Atelektase

Steckbrief: Atelektase

  • Name(n): Atelektase
  • Art der Krankheit: Lungenkollaps
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 20. Jahrhundert
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Keine genauen Angaben
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Pneumologe
  • ICD-10 Code(s): p28.0; p28.1; j98.1

Atelektase
Atelektase
Der Begriff Atelektase setzt sich aus den griechischen Wörtern “atel” und “ektasie” zusammen und bedeutet soviel wie “unvollständige Erweiterung”. Somit ist der Kernpunkt der Atelektase bereits in der Bezeichnung zusammengefasst: Atelektase ist der Kollaps oder Verschluss der Lunge, was zu einem reduzierten oder sogar fehlenden Gasaustausch führt. Es kann einen Teil oder die gesamte Lunge betroffen sein. Normalerweise tritt die Atelektase einseitig auf. Unter Umständen ist es aber auch möglich, dass beide Lungenflügel in Mitleidenschaft gezogen werden. Im Unterschied zur Lungenkonsolidierung, bei der die Alveolen mit Flüssigkeit gefüllt sind, ist bei der Atelektase der Gasaustausch gestört. Die Alveolen sind folglich zwar mit Luft gefüllt, allerdings reicht diese für eine normale Atmung nicht aus und die Lunge beginnt in sich zusammenzufallen. In diesem Sinne gleicht die Atelektase dem sogenannten Pneumothorax.

Atelektase ist ein sehr häufiger Befund bei Thoraxröntgenaufnahmen und anderen radiologischen Studien und kann durch normale Ausatmung oder verschiedene medizinische Bedingungen verursacht werden. Eine akute Atelektase kann auch als postoperative Komplikation oder als Folge eines Surfactantmangels auftreten. Bei Frühgeborenen,die insgesamt zur Risikogruppe für diese Erkrankung gehören, führt dies bisweilen zu einem Atemnotsyndrom.

Definition Atelektase?

Eine normale gesunde Lunge ist in der Regel vergleichbar mit einem Ballon, in den Luft hineingepumpt und hernach wieder abgelassen wird. Ein stetiger Wechsel aus Anspannung der Thoraxwand und Entspannung sorgt folglich für den Gasaustausch. Bei einer Atelektase ist dieser wechselnde Vorgang beispielsweise durch eine Verletzung oder eine zugrundeliegende Krankheit gestört. Das bedeutet, dass Luft nicht in ausreichenden Mengen in die Lunge gelangt und sich diese mehr und mehr zu entspannen beginnt. Dadurch bleiben einer oder beide Lungenflügel leer, beziehungsweise haben nur unzureichend viel Luft gespeichert.

In aller Regel tritt die Atelektase nur einseitig auf. Die Gründe hierfür sind verschieden. Einerseits ist es nicht unüblich, dass sich die Krankheit bereits im Mutterleib bilden. Dann ist die Lunge des Embryos bereits entfaltet, füllt sich jedoch nicht mit Gas, sondern bleibt leer oder enthält Flüssigkeit. Aus diesem Grund stellt diese Krankheit eine häufige Ursache für Totgeburten dar. Sie fußt zumeist auf einer generellen Schädigung der Lunge oder wird durch Fehlbildungen hervorgerufen. Andererseits tritt Atelektase auch infolge einer Verletzung des Thorax auf. Diese kann bei einem Unfall entstehen, ist jedoch besonders häufig infolge einer Operation entstanden. Insgesamt gilt sie als besonders häufige postoperative Komplikation. Infrage kommen als Ursache darüber hinaus noch weitere Faktoren, die auf eine Schädigung der Atemmuskulatur und eine Störung des Gasaustausches hinauslaufen.

Insgesamt ist eine Atelektase durchaus lebensbedrohlich, kann allerdings bei richtiger Behandlung wieder aufgelöst werden. Zum Teil bedarf es lediglich der richtigen Pflege. Ohne Behandlung stellen sich jedoch schwere Lungenschäden ein, die von Fibrosen über Zyanosen bis hin zu Ödemen und Pneumonien reichen können.

Die Atelektase ist also eine Veränderung des Luftgehaltes innerhalb zumeist eines Lungenflügels. Speziell handelt es sich dabei um eine Verminderung des Gasanteils in der Lunge. Die Atelektase stellt somit das Gegenteil zum Emphysem dar, bei dem zuviel Luft in die Lunge gelangt. Das bedeutet, dass das Gewebe der Lunge im Grunde stabil bleibt, jedoch mehr Blut hineingepumpt wird und für dieses keine ausreichende sauerstoffhaltige Luft vorhanden ist. In einer gesunden Lunge halten sich Blut und Luft in etwa die Waage. Bei Atelektase überwiegt hingegen der Blut- den Luftanteil.

Die Ursachen für eine Atelektase können vielfältig sein. Beispielsweise kann ein Tumor Druck auf einen Lungenflügel ausüben. Denkbar ist aber auch eine Blockade oder eine andersgeartete Aufhebung des nötigen Unterdrucks, der zur Atmung notwendig ist. Zum Teil resultiert die Atelektase auch aus einer Fehlbildung, weshalb sie nicht selten bereits bei einem Fötus auftritt und zur Totgeburt führen kann. Ausgeschlossen als Ursache sind jedoch alle Arten von Entzündungen. Diese können ebenfalls für eine Störung des Gasaustausches führen. Das wird in der Medizin allerdings als Pneumonie bezeichnet.

In der Regel wird eine Atelektase sicher diagnostiziert und ist behandelbar. Allerdings kann sie auch zu Schäden des Lungengewebes führen und Ödeme oder entzündliche Prozesse hervorrufen, die unter Umständen sogar eine Resektion von Lungengewebe notwendig machen.


Was ist eine Atelektase?

Das Wort Atelektase setzt sich aus den griechischen Wörtern Ateles (unvollständig) und Ektasis (Ausdehnung) zusammen und steht für eine Atemwegserkrankung, bei der die Lunge oder auch nur bestimmte Lungenteile nur unzureichend belüftet werden.

Zur Erfüllung ihrer Funktion muss die Lunge sowohl gut durchblutet als auch gut belüftet sein, um so den reibungslosen Stofftransfer zwischen Luft und Blut zu gewährleisten: Das co2 wird dabei aus dem Körper ausgeschieden und parallel dazu ausreichend Sauerstoff aufgenommen.

Bei der auch Dystelektase genannten Atelektase ist dieser existenziell wichtige Austausch mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Verursacher sind zusammengefallene und dadurch aneinander liegende Lungenbläschenstrukturen (Alveolarwände). Einzelne Lungenabschnitte werden dadurch nur unzureichend mit Luft befüllt, was zur temporären Kollabierung der betroffenen Lungenteile führt und Beschwerden beim Luftholen zur Folge hat.

Während milde Formen der Atelektase temporärer Natur sind und dadurch häufig unbemerkt bleiben, können stärkere Ausbrüche dieser Krankheit lebensbedrohlich sein und etwa zu nächtlichen Atemstillständen führen. Damit gehört die Atelektase zur Gruppe der Atemwegserkrankungen, die insbesondere für Kinder und Heranwachsende äußerst gefährlich ist und behandelt werden muss.

Je nach Herkunft unterteilt man Aktelekaseerkrankungen in zwei Kategorien. Die primäre oder auch angeborene Atelektase tritt ausschließlich bei Frühgeborenen und Neugeborenen auf und ist eine genetisch bedingte Veranlagung, die dem Betroffenen quasi in die Wiege gelegt wurde. Zu den körperinternen Faktoren zählen vor allem: Eine angeborene Schädigung von Teilen des Atemzentrums, Fruchtwasseraspiration, angeborene Lungenfehlbildungen, eine durch einen unzureichenden Surfactantfaktor verursachte unvollständige Lungenreifung und onstige Lungenfehlbildungen.

Entsteht die Atelektase hingegen als Folge von Erkrankungen, Infektionen, Verletzungen oder eines eingeführten Fremdkörpers, zählt sie zur zweiten Kategorie der sogenannten sekundären Atelektasen. Im Unterschied zur primären Atelektase sind die Auslöser der sekundären Atelektase stets externer Natur. Dadurch zählt die sekundäre Aktelekase auch nicht als eine eigenständige Krankheit, sie ist vielmehr ein durch eine andere Grunderkrankung erzeugter akuter oder chronischer Zustand.

Verantwortlich für die zu den Atemwegserkrankungen zählende Atelektase sind letztlich Defekte an den körpereigenen Lungenbläschen, die medizinisch Alveolen benannt werden. Bei diesen, für den lebenswichtigen Sauerstoffaustausch verantwortlichen Teilchen handelt es sich um die kleinsten, luftführenden Einheiten innerhalb des gesamten Lungensystems. Lungenbläschen sind von einem Netz aus kleinsten Blutgefäßen ummantelt. Vorbeifließende, rote Blutkörperchen entnehmen hier den zuvor aus der Luft aufgenommenen Sauerstoff und transportieren ihn weiter.

Bei der Atelektase erfolgt eine Deformierung dieser Lungenbläschen. Die Strukturen der Lungenbläschen (Alveolarwände) fallen geradezu in sich zusammen und liegen dadurch enger aneinander an. Als Folge können sie den Sauerstofftransport nicht mehr, oder nur unzureichend durchführen. In den davon betroffenen Bereichen der Lunge findet also kein Sauerstoffaustausch statt, Betroffene haben das Gefühl, trotz intensiven Atmens nicht genügend Luft zu bekommen, und das ist nicht nur äußerst beklemmend, sondern ein überaus ernstzunehmender Zustand. Schwerere Formen führen zu schwerer Atemnot, nächtlichen Atemstillständen und können auch Lungenentzündungen auslösen. Tritt die Aktelekase dagegen nur temporär oder in milderer Form auf, bleibt sie zumeist unbemerkt.

Eine Atelektase kann aber auch als Folge ungesunder Ernährung, des Rauchens oder des Lebens in verunreinigter oder Smog-verseuchter Luft entstehen. Nicht selten tritt eine Atelektase aber auch nach einer Operation auf, selbst wenn diese absolut fachgerecht durchgeführt wurde. Verursacher ist hier meist jede Form der künstlichen Beatmung, eine eventuelle Anästhesie oder auch nur ein leichtes Beruhigungsmittel, welches dem Patienten vor der Operation in Pillenform oder intravenös verabreicht wurde. Vor allem die Anästhesie hat eine temporär komprimierende Auswirkung auf das Lungengewebe und macht den Körper dadurch auch nach geglückter Operation grundsätzlich anfälliger für Lungenerkrankungen aller Art. Gleiches gilt auch für verunfallte Personen sowie bestimmte Herzoperationen und Erkrankungen, welche in irgendeiner Weise mit den Bronchien zusammenhängen. Sie alle führen zu einer Schwächung des Atemsystems und damit zu einer gewissen Anfälligkeit desselben.

Grundsätzlich werden zwei sehr unterschiedliche Ursachengruppen für den Ausbruch einer Atelektase verantwortlich gemacht. Entweder ist sie durch erbliche Vorbelastung genetisch bedingt und bricht vielleicht irgendwann (oder auch nie) aus-Dies betrifft insbesondere Frühgeburten, Säuglinge, Kinder und Heranwachsende. Oder aber die Atelektase entsteht durch externe Ursachen wie etwa eine Operation, ein Tumor oder als indirekte Folge einer völlig andersgearteten Krankheit.

Als praktisch einziges Symptom für das Vorliegen einer Atelektase gilt das erschwerte Luftholen. Dies rechtfertigt nicht notwendiger Weise gesundheitliche Besorgnisse, denn es gibt es auch sehr milde und nur temporär auftretende Ausprägungen der Atelektase. Die bleiben zumeist völlig unbemerkt und klingen nach einiger Zeit von selber wieder ab. Bei stärkeren Formen der Atelektase dagegen haben Betroffene anhaltend große Schwierigkeiten beim Atmen.

Egal wie konzentriert und bewusst man dies auch versucht, es bleibt das sehr unangenehme Gefühl bestehen, nicht tief genug einatmen zu können und dadurch trotz aller Anstrengungen nicht ausreichend Luft zu bekommen. Wie stark diese Schwierigkeiten sind, hängt teils auch von krankheitsunabhängigen Begleitumständen wie der Körperhaltung oder der allgemeinen Physis wie etwa dem Körpergewicht ab. So wird der Oberkörper und damit auch die Lunge, beim Liegen und Sitzen leicht zusammengestaucht, was die Atmung naturgemäß erschwert.

Im Stehen dagegen steht der Lunge etwas mehr Körpervolumen für ihre Ausbreitung zur Verfügung. Wenngleich zumeist unbemerkt, so fällt doch selbst Gesunden im Stehen das Atmen stets etwas leichter als im Sitzen. Wichtige Indikatoren für eine eventuell vorliegende Atelektase sind zudem nächtliche Atemaussetzer, chronischer Husten, Fieber sowie vor allem Pleuraergüsse. Bei Letzteren handelt es sich um Ansammlungen wasserartiger Flüssigkeiten zwischen Rippen und Lunge. Wenn dies der Fall sein sollte, fällt das Atmen während des Sitzens oder Liegens besonders schwer, denn dann drückt das Wasser stark auf die Lungenflügel. Das Ignorieren derartiger Symptome ist sehr gefährlich und kann neben temporärem, nächtlichem Atemstillstand sogar zu einer Lungenentzündung führen.

Bei sehr starker akuter Ausprägung und je nach individueller physischer Veranlagung kann die Atelektase auch in Form einer Zyanose auftreten. Dabei handelt es sich um durch unzureichenden Sauerstoffgehalt verursachte, bläuliche Verfärbungen von Händen und Schleimhäuten sowie insbesondere Lippen, Wangenknochen und Nagelbett. Das zweifelsfreie Erkennen einer Zyanose ist jedoch nicht ganz einfach, denn hier spielen auch die Hautpigmentierung, die Hautdicke, die Farbe des Blutplasmas sowie der Zustand der Hautkappilaren eine Rolle. Auch tritt eine Zyanose nicht bei jeder Atelektase auf.

Bei einer Atelektase ist auch zumeist der Lungenschall beeinträchtigt. Dies kann der Arzt durch Abklopfen des Brustkorbs in Erfahrung bringen. Die Atemgeräusche sind dagegen abgeschwächt. Im Röntgenbild des Oberkörpers zeigt sich eine Transparenzminderung des Lungenbilds und das einhergehend mit einer Verlagerung der Lappenspalten. Zu den indirekten und zumeist nur mittels Röntgenbild oder Ultraschall diagnostizierbaren Anzeichen zählen unzureichend belüftete oder volumenverminderte Lungenabschnitte, Lungenemphyseme, Zwerchfellhochstand, Rippenverengungen sowie eine Verlagerung des Mittelfellraums (Mediastinalverlagerung). Im Unterschied zur Pneumonie zeigt eine Atelektase kein Bronchopneumogramm.

Behandelt wird eine diagnostizierte Atelektase in aller Regel durch Absaugung der Atemwege und/oder Verabreichung antibakteriell wirkender Medikamente. Abgesaugt werden eventuell vorhandene Eiterherde, Sekrete oder auch Fremdkörper, die versehentlich eingeatmet wurden und sich in der Lunge befinden. In letzter Zeit erwies sich hier auch die sogenannte PEEP-Therapie als überaus erfolgreich.

PEEP steht dabei für „positive endexpiratory pressure“, übersetzt „positiver, endexspiratorischer Druck“. Dabei handelt es sich um eine Beatmungstherapie zur Verbesserung der Atmung und Verhinderung der Ausbildung von Atelektasen. Durch ein sogenanntes PEEP-Ventil wird dabei ein auf den jeweiligen Patienten einwirkender Lungendruck erzeugt, welcher die Sauerstoffversorgung der Lungen deutlich verbessert und zugleich auch die Atelektase zurückdrängt. Kombiniert wird die PEEP-Therapie oft auch mit der CPAP-Beatmung.

Diese hilft dem Patienten dabei, seine gesamte Atemtechnik während der PEEP-Therapie selbständig zu steuern. Zwingende Voraussetzung für das CPAP-Verfahren ist dabei die Fähigkeit des Patienten, selbständig zu atmen. Einsatzgebiete dieser Doppel-Therapien sind unter anderem die Notfallmedizin, nicht invasis beatmete Patienten, eine vorhandene Schlafapnoe oder ambulante Bereiche.

Ganz schlecht ist es, wenn die Atelektase als Folge einer Brustfellentzündung oder einer Rippenfraktur auftritt. In solchen Fällen ist eine Schmerztherapie meist unumgänglich. Die medikamentöse Therapie erfolgt in diesem Fall mittels Theophyllin, Betasympathomimetika sowie diverser Antibiotika zur bakteriellen Hemmung. Aber es muss nicht zwangsläufig zu solch aufwändigen Verfahren und Therapien kommen.

Je nach Schwere der Erkrankung reichen oftmals einfache Maßnahmen aus wie etwa Kaltwasseranwendungen, Klopfmassagen, Atemübungen oder auch nur eine Luftveränderung. So bewirkt gerade bei der Atelektase die frische Luft in der freien Natur wahre Wunder, während Großstadt-Smog, Rauchen sowie Luftverunreinigungen aller Art die Atelektase geradezu anfeuern. Wissenschaftlich umstritten ist dagegen die mancherorts empfohlene Behandlung durch Schleimverflüssigungen, der sogenannten Mukolyse.

Welche Ursachen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Atelektasen, die aufgrund ihrer zugrunde liegenden Mechanismen oder der Verteilung des Alveolarkollapses unterschieden werden: Die Medizin unterscheidet Resorptionsatelektase, Kompressionsatelektase, Mikroatelektase, passive Atelektase und Kontraktionsatelektase.

Die häufigste Ursache für eine Atelektase ist ein operativer Eingriff, der durch Schienung, beispielsweise nach einer Bauchoperation die Atmung einschränkt. Die Medizin spricht hier auch von einer postoperativen Atelektase, die vergleichsweise häufig zu finden ist, jedoch leicht mit Physiotherapie und einer entsprechenden Nachsorge behandelt werden kann.

Eine andere häufige Ursache für diese Erkrankung der Lunge ist die Lungentuberkulose. Ausschlaggebend ist hierbei nicht die Entzündung, sondern die Geschwulstbildung, die schließlich einen Druck auf das Lungengewebe ausübt. Generell stellt zudem jede Art der Blockade eine Einschränkung der Atmung dar, die sich in einer Atelektase manifestieren kann. Es ist hierbei zunächst unerheblich, ob es sich dabei um einen versehentlich in die Lunge geratenen Fremdkörper, einen Tumor oder eine andere Gewebeneubildung beziehungsweise Wassereinlagerungen im Thorax handelt.

Selbstverständlich kann eine Atelektase durch beinahe jede Art der Thoraxverletzung entstehen. Es ist allerdings auch möglich, dass sie von einer vollkommen normalen alltäglichen Handlung herrührt. So kann es sein, dass beim Husten ein Schleimpfropfen eingeatmet wird, der hernach zu einem Verschluss wird. Aber auch beim Aufsaugen von Flüssigkeiten bildet sich manchmal, besonders bei Kleinkindern, ein Pfropfen in der Lunge. Unter Umständen ist eine solche Blockierung der Bronchien, die zum Kollabieren der Alveolen führt, erst spät bemerkbar. Zudem ist nicht immer klar, dass ein Verschluss die Ursache darstellt, da dieser womöglich sehr klein ist oder mit bildgebenden Verfahren nicht sichtbar gemacht werden kann.

Ein anderer Grund ist eine schlechte Ausbreitung des Surfactants während der Einatmung. Unter Sulfactant ist ein Stoff zu verstehen, der die Lunge auskleidet und den Sauerstoffaustausch gewährleisten soll. Ein Mangel an diesem Stoff bewirkt, dass die Oberflächenspannung der Lunge zunimmt, was dazu führt, dass kleinere Alveolen kollabieren.

Eine besondere Form der Atelektase ist die Relaxationsatelektase, die auch passive Atelektase genannt wird. Sie tritt ein, wenn ein Pleuraerguss oder ein Pneumothorax den Kontakt zwischen der parietalen und viszeralen Pleura unterbricht. Hierfür können auch Fehlbildungen beim Fötus sorgen.

Es gibt darüber hinaus auch einige Risikofaktoren, die es wahrscheinlicher machen, dass nach einer Operation oder bei einer Verletzung auch eine Atelektase entsteht. In erster Linie muss hier das Rauchen genannt werden. Dieses schädigt ohnehin die Bronchien und sorgt für Gewebeschäden, die sogar selbst eine Blockade der Alveolen bilden kann. Ein weiteres Risiko ist ein fortgeschrittenes Alter. Bei älteren Menschen funktioniert die Regeneration der Lunge nicht mehr ausreichend und kleinere Verletzungen und Kompressionen können leichter Schäden anrichten.

Im Folgenden werden die häufigsten Auslöser einer Atelektase noch einmal zusammengefasst:

  • Verschlucken von Fremdkörpern
  • Blockade der Bronchien (z. B. durch Schleim)
  • Tumore und andere Wucherungen
  • Thoraxverletzungen
  • Druck auf die Lunge
  • Fehlbildungen

Symptome & Anzeichen

Eine Atelektase kann mannigfaltige Symptome verursachen, die im Grunde genommen mit der Atmung in Zusammenhang stehen. Als wesentliches Symptom gilt eine schnelle und flache Atmung. Da Betroffene nur wenig bis gar keine Luft in einen Lungenflügel pumpen können, muss folglich mehr und öfter Luft geholt werden, damit der Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ungeachtet dieser Maßnahme, die der Körper ganz selbstständig und automatisch zur Überbrückung einsetzt, lassen sich dennoch erste Anzeichen einer Sauerstoffunterversorgung am Patienten erkennen. So treten beispielsweise Taubheitsgefühle in den Extremitäten auf. Außerdem wirkt der Patient blass und kann in gravierenden Fällen leicht bläulich anlaufen. Die Verdauung sowie die Ausscheidung sind der Regel gestört und es sind neurologische Ausfallerscheinungen denkbar. Zum Teil verlieren Betroffene das Bewusstsein oder haben Schwindelanfälle und Kreislaufstörungen. Der Puls ist bei einer Atelektase stets erhöht. Blut wird schneller durch den Körper transportiert, da es mit vergleichsweise wenig Sauerstoff angereichert ist. Ein erhöhter Blutfluss versucht dieses Defizit auszugleichen.

Neben der erschwerten Atmung kann auch ein Husten oder Räuspern einsetzen. Dieses Symptom ist aber weniger ausgeprägt als beispielsweise bei einem kompletten Lungenkollaps. Auftreten kann darüber hinaus auch ein Pleuraerguss. Es handelt sich dabei um eine Flüssigkeitsansammlung, die zwischen der Lunge und den Rippen lokalisiert werden kann. Die Lunge ist dadurch gleichsam von Flüssigkeit eingeschlossen, was die Atmung zusätzlich erschwert, da eine Kompression des Gewebes besteht.

Ein spätes Zeichen für Atelektase sind Schmerzen in der Brust sowie eine Zyanose. Es handelt sich dabei um die im Volksmund als Blausucht bezeichnete Reaktion auf den dauerhaften Sauerstoffmangel. Kann der Körper diesen nicht durch einen erhöhten Blutfluss und eine flache Atmung ausgleichen, beginnen sich Extremitäten und die Schleimhäute bläulich zu verfärben. Nach und nach beginnt das Gewebe ob des Sauerstoffmangels abzusterben.

In der Medizin wurde vielfach darüber diskutiert, ob Fieber zu den typischen Symptomen einer Atelektase zählt. Immerhin konnte ein solches bei den meisten betroffenen Patienten ermittelt werden. Verschiedene Studien legen jedoch nahe, dass Fieber kein Symptom ist, sondern bei Betroffenen auftritt, deren Atelektase eine postoperative Reaktion ist. Fieber bildet sich hier wohl durch den Eingriff.

Im Folgenden werden die typischen Symptome einer Atelektase noch einmal zusammengefasst:


Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Atelektase wird in der Regel im Krankenhaus diagnostiziert, wenn ein Patient mit starken Atembeschwerden infolge einer abgeflachten Atmung oder sogar mit einer Zyanose eingeliefert wird. Die typischen Symptome der Atelektase sind jedoch auch bei anderen Erkrankungen anzutreffen und lassen keine eindeutigen Rückschlüsse zu. Aus diesem Grund müssen einige Tests durchgeführt werden, die den Verdacht auf Atelektase untermauern können. Im ersten Schritt wird hernach nicht selten eine Röntgenaufnahme angefertigt. Die Befunde können dabei sowohl eine Lungentrübung als auch einen Verlust des Lungenvolumens umfassen. Womöglich sind dabei auch Fremdkörper oder Tumore sichtbar, die eine Blockade ausgelöst haben. Eintrübungen lassen jedoch auch andere Diagnosen zu. Ein Thorax-CT oder eine Bronchoskopie kann daher ebenso notwendig sein. Direkte Anzeichen einer Atelektase umfassen die Verlagerung von interlobären Fissuren (zwischen den Lungenlappen befindlich) und beweglichen Strukturen innerhalb des Thorax, eine Überinflation des nicht betroffenen ipsilateralen Lappens oder der kontralateralen Lunge und eine Trübung des kollabierten Lappens. Das bedeutet insgesamt, dass sich Teile der Lunge verschoben haben und sichtbar kein ausreichendes Lungenvolumen erreicht werden kann. Ist ohnehin eine Öffnung des Thorax notwendig oder wird ein Endoskop in die Lunge eingeführt, zeigt sich zudem eine starke Rötung des Lungengewebes. Dies entsteht durch einen Blutstau, der sich infolge des mangelnden Sauerstoffgehalts bildet.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Genaue statistische Angaben zur Atelektase liegen aktuell nicht vor. Dies hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass eine Abgrenzung zu anderen Krankheiten schwierig ist, insofern keine angemessenen Untersuchungsgeräte zur Verfügung stehen. Gerade in Ländern mit unzureichender medizinischer Versorgung ist dies zu beobachten. Aus diesem Grund beschränkt sich die Statistik überwiegend auf Gebiete mit einer umfangreichen medizinischen Falldokumentation. Hierzu zählen beispielsweise Krankenhausstatistiken. Diese werten die Atelektase als vergleichsweise häufige postoperative Komplikation. Es ist davon auszugehen, dass in circa einem Prozent der Fälle eine Atelektase nach einem chirurgischen Eingriff auftritt. So stellt sie insbesondere bei der Bauchoperation 0,9 % der nachfolgenden Komplikationen dar. Bei älteren Patienten wird sie zudem wahrscheinlicher, als bei jüngeren Menschen.

Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig von der Atelektase betroffen. Dies gilt auch für Menschen verschiedener Ethnien. Ein erhöhtes Risiko weisen lediglich Raucher auf und Personen, die mit Gefahrenstoffen, beispielsweise radioaktiver Strahlung und Asbest, in Kontakt gekommen sind. Bei ihnen zeigt sich deutlich häufiger eine Schädigung des Lungengewebes, die durchaus in einer Atelektase münden kann.


Komplikationen bei der Krankheit

Aus der Atelektase ergeben sich zum Teil gravierende Komplikationen, die in erster Linie dadurch hervorgerufen werden, dass die Krankheit zu spät diagnostiziert wird oder die Behandlung aufgrund anderer Begleitumstände nicht anschlägt.

Eine häufigere Komplikation stellt die Zyanose dar. Diese ist unabdingbar, wenn der Patient nicht rechtzeitig behandelt wird. Es handelt sich dabei um eine Folge des zunehmenden Sauerstoffmangels, der dazu führt, dass vor allem die Extremitäten sowie die Schleimhäute beginnen, sich blau zu verfärben. Es handelt sich dann um eine Vorstufe des Absterbens des Gewebes. Wird dem Betroffenen nicht innerhalb der nächsten Stunden Sauerstoff zugeführt, wird das betroffene Gewebe also nekrotisch.

Eine weitere Komplikation ist die Schädigung des Herzmuskels. Zum einen ist das Herz durch die permanente Sauerstoffunterversorgung dazu gezwungen, mehr Blut in den Körper zu pumpen, zum anderen ist es selbst von einer Unterversorgung betroffen. Hinzu kommt außerdem, dass es aufgrund des Blutstaus in der Lunge zu Unregelmäßigkeiten kommt. Eine sogenannte Hypertrophie kann die Folge sein. Das bedeutet, dass der Herzmuskel durch die starke Beanspruchung größere wird. Dies geschieht unter Umständen einseitig, wodurch vor allem die rechte Herzseite gegenüber der linken an Größe zunimmt und hernach das Organ arhythmisch arbeitet.

Letztlich ist auch eine Bildung von Flüssigkeitseinlagerungen möglich. Diese können in Form der Pneumonie aber auch als Ödeme bemerkbar sein. Dies führt zu einer noch stärkeren Einschränkung des Lungengewebes.

Letztlich können alle Arten der Gewebeschädigung dazu führen, dass vermehrt Zellen neugebildet werden müssen. Dies gilt heute als maßgeblicher Faktor für ein erhöhtes Krebsrisiko. Abgesehen hiervon kann eine Narbenbildung zur Fibrosen führen. Das Lungengewebe wird dadurch funktionsuntüchtig.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen tritt eine Atelektase infolge eines operativen Eingriffs auf. Die Betroffenen befinden sich hernach selbstverständlich in Betreuung. Dadurch wird die Atelektase bereits kurz nach ihrem Einsetzen bemerkt und kann sogleich behandelt werden. Resultiert diese Krankheit jedoch aus einem Unfall zu Hause oder entsteht aufgrund eines Ereignisses, etwa dem Einatmen eines Schleimpfropfs, das für irrelevant gehalten wird, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, sobald sich typische Symptome zeigen. Generell gilt, dass medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden muss, wenn die Atmung plötzlich erschwert ist. Kann nur noch sehr flach geatmet werden und sind zudem Merkmale eines Sauerstoffmangels wahrnehmbar, ist eine Behandlung dringend notwendig. Ein erwachsener Mensch wird nicht lange zögern, einen Arzt aufzusuchen. Schwieriger gestaltet sich die Situation, wenn kleine Kinder betroffen sind. Mitunter entsteht bei ihnen eine Atelektase, wenn bei heftigen Saugen Milch in die Luftröhre gerät und die Flüssigkeit die kleinen Bronchien blockiert. Ein Arzt sollte aus diesem Grund dringend aufgesucht werden, wenn die Atmung des Kindes ungewöhnlich ist oder sich bläuliche Verfärbungen an den Extremitäten beziehungsweise den Lippen oder den Schleimhäuten einstellen. Auch ein dauerhaftes Weinen, dass hinsichtlich seiner Intensität zum normalen Schreien vermindert ist, kann manchmal ein Hinweis auf Atembeschwerden des Säuglings sein. Sofortige medizinische Hilfe ist angeraten.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung einer Atelektase zielt selbstverständlich darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu korrigieren. Die postoperative Atelektase wird in der Regel durch Physiotherapie behandelt. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf einer tiefen Atmung, die unter anderem durch Husten gefördert werden kann. Obgleich Husten oftmals den Hals reizt, wird hierdurch die Atemmuskulatur gestärkt. Darüber hinaus führt es dazu, dass tiefer Luft geholt werden muss. Vergleichbar ist dies mit dem Anlaufnehmen für einen Sprint. Darüber hinaus kommen noch weitere Atemübungen zum Einsatz, bei denen unterstützend auch ein sogenanntes Anreizspirometer verwendet werden kann. Es handelt sich hierbei um ein Atemrohr, an dessen Ende ein Kolben mit einer kleinen Kugel angebracht ist. Ziel den Anreizspirometers ist es, den Fokus des Patienten auf eine gleichmäßige und tiefe Atmung zu lenken, die dafür sorgt, dass die Kugel am Ende des Rohres in der Luft gehalten und möglichst weit nach oben gedrückt wird. Gerade in er postoperativen Behandlung einer Atelektase wird auch das langsame Gehen empfohlen, da hierdurch ebenfalls die Atemmuskulatur gestärkt wird.

In einigen Fällen ist die Atelektase bereits sehr weit fortgeschritten und Patienten benötigen Hilfsmittel, um eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff zu erhalten. Hierfür eignet sich der Einsatz von Druckluft und Atemmasken. Dies verhindert hernach auch, dass die Lunge komplett in sich zusammenfällt, da die Alveolen permanent mit Gas versorgt werden und sie bei der Expansion Unterstützung erhalten. Zur kurzweiligen Anwendung kann dieser Effekt auch mit einem mechanischen Beatmungsgerät erreicht werden.

Die primäre Behandlung für eine akute massive Atelektasen ist die Korrektur der zugrunde liegenden Ursache. Eine Blockade, die nicht durch Husten oder durch Absaugen der Atemwege entfernt werden kann, muss nicht selten mit einer Bronchoskopie behandelt werden. Hierfür wird ein Endoskop, an dessen Ende sich eine Kamera und eine kleine Greifschlinge sitzen, in die Lunge eingeführt. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel unter einer Vollnarkose.

Chronische Atelektasen werden oft mit Antibiotika behandelt, da eine Infektion fast unvermeidlich ist. In bestimmten Fällen kann der betroffene Teil der Lunge chirurgisch entfernt werden, wenn wiederkehrende oder chronische Infektionen auftreten oder Blutungen signifikant sind. Wenn ein Tumor die Atemwege blockiert, kann die Linderung der Obstruktion durch eine Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder Lasertherapie verhindern, dass die Atelektasen fortschreiten und sich wiederkehrende obstruktive Lungenentzündung entwickelt. Diese Maßnahmen sind aber vergleichsweise selten.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Im Prinzip gibt es vergleichsweise wenig Möglichkeiten einen Kollaps der Alveolaren zu verhindern. Da die Atelektase auch infolge gewöhnlicher Ereignisse zufällig eintreten kann, gibt es kaum Vermeidungsstrategien. Selbstverständlich ist es aber wichtig, dass die Lungengesundheit insgesamt erhalten wird. Hierdurch können Grunderkrankungen verhindert werden und die Lunge ist insgesamt stabil. Eine wesentliche Maßnahme stellt daher der Verzicht auf Rauchwaren dar. Nikotinrauch ist nach wie vor die Hauptursache für viele Arten der Gewebeschädigung und diverser Atembeschwerden. Nicht nur geraten durch Zigarettenrauch Ablagerungen in die Bronchien und Alveolen, es kommt auch zu leichten Verbrennungen und Reizungen der oberen Atemwege und somit zu einem Husten und vermehrter Schleimbildung. Dies wiederum erhöht das Risiko einer Atelektase durch Blockaden. Der Rauchverzicht ist also die Hauptpräventionsmaßnahme.

Weitere Präventionsmöglichkeiten bestehen vor allem in einer ausreichenden postoperativen Nachsorge. Gerade nach chirurgischen Eingriffen der oberen Bauchpartie sind Atelektasen übliche Komplikationen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, nach der OP verschiedene Übungen zur Stärkung der Atemmuskulatur durchzuführen. Darüber hinaus gilt es bei der Anästhesie Fingerspitzengefühl zu beweisen.


Prognose zur Heilung

Die Aussicht auf eine Heilung der Atelektase stehen vergleichsweise gut. Gerade dann, wenn die Krankheit rasch erkannt und sofort behandelt wird, werden sich kaum gravierende Schäden ergeben. Aus diesem Grund reicht beispielsweise bei der postoperativen Atelektase eine Physiotherapie aus, ohne dass zusätzlich operative Eingriffe notwendig sind. Liegt die Ursache für eine Atelektase in einer anderen Erkrankung, etwa einem Krebsleiden, begründet, gestaltet sich die Therapie mitunter schwieriger. Hier ist jedoch nicht vorrangig die Atelektase problematisch, sondern die Ursprungserkrankung beziehungsweise eine Behandlung mit Strahlen- oder Chemotherapie.

Erschwert wird eine Behandlung auch dann, wenn die Atelektase chronisch ist und Patienten dauerhaft unter einer abgeflachten Atmung leiden. Unter Umständen wird hernach die Atemmuskulatur stark geschwächt und muss mühsam neu trainiert werden. Insbesondere bei älteren Patienten ist dies nicht immer möglich. Zudem verhindern die dann teilweise eintretenden Komplikationen eine rasche Heilung. Ähnliches gilt für die Behandlung kleiner Kinder. Hier ist die Atelektase schwer zu diagnostizieren und die Krankheit kann sich ausweiten, bevor die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. Insgesamt sind jedoch auch in diesen Fällen lebensbedrohliche Folgen eher selten.


Einteilung der Atelektase

Die Atelektase kann in verschiedene Arten eingeteilt werden. Hierdurch wird vor allem näher spezifiziert, welche Bereiche der Lunge betroffen sind und wo die Auslöser der Krankheit liegen. Hiernach richtet sich später auch die Behandlung. Unterschieden wird in die Atelektase des mittleren Lappens, die Absorptions- beziehungsweise Resorptionsatelektase, die Kompressions- oder Entspannungsatelektase, die Kontraktionsatelektase sowie die gerundete Atelektase und die Obstruktionsatelektase. Möglich ist aber auch eine angeborene Form der Atelektase

Zunächst einmal muss unterschieden werden, ob es sich um eine akute oder eine chronische Atelektase handelt. Die akute Form tritt oftmals in direkter Folge einer Verletzung oder nach einer Operation sowie einem akuten Verschluss ein. Sie macht sich hauptsächlich dadurch bemerkbar, dass der Betroffene unter plötzlicher flacher Atmung oder Atemnot leidet. Die späteren Symptome, beispielsweise Brustschmerz oder Zyanose, bleiben hier zumeist aus. Die chronische Atelektase zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass die deutlich langwieriger ist und nicht selten von weiteren Erkrankungen der Lunge begleitet wird. So sind Infektionen, Fibrosen und Bronchialerweiterungen bei dieser Form der Erkrankung durchaus üblich.

Chronische Atelektasen können eine von zwei Formen annehmen: die Obstruktionsatelektase oder die gerundete Atelektase. Bei der gerundeten Atelektase, die auch als gefaltete Lunge bezeichnet wird, kollabiert ein äußerer Teil der Lunge infolge einer Vernarbung und Gewebeschrumpfung. Nicht selten sind eine viszerale Pleuraverdickung und -einklemmung ausschlaggebend. Dies erzeugt auf Röntgenbildern ein abgerundetes Erscheinungsbild, das Ärzte auch für einen Tumor halten können. Die gerundete Atelektase ist in der Regel eine Komplikation der asbestbedingten Pleuraerscheinung, kann aber auch durch andere Arten der chronischen Vernarbung und Verdickung der Pleura entstehen. Mitunter treten solche Gewebeveränderungen bereits beim Fötus auf und sorgen dadurch zu Fehlbildungen.

Bei einer Obstruktionsatelektase zieht sich der mittlere Lappen der rechten Lunge zusammen, meist aufgrund von Druck auf die Bronchien, der ob eines vergrößerten Lymphknotens und gelegentlich auch durch einen Tumor entsteht. Die blockierte, kontrahierte Lunge kann eine Pneumonie entwickeln, die sich nicht vollständig auflösen kann und zu chronischer Entzündung, Narbenbildung und Bronchiektasen (Aussackung der Bronchien) führt.

Die Absorptions- oder Resorptionsatelektase entsteht aufgrund von Defiziten im Gasaustausch. Die Luft besteht zu etwa 80 % aus Stickstoff und zu 20 % aus Sauerstoff. Da Sauerstoff an der Alveolar-Kapillarmembran ausgetauscht wird, ist Stickstoff eine Hauptkomponente für den Inflationszustand der Alveolen. Wenn ein großes Volumen von Stickstoff in den Lungen durch Sauerstoff ersetzt wird, kann der Sauerstoff anschließend in das Blut absorbiert werden, wodurch das Volumen der Alveolen reduziert wird, was zu einer Art von Alveolarkollaps führt, der hernach als Absorptionsatelektase bekannt ist. In einigen medizinischen Lehrwerken wird diese Form der Atelektase aber auch als Reseptionsatelektase bezeichnet. Sie tritt in der Regel nur dann auf, wenn der Patient zuvor mit sauerstoffhaltiger Luft beatmet wurde. Aus diesem Grund ist eine solche Form überwiegend infolge von Operationen denkbar.

Eine Kompressions- beziehungsweise Entspannungsatelektase entsteht durch Druck auf das Lungengewebe, der durch eine Erweiterung des Pleuraspaltes erreicht wird. Dies geschieht in der Regel mit einer Ansammlung von Blut, Flüssigkeit oder Luft in der Pleurahöhle, wodurch die Lunge rein mechanisch kollabiert. Es handelt sich dabei um ein häufiges Vorkommnis bei einem Pleuraerguss, verursacht durch Herzinsuffizienz. Ein sogenannter Pneumothorax, also ein Luftaustritt in die Pleurahöhle führt ebenfalls zu einer Kompressionsatelektase.

Die Kontraktionsatelektase bezeichnet im Grunde genommen einen atelektatischen Kollaps der Lunge durch Vernarbung. Sie tritt folglich auf, wenn entweder lokale oder generalisierte fibrotische Veränderungen in der Lunge oder Pleura die Expansion behindern und den elastischen Rückstoß während der Exspiration erhöhen. Ursachen sind in der Regel granulomatöse Erkrankungen, nekrotisierende Pneumonien und Strahlenfibrose.

Es ist durchaus möglich, dass eine Atelektase bereits vor der Geburt ausgebildet wird. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Beispielsweise sorgen Fehlbildungen dafür, dass die Lunge sich nicht entsprechend ausdehnen kann. Zum Teil sind aber auch eingeatmetes Fruchtwasser oder Blockaden und Verschlüsse ursächlich. In besonders schwerwiegenden Fällen kommt es ob dieser Krankheit hernach zur Totgeburt oder schweren Hirnschäden nach der Geburt.


Alternative Behandlungsmethoden

Alternative medizinische Ansätze ersetzen bei einer Atelektase kaum eine konventionelle Therapie, die überwiegend auf physiotherapeutischen Übungen sowie der chirurgischen Lösung einer Blockade beruht. Ledglich diverse Übungen, welche die Atmung stärken und ein bewusstes, tiefes Atmen fördern, können hilfreich sein. Aus diesem Grund hat sich Meditation, Yoga sowie einige Pilates– und Qi-Gong-Übungen bei der Behandlung dieser Erkrankung durchgesetzt.

Darüber hinaus werden von Heilpraktikern überwiegend Mittel auf Kräuterbasis angeboten, die die Atmung erleichtern sollen. Die Palette reicht hierbei von Salben und Lotionen, die auf die Brust aufgetragen werden, bis hin zu verschiedenen Tees und Dampfbädern, die schleimlösend und gefäßerweiternd sind. In der Regel haben solche Mittel bei einer Atelektase kaum einen positiven Einfluss, da sie nicht dafür sorgen können, dass mehr Luft in die Lunge gepumpt wird. In einigen Fällen können sie jedoch zum Wohlbefinden des Patienten beitragen.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel sind in erster Linie dazu geeignet, eine konventionelle medizinische Behandlung zu unterstützen. Hierzu empfehlen sich in Bezug auf Atelektase verschiedene Methoden, die die Atmung anregen sollen und gleichzeitig versuchen die Lunge zu schützen. Als Schutzmaßnahme eignet sich beispielsweise das Tragen einer Atemmaske. Gerade in Gegenden, die stark mit Feinstaub belastet sind, kann die Lunge, die ohnehin durch eine Atelektase geschwächt ist, durch Verunreinigungen weiter geschädigt werden. Verschiedene Schutzmasken filtern Rußpartikel und anderen Schmutz aus der Umwelt und führen dem Betroffenen reine Luft zu. Es gibt allerdings auch Atemmasken, die speziell dafür angefertigt sind, die Atemmuskulatur zu trainieren. Erhältlich sind beispielsweise Höhenluftmasken, die oftmals von Sportlern getragen werden. Ob eine solche Maske sinnvoll oder im speziellen Fall überhaupt tragbar ist, muss mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Zum Teil können die gleichen Effekte auch mit einer Hustenstoßübung erreicht werden. Darüber hinaus können die Lungen und die Atemwege mit Honig und Tee beruhigt werden.

Im Folgenden findet sich ein Überblick über die gängigen Hausmittel bei Atembeschwerden:

Die genaue Anwendung ist der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker oder Arzt abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter und Heilpflanzen wurden bereits in der Antike dazu genutzt, Atembeschwerden zu mindern oder sogar zu heilen. Auch heute noch setzt die Medizin auf die wirkungsvollen Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzenteile. Bei einer Atelektase ist es ebenso möglich einige pflanzliche Mittel als unterstützende Maßnahme hinzuzuziehen. Allerdings eignen sich hierfür nicht alle gängigen Präparate. Beispielsweise sollten keine Pflanzen verwendet werden, die Husten blockieren sollen. Denn gerade dieser fördert unter Umständen einen Aufbau der Lunge. Hingegen ist alles geeignet, was die Erleichterung der Atmung und die Kräftigung der Lunge erreichen kann. Welche Kräuter letztendlich eingesetzt werden können, sollte mit einem Arzt oder dem behandelnden Pflegepersonal abgesprochen werden.

Die folgenden Heilkräuter und Pflanzen haben einen besonders positiven Effekt auf die Atmung:

  • Süßholzwurzel
  • Thymian
  • Cannabis
  • Huflattich
  • Eukalyptus
  • Salbei
  • Kamille
  • Echter Alant
  • Pfefferminze
  • Königskerze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

Ätherische Öle werden in der Medizin besonders im Bereich der Aromatherapie, aber auch bei der Zubereitung von Salben, Tinkturen und Spülungen verwendet. Sie enthalten hochwirksame Konzentrate aus Kräutern und Pflanzen, deren medizinischer Nutzen bereits seit Jahrhunderten bekannt ist. Ein Nachteil der ätherischen Öle liegt allerdings darin, dass die zu Allergien führen können und darüber hinaus die Schleimhäute stark beanspruchen und reizen. Ob sie daher für eine Behandlung einer Atelektase infrage kommen, sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Hat dieser keine Einwände, dann eignen sich folgende Öle:

  • Kiefernnadel
  • Fichte
  • Minze
  • Eukalyptus
  • Cajeput
  • Zimt
  • Ysop
  • Niaouli
  • Anis

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Globuli werden in aller Regel aus einer Mischung verdünnter Pflanzenwirkstoffe mit Zuckermolekülen hergestellt. Gerade die Verdünnung medizinisch relevanter Stoffe soll dabei eine genauere Dosierung und eine Schonung des Körpers bewirken. Bislang konnte allerdings noch nicht wissenschaftlich bewiesen werden, dass homöopathische Mittel gegenüber direkter Pflanzenarznei Vorteile mit sich bringt. Außerdem werden zur Behandlung verschiedener Krankheiten zum Teil Präparate empfohlen, die naturgemäß nicht in der Medizin verwendet werden. Ein Beispiel hierfür ist Tollkirsche, welche die Homöopathie zur Behandlung vieler Erkrankungen verwendet.

Ob bestimmte Globuli auch für die Therapie einer Atelektase eingesetzt werden können, sollte vor der Einnahme unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden. Von einer selbstständigen Behandlung sei unbedingt abgeraten, da dies womöglich den Heilungsprozess gefährdet und zu Komplikationen führen kann. Ist der Arzt einverstanden, können folgende Mittel für die Therapie in Betracht gezogen werden:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Schüssler Salze sind im Grunde genommen eine Sammlung verschiedener Mineralstoffe, die der Körper natürlicherweise selbst produziert oder in Form von Nahrung zu sich nimmt. Einige Homöopathen glauben daran, dass Krankheiten aufgrund eines Mangels an einem dieser Stoffe entstünden. Die optimale Behandlung wäre dann durch die Zufuhr eines der maßgeblichen Mineralsalze gewährleistet. Hierfür gibt es allerdings keine zureichende wissenschaftliche Begründung. Zum einen wird bei der Behandlung mit Schüssler Salzen durch Heilpraktiker kein Test vorgenommen, der einen Mangel belegen könnte, zum anderen ist mit dem Ausgleich eines solchen eine Krankheit noch nicht geheilt. Bei vielen Krankheiten kann sich ein solcher auch als Symptom einstellen, ist jedoch nicht die Ursache des Erkrankens selbst. Die Schüssler Salze gehören aus diesem Grund nicht zur konventionellen Medizin. Für eine Behandlung schwerer Erkrankungen, zu denen auch Atelektase gehört, werden sie daher abgelehnt. Hier kann die Einnahme nach Absprache mit dem behandelnden Arzt im Höchstfall als zusätzliche Maßnahme in Betracht gezogen werden. Dafür eigenen sich unter anderem folgende Salze:

  • Nr. 4 Kalium chloratum: Mit diesem Salz werden Entzündungen behandelt, die auch bei der Atelektase eine Rolle spielen. Darüber hinaus dient dieses Salz als Unterstützung für die Schleimhäute, die von einer Sauerstoffunterversorgung angegriffen sein können.
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Dieses Salz unterstützt die Bildung roter Blutkörperchen, die als Sauerstofftransporteure besonders wichtig bei einer ingeschränkten Atmung sind.
  • Nr. 24 Arsenum jodatum: Arsentrijodid ist vorrangig für die Lungengesundheit zuständig. Es wirkt gegen verschiedene Atmungsbeschwerden und wird darüber hinaus bei Erschöpfung angewendet.
  • Nr. 8 Natrium chloratum: Mit diesem Salz soll der Flüssigkeitshaushalt des Körpers reguliert werden. Dies stärkt auch den Kreislauf, der bei Atelektase oftmals in Mitleidenschaft gezogen wird.
  • Nr. 25 Aurum chloratum natronatum: Das Herz ist bei Atelektase nicht selten stark geschwächt. Ein Grund hierfür ist, dass es Blut schneller durch den Körper pumpen muss, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Das Schüssler Salz Nr. 25 soll hierfür eine Unterstützung sein.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Die richtige Ernährung kann bei Patienten mit Atembeschwerden und Lungenerkrankungen durchaus schwieriger zu gestalten sein als bei gesunden Menschen. Ein Grund hierfür ist, dass sie nicht selten von starken Gewichtsschwankungen ob der Sauerstoffunterversorgung betroffen sind. Insbesondere Untergewicht ist hier häufig anzutreffen. Dies lässt sich vor allem damit begründen, dass die ungenügende Sauerstoffversorgung des Verdauungsapparates das Hungergefühl bremst. Darüber hinaus arbeiten diese Organe verlangsamt und nicht in vollem Funktionsumfang. Es ist aus diesem Grund davon auszugehen, dass der Patient unter Verdauungsstörungen leiden wird.

Festgesetzte Regeln gibt es bei der Ernährung während einer Atelektase dennoch nicht. Studien haben allerdings ergeben, dass ein Verzicht auf Kohlenhydrate und ein Umstieg auf fette Speisen während der Behandlung als positiv wahrgenommen werden. Der Grund hierfür liegt womöglich darin, dass bei der Verdauung von Kohlenhydraten Kohlendioxid in den Körper abgeben wird. Da das Blut jedoch durch den Sauerstoffmangel bereits vermehrt diesen Stoff beinhaltet, kann mit einer noch schlechteren Sauerstoffversorgung und vermehrter Anstrengung beim Kohlenstoffdioxidabbau gerechnet werden. Diese These ist jedoch noch nicht durch Patientenstudien abschließend belegt worden. Dennoch halten sie viele Ärzte für äußerst wahrscheinlich und raten zu einer kohlenhydratarmen Diät. Fett könnte hernach als Energielieferant bevorzugt werden. Besonders die sogenannte Omega-3-Fettsäure gilt als positiv. Es handelt sich dabei um eine mehrfach gesättigte Fettsäure, die überwiegend in Nüssen, Fisch und fettreichen Pflanzen, etwa Oliven oder Raps, auftritt.

Die Ernährung bei Atelektase sollte überdies reich an Phosphor sein. Dieser Stoff wird im Körper dazu benötigt, den Sauerstoffaustausch in den roten Blutkörperchen anzuregen. Er ist also unabdingbar in den Atmungsprozess eingebunden. Ein zu niedriger Phosphorspiegel könnte die Sauerstoffunterversorgung bei Atelektase also zusätzlich verstärken. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, wenn Patienten Milchprodukte, Hülsenfrüchte oder fleischhaltige Speisen konsumieren.

Schließlich sollte eine Ernährung darauf abzielen, dass der Patient kräftig bleibt und nicht an Gewicht verliert. Daher ist es sinnvoll einen Ernährungsberater in die Therapie einzubinden. Dieser ist in der Lage die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen zu ermitteln und eine geeignete Ernährung zusammenzustellen.


FAQ – Fragen & Antworten

Führt das Verschlucken beim Essen zu einer Atelektase?

Blockaden, beispielsweise ausgelöst durch eingeatmete Schleimpfropfen, bilden eine der Hauptursachen für Atelektase. Sie können auch durch Fremdkörper ausgelöst werden, die versehentlich in die Lunge geraten. Vergleichsweise oft sind hiervon Kinder betroffen, die sich kleine Gegenstände wie Murmeln und Bausteine in die Nase stecken und hernach einatmen. Es ist jedoch auch möglich, dass Essenspartikel bei hastigem Schlingen in die Luftröhre geraten. Im Normalfall tritt dann eine Abwehrreaktion in Form von Husten ein. Manchmal ist dies jedoch nicht ausreichend und Teile der Nahrung geraten in die Lunge und setzen sich in den Bronchien fest. Eine mögliche Folge hiervon ist auch Atelektase und andere Arten des Lungenkollaps. Allerdings sind bislang nur wenige Fälle bekannt, in denen verschlucktes Essen diese Krankheit ausgelöst hat.

Muss die Lunge bei Atelektase transplantiert werden?

Eine Lunge muss vor allen Dingen dann transplantiert werden, wenn sie irreversibel geschädigt ist und das verbleibende Organ nicht mehr ausreicht, um eine normale Atmung zu garantieren. Es handelt sich dabei um einen sehr gravierenden Eingriff, der mitunter aufgrund von Abstoßungsreaktionen nicht erfolgreich verläuft und lebensbedrohlich sein kann. Das bedeutet, dass eine Transplantation ausschließlich in Notfällen durchgeführt wird. Eine normale Atelektase wird in aller Regel nicht dazu führen, dass großflächige Gewebeschäden entstehen. Darüber hinaus ist in der Mehrzahl der Fälle nur ein Lungenflügel betroffen. Muss tatsächlich ein Lungenflügel entfernt werden, ist ein nahezu normales Leben auch mit dem verbleibenden Lungenteil möglich. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass infolge einer Atelektase eine Lungentransplantation durchgeführt wird. Dies ist eher wahrscheinlich, wenn das Lungengewebe von Krebsmetastasen durchsetzt ist oder großflächige Fibrosen beziehungsweise andere Wucherungen vorliegen.

Was ist ein Anreizspirometer?

Ein Anreizspirometer ist zum einen ein Gerät, mit dem das Lungenvolumen gemessen werden kann. Zum anderen handelt es sich dabei um ein Therapiemittel, welches zur Stärkung der Atemmuskulatur eingesetzt wird. Es besteht aus einem kleinen Röhrchen mit Mundaufsatz, in welches der Patient hineinatmet. An das Röhrchen sind ein oder mehrere Kolben geknöpft, in denen jeweils ein kleiner leichter Ball liegt. Das Hineinpusten treibt die Bälle schließlich in die Höhe. Ziel der Übung ist es schließlich, alle Bälle so weit wie möglich nach oben zu befördern und für eine gewisse Zeit in der Luft zu halten. Bei einer Atelektase wird ein Anreizspirometer häufig in der Therapie eingesetzt.

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