispielsweise Muskelzuckungen und Halluzinationen.

Die Typ-2-Narkolepsie beschreibt eine Krankheit ohne jene, durch Emotionen hervorgerufene Kataplexien. Hier treten lediglich Tagesschläfrigkeit und plötzliche Einschlafepisoden auf. Die Symptome sind insgesamt weniger gravierend. Es zeigt sich darüber hinaus, dass die Hormonproduktion im Hypothalamus normal verläuft. Allerdings sind hier bestimmte Regionen dieses Hirnteils geschädigt.


Was ist Narkolepsie?

Narkolepsie ist eine Schlafstörung, eine sogenannte Hypersomnie, die durch ein Übermaß an Schläfrigkeit, Schlaflähmung und Halluzinationen geprägt ist. In einigen Fällen kann es auch zu Episoden von Kataplexie, also dem teilweisen oder vollständigen Verlust der Muskelkontrolle kommen. Diese wird nicht selten durch eine starke Emotion ausgelöst. Narkolepsie tritt bei Frauen und Männern in etwa gleich häufig auf. Die ersten Symptome treten dabei bereits in der Kindheit oder Jugend auf. Viele Menschen leben dennoch jahrelang mit der Krankheit, ohne dass diese diagnostiziert wird.

Menschen, die an Narkolepsie leiden, fühlen sich während des Tages zumeist schläfrig und können bei ganz normalen Tätigkeiten einfach unfreiwillig einschlafen. Bei der Narkolepsie ist demnach die normale Grenze zwischen Wachen und Schlafen stark verschwommen. Eigenschaften, die normalerweise lediglich bei schlafenden Menschen auftreten, zeigen sich beim Narkoleptiker auch im wachen Zustand. Zum Beispiel betrifft dies die Muskeln, die während der REM-Schlafphase unwillkürlich zu zucken beginnen. Von Narkolepsie betroffene Menschen zeigen diese Muskelzuckung auch im Wachzustand. Der plötzliche Verlust des Muskeltonus äußert sich hernach auch durch einen schlaffen Kiefer, Schwäche in den Beinen, den Armen und im Rumpf sowie eine unkontrollierte Augenbewegung. Betroffene können darüber hinaus auch traumartige Halluzinationen erleiden und Lähmungen beim Einschlafen oder Aufwachen erleben. Nicht selten wird der nächtliche Schlaf von heftigen Alpträumen begleitet.

Narkolepsie mit Kataplexie wird durch den Verlust einer Chemikalie namens Orexin im Hirn verursacht. Orexin wirkt normalerweise auf das Alarmierungssystem im Hirn, hält uns wach und reguliert den Schlaf-Wach-Zyklus. Bei der Narkolepsie ist der Orexin-Cluster, der im Hypothalamus produziert wird, beschädigt oder komplett zerstört. Wird kaum oder kein Orexin produziert, fällt es Personen schwer, wach zu bleiben und ebenso normal durchzuschlafen.

Derzeit gibt es noch keine Heilung für die Narkolepsie. Allerdings können Medikamente dazu beitragen, dass sich ein Mensch mit den Symptomen arrangieren kann. Die derzeitigen Therapien konzentrieren sich folglich darauf, das Leben der Betroffenen entscheidend zu verbessern.

Am häufigsten tritt die Narkolepsie bei Menschen zwischen dem 14. und 30. Lebensjahr auf. Es gibt jedoch auch Betroffene die über 60 Jahre alt sind oder sich im Kindesalter befinden. Bekannt ist die Krankheit seit mehr als 100 Jahren. Jean Baptiste Edouard Gélineau (1859 – 1906) beschrieb diese als Erster im Jahre 1880. Er sorgte auch für den Namen der Erkrankung. Dieser leitet sich von den griechischen Worten „narkosis“ für „Betäubung“ sowie „lepsis“ für „überraschen“ ab.

Lange Zeit wurde vermutet, dass diese zu den psychischen oder epileptischen Erkrankungen zählt. Erst seit kurzer Zeit wurde das Fehlen eines wachmachenden Übertragungsstoffes im Zwischenhirn festgestellt. Belegt wurde auch, dass Narkolepsie zu einem Teil genetisch bedingt ist. Forschungen ergaben, dass die Nachkommen der Betroffenen von einer Tagesschläfrigkeit achtmal häufiger betroffen sind. Es wird aber von einer Auslösung der Krankheit noch durch einen zweiten oder sogar mehreren Faktoren ausgegangen. Bei Untersuchungen von eineiigen Zwillingen stellte sich heraus, dass in den meisten Fällen nur einer des Paares von Narkolepsie betroffen war. Die Erkrankung kann zwar der Gesundheit nicht direkt Schaden, die sehr starke gesellschaftliche Belastung verursacht jedoch häufig bei den Betroffenen Depressionen oder soziale Phobien.

Manche Mediziner gehen davon aus, dass eine Gefahr von Übergewicht aufgrund von Schlafmangel besteht. Liegt ein Verdacht auf Narkolepsie vor, kann der Hausarzt zur Diagnosen-Stellung  hinzugezogen werden.

Welche Ursachen gibt es?

Narkolepsie kann verschiedene Ursachen haben. Fast alle Menschen, die an Narkolepsie leiden und dazu eine Kataplexie haben, verfügen über eine extrem niedrige Konzentration an Hypocretin beziehungsweise Orexin, das dafür zuständig ist, den REM-Schlaf zu steuern und die Wachphase einzuleiten und zu halten. Bei Menschen, die an der Narkolepsie des Typs 2 leiden, besteht keine Kataplexie und der Orexinspiegel ist relativ normal. Aufbauend auf diesen Ergebnissen gelangen Wissenschaftler zu vielen möglichen Ursachen für die Entstehung einer Narkolepsie. Allerdings konnten bislang noch keine abschließenden Studien hierzu zu einem validen Ergebnis gelangen. Aus diesem Grund sind die genauen Ursachen noch nicht absolut sicher. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren miteinander kombiniert werden müssen, damit eine Narkolepsie auftritt.

Einige Theorien besagen, dass Narkolepsie möglicherweise eine Autoimmunerkrankung ist, die beispielsweise durch eine Virusinfektion mit Streptokokken ausgelöst wird. Denn wenn eine Kataplexie vorliegt, ist die Ursache hierfür zumeist ein Verlust von spezifischen Hirnzellen im Hypothalamus. Der genaue Grund für den Zellverlust ist nicht bekannt, er scheint jedoch auf eine Abnormalität des Immunsystems zurückzugehen. Das bedeutet, dass das Immunsystem vermutlich Antigene bildet, die sich gezielt gegen jene Zellen richtet, welche Orexin bilden und diese schließlich zerstört. Autoimmunerkrankungen sind insgesamt von der Wissenschaft noch relativ unergründet. Bei den meisten dieser Krankheiten sind die Ursachen noch nicht abschließend geklärt und die Wirkungsmechanismen nur schlecht erforscht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass eine Kombination aus Umweltfaktoren und genetischen Anlagen für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen verantwortlich ist.

Die meisten Fälle von Narkolepsie sind sporadisch. Das bedeutet, dass die meisten Fälle dieser Erkrankung bei Personen auftritt, die keine ähnlichen Fälle in der Familiengeschichte aufweisen können. Nur selten, circa bei 10 % der Betroffenen, ist die Narkolepsie vermutlich erblich bedingt. Dies kann unter Umständen auch mit der Vererbung von bestimmten Krebsarten zusammenhängen, die einen Hirntumor zur Folge haben. Denn die Verletzung bestimmter Hirnareale, und dabei insbesondere des Hypothalamus, bewirken rein mechanisch, dass Zellen absterben und dadurch entweder kein Orexin mehr produzieren können oder diese Rezeptoren schlicht nicht mehr weitergeleitet werden können. Bei durch Unfällen verletzten Hirnbereichen ist es möglich, dass Signale aus dem Körper nicht mehr regelmäßig verarbeitet werden. Auch dies kann unter Umständen zu einer Narkolepsie führen.

Die möglichen Ursachen einer Narkolepsie sind folglich:

  • Infektionen
  • niedriger Orexinspiegel
  • Hirntumor
  • Verletzung des Hypothalamus
  • genetische Ursachen

Es wird vermutet, dass es sich bei der Narkolepsie um eine Autoimmunerkrankung handelt. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Immundefekt die vom Hormon Orexin produzierten Zellen zerstört. Wissenschaftler stellten ebenso fest, dass Patienten zusätzlich über in ihrer Funktion eingeschränkte Gene verfügen, welche für die Abwehr von Entzündungen und Infektionen zur Verfügung stehen. Als sehr fraglich wird die in Finnland aufgestellte Behauptung angesehen, dass zwischen der Schweinegrippe-Impfung sowie Narkolepsie ein Zusammenhang  bestehen könne.
Forscher haben dort festgestellt, dass in der Zeit der vermehrten Immunisierungsmaßnahmen gegen diesen Grippeinfekt die Erkrankungen an Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen zunahmen. Umstritten ist jedoch, ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht. Aus der Tiermedizin ist bekannt, dass beispielsweise auch ein Pferd an Narkolepsie erkranken kann. Dabei wurde beobachtet, dass erste Symptome oftmals nach einem Stallwechsel aufgetreten sind. Dieser stellt für die Tiere eine Stresssituation dar, welche damit als Auslöser für die Erkrankung beim Pferd in Betracht kommen kann. Durch Akupunktur-Behandlungen konnten die auftretenden Anfälle stark vermindert werden.

Da die Symptome der Narkolepsie oftmals auf Unverständnis bei anderen Menschen stoßen, welche über diese Krankheit nicht Bescheid wissen, ziehen sich viele Betroffene von der Gesellschaft zurück. In manchen Fällen ist es nicht mehr möglich, seinen bisherigen Beruf auszuüben. Damit keine Missverständnisse auftreten, sollte man sowohl den Arbeitgeber, als auch die Kollegen sowie Angehörige und Freunde über die bestehende Erkrankung aufklären. Narkolepsie zählt zu den Schwerbehinderungen, sie kann zu einer völligen Arbeitsunfähigkeit führen. Jedoch ist es durchaus möglich, unter Begleitung einer Therapie ein nahezu normales Leben zu führen.

Um dieses baldmöglichst zu erreichen, kann ein Test bei einem Arzt Aufschluss über das Vorhanden- oder Nichtvorhandenseins der Erkrankung geben. Hierzu gibt es die Möglichkeit der Polysomnographie, einer Patientenuntersuchung über Nacht im Schlaflabor. Auch ein Multipler Schlaflatenztest kann vorgenommen werden. Bei diesem wird die Tagesschläfrigkeit der Betroffenen durch verschiedene Messungen festgestellt. Ein weiterer Test ist das Mehrfach-Wachbleibe-Verfahren. Dabei wird untersucht, ob es dem Patienten gelingt, auch unter schwierigen Bedingungen wie Dunkelheit, nicht vorhandener Ablenkung etc.  wach zu bleiben.


Symptome & Anzeichen

Narkolepsie ist ein lebenslanges Problem, das allerdings zeitlebens auf einem recht konstanten Niveau bleibt. Dies bedeutet, dass sich die Krankheit mit zunehmendem in der Regel nicht verschlechtert. Im Gegenteil, können sich die Symptome im Laufe des Lebens sogar verbessern, da der Körper bestimmte Mechanismen des Schlafens schlicht erlernt, auch, ohne dass hierfür die zuständige Hirnregion voll funktionsfähig ist. Es ist jedoch nicht möglich, die Symptome gänzlich zu überwinden.

Zu den typischsten Symptomen gehören übermäßige Tagesschläfrigkeit, Kataplexie, Schlaflähmung und Halluzinationen. Alle, von Narkolepsie betroffenen Menschen leiden unter Tagesschläfrigkeit, doch treten lediglich bei einem Viertel der Patienten zusätzlich die anderen Symptome auf. Man unterschiedet daher die Typ-1-Narkolepsie (mit Kataplexie) und die Typ-2-Narkolepsie (ohne Kataplexie).

Die übermäßige Tagesschläfrigkeit ist das hauptsächlichste und offensichtlichste Symptom im Bezug auf eine Narkolepsie. Hiermit ist gemeint, dass Betroffene den Tag über eine starke Müdigkeit und Schläfrigkeit verspüren, die nicht in den Griff zu bekommen ist. Unabhängig davon, ob eine Person ausreichend und viel geschlafen hat, fühlt sie sich nicht ausgeruht und weiterhin müde. Das Gefühl der Schläfrigkeit schlägt bei Narkolepsie zusätzlich in plötzlich auftretende Schlafattacken um. Dies bedeutet, dass eine Person gänzlich unvermittelt einfach einschläft. Zwischen den einzelnen Schlafattacken kann jedoch ein normales Wachniveau erreicht werden. Insbesondere dann, wenn Betroffene Aktivitäten ausführen, die ihre ganze Aufmerksamkeit fordert, die nicht langweilig oder gleichförmig ist, kann ein Überwinden der Müdigkeit erreicht werden. Immer dann, wenn diese Aktivität unterbrochen wird, ist es möglich, dass sogleich wieder eine Müdigkeit und Schläfrigkeit eintritt.

Wie bereits erwähnt, betrifft die Tagesschläfrigkeit beide Arten von Narkolepsie. Aber nur bei Typ 1 kommt es zusätzlich zur Kataplexie. Darunter ist ein plötzlicher Verlust des Muskeltonus zu verstehen, der eine unwillkürliche Schwäche und Kontrolllosigkeit der Muskeln nach sich zieht. Dies wird nicht selten durch plötzliche starke Emotionen, wie beispielsweise bei Angst, Lachen, Wut und Stress oder Aufregung, ausgelöst. Die Symptome der Kataplexie treten manchmal nicht sofort bei Krankheitsbeginn auf, sondern zeigen sich erst viele Jahre später. Manche Menschen zeigen solch Attacken nur zweimal im gesamten Krankheitsverlauf. Wieder andere sind von täglich mehrmaligen Episoden betroffen. Die Attacken können auch vergleichsweise mild sein und sich lediglich dadurch äußern, dass dem Betroffenen die Mundwinkel entgleiten oder die Augenlider zusammengezogen werden. Aber auch ein kurzzeitiges Gefühl von Muskelschwäche ist möglich. Schwerere Anfälle hingegen führen zu einem kompletten Kontrollverlust des Körpers. Dann sind Menschen nicht mehr in der Lage zu sprechen, sich zu bewegen oder die Augen gezielt zu steuern. Sie sind dabei jedoch bei vollem Bewusstsein. Dies unterscheidet die Narkolepsie wesentlich von diversen Anfallsleiden und einer Ohnmacht.

Ein weiteres Symptom bei Narkolepsie ist zudem die sogenannte Schlaflähmung. Hierunter wird die Unfähigkeit verstanden, sich kurz vor dem Einschlafen sowie nach dem Aufwachen zu bewegen. Dabei sind folglich die Muskelaktivitäten gehemmt und der Körper wirkt gleichsam wie gelähmt. Schlaflähmung ähnelt in gewissem Maße einer Kataplexie, tritt jedoch lediglich rund um den Schlaf selbst auf. Menschen erholen sich hiervon jedoch nach einigen Minuten wieder und sind hernach schnell wieder in der Lage normal zu sprechen und sich zu bewegen.

Schlaflähmung und Kataplexie werden in einigen Fällen zusätzlich von Halluzinationen begleitet. Dabei treten sehr realitäthafte und starke Bilder auf, die mitunter sehr beängstigend sein können und am ehesten an Träume erinnern. Meistens ist der Inhalt dieser Halluzinationen rein visuell. Es können aber auch andere Sinne beteiligt sein.

Zu den weiteren gehören ein fragmentierter, also immer wieder unterbrochener Schlaf sowie allgemeine Schlafstörungen, beispielsweise Schlaflosigkeit. Während Menschen, die unter Narkolepsie leiden also eine starke Tagesschläfrigkeit verspüren, fällt es ihnen nachts schwer, durchzuschlafen oder einzuschlafen. Der Schlaf kann zudem durch sehr lebhaftes Träumen, oftmals Alpträume, Schlafapnoe und periodische Beinbewegungen beeinträchtigt sein. Auch Schlafwandeln ist bei Narkolepsie verhältnismäßig häufig anzutreffen. Dann befinden sich Personen im Schlafzustand, gehen aber bestimmten einfachen Tätigkeiten, beispielsweise Laufen oder Essen, nach.

Im Folgenden werden die Symptome von Narkolepsie noch einmal zusammengefasst:

  • Tagesschläfrigkeit
  • plötzliche Schlafattacken
  • gesteigerte Müdigkeit
  • Kataplexie
  • gestörte Muskelkontrolle
  • Schlafstörungen
  • Alpträume
  • Halluzinationen
  • Schlaflähmung

Ein jeder von Narkolepsie betroffene Mensch weist eine ureigene Ausprägung der Symptome auf. Allen ist gemein, dass sie unter einer – wie auch immer gearteten – Tagesschläfrigkeit leiden. Oftmals wird die Erkrankung gar nicht erkannt, weil beispielsweise keine deutlichen Schlafattacken vorkommen, sondern der Alltag in einem Dämmerzustand bewältigt wird. Von solchen Patienten wird dieser als normal empfunden. Folgende Symptome können bei Vorliegen einer Narkolepsie zum Vorschein kommen:
Bewegungsunfähigkeit beim Einschlafen sowie Aufwachen
Dämmerzustand, frühe Ermüdbarkeit, Erinnerungsprobleme, Kopfschmerzen, Leben im Halbschlaf, Lethargie, Motivationsunfähigkeit
Muskelschwäche während des Auftretens von Emotionen, Gereiztheit, Schlafattacken, schlechter Nachtschlaf, Schwindel, ständige Müdigkeit, unscharfes Sehen.

Ein spezifisches Symptom, welches bei anderen Krankheiten unbekannt ist, stellt die Kataplexie dar. Diese bezeichnet kurze Attacken (zwischen einer Sekunde und einigen Minuten) von Muskelschwäche. Dabei können Gesichts- und Halsmuskel erschlaffen, die Stimme versagen, eine Undeutlichkeit beim Sprechen entstehen sowie die Knie weich werden, was wiederum zu einem völligen Zusammensinken führen kann. Ein kataplektischer Anfall wird häufig von unerwarteten Gefühlsregungen (z.B. große Freude, Angst, Stress oder Trauer) ausgelöst. Bewusstseinsstörungen kommen dabei nicht zu Tage. Kataplexie erscheint nicht bei allen an Narkolepsie erkrankten Menschen und muss auch nicht zwingend bei diesen von Anfang an als Symptom erscheinen.

Ein bekanntes Symptom der Narkolepsie stellt ebenfalls die Schlaflähmung dar. Diese umfasst eine vorübergehende Bewegungsunfähigkeit sowie den Verlust der Sprechfähigkeit während des Einschlafens, Aufwachens oder der vollumfänglichen Entspannung. Von einigen Betroffenen wird das Gefühl des nicht mehr atmen Könnens beschrieben. Die Schlaflähmung kann zwischen einigen Sekunden bis mehreren Minuten andauern, die Augenmuskeln sind dabei nicht betroffen.

Auch Halluzinationen können ein Symptom bei der Erkrankung an Narkolepsie darstellen. Sie kommen in Form von angstvollen wirklichkeitsnahen Traumerlebnissen, insbesondere während der Einschlaf- und Aufwachphase, vor. Dabei ist das Bewusstsein in unterschiedlicher Stärke daran beteiligt. Selten kommt es vor, dass die Halluzinationen jeden Tag auftreten. Manchmal hören diese für einen längeren Zeitraum von Monaten bis Jahren auf, bevor sie erneut auftreten.

Viele Narkoleptiker führen oftmals Handlungen durch, quasi im Halbschlaf, an die sie sich später nicht mehr Erinnern können. Dieses automatische Verhalten kann über wenige Sekunden bis hin zu Minuten auftauchen. Da dabei das Bewusstsein ausgeschaltet ist, können jedoch leicht Gefahrenmomente entstehen, so beispielsweise beim Autofahren.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine klinische Untersuchung sowie eine detaillierte Anamnese sind für die Diagnose von Narkolepsie von ganz wesentlicher Bedeutung. Betroffene können zunächst auch von einem Arzt gebeten werden, ein persönliches Schlaftagebuch zu führen, in dem Müdigkeit und Schlafphasen sowie die Einnahme von eventuell den Schlaf beeinflussenden Substanzen, wie beispielsweise Kaffee, eingetragen werden. Zeigen sich dabei Hauptsymptome einer Narkolepsie über mehr als zwei Wochen hinweg, werden weitere Tests veranlasst.

Bei einer körperlichen Untersuchung, die oftmals über einen längeren Zeitraum hinweg vorgenommen wird, können verschiedene Aspekte anderer Krankheiten ausgeschlossen werden. Kataplexie beispielsweise findet sich bei so gut wie keiner anderen Erkrankung. Muskelschwäche und Krampfanfälle müssen jedoch zunächst eindeutig als Kataplexie eingestuft werden. Das gilt in gleichem Maße auch für Schlaflähmung und Halluzinationen. Allerdings treten diese nur bei circa 25 % der Betroffenen auf. Die anderen Patienten haben eine Typ-2-Narkolepsie und leiden lediglich unter Tagesschläfrigkeit und Schlafattacken sowie möglicherweise unter nächtlichen Schlafstörungen. Hier wird lediglich das Schlafverhalten des Patienten abgefragt.

Für die Diagnose wird ein Arzt in der Regel ein sogenanntes Polysomnogramm erstellen. Es handelt sich dabei um eine Schlafstudie, für welche der Patient nicht selten ein Schlaflabor aufsuchen muss. Hier werden über Nacht Aufnahmen der Gehirn- sowie der Muskelaktivität gemacht. Ebenso werden die Augenbewegung und die Atmung überwacht. Hernach kann herausgefunden werden, zu welchem Zeitpunkt der REM-Schlaf bei einer Person eintritt und wie der Schlafzyklus insgesamt beschaffen ist. Dadurch kann unter anderem die Schlafapnoe von einer Narkolepsie unterschieden werden.

Mithilfe eines Schlaflatenztests wird bei einem Menschen die generelle Tagesmüdigkeit untersucht und bewertet. Sie misst, wie schnell es einem Patienten gelingt, einzuschlafen und ob sogleich ein REM-Schlaf eintritt. Hierfür werden fünf kleine Schlafeinheiten angesetzt, die jeweils im Abstand von zwei Stunden durchgeführt werden. Schläft der Betroffene bei jeder dieser Schlafeinheiten in weniger als acht Minuten ein, deutet dies auf eine erhöhte Tagesschläfrigkeit hin. Hinzu kommt, dass bei diesen Nickerchen sehr schnell ein REM-Schlaf eintritt. Wird ein solcher innerhalb von 15 Minuten nach dem Einschlafen bei mindestens zwei von fünf Schlafeinheiten gemessen, deutet dies auf eine hohe Wahrscheinlichkeit von Narkolepsie hin.

Blieben die vorangegangenen Tests ohne eindeutiges Ergebnis, so wird ein Arzt sehr wahrscheinlich eine Probe der Hirnflüssigkeit oder des Rückenmarks untersuchen. Hierfür wird eine Lumbalpunktion vorgenommen. Zeigt sich hier ein niedriger Hypocretinspiegel, dann weist dies auf die Narkolepsie Typ 1 hin. Für die Diagnose einer Typ-2-Narkolepsie müssen hingegen Beobachtungen über einen längeren Zeitraum hinweg vorgenommen werden, da hier keine Anzeichen in der Hirnflüssigkeit auf eine Schädigung des Hypothalamus hinweisen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Narkolepsie ist eine vergleichsweise seltene Erkrankung. Schätzungen gehen davon aus, dass lediglich 3 % der Menschheit diese Krankheit entwickeln. Dabei ist jedoch nicht genau klar, wie hoch in etwa die Dunkelziffer hierbei ist. Denn in manchen Fällen ist die Narkolepsie nur sehr schwach ausgeprägt. Dann gehen Betroffene unter Umständen nicht zum Arzt, sondern versuchen sich mit Wachmachern wie Kaffee oder Aufputschmitteln wach zu halten. Gerade dann, wenn eine Narkolepsie des Typs 2 vorliegt, erkennen Betroffene häufig nicht, dass sie an einer Krankheit leiden, sondern glauben, dass Stress oder ein schlechter Nachtschlaf zur permanenten Tagesmüdigkeit führt. Darüber hinaus ist in vielen Gebieten der Welt die medizinische Versorgung vergleichsweise schlecht. Da mit Narkolepsie keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen einhergehen und da die Krankheit darüber hinaus nur durch eine längere Kontrolle und Beobachtung im Schlaflabor diagnostiziert werden kann, ist davon auszugehen, dass gerade in wirtschaftsschwachen Regionen der Erde und in Ländern ohne funktionierendes Gesundheitssystem, deutlich weniger Narkoleptiker als solche erkannt werden. Darüber hinaus gehen mit einem veränderten Schlafrhythmus und gerade mit Schlafattacken verschiedene psychische und soziale Schwierigkeiten einher. Aus diesem Grund kann die Narkolepsie leicht mit anderen Krankheiten verwechselt werden und es dauert schließlich Jahre, bis ein Arzt zur richtigen Diagnose gelangt. Das Wissen über Narkolepsie ist bei den meisten Hausärzten bislang noch nicht sehr ausgeprägt.

Theoretisch kann eine Narkolepsie jederzeit im Leben eines Menschen auftreten. Allerdings hat sich gezeigt, dass sie überwiegend im Kindes- bis ins Jugendalter hinein auftritt. Das durchschnittliche Alter der Erstdiagnose liegt hernach bei 7 bis 25 Jahren. Frauen und Männer sowie Angehörige verschiedener Ethnien sind dabei ersten Studien zufolge gleich häufig betroffen.

Am häufigsten kommt es bei Betroffenen zur sogenannten Typ-2-Narkolepsie. Etwa 75 % der Erkrankten weisen diese Krankheitsform auf, die ohne Kataplexie verläuft und nicht auf einen abnormalen Orexinspiegel zurückgeht. Zumeist handelt es sich dann um Menschen die aufgrund eines Unfalls oder eines Tumors geschädigtes Hirngewebe haben. Lediglich 25 % der Betroffenen verzeichnen hingegen eine Typ-1-Narkolepsie. Unter ihnen leiden etwa 10 % unter einer besonders stark ausgeprägten Kataplexie, bei welcher es zu einem Totalausfall des Körpers kurz vor dem Zeitpunkt einer Schlafattacke kommt.


Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen bei Narkolepsie ergeben sich zum einen aus der Krankheit selbst, zum anderen aus der Medikation dieser Krankheit.

Im Grunde genommen entstehen den Betroffenen durch eine Narkolepsie keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen. Das plötzliche Einschlafen sowie Muskelzuckungen und Halluzinationen können allerdings stark dazu beitragen, dass Unfälle geschehen, welche die Betroffenen selbst, aber auch das Umfeld in Mitleidenschaft ziehen. Dies gilt beispielsweise im Straßenverkehr. Nicht selten verlieren Narkoleptiker während des Fahrens die Kontrolle über das Fahrzeug. Bei langen Fußmärschen kann es zudem vorkommen, dass sie draußen einschlafen, unabhängig von den Temperaturen und dem Ort. Dies vermehrt zusätzlich ein Unfallrisiko und führt zur Gesundheitsbeeinträchtigung von Betroffenen.

Die aktuell eingesetzten Medikamente gegen Narkolepsie sind zumeist nicht ohne Nebenwirkungen. Gerade der Einsatz von Amphetaminen hat sich als besonders risikoreich gezeigt. Hierdurch kann auch die Psyche des Betroffenen stark angegriffen werden. Darüber hinaus machen diese Medikamente stark abhängig und münden nicht selten in eine Sucht.

Insgesamt neigen Narkoleptiker ob ihrer Krankheit zu einem Substanzmissbrauch. Gerade dann, wenn die Krankheit noch nicht diagnostiziert ist, versuchen Betroffene nicht selten, ihre Defizite, die durch Müdigkeit und Schläfrigkeit entstehen, mittels Drogen und Aufputschern auszugleichen. Dadurch wird in der Regel jedoch eine Verschlechterung des Krankheitszustandes erreicht. Dies gilt bereits bei Substanzen, die im Grunde genommen harmlos sind, wie etwa Kaffee.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Es wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer bei Narkolepsie vergleichsweise hoch ist. In der Vergangenheit wurde dieses Leiden noch als sehr selten auftretende Krankheit wahrgenommen. Dies liegt unter anderem daran, dass Betroffene ihre eigene Krankheit nicht als solche wahrgenommen haben und aus diesem Grund erst spät oder niemals einen Arzt aufgesucht haben. Gerade bei Kindern und Jugendlichen wird die Narkolepsie zudem nicht selten als Symptom von hormonellen Veränderungen begriffen und aus diesem Grund nicht behandelt. Aus diesem Grund ist nach wie vor davon auszugehen, dass über die Hälfte der Betroffenen keine gültige Diagnose erhalten hat.

Zum Arzt sollte aus diesem Grund jeder gehen, der Probleme bezüglich des Schlafverhaltens aufweist. Hierzu gehören neben einer generellen täglich eintretenden Müdigkeit auch Phasen unkontrollierten Schlafens. Wer bei einer Tätigkeit einfach einschläft, beispielsweise beim Sitzen, beim Arbeiten, beim Laufen oder im Stehen, der sollte sich damit an einen Fachmann wenden.

Neben unkontrollierten Nickerchen gehören aber auch Muskelzuckungen sowie Spasmen und Lähmungen zu jenen Symptomen, bei denen unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden sollte. Das gilt in gleichem Maße für das Auftreten von Halluzinationen und starken, realitätsverzerrenden Tagträumen.

Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder einen regelmäßigen Schlaf haben. Weicht das Schlafverhalten von Kindern und Jugendlichen jedoch stark von der Norm ab, sollte sicherheitshalber ein Arzt kontaktiert werden.

Behandlungsmethoden & Therapie

Obwohl es keine Heilung für die Narkolepsie gibt, können einige Symptome mit Medikamenten und einer Veränderung des Lebensstils behandelt werden. Liegt eine Typ-1-Narkolepsie mit Kataplexie vor, wird angenommen, dass die fehlende Hormonproduktion im Hypothalamus irreversibel ist. Die übermäßige Tagesschläfrigkeit und die Kataplexie können jedoch mit Medikamenten bei den meisten Patienten kontrolliert werden.

Zu Beginn einer Behandlung wird in der Regel zunächst ein Stimulans des zentralen Nervensystems verabreicht. Hierzu wird beispielsweise Modafinil eingesetzt. Dieses Mittel setzt den Beginn der Therapie deswegen, weil es als weniger süchtig machend gilt und zudem nur eine geringe Anzahl an Nebenwirkungen mit sich bringt, als dies bei älteren Stimulanzien der Fall ist. Dieses Mittel sorgt hernach dafür, dass eine geringere Tagesschläfrigkeit zu spüren ist und die Aufmerksamkeit insgesamt verbessert wird.

In einigen Fällen ist Modafinil nicht wirksam. Dann verordnen Ärzte in der Regel amphetaminähnliche Substanzen wie beispielsweise Methylphenidat. Diese Mittel zeigen insgesamt eine gute Wirksamkeit und können viele Symptome der Narkolepsie lindern. Jedoch muss die Einnahme sehr streng überwacht werden, da starke Nebenwirkungen eintreten können. Hierzu gehören unter anderem eine übermäßige Reizbarkeit, Herzrhythmusstörungen, unkontrolliertes Zittern und nächtliche Schlafstörungen.

Bei der Kontrolle von Kataplexien hat sich die Einnahme von zwei Klassen verschiedener Antidepressiva durchgesetzt. Tricyclen sowie selektive Serotonin- und Noradrenergen-Wiederaufnahmehemmer sind für die Behandlung von Narkolepsie geeignet. Im Allgemeinen haben Antidepressiva weniger Nebenwirkungen als Amphetamine. Bei einigen Personen treten dennoch Begleiterscheinungen auf, zu denen Impotenz, Bluthochdruck und Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus gehören.

In einigen Ländern ist auch die Behandlung mit Natriumoxybat zulässig. Es wird vor allen Dingen gegen Tagesschläfrigkeit und Kataplexien verabreicht. Es handelt sich hierbei um ein starkes Beruhigungsmittel, das zweimal in der Nacht eingenommen werden soll. In vielen Ländern wird dieses Mittel jedoch nicht von der zuständigen Gesundheitsbehörde zur Behandlung zugelassen, da es mit einigen Nebenwirkungen verbunden ist und bei unsachgemäßer Einnahme zum Tod führen kann.

Nicht jeder, der an Narkolepsie leider, kann mit den zur Verfügung stehenden Medikamenten einen völlig normalen Wachzustand erreichen und aufrechterhalten. Aus diesem Grund gibt es eine Reihe von Strategien, die eingehalten werden sollten. Patienten sollten beispielsweise regelmäßig kurze Nickerchen machen, sobald sie sich schläfrig fühlen. Hierdurch kann verhindert werden, dass plötzliche und unkontrollierte Schlafphasen eintreten. Aus diesem Grund sollte darüber hinaus ein individueller Schlafplan erstellt werden, der unbedingt einzuhalten ist. Ein pünktliches Einschlafen und Aufstehen, auch am Wochenende und an anderen freien Tagen, kann dem Körper dabei helfen, regelmäßiges Schlafen zu erlernen.

Alles, was die Schlaffähigkeit des Körpers negativ beeinflusst, sollte unbedingt vermieden werden. Hierzu gehört unter anderem der Konsum von koffeinhaltigen Mitteln, wie beispielsweise Kaffee oder Energydrinks. Auch dann, wenn die Tagesschläfrigkeit dazu verleitet, zu diesen Wachmachern zu greifen, sollte unbedingt darauf verzichtet werden. Das gilt in gleichem Maße auch für den Konsum von Tabak, da dieser ebenfalls zu Schlafstörungen führen kann und darüber hinaus die allgemeine Gesundheit des Betroffenen noch zusätzlich schädigt.

Letztlich muss auch bei der Ernährung einiges beachtet werden: Die Mahlzeiten dürfen nicht zu groß ausfallen, da hierdurch die Verdauung mehr Probleme verursacht und unter anderem dazu führen kann, dass das Einschlafen und Durchschlafen problematisch ist. Es sollte im besten Falle ein Ernährungsplan an den Schlafplan geknüpft und dringlichst eingehalten werden.

Viele Ärzte empfehlen Betroffenen ein regelmäßiges Sportprogramm, das auf täglichen Übungen von circa 20 Minuten beruht. Hierdurch kann erreicht werden, dass sich die Schlafqualität deutlich verbessert.

Wer an Narkolepsie leidet, sollte in jedem Fall für einen sehr regelmäßigen und gut organisierten Tagesablauf sorgen. Hierzu gehören insbesondere immer wieder kurze Ruhepausen, welche täglich zur gleichen Zeit eingelegt werden. Wie lange diese dauern, ist bei jedem Menschen individuell festzulegen. Manchen Betroffenen tut bereits ein 20-minütiges „Nickerchen“ so gut, dass sie hernach für ein bis drei Stunden keinerlei Müdigkeit verspüren.

Auch das abendliche Schlafengehen und morgendliche Aufstehen jeweils zur gleichen Uhrzeit kann wichtig sein. Es empfehlen sich mehrmals am Tag kleine Mahlzeiten, da eine große Menge Nahrung auf einmal die Neigung zum Einschlafen verstärkt. Dies gilt gleichfalls für Alkohol sowie Milchprodukte. Wer nachts unter Schlafstörungen leidet, kann sich diese umgekehrt zu Nutzen machen und sie gegen Abend zu sich nehmen. Nikotin gibt zwar oftmals das Gefühl, wach zu halten, jedoch stellt es sich dauerhaft auch als Verstärker der Einschlafneigung dar. Ausreichende Bewegung hilft tagsüber munterer zu bleiben und in der Nacht besser Schlafen zu können. Diese sollte jedoch vier bis fünf Stunden vor dem Zubettgehen erfolgen.

Auch wenn die Narkolepsie nicht heilbar ist, kann man eine Therapie zur Behandlung der Symptome vornehmen. Hierbei kommen sehr häufig Medikamente mit dem Wirkstoff Modafinil zum Einsatz. Dieser wirkt sich direkt auf die Schlaf-Wach-Zentren im Gehirn aus und trägt somit zu einer Erhöhung der Wachheit während des Tages bei. Aufgrund der Tatsache, dass auf der anderen Seite der Erkrankung nächtliche Schlafprobleme bestehen, kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie zur Regulierung derselben erfolgen. Umso früher die Diagnose sowie eine Behandlung erfolgt, desto kurzzeitiger muss das Leben durch Narkolepsie beeinflusst werden.

Leider ist es oftmals auch für Ärzte sehr schwierig, die Symptome richtig zuzuordnen. In manchen Fällen wird die Erkrankung mit einer Epilepsie oder Depression verwechselt, in den schlimmsten Fällen wird vermutet, dass einfach Faulheit hinter der ewigen Müdigkeit steckt. Als Schwierigkeit bei der Erkennung von Narkolepsie kommt der häufig schleichende Verlauf derselben hinzu. Es besteht die Möglichkeit einer erhöhten Tagesschläfrigkeit über Jahre hinweg, bevor beispielsweise Schlafattacken dazu kommen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Präventive Maßnahmen, um eine Narkolepsie zu verhindern, sind bislang noch nicht bekannt. Der Grund hierfür ist, dass die Gründe für die Entstehung dieser Erkrankung bislang noch nicht genau ermittelt werden konnten. Als Ursache sehen die meisten Ärzte jedoch eine Schädigung des Hypothalamus, die nicht unbedingt auf Unfällen oder ähnliches zurückzuführen ist, sondern sich aufgrund diverser Mutationen in der DNA bildet.

Es gibt allerdings eine Reihe von Maßnahmen, die von Betroffenen und Angehörigen durchgeführt werden sollten, um das Leben mit Narkolepsie möglichst problemfrei gestalten zu können. Hierzu zählt unter anderem, dass Unfälle durch das plötzliche Eintreten von Müdigkeit und Schlaf verhindert werden sollten, indem bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Menschen die unter einer starken Narkolepsie leiden sollten beispielsweise nicht Auto fahren. Auch bei kontrollierten Symptomen empfiehlt es sich, diese Tätigkeit auf ein Minimum zu beschränken, da hierdurch leicht Unfälle geschehen können. Wer zusätzlich zur Tagesmüdigkeit an Kataplexien leidet, sollte unbedingt darauf verzichten, schwere Maschinen und Fahrzeuge zu bedienen. Tagesschläfrigkeit kündigt sich oftmals durch eine vorhergehende starke Müdigkeit an. Muskelzuckungen und Halluzinationen können hingegen gänzlich unvermittelt auftreten und führen hernach dazu, dass Maschinen nicht mehr gesteuert werden können. Insgesamt sollte bei Kataplexie darauf geachtet werden, gefahrbringende Handlungen zu vermeiden. Hierzu gehört auch das Steigen langer Treppen. Kommt es dabei zum plötzlichen Erschlaffen der Beinmuskulatur, kann dies für Betroffene gefährlich werden. Das gilt ebenso für jede Teilnahme am Straßenverkehr.

Betroffenen ist stets angeraten, das gesamte Umfeld in die Diagnose Narkolepsie einzuweihen und sich Hilfe von Menschen zu suchen. Weiß der Arbeitgeber über die Krankheit Bescheid, kann er diverse Schutzvorkehrungen treffen. Außerdem wird dadurch auch das Unfallrisiko für andere minimiert. Nicht zuletzt können Verwandte verschiedene Tätigkeiten übernehmen, die im Alltag für den Betroffenen gefährlich werden könnten. Solche Unterstützergruppen haben sich bisher am erfolgsversprechenden gezeigt.

Darüber hinaus sollten Betroffene alle Maßnahmen, die mit einem Arzt abgesprochen sind, unbedingt einhalten. Dies gilt nicht nur für die Einnahme von Medikamenten, sondern in gleichem Maße auch für bestimmte Aspekte der Lebensführung, die einer Kontrolle unterliegen sollten. In erster Linie betrifft dies die persönliche Schlafhygiene, die Ernährung und die täglichen Aktivitäten.


Prognose zur Heilung

Bislang gilt die Narkolepsie als unheilbar. Der Grund hierfür ist, dass die genauen Ursachen für die Entstehung dieser Erkrankung noch nicht genau ermittelt werden konnten. Zwar sind einige der verantwortlichen Prozesse bereits untersucht, jedoch können Fehler in der DNA und in der Bildung bestimmter Rezeptoren noch nicht durch Medikamente oder ähnliches ausgeglichen werden. Es laufen aktuell jedoch verschiedene Studien, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen und versuchen ein Heilmittel gegen Narkolepsie beziehungsweise eine Impfung oder Präventionsmaßnahme zu finden.

In den vergangenen Jahren konnten zumindest einige Medikamente entwickelt werden, die dabei helfen können, die Narkolepsie in gewissen Maße unter Kontrolle zu bringen. Allerdings sind diese Mittel bislang noch nicht ausgereift. Daher haben sie einige Nebenwirkungen und zeigen darüber hinaus noch keine absolute Wirksamkeit. Nicht selten sind die Effekte auf den Körper eher gering. Insgesamt gesehen können Tagesmüdigkeit und Schlafattacken nicht komplett eingedämmt werde. Trotz medikamentöser Behandlung zeigen sie sich immer wieder bei einem Patienten. Allerdings kann das Auftreten einer Kataplexie zum großen Teil durch den Einsatz von Medikamenten verhindert werden.

Es zeigt sich folglich, dass die Behandlung von Narkolepsie noch in den Kinderschuhen steckt. Jedoch arbeitet die aktuelle Forschung intensiv daran, das Leben von Patienten deutlich verbessern zu können. Die Einnahme verschiedener Medikamente sowie eine bestimmte, auf gesunden Schlaf ausgerichtete Lebensweise trägt außerdem dazu bei, dass ein relativ normales Leben geführt werden kann.

Prinzipiell ist die Narkolepsie nicht lebensgefährlich. Jedoch kommt es durch Schlafattacken oder Muskellähmung durch Kataplexie in vielen Fällen zu Unfällen, die tödlich sein können. Aus diesem Grund empfiehlt sich Betroffenen auf bestimmte Tätigkeiten, wie beispielsweise Autofahren, zu verzichten oder sich Hilfe zu holen.


Studien zu Narkolepsie

In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler beträchtliche Fortschritte beim Verständnis der Narkolepsie und bei der Identifizierung von Genen gemacht, die stark mit der Störung assoziiert werden.

Gruppen von Neuronen, in verschiedenen teilen des Gehirns interagieren miteinander, um den Schlaf eines Menschen zu kontrollieren. Die Aktivität dieser Neuronen wird durch eine große Anzahl an verschiedenen Genen beeinflusst. Der Verlust von jenen Neuronen im Hypothalamus, die Orexin (oder Hypocretin) produzieren, ist der Hauptgrund für die Entstehung einer Typ-1-Narkolepsie. Diese Neuronen sind wichtig für die Stabilisierung von Schlafphasen und dem Wachzustand. Sind sie verschwunden, können spontane Veränderungen bezüglich des Schlaf- und Wachrhythmus sowie dem Eintritt der REM-Phase auftreten. Dies führt zu einer Schlaffragmentierung und den üblichen Symptomen, die bei einer Narkolepsie zu finden sind.

Bislang ist der Wissenschaft noch unklar, aus welchen Gründen Orexinneuronen im Hirn absterben können. Die Forschung weist jedoch zunehmend darauf hin, dass gewisse Anomalien des Immunsystems hierfür verantwortlich gemacht werden können.
Humane Leukozyten-Antigene (HL-Antigene) spielen beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Immunsystems. Diese Genfamilie enthält unter anderem Anweisungen zur Herstellung einer Gruppe verwandter Proteine, die als HL-Antigen-Komplex bezeichnet werden. Dieser HL-Antigen-Komplex hilft dabei, zwischen körpereigenen, unschädlichen Proteinen und fremden Eindringlingen wie Viren und Bakterien zu unterscheiden. Eine Mutation, welche ein Gen aus dieser Familie betrifft, ist nachweislich dafür mitverantwortlich, das Narkolepsie entsteht. Ein weiteres Gen könnte dafür verantwortlich sein, dass Immunangriffe auf Orexinneuronen erfolgen. Die meisten Patienten, die an Narkolepsie leiden, weisen diverse Mutationen oder Veränderungen hinsichtlich des HL-Antigen-Komplexes auf. Inwiefern eine Kombination aus Mutationen in der DNA enthalten sein muss und welche Gene ausschlaggebend sind, konnte bisher jedoch noch nicht ermittelt werden.

Eine Narkolepsie entwickelt sich diversen Statistiken zufolge besonders häufig in den Sommermonaten sowie im Frühjahr nach der Wintersaison, in welcher Menschen häufiger von Krankheiten betroffen sind. Eine Untersuchung von Narkoleptikern hat gezeigt, dass Menschen, kurz nachdem sie eine solche Störung entwickelt haben, einen hohen Spiegel an Antistreptolysin-O-Antikörpern aufweisen. Es handelt sich dabei um spezifische Antigene gegen Streptokokken. Diese Immunantwort lässt darauf schließen, dass erst kürzlich eine Infektion mit Bakterien erfolgt ist. Hierzu gehören beispielsweise Halsentzündungen. Auch die h1n1-Influenza der vergangenen Jahre führte zu einem starken Anstieg der Fallzahlen im Bezug auf Narkolepsie. Ob hier ein Zusammenhang existiert muss jedoch noch durch weitere Studien belegt werden.

Aktuell werden diverse Studien durchgeführt, die auf verschiedenen Ebenen versuchen, die Ursachen für Narkolepsie weiter zu durchleuchten und gegebenenfalls ein Heilmittel gegen diese Krankheit zu entwickeln. Hierfür werden auch Tierexperimente durchgeführt, wobei die Rolle des Orexins bei der Entstehung von Schlafproblemen ganz besonders im Fokus der Forscher steht. Es werden beispielsweise diverse Medikamente und Substanzen ausprobiert, welche das Orexin im Körper ersetzen können beziehungsweise die Herstellung dieses Proteins anregen sollen. Die Palette der aktuellen Medikamente soll nach Möglichkeit erweitert werden. Es ist ein besonderes Anliegen der Wissenschaft vor allem die Amphetamine ersetzen zu können, da diese mit starken Nebenwirkungen einhergehen und darüber hinaus eine Medikamentensucht befördern.

Da Fehlbildungen im Immunsystem eine wichtige Rolle sowohl bei der Entstehung von Narkolepsie als auch bei verschiedenen Autoimmunkrankheiten spielt, werden auf dem Gebiet der Immunologie viele Studien durchgeführt und subventioniert. Gerade die Bedeutung von Influenza und Entzündungsprozessen wird dabei analysiert. Sie scheinen einen nachhaltigen Effekt auf das Immunsystem zu haben und dieses dauerhaft zu beeinflussen. Bislang konnte jedoch noch nicht bewiesen werden, dass beispielsweise Streptokokken bei einer gewöhnlichen Infektion auch das Hirn angreifen.

Letztlich gibt es weitere Studien, die vor allem in Schlaflabors zum Thema Narkolepsie durchgeführt werden. Hier geht es unter anderem darum, die Gehirnprozesse zu verstehen, die dafür verantwortlich sind, dass ein Mensch in den REM-Schlaf gelangt, einschläft, müde wird oder erwacht. Bislang fehlt es der Medizin noch an einem umfassenden Wissen über die Prozesse, welche zum Schlaf notwendig sind. Das Neuronennetzwerk, das für viele Steuerungsprozesse im Körper verantwortlich ist, wurde bislang noch nicht eingehend untersucht. Hier setzt die aktuelle Forschung an. Es werden in Schlaflabors vor allem Messdaten gesammelt, die hernach zur Auswertung herangezogen werden.

Insgesamt gesehen stecken Studien bezüglich der Narkolepsie noch in den Kinderschuhen. Dies mag auch damit zu begründen sein, dass die Krankheit vergleichsweise selten ist und nur bei einem Bruchteil der Patienten überhaupt eine zuverlässige Diagnose erstellt wurde.


Alternative Behandlungsmethoden

Bislang gibt es noch kein gültiges Heilmittel in Bezug auf die Narkolepsie. Konventionelle Behandlungsmethoden zielen vor allen Dingen darauf, mit Einsatz von Medikamenten die plötzlich eintretenden Schlafattacken sowie Anfälle ob einer Kataplexie unter Kontrolle zu bringen. Ein weiteres Problem bei Narkolepsie ist allerdings, dass Betroffene unter erheblichen Schlafproblemen beim Nachtschlaf leiden. Da tagsüber eine Tagesschläfrigkeit besteht und ein häufiger Schlaf mit einer vorgezogenen REM-Schlafphase erfolgt, kann nachts das Einschlafen durchaus erschwert sein. Hier können alternative Ansätze durchaus sinnvoll eingesetzt werden.

In erster Linie gehört zu einem gesunden Schlaf, dass die persönliche Schlafhygiene dringlichst einzuhalten ist. Dazu gehören nur wenige Faktoren. Beispielsweise sollte im Bett geschlafen werden, dass in einem speziellen Zimmer steht, in welchem weder gegessen, noch gearbeitet oder fern gesehen wird. Die einfache Regel lautet “Im Schlafzimmer wird nur geschlafen.”. Menschen mit Narkolepsie wird sogar dazu geraten, den Geschlechtsverkehr nicht im Schlafzimmer zu vollziehen und jegliche Aktivitäten außerhalb des Bettes erfolgen zu lassen. Dadurch lernt der Körper, dass im Bett ausschließlich Ruhephasen eintreten und richtet sich automatisch auf Schlaf aus. Schlafhygiene bedeutet aber auch, dass ein strenger Schlafplan eingehalten werden muss. Es lohnt sich, wenn Betroffene einen Berater, beispielsweise einen erfahrenen Somnologen kontaktieren und mit ihm das individuelle Schlafbedürfnis ermitteln. Dann kann, unter anderem im Schlaflabor, erprobt werden, wann die günstigsten Zeiten für das Einschlafen und wieder Erwachen liegen, wie lange der Nachtschlaf sein muss und ob Zwischenschläfchen am Tag notwendig sind. Hernach wird ein Schlafplan erstellt, der alle Zeiten genau regelt. Essenszeiten sollten ebenfalls an diesen Plan angepasst werden, damit Betroffene nicht mit vollem Magen ins Bett gehen. Auch andere Aktivitäten müssen auf einen solchen Plan ausgerichtet sein, da es sich empfiehlt, bereits eine oder zwei Stunden vor dem Schlaf eine Ruhephase einzulegen. Für Narkoleptiker bedeutet dies, dass das Leben insgesamt eher strengeren Regeln unterliegen sollte. Mit ein wenig Übung ist das jedoch umsetzbar und führt dazu, dass die Krankheit weniger einschränkend im Alltag ist.

Das Schlafzimmer sollte im Grunde genommen sehr reizarm gestaltet sein. Das schafft weniger Ablenkung vom Schlafen. Bevor es ins Bett geht, kann jedoch einiges unternommen werden, um hernach ein schnelleres Einschlafen gewährleisten zu können. Beispielsweise kann eine Kopfmassage dazu beitragen, schneller müde zu werden. Auch andere Massagetechniken begünstigen einen gesunden Schlaf. Darüber hinaus gibt es, vor allem im Internet, verschiedene Videos, die dazu beitragen sollen eine Schlafphase anzuregen. Je nachdem wie gut solche Videos funktionieren, können sie vor dem Schlafengehen konsumiert werden. Hier empfehlen sich beispielsweise Videos mit ruhiger Entspannungsmusik, aber auch ASMR-Videos. Bei ASMR handelt es sich um ein relativ neu entdecktes Phänomen, das etwa 50 % der Menschen weltweit betrifft. Wer hierfür empfänglich ist, kann durch bestimmte Geräusche, wie beispielsweise Regentropfen oder Flüstern müde werden und ein angenehmes Gefühl verspüren, das in etwa einem Gestreicheltwerden gleicht.

Auch einige Sportarten haben sich darauf spezialisiert, den Schlaf anzuregen und Menschen auf den Nachtschlaf vorzubereiten. Hierzu zählen beispielsweise verschiedene Yogatechniken. Unter anderem Lachyoga oder meditative Formen von Yoga sind dazu gedacht, den Körper zu entspannen. Hier können unter Umständen auch andere Betroffene kennengelernt werden. Das hilft vor allem dabei, Unterstützergruppen zu bilden. Es handelt sich dabei um Menschen, die entweder selbst von Narkolepsie betroffen sind, oder sich dazu bereit erklären, Betroffenen im Alltag zu helfen. Das minimiert deutlich das Unfallrisiko, das besteht, wenn Betroffene Handlungen durchführen, die ein höheres Risiko darstellen, wie Autofahren oder Treppensteigen.

Welche Hausmittel können helfen?

Wichtig bei Narkolepsie ist vor allen Dingen, dass der Nachtschlaf eines Betroffenen regelmäßig erfolgt. Insgesamt sollten Schlafphasen sehr streng eingehalten werden. Nur dadurch ist es dem Körper möglich, einen natürlichen Schlaf zu erlernen. Es fällt Patienten schließlich leichter, im Alltag die Schlafattacken kontrollieren zu können. Jedoch haben viele Narkoleptiker deutlich Probleme damit, des Nachts in den Schlaf zu kommen. Hier können Hausmittel hilfreich sein. Sie sind zum einen gesünder als Schlafmittel und bewirken keine gravierende Veränderung bezüglich des Schlafrhythmus. Viele Ärzte raten sogar zur Verwendung von Hausmitteln bei Einschlaf- und Durchschlafstörung.

Als wichtigstes Hausmittel ist zum einen eine regelmäßige sportliche Betätigung zu sehen. Täglich sollten Narkoleptiker ungefähr 20 Minuten Sport betreiben. Welche Übungen dabei gewählt werden, sind dem persönlichen Geschmack überlassen. Allerdings sollte die sportliche Betätigung einige Zeit vor dem Zubettgehen erfolgen.

Neben Sport gehört zu einem ordentlichen Schlaf auch eine geeignete Ernährungsweise. Zum einen sollten Portionen nicht zu groß geraten sein. Hierdurch wird die Verdauung stark angeregt und Leber sowie Galle müssen übermäßig tätig werden. Das kann dazu führen, dass Betroffene nur sehr schlecht einschlafen und somit den Schlafplan nicht einhalten können. Das gilt auch für Menschen, die eine leichte Laktoseintoleranz aufweisen. Auf diese sollte getestet werden, damit Kuhmilch und Milchprodukte vom Speiseplan gestrichen werden können.

Vor dem Schlafen kann hingegen ein warmer Tee mit etwas Muskatnuss eingenommen werden. Gerade Kräutertees mit Hopfen, Lavendel oder Baldrian können das Einschlafen erleichtern.

Ein besonderer Tipp bei Einschlafproblemen ist auch, sich direkt vor dem Zubettgehen die Haare zu bürsten oder die Kopfhaut massieren zu lassen. Das regt die Durchblutung der Kopfhaut an und führt dazu, dass das Einschlafen leichter fällt.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter können bei Narkolepsie vor allem dazu verwendet werden, den Nachtschlaf zu regulieren. Betroffenen fällt es oftmals schwer, am Abend einzuschlafen oder eine Nacht komplett durchzuschlafen. Verschiedene Tees mit beruhigenden Kräutern können dann besonders hilfreich sein. Es lohnt sich am meisten, eine Kombination aus verschiedenen sedativen Kräutern einzunehmen. Wirksam hat sich beispielsweise ein Schlaftee aus Hopfen, Lavendel und Passionsblume gezeigt.

Darüber hinaus gibt es auch einige Kräuter, denen eine aufputschende Wirkung nachgesagt wird. Diese werden aber nur selten in Bezug auf Narkolepsie empfohlen, da sie zum einen länger wirken und unter anderem den Nachtschlaf beeinträchtigen können. Darüber hinaus können sie durchaus gefährlich in Bezug auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten werden. Der Konsum von bestimmten Tees und Pflanzen sollte auch aus diesem Grund unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Im Bezug auf Narkolepsie kann über die Verwendung folgender Kräuter nachgedacht werden:

  • Baldrian
  • Lavendel
  • Hopfen
  • Passionsblume
  • Eisenkraut
  • Johanniskraut
  • Echte Kamille
  • Kava-Kava
  • Melisse
  • Indischer Lotus

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Für ätherische Öle gilt im Grunde genommen Ähnliches, was bereits für Heilkräuter und Heilpflanzen genannt wurde. Sie können durchaus wirksam sein, wenn es darum geht den Schlaf eines Patienten zu regulieren. Ihre Verwendung sollte darüber hinaus stets mit einem Facharzt abgesprochen werden. Allerdings ist generell davon abgeraten, Öle als Duftöl im Schlafzimmer einzusetzen. Zum einen kann dies die Atmung negativ beeinflussen und zu Reizungen führen, zum anderen sollte das Schlafzimmer möglichst reizarm bleiben, damit der Körper sich ausschließlich auf Schlaf konzentrieren kann.

Folgende Öle werden häufig im Bezug auf Schlafprobleme genannt:

  • Muskatnussöl
  • Majoranöl
  • Lavendelöl
  • Baldrianöl
  • Melissenöl
  • Kamillenöl
  • Muskatellersalbeiöl
  • Gotu Kola
  • Lotusöl

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

In den vergangenen Jahren sind immer häufiger Globuli und andere homöopathische Mittel zur Behandlung von Krankheiten in Ratgebern und im Internet genannt wurden. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Mittel mitunter stark umstritten. Es liegen tatsächlich nur wenig unabhängige Studien zu diesem Thema vor, die darüber hinaus eher darauf hinweisen, dass keine große Wirksamkeit von der Homöopathie ausgeht. Eine Ausnahme bilden hier verschiedene pflanzliche Mittel, die bei diversen leichten Erkrankungen durchaus Anwendung finden und Linderung verschaffen können. Im Bezug auf Narkolepsie kann jedoch auch die Homöopathie keine Heilung versprechen. Auch sollten die Einnahme bestimmter Globuli zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden. Bei dem Mittel Passiflora incarnata handelt es sich beispielsweise um ein pflanzliches Mittel, das auf der Passionsblume beruht und dem eine müdigkeitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Die Einnahme dieser Pflanze kann durchaus zu einem besseren Einschlafen beitragen. Sie kann jedoch unter Umständen auch dazu führen, dass der Betroffene am Tag müder ist. Das könnte sich hernach gerade auf die Narkolepsie ungünstig auswirken.

Folgende homöopathische Mittel können mit einem Arzt zur Verwendung bei Narkolepsie diskutiert werden:

  • Passiflora incarnata
  • Timcum valeriancum
  • Avena Sativa
  • Argentum nitricum
  • Nux vomica

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die Anwendung von Schüssler Salzen bei der Behandlung von Krankheiten ist in der Medizin nach wie vor stark umstritten. Einige Ärzte sehen in diesen Mitteln sogar eine Gesundheitsgefährdung. Zudem konnte noch keine unabhängige Studie die positive Wirksamkeit von solchen Salzen belegen. Die hierzu existierenden Studien erfüllen zudem keine wissenschaftlichen Standards und sind zudem von fragwürdigen Organisationen durchgeführt wurden, auf deren Ergebnisse kein Verlass ist. Aus diesem Grund sollte die Einnahme von Schüssler Salzen stets mit einem Arzt abgesprochen und individuell geplant werden.

Folgende Schüssler Salze kommen hierfür infrage:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Eine spezielle Diät gibt es in Bezug auf Narkolepsie eigentlich nicht. Allerdings kann sich das Schlafverhalten eines Menschen durchaus mit der richtigen Ernährung verbessern. Narkoleptikern wird oftmals geraten, eine kohlenhydratarme Ernährung anzustreben. Hierbei werden überwiegend Proteine und pflanzliche Nahrungsmittel, wie frisches Obst und Gemüse konsumiert. Kohlenhydrate gelten als schwer verdaulich, obgleich sie sich recht positiv auf die Verdauung auswirken und viel Energie liefern können. Oftmals führen sie aber auch zur Müdigkeit. Das kann man leicht an sich selbst überprüfen. Nach dem Verzehr einer großen Portion Nudeln oder Reis fühlen sich die meisten Menschen eher schläfrig. Der Körper ist dann mit verdauen beschäftigt und wünscht darüber hinaus nach Ruhe. Bei einer bestehenden Narkolepsie kann dies eine Schlafattacke noch befeuern. Wird die Nahrung zum größten teil auf Fisch, fettarmes Fleisch und vitaminreiche Kost umgestellt, können dadurch alle wichtigen Nährstoffe aufgenommen werden, ohne dass eine Müdigkeit auftritt.

Insgesamt sei bei Narkolepsie eher dazu geraten, kleine Portionen über den Tag verteilt zu konsumieren und mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen keine Mahlzeit mehr einzunehmen. Das verbessert die Qualität des Nachtschlafes erheblich und kann zudem das Einschlafen erleichtern.

Auf den Konsum von aufputschenden Lebensmitteln sollte ein Narkoleptiker hingegen unbedingt verzichten. Auch wenn es zunächst verlockend erscheint, sich mit Energydrinks, zuckerhaltigen Lebensmitteln oder Kaffee wach zu halten, kann dies im Rückschluss dazu führen, dass der gesamte Schlafrhythmus aus den Fugen gerät. Gerade zuckerhaltige Limonade und taurin- sowie koffeinhaltige Getränke bewirken einen schnellen und heftigen Anstieg des Blutzuckerspiegels, der daraufhin jedoch schnell wieder absinken kann und zu spontaner Müdigkeit führt. Dadurch können leicht Schlafattacken ausgelöst werden. Tagesmüdigkeit sollte insgesamt nicht mit Lebensmitteln, sondern mit speziell dafür entwickelten Medikamenten behandelt werden, die vom Arzt bei Narkolepsie verschrieben werden.

Darüber hinaus gilt, dass sich ein gesunder Lebensstil auszahlt. Aus diesem Grund sollten Narkoleptiker auf den Konsum von Alkohol und Rauchwaren komplett verzichten.


FAQ – Fragen & Antworten

Was ist REM-Schlaf?

Die Abkürzung REM steht für Rapid Eye Movement (schnelle Augenbewegung). Wie dem Namen bereits zu entnehmen ist, wird hiermit eine besondere Phase des Schlafes gekennzeichnet, die sich unter anderem durch eine schnelle Bewegung der Augen auszeichnet. Es handelt sich dabei um die tiefste und gleichsam erholsamste Schlafphase des Menschen. In dieser ist der Körper gleichsam dadurch gelähmt, dass der Muskeltonus auf ein Minimum verringert ist. Die Atemfrequenz sowie der Blutdruck unterscheiden sich gravierend von anderen Schlafphasen und sind latent erhöht. Es kommt darüber hinaus zu einer spezifischen Frequenz im Gehirn. Das sorgt unter anderem dafür, dass gerade in dieser Phase des Schlafes besonders viele und intensive Träume erlebt werden.

Ein normaler, gesunder Erwachsener erlebt während eines circa achtstündigen Schlafes eine zwei Stunden anhaltende REM-Phase. Nur wenn diese erfolgt ist, also zumindest zwei Stunden kontinuierlich geschlafen wurde, fühlt sich der Mensch beim Erwachen ausgeruht. Bei Neugeborenen hingegen beträgt der Zeitraum dieser Schlafphase noch zwischen acht bis neun Stunden. Mit zunehmenden Alter sinkt die Dauer schließlich auf zwei bis drei Stunden und wird hernach kaum noch verändert. Lediglich im Alter kann es vorkommen, dass ein deutlich kürzerer REM-Schlaf erfolgt.

Zumeist tritt die REM-Schlafphase erst gegen Ende des Schlafes ein. Es ist also notwendig einen längeren Zeitraum im Non-REM-Schlaf zu verbringen, damit der gewünschte Schlaf erfolgen kann. Wird jedoch der Schlaf immer wieder unterbrochen und es erfolgt keine REM-Phase über einen längeren Zeitraum hinweg, zeigen Betroffene ein Ungleichgewicht in verschiedenen Regulationsprozessen des Körpers. So kann beispielsweise ein vermehrter Appetit eintreten, das Triebleben kann gesteigert sein und es können Symptome von Schlafentzug auftreten.

Im Bezug auf Narkolepsie hat sich gezeigt, dass die REM-Phase zumeist am Beginn der Schlafphase eintritt. Schlafattacken sind dann häufig dadurch geprägt, dass innerhalb weniger Minuten der REM-Schlaf erfolgt.

Was ist Tagesschläfrigkeit
Unter dem Begriff Tagesschläfrigkeit versteht die Medizin die Fähigkeit, über den Tag verteilt mehrmals zu schlafen und dabei relativ schnell in die REM-Schlafphase einzutreten. Für den Betroffenen selbst äußert sich die Tagesschläfrigkeit zum einen durch eine erhöhte Müdigkeit und in einigen Fällen durch Schlafattacken.

Gemessen wird die Tagesschläfrigkeit durch einen Schlaflatenztest. Dabei muss ein Patient circa fünf Mal kurze Nickerchen einlegen, die durch einen Zeitabstand von etwa zwei Stunden voneinander getrennt sind. Insgesamt sollen dabei acht Stunden geschlafen werden. Zeigt sich, dass der Betroffene zum einen überhaupt schlafen kann und zum anderen bei mindestens zwei von fünf Schlafeinheiten eine REM-Schlafphase hat, die nach circa acht Minuten eintritt, ist dies ein Hinweis auf eine erhöhte Tagesschläfrigkeit und zudem ein Anzeichen auf das Vorliegen von Narkolepsie.

Was ist Hypocretin?
Beim Hypocretin handelt es sich um ein Neuropeptidhormon, das häufig auch als Orexin bezeichnet wird. Dieses Hormon bildet einen Neurotransmitter, der im Körper dafür verantwortlich ist, verschiedene Prozesse zu regulieren und gleichzeitig den Körper in Alarmbereitschaft zu setzen. So wird durch Orexin Hunger ausgelöst, beziehungsweise ein Sättigungsgefühl erzeugt. Wieder anderen Arten des Hypocretins bedingen, dass ein Mensch müde wird oder sich entsprechend wach fühlt. Fehlt dieses Hormon oder ist es durch Mutationen beschädigt, kann beispielsweise der Wachzustand des Körpers nicht mehr gehalten werden. Ein Patient empfindet dann dauerhafte Müdigkeit oder schläft unvorhergesehen einfach ein. Hinzu kommt, dass beim Fehlen des Hypocretins Substanzen unkontrolliert ausgeschüttet werden, die hernach dafür sorgen, dass der Körper Schlafsymptome zeigt, ohne dass Schlaf eingetreten ist.

Was ist Kataplexie?

Kataplexie ist ein kurzzeitiger Verlust der Kontrolle eines Menschen über seine Muskeln. Es ist ihm also nicht mehr möglich diese zu bewegen oder zu steuern. Kataplexie kann sowohl einzelne Muskelgruppen, einzelne Gliedmaßen, aber auch den gesamten Körper betreffen. Hernach treten Lähmungen ein. Das Besondere an dieser Art des Muskeltonusverlustes ist, dass der Betroffene selbst bei einer Lähmung das volle Bewusstsein behält. Dies unterschiedet die Kataplexie deutlich von einem Ohnmachtsanfall sowie einer Epilepsie oder einer Schlafattacke.

Ausgelöst wird die Kataplexie vor allem durch starke Emotionen beziehungsweise Stress. Wissenschaftler gehen davon aus, dass beispielsweise große Angst oder ein Lachanfall für den Körper sehr anstrengend sind. Aus diesem Grund setzt hernach eine Muskelentspannung ein, die dazu führt, dass sich beispielsweise Lähmungserscheinungen zeigen. In einigen Fällen folgt direkt auf die Kataplexie eine Schlafattacke, was diese Theorie in seinen Grundzügen unterstützt.

Narkolepsie muss nicht zwangsläufig mit einer Kataplexie einhergehen. Lediglich 25 % der Betroffenen leiden unter ihr. Dann spricht die Wissenschaft von einer Typ-1-Narkolepsie. Sie ist vor allem dadurch geprägt, dass im Hirn kaum oder gar kein Hypocretin zu finden ist.

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