Nierenentzündung

Steckbrief: Nierenentzündung

  • Name(n): Nierenentzündung; Nephritis
  • Art der Krankheit: Entzündungserkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1878
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Autoimmunerkrankung; Bakterien
  • Wieviele Erkrankte: 80.000 chronisch Erkrankte
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Nephrologe
  • ICD-10 Code(s): N00; N01; N03; N18

Häufigste Dialyseursache Deutschlands

In Deutschland müssen derzeit circa 80.000 Patienten regelmäßig zu einem Nephrologen, um eine Dialyse durchführen zu lassen. Die Gründe für die Dysfunktion der Nieren kann hierbei vielfältig sein. Eine Ursache ist beispielsweise eine Nierenentzündung. Sie fasst mehrere Erkrankungen der Niere unter einem Oberbegriff zusammen.

Es sind entweder die Nierenkörperchen oder aber die Harnkanälchen von der Entzündung betroffen. Verbleibt diese Erkrankung chronisch, kann eine regelmäßige Dialyse und bestenfalls eine Nierentransplantation die Folge sein. Eine chronische Nierenerkrankung ist sogar die häufigste Ursache, die deutsche Dialysepatienten hervorbringt. Was genau ist eine Nierenentzündung, welche Symptome hat sie und kann sie behandelt werden? Im Folgenden werden wir detailliert auf die Entzündung der Niere eingehen.

Definition Nierenentzündung

Der Fachterminus der Nierenentzündung lautet Nephritis. Dieser setzt sich aus dem griechischen Wort für Niere (Nephros) und dem griechischen Wort für Entzündung (-itis) zusammen. Bei einer Nierenentzündung handelt es sich um eine beidseitige Entzündung der Nieren. Hierbei beginnt die Entzündung fast immer bei den Nierenkörperchen.

Nierenentzündung stellt hierbei einen Oberbegriff für verschiedene Formen einer entzündlichen Nierenerkrankung dar. Unterschieden werden die einzelnen Formen der Nephritis nach den Bereichen in der Niere, in denen die Infektionen beginnend Schaden anrichten. Hierbei hängen sowohl die Heilungsprognose, ALS auch Behandlung davon ab, welche Form der Entzündung vorliegt. Doch unabhängig davon, welcher Teil der Niere betroffen ist, kommt es stets zu Störungen bzw. Entzündungen der Nierenrinde oder des Nierengewebes. Kombiniert man all diese Formen, erhält man die häufigste Ursache, die deutsche Dialysepatienten zur Dialyse zwingt.

Was ist eine Nierenentzündung?

Die Aufgabe der Nieren ist die Reinigung des menschlichen Körpers von aufgenommenen Giftstoffen. Das Blut wird dabei durch die Nieren gefiltert und gesundheitsschädliche Abfallprodukte via Urin ausgeschieden. Doch nicht nur die Reinigung ist von großer Bedeutung. Auch die Regulierung des Wasser– und Salzhaushaltes des Körpers, sowie des Blutdruckes gehören zu ihren Aufgaben. Schließlich ist die Niere für die Bildung wichtiger Hormone wie beispielsweise Erythropoetin zuständig, welches die Produktion roter Blutkörperchen unterstützt.

Wie bereits ausgeführt wurde, können verschiedene Abschnitte der Niere von einer Entzündung betroffen sein. Hierbei sind die Harnkanälchen bzw. der sie umgebende Raum oder die Nierenkörperchen betroffen. Um diese genauer lokalisieren zu können, muss man sich zunächst einmal die genaue Position der Nieren vor Augen führen. Diese befinden sich als Paar angeordnet seitlich der Wirbelsäule. Eine liegt rechts und die andere wiederum links der Wirbelsäule.

Das Organpaar ist hierbei in etwa unterhalb des letzten Rippenpaares gelegen. Die Nieren bestehen aus Nephronen und das die Nephronen umgebende Gewebe (Interstitium).

Erstere setzen sich aus den sogenannten Nierenkörperchen (Glomerulum) und die unmittelbar anschließenden Harnkanälchen zusammen. Unterschieden wird demnach nach der Glomerulonephritis, bei welcher die Entzündung in den Nierenkörperchen gelegen ist und der interstitellen Nephritis, bei der das Gewebe, um die Nierenzellen herum, entzündet ist. Bei der Glomerulonephritis handelt es sich um die dritthäufigste Ursache eines chronischen Nierenversagens.

Doch unterschieden wird nicht nur nach dem Ort der Entzündung, sondern auch der Ursache der Entzündung. Entsteht die Nephritis ohne von einer anderen Krankheit ausgelöst worden zu sein, spricht man von einer primären Glomerulonephritis. Im Gegensatz dazu liegt eine sekundäre Glomerulonephritis vor, wenn die Nierenentzündung von einer anderen Erkrankung ausgelöst worden ist.

Schließlich wird nach zeitlichen Parametern unterschieden. Es gibt sowohl vorübergehende (akute), als auch chronische Nierenentzündungen.

Welche Ursachen gibt es?

Im Folgenden werden mögliche Ursachen einer Nephritis aufgelistet. Hierbei wird zunächst eine Ursachenforschung der primären und anschließend der sekundären Nephritis betrieben. Die am häufigsten vorkommende Variante der primären Nephritis ist die sogenannte IgA-Nephropathie.

Auslöser hierbei ist ein immunologischer Prozess. Aufgrund einer Ablagerung von körpereigenen, aber gering veränderten Antikörpern in der Niere, die Folge einer Infektion des Körpers sind, kann eine Entzündungg auf die Niere übergehen. Hierbei kann es zu einer entzündlichen Veränderung der Niere und einer damit einhergehenden Funktionsbeeinträchtigung kommen.

Neben einer Entzündung durch körpereigene Antikörper, können auch bakterielle Infektionen eine Nephritis auslösen. Als ein typisches Beispiel gelten Streptokokken. Diese Bakterien gelten als typische Auslöser einer Mandel- oder Mittelohrentzündung. Im Zusammenwirken mit den körpereigenen Antikörpern werden Komplexe gebildet, die sich in den Nierenkörperchen ablagern. Diese Form der Nierenentzündung bezeichnet man als Post-infektiöse-Glomerulonephritis.

Ein anderer Auslöser können Entzündungszellen sein, die aufgrund der in der Niere gebildeten Antikörper direkt in die Nieren gelockt werden.

Auch wenn Mediziner die Auslöser einer primären Nephritis kennen, ist es außerordentlich schwer, die richtige Ursache bei einem Patienten mit ausgebrochener, primärer Nephritis zweifelsfrei zu bestimmen.

Wie bereits oben erwähnt wurde, liegt eine sekundäre Nephritis vor, wenn die Ursache von einer Grunderkrankung gesetzt wurde. Ein Beispiel für eine solche Grunderkrankung ist die Immunerkrankung des systemischen Lupus erythematodes (SLE). Doch nicht nur Immunerkrankungen, sondern auch manche Infektionskrankheiten wie beispielsweise HIV oder Syphillis oder auch eine Krebserkrankung oder Erkrankung des Lyphsystems können ein Auslöser für eine Nierenentzündung sein.

Die Einnahme bestimmter Medikamente können in seltenen Fällen die Ursache für eine Nephritis darstellen. Ingredienzien wie Penicillamin, Quecksilber oder Gold, welche in manchen Medikamenten enthalten sind, gelten als Auslöser. Nicht nur die Zutaten verschiedener Medikamente, sondern auch allergische Reaktionen des Patienten können zu einer Nierenentzündung führen. Dies geschieht häufig bei der Medikamenteneinnahme von Patienten, die eine Infektion der Niere oder gar eine Nierentransplantation hinter sich haben.

Schließlich gilt der Konsum der schwerste abhängig und körperschädlichen Droge Heroin als typischer Auslöser einer Nierenentzündung.

Symptome & Anzeichen

Die Symptome bei einer Nierenentzündung sind häufig nicht unmittelbar nach der Erkrankung zu bemerken. Dies liegt daran, dass die Aufgaben der (schlimmstenfalls) zerstörten Nierenkörperchen von den gesunden Nierenkörperchen übernommen werden. Aus diesem Grund lassen die Beschwerden oftmals auf sich warten. Teilweise treten die ersten Beschwerden erst dann auf, wenn mehr als die Hälfte des Nierengewebes zerstört ist. Sie äußern sich dann in Form eines Funktionsverlustes, der für den Mediziner im Rahmen einer Untersuchung sichtbar ist.

Die primäre Funktion der Nieren ist die Filterfunktion. Dies ist der Grund dafür, dass das deutlichste Zeichen für eine Nierenerkrankung die deutliche Veränderung des Urins ist. Ein Parameter ist hierbei die Menge des abgegebenen Urins. Bei akuten Nephritiserkrankten verringert sich die Menge deutlich, bei chronisch erkrankten wiederum steigt sie deutlich an.

Neben der Menge des abgegebenen Urins, ist eine Verfärbung des selbigen relevant. Dies liegt daran, dass sich innerhalb des Urins Blut oder Eiweiß befinden kann. Bei Eiweiß innerhalb des Harns ist der Urin deutlich getrübt oder schäumend. Wird Blut ausgeschieden, ist er hingegen eher bräunlich oder rötlich gefärbt. Letzteres muss sich nicht immer als optisch ersichtlich darstellen. Sieht der Urin völlig normal aus und es liegen andere Symptome vor, können geringe Mengen von Blut auch chemisch, unter Zuhilfenahme eines Mikroskops, nachgewiesen werden.

Doch nicht nur eine Veränderung des Urins kann auf eine Nierenentzündung hinweisen. Ein allgemeiner Zustand der Schwäche des Körpers, welcher sich durch Müdigkeit und Abgeschlagenheit äußert, geht mit einer Nephritis einher. Schmerzen in den Körperseiten etwas über der Hüfthöhe sind auch eine häufige Beschwerde. Auch Kopf- und Gliederschmerzen, sowie ein stark erhöhter Blutdruck kann symptomatisch sein.

Flüssigkeitsablagerungen im Körper, welche sich beispielsweise durch Anschwellen von Körperregionen wie den Augenlidern oder den Extremitäten wie den Händen und Füßen äußern, können sich bilden.

Bei vielen Erkrankten bildet sich das sogenannte nephrotische Syndrom. Hierbei lässt das Nierenkörperchen das Vielfache an Eiweißen in den Urin durch als es normal ist. Aus der vermehrten Menge von Proteinen im Harn folgt, dass Eiweiße in dem Blut des Patienten fehlen. Ein Proteinmangel ist die Folge. Wasserablagerungen bilden sich im Körper (s.o.) und die Blutfettwerte schießen in die Höhe. Schlimmstenfalls ereilt den Erkrankten im Fall eines nephrotischen Syndroms ein Nierenversagen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Da es bei einer Nephritis lange dauert, bis die ersten Symptome beim Erkrankten auftreten, wird sie häufig zufällig diagnostiziert. Beispielsweise entdecken Mediziner die Erkrankung bei der Durchführung einer Untersuchung des Urins. Der leichten Verfärbung des Urins wird seitens der Betroffenen häufig keine große Bedeutung zugewiesen. Aus diesem Grund wird oftmals erst spät ein Arzt aufgesucht.

Hat der Patient aufgrund erster Beschwerden den Arzt aufgesucht oder hat letzterer im Rahmen einer Urinuntersuchung etwas auffälliges festgestellt läuft die anschließende Diagnose wie folgt ab.

Zunächst wird der Arzt den Patienten über eventuelle Vorerkrankungen befragen. Vor allem die Tatsache, ob vielleicht gewisse Grunderkrankungen vorliegen ist hierbei von höchster Wichtigkeit. Doch auch zurückliegende oder noch andauernde bakterielle Infektion oder die Einnahme bestimmter Medikamente ist relevant.
Nach der Anamnese führt der Arzt erste körperliche Untersuchungen durch. Auffällig können hierbei ein Schmerz bei Klopfen auf die Flanken des Patienten, ein hoher Blutdruck und das Vorliegen von Wasserablagerungen am bzw. im Körper sein.

Anschließend finden Laboruntersuchungen statt, um die Diagnose zu untermauern. Hat noch keine Kontrolle des Urins stattgefunden, wird dies nun nachgeholt. Des weiteren findet eine Blutabnahme statt, mit deren Hilfe ein großes Blutbild erstellt wird.

Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen können dann auf eine Nephritis hinweisen. Der Harn weist häufig eine erhöhte Konzentration von Eiweiß und eventuell sogar Blut auf. Sollte der Arzt Blut im Urin finden, heißt dies nicht zwangsläufig, dass eine Nephritis vorliegt. Es kann auch ein Indiz dafür sein, dass eine Tumorbildung im Bereich der Nieren oder der Harnwege vorliegt. Aus diesem Grund findet in einem solchen Fall häufig eine Überweisung zum Urologen statt. Dieser Spezialist ist dann dafür zuständig eine solche Krebserkrankung auszuschließen.

Die Laborauswertung des Blutes gibt dem Arzt Auskunft über die Filterfunktion der Niere. Er kann die Qualität der Funktion an dem Wert des Stoffes Kreatinin ablesen. Ist dieser erhöht, ist ein Indiz für eine geschwächte Nierenfunktion gegeben. In einem solchen Fall ist schnelles Handeln des Arztes geboten. Schließlich kann schlimmstenfalls eine dauerhafte Dysfunktion der Niere die Folge sein. Nicht nur die Menge an Kreatinin, sondern auch die Anzahl der Antikörper können am Blutbild abgelesen werden. Die Antikörper weisen eventuell auf eine bakterielle Infektion hin, die die Ursache der Nephritis sein kann.

Deutet nach der Überprüfung von Blut und Urin alles auf eine Nephritis hin, findet eine Gewebeentnahme in Form einer Biopsie statt. Hierbei wird Gewebe aus der Niere entnommen, um die Ursache der Nierenentzündung spezifizieren zu können. Entsprechend des Ergebnisses wird dann die Therapie der Erkrankung geplant und deren Behandlungserfolg abgeschätzt.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Aussagen über die Häufigkeit von Nierenentzündungen zu treffen ist schwer, das es sich hierbei nicht nur um bestätigte Fälle, sondern auch um eine Dunkelziffer handelt. Da viele Patienten die Erkrankung erst spät bemerken, ist es schwer zu sagen was genau die Nierenentzündung ausgelöst hat. Was zur Anzahl und Häufigkeit gesagt werden kann ist, dass die Nephritis der häufigste Auslöser für ein Nierenversagen ist.

Aus den Symptomen des Patienten lässt sich schwer eine Erkrankung nachweisen. Dies liegt zum einen daran, dass der Patient eine lange Zeit ohne Beschwerden auskommt und zum anderen daran, dass Nierenschmerzen und Blut im Urin häufig ebenso diagnostisch für eine andere Erkrankung sein kann.

Zweifelsfrei kann eine Diagnose erst ergehen, wenn diverse Laboruntersuchungen stattgefunden haben. Wie oben beschrieben wurde, findet die Diagnose zunächst aufgrund einer Urin- und Blutuntersuchung statt. Relevanz haben dabei vor allem die Menge von Eiweiß sowie Blut im Urin und die Menge von Kreatinin im Blut. der Urin wird hierbei mithilfe eines Streifentests überprüft. Besonders gravierend ist es, wenn der Kreatinin-Wert bereits erhöht ist. Hier muss umgehend gehandelt werden, da ein Nierenversagen droht. Ein Leben mit regelmäßigen Dialyse-Sitzungen kann als schlimmste Folge daraus hervorgehen.

Schlussendlich erhält der Arzt absolute Gewissheit über die Erkrankung, wenn eine Biopsie durchgeführt wird. Nach der Überprüfung des Gewebes kann eine Nephritis zu einhundertprozentiger Sicherheit bejaht oder ausgeschlossen werden.

Komplikationen bei der Krankheit

Die gravierendste Komplikation, die sich aus einer Nierenentzündung ergeben kann, ist ein Nierenversagen. Diese rasch entstehende Niereninsuffizienz hat eine Dialysepflichtigkeit des Patienten zur Folge. Sollte die Nierenentzündung sogar chronisch werden, ist die Dialysepflicht des Patienten gegeben, bis eventuell ein Spendenorgan gefunden wird. Dies folgt aus der Insuffizienz der Niere. Dadurch wird die Filterfunktion des Organs ausgeschaltet. Würde die Aufgabe der Niere nicht durch die Dialyse übernommen werden, wäre eine systematische Vergiftung des Körpers und ein tödlicher Verlauf der Krankheit die Folge.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da den Patienten die Beschwerden erst relativ spät ereilen, ist es wichtig, dass der Arzt früh genug aufgesucht wird. Schließlich kann es bei zu spätem Handeln schlimmstenfalls zu einem Nierenversagen kommen, welches eine äußerst lebensbedrohliche Lage für den Erkrankten darstellt.

Es ist stets ratsam bei farblichen Veränderungen des Urins, die nicht normal wirken, einen Arzt aufzusuchen. So etwas muss stets abgeklärt werden, da nicht nur eine Nierenerkrankung, sondern eine Vielzahl von Erkrankungen durch eine Veränderung der Urinfarbe geäußert werden können. Doch achten Sie nicht nur auf die Veränderung der Farbe.

Auch eventuelle weiße Punkte, die Eiweiß sein können, sind untypisch für den Harn und sollten unbedingt abgeklärt werden. Bei vermehrtem Wasserlassen oder auch zu wenig Wasserlassen ist ebenfalls Vorsicht geboten. Generell ist darauf zu achten, dass jedes Abweichen vom Normalzustand des Wasserlassens als ein Alarmzeichen zu sehen ist. Bemerken Sie eine Veränderung zu Ihrem sonstigen Urin, suchen Sie am besten zur Abklärung einen Arzt auf.

Bei allgemeinem Schwächegefühl ist es ebenso ratsam einen Arzt aufzusuchen. Weisen Sie hierbei bitte stets auf eventuelle Schmerzen in der Nierengegend hin. Schließlich kann auch eine vermeintliche Erkältung mit Gliederschmerzen und allgemeinem Unwohlsein auf eine Entzündung der Nieren hinweisen.

Hoher Blutdruck geht mit einer Nierenentzündung häufig einher. Doch woran erkennt man einen erhöhten Blutdruck? Typische Symptome sind Schwindel und Ohrensausen, Herzrasen, Schweißausbrüche, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen. In einem solchen Fall ist es ohnehin ratsam den Arzt aufzusuchen, da Bluthochdruck, auch ohne einer Nierenentzündung als Auslöser, äußerst schädigend für den Organismus sein kann.

Vor allem die schweren Konsequenzen wie ein Nierenversagen mit eventuell anschließender, lebenslanger Dialyse sollte Sie dazu motivieren, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen, wenn eines oder mehrere der oben genannten Symptome auftritt. Gehen Sie lieber zu früh als zu spät zum Arzt.

Der erste Gang führt Sie dann zum Allgemeinmediziner. Sollte dieser einen Klopfschmerz in Ihrer Nierenregion feststellen, wird er Sie zu einem Internisten mit Spezialisierung auf Nephrologie schicken. Dieser wird sich dann spezialisiert um Ihre Nieren kümmern und diese untersuchen. Bei akutem Schmerz in der Nierenregion gehen Sie selbstverständlich ohne Umwege direkt zum Nephrologen bzw. in die Notaufnahme.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung der Nephritis ist zum einen abhängig von der Ursache der Entzündung und zum anderen davon abhängig, ob die Entzündung akut oder bereits chronisch ist.

Ist die Nephritis akut, ist es den Ärzten häufig möglich eine dauerhafte Schädigung der Nieren zu verhindern, wenn sie frühstmöglich mit der Behandlung beginnen. Behandelt wird die akute Nierenentzündung folgendermaßen:

Zunächst einmal werden dem Patienten entwässernde Medikamente verabreicht. Mithilfe anderer Medikamente wird der Bluthochdruck des Patienten auf ein normales Maß gesenkt. Bei einer bakteriellen Entzündung der Niere, die auf Streptokokken zurückgeführt werden kann, wird mithilfe von einem Antibiotikum (Penicillin) versucht die Bakterien zu bekämpfen.

Ist die Nephritis rasch fortschreitend (RPGN) wird die Therapie danach ausgerichtet, welche Ursache die Nierenentzündung hat. Die Ursache, in Form der Grunderkrankung, wird mithilfe der im Rahmen einer Biopsie entnommenen Gewebeprobe bestimmt. Je nach dem welche Grunderkrankung zur Nephritis führte, kommen die folgenden Behandlungsverfahren in Betracht:

Zunächst einmal werden die behandelnden Ärzte im Rahmen einer Stoßtherapie große Mengen eines Entzündungshemmers mit dem Wirkstoff Methylprednisolon über die ersten Tage zu verabreichen. Neben dem Entzündungshemmer werden Medikamente gegeben, die den Wirkstoff Cylclophosphamid haben. Diese haben die Aufgabe das Immunsystem des Patienten zu unterdrücken.

Neben der Medikamentengabe wird im Rahmen einer Plasmapherese oder Plasmaseparation eine Blutfilterung vorgenommen. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es eine Antikörperbildung zu verhindern, die sich gegen die Nierenzellen richtet. Außerdem werden Botenstoffe der Entzündung, die sich im Blut des Patienten befinden herausgefiltert und deren Neubildung unterdrückt.

Sollte beim Patienten ein Nephrotisches Syndrom auftreten, das auf die Nierenentzündung zurückzuführen ist, werden folgende Therapiemaßnahmen zum Einsatz kommen:

Zunächst werden die Wasserablagerungen im Körper bekämpft. Dies geschieht mithilfe entwässernder Medikamente und einer Nahrungsumstellung auf salzarme Schonkost. Neben salzarmem Essen besteht die Nahrungsumstellung auch in einer eiweißArmen Nahrung.

Außerdem wird der Bluthochdruck mithilfe von ACE-Hemmern gesenkt. Die hohen Blutfettwerte werden durch die Behandlung des nephrotischen Syndroms normalerweise automatisch sinken. Findet dies ausnahmsweise nicht statt, können hierbei Medikamente wie ein Lipidsenker helfen. Eine erhöhte Thrombosengefahr geht mit einem nephrotischen Syndrom einher. Aus diesem Grund werden Blutverdünner wie bspw. Heparin verabreicht.

Eventuell vorhandene Infektionen werden mit Entzündungshemmern wie Steroiden oder Cortison behandelt. Mithilfe von sogenannten Immunsupressiva wird die Aktivität des Immunsystems verhindert, um eine Antikörperbildung zu verhindern. Entstand das nephrotische Syndrom durch eine Drogensucht oder einen Medikamentenmissbrauch wird neben all diesen Behandlungsmethoden ein Entzug stattfinden.

Ist die Nephritis bei dem Patienten chronischer Natur, steht selbstredend nicht die Bekämpfung der Krankheit, sondern der Symptome, die den Patienten belasten, im Fokus. Die Beschwerden einer chronischen Nierenentzündung werden beispielsweise folgendermaßen bekämpft:

Der Bluthochdruck des Patienten wird mithilfe von Medikamenten behandelt. Ebenso wird kontrolliert dafür gesorgt, dass der Patient eine individuell angepasste, regulierte Flüssigkeitszufuhr hat. Ebenso wird eine salzarme und eiweißArme Nahrung auferlegt. Das Endstadium der Nierenentzündung führt zum Nierenversagen und zwingt den Patienten dazu zur Dialyse zu gehen, um sein Blut reinigen zu lassen. Bei etwas GlüCK und einem passenden Organ kann eine Nierentransplantation stattfinden.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Vorbeugende Maßnahmen gegen eine (vor allem primäre) Nierenentzündung zu tätigen, ist nicht möglich. Damit besteht keine Chance einer Nierenentzündung mithilfe von Verhinderungsmaßnahmen zu entgehen. Allerdings ist es stets ratsam eine regelmäßige Laboruntersuchung des eigenen Urins durchführen zu lassen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine Nephritis sehr lange Zeit unentdeckt bleiben kann.

Bevor körperliche Beschwerden beim Patienten auftreten, ist die Nephritis bereits im Urin nachweisbar. Wird sie früh genug diagnostiziert, bleiben mithin Schmerzen beim Erkrankten aus und es bestehen überaus gute Heilungschancen. Somit ist eine regelmäßige Urinuntersuchung die einzige vorbeugende Möglichkeit.

Eine sekundäre Nephritis hingegen kann dadurch verhindert werden, dass man die Grunderkrankung, die zur Nierenentzündung führt möglichst früh entdeckt und behandelt. Hierbei ist vor allem eine Diabetes mellitus einschlägig. Doch auch der schädigenden Wirkung der dauerhaften Einnahme eines Medikamentes sollte man sich stets bewusst sein. Bei ständiger Medikamenteneinnahme ist es ratsam regelmäßig ein Blutbild und einen Urintest im Labor untersuchen zu lassen.

Um allgemein Nierenerkrankungen vorzubeugen, ist es stets ratsam ausreichend zu trinken. Dies garantiert, dass die Nieren gut durchgespült werden. Es sollte ebenfalls auf Rauchen verzichtet werden, da sich hierbei Giftstoffe bilden, die stets durch die Nieren gefiltert werden müssen.

Prognose zur Heilung

Die Aussichten einer vollständigen Heilung sind bei einer Nierenentzündung denkbar unterschiedlich und kommen auf die Art der Entzündung an. Ist die Nephritis „lediglich“ akuter Art und wird sie früh genug behandelt, sind die Heilungschancen außerordentlich gut. Bei richtiger Behandlung der Symptome und Bekämpfung der richtigen Ursache kann der Patient wieder gesunden.

Allerdings sollte ein Lebenswandel die Folge sein, da die Niere aus der Erkrankung geschwächt hervorgehen kann. Vor allem Schonkost, große Flüssigkeitszufuhr und der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Rauchen sollten die Folge sein. Auch regelmäßige Untersuchungen des Urins sollten stattfinden, um eine Neuerkrankung vorzubeugen oder schnellstmöglich behandeln zu können. Hält der Patient sich an diese Vorgaben, ist die Heilungsprognose äußerst positiv.

Eine chronische Nierenentzündung kann leider nicht mehr vollständig geheilt werden, sondern die Nierenfunktion muss im Rahmen einer Dialyse ersetzt werden. Gelindert werden Symptome wie Bluthochdruck und erhöhte Thrombose-Gefahr mit entsprechenden Medikamenten (s.o.). Die einzige Möglichkeit ein Leben ohne die regelmäßige Blutsäuberung mittels externer Maschine zu führen, ist die Transplantation einer neuen Niere. Nimmt der Körper die neue Niere komplikationslos an, kann der Patient wieder ein normales Leben führen. Er sollte dabei allerdings auf einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Kontrollen achten.

Nierenversagen – Was nun?

Wird eine Nierenentzündung nicht behandelt oder ist sie so weit fortgeschritten, dass eine Behandlung nicht mehr möglich ist, führt dies über kurz oder lang zu einer Insuffizienz der Nieren. Die Folge ist entweder der künstliche Ersatz der Filterfunktion der Niere durch eine Dialyse oder die Transplantation einer neuen Niere.

Dialyse – Ein Überblick

Die Dialyse dient dem Ersatz der ausbleibenden Filterfunktion der insuffizienten Nieren. Hierbei kann allgemein von einer Wäsche des Blutes sprechen. Die Dialyse wird bei akuten oder auch chronischen Insuffizienzen der Nieren eingesetzt. Es werden Stoffe aus dem Blutkreislauf gefiltert, die eine schädliche Wirkung für den menschlichen Organismus haben.

Tag für Tag ergeben sich im menschlichen Organismus viele giftige Stoffwechselprodukte, die Dank der Nieren aus dem Körper gefiltert werden und anschließend über den Urin aus dem Körper ausgeschieden werden. Funktionieren die Nieren lediglich fehlerhaft, verbleiben all die Giftstoffe im Organismus und den menschlichen Körper würde innerhalb von ein paar Tagen ein lebensbedrohlicher Zustand ereilen.

Die Behandlung durch Dialyse gibt es inzwischen seit fast 100 Jahren und ist seitdem Lebensretter für viele Millionen von Menschen gewesen. Gegenwertig gibt es in Deutschland etwa 80.000 Patienten, die dialysepflichtig sind.

Es gibt ingesamt drei verschiedene Verfahren der Dialyse. Genauer gesagt gibt es die Hämodialyse, die Peritonealdialyse und die Hämofiltration. Diese drei Varianten unterschieden sich lediglich im Detail und haben alle das gleiche Prinzip. Es findet eine kontinuierliche Blutentnahme statt und das Blut läuft außerhalb des Körpers durch eine Membran, die die Giftstoffe herausfiltert. Nachdem das Blut die Membran durchlaufen hat, wird es wieder zurück in den Körper geleitet.

Nierentransplantation

Vor allem bei Dialysepatienten mit einer chronischen Insuffizienz der Nieren ist Warten und Hoffen an der Tagesordnung. Denn alle Erkrankten hoffen auf eine Nierentransplantation, um den Qualen der Dialysepflicht zu entkommen. Bei der Transplantation einer Niere wird eine Spenderniere in einen Erkrankten Patienten mit einer insuffizienten Niere verpflanzt.

Sollte ein Mensch ein chronisches Nierenversagen haben, stellt die Nierentransplantation neben der Dialyse die einzige Therapiemöglichkeit dar. Die Herkunft der Niere ist hierbei speziell. Denn sie kann entweder von einem verstorbenen Menschen oder von einem noch lebenden Menschen stammen. Hierbei sind die Transplantationen von Organen Verstorbener derzeit noch weit in der Überzahl. In Deutschland stammen derzeit etwa 25% aller transplantierten Nieren von einem Lebenden.

Die Erfolgsaussichten bei einer transplantierten Niere sehen gut aus. Statistisch festgehalten wurde, dass in etwa 85% aller transplantierter Nieren innerhalb des ersten Jahres nach der Transplantation funktionieren. Eine Insuffizienz der verpflanzten Niere ist im Durchschnitt erst nach etwa 15 Jahren zu erwarten.

Hierbei spielen allerdings viele Parameter eine Rolle, da die Grunderkrankung, die zu einer Insuffizienz der alten Niere führte, von Patient zu Patient unterschiedlich ist. Ist eine Funktion der transplantierten Niere nicht mehr gegeben, beginnt der Behandlungskreislauf erneut. Zunächst wird der Patient Dialysepatient und anschließend bekommt er (mit viel Glück) ein erneutes Spenderorgan.

Alternative Behandlungsmethoden

Es stellt sich die Frage, ob es alternative Methoden der Behandlung einer Nephritis gibt. Vor allem die Naturheilkunde hat sich der Problematik angenommen und setzt an unterschiedlichen Punkten an. Zunächst einmal wird ähnlich zu dem Verfahren innerhalb der Schulmedizin darauf geachtet welche und wie viele Medikamente der Patient zu sich nimmt.

Vor allem auch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac stehen hierbei im Fokus. Des weiteren wird eine weitgehende Analyse des Lebens des Erkrankten durchgeführt. Trinkt der Patient viel Alkohol? Raucht der Patient eventuell? Nach der Analyse des Patienten können verschiedene Methoden durchgeführt werden die im Folgenden benannt werden.

Anthroposophische Medizin

Zunächst können Verfahren der anthroposophischen Medizin Anwendung finden. In der Anthroposophischen Medizin werden die Erkenntnisse der Geisteswissenschaften mit denen der Medizin vermengt. Das alles beherrschende Ziel ist hierbei das Wecken der körpereigenen Heilungskräfte. Hierbei finden vor allem Massagen der Nierengegend statt, um deren Funktionsweise anzuregen und mithilfe rhythmischer Bewegungen die Schmerzen zu lindern. Mithilfe anregender Musik wird außerdem versucht die körpereigenen Heilkräfte zu aktivieren.

Orthomolekular-Medizin

Inhalt der Orthomolekular-Medizin ist eine Behandlung des menschlichen Organismus mit passenden Vitalstoffen. Sollte ein Patient eine insuffiziente Niere haben, ist die Behandlung mittels vitalisierender Stoffe nicht einfach. Dies liegt daran, dass eine geschwächte Niere mit der Verarbeitung der Stoffe überfordert sein kann, und dadurch noch mehr geschwächt werden könnte.

Hierbei kommt es nicht immer auf die Menge des Vitalstoffes, sondern vielmehr auf die Art des Vitalstoffes an. Beispielsweise müssen die Nieren Vitamin D zunächst in eine, der Gesundheit des menschlichen Körpers zuträglichen, Form umwandeln. Da dies Anstrengung für die Nieren bedeutet, sollte beachtet werden, dass kein Überschuss an Vitamin D besteht.

Korrigieren des Zahnstörfeldes

Es gelten auch tote Zähne im menschlichen Gebiss als Auslöser für eine Niereninsuffizienz, da durch diese ein Bakterienüberschuss in die Blutbahn gelangen kann. Doch nicht nur tote Zähne sind bedenklich. Ebenso verhält es sich bei Zahnfüllungen aus Amalgam. Aus diesem Grund sollte stets ein gesundes Gebiss und vor allem gesunde Zahnwurzeln aufrecht erhalten werden, um eine zusätzliche Belastung der Nieren zu verhindern.

Welche Hausmittel können helfen?

 

  • warme Kartoffelwickel
  • regelmäßiges Messen des Blutdrucks

Eine Heilung der Krankheit durch Hausmittel ist leider nicht möglich. Allerdings können die Beschwerden einer Nierenentzündung wie beispielsweise starke Schmerzen in den Flanken der Patienten gelindert werden. Hierbei können insbesondere Kartoffelwickel Linderung schaffen. Dies liegt nicht zuletzt an der Wärme, die an den Körper und vor allem die betroffene Schmerzregion abgegeben wird.

Auch das in der Kartoffel befindliche Kalium wird von dem Körper aufgenommen. Das Kalium sorgt dafür, dass die Nierentätigkeit angeregt wird und dadurch die Insuffizienz gelindert werden kann. Außerdem wird dadurch für eine gezielte Entwässerung des Körpers gesorgt. Das Ausscheiden überschüssiger Gifte und auch von Schlackenstoffen ist die Folge.

Doch nach der Anwendung sollten Sie unbedingt darauf achten viel zu trinken. Schließlich wird durch die Anregung der Entwässerung auch wichtige Flüssigkeit aus dem Körper geleitet. Sollten Sie zu Bluthochdruck neigen, der auf eine Nierenerkrankung zurückzuführen ist, sollten Sie regelmäßig Ihren Blutdruck kontrollieren. Hierfür sind günstige Geräte für den Heimgebrauch erhältlich. Als Diabetes-Patient ist die regelmäßige Überprüfung des Blutzuckerspiegels ebenso wichtig.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Goldruten, Zinnkraut, Brennnessel, Kamille (Pflanzentropfen)
  • Birkenblättern, Brennnesselkraut, Schöllkraut, Petersilie (Tee)
  • Krappwurzeln, Preiselbeerblättern, Liebstöckel, Färberginsterblättern (Smoothie)

Viele Naturheilkundige setzen auf eine Heilung durch Heilkräuter und auch Heilpflanzen. Welche dies im Detail sind werden im Folgenden behandelt.

Zunächst einmal kann eine Tinktur aus Goldruten, Zinnkraut, Brennnessel und Kamille helfen. Diese Frischplanzentropfen sorgen in Kombination miteinander dafür, dass die im Körper befindliche Entzündung gehemmt wird. Des weiteren wirken die Frischpflanzentropfen antibakteriell, krampflösend und harntreibend. Das bedeutet, dass zum einen Schmerzen gelindert werden können und zum anderen die Filterfunktion der Nieren angeregt wird, um den Körper von Giftstoffen zu befreien.

Doch auch die Einnahme verschiedener Heilpflanzen soll bei der Bekämpfung einer Nephritis unterstützende Heilwirkung haben. Denken Sie hierbei bitte daran, dass manche Kräuter eine Belastung für die Nieren darstellen können. Aus diesem Grund müssen Sie die Einnahme unbedingt mit Ihrem Therapeuten besprechen.

Insbesondere die Einnahme von Birkenblättern, Brennnesselkraut, Schöllkraut, Petersilie, Queckenwurzelstock, Goldrutenkraut, Eisenkraut, Schachtelhalmkraut, Gartenbohnenhülsen und Hauhechelkraut soll bei der Heilungsprozess beschleunigen. Doch auch Krappwurzeln, Preiselbeerblättern, Liebstöckel und Färberginsterblättern gelten als schmerzlindernde Heilkräuter. Alle genannten Kräuter können entweder in Form eines gepressten Saftes oder aufgegossen als Tee konsumiert werden. Da letzterer ebenso für eine Flüssigkeitszufuhr sorgt, ist Tee empfehlenswerter.

Ätherische Öle

 

  • Öl der Schafgarbe

Viele Anwender der Naturheilkunde schwören bei einer Nierenentzündung auf die Anwendung ätherischer Öle. Hierbei soll vor allem das Öl der Schafgarbe zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Am besten wirkt es, wenn Sie 3-5 Esslöffel des Öls mit 2 Esslöffeln lauwarmem Wasser und einem Teelöffel Honig vermischen. Anschließend können Sie es wie Hustensaft zu sich nehmen.

Homöopathie & Globuli

 

  • Nieren- und Blasentropfen

Auch homöopathische Mittel sollen bei einer Nephritis eine gewisse Linderung verschaffen können. Liegt eine Infektion vor, kann die Einnahme von Nieren- und Blasentropfen helfen. Diese sind aus Berberis und Solidago zusammengesetzt. Hierbei sind 3 mal täglich jeweils 10-12 Tropfen oral einzunehmen.

Doch auch Globuli werden eine helfende Wirkung beigemessen. Sie sollen den Körper insbesondere unterstützen, indem sie die Aktivitäten der Nieren anregen. Dadurch lindern die Globuli die Beschwerden der Nierenentzündung.

Zu beachten ist bei der Anwendung stets unter der Aufsicht eines approbierten Arztes zu stehen. Dieser muss entscheiden, wann eine rein homöopathische Behandlung bzw. eine Behandlung durch Globuli nicht mehr ausreicht und auf die Schulmedizin zurückgegriffen werden muss. Generell sollte eine homöopathische Behandlung lediglich ergänzend zur schulmedizinischen stattfinden. Als richtige Dosierung sollten 3 mal täglich 5 Globuli eingenommen werden.

Schüssler-Salze

 

Die Anwendung von Schüssler Salzen kann vor allem bei einer chronischen Nierenentzündung für eine Linderung sorgen. Vor allem Kalium arsenicosum kann zur Anwendung kommen. Bei einer Nierenentzündung sollten Sie nicht mit Schüssler Salzen experimentieren, sondern sich auf Kalium arsenicosum beschränken. In Form von Tabletten nehmen Sie von diesem am besten 3 bis 6 mal am Tag 1-3 Tabletten.

Bei einer Nierenerkrankung darf die Behandlung durch Salze nicht beliebig ergehen. Dies liegt daran, dass durch zu viel Salze im Körper Ödeme gebildet werden können und die Niere nicht genügend durchgespült wird. Nehmen Sie die Tabletten einzeln ein und lassen Sie sie langsam im Mund zergehen.

Diät & Ernährung

 

  • salzarm
  • proteinarm
  • fettarm
  • Verzicht auf Genussmittel (Rauchen, Alkohol)
  • viel trinken

Eine Ernährungsumstellung kann bei Nierenproblemen schon einiges bewirken. Schließlich ist bei vielen Patienten zu erkennen, dass vor allem die Ernährung der Auslöser für die Erkrankung war.

Naturheilkunde raten dazu kein Schweinefleisch zu essen. Des weiteren soll Salz komplett durch andere Gewürze ersetzt werden. Auch Süßigkeiten und sehr kalte Getränke sollten nach der Naturheilkunde nicht gegessen bzw. getrunken werden. Auch auf Phosphat welches bspw. in Cola, Milchpulver und Kondensmilch enthalten ist, sollte komplett verzichtet werden.

Manche Naturheilkundler raten zu einer Kur, die eine Fastenzeit beinhaltet. Nachdem 3 Tage gefastet wurde, sollte der Patient auch hier seine Ernährung auf eine salzarme und proteinarme Ernährung umstellen, die außerdem bestenfalls fleischfrei ist. Innerhalb der Phase der Schonkost wird außerdem dazu geraten ein bis zwei Tage lang nur Obst und Säfte zu sich zu nehmen. Selbstverständlich hat jede Besonderheit in der Ernährung und jede Änderung dieser unter Rücksprache mit dem behandelnden Arzt stattzufinden.

FAQ – Fragen & Antworten

Folgende Fragen wurden uns von Nutzern gestellt. Wir haben versucht diese möglichst verständlich und gewissenhaft zu beantworten.

Woran erkenne ich, dass ich eine Nierenentzündung habe?

Sollten Sie eine Veränderung Ihres Urins erkennen, sollten Sie bereits skeptisch werden. Zum einen ist eine plötzliche Braunfärbung typisch und zum anderen ist das plötzliche Auftauchen von Eiweißstückchen im Harn ein auffälliges Zeichen. Tauchen parallel dazu Flankenschmerzen in der Nierengegend auf, sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren.

Kann ich eine Nierenentzündung irgendwie vorbeugen?

Leider ist es nicht möglich eine Erkrankung in Form einer Nephritis zu verhindern. Den einzigen Rat den man einem geben kann, ist ein Lebensstil zu pflegen, der der Gesundheit der Niere nicht im Wege steht. Das bedeutet insbesondere die Zusichnahme von genügend, selbstverständlich unalkoholischer, Flüssigkeit, nicht zu fettem Essen und wenig Salz. Hält man sich an diese Faustregeln, ist die Nierenfunktion gestärkt und das Organ etwas unanfälliger für Erkrankungen.

Wieso bekomme ich eine Nierenentzündung?

Die Auslöser für eine Nephritis können unterschiedlich sein. Hierbei wird zwischen primärer und sekundärer Nephritis unterschieden. Bei der ersten Variante legt sich ein Bakterium direkt auf Niere und eine Entzündung entsteht. Die zweite Art der Erkrankung hingegen entsteht aufgrund von Antikörpern, die ursprünglich eine andere Grunderkrankung bekämpfen sollen, aber fälschlicherweise die Nierenzellen attackieren.

Werde ich bei einer Nierenentzündung wieder gesund?

Sollten Sie rechtzeitig zum Arzt gehen, stehen die Chancen der Heilung einer akuten Nephritis sehr gut. Eine chronische Nierenentzündung hingegen kann nur mithilfe einer Nierentransplantation vollständig geheilt werden.

Was muss ich nach einer geheilten Nierenentzündung beachten?

Allgemein kann man sagen, dass Sie nach einer geheilten Nierenentzündung bestenfalls Ihren Lebensstil an die zuvor erkrankte und nun geschwächte Niere anpassen. Nehmen Sie salz- und eiweißarme Kost zu sich. Verzichten Sie auf Fettiges und zu viel Fleisch.

Außerdem sollten Sie viel trinken, um die Filterfunktion der Nieren aufrecht zu erhalten. Ein Verzicht auf Alkohol ist ebenfalls angebracht. Schließlich fordert die Zusichnahme all dieser Nahrungsmittel die Nieren dazu auf unglaublich viele Giftstoffe aus der Nahrung zu filtern. Bei Verzicht wird das Organ geschont.

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