Flohbisse

Steckbrief: Flohbisse

  • Name(n): Flohbisse; Flohstiche
  • Art der Krankheit: Allergische Reaktion
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Bereits in der Antike
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Allergische Reaktion
  • Wieviele Erkrankte: weltweit mehr als 1 Mio. p.a.
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hautarzt
  • ICD-10 Code(s): S30.860

Eine Plage für Mensch und Tier

Flohbisse werden von den meisten Menschen als sehr störend empfunden, da sie einen starken Juckreiz auslösen. Darüber hinaus können Flöhe eine Reihe an Krankheiten übertragen. In der Regel sind Haustiere jedoch anfälliger dafür, auf diesem Wege angesteckt zu werden.

Trotzdem ist es ratsam, unabhängig davon, ob man selbst Haustierbesitzer ist oder nicht, Flohstiche erkennen und von anderen Insektenstichen unterscheiden zu können.

Flöhe sind bereits seit Urzeiten ein Begleiter der Menschen und es gibt jede Menge Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um sich vor einem Flohbefall zu schützen.

Definition Flohbisse

Flohbisse sind kleine Wunden, die nach einem Flohstich entstehen. Die Stelle juckt in der Regel mäßig bis ziemlich stark.

Da die Betroffenen versucht sind, immer wieder, sogar auch im Schlaf, daran zu kratzen, kommt es oft zu sekundären Entzündungen. Mann kann Flohbisse auch an dem typischen Auftreten in geraden Linien erkennen.

Flohbisse sind, im Gegensatz zu Mückenstichen, relativ klein. Um die Bissstelle herum bildet sich ein kleiner roter Kreis. Ein Floh beißt selten nur vereinzelt, so dass die Bisse meist gruppenweise auftreten.

Die Bisse bezeichnet man auch als eine sogenannte „Flohstraße“, da sie oft in einigermaßen geraden Linien angeordnet sind.

Sie entstehen dadurch, dass der Floh zunächst mehrere Probestiche setzt, um herauszufinden, ob die Stelle für eine problemlose Blutentnahme gut geeignet ist.

Zusammengefasst:

  • Flohbisse jucken sehr stark.
  • Um die Stelle herum bildet sich ein roter Kreis.
  • Flohbisse sind klein.
  • Flohbisse treten gruppenweise auf.

Was sind Flöhe?

Flöhe sind kleine flügellose Insekten, die interessanterweise der Unterklasse der Fluginsekten angehören. Damit nehmen sie zusammen mit Tierläusen eine besondere Stellung innerhalb der Taxonomie ein, da beide Spezies im Laufe von Evolutionsprozessen ihr Flugvermögen verloren haben. Die erwachsenen Insekten haben eine durchschnittliche Körpergröße von 3mm.

Flöhe sind holometabole Insekten, d.h. sie durchgehen komplett alle vier Lebenszyklus-Phasen: zunächst als Ei, anschließend als Larve, welche drei Larvenstadien durchgeht und bei günstigen Nahrungsbedingungen in das Puppenstadium übergeht. In seinem letzten Lebenszyklus bricht der Floh die Puppenhülle auf und geht in das Imago-Stadium über.

Es gilt für die meisten Floharten, dass sowohl Männchen als auch Weibchen direkt am Anfang ihrer Imagophase noch nicht geschlechtsreif sind. Sie können sich erst nach ihrer ersten Blutmahlzeit fortpflanzen. Diese setzt bei beiden Geschlechtern gewisse chemische Prozesse in Gang, die daraufhin zur geschlechtlichen Reife führen. Die Lebensdauer eines Flohs variiert zwischen einigen Wochen und einigen Monaten. Diese ist von den Lebensbedingungen und den Nahrungsangebot abhängig.

Flöhe sind seitlich sehr flach, was das Navigieren im Tierfell sehr viel erleichtert. Sie besitzen auch kräftige Klauen und halten an der Epidermis ihres Wirtes fest, was das Entfernen zusätzlich erschwert. Die Farbe variiert zwischen rot-braun bis braun-schwarz.

Sie haben drei Beinpaare, das hintere Paar ist übermäßig lang und verhilft den Flöhen zu ihrer beeindruckenden Sprungkraft, die nur von der Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius) übertroffen wird. Die Sprungweite eines Flohs entspricht im Durchschnitt das 50fache seiner Körperlänge. Die Larven besitzen keine Kiemen und ernähren sich von organischen Abfallprodukten. Es existieren etwa 2500 Floharten weltweit.

Flöhe bewohnen unsere Erde bereits seit Jahrmillionen – Forscher datieren ihr Entstehen innerhalb der frühen Kreidezeit, also vor 110 bis 140 Millionen Jahren. Zunächst parasitierten sie auf Beutetieren und Säugetieren und gingen später zu Vögeln über.

Zusammengefasst:

  • Flöhe gehören taxonomisch zu den Fluginsekten, haben aber im Laufe der Evolution ihr Flugvermögen verloren.
  • Flöhe durchgehen alle vier Lebenszyklen, die allen holometabolen Insekten gemein sind: Ei, Larve, Puppe, Imago.
  • Vor ihrer ersten Blutmahlzeit sind Flöhe noch nicht fortpflanzungsfähig.
  • Die normale Lebenserwartung eines Flohs variiert zwischen einigen Wochen und einigen Monaten.
  • Flöhe sind bekannt für ihre Sprungkraft und können im Schnitt etwa 15cm hoch springen.
  • Flöhe sind eine sehr alte Insektenart, die es bereits seit Jahrmillionen gibt.

Welche Ursachen gibt es?

Flohbisse entstehen durch Stiche von Flöhen, die den Insekten als Nahrung und zu Fortpflanzungszwecken nutzen.

Floharten haben sich im Laufe der Zeitgeschichte entsprechend ihrer Wirte differenziert. Es gibt beispielsweise Arten die ausschließlich auf Gürteltieren spezialisiert sind sowie solche, die nur auf Rüsseltieren bzw. auf Fledertieren parasitieren. Trotzdem muss ein Flohbiss beim Menschen nicht zwingend von einem Menschenfloh verursacht worden sein. Menschenflöhe sind eher für den nordamerikanischen Kontinent typisch, wohingegen in Europa Katzen- und Hundeflöhe verbreiteter sind.

Flöhe gelangen in der Regel durch Haustiere oder Mäuse und Ratten ins Haus. Sie nisten sich gern in Teppiche und Ritzen ein, Floheier können außerdem sehr lange überleben und bei günstigen Bedingungen Flohlarven hervorbringen.

Sobald ein Flohbefall vorhanden ist, sind die üblichen Hygienemaßnahmen nicht mehr ausreichend, um diesen wieder loszuwerden und man sollte gezielt Maßnahmen ergreifen. Statistisch gesehen besteht beim Menschen, im Gegensatz zu Haustieren, lediglich eine geringe Gefahr, durch den Stich an übertragbaren Krankheiten zu erkranken. Sollte letzteres jedoch doch der Fall sein, können die Folgen oft schwerwiegend sein. Bei Verdacht sollte unbedingt einen Arzt konsultiert werden.

Zusammengefasst:

  • Ein Flohstich beim Menschen kann durch verschiedene Floharten erfolgen. Obwohl Flöhe meistens auf bestimmte Säugetierarten spezialisiert sind, nutzen diese die Gelegenheit, wenn ein menschlicher Wirt verfügbar ist.
  • Flöhe gelangen meist durch Haustiere oder Mäuse/Ratten ins Haus.
  • Die Gefahr (beim Menschen) in Folge eines Flohstichs an einer übertragbaren Krankheit zu erkranken ist sehr gering, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Symptome & Anzeichen

In der Regel merkt man oft nicht, wenn ein Floh gerade zubeißt. Der Flohspeichel enthält ähnlich einer Zecke eine Betäubungssubstanz, die uns den eigentlichen Stich nicht spüren lässt. Doch im Unterschied zu einer Zecke, die sehr lange unbemerkt bleiben kann, fängt ein Flohbiss kurz nach dem Biss an, stark zu jucken.

Gerade frische Bisse jucken sehr stark und es ist besonders unangenehm, wenn man einen oder mehrere Flöhe in sein Bett mitgeschleppt hat. Ein einzelner Floh kann mehrere Dutzend Mal innerhalb einer Nacht zubeißen, was zu Schlaflosigkeit und zu anderen psychischen Beschwerden wie Reizbarkeit führen kann.

Als Dauerbelastung ist ein Flohbefall schwer auszuhalten, da man sich an den Juckreiz kaum langfristig gewöhnen kann.

Einen Flohbefall bei Hunden und anderen Haustieren merkt man schnell daran, dass das Tier sich oft kratzt und sein Fell knabbert. In diesem Fall kann man das Fell seines Haustiers auf Flohkot prüfen. Flohkot besteht vorwiegend aus getrocknetem Tierblut. Bei genauer Betrachtung hat Flohkot ein rötlich-schwarzes Aussehen. Um sicherzugehen, dass es sich dabei tatsächlich um Flohkot handelt, kann er auf einem weißen Papiertuch mit etwas Wasser benetzt werden. Im Falle von Flohkot verflüssigen sich die kleinen schwarzen Krümmel zu einer rötlich-braunen Flüssigkeit.

Zusammengefasst:

  • Neue Stiche jucken stark und stellen eine psychische Belastung dar.
  • Ein Flohbefall kann zu Schlaflosigkeit führen.
  • Einen Flohbefall beim Haustier erkennt man an dem veränderten Verhalten des Haustiers, oder am Vorhandensein von Flohkot im Fell.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Aufgrund des Flohspeichels entstehen bei manchen Menschen zunächst größere Quaddeln mit einem Durchmesser von bis zu wenigen Zentimetern und einer asymmetrischen Form. Diese ziehen sich anschließend zurück und hinterlassen kleine, rote Pusteln mit einem Durchmesser von nur wenigen Millimeter, die sehr stark jucken.

Wärme (z.B. nachts im Bett) verstärkt den Juckreiz, Kälte (kalte Dusche, kühlende Salben, atmungsaktive Bekleidung) lindern ihn.

Rücken und Fußknöchel sind sehr beliebte Bisszonen beim Menschen, am Liebsten beißen Flöhe im Bereich des Unterbauchs, da dort die Haut besonders zart ist.

In der Regel ist ein Arztgang nicht notwendig, um Flohbisse zu diagnostizieren. Diese unterscheiden sich von anderen Insektenstichen durch ihre kräftige rote Farbe und ihre rundliche Form.

Sollten Sie den Verdacht haben, sich mit einer durch Flöhe übertragbare Krankheit angesteckt zu haben (Bandwurm oder Fleckfieber) kann Ihr Hausarzt (Virologe, Internist) eine Blutprobe oder entsprechend eine Kotprobe entnehmen und die richtige Diagnose stellen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Nachdem ein Floh ins Hunde- oder Katzenfell gesprungen ist, macht er innerhalb von fünf Minuten seinen ersten Stich und kann bis zu 2 1/2 Stunden Blut saugen. Weibliche Flöhe haben den höchsten Nährstoffbedarf. Sie verbrauchen bis zu 15 Mal ihr eigenes Körpergewicht in Blut. Ein einziger Floh kann bis ca. zwei Monate im Fell seines Wirtes leben.

Ein Flohbefall kann schnell außer Kontrolle geraten. Das liegt daran, dass weibliche Flöhe bei ausreichendem Nährstoffangebot ca. 40 bis 50 Eier täglich und ca. 2000 Eier während ihrer gesamten Lebensdauer produzieren können. Somit können aus einem einzelnen Floh innerhalb von neun Monaten über 100 Billionen Nachkömmlinge hervorkommen. Ca. 100 Tage kann ein Floh ohne Nahrung überleben.

Unterschiede zwischen Katzenflöhen und Hundeflöhen
Katzenflöhe sind eher typisch für städtische Gegenden, wohingegen Hundeflöhe eher in ländlichen Gegenden anzutreffen sind. Katzenflöhe legen etwa 20 Eier täglich, ihre Lebensdauer beträgt jedoch bis zu einem Jahr. Die Eier von Katzenflöhen sind weiß, so dass man sie auch mit Schuppen verwechseln kann.

Hundeflöhe sind in Europa weit verbreitet, auf dem nordamerikanischen Kontinent sind sie jedoch eine Rarität. Statistiken zufolge handelt es sich bei 95% der Flöhe bei Hunden um Katzenflöhe. Letztere haben sich im Laufe der Zeit angepasst und können auch Hundeblut verstoffwechseln. Hundeflöhe, auf der anderen Seite, sind nur auf Hunde spezialisiert und es kommt nur vereinzelt vor, dass sie Katzen oder Menschen beißen.


Komplikationen bei der Krankheit

Obgleich die Bisse in der Regel ohne weitere Maßnahmen von selbst abheilen, kann das Aufkratzen der frischen Bisse zu Entzündungen führen. Daher sollte man Kratzen auf jeden Fall vermeiden. In extremen Fällen bietet sich dazu die Maßnahme, über Nacht Handschuhe zu tragen. Sollte es doch zu Entzündungen kommen, kann Ihr Arzt Ihnen entzündungshemmende Salben bzw. die notwendigen Medikamente verschreiben.

Des Weiteren führen großflächige Bissaufkommen zu Nervosität und Schlafstörungen bis hin zur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit. Auch hierzu empfiehlt sich der Arztgang, bzw. die Verwendung hautberuhigender Salben und juckreizhemmenden Mitteln.

Sofern sie sich im Ausland, in einem der Verbreitungsgebiete der verschiedenen Fleckfieberarten, aufhalten, sollten Sie bei den ersten Anzeichen des Unwohlseins dringend einen Spezialisten aufsuchen. Viele der Fleckfieberarten enden häufig tödlich bzw. können zu lebenslangen Schäden führen.

Sofern sie den Verdacht haben, versehentlich einen Floh verschluckt zu haben, besteht die Gefahr einer Bandwurminfektion. Diese ist im Vergleich zum Fleckfieber weniger gefährlich, heilt jedoch nicht von alleine ab und macht den Arztgang obligatorisch.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der Regel heilen Flohbisse komplikationslos von alleine ab. Bei Entzündung der Stelle sollte man allerdings einen Arzt aufsuchen, da es andernfalls zu Komplikationen bis hin zu einer Blutvergiftung kommen kann.
In manchen Fällen kommt es auch beim Menschen zu allergischen Reaktionen gegen den Flohspeichel, diese erkennt man an der Bildung von schmerzenden weißen Papeln. In diesem Fall ist es dringend notwendig einen Arzt zu konsultieren.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Flohbisse selbst können mit einer verschreibungspflichtigen Kortisonsalbe behandelt werden. Bei einer festgestellten Unverträglichkeit gegen Flohspeichel und einem großflächigen Bissaufkommen empfiehlt es sich nach Rücksprache mit einem Arzt die Symptome zusätzlich mit Hilfe von Antihistaminika zu lindern.
Kühlende Gels und Salben helfen zusätzlich dabei, den Juckreiz zu minimieren.

Auch eine lauwarme oder kalte Dusche empfiehlt sich bei starkem Juckreiz.

Das Hauptaugenmerk sollte jedoch sein, den Flohbefall im Haus und bei Ihrem Haustier schnell und effektiv zu bekämpfen. Hierbei können Ihnen einige Maßnahmen und Hinweise im Falle eines Flohbefalls behilflich sein. Im Falle eines Flohbefalls beim Haustier (Hund/Katze) empfiehlt sich Folgendes:

  • Verwendung eines Flohkamms – die Zinken dieser kleinen Kämmen stehen sehr dicht beieinander, so dass diesem kein Floh entkommen kann. Man sollte den Kamm über den gesamten Körper des Tiers verwenden und insbesondere den unteren Rücken um den Schwanz beachten, da dies eine von den Parasiten sehr beliebte „Flohzone“ ist. Um das Gleiten des Flohkamms zu erleichtern, kann man diesen in Seifenwasser tauchen.
  • Früher gehörten bei einem Flohbefall bei Hunden Flohshampoos und Sprays zu den Standardmitteln der Vorbeugung und Behandlung. In den letzten Jahren sind viele neuen und verbesserten Rezepturen auf den Markt gekommen, die in Form von Pillen oder lokal wirkenden Anwendungen (Pflaster) angeboten werden. Die neuesten Medikamente neutralisieren sogar die Floheier im Fell des Haustiers.
  • Hunde lecken gern an ihrem Fell. Daher sollte man giftige Puder o.Ä. von Vornherein als Behandlungsmöglichkeit ausschließen.
  • Man sollte bei seinem Haustier nach erfolgreicher Flohbekämpfung eine Anti-Wurm-Kur durchführen.

Bei einem Flohbefall in Ihrem Haushalt sollten Sie Folgendes beachten bzw. tun:

  • Kleidung in der Waschmaschine bei einer hohen Temperatur waschen. Danach nach Möglichkeit in der Sonne trocknen lassen.
  • Sorgfältiges Staubsaugen, denn Floheier rieseln oft aus dem Fell des befallenen Hundes. Danach den Staubsaugerbeutel nach Möglichkeit direkt entsorgen oder Teebaumöl hineingeben (das Teebaumöl jedoch von Katzen fernhalten, da es für sie giftig ist).
  • Flohpuppen sind wahre Überlebenskünstler und können sehr lange in verpupptem Zustand verweilen, bis die geeigneten Bedingungen für die Häutung vorhanden sind (z.B. warme Jahreszeit). Ein Dampfreiniger und das tägliche Staubsaugen steigern die Erfolgschancen erheblich.
  • Wände und Böden Ihrer Wohnung mit einer Salzlösung waschen. Salz entzieht den Flohpuppen die notwendige Feuchtigkeit und verhindert so die Häutung.
  • Zwei Teile Essig mit einem Teil Wasser mischen und damit die befallenen Textilien besprühen.
  • Zitrone: Zitronenstücke in kochendes Wasser geben, Kochplatte ausstellen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung in eine Sprühflasche geben und damit ihre Textilien besprühen.

Bei einem Flohbefall Außen (Hof, Garten, Feld) hat es sich bewährt Kieselgur in Granulatform überall zu zerstreuen, diese Bekämpfungsmethode ist sowohl für Innen als auch für Außen geeignet.


Vorbeugung & Prävention

Als erster Schritt bei einem Flohbefall kann man sowohl zu konventionellen als auch zu selbstgemischten Insektenschutzsprays greifen. Diese enthalten Substanzen, deren Geruch die Schädlinge abschreckt, so dass es gar nicht einmal zu den Bissen kommt.

Um einen Flohbefall beim Haustier vorzubeugen, empfiehlt sich die Nutzung eines Flohbands. Dabei wird ein Wirkstoff langsam an die Haut des Tieres abgegeben, der es Flöhen unmöglich macht sich im Fell anzusiedeln.
Neben Sprays, die ausschließlich für Hunde oder Katzen geeignet sind, gibt es auch solche, die sowohl für Haustiere als auch für die menschliche Haut verträglich sind. Im Zweifelsfall sollte man natürlich zu chemiefreien Mitteln greifen, die der Menschheit seit längerem als Insektenschutz bekannt sind. Diese haben den Vorteil, dass sie weder den menschlichen Organismus noch die Umwelt belasten und in manchen Fällen sogar einen zusätzlichen Nutzen mit sich bringen – z.B. Kokosöl auf der Haut aufgetragen schützt diese vor Insektenstichen und pflegt sie gleichzeitig.

Prognose zur Heilung

Flohbisse heilen in der Regel nach 10-14 Tagen ab, ohne eine Narbe zu hinterlassen. Es ist daher nicht unbedingt notwendig einen Arzt zu konsultieren. Sollten Sie jedoch bei sich Symptome der durch Flöhe übertragbaren Krankheiten bemerken, sollten diese ernst genommen werden, da die Heilung der meisten dieser Krankheiten ohne verschreibungspflichtige Medikamente nicht möglich ist.

Insbesondere für kleine Kinder unter acht Jahren, gelegentlich jedoch auch bei Erwachsenen, besteht die Gefahr einer Infektion mit dem Gurkenkernbandwurm (Dipylidiasis), sofern ein Floh versehentlich verschluckt wird.

Die empfohlene Behandlung erfolgt mit Antihelminthika. Bewährt hat sich dabei das Medikament Praziquantel. Das Medikament tötet den Wurm, so dass dieser anschließend mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Diese Wurmart parasitiert in der Regel auf Hunden, vereinzelt sind jedoch auch Katzen damit infiziert.

Die Fleckfieberarten sollten über mindestens drei Tage über das Nachlassen des Fiebers hinaus mit tetrazyklinen Anbiotika behandelt werden. Vor der Entdeckung dieser Antibiotika starben ein Drittel der Infizierten.


Flöhe als Krankheitsüberträger

Flöhe stellen als Krankheitsüberträger oder Vektoren (lat. vector „Reisender“) eine Gefahr für Mensch und Tier dar. Das heißt, sie können bestimmte Erreger transportieren, ohne selbst zu erkranken. Flöhe übertragen sowohl diverse Bakterien und Viren als auch eukaryotische Parasiten sowie Helminthen (Fadenwürmer, Plattwürmer und Saugwürmer). Eine weitere Erregerart sind die Bakterien der Gattung Rickettsien, die sich außer in Flöhen auch in Läusen, Milben und Zecken finden. Im Folgenden haben wir einige der (weltweit) häufigsten Krankheiten, für deren Übertragung Flöhe als Zwischenwirt fungieren.

Endemisches Fleckfieber

Das endemische Fleckfieber, bekannt auch als Flohfleckfieber, murines Fleckfieber oder auch Rattenfleckfieber, ist eine Form von Typhus. Das Rattenfleckfieber ähnelt einer Virusinfektion und wir oft nicht sofort diagnostiziert. Die betroffenen Patienten erinnern sich oft nicht daran, von einem Floh gebissen worden zu sein. Die Anzeichen und Symptome dieser Erkrankung sind mitunter Kopfschmerzen, Fieber, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Erbrechen,Übelkeit. Etwa sechs Tage nach dem Auftreten dieser Symptome kommt bei der Hälfte der Betroffenen ein Hautausschlag dazu. Bei etwa 45% der Betroffenen kommt es des Weiteren zu Verwirrtheit, Krampfanfällen, Benommenheit und gestörtem Gleichgewicht. Die Symptome könnten äußerlich Masern, Röteln sowie Rocky-Mountain-Fleckfieber ähnlich sein.

Boutonneuse-Fieber

Die Symptome umfassen die Bildung eines blauen Flecks um die Einstichstelle, hohes Fieber, Glieder-, Kopf-, Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, einen akut auftretenden Hautausschlag. Die Krankheit kann mit tetrazyklinen Antibiotika behandelt werden. Der Verlauf ist in der Regel gutartig.

Fleckfieber

In Deutschland selten, eher für die Tropen und die Subtropen typisch. Nach einer Inkubationszeit von 10 bis 14 Tagen folgen Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Standardbehandlung besteht aus Doxycyclin. Fleckfieber sollte nicht mit Typhus verwechselt werden, welcher durch Salmonellen verursacht wird.

Brillsche Krankheit

Dies ist eine milde Form von Fleckfieber.

Rickettsien Pocken

Sie kommen in USA, Afrika, Russland und Korea vor. Sie werden durch Mäuse und Wildmäuse übertragen bzw. durch die Bisse von Milbenlarven oder Milben. Zunächst bildet sich eine schuppige Kruste mit einem Durchmesser von 1-1,5cm, darauffolgend entsteht daraus ein kleines Geschwür, dessen Kruste dunkel ist. Nach dem Abheilen bildet sich an der betroffenen Stelle eine Narbe. Das Fieber dauert ca. sieben Tage an. Es ist bisher kein einzelner Todesfall aufgrund von Rickettsien Pocken bekannt. Die Krankheit wird erfolgreich mit Doxycyclin therapiert.

Rocky-Mountain-Fleckfieber

Das ist die Fleckfieberart mit dem häufigsten Vorkommen und dem schwerwiegendsten Verlauf. Sie ist in Nord- und Südamerika verbreitet. Diese Fleckfieberart kann unbehandelt schnell zum Tode führen. Statistiken zufolge sterben 3 bis 5% der Infizierten. Die Infizierung erfolgt mit wenigen Ausnahmen während der warmen Jahreszeit. Die Inkubationszeit beträgt ein paar Tage bis zwei Wochen. Auch hier umfassen die Symptome die typischen Anzeichen eines Fleckfiebers – Kopfschmerzen. Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen, Hautausschlag.

Der Hautausschlag besteht aus kleinen, flachen, violetten Flecken an Handgelenken, Unterarmen und an Fußknöcheln. Die Flecken jucken nicht. Erhebliche Komplikationen können dadurch entstehen, dass sich die Erkrankung auch auf innere Organe ausweiten kann, zum Beispiel auf Lungen und Nieren sowie auf den Magen-Darm-Trakt und das Zentralnervensystem.

Tularämie

Tularämie ist auch als Hasenpest bekannt. Diese Krankheit betrifft insbesondere Kaninchen,Wildhasen und Eichhörnchen, kann aber auch von Tier auf Mensch übergehen. Sie zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten. Die Krankheit wurde erstmals 1911 durch George W. Maccoy beschrieben und sie ist nach einer Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien genannt. Ein großer Tularämie-Ausbruch gab es während der 1960er Jahre in Schweden, davon waren etwa 600 Personen betroffen. Es wurden keine Todesfälle verzeichnet, da die betroffenen Patienten erfolgreich mit tetrazyklinen Antibiotika behandelt werden konnten.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden etwa 100 bis 200 Krankheitsfälle gemeldet, vermutlich aufgrund der hohen Populationen von Wildhasen zu dieser Zeit. In 2005 erkrankten neun Jäger bei einer Treibjagd an Tularämie, einer davon verstarb vier Wochen später daran. Die Übertragung erfolgt sowohl über Flöhe als auch über den Kontakt mit lebenden oder toten Tieren (auch Schlachten, Enthäuten etc.). Des Weiteren können auch verunreinigtes Trinkwasser sowie sowie das Einatmen von Staub von Kaninchenheu zu einer Infektion führen. Der Verlauf beim Menschen ist schwer und oft tödlich. Neben Flöhen kann die Krankheit auch von Mücken und Zecken übertragen werden.


Alternative Behandlungsmethoden

Neben den pharmazeutischen Mittel zur Beruhigung der Haut nach einem Flohbiss, zur Linderung von Juckreiz und für die Behandlung von Entzündungen und Allergien sowie zur Beseitigung einer Flohplage im Haushalt und bei Ihrem Haustier, gibt es für nahezu alle genannten Bereich die entsprechenden alternativen Behandlungsmethoden. Diese reichen von chemiefreien Lockfallen für Flöhe über Duftmischungen, die Sie innerhalb verschiedener Anwendungen einsetzen können, z.B. als Spray für Ihr Haustier oder als Textilspray, bis hin zu selbst zubereiteten Insektenschutzsprays oder solche, die im Naturfachhandel zu finden sind.

Des Weiteren können die Bisswunden mit Heilpflanzen, Hausmitteln und pflanzlichen Tinkturen sowie mit ätherischen Ölen behandelt werden, auch Homöopathie, Aromatherapie und Schüssler-Salze haben bei Insektenstichen einige Lösungen parat und nicht zuletzt sind einige Lebensmittel dabei hilfreich.

Welche Hausmittel können helfen?

Als chemiefreie Methode wird seit Jahrhunderten die Flohfalle eingesetzt. Man nehme dazu einen tiefen Teller oder Schale mit Wasser und gebe einige Tropfen Spülmittel dazu. Diese lösen die Oberflächenspannung und bewirken, dass Flöhe beim Kontakt mit der Flüssigkeit darin versinken und ertrinken. Die so präparierte Falle wird am Abend auf den Boden des befallenen Raums platziert. In die Mitte des Tellers platziert man ein Teelicht, beispielsweise auf ein umgestülptes Glas und macht alle sonstigen Lichtquellen in dem Raum aus. Die Flöhe werden durch die Wärme und das Licht der Kerze angezogen und ertrinken dabei.
Folgende Hausmittel werden bei einem Flohbefall bei Ihrem Hund/Katze empfohlen:

  • Rosmarinpulver in der Umgebung Ihres Hundes zerstreuen oder aus frischem Rosmarin ein natürliches Flohshampoo herstellen. Dazu werden zwei Tassen frischen Rosmarin 30 Min. lang gekocht, der so zubereitete Sud wird anschließend mit mindestens vier Litern Wasser verdünnt. Damit behandelt man das Fell und lässt dieses trocknen, ohne es mit Wasser abzuwaschen.
  • Auch Zedernduft vertreibt Flöhe bei Hunden und Katzen. Sie können eine aus ätherischem Öl und Wasser zubereiteten Lösung mit einer Sprühflaschen in der Umgebung Ihres Hundes verteilen.
  • Eine Mischung aus Aloe Vera und Cayennepfeffer in eine Sprühflasche geben und das Hundefell besprühen.
  • Schwarzen Tee in der Umgebung Ihres Hundes zerstreuen.

Als biologisches Schädlingbekämpfungsmittel gegen Flöhe können Fadenwürmer eingesetzt werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Zur Linderung der juckenden Bissstelle eignen sich zerriebene Blätter einiger Pflanzen oder Kompressen. Die folgenden Pflanzen haben sich als wirkungsvoll gegen den Juckreiz und Schwellung bewährt:

  • zerdrückter Spitzwegerich auf der Wunde aufgetragen wirkt sehr effektiv gegen den Juckreiz. Diesen können sie sowohl aus der Apotheke kaufen als auch von Juni bis September auf Wiesen und Wegrändern sammeln.
  • Petersilie, ebenfalls zerdrückt, kann als Kompresse für mindestens 30 Minuten oder über Nacht angewendet werden.
  • Honig hat eine antibiotische Wirkung und kann ebenfalls sofort nach dem Stich auf die Haut aufgetragen werden. Dies mindert die Schwellung und beugt Entzündungen vor.
  • Zerdrückte Basilikum- und Salbeiblätter wirken entzündungshemmend. Die Substanzen dieser Heilpflanzen dringen sehr schnell in die betroffene Stelle ein, so dass es ausreicht die Bissstelle damit lediglich einzureiben.
  • Knoblauch und Zwiebel sind schon seit langem für ihre antibiotische Wirkung bekannt. Eine halbierte Knoblauchzehe auf der Wunde aufgerieben lindert den Juckreiz, für eine Anwendung als Kompresse über Nacht eignen sich zerdrückte Zwiebeln.

Ätherische Öle

Flöhe haben einen sehr stark ausgeprägten Geruchssinn und meiden insbesondere folgende Gerüche:

  • Zitrusgerüche
  • Zedernduft
  • Minze
  • Lavendel
  • Rosmarin

Des Weiteren wirken Gemische, in denen diese ätherischen Ölen enthalten sind, ab einem gewissen Konzentrationsgrad auf Flöhe toxisch. Daher empfiehlt es sich im Naturfachhandel nach entsprechenden Parasitenmitteln Ausschau zu halten oder selbst welche zuzubereiten.

Des Weiteren werden Melisse, Lavendel vera, Ylang-Ylang, Jasmin, Sandelholz, Palmarosa, Vanille und Benzoe zur Behandlung der begleitenden Nervosität und Schlaflosigkeit empfohlen.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Mittel können sowohl zur Vorbeugung als auch für die Behandlung von Flohbissen eingesetzt werden.

  • Ledum Palustre, bekannt auch als Wilder Rosmarin, beschleunigt die Heilung, insbesondere wenn die Schwellung sehr lange bestehen bleibt. Dazu wird die Einnahme von jeweils drei Globuli Ledum palustre mit der Potenz C5 bis C7 morgens und abends empfohlen. Des Weiteren empfiehlt sich während der Anwendung Wärme zu meiden, d.h. kalte Speisen und Getränke warmen Gerichten und Tees vorzuziehen, möglichst atmungsaktive Bekleidung zu tragen und sich mehr Bewegung an der frischen Luft zu gönnen.
  • Ein weiteres Mittel, das generell allergische Reaktionen lindert und die negativen Auswirkungen der freigesetzten Histaminen bei einem Insektenstich verhindert ist das Homöopathikum Poumon Histamine. Empfohlen werden drei- bis viermal täglich jeweils fünf Globuli einzunehmen.
  • das Homöopathikum Apis Mellifica wird aus dem Gift der westlichen Honigbiene zubereitet. Dies ist auch ein probates Mittel nach Insektenstichen jeglicher Art. Dazu empfiehlt sich die Einnahme von jeweils fünf Globuli alle dreißig Minuten, bis zum Abklingen der Beschwerden. Die empfohlene Potenz ist D6 bzw. D12. Nach Besserung der akuten Symptomatik, kann die Dosis auf drei Gaben täglich reduziert werden.

Für die lokale Anwendung eignet sich ein kühlendes Callendula-Gel. Bei Infektionen der Stichstelle bietet sich eine Homeoplasin-Salbe, sehr wirksam in Kombination mit der gleichzeitigen oralen Aufnahme von Belladonna, Pyrogenium und Rana bufo.

Schüssler-Salze

Alternativ kommen bei der Behandlung von Flohbissen auch Schüssler-Salze zum Einsatz. Diese sind jedoch nicht zur Vorbeugung geeignet. Vielmehr zielt diese Therapie darauf ab, das Säure-Basen-Milieu alkalischer zu stimmen, so dass hierdurch eine Grundlage für das schnellere Abheilen geschaffen wird. Die Wirkung dieser Behandlungsmethoden ist so wie die Homöopathie-Therapien wissenschaftlich nicht belegt, so dass Hausärzte in der Regel damit weniger vertraut sind. Daher empfiehlt es sich, einen Heilpraktiker aufzusuchen.

Folgende Schüssler-Salze kommen bei Insektenstichen zum Einsatz:

  • Bei milden Insektenstichen kommt Schüssler-Salz Nr. 3 Ferrum Phosphoricum in Frage. Dieses erhöht den Sauerstoffgehalt des Blutes und fördert die Eisenresorption. Dadurch wird das Abheilen der Bissstellen beschleunigt.
  • Schüssler-Salz Nr. 8 Natrum Chloratum hilft gegen die Schwellungen und den Juckreiz. Es reguliert den Wasserhaushalt der Zellen und hilft dabei die juckreizauslösenden Stoffe schneller auszuleiten.
  • Schüssler-Salz Nr. 23 Natrium Natriumbicarbonat wirkt einer Übersäuerung entgegen und wird ausdrücklich bei Insektenstichen empfohlen. Im Unterschied zu Schüssel-Salzen Nr. 3 und Nr. 8 kann Natrium Natriumbicarbonat neben der innerlichen Einnahme auch äußerlich, als Brei- oder Salbenumschlag, angewendet werden.

Diät & Ernährung

Auch der Verzehr bestimmter Lebensmittel kann dazu beitragen, dass Flohbisse zumindest in ihrer Anzahl reduziert werden.

  • Karotinreichen Lebensmitteln (Karotten, rote Bete, Tomaten, Paprika, Aprikosen) wird eine abwehrende Wirkung gegen Insektenstiche nachgesagt. Diese beeinflussen die Blutzusammensetzung, so dass Insekten ihre Blutmahlzeit weniger schmackhaft finden und diese vorzeitig beenden
  • Der Knoblauchgeruch dünstet bekanntlich nach dem Verzehr von Knoblauch über den ganzen Körper aus, Flöhe finden den Geruch abschreckend. Natürlich hilft das bei einem großen Befall nicht unbedingt, sofern es sich jedoch um einzelne Insekten handelt, die sich in Ihrer Nähe verirrt haben, kann Ihr Körpergeruch nach dem Verzehr von Knoblauch auf Flöhe unappetitlich wirken.
  • Auch Kokosöl wird in manchen tropischen und subtropischen Ländern großflächig äußerlich auf die Haut aufgetragen und soll vor diversen Parasiten schützen. Innerlich angewendet reguliert die enthaltene Laurinsäure die Blutzuckerwerte (Flöhe bevorzugen süß schmeckendes Blut) und stärkt das Immunsystem, was sowohl die Stiche in ihrer Anzahl reduzieren kann als auch heftigen Schwellungen nach dem Biss entgegen wirkt.

FAQ – Fragen & Antworten

Was ist ein Flohzirkus und kann man in der Tat Flöhe dressieren?
Flöhe wurden bereits im 16. Jahrhundert von manchen Uhrmachern an Miniaturketten gebunden, so dass die Akkuratesse dieses Handwerks demonstriert werden konnte. Flohzirkusse als solche werden seit dem 19. Jahrhundert organisiert und es gibt sie auch heutzutage vereinzelt in Deutschland sowie weltweit. Flöhe werden dabei beispielsweise mittels eines feinen Silberfadens an verschiedene Gegenstände gebunden und können so bestimmte Kunststücke vorführen.

Flöhe sind jedoch nicht als dressurfähig in dem Sinne zu bezeichnen wie dies bei Säugetieren der Fall sind. Trotzdem sind die Insekten lernfähig – man stellte fest, dass Flöhe, nachdem sie eine Zeit lang in einem verschlossenen Glasbehälter eingeschlossen waren, ihre Sprunghöhe der Behälterhöhe entsprechend anpassten und auch später in Freiheit nur noch bis zu dieser Höhe sprangen.

Sind Flöhe für irgendetwas nützlich?
Flöhe sind Teil der natürlichen Nahrungspalette von Fadenwürmern und von Feuerameisen. Diese Arten fressen Flöhe im Larven- und Puppenstadium und können somit Flohbestände minimieren. Daher kann man Fadenwürmer gezielt in Innen- und Außenbereichen einsetzen, um Flöhe auf natürlichem Wege zu bekämpfen.

Des Weiteren vermehren sich Rattenflöhe entsprechend der Größe der Rattenpopulation und schwächen diese, so dass diese Parasiten als einen natürlichen Regulierungsmechanismus gegen Überpopulationen von Arten dienen.

Haben nur Säugetiere Flöhe?
Flöhe parasitieren auf diversen Arten von endothermen Tieren (Warmblüter) darunter zählen neben Menschen auch Hunde, Katzen, Kaninchen, Eichhörnchen, Frettchen, Ratten, Mäuse und Vögel. Die verschiedenen Floharten sind in der Regel auf bestimmten Tierarten spezialisiert, was in der Praxis bedeutet, dass sie sich auch von anderen Wirten ernähren können, diese aber nicht zu Fortpflanzungszwecken nutzen können. Manche Wirtsspezies, die verwandt sind, z.B. domestizierte Geflügelarten und Wildvögel werden von der gleichen Flohart (Ceratophyllus gallinae) befallen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Menschenfloh und dem Hunde- bzw. Katzenfloh?
Alle Floharten sind sich äußerlich und in ihrer Körperform sehr ähnlich. Trotzdem sind die verschiedenen Arten auf verschiedenen Tieren spezialisiert und unterscheiden sich darüber hinaus hauptsächlich in der Körpergröße und -farbe. Es gibt neben dem menschlichen Floh (Pullex irritans) auch den Hundefloh (Ctenocephalides canis), den Katzenfloh (Ctenocephalides felis) und auch eine Flohart (Ctenophtalmus agyrtis), die insbesondere auf wildlebenden Nagern parasitiert.

Grundsätzlich können alle der Floharten auf allen Wirten angetroffen werden. Trotzdem haben Hundeflöhe eine Präferenz für Hunde, Wölfe, Füchse, Rotluchse und Katzen. Menschenflöhe bevorzugen neben Menschen auch Ratten, Schweine und Wildschweine. Der Menschenfloh ist in Mitteleuropa nicht so weit verbreitet im Vergleich zum Hundefloh, in Nordamerika verhält es sich genau umgekehrt. Sowohl in Europa als auch in Nordamerika stellen Katzenflöhe jedoch die deutliche Mehrheit. Es bestehen auch Unterschiede in den zu übertragenden Krankheiten. Hundeflöhe sind sehr oft mit Bandwurm-Eiern infiziert. Menschenflöhe können wiederum Typhus übertragen. Katzenflöhe können durch ihren Kot Katzenleukose übertragen. Die Größe von erwachsenen Menschenflöhen beträgt etwa 4 Millimeter, während Hundeflöhe eine Körperlänge von 2,5 Millimeter haben.

Was hat ein Flohmarkt mit Flöhen zu tun? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Insekt und dem Begriff, mit dem Trödelmärkte bezeichnet werden?
Der französische Begriff für einen Trödelmarkt „marche aux puces“ wurde wahrscheinlich im späten Mittelalter in Frankreich geprägt. Buchstäblich übersetzt bedeutet dieser Ausdruck „Markt mit Flöhen“. Die Ware der damaligen Lumpenhändler, bestand mitunter aus gebrauchter Bekleidung, die die Händler von den Reichen kauften und an die Bevölkerung weiterverkauften. Da Flöhe damals zwischen Arm und Reich keinen Unterschied machten und überall vorhanden waren, war die Ware oft damit verunreinigt. Also kaufte man gewissermaßen die Flöhe auch mit. In vielen meisten europäischen Ländern findet sich das Wort „Floh“ in der Bezeichnung dieser Trödelmärkte.

Ist es auch heutzutage möglich an der Pest zu erkranken?
Die Pest, die durch Rattenflöhe übertragen wird, ist auch heutzutage nicht besiegt. In den letzten 25 Jahren gab es mehrere mittelgroße Ausbrüche der Krankheit in den Ländern Indien, Algerien, Kongo (demokratische Republik), Madagaskar, Uganda sowie kleinere Ausbrüche in den Nordwesten Chinas und dem Südwesten von USA. Es gibt einige Impfschutzstoffe, die jedoch nicht gegen alle Pestarten bzw. Pesterreger schützen und zudem nur in einem bestimmten Zeitraum bis zu einem halben Jahr. Die Behandlungsaussichten sind in der Regel aber gut, wie bei den meisten von Flöhen übertragbaren Krankheiten werden auch gegen die modernen Pestarten tetrazykline Antibiotika mit überwiegendem Erfolg eingesetzt.

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