Hodenkrebs

Steckbrief: Hodenkrebs

  • Name(n): Hodenkrebs; Hodenkarzinom; Keimzellentumor
  • Art der Krankheit: Maligne Tumorerkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Ja (bei Früherkennung)
  • Art des Auslösers: Bisher noch nicht ermittelt (diverse Risikofaktoren möglich)
  • Wieviele Erkrankte: Circa 1 % der Männer
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Onkologe; Chirurg; Endokrinologe
  • ICD-10 Code(s): C62.0

Hodenkrebs – Ein Fluch für Männer
Hodenkrebs
Bei Hodenkrebs handelt es sich um eine Krankheit, die sich dadurch auszeichnet, dass bösartige Zellen in einem oder beiden Hoden wuchern.

Die Hoden sind zwei eiförmige Drüsen, welche sich im Hodensack unterhalb des Penis befinden. Sie werden vom Samenstrang in der Hodenhaut gehalten, der auch den Samenleiter sowie die Nerven und Gefäße des Hodens ummantelt. In Hinblick auf ihre Funktion sind die Hoden zu den Geschlechts- oder Keimdrüsen zu rechnen. Sie produzieren zum einen das Hormon Testosteron. Zum anderen werden hier die Samenzellen gebildet. Es handelt sich dabei um unreife Spermazellen, die durch ein Netzwerk von Tubuli (kleine Röhrchen) in den Nebenhoden wandern und dort reifen und gelagert werden.

Fast alle Arten von Hodenkrebs beginnen in der Keimzellen, welche die Samenzellen bilden. Dabei lassen sich Seminome und Nicht-Seminome unterscheiden. Erstere sind eher langsam wachsende Tumore, die sich darüber hinaus empfindlicher gegenüber Strahlung zeigen. Nicht-Seminome zeigen hingegen ein schnelles Wachstum und neigen darüber hinaus zu einer schnellen Vermehrung.

Hodenkrebs ist ein bösartiger Keimzelltumor, der im männlichen Hodengewebe auftritt. Er befällt einen Hoden, selten beide. Da dieser Krebs sich schnell im gesamten Körper ausbreiten kann, ist sein Verlauf ohne Behandlung tödlich.

Hodenkrebs gehört zu jenen Krebsarten, die sich vergleichsweise früh bilden können. Aus diesem Grund handelt es sich hierbei um eine der häufigsten Tumorerkrankungen bei Männern zwischen 20 und 35 Jahren. Was der genaue Auslöser für diese Krebsart ist, blieb bislang unentdeckt. Es gibt allerdings eine Reihe von Risikofaktoren, welche die Entstehung eines Krebses begünstigen können.

Definition Hodenkrebs?

Krebs beginnt in der Regel dann, wenn der Körper beziehungsweise das Zellwachstum außer Kontrolle gerät. Theoretisch können fast alle Zellen des menschlichen Körpers von einer solchen Störung betroffen sein und anschließend zu mutieren beginnen. Spricht man von einem Hodenkrebs, handelt es sich dann um Zellen, die aus den Keimdrüsen heraus zu mutieren begonnen haben und hernach dort den Primärtumor bilden. Es ist auch möglich, dass sich im Hoden Metastasen bilden, die von einer anderen Krebssorte, beispielsweise Lungenkrebs, eingestreut werden. Diese sekundären Tumore gehören allerdings nicht zum Hodenkrebs.

Die Hoden sind ein Teil des männlichen Fortpflanzungssystems. Es handelt sich dabei um zwei eiförmige Drüsen, die bei einem erwachsenen Mann in etwa die Größe eines Golfballs einnehmen und in einem Hautsack befestigt sind. Dieser beginnt an der Peniswurzel und mündet schließlich in der Nähe des Afters ins sogenannte Skrotum. Umgeben sind die beiden Hoden von den Nebenhoden sowie verschiedenen Nervensträngen und Gefäßen.

Zur wesentlichen Aufgabe des Hodens gehört die Bildung des Hormons Testosteron. Bei Erwachsenen werden hier zudem die Samenzellen gebildet. Es handelt sich dabei um die im Sperma enthaltenen Keimzellen. Durch fadenförmige Röhren gelangen sie nach ihrer Bildung als unreife Zellen in die Nebenhoden. Durch Hormone beginnen sie hier schließlich zu reifen. Während der Ejakulation vermischen sich die Zellen schließlich mit den Sekreten der Prostata und werden durch den Penis aus dem Körper herausgeschleudert.

Aufgrund der verschiedenen Aufgaben des Hodens, also Transport, Bildung und Lagerung der Samenzellen, besteht dieser aus unterschiedlichen Zelltypen. In jeder von diesen kann theoretisch ein Krebs entstehen. Überwiegend handelt es sich jedoch um die Keimzellen, welche von Zellwucherungen und der Tumorbildung betroffen sind. Ärzte gehen in etwa davon aus, dass sogar 90 % der Hodenkrebse sogenannte Keimzellentumore sind. Diese unterteilen sich wiederum in zwei verschiedene Arten. Zum einen die Seminome, zum anderen die Nicht-Seminome. Beide Arten treten ungefähr gleich häufig auf. Um welche Art es sich im Speziellen handelt, kann lediglich bei einer histologischen Untersuchung ermittelt werden. Hin und wieder zeigen sich dabei auch Mischformen, die allerdings zu den Nicht-Seminomen gezählt werden.


Was ist Hodenkrebs?

Unter dem Begriff Hodenkrebs werden verschiedene Primärtumore zusammengefasst, welche sich in den Keimdrüsen des Mannes bilden können. Unterschiede zeigen sich hinsichtlich der spezifischen betroffenen Zellen. In der Hauptsache (mehr als 90% der Fälle) finden sich sogenannte Seminome beziehungsweise Nicht-Seminome.

Seminome

Seminome neigen dazu, langsamer zu wachsen als Nicht-Seminome. Darüber hinaus bilden sie weniger schnell Metastasen. Das Seminom kann nochmals in klassische Seminome und spermatozytische Seminome unterteilt werden. Dabei sind mehr als 95% der Seminome klassisch. Sie treten normalerweise bei Männern zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr auf.

Spermatozytische Seminome zeigen sich hingegen bei deutlich älteren Männern. Das Durchschnittsalter von Männern, bei denen ein spermatozytisches Seminom diagnostiziert wurde, liegt bei etwa 65 Jahren. Diese Art Tumor tendiert dazu, langsamer zu wachsen. Im Gegensatz zu einem klassischen Seminom bildet es erst sehr spät Metastasen.

Nicht-Seminome

Diese Typen von Keimzelltumoren treten normalerweise bei Männern zwischen ihrer Jugend und frühen 30ern auf. Die vier wichtigsten Arten von Nicht-Seminom-Tumoren sind:
Embryonales Karzinom, Dottersackkarzinom, Choriokarzinom und das sogenannte Teratom. Bei den meisten Tumoren handelt es sich um eine Mischung aus verschiedenen Typen. In einigen Fällen können sogar Seminome beteiligt sein. An der Behandlung ändert dies allerdings nichts.

Das embryonale Karzinom ist zu einem gewissen Grad in etwa 40% der Hodentumoren vorhanden. Als alleinige Art tritt es hingegen nur zu 3% bis 4% der Fälle auf. Unter dem Mikroskop betrachtet, können diese Tumoren wie das Gewebe eines Embryonen aussehen. Dieses Nicht-Seminom tendiert dazu, schnell zu wachsen und sich auch außerhalb des Hodens auszubreiten.

Das Dottersackkarzinom ist ein Tumor, dessen Zusammensetzung an die Zellen des Dottersacks eines jungen menschlichen Embryos erinnert. Dies ist die häufigste Form von Hodenkrebs bei Kindern (insbesondere bei Säuglingen). Bei Erwachsenen ist diese Art des Nicht-Seminoms hingegen nur sehr selten anzutreffen. Wenn sie bei Kindern auftreten, können diese Tumoren in der Regel erfolgreich behandelt werden. Bei erwachsenen Männern gestaltet sich hingegen eine Therapie ungleich schwieriger, obschon dieses Karzinom gut auf die übliche chemotherapeutische Behandlung anspricht.

Das Choriokarzinom ist eine sehr seltene und aggressive Art von Hodenkrebs bei Erwachsenen.Ein reines Chorionkarzinom breitet sich wahrscheinlich schnell auf entfernte Organe des Körpers aus. Häufig sind dann die Lunge, die Knochen sowie das Hirn betroffen. Häufiger sind Choriokarzinomzellen mit anderen Arten von Nicht-Seminomzellen in einem gemischten Keimzelltumor vorhanden. Diese Zellen sorgen hernach dafür, dass auch der gemischte Tumor zur schnellen Ausbreitung und Metastasierung neigt.

Hodenkrebs kann schließlich auch in Form eines Teratomes vorliegen. Das sind Keimzelltumore, deren Bereiche unter einem Mikroskop wie die drei Schichten eines sich entwickelnden Embryos aussehen: Es verfügt folglich über Endoderm (innerste Schicht), Mesoderm (mittlere Schicht) und Ektoderm (äußere Schicht). Auch hier treten nur in seltenen Fällen Reinformen auf. Teratomzellen finden sich allerdings recht häufig in gemischten Nicht-Seminomen.

Welche Ursachen gibt es?

Zur Risikogruppe gehören Männer mit einem Leisten- oder Pendelhoden, obwohl nicht genau geklärt ist, warum hier eine größere Anfälligkeit besteht. Hinzu kommt eine genetische Veranlagung, da Männer, deren nächste Angehörige an Hodenkrebs erkranken, ebenfalls ein erhöhtes Risiko dieser Tumorerkrankung haben. Die am häufigsten betroffene Altersgruppe ist die der Zwanzig- bis Vierzigjährigen.

Bislang sind die verifizierten Ursachen für Hodenkrebs von der medizinischen Forschung noch nicht identifiziert wurden. Allerdings gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, von denen aller Wahrscheinlichkeit nach eine hohe Gefahr ausgeht, dass sie Krebs zumindest begünstigen. Im Folgenden werden diese kurz aufgeführt und näher erläutert:

Alter

Hodenkrebs tritt auch bei Männern zwischen 20 und 35 Jahren auf. Dennoch besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Altern und der Bildung von Krebs. Die meisten Hodenkrebsfälle treten bei Männern über 40 auf. Die genauen Ursachen hierfür sind allerdings noch nicht genau geklärt. Einen wesentlichen Einfluss hat jedoch das generelle Drüsenwachstum. Etwa ab einem Alter von 40 verändern sich die Geschlechtsdrüsen, also Hoden und Prostata, und werden zunehmend größer. Hierbei müssen entsprechend Zellen beschleunigt geteilt werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass fehlerhafte Zellen entstehen. Darüber hinaus nimmt die Anzahl winziger Neoplasien (besonders TIN) im Alter zu. Diese treten bei ungefähr 50 % aller Männer auf und können ab einer hohen Anzahl als Vorstufe des Hodenkrebses angesehen werden.

Herkunft

In Hinblick auf die geografische Lage scheinen sich deutliche Unterschiede im Bezug auf das Auftreten von Hodenkrebs zu zeigen. Besonders gefährdet sind der Statistik nach Männer aus Nordamerika, Nord- und Westeuropa sowie aus Australien und von den karibischen Inseln. Bislang sind die Gründe hierfür noch komplett unbekannt. Als möglich erachten Ärzte, dass in den Genannten Gebieten bestimmten Umwelteinflüssen oder genetische Gemeinsamkeiten festgestellt werden können. Daher empfehlen Ärzte besonders Männern aus diesen Regionen, sich mindestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu unterziehen.

Diverse Medikamente

Die Wissenschaft ist sich relativ einig darüber, dass diverse nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente entscheidenden Einfluss auf die Keimdrüsenzellen haben. Einige Forscher sehen sie als entscheidenden Risikofaktor für die Entstehung von Hodenkrebs. Unabhängige Studien konnten diese Beobachtung allerdings noch nicht stützen.

Diverse Erkrankungen

Bislang ist noch nicht abschließend geklärt, ob diverse Krankheiten, welche die Hoden befallen, zu Krebs führen können. Nicht wenige Mediziner glauben jedoch, dass Entzündungen der Hoden sowie einige Geschlechtskrankheiten das Risiko eines Tumors deutlich erhöhen. Auf jeden Fall gilt es daher Krankheiten der Keimdrüsen entsprechend zu vermeiden.

Genetische Disposition
Wissenschaftler untersuchen aktuell die spezifischen Hodenkrebszellen, um zum einen die Ursachen dieser Krebsart zu ermitteln und zum anderen herauszufinden, ob bestimmte Genmutationen für die Erkrankung verantwortlich sind. Hierbei konnte nicht nur herausgestellt werden, dass bestimmte Genmerkmale dazu führen, dass beispielsweise eine Chemotherapie schlechter anschlägt. Es wurden auch eine Reihe von vererbten Variationen bestimmter Gene entdeckt, die das Risiko erhöhen an Hodenkrebs zu erkranken.

Adipositas

Bei Adipositas handelt es sich um einen Zustand des menschlichen Körpers, bei dem der Fettanteil um ein Vielfaches den Normalwert eines Körpers übersteigt. Je nach Ausprägung können sich hieraus diverse Krankheiten bilden. Zudem begünstigt die Adipositas das Entstehen von malignen Zellen, die zu Krebs werden. Nun gehen einige Wissenschaftler auch davon aus, dass sie ebenso an der Entstehung von Hodenkrebs beteiligt ist. Zu dieser Beobachtung müssen allerdings noch aussagekräftige Studien durchgeführt werden. Klar ist hingegen, dass Fettleibigkeit die Mortalitätsrate bei Hodenkrebs im späten Stadium deutlich erhöht.

Diäten
Neben der Fettleibigkeit gilt auch Untergewicht als Risikofaktor bei der Entstehung von Krebs. Darüber hinaus scheinen Diäten einen deutlichen schlechten Einfluss auf die Keimzellen auszuüben. Einige Wissenschaftler merken außerdem an, dass ungesunde Lebensmittel, beispielsweise fettes Fleisch und Milchprodukte, die Gesundheit der Hoden negativ beeinflussen.

Tabakkonsum

Das Rauchen von Tabak und Zigaretten gilt als eine der gesundheitsgefährdensten Handlungen des Menschen. Dies liegt nicht allein daran, dass die meisten Rauchwaren Tabak enthalten. Als wesentlich gefährlicher zeigen sich die weiteren Inhaltsstoffe von Zigaretten, die verschiedene Erkrankungen hervorrufen können. Auch diverse Studien konnten belegen, dass Rauchen die Keimdrüsen nachhaltig schädigen. Neben Impotenz ist hernach auch die Bildung eines Tumors in den Hoden möglich.

Agent Orange

Als Agent Orange wird ein chemisches Entlaubungsmittel bezeichnet, dass von den Amerikanern im Vietnamkrieg flächendeckend zur Kriegsführung eingesetzt wurde. Seit dieser Zeit wird immer wieder über die karzinogene und generell krankheitsfördernde Wirkung dieser Chemikalie diskutiert. Obgleich es keine großflächigen Studien zu diesem Thema gibt, sind sich einige Wissenschaftler dennoch einig, dass Agent Orange einen negativen Einfluss auf die Keimdrüsen ausübt.


Symptome & Anzeichen

Die spezifischen Symptome eines Hodenkrebses hängen in erster Linie mit dem jeweiligen Stadium der Erkrankung zusammen. Besonders im Vorstadium, dem sogenannten TIN (Neoplasien der Keimzellen), kommt es nur selten zu deutlichen Empfindungsveränderungen oder äußeren Anzeichen, die durch den Patienten wahrnehmbar sind. Diese Neoplasien werden in aller Regel lediglich bei den Vorsorgeuntersuchungen festgestellt.

Erst im weiteren Verlauf, wenn sich bereits ein Tumor entwickelt hat, lassen sich diverse Anzeichen und Symptome bemerken, die auf einen Hodentumor verweisen können. Hierzu gehört in erster Linie ein schmerzloser Knoten, welcher deutlich durch Tasten wahrgenommen werden kann. Er sieht in etwa wie eine Schwellung aus. Hin und wieder tritt der Knoten mit Wahrnehmungsänderungen auf. Für den Betroffenen macht sich dies dergestalt bemerkbar, dass beim Berühren des Hodens und besonders der betroffenen Stelle mehr oder weniger Empfindungen ausgelöst werden, die es zuvor nicht gegeben hat.

Warnsignale, die auf Hodenkrebs schließen lassen, sind für einen Mann einfach festzustellen. Es empfiehlt sich, regelmäßig die Hoden abzutasten und bei Schwellungen oder Knoten einen Urologen aufzusuchen. Weitere Symptome können ein Schweregefühl im Bereich der Hoden oder der Leiste sein. Im fortgeschrittenen Stadium schwillt der Hoden an und die Schmerzen können sich bis in den Rücken verlagern, da zunehmend die Lymphknoten im Bauchraum befallen werden.

In einem fortgeschritteneren Stadium, vor allem dann, wenn der Krebs sich bereits weiter ausgebreitet hat, bemerken Hodenkrebspatienten einen dumpfen Schmerz, der sich durch den Unterleib und die Leiste zieht. Darüber hinaus kann sich Flüssigkeit im Hoden sammeln. Das führt einerseits zu Schmerzen und zeigt sich andererseits durch eine zum Teil enorme Schwellung des Hodensacks.

Aber auch der Hoden selbst, beziehungsweise der gesamte Hodensack kann von starken Schmerzen betroffen sein. Dies ist vor allem dann üblich, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist.

Neben den genannten Marken, welche spezifisch für einen Hodenkrebs sind, gibt es noch eine Reihe weitere Symptome, welche generell typisch für das Vorliegen einer Krebserkrankung sind. Hierzu gehören ein Gefühl der körperlichen Schwäche, starke Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Veränderungen bezüglich des Essverhaltens. Besonders, wenn es sich um einen großen Tumor handelt, der den Körper stark beansprucht, wirken Betroffene sehr krank.

Nicht zuletzt gibt es eine Reihe weiterer Symptome, die von den spezifischen Metastasen des Hodenkrebses ausgelöst werden. Hierzu zählen beispielsweise Atembeschwerden, wenn eine Metastase in der Lunge verhaftet ist. Aber auch Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden sind üblich, nachdem ein Hodenkarzinom gestreut hat.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose Hodenkrebs wird in der Regel durch eine Reihe verschiedener Test gestellt. Sie werden von einem Arzt entweder bei Auffälligkeiten während einer Routineuntersuchung angeordnet oder auf Wunsch des Patienten bei einer bestehenden Veränderung der Hoden angewendet.

Zu Beginn des Diagnoseverfahrens wird eine gründliche körperliche Untersuchung sowie eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Hierbei wird der Körper zum einen auf das Vorliegen von Risikofaktoren untersucht. Der Arzt überprüft, ob der Patient beispielsweise Raucher, Übergewichtig oder Diabetiker ist. Auch vorherige Erkrankungen der Geschlechtsorgane sowie Krebsfälle in der engen Verwandtschaft werden im ersten Schritt der Diagnose überprüft. An die Befragung schließt sich nun die körperliche Behandlung an. Dabei wird auch der Hoden abgetastet. Ein Facharzt wird leicht feststellen, ob kleine Knoten und Schwellungen am Hoden vorhanden sind. Männer brauchen vor dieser Untersuchung jedoch keine Angst haben. Sie ist in der Regel schmerzlos.

Zeigen sich bei der Abtastung Unebenheiten und ungewöhnliche Erhebungen der Drüsen, wird ein Ultraschall durchgeführt. Dabei werden hochenergetische Schallwellen, der Ultraschall also, auf das Gewebe gerichtet. Sie werden von den Drüsen und den inneren Gewebeteilen reflektiert, was ein Echo erzeugt. Dieses zeichnet ein als Sonogramm bezeichnetes Bild des Körperinneren. Der Arzt kann hernach leicht erkennen, ob eventuelle Wucherungen vorhanden sind.

Nicht in jedem Fall bedeutet eine Gewebeveränderung des Hodens, dass ein Tumor, also maligne Zellwucherungen, vorliegen. Aus diesem Grund wird zur genauen Abklärung ein Tumormarkertest durchgeführt. Bei diesem Test wird dem Patienten zunächst Blut entnommen, welches auf verschiedene Substanzen hin im Labor untersucht wird. Zum einen können sich dabei Krebszellen im Blut finden. Zum anderen ist jede Krebsart mit der Ausschüttung diverser Hormone verbunden, deren Erhöhung im Blut sichtbar wird. Hodenkrebs beispielsweise zeichnet sich durch einen erhöhten Spiegel an Alpha-Fetoprotein (afp) sowie Beta-Humanesn Choriongonadropin (β-hCG) aus.

Zeigen sich im Blut entsprechende Erhöhungen von afp und β-hCG, dann wird oftmals auch eine Biopsie vorgenommen. Dabei wird direkt Gewebe aus dem Hoden entnommen. Im Labor kann anhand der Zellen schließlich bestimmt werden, um welche Art Hodenkrebs, also ein Seminom beziehungsweise ein Nicht-Seminom, es sich handelt. Da Hodenkrebs allerdings zumeist mit der Entfernung der betroffenen Drüse einhergeht, entscheiden sich die meisten Patienten direkt fpr eine inguinale Orchiektomie. Hierbei wird die Drüse entfernt und das Gewebe im Anschluss untersucht, um zu ermitteln, welcher Krebs vorliegt. Die meisten Ärzte raten zu diesem Vorgehen, da einige Krebsarten sich sehr schnell ausbreiten können und eine schnellstmögliche Entfernung der betroffenen Drüse unter Umständen verhindern kann, dass sich Krebszellen auf die Lymphknoten oder andere Organe ausbreiten.

Nach einer Krebsbehandlung werden auch weiterhin Tests durchgeführt, bei denen sichergestellt werden soll, dass keine Krebszellen mehr vorhanden sind. Zu den gängigen Tests zählen unter anderem der PET-Scan sowie der CT-Scan. Beide Verfahren zielen darauf ab, alle Gewebeschichten zu untersuchen, um hernach eventuelle kleine Wucherungen in tieferen Gewebeschichten zu ermitteln. Welche Tests jedoch genau eingesetzt werden, hängt im Wesentlichen vom Stadium des Krebses sowie der Behandlungsgeschichte und der körperlichen Verfassung des Patienten ab.

Die erste Diagnose erfolgt über den Urologen. Nach dem gründlichen Abtasten ist der nächste Schritt eine Ultraschalluntersuchung. Ist das Ergebnis nicht eindeutig oder verstärkt sich der Verdacht auf Krebs, wird eine Blutuntersuchung gemacht, um Tumormarker festzustellen. Ergänzt wird die Diagnose durch zusätzliche Röntgenaufnahmen, bei denen eine Verbreitung in den Bauchraum oder die Lunge untersucht wird.


Häufigkeit & Diagnosedaten

In den vergangenen Jahren lies sich eine Zunahme der Hodenkrebsfälle, vor allem in den Industrienationen, feststellen. Es handelt sich dabei vor allem um die sogenannten Seminome. Bislang gibt es noch keine aussagekräftigen Studien über die Gründe hierfür. Das mag auch daran liegen, dass die genauen Ursachen für Hodenkrebs bislang noch nicht ergründet sind. Experten halten es aber für durchaus möglich, dass Umwelteinflüsse einen maßgeblichen Anteil an der Entstehung dieses Krebses haben. In jüngster Zeit konnte dennoch festgestellt werden, dass sich die Steigungsrate verlangsamt hat.

Japan gilt derzeit als jenes Land, mit den wenigsten Hodenkrebsfällen. Ähnlich gestaltet sich die Situation auch mit anderen Krebsarten. Aus diesem Grund sind viele Mediziner zu der Erkenntnis gelangt, dass die spezifische japanische Ernährung sich günstig auf die Gesundheit der Zellen auswirkt. Unter anderem der hohe Konsum an frischen Lebensmitteln sowie Sojaprodukten wird dabei stets hervorgehoben.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei bösartigem Hodenkrebs um eine eher seltene Tumorart. Sie bilden nur etwa 2 % der jährlich auftretenden Krebsfälle. Das bedeutet, dass in Deutschland circa 5000 Patienten mit diesem Karzinom neu registriert werden. Allerdings betrifft dies zum großen Teil auch jüngere Männer. Das Durchschnittsalter der Erkrankung liegt bei 33 Jahren. Ungefähr 7% der Patienten sind deutlich jünger, daher im vorpubertären Älter. Daher gehört Hodenkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen der unter 40jährigen.

Hodenkrebs gehört zu den gut behandelbare Krebsarten. Die Sterberate liegt aktuell lediglich bei einem von 5000 Fällen innerhalb der ersten fünf Jahre. Vor allem jüngere Erkrankte und jene, bei denen der Krebs recht früh diagnostiziert wurde, haben gute Chancen auf Heilung.


Komplikationen bei der Krankheit

Wie bei jeder Krebserkrankung, können auch bei Hodenkrebs eine Reihe von Schwierigkeiten auftreten. Diese ergeben sich vor allem daraus, dass die Hoden maßgeblich an der Zeugungsfähigkeit des Mannes beteiligt sind. In den Keimzellen der Hodendrüse werden die Samen gebildet, welche schließlich in den Nebenhoden gelangen und hernach bei einer Ejakulation aus dem Penis geschleudert werden. Ob die Fruchtbarkeit des Mannes nach einer Behandlung noch erhalten ist, hängt in erster Linie damit zusammen, welche spezielle Therapie angewendet wurde und welche Ausmaße der Tumor eingenommen hat. Wurde beispielsweise lediglich ein Hoden entfernt, wird der Samen schlicht von dem verbliebenen Hoden übernommen. Es gibt dann keine gravierenden Einschränkungen bei der Zeugungsfähigkeit. Je mehr Gewebe allerdings entfernt wurde, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Unfruchtbarkeit. Aber auch die Strahlen- und die Chemotherapie können sich negativ auf die Samenbildung auswirken. Dies ist selbstverständlich eine der schwersten Komplikationen, mit welcher bei Hodenkrebs gerechnet werden muss. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Betroffene noch sehr jung und kinderlos ist. Hodenkrebs ist ohnehin dafür bekannt, dass er bei der jungen Männern auftritt. Aus diesem Grund wird bereits vor der Behandlung geraten, dass Samen abgenommen und eingefroren wird, falls später ein Kinderwunsch besteht und eine normale Zeugung nicht mehr möglich ist.

Die Hoden hängen nicht zwangsläufig mit der Funktion des Penis zusammen. Theoretisch ist es also möglich auch ohne Hoden eine Erektion zu bekommen. Allerdings können nach einer Orchiektomie diverse Probleme auftreten, die sich aus der Veränderung des Hormonhaushaltes ergeben. Wird beispielsweise nicht mehr genug Testosteron gebildet, ist es möglich, dass der Sexualtrieb stark eingeschränkt und hernach folglich keine Erektion mehr möglich ist. Dann kann es unter Umständen sinnvoll sein, eine Hormonersatztherapie anzuwenden. Eine andere Möglichkeit, die im Bezug auf die Erektionsfähigkeit des Patienten besteht, ist, dass bei einer Operation der Schwellkörper beschädigt wird. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sich ein Tumor sehr weit ausgebreitet hat und über die Samenleiter Teile des Penis erreicht hat. Hier können zum Teil Rekonstruktionen vorgenommen werden, welche das Problem lösen. Beispielsweise kann der Einsatz einer Pumpe, die den Schwellkörper ersetzt, dafür sorgen, dass weiterhin eine Erektion möglich ist.

Weitere Komplikationen ergeben sich vor allem daraus, dass ein sehr aggressiver Krebs vorliegt, der entweder sehr schnell wächst und dadurch großflächig das Gewebe schädigt, oder stark streut. Hier ist es unter sehr ungünstigen Umständen möglich, dass Metastasen in Körperbereichen gebildet werden, die nicht operativ zugänglich sind. Dies kann beispielsweise beim Gehirn der Fall sein. Nicht immer ist dann eine Therapie erfolgreich. Bei den meisten Hodenkrebserkrankungen ist dies allerdings nicht der Fall.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Typische Symptome des Hodenkrebses, wie beispielsweise Schmerzen in der Leiste oder dem Hoden, äußern sich in der Regel dann, wenn der Krebs bereits sehr weit fortgeschritten ist. Dann sollte unbedingt zeitnah ein Arzt aufgesucht werden. Zuvor lohnt es sich, den Hoden regelmäßig bei Kontrolluntersuchungen abtasten zu lassen. Eine Abtastung kann jedoch auch daheim erfolgen. Sollten dabei ungewöhnliche Schwellungen, kleine schmerzlose Knoten oder andere Unebenheiten bemerkt werden, ist ein Arztbesuch dringend angeraten.

Es lohnt sich, ebenso wie bei Prostatakrebs, regelmäßig einen Arzt zwecks einer präventiven Routineuntersuchung aufzusuchen. Hier ist es unter Umständen möglich, dass sogenannte testikuläre intraepitheliale Neoplasien frühzeitig entdeckt werden. Sie gelten als Vorstufe eines regulären Hodenkrebses und können in der Regel leicht behandelt werden, bevor sich ein echter Tumor bildet. Da Hodenkrebs vor allem bei jüngeren Männern auftritt, ist es empfohlen diese regelmäßige Untersuchung bereits ab einem Alter von etwa 30 Jahren wahrzunehmen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Es gibt eine Reihe verschiedener Standardbehandlungen, die von Ärzten bei Vorliegen eines Hodenkarzinoms angewendet werden.

In den meisten Fällen beginnt eine Therapie mit der kompletten Entfernung der betroffenen Drüse. Dies ist vor allem deswegen möglich, weil der Hoden zwei gleichförmige Drüsen besitzt und durch die Entfernung einer der beiden keine Funktionseinschränkungen zu erwarten sind. Überwiegend wird der betroffene Hoden sogar im Stadium der Diagnose chirurgisch entfernt und erst anschließend ermittelt, welcher Krebs vorliegt. Chirurgische Eingriffe beinhalten zum teil aber auch, dass nicht nur der Hoden, sondern auch andere Gewebeteile entfernt werden. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn der Tumor bereits begonnen hat zu streuen. Dann können in anderen Organen Hodenkrebszellen zu finden sein, die während einer Operation herausgeschnitten werden müssen. Vorsorglich können aber auch die Lymphknoten entfernt werden. Dies hängt ebenfalls vom spezifischen Stadium des Krebses ab.

Selbst dann, wenn großflächig Gewebe entnommen wurde, ist es unter Umständen sinnvoll noch weitere Therapien anzusetzen. Dabei sollen im Körper verbliebene Krebszellen restlos abgetötet werden. In der Regel handelt es sich bei nachfolgenden Behandlungen um Strahlen- oder Chemotherapie.

Bei der Strahlenbehandlung werden hochenergetische Röntgenstrahlen oder andere starke Strahlungsarten auf das betroffene Gewebe gerichtet, um die Krebszellen am Wachstum zu hindern oder im günstigsten Falle sogar abzutöten. Dies geschieht in der Regel auf zwei verschiedene Arten: Zum einen ist die sogenannte externe Strahlentherapie möglich. Dabei wird eine Maschine verwendet, die sich außerhalb des Körpers befindet und gebündelte Strahlen auf den Tumor wirft. Zum anderen existiert die interne Strahlentherapie, bei welcher radioaktive Substanzen mit einer Nadel direkt in den Krebs gespritzt werden. Zum Teil werden aber auch kleine Kapseln implantiert, die dauerhaft Strahlung abgeben. Welche der beiden Therapien schließlich im Einzelfall zum Einsatz kommt, hängt vor allem von der Art des Tumors sowie dem spezifischen Tumorstadium ab. In den meisten Fällen von Hodenkrebs wird jedoch die externe Stahlentherapie bevorzugt.

Schließlich wird bei Hodenkrebs aber auch die konventionelle Chemotherapie angewendet. Dabei handelt es sich um die Vergabe von Medikamenten, welche dazu dienen, die Krebszellen am Wachstum zu hindern. Einige Medikamente können sogar Krebszellen komplett abtöten. Dieses Verfahren empfiehlt sich in der Regel dann, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat. Die Medikamente werden nämlich oral eingenommen beziehungsweise in die Venen injiziert. Sie gelangen hernach in den gesamten Blutkreislauf und können auch Hodenkrebszellen in anderen Organen oder den Lymphknoten erreichen. Allerdings ist dies mit einer Reihe Nebenwirkungen verbunden. Chemische Medikamente unterschieden schlicht nicht, welche Zellen gesund und welche Zellen krank sind. Aus diesem Grund werden auch normale Zellen in Mitleidenschaft gezogen. Als Folge hiervon lässt sich bei den Patienten ein Abfall der gesundheitlichen Konstitution feststellen, die durchaus gravierend sein kann. Wichtig ist folglich, dass ein Onkologe die richtige Dosierung und die richtige Medikamentenkombination für jeden Einzelfall findet. In den vergangenen Jahren wurde für Tumore, die noch nicht gestreut haben, eine spezifische Form der Chemotherapie gefunden, bei welcher die eingesetzten Medikamente nicht in den gesamten Organismus, sondern die jeweils betroffenen Stellen injiziert werden. Dies sorgt vor allem dafür, dass das allgemeine Wohlbefinden des Patienten deutlich gesteigert werden kann. Bei fortgeschrittenen Krebsarten ist dieser Ansatz jedoch nicht möglich.

Bestätigt sich der Verdacht auf Krebs, wird der befallene Hoden durch eine Orchidektomie genannte Operation entfernt. Diese Entfernung führt nicht zu Impotenz oder Zeugungsunfähigkeit, da der gesunde Hoden seine Aufgaben weiterhin erfüllt. Die weitergehende Therapie bei Hodenkrebs bestimmt sich nach der Art der Tumorzellen und der Ausbreitung im Körper. Sind beide bestimmt, wird wie in den meisten Krebstherapien Bestrahlung, Chemotherapie oder eine Kombination aus beiden durchgeführt. Zum Teil muss nach Ende dieser Therapien noch verbliebenes Tumorgewebe operativ entfernt werden. Für den Betroffenen ist es wichtig, in dieser Zeit durch moderaten Sport den Körper zu unterstützen und mit gesunder Ernährung seine Energien zu erhalten.

Eine radikale Form der Behandlung, besonders bei fortgeschrittenem Krebs, ist die Hochdosis.Chemotherapie mit Stammzellen. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Chemotherapie bereits blutbildende Zellen zerstört hat. Stammzellen, also unreife Blutzellen, die aus dem Blut oder Knochenmark des Patienten gewonnen wurden, sollen diese hernach ersetzen. Sie werden nach der Vergabe von hochdosierten Medikamenten in den Blutkreislauf geführt, damit hier möglichst schnell neue Blutzellen nachwachsen können.

Haben die gängigen Behandlungsmethoden versagt, dann gilt als verbleibende Möglichkeit der Therapie nur die regelmäßige Überwachung und Kontrolle des Patienten. Der Einsatz von Schmerzmitteln ist hierbei empfohlen. Und auch, wenn keine Heilung mehr möglich ist, können Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt werden, um das Leben des Patienten zu verlängern. Aus diesem Grund werden dauerhaft Tests und Laboruntersuchungen angesetzt. Um das Wachstum des Krebses möglichst im Auge zu behalten.

Einige Patienten, gerade wenn keine greifbare Möglichkeit auf Heilung mehr besteht, denken zudem darüber nach, an einer klinischen Studie teilzunehmen. Dieses Vorgehen ist allgemein lohnenswert. Viele der heutigen Standardmethoden basieren auf früheren klinischen Studien. Zudem ist es sogar möglich, an solchen Experimenten teilzunehmen, gleichzeitig aber auch die gängigen Standardtherapien zu erhalten. Ob eine Studie für den jeweiligen Patienten sinnvoll ist, hängt aber von den jeweiligen Anforderungen der Studie ab und sollte zudem mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Außerdem sollten sich Patienten hierbei nicht zu große Hoffnung machen. Nicht jede Studie ist erfolgreich und führt schließlich zur Heilung des Krebses.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da die Ursachen für Hodenkrebs bislang noch nicht genau ermittelt wurden, gibt es keine absolut wirksame Prävention, wie beispielsweise einen Impfstoff. Allerdings verweisen Mediziner stets auf gezielte präventive Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Krebsrisiko insgesamt zu senken. Hierzu gehören im Prinzip alle Handlungen, die zu einem gesunden Lebensstil beitragen. Immerhin ist eine Vielzahl der bislang verifizierten Risikofaktoren auf ungesunde Ernährung und eine mangelhafte körperliche Konstitution zurückzuführen.

In erster Linie stellt der Verzicht auf Rauchwaren wie Zigaretten oder Pfeifentabak eine günstige Präventionsmaßnahme dar. Obgleich in Deutschland Tabak ab dem 18. Lebensjahr frei erhältlich ist, handelt es sich hierbei dennoch um einen hoch kanzerogenen Stoff. Zum einen stellt das enthaltene Nikotin eine Gefahrenquelle da. Wesentlich drastischer wirken jedoch die vielen weiteren Inhaltsstoffe einer Zigarette auf den menschlichen Körper ein. Darüber hinaus bewirkt das Einatmen der verbrannten Substanzen eine Erhöhung der Schädlichkeit. Der komplette Verzicht auf diese Substanzen wird daher von der absoluten Mehrheit der Mediziner dringendst empfohlen. Vor allem jenen Menschen, die süchtig nach Nikotin sind, kann dies extrem schwer fallen. Ihnen sei ein vorübergehender Umstieg auf E-Zigaretten, besser aber eine Suchttherapie bei einem geschulten Therapeuten empfohlen.

Übergewicht gilt ebenfalls als krebsfördernd. Die genauen Zusammenhänge zwischen einer Adipositas und Krebs konnten bislang noch nicht genau entschlüsselt werden. Es ist allerdings klar, dass eine Erhöhung des Cholesterinspiegels sowie die enorme Anlagerung von Fett insgesamt ungünstig für die Gesundheit ist. Vor allem das sogenannte Bauchfett, also jene Fettschichten, die sich um den Bauch herum, in den tieferen Schichten des Körpers sowie um die Organe herum bildet, gilt als sehr gefährlich. Wer hiervon betroffen ist, sollte sich an einen Ernährungsberater oder Diätologen wenden und mit Sport und einer ausgewogenen, gesunden Ernährung versuchen, sein Normalgewicht zu erreichen.

Einige Experten sind davon überzeugt, dass sich Handystrahlung, insofern sie direkt an der Haut abgeben wird, das Krebsrisiko deutlich erhöht. Aus diesem Grund sei Männern angeraten, ihre Handys nicht direkt in der Hosentasche zu tragen. Auch andere technische Geräte sollten nach Möglichkeit nicht mit den Hoden in Kontakt kommen. Beispielsweise sollte der Laptop, ob der W-Lan-Strahlung, beim Onanieren nicht auf den Schoß gestellt werden.


Prognose zur Heilung

Eine Prognose in Bezug auf die Heilung von Hodenkrebs ist selbstverständlich stark davon abhängig, in welchem Stadium sich der Krebs befindet, welche Art des Karzinoms vorliegt und wie die allgemeine Verfassung des jeweiligen Patienten ist. Als Faustregel lässt sich sagen, dass die Heilungschance stark erhöht ist, wenn der Tumor frühzeitig erkannt wurde. Außerdem steigen die Überlebenschancen, wenn der Patient noch jung und generell in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Insgesamt gesehen, gehört Hodenkrebs zu den gut behandelbaren Krebsarten. Die Heilungschancen liegen hier bei über 90 %. Ärzte gehen davon aus, dass etwa 0,02% der jährlich auftretenden Fälle von Hodenkrebs letztlich im Verlaufe der folgenden fünf Jahre tödlich enden.

Aktuellen Studien zufolge ist nicht nur die Überlebenschance bei Hodenkrebs besonders hoch. Die meisten Patienten haben nach der Behandlung kaum mit Einschränkungen ob ihrer Erkrankung zu leben. Vor allem deswegen, weil es sich überdurchschnittlich häufig um sehr junge Patienten handelt, wird oftmals nach der Therapie eine normale Gesundheit erreicht. Nur in den wenigsten Fällen ist anschließend mit einer Unfruchtbarkeit oder mit Erektionsproblemen zu rechnen. Zudem lassen sich einige Spätfolgen gut behandeln. Beispielsweise kann dann, wenn der Krebs den Schwellkörper des Penis angegriffen hat, der Einsatz einer Pumpe die Erektionsfähigkeit wiederherstellen. Die vor der Therapie vorgenommene Samenentnahme sorgt darüber hinaus dafür, dass auch bei fehlender Fruchtbarkeit ein Kinderwunsch mittels künstlicher Befruchtung umgesetzt werden kann.

Die Heilungschancen bei Hodenkrebs sind selbst in fortgeschrittenem Stadium sehr gut und liegen bei über 90 Prozent. Je früher natürlich die Diagnose gestellt wird, umso höher sind sie und umso erträglicher sind die notwendigen Therapien und ihre Nebenwirkungen.


Die Stadien von Hodenkrebs

In den vergangenen Jahren beklagten Krebspatienten überwiegend die schlechte Aufklärung über ihre Erkrankung nach der Diagnose. Behandlungen sind oftmals vom Patienten nicht nachvollziehbar. Warum wird eine Strahlentherapie verordnet, aber keine Chemotherapie? Was bedeutet es, wenn keine medikamentösen Therapien verordnet werden?

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich in erster Linie nach dem jeweiligen Stadium des Krebses. Hierfür verwendet die Medizin ein spezifisches System, nach welchem diverse Marker des Tumors kategorisiert werden. Das Karzinom wird dabei hinsichtlich seiner Größe und Ausdehnung sowie seines Wachstums untersucht. Eine Rolle spielt aber auch, ob bereits Metastasen vorliegen und in welchen Gebieten des Körpers diese zu finden sind. Auch die Beteiligung der Lymphknoten findet in der Auswertung Berücksichtigung.

Das in Deutschland angewendete Klassifizierungsmodell ist das sogenannte TNM-System. “T” steht dabei für die jeweilige Größe und Ausdehnung des Tumors. Die Kategorie “M” bezeichnet das Vorhandensein oder Fehlen beziehungsweise die Anzahl von Metastasen. “N” beschreibt, inwieweit die Lymphknoten von Krebszellen befallen sind. Abhängig von den Werten, welche ein Tumor in diesem System erreicht, wird eine individuelle Behandlung festgelegt. Ärzte halten sich hierbei in der Regel an gängige Richtlinien, die sich aus den Behandlungsergebnissen einer Vergleichsgruppe ergeben haben.

Im Folgenden wird die genaue Einteilung des TNM-Systems genauer erläutert:

Die Eigenschaften des Primärtumors

  • T0 Dieses Sstadium verlangt in der Regel keine Behandlung. Hier weisen einerseits einige Marker auf das Entstehen einer Krebserkrankung hin. Andererseits haben diverse Untersuchungen kein Vorliegen eines Tumors ergeben.
  • Tis Das Stadium T1 bezeichnet einen Zustand der Vorerkrankung in Bezug auf Hodenkrebs. Ein Tumor hat sich hier noch nicht gebildet. Allerdings zeigen sich bereits einige Testikuläre intraepitheliale Neoplasien (TIN). Es handelt sich dabei um Mutationen der testikulären Zellen (Zellen des Hodens).
  • T1 Hier liegt ein kleiner Tumor vor, der sich auf die Hoden beziehungsweise Nebenhden beschränkt. Die Gefäße des Hodens sowie die umliegenden Lymphknoten wurden jedoch noch nicht in Mitleidenschaft gezogen.
  • T2 Der Tumor hat in diesem Stadium neben den Hoden und Nebenhoden auch die Gefäße der Drüse befallen. Maligne Zellen haben sich außerdem auf die angrenzenden Lymphknoten ausgebreitet. Infiltiert haben sie darüber hinaus die Tunica vaginalis.
  • t3 Der Tumor hat sich über die Hoden, Nebenhoden und die testikulären Gefäße auf den Samenstrang ausgeweitet. Betroffen ist in diesem Stadium folglich sowohl die Tunica albuginea, die Tunica vasculosa als auch die Tunica vaginalis.
  • t4 In seiner maximalen Ausdehnung erreicht der Primärtumor schließlich das Skrotum, das von den malignen Zellen zum Teil vollkommen infiltriert sein kann. Alle Bereiche des Hodens sind zudem vom Tumor befallen.

Hodenkrebszellen in nahegelegenen Lymphknoten

  • N0 In diesem Stadium besteht keine Beteiligung der angrenzenden Lymphknoten.
  • N1 In den Lymphknoten zeigen sich wenige kleine Metastasen, die einen Durchmesser von circa zwei Zentimetern nicht übersteigen.
  • N2 Es finden sich mehr als fünf Metastasen, die zwischen zwei und fünf Zentimetern groß sein können
  • N3 Die nahegelegenen Lymphknoten sind komplett von malignen Zellen infiltriert. Die Metastasen sind deutlich größer als fünf Zentimeter.

Hodenkrebs in entfernten Lymphknoten und anderen Organen (meist im Bauchraum)

  • M0 In diesem Stadium hat der Primärtumor noch nicht in andere Organe oder entfernte Lymphknoten gestreut.
  • M1 Dieses Stadium bezeichnet einen Tumor, der bereits gestreut hat.
  • M1a Die Metastasen finden sich in Lymphknoten, die sich nicht im Leistenbereich befinden (beispielsweise Hals- oder Brustraum). Darüber hinaus haben sich Hodenkrebszellen in der Lunge angelagert.
  • M1b Metastasen finden sich nicht in der Lunge, sondern in anderen Organen, wie beispielsweise im Bauchraum.

Nachdem der Tumor eines Patienten mit dem TNM-System klassifiziert wurde, ermittelt der behandelnde Arzt zum einen die nötige Therapie, zum anderen errechnet sich hieraus eine relativ zuverlässige Prognose in Bezug auf die Heilungschancen.


Alternative Behandlungsmethoden

Alternative Behandlungen empfehlen sich in der Regel nicht zur alleinigen Behandlung einer Krebserkrankung. Hier gelten nach wie vor die konventionellen Standardmethoden als alleinige wirksame Therapien. Es ist allerdings möglich, alternative Ansätze als Begleitbehandlung einzusetzen. Dies ist vor allem in Hinsicht auf eine Schmerztherapie möglich. Aber auch dann, wenn Patienten ob ihrer Erkrankung unter starken psychischen Belastungen leiden, kann es sinnvoll sein, auch alternative Methoden in die Behandlung einzubeziehen. Hier seien einige Maßnahmen genannt, die sich als begleitende Therapie eignen:

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel können vor allem in Hinblick auf die Prävention eines Hodenkrebses eingesetzt werden. Hier gibt es beispielsweise eine Reihe von Kräutern und Tees, die als förderlich für die Gesundheit der Hoden gelten. Darüber hinaus wird von einigen Ärzten der regelmäßige Verzehr von Kürbiskernen empfohlen, da dieser sowohl die Prostata als auch die Hoden unterstützen soll. Dies gilt in gleichem Maße für die Verwendung von sojahaltigen Produkten.

Darüber hinaus können Hausmittel dabei hilfreich sein, beispielsweise das Rauchen aufzugeben, welches als Risikofaktor für die Entstehung eines Hodenkrebses ermittelt wurde. Hier eignet sich beispielsweise der Einsatz diverser Heilpflanzen und Kräuter genauso wie Gesprächs- oder Hypnotherapien.

Von eine Behandlung von Hodenkrebs, die allein auf Hausmitteln basiert, sei an dieser Stelle jedoch ausdrücklich abgeraten. Studien haben bereits gezeigt, dass ohne die Schulmedizin keine Krebstherapie erfolgreich ist.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Obgleich die meisten Kräuter und Heilpflanzen durchaus einen positiven Effekt auf die verschiedenen Drüsen des menschlichen Körpers haben, ist eine behandlung mit diesen bei Hodenkrebs nicht angeraten. Spezielle Enzyme, beispielsweise in Kürbiskernen, gelten als wirksame Prävention gegen diverse Krankheiten der männlichen Genitaldrüsen. Gegen ein bestehendes Karzinom bleiben sie jedoch wirkungslos. Dieses kann lediglich mit den schulmedizinischen Therapien bekämpft werden.

Die im Folgenden genannten Heilpflanzen werden von verschiedenen Quellen als gesundheitsfördernd im Bezug auf die Gesundheit der Hoden genannt:

  • Weiudenröschen
  • Kürbiskerne
  • Vogelwüterich
  • Hauhechel
  • Heidekraut
  • Brennessel
  • Oliven
  • Schachtelhalm
  • Zinnkraut
  • Birke

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Einigen ätherischen Ölen wird eine besondere Wirksamkeit bei verschiedenen Krebserkrankungen zugesprochen. In Bezug auf Hodenkrebs gilt beispielsweise Rosmarinöl als heilungsfördernd. Hierzu liegen allerdings bislang noch keine verifizierten Studien vor, die einen solchen positiven Effekt belegen könnten. Aus diesem Grund sollte eine bestehende Krebserkrankung unter gar keinen Umständen allein mit ätherischen Ölen behandelt werden. Bislang ist die standardisierte schulmedizinische Krebstherapie nicht durch alternative Ansätze ersetzbar.

Nachweislich positive Wirkung erzielt beispielsweise die Aromatherapie in Bezug auf die menschliche Psyche. So gilt etwa Lavendelöl als beruhigend für die Nerven. Aus diesem Grund können verschiedene Öle durchaus dann eingesetzt werden, wenn die Psyche eines Patienten durch die Krebsbehandlung stark angegriffen ist. Hierfür können zum Beispiel die folgenden Öle eingesetzt werden:

  • Weihrauch Öl
  • Oregano Öl
  • Kamille
  • Lavendel Öl
  • Veilchenextrakt
  • Rosmarin Öl
  • Citrusöl
  • Muskatsalbei
  • Zypresse

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Es existieren eine Reihe von homöopathischen Mitteln und Globuli, die unter anderem von Heilpraktikern als wirksame Medikation gegen Krebsleiden angepriesen werden. Es sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bislang keine unabhängigen validen Studien existieren, welche die Wirksamkeit homöopathischer Medikamente in Bezug auf Krebserkrankungen belegen. Dies gilt selbstverständlich auch bei Hodenkrebs. Approbiert Mediziner und Onkologen warnen sogar vor alleinigen Krebstherapien mit diesen Mitteln. Theoretisch können sie als Unterstützung bei herkömmlichen Behandlungen angewendet werden. Dies sollte allerdings mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da Globuli in einigen Fällen mit den, bei Krebs eingesetzten Pharmazeutika Wechselwirkungen aufweisen.

Die im Folgenden genannten homöopathischen Medikamente werden in der entsprechenden Literatur oft als therapieunterstützende Mittel angegeben:

  • Chimaphila umbellata
  • Sepia
  • Conium
  • Nux vomica
  • Digitalis

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

In den vergangenen Jahren wurde von einigen Heilpraktikern immer wieder auf Schüssler Salze in Bezug auf Krebstherapien hingewiesen. Aktuell liegen jedoch noch keine Studien vor, die eine eventuelle Wirksamkeit belegen können. Aus diesem Grund gelten Schüssler Salze lediglich als Mittel der Begleittherapie. Dies sollte jedoch unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da Wechselwirkungen zwischen den Salzen und Krebsmedikamenten nicht ausgeschlosse werden können.

Im Folgenden finden sich die häufig zur Behandlung von Hodenkrebs empfohlenen Schüssler Salze:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Bislang ist noch nicht abschließend geklärt, in welcher Art und Weise sich eine bestimmte Ernährung oder Diät positiv wie negativ auf die Entstehung von Hodenkrebs auswirkt. Lange Zeit galt beispielsweise, dass der regelmäßige Konsum von rotem Fleisch schädlich für die Keimdrüsen des Mannes sei. In Studien konnte dies allerdings nicht belegt werden. Allerdings hat sich gezeigt, dass beispielsweise Sojaprodukte einen positiven Effekt auf die männlichen Geschlechtsdrüsen haben. Dies betrifft sowohl die Prostata als auch die Hoden. Dies hängt vor allem mit den in Soja enthaltenen Stoffen Selen, Vitamin E und Vitamin D zusammen.

Ebenfalls günstig zeigt sich ein regelmäßiger Wasserkonsum. Als Leitfaden gilt, dass sich über den Tag kein Durstgefühl einstellen sollte. Ärzte empfehlen daher täglich etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu trinken, die weder gesüßt noch koffeinhaltig ist. Hierdurch werden Blutstauungen und Ablagerungen in den Gefäßen vermieden. Dies erhöht auch der Gesundheit der Drüsen.

Als schädlich erweisen sich hingegen stark zuckerhaltige Getränke und Speisen. Limonaden und Fruchtnektar wirken sich zum Teil sehr gesundheitsgefährdend auf die Drüsen des menschlichen Körpers aus. Sie stehen auch mit hormonellen Veränderungen in Zusammenhang. Dies gilt in gleichem Maße ebenso für alkoholische Getränke. So ist unter anderem Bier dafür bekannt, stark östrogenhaltig zu sein. Bei täglichem hohen Bierkonsum führt dies zwangsläufig zu einer Veränderung des männlichen Hormonhaushaltes, der insgesamt auch die Testikel schädigen kann, die stark an der Testosteronproduktion beteiligt sind.

Insgesamt gesehen, ist es vorteilhaft, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Die meisten Mediziner gehen davon aus, dass hierdurch das generelle Krebsrisiko gesenkt werden kann. Gesunde Ernährung bedeutet in diesem Fall, dass regelmäßig frisches Obst und Gemüse verzehrt wird. Hingegen sollte auf fettes und übermäßiges Essen verzichtet werden. Viele Ernährungsberater schlagen vor, dass Essen stets frisch zubereitet wird. Hierdurch ist es möglich, im Blick zu behalten, welche Stoffe tatsächlich eingenommen werden. Gerade in Fertigprodukten finden sich oftmals Konservierungsmittel und diverse Inhaltsstoffe, die nicht förderlich für die Gesundheit sind. Auch versteckte Zucker können unter Umständen gefährlich werden, da sie zu einer Gewichtszunahme beitragen können. Gerade in Bezug auf Hodenkrebs gilt jedoch, dass Übergewicht als möglicher Risikofaktor nicht ausgeschlossen werden kann. Menschen, die starke Gewichtsprobleme haben und eventuell sogar an einer Adipositas leiden, sollten sich an einen Ernährungsberater oder einen Diätologen wenden. Hier können Probleme bei der Nahrungsaufnahme besprochen und eventuelle Maßnahmen zur gesunden Gewichtsreduzierung gefunden werden. Ein Gespräch mit einem Ernährungsberater lohnt sich aber auch während einer Krebstherapie. Dies lohnt sich vor allem dann, wenn Nahrungsmittel aufgrund diverser Medikamente nicht vertragen werden.


FAQ – Fragen & Antworten

Bleibt nach einer Behandlung von Hodenkrebs die Zeugungsfähigkeit erhalten?Welche Maßnahmen müssen nach der Behandlung von Hodenkrebs ergriffen werden?

Nach einer erfolgreichen Behandlung von Hodenkrebs gilt es in erster Linie, weiterhin auf die Krebsprävention zu achten. Betroffenen wird also empfohlen sich weiterhin gesund zu ernähren, nicht zu rauchen und keinen Alkohol zu trinken.

In einigen Fällen kann es sein, dass die Fruchtbarkeit sowie die Erektionsfähigkeit eines Betroffenen eingeschränkt sind. Dann kann unter Umständen eine weitere Therapie sinnvoll sein. Insbesondere dann, wenn ein Patient starkem psychischen Stress während der Krankheitsphase ausgesetzt war, empfiehlt sich zudem eine Psychotherapie.

Ist nach einer Behandlung von Hodenkrebs noch ein normales Sexualleben möglich?

In den meisten Fällen ist nach einer Behandlung von Hodenkrebs nicht mit diversen Funktionsbeeinträchtigungen zu rechnen. Da nur sehr selten durch ein Hodenkarzinom der Penis in Mitleidenschaft gezogen wird, kann weiterhin ein normales Sexualleben möglich sein. Hier spielen allenfalls psychische Komponenten eine Rolle, die verhindern, dass sich der Betroffene auf Sex einlassen kann. In jenen Fällen ist es angeraten einen Sexualtherapeuten beziehungsweise Psychotherapeuten aufzusuchen.

Gibt es ein “Hodenkrebs-Gen”?

Aktuell beschäftigen sich eine Reihe von wissenschaftlichen mit der Frage, ob ein bestimmtes Gen für die Entstehung von Hodenkrebs verantwortlich ist. Dabei konnte herausgestellt werden, dass diverse genetische Veränderungen bestimmter Gene durchaus das Risiko dieser Krebsart erhöhen können. Ein bestimmtes “Hodenkrebs-Gen” konnte bislang allerdings noch nicht ermittelt werden. Auch ist derzeit noch unklar, ob Hodenkrebs vererbt werden kann.

Was versteht man unter TIN?

Der Begriff TIN wird von Medizinern verwendet, um erste Anzeichen von Zellmutationen und Wucherungen im Bereich der Hoden zu bezeichnen. Die Abkürzung steht für Testikuläre intraepitheliale Neoplasien. Das bedeutet, dass vor allem die Keimzellen Unregelmäßigkeiten bei der Zellteilung zeigen. Dies betrifft zum einen die Häufigkeit der Teilung und zum anderen, die spezifische Form der neu entstehenden Zellen. Bildlich gesprochen handelt es sich bei den Neoplasien um Beläge, welche das normale Hodengewebe überziehen. Bedenklich sind TIN vor allem deswegen, weil sie eine Vorstufe zum Hodenkrebs bilden können. Allerdings ist dies nicht zwangsläufig gegeben. Dennoch sollten TIN regelmäßig von einem Arzt untersucht werden.

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