Analfistel

Steckbrief: Analfistel

  • Name(n): Analfistel; Fistula anorectalis
  • Art der Krankheit: Proktodealdrüseninfektion
  • Verbreitung: Infektion
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Nicht bekannt
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Bakterien
  • Wieviele Erkrankte: 5 bis 8 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Proktologe
  • ICD-10 Code(s): K60

Ein unangenehmes Unterfangen

Viele Krankheiten sind zwar unangenehm und/oder schmerzhaft, doch lassen sich beim Arzt meist innerhalb von wenigen Wochen behandeln.

Aber es gibt auch Erkrankungen, die nicht nur körperliche Leiden mit sich bringen, sondern dem Patienten extrem peinlich sind.

Zu diesen Krankheiten zählen die Analfisteln, welche am After, also dem Analkanal, sitzen. Zum einen sind Analfisteln ziemlich schmerzhaft, zum anderen ist die Behandlung mit einer hohen Schamhaftigkeit verbunden.

Was Sie gegen Analfisteln unternehmen können, erfahren Sie hier.

Definition Analfistel

Die Analfisteln haben ihren Ursprung im After. Direkt im Analkanal oder der Mastdarmampulle befindet sich eine starke Verzweigung von Fistelgängen, die in Fachkreisen ALS Fuchsbaufisteln bezeichnet werden.

Sobald die Analfisteln ausbrechen, wird von einem chronischen Stadium der Proktodealdrüseninfektion gesprochen.

Der Verlauf der Krankheit wird dabei von der anatomischen Gliederung des Anus sowie seiner Umgebung bestimmt.

Da die meisten Drüsen im hinteren Kommissur zu finden sind, nehmen rund 80 Prozent aller Infektionen ihren Ausgang dorsal. An den Seiten finden Sie kaum Drüsen, weshalb hier Analfisteln eher selten sind.

Die Ausbreitung von Analfisteln erfolgt über die lockeren Verschiebeschichten des perianalen Raums.

Was ist eine Analfistel?

Von Fachmännern werden Analfisteln als Fistula ani bezeichnet, wobei es sich um pathologisch veränderte, röhrenförmige Verbindungen zwischen den äußeren Analbereich und dem Analkanal handelt. Insofern sitzen Analfisteln zwischen der äußeren und der inneren Fistelöffnung. In der Regel weisen Analfisteln eine entzündliche Veränderung auf, weshalb es keine Seltenheit ist, dass ein eitriges Sekret in den Fistelkanal entleert wird. In vielen Fällen ist dieses Sekret mit dem Stuhl vermischt. Es kann aber auch ohne den Stuhlgang entleert werden.

Je nach anatomischer Lokalisierung sowie dem Verlauf wird zwischen diversen Analfisteln unterschieden. Die intersphinktären Analfisteln sind zwischen den beiden Analsphinktern gelegen. Die extrasphinktären Analfisteln befinden sich im Umlauf des Sphinkterapparats. Sitzen die Analfisteln zwischen der Rektumschleimhaut und inneren Analsphinkter, sprechen Sie von submukösen Analfisteln. Die transsphinktären Analfisteln durchqueren hingegen beide Analsphinkter. Ansonsten gibt es noch die subkutanen und suprasphinktären Analfisteln, welche zwischen Sphinkter und Beckenbodenmuskeln verlaufen.

Die Lokalisierung bestimmt aber nicht nur den fachspezifischen Namen der Krankheit, sondern auch die Symptome und Krankheitszeichen. Sicherlich ähneln die sich stark, dennoch gibt es minimale Unterschiede. Gerade hinsichtlich des Stuhlgangs kann dieser von den Analfisteln unterschiedlich beeinflusst werden.


Welche Ursachen gibt es?

Die häufigste und bekannteste Ursache für Analfisteln ist die Entzündung der Duftdrüsen, welche im Analbereich jedes Menschen sitzen. Wie es zu dieser Entzündung kommt, ist weitläufig noch unbekannt. Einige Mediziner gehen davon aus, dass die Analfisteln erblicher Natur sind. Jedoch konnte das bis heute noch nicht eindeutig bewiesen werden. Zwar haben Analfisteln häufig den Ursprung in den Duftdrüsen, doch diese können auch in anderen Bereichen der Analgänge ausbrechen. Eine weitere Ursache für die Analfisteln ist eine chronische Vorerkrankung. Diese begünstigt die Bildung der Analfisteln oder kann diese sogar provozieren. Zu diesen chronischen Erkrankungen zählen natürlich gerade Entzündungen des Darms, wie beispielsweise Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn. Der Grund ist, dass der Dickdarm durch diese Krankheiten permanent entzündet ist. Dadurch besteht die Gefahr einer fehlgeleiteten Bildung von Zellen, die sich am Ende als Analfisteln zeigen.

Ein weiterer Grund für Analfisteln kann das eigene Geschlecht sein. Meist leiden Männer häufiger unter dieser Krankheit als Damen. Der Grund ist, dass Männer die Analdrüsen stärker ausgebildet haben als Frauen. Sie sitzen seitlich vom After zwischen inneren und äußeren Muskeln. Insofern kann es leichter zu einer Entzündung kommen. Häufig treten Analfisteln auch bei Diabetes mellitus auf. Durch den veränderten und bereits geschwächten Körper kann es leichter zu einer Infektion im Analbereich kommen. Ebenso sollte bei Akne inversa aufgepasst werden, denn auch diese kann zu Analfisteln führen. Jedoch gibt es noch einige weitere Krankheiten, die Analfisteln als Symptome oder Begleiterscheinungen aufweisen. Darunter fallen diverse Krebserkrankungen, Kryptitis und Divertikulitis.

Die häufigsten Ursachen:

  • Entzündung der Duftdrüsen
  • Vorerkrankungen wie eine chronische Darmerkrankung
  • Diabetes mellitus
  • Akne inversa
  • Erbkrankheiten
  • Männliches Geschlecht
  • Divertikulitis
  • Kryptitis
  • Krebserkrankungen

Symptome & Anzeichen

Es gibt eine große Vielzahl an Symptomen, welche sich je nach Art und Lokalisierung der Analfisteln unterscheiden. Jedoch gibt es einige allgemeingültige Anzeichen, die beinah bei jeder Analfisteln-Erkrankung vorzufinden sind. Typisch ist das Nässen im Afterbereich. Dadurch, dass die Analfisteln zu Entzündungen und Eiter führen, kann der Eiter direkt in den Darm entleert werden. Somit kommt es meist zu einem flüssigen Austritt, welcher sich durch eine leicht gelblich-bräunliche Farbe zeigt. Das Nässen im Afterbereich muss nicht auf eine bestimmte Situation zurückzuführen sein. Sicherlich transportieren Sie den Eiter bei Bewegungen schneller aus dem Darm, doch selbst beim gemütlichen Sitzen oder einem Nickerchen kann es zu diesem Symptom kommen.

Ein weiteres Anzeichen für Analfisteln ist ein Juckreiz im Afterbereich. Gerade nach dem Sport oder viel Bewegungen ist es beinah normal, dass der After und die Analregion durch den produzierten Schweiß zu jucken beginnt. Herrscht aber selbst beim Entspannen oder Relaxen ein extremer Juckreiz, kann das ein Anzeichen auf Analfisteln sein. Der Juckreiz lokalisiert sich dabei nicht auf den Außenbereich des Afters, sondern sehr viel mehr den Analeingang und die inneren Seiten. Das ständige Kratzen kann jetzt zu einem weiteren Problem führen. Da die Haut im Afterbereich recht empfindlich ist, können kleine Wunden durch die Fingernägel entstehen.

Stuhlinkontinenz ist einer der bekanntesten Symptome von Analfisteln. Das bedeutet, Ihr Stuhl fließt ohne Ihr Mitwissen oder den Gang auf die Toilette. Natürlich ist das extrem unangenehm und unschön, denn selbst unterwegs, bei einem wichtigen Jobgespräch oder beim Einkaufen kann es dazu kommen. Die Intensität der Stuhlinkontinenz hängt von den Analfisteln ab. Am Anfang der Krankheit findet meist nur eine leichte Stuhlinkontinenz statt. Das heißt, nur, wenn der Darm gefüllt ist, kommt es zur Ausscheidung. In späteren Stadien der Analfisteln können aber schon geringe Mengen direkt ausgeschieden werden.

Neben den typischen Symptomen für Analfisteln gibt es noch einige Anzeichen, welche aber recht allgemein gehalten sind. Oftmals zeigen sich die Analfisteln mit einem Fieber. Schon in den frühen Stadien der Analfisteln kann eine Erhöhte Temperatur darauf hinweisen, dass etwas mit Ihrem Körper nicht stimmt. Doch auch ein allgemeines Krankheitsgefühl ist keine Seltenheit. Meist fühlen Sie sich kraftlos und schlapp. Sie wollen am liebsten den ganzen Tag liegenbleiben und sich ausruhen. Je stärker das Krankheitsgefühl ist, desto weiter schreiten die Analfisteln voran. Beobachten Sie das Krankheitsgefühl gemeinsam mit dem Afterjucken, der Stuhlinkontinenz sowie dem Nässen im Afterbereich, können Sie ziemlich sicher von Analfisteln ausgehen.

Die häufigsten Symptome:

  • Nässen im Afterbereich
  • Afterjucken
  • Stuhlinkontinenz
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Hohes Fieber

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um auf den Schluss der Analfisteln zu kommen ist der Besuch beim Arzt notwendig. Der erste Gang kann zum Hausarzt führen. Sollte der Verdacht der Analfisteln ausgesprochen werden, werden die meisten Patienten an einen Proktologen vermittelt. Um die Diagnose zu stellen, befragt der Arzt zunächst den Patienten nach den genauen Symptomen. Sollten typische Symptome für Analfisteln genannt werden, schaut sich dieser die Afterregion genauer an. Ein Arzt kann meist schon von außen erkennen, ob Analfisteln vorliegen. Unterstützen tastet dieser vorsichtig den Analkanal mit seinem Finger ab. Es wird nun von einer digital-rektal Untersuchung gesprochen.

Nicht immer kann sofort auf Analfisteln geschlossen werden. Besonders, wenn die Fisteln im Muskelgewebe verlaufen, ist häufig eine genauere Untersuchung notwendig. Es kommt jetzt eine sogenannte Rektoskopie zum Einsatz. Ein stab- oder schlauchförmiges Spiegelgerät (Endoskop) wird nun vom Arzt in den Analkanal eingeführt. Mit dessen Hilfe kann der Arzt die Einzelheiten des Analkanals erkennen und gegebenenfalls Fisteln feststellen. Sollten die Analfisteln noch nicht allzu weit ausbreitet sein, ist die Rektoskopie nicht schmerzhaft.

In den meisten Fällen reicht die äußere Untersuchung sowie eine Rektoskopie aus damit die Diagnose „Analfisteln“ gestellt werden kann. Dennoch gibt es noch einige Möglichkeiten, die von vielen Ärzten in Anspruch genommen werden. Dabei geht es weniger um die Diagnose, sondern die genaue Eingrenzung sowie den Verlauf. Dafür führt der Arzt vorsichtig eine Sonde in die äußere Mündung der Fistel ein. Dank dieser kann der Arzt erkennen, wie der Fistelgang verläuft und ob er sich vielleicht schon verzweigt hat. Sollte es bereits dazu gekommen sein, gibt es verschiedene andere Methoden. In der Regel findet eine Ultraschalluntersuchung statt. Doch auch eine Magnetresonanztomographie kann ein klares Bild schaffen.

Die einzelnen Diagnoseschritte:

  • Eine umfassende Befragung des Patienten
  • Bei typischen Symptomen die äußere Untersuchung des Afterbereichs
  • Unterstützend durch eine Abtastung mit den Fingern
  • Einsatz eines Endoskops zur Bestimmung
  • Einführen einer Sonde
  • Bei starker Verzweigung kommt es zu Magnetresonanztomografie oder einer Ultraschalluntersuchung

Analfisteln sind zwar mit einem Analabszess vergleichbar, jedoch wesentlich weniger schmerzhaft. Zunächst kommt es zu einer Entzündung, sodass die typischen Symptome wie das Nässen, eitrige Sekretabsonderungen oder punktuelles Bluten auftreten. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sich diese weiter verzweigen. Das Problem ist jetzt, dass die Analfisteln auch Richtung Afterausgang wandern. Durch die starke Verzweigung kann der Afterausgang anschwellen und verschlossen werden. Anhand des Verlaufs unterscheiden Ärzte nach zwei Formen.

Komplette Analfistel: Bei dieser verläuft die Fistel durchgängig von der Darmschleimhaut im Afterkanal bis zur äußeren Haut. Beidseitig besitzen die Fisteln Mündungen.
Inkomplette Analfistel: Nur auf einer Seite besitzt die Fistel eine Mündung. Entweder zur Hautseite oder zur Schleimhautseite. Die jeweils entgegengesetzte Seite endet „blind“.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Häufigkeit der Krankheiten hat sich über die letzten Jahre nicht sonderlich verändert. In der Regel kommt es zu fünf bis acht Fällen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Das bevorzugte Alter liegt zwischen 20. und 50. Jahren. Ein wichtiger Punkt ist, dass Männer häufiger erkranken als Frauen. Das liegt an den stärker ausgebildeten Duftdrüsen im Analgang. Insofern erkranken rund dreimal mehr Männer als Frauen. Darüber hinaus variieren die Arten der Analfisteln.

Rund 45 Prozent aller Betroffenen leiden unter den Intersphinkter. Insofern verläuft die Fistel oberflächlich entlang des inneren Schließmuskels. Oftmals breitet sich die Analfisteln auch in weiteres Gewebe zwischen innerem und äußerem Schließmuskel aus. Etwa 40 Prozent leiden unter Transsphinkter. Hierbei durchdringt der Fistelverlauf die innere als auch äußere Schließmuskulatur. Fünf Prozent der Betroffenen leiden unter Suprasphinkter. Die Analfisteln verlaufen oberhalb des Schließmuskels. Sie durchbrechen dabei die Muskulatur des Beckenbodens. Nur ein Prozent aller Erkrankten leiden unter Extrasphinkter. Es handelt sich um die seltenste Form der Analfisteln. Diese verlaufen durch die Heber des Afters bis in den Beckenboden. Meist münden diese im Mastdarm oberhalb des Afters. Gerade bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn kommt es zu dieser Form der Fisteln.


Komplikationen bei der Krankheit

Bei den meisten Formen der Analfisteln kommt es zu einer offenen Wundbehandlung. Dementsprechend kann es zu Blutungen und besonders Nachblutungen kommen. Das Blut wird meist mit dem Stuhl abtransportiert, kann aber auch ohne dessen Hilfe ausgeschieden werden. Das Problem bei den Blutungen ist, dass es zu erneuten Infektionen kommen kann. Dadurch schreiten die Fistelgänge weiter voran. Eine weitere Komplikation können starke Vernarbungen sein. Sollte der After von den Narben betroffen sein, kann es zu einem erschwerten oder schmerzhaften Stuhlgang kommen.

Ebenso ist es keine Seltenheit, dass es zu Verletzungen im umgebenden oder betroffenen Strukturen kommt. Gerade der Schließmuskel kann darunter leiden, wenn er von Analfisteln betroffen war. Durch einen schwachen Verschluss kann es nun passieren, dass eine schlechte Kontrolle des Stuhlgangs möglich ist. Insofern kommt es zu einer teilweisen Stuhlinkontinenz. Allergische Reaktionen sind bei der Behandlung und der Operation auch nicht ausgeschlossen. Gerade die verwendeten Stoffe und Materialien können zum Anschwellen des Afterbereichs führen.

Es gibt noch sehr viel mehr Komplikationen, Risiken und gängige Nebenwirkungen. Jedoch variieren diese je nach Patient sowie Form der Analfisteln. Aus diesem Grund ist es zu empfehlen, dass Sie sich mit Ihrem Arzt zusammensetzen und diese Probleme besprechen. Insofern können Sie individuell gegen die bevorstehenden Schwierigkeiten gewappnet sein.

Welche Komplikationen gibt es?

  • Blutungen
  • Nachblutungen
  • Erneute Infektion
  • Starke Vernarbung
  • Erschwerter oder schmerzhafter Stuhlgang
  • Verletzungen von nahen Strukturen
  • Schwacher Afterschließmuskel
  • Leichte Stuhlinkontinenz
  • Allergische Reaktionen

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Analfisteln sind Entzündungen am After, die im Normalfall wieder von alleine verschwinden. Jedoch kann sich in einigen Fällen die Entzündung ausbreiten, weshalb eine ärztliche Behandlung notwendig ist. Sie erkennen den Bedarf eines Arztes daran, dass die typischen Symptome von Analfisteln auftreten. Zugleich haben Sie Schmerzen beim Stuhlgang oder können diesen nicht mehr richtig kontrollieren. Zudem entsteht meist ein starker Juckreiz, sodass die betroffenen Personen die Stelle noch weiter reizen. Leicht entsteht aus simplen Fisteln eine offene Wunde, die sich sogar entzünden kann. Sollte es bereits soweit gekommen sein, ist der Gang zum Arzt Pflicht. Ansonsten bildet sich aus der Entzündung leicht ein Abszess. Verzichten Sie hingegen auf eine Behandlung, kann das zu weiteren Komplikationen führen. Sogar eine Blutvergiftung kann eintreten.

Liegt also ein Schmerz im Afterbereich vor, kommt es zum Nässen und fühlen Sie sich allgemein unwohl, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen. Wichtig ist, dass Sie lieber frühzeitig hingehen. Leider schämen sich viele Menschen für Schmerzen oder Probleme am oder im After, weshalb der Arztbesuch hinausgezögert wird. Das kann sich aber negativ auf Ihrem Körper auswirken. Sind Sie sich sicher, dass die Beschwerden direkt vom After ausgehen, sollten Sie einen Termin bei einem Proktologen machen. Eine Selbstbehandlung ist nur in schwachen Fällen möglich.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die häufigste Form der Therapie ist ein chirurgischer Eingriff. Lediglich dadurch können die Analfisteln und deren Verzweigungen bestmöglich entfernt werden. In den meisten Fällen kommt eine chirurgische Spaltung (Fistulotomie) zum Einsatz. Unter Lokalanästhesie findet gemeinsam mit einer Knopfsonde das Spalten des gesicherten Fistelkanals statt. Wichtig bei dieser Operation ist, dass der Sphinkterapparat geschont wird. Ansonsten kann es zu Stuhlinkontinenz kommen. Außerdem kommt zur Entfernung des entzündlichen Materials eine Kürettage (Ausschabung) des Fistelbodens zum Einsatz. Anders als bei vielen anderen Operationen ist, dass der entstandene Wundgraben bis zur vollständigen Abheilung der Wunde offengehalten wird. Zudem muss dieser regelmäßig gespült und dessen Wundränder kontrolliert werden.

Ein alternatives Verfahren ist die sogenannte Fistulektomie. Bei dieser wird der Fistelkanal herausgeschnitten. Das Problem bei dieser Behandlung ist, dass es je nach Verlauf und Art der Analfisteln zu einer chirurgischen Durchtrennung von Muskelarealen des Sphinkterapparats kommen kann . Das sorgt wiederum für eine Stuhlinkontinenz. Um das zu verhindern, kann der Fistelkanal in diesem Bereich durch Fibrinkleber oder einem Fistelplug plastisch verschlossen werden. Jedoch liegt die Rezidivrate bei diesem Eingriff höher. Aus diesem Grund und zur Stabilisierung der lokalen Entzündung wird meist erst eine Fistelspaltung durchgeführt.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Fadendrainage. Bei dieser Therapie zieht der Arzt einen Faden durch den Fistelgang und verknotet ihn von außen. Durch diese Drainage können Sekret und Eiter der Fistel nach außen abfließen, ohne dass es sich die Fistelöffnung vorzeitig schließt. Je nach Patient können nach der Fadendrainage zwei Wege eingeschlagen werden. Die meisten Ärzte bereiten ihre Patienten nach der Fadenmethode auf eine Operation vor. Bei einigen Wenigen kann die Fadendrainage aber auch eine dauerhafte Lösung sein. Sie sprechen nun von einem fribrosierenden Faden, welcher im Fistelgang verbleibt.

Die drei besten Therapieformen:

  • Chirurgische Spaltung
  • Fistulektomie
  • Fadendrainage

Vorbeugung -Impfung & Prävention

Leider ist es so, dass es gegen Analfisteln keine generell existenten vorbeugende Maßnahmen gibt. Der Grund ist, dass Analfisteln meist infolge eines Abszesses oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung entstehen, sodass Sie keine Prophylaxe betreiben können. Ein weiterer Grund ist, dass die genaue Ätiologie der Analfisteln noch nicht geklärt ist. Zwar treten diese häufig in Zusammenhang mit Verstopfungen, hämorrhoidalen Beschwerden, Durchfall oder bestimmten sexuellen Praktiken (Analverkehr) auf, doch auch andere Risikofaktoren begünstigen Analfisteln.

Im besten Fall achten Sie penibel auf Ihre Hygiene. Gerade die Reinigung nach dem Stuhlgang mit einem feuchten Tuch ist zu empfehlen, um den Analgang so sauber wie möglich zu halten. Auch eine ballaststoffreiche Ernährung kann das Risiko von Analfisteln reduzieren. Sollten Sie über eine sensible Darm- und Analschleimhaut verfügen, sollten Sie auf Produkte mit Konservierungs- und Duftstoffen verzichten. Dennoch können all diese Vorbeugemaßnahmen nicht komplett dafür sorgen, dass Sie nicht von Analfisteln betroffen werden.


Prognose zur Heilung

Die Heilungschancen hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Beispielsweise wie früh Sie die Analfisteln erkannt, ob Sie eine schnelle Operation in Anspruch genommen haben oder welche Art von Analfisteln vorliegen. In den meisten Fällen stehen die Heilungschancen aber sehr gut. Kommt es zu einer vollständigen Entfernung der Analfisteln, befindet sich die Prognose bei etwa 95 Prozent der dauerhaften Heilung. Zugleich verschwinden die Beschwerden schnell. Jedoch benötigt die offene Wunde einige Wochen bis zur Ausheilung. Bei einer unvollständigen Spaltung sieht es ein wenig anders aus. Auch Menschen, welche unter einer chronischen Entzündungskrankheit leiden, können immer wieder auf Analfisteln stoßen.


Analfisteln und Operationen

Worauf ist vor und nach der Operation zu achten?

Bevor eine Operation stattfinden kann, müssen einige Punkte für das bestmögliche Ergebnis berücksichtigt werden. Je nach Patient und Lage der Analfisteln müssen gerinnungshemmende Arzneimittel weggelassen werden, wie beispielsweise Aspirin oder Marcumar. Das kann ansonsten zu starken Blutungen führen. Ebenso ist vor der Operation eine Darmreinigung mittels Einlauf durchzuführen. Das müssen Sie nicht selbstständig machen, sondern jenes wird meist vom behandelten Arzt ausgeführt.

Wurde die Operation erfolgreich abgeschlossen, gibt es weitere Aspekte, die beachtet werden müssen. Einige Tage nach der Operation ist es so, dass sich viel Wundsekret im Verband sammelt. Das liegt daran, dass es sich um eine offene Behandlung handelt. Aus diesem Grund muss der Verband mehrfach am Tag gewechselt werden. Hinzu kommen Sitzbäder, die nicht nur die Wunden reinigen, sondern auch den Afterbereich beruhigen. Im besten Fall ist das Sitzbad lauwarm und mit Meersalz angereichert. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte das Sitzbad direkt nach dem Stuhlgang erfolgen. Doch integrieren Sie dieses auch in den normalen Tagesablauf, um die Heilung zu unterstützen. In der Zeit der Heilung müssen Sie zudem verstärkt auf die Hygiene im Afterbereich achten. Um Beschwerden beim Stuhlgang zu mindern, können Sie Mittel zur Stuhlregulierung einnehmen. Ein gutes Beispiel sind Flohsamen. Wichtig ist, dass Sie es damit nicht übertreiben. Besser sind Ballaststoffe, denn diese machen den Kot weicher.

Keine Angst vor Ansteckung

In der Regel werden Fisteln am After durch Bakterien verursacht, welche sich auf der körpereigenen Haut befinden und somit zur natürlichen Hautflora zählen. Insofern können Sie davon ausgehen, dass beide Komponenten der Krankheit nicht ansteckend sind. Nur in sehr seltenen Fällen kommen Erreger ins Spiel, die auch für gesunde Personen gefährlich sind. Wichtig ist, dass Sie auf hohe Hygiene achten. Haben Sie den austretenden Eiter der Analfisteln berührt, sollten Sie sich sofort die Hände waschen. Ansonsten kann es zu Entzündungen kommen, wenn Sie anschließend Hautstellen mit einer Verletzung berühren. Darüber hinaus sollten Sie sich von Personen fernhalten, die über ein geschwächtes Immunsystem verfügen. Diese können leichter eine Infektion erhalten, wenn diese mit dem Eiter der Analfisteln in Berührung kommen.

Die Ansteckung von anderen Personen ist bei Analfisteln aber ausgesprochen selten. Häufiger ist es der Fall, dass sich die Bakterien am Patienten selbst weiterverbreiten. Beispielsweise kann sich durch Druck die Entzündung tiefer im Gewebe ausbreiten. Auch umliegende Hautstellen bleiben meist nicht verschont, sodass Bakterien eindringen können. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Sie nicht an den Analfisteln herumdrücken oder kratzen. Sollte dennoch Eiter austreten, ist es wichtig, dass Sie diesen sofort entfernen. Übertreiben Sie es aber nicht mit der Hygiene, denn das kann den Heilungsprozess verlangsamen.


Alternative Behandlungsmethoden

Da es sich bei Analfisteln um eine bakterielle Infektion handelt, die sich unter der Haut und im Analgang bildet, gibt es nicht nur die traditionelle Schulmedizin. Einige alternative Behandlungsmethoden ermöglichen eine Heilung. Wichtig ist, dass es Sie meist nur eine leichte Form der Analfisteln mit den alternativen Methoden behandeln können. Sollte es aber schon zu starken Schmerzen, Ausfluss oder anderen unangenehmen Beschwerden gekommen sein, sollten Sie sich an einen Proktologen wenden. Das vorteilhafte an alternativen Behandlungsmethoden ist aber, dass Sie diese als Unterstützung nutzen können. Besonders bei der Abheilung der Wunden oder der Minderung der Schmerzen ist die Alternative Medizin eine gute Anlaufstelle.

Von innen nach außen

Die alternative Medizin arbeitet in den meisten Fällen mit einem einfachen Konzept: die Wirkung der Produkte soll von Innen die Analfisteln bekämpfen. Insofern wenden Sie nicht von außen verschiedene Salben, Cremes oder Tinkturen an, sondern Sie unterstützen Ihren Körper von Innen. Daher fallen auch klassische alternative Heilmethoden wie Akupunktur, Massagen oder eine Vielzahl der traditionellen chinesischen Medizin weg. Sehr viel mehr spezialisiert sich die Alternativmedizin auf Behandlungen durch Bachblüten, Schüssler-Salze, ätherische Öle, Homöopathie oder Heilpflanzen. Glücklicherweise gibt es hier eine bunte Auswahl, welche die Heilung beschleunigen, verbessern oder unterstützen kann.

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt einige Hausmittel, welche die Abheilung von Analfisteln fördern. Im besten Fall wenden Sie die Hausmittel gemeinsam mit einer schulmedizinischen Behandlung an. Dadurch haben Sie die besten Heilungschancen und unterstützen Ihren Körper. Einer der einfachsten und wichtigsten Hausmittel gegen Analfisteln ist Hygiene. Gerade nach dem Stuhlgang reicht das herkömmliche Toilettenpapier nicht aus. Leiden Sie also unter einer sehr empfindlichen Afterregion, sollten Sie nach jedem Toilettengang diesen Bereich mit feuchten Papier reinigen und anschließend trocknen. Achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit zurückbleibt. Diese kann zu Reizungen führen und die Ausbreitung der Analfisteln begünstigen. Waschen Sie sich nach dem Stuhlgang aber auch gründlich Ihre Hände, denn schnell übertragen Sie Erreger auf andere Körperstellen.

Zeigen sich die Analfisteln bereits an der Außenseite, kann ein warmer Umschlag zu Linderung führen. Dafür heißen Brei aus Hafergrütze, Leinsamen oder in heißer Milch eingeweichtes Brot in ein Säckchen oder Tuch fühlen. Legen Sie diesen Umschlag nun auf die betroffene Stelle. Seien Sie bei Ihrer Afterregion aber sehr vorsichtig, denn schnell kann es zu Verbrennungen kommen. Zudem ist es sinnvoll, wenn Sie diesen Schritt vorher mit Ihrem Arzt besprechen. Ein weiteres Hausmittel wirkt von Innen. Geben Sie einen Teelöffel Brennnesselblätter in eine Tasse mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee einige Minuten ziehen und trinken Sie ihn anschließend. Drei Tassen über den Tag verteilt kann zur Abheilung und einem verbesserten Immunsystem führen.

In Zusammenhang mit Analfisteln kommt es häufig zu Reizungen und Entzündungen um die Afterregion herum. Besonders, wenn die Fistel mit Juckreiz einherkommt, kratzen Sie sich die Haut auf. Um die Haut zu beruhigen und die Heilung zu fördern sollten Sie zwei Teelöffel Kamillenblüten mit etwa 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen. Lassen Sie die Tinktur fünf Minuten ziehen und tränken Sie danach eine Kompresse darin. Legen Sie die Kompresse auf die gereizte Haut. Im besten Fall lassen Sie die Kompresse für zwei Stunden auf der betroffenen Stelle. Doch schon eine halbe Stunde kann kleine Wunder wirken.

Wirsing oder Weißkohl sind ebenfalls gute Helfer gegen gereizte und geschundene Haut. Nehmen Sie die Außenblätter und zerquetschen Sie diese. Erwärmen Sie jene kurz und legen sie auf die betroffene Stelle. Sollte sich das alte Blatt verfärben, tauschen Sie es gegen ein neu erwärmtes Blatt aus. Doch noch sehr viel mehr Tinkturen und Kompressen helfen Ihnen bei der Heilung. Probieren Sie es mit einer Kompresse aus, welche in warme Milch getaucht wurde. Auch ein Esslöffel Bockhornkleesamen in heißem Wasser zu Brei verrührt kann für Linderung sorgen. Passen Sie aber auf, falls Sie nicht nur unter den Analfisteln leiden, sondern sich auch Abszesse zeigen. Diese können durch einige Anwendungen aufbrechen.

Bekannte und beliebte Hausmittel:

  • Optimale Reinigung der Afterregion
  • Brei aus Hafergrütze, Leinsamen oder heißem Milchbrot
  • Brennnesseltee
  • Kamillenblütenkompresse
  • Wirsing- oder Weißkohlblätter
  • Bockhornkleesamenbrei
  • Warme Milch

Heilkräuter & Heilpflanzen

Aus der Natur gibt es viele Helfer, die gegen Analfisteln wirken oder dessen Heilung begünstigen. Je nach Heilkräuter oder -pflanzen können Sie diese von innen oder außen anwenden. Eine kleine Powerknolle gegen Analfisteln ist Knoblauch. Am besten nutzen Sie frischen Knoblauch, welchen Sie ausdrücken. Den Saft geben Sie auf ein Tuch und lassen es auf der betroffenen Stelle für drei Stunden einwirken. Gerade über Nacht kann Knoblauch kleine Wunder wirken. Ansonsten sollten Sie zu schwarzen Holunder greifen. Zerstoßen Sie diesen und mischen Sie ihn mit etwas Salz und Essig an. Auch dieser Umschlag sollte drei Stunden einwirken.

Weitere gute Heilkräuter sind wilder Fenchel, Quendelseide, Sauerampfer oder die kleinblütige Königskerze. Die Anwendung ist meist recht ähnlich zu den oben genannten Heilpflanzen. In den meisten Fällen ist es gut, wenn Sie die Heilkräuter zu einer Kompresse verarbeiten und diese anschließend über mehrere Stunden einwirken lassen. Bedenken Sie dabei immer, dass die Einwirkzeit wichtig ist. Immerhin sitzen Analfisteln nur selten im äußeren Afterbereich, sondern im Analkanal. Damit die Wirkstoffe der Pflanzen vordringen können muss die Einwirkzeit stimmen. Einige Heilkräuter wirken aber auch gegen Reizungen und Entzündungen der Außenseite. Gute Anlaufstellen sind die Große Klette, Betonie, Brennnessel, Kamille oder Gänseblümchen.

Heilpflanzen gegen Analfisteln:

  • Knoblauch
  • Fenchel
  • Brennnessel
  • Betonie
  • Kamille
  • Gänseblümchen
  • Große Klette
  • Quendelseide
  • Königskerze
  • Sauerampfer

Ätherische Öle

In Hinblick auf ätherische Öle ist die Auswahl kleiner. Der Grund ist, dass die Behandlung von Analfisteln von außen eher kompliziert ist. Zieht das ätherische Öl somit nicht tief in die Haut ein, kann dies auch keine Wirkung zeigen. Dennoch gibt es einige wenige ätherische Öle auf die Sie sich verlassen können. Teebaumöl ist ein wahrer Alleskönner und kommt bei einer Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden zum Einsatz. Anders als bei manchen Verletzungen ist, dass Sie Teebaumöl nicht von außen anwenden. Besonders, wenn Sie das Öl auf offene Wunden geben würden, beginnt dieses extrem zu brennen und schmerzen. Aus diesem Grund kommt Teebaumöl bei Analfisteln von innen zum Einsatz. Geben Sie dazu zweimal täglich ein bis zwei Tropfen naturreines Teebaumöl in ein Glas Wasser. Trinken Sie jenes über den Tag verteilt über mehrere Wochen. Die enthaltenen Inhaltsstoffe töten Bakterien ab und helfen bei der Abheilung der Analfisteln.

Ein weiterer Helfer gegen Analfisteln ist Lavendel. Die violette Blume wird zu feinem Öl verarbeitet und kann jetzt von außen und innen angewendet werden. Gerade gegen Reizungen der Haut wirkt Lavendel kleine Wunder. Wichtig ist, dass Sie Lavendel lang genug einwirken lassen, damit sich die positiven Effekte entfalten. Ebenso wirkt das Öl gegen Entzündungen und Infektionen. Ansonsten können Sie wie beim Teebaumöl verfahren, indem Sie das Lavendelöl in Wasser auflösen und trinken. Ein großer Pluspunkt von Lavendel ist, dass sich das Öl auch auf Ihre Psyche auswirkt. Sie entspannen, fühlen sich beruhigt und bauen Stress ab.

Doch Sie können mit den ätherischen Ölen nicht nur die Analfisteln an sich behandeln, sondern auch einige Begleiterscheinungen. Gerade in den ersten Wochen der Behandlung leiden viele Patienten über einen nervösen Verdauungstrakt. Es kommt zu verschiedenen Störungen, die in manch schamhafter Situationen enden. Um das Problem zu umgehen, können Sie Kümmelöl anwenden. Trinken Sie am Tag ein Glas mit Kümmelöl oder reiben Sie dieses an Ihre Schläfen. Das Öl beruhigt Ihren Verdauungstrakt und sorgt für neuen Einklang. In besonders schlimmen Fällen zeigen sich nicht nur Analfisteln, sondern auch noch Würmer. Diese entstehen besonders dann, wenn Sie etwas Unpassendes gegessen haben. Aber auch gegen diese gibt es passende ätherische Öle. Verwenden Sie am besten Bohnenkraut, Cajeput, Kamille, Thuja oder Wermut. All diese Öle helfen nicht nur gegen Würmer, sondern wirken zugleich beruhigend und entgiftend.

Die besten ätherischen Öle:

  • Bohnenkraut
  • Cajeput
  • Kamille
  • Thuja
  • Teebaumöl
  • Lavendel
  • Wermut
  • Kümmelöl

Homöopathie & Globuli

Homöopathie spielt bei der alternativen Medizin eine wichtige Rolle. Besonders, wenn die Fistel nicht zu stark ausgebildet ist, kann die Homöopathie weiterhelfen. Ein kleines Wunderwerk gegen Analfisteln sowie Abszesse ist Myristica sebifera. Diese hilft bestehende Fistel zu öffnen, sodass der Eiter besser ablaufen kann. Zudem können Sie mit der Homöopathie auch die Risiken von Analfisteln behandeln. Beispielsweise kann fettige Haut dazu führen, dass sich Schmutz im Afterbereich sammelt. Verschiedene Mittel helfen Ihnen Ihr Hautbild sowie die Afterregion erheblich zu verbessern.

Sollte die Analfisteln schon über einen längeren Zeitraum eitern und es besteht die Gefahr, dass sich hartnäckige Fisteln bilden, sollten Sie das Mittel Calcium sulfuricum verwenden. Es liefert eine unterstützende Behandlung. Fühlen sich die Entzündungen heiß an und sind bereits stark gerötet und geschwollen, sollten Sie zum Arzt. Auch bei Schmerzen ist der Arzt die beste Anlaufstelle. Allerdings können Sie mit dem homöopathischen Mittel Belladonna eine unterstützende Wirkung für die Heilung schaffen.

Sitzen die Analfisteln tief in Ihrem Darm, sollten Sie Arsenicum album und Calcium carbonicum verwenden. Beide sind dafür bekannt, dass diese Abszesse resorbieren. Sollten Ihre Fisteln nach einer erfolgreichen Behandlung wiedergekehrt sein, sollten Sie Hepar sulfuris einnehmen. Es lindert die Schmerzen und verhindert einen unangenehmen Geruch. Selbstverständlich gibt es in der Homöopathie noch wesentlich mehr Mittel, welche Ihnen helfen können. Es kommt immer darauf an, wie der Krankheitsverlauf aussieht und welche Art von Analfistel entstanden ist. Beraten Sie sich deshalb mit einem Fachmann, sodass Sie Mittel wie Silicea, Crotalus horridus oder Pyrogenium richtig anwenden. Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erhalten, sollten Sie die homöopathischen Mittel für etwa zehn Tage vor und nach der Operation anwenden.

Hilfreiche Homöopathie:

  • Calcium sulfuricum
  • Arsenicum album
  • Calcium carbonicum
  • Silicea
  • Crotalus horridus
  • Pyrogenium
  • Myristica sebifera

Schüssler-Salze

Schüssler-Salze sind in den letzten Jahren immer beliebter und bekannter geworden. In der Regel werden die Salze innerlich gegen Analfisteln eingesetzt, um somit die Abheilung zu beschleunigen. Die bekanntesten Schüssler-Salze gegen Fisteln sind Nr. 1. Calcium fluoratum, Nr. 2. Calcium phosphoricum, Nr. 12. Calcium Sulfuricum, Nr. 17. Manganum sulfuricum und Nr. 20. Kalium aluminium sulfuricum.

Die Anwendung findet über die Einnahme von Tabletten statt. Wichtig ist, dass Sie nicht mehr als drei Salze zur gleichen Zeit einnehmen. Im besten Fall lassen Sie sich von einem Fachmann beraten. Die Anwendung ist denkbar einfach. Nehmen Sie drei- bis sechsmal pro Tag ein bis drei Tabletten ein. Liegt ein schwerer Fall von Analfisteln vor, sollten Sie alle ein bis zehn Minuten eine Tablette einnehmen. Auch Kinder können die Schüssler-Salze nutzen, obwohl bei diesen Analfisteln eher eine Seltenheit sind. Ansonsten sollten diese drei- bis sechsmal täglich ½ bis zwei Tabletten je nach Körpergröße und Alter nehmen. Dabei die Tabletten einzeln einnehmen und im Mund zergehen lassen. Falls gewünscht, können die Tabletten auch in Wasser aufgelöst werden.

Es gibt ebenso die Lösung „Heiße Sieben“. Das ist als Akutmittel besonders bewährt, wenn Sie sich nach der Erkrankung schlapp, antriebslos und müde fühlen. Dazu lösen Sie zehn Tabletten Magnesium phosphoricum in heißem Wasser auf. Trinken Sie die Tinktur nun Schluckweise so heiß wie möglich. Praktischerweise gibt es das Mittel heute schon als vordosiertes Pulver, sodass die Herstellung sehr einfach ist. Durch die „Überflutung“ mit Schüssler Nr. 7 kann der Körper von Innen wiederaufgebaut werden.

Passende Schüssler-Salze:

  • Nr. 1. Calcium Fluoratum
  • Nr. 2. Calcium Phosphoricum
  • Nr. 12. Calcium Sulfuricum
  • Nr. 17. Manganum sulfuricum
  • Nr. 20. Kalium aluminium sulfuricum

Diät & Ernährung

Eine passende Ernährung kann die Analfisteln sowohl verhindern, eindämmen wie auch dessen Heilung fördern. Wichtig ist ein starkes Immunsystem, denn dieses kann sich eigenständig gegen die Infektionen wehren. Aus diesem Grund ist eine abwechslungsreiche und vitaminhaltige Ernährung essenziell. Besonders frisches Obst und Gemüse sollte auf Ihrem täglichen Speiseplan stehen, sodass Sie mit all den wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Hilfreich ist es aber auch, wenn Sie viel Zeit an der frischen Luft verbringen und maßvollen Sport betreiben. Dadurch halten Sie Ihren Körper auf Vordermann und kleine Infektionen im Analkanal stellen keine Probleme dar. Vermeiden Sie dabei Kaffee, Alkohol und Rauchen.

Essenziell bei der Heilung von Analfisteln ist, dass Sie Reizungen des Afters verhindern. Es sollte also nicht zu Verdauungsproblemen, speziell Durchfall, kommen. Greifen Sie in der Heilungszeit deswegen besonders zu stopfenden Produkten wie Reis, Zwieback oder Bananen. Führen Sie auch ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zu. Vermeiden Sie hingegen sehr kalte oder heiße Speisen, scharfe Gewürze, Rohkost und zu viel frisches Obst. Ebenso sind blähende Speisen, Vollkornprodukte, Milchprodukte und fettige Speisen nicht zu empfehlen.

Worauf ist bei der Ernährung zu achten?

  • Viele Vitamine
  • Kein Kaffee, Alkohol oder Rauchen
  • Stopfende Produkte helfen
  • Flüssigkeit und Elektrolyte
  • Blähende Speisen vermeiden

FAQ – Fragen & Antworten

Ist ein künstlicher Darmausgang notwendig?

Bei starken Erkrankungen im Darmbereich haben viele Patienten die Sorge, dass schon bald ein künstlicher Ausgang (Bauchafter) zur Entlastung des Darms angelegt werden muss. Das ist bei Analfisteln nur in seltenen Fällen ein Muss. Oftmals ist es so, dass die Krankheit durch eine Operation beseitigt werden kann. Nur, wenn es zum wiederholten Male zum Rückfall des Leidens kam, sich die Grundleiden verschlimmert oder sich das Fistelsystem ausgedehnt hat, ist ein künstlicher Darmausgang manchmal die beste Maßnahme. Das sollte aber mit dem Arzt besprochen werden.

Kann es zu Zwischenfällen bei oder nach der Operation kommen?

Ein Eingriff gegen Analfisteln wird in der Regel als risikoarm eingestuft. Dennoch kann es trotz größter Sorgfalt zu vereinzelten Zwischenfällen kommen. Diese müssen entweder mit Nachoperationen oder Behandlungsmaßnahmen behoben werden. Beispielsweise kann es zu allergischen Reaktionen gegen das Betäubungsmittel oder andere Medikamente kommen. Nur selten ist ein lebensgefährlicher Kreislaufschock. Stärkere Blutungen treten vereinzelt auf. Durch eine Naht oder Einspritzung werden diese gestillt.

Spielt die Hygiene des Afters eine wichtige Rolle?

Liegt schon eine Entzündung vor, sollte die Hygiene des Afters an erster Stelle stehen. Schnell verschlimmern sich die Analfisteln, wenn die Hygiene nicht beachtet wird. Wichtig ist aber, dass Sie mit den hygienischen Maßnahmen nicht übertreiben. Im besten Fall reinigen Sie Ihren Afterbereich schonend mit klarem Wasser und etwas Seife oder Duschcremes ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Vermeiden Sie zu häufige Reinigung, da Sie ansonsten die betroffenen Stellen nur reizen. Auf Intimsprays, parfümierte Cremes und parfümiertes Toilettenpapier sollten Sie verzichten.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Die Nachbehandlung nach der Operation ist einfach. Die offen verbleibenden äußeren Wunden sollten Sie regelmäßig ausduschen. Ebenfalls werden jene vom Arzt ausgetastet, sodass eine zu frühe Verklebung verhindert wird. Die Wunden werden zudem mit Kompressen oder Vorlagen abgedeckt. Sollte es zu Schmerzen nach der Operation kommen, kann nach eigenen Ermessen Schmerzmittel eingenommen werden. Hilfreich sind auch Sitzbäder in lauwarmen oder warmen Wasser. Kommt es zu fester Stuhlkontinenz, kann leichtes Abführmittel eingenommen werden. Die Ernährung muss nicht verändert werden. Nur die übermäßige Einnahme von Fleisch oder Ballaststoffen ist schlecht.

Gibt es zu Analfisteln ähnliche Krankheitsbilder?

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Analfisteln, weshalb Sie diese auf den ersten Blick oder durch die Symptome nicht direkt unterscheiden können. Aus diesem Grund ist eine Eigendiagnose nicht zu empfehlen. Beispielsweise müssen Sie die „gewöhnlichen“ Analfisteln von den Krankheitsbildern der Analfisteln bei Morbus Crohn oder im Bauchraum unterscheiden. Insofern ähneln sich die Krankheitsbilder, doch die endgültige Krankheit kann stark unterschiedlich sein.

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