Kopfläuse (Kopflausbefall, Pediculosis)

Definition Kopfläuse (Kopflausbefall, lat. Pediculosis)

Kopfläuse (Kopflausbefall, lat. Pediculosis)

Der Befall von Kopfläusen ist sehr unangenehm, aber zum GlüCK harmlos. Die Kopflaus überträgt in Europa keine Krankheiten und es gibt sehr gute Behandlungsmöglichkeiten.

Oft werden Kinder von diesen Plagegeistern befallen.
Dann ist es wichtig, die Schule oder den Kindergarten zu informieren. Kopflausbefall ist nicht auf mangelnde Hygiene zurückzuführen.

Was sind Kopfläuse?

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein kleines, flügelloses Insekt. Je nach Entwicklungsstadium ist sie etwa 1 – 3 mm groß. Auch die Farbe variiert je nach Stadium. Sie kann weiß, grau oder hellbraun sein. Sie gehört zur Gattung der Menschenläuse (Pediculidae) und lebt ausschließlich auf der Kopfhaut von Menschen.

Die Endglieder ihrer 6 Beine sind hakenförmig gebogen. Mit ihnen hält sich die Kopflaus an den Haaren des Wirtes fest. Alle vier bis sechs Stunden ritzt sie mit ihrem dolchartigen Mundwerkzeug die Kopfhaut des Menschen auf, um Blut zu saugen. Dabei spritzt sie Speichel in die winzige Wunde, um die Blutgerinnung zu hemmen. Dieser Speichel verursacht den enormen Juckreiz, den Kopflausbefall kennzeichnet.

Der Kopf eines Menschen ist auch der Platz, wo sich die Kopflaus vermehrt. Das Weibchen legt täglich an die 4 Eier, die es am Haar festklebt. Kopfläuse können sich auch mittels Jungfernzeugung (Parthenogenese), also ohne die Befruchtung durch ein Männchen, fortpflanzen. Die männliche Laus ist etwas kleiner und schlanker ALS die weibliche. Nach ca. 7 – 8 Tagen schlüpfen aus etwa 70 % der Eier die sogenannten Nymphen. Sie sehen aus wie erwachsene Läuse, sind aber deutlich kleiner. Nach weiteren 9 – 12 Tagen ist die Kopflaus geschlechtsreif und bereit, sich einen eigenen Wirt zu suchen.

Die Kopflaus ist ein Außenparasit (Ektoparasit). Sie verbreitet sich von Mensch zu Mensch über direkten Kontakt weiter. Kopfläuse können nicht fliegen oder springen. Sie krabbeln zu ihrem neuen Wirt. Ohne Wirt ist die Laus nach 24 Stunden schon merklich geschwächt und stirbt spätestens nach 55 Stunden.

Ein Kopflausbefall ist zwar sehr unangenehm, aber vom medizinischen Standpunkt aus harmlos. Kopfläuse übertragen, zumindest in Europa, keine Krankheiten. In Entwicklungsländern übertragen sie die Erreger des Fleckfiebers (Rickettsia prowazekii) und des Fünf-Tage-Fiebers (Bartonella quintana).

Welche Ursachen führen zu Kopflausbefall?

Die Ansteckung bzw. die Übertragung von Kopfläusen finden von Mensch zu Mensch, von Haar zu Haar statt. Kopfläuse krabbeln, wenn sie ausgewachsen sind, über die Haare auf einen anderen Kopf. Besonders bei Kindern, die sich beim Spielen oft sehr nahe kommen, ist die Ansteckungshäufigkeit sehr groß. Haustiere werden von Kopfläusen nicht befallen. Eine Übertragung über Mützen, Kleidung oder Plüschtiere ist selten, aber möglich. Man findet so gut wie keine Kopfläuse auf Polstermöbel, Fußböden oder Decken.

Wie oft sich jemand die Haare wäscht, ist für den Befall von Kopfläusen nicht ausschlaggebend. Kopflausbefall betrifft sowohl Menschen mit einwandfreien hygienischen Gewohnheiten als auch solche, die weniger Wert darauf legen.

Symptome & Anzeichen

Das vorrangige Symptom von Kopflausbefall ist ein unangenehmer Juckreiz. Allerdings tritt dieser Juckreiz erst einige Tage oder Wochen nach dem Erstbefall auf. Er ist eine allergische Reaktion auf den Speichel der Laus. Durch das Kratzen kann sich die Kopfhaut entzünden und die Lymphknoten am Hals können anschwellen.

Diagnose & Krankheitsverlauf von Kopflausbefall
Starker Juckreiz auf der Kopfhaut und eine dadurch bedingte Gereiztheit und auch Schlaflosigkeit weisen auf einen Kopflausbefall hin. Durch Teilen der Haarsträhnen kann man die Kopfhaut auf einen Lausbefall hin untersuchen. Entweder sieht man die Läuse selbst, oder die an den Haarwurzeln klebenden weißen Nissen (leere Eier) und Eier. Gerne halten sich die Läuse hinter den Ohren, an den Schläfen und am Nacken auf. Sieht man nur eine Laus oder ein paar Eier, kann man sicher von einem Kopflausbefall ausgehen und muss eine Behandlung durchführen. Die Kopfläuse verschwinden nicht von selbst und vermehren sich so stark, dass bei manchen Personen sogar die Augenbrauen befallen sind.

Eine weitere Möglichkeit, Kopflausbefall nachzuweisen, ist das Auskämmen des Haares mit Läusekämmen. Dies sind Kämme mit speziell angeordneten Zinken, die das Auskämmen von Kopfläusen und Nissen ermöglichen. Nach jedem Strich durch das Haar wird der Kamm auf einem weißen, feuchten Tuch oder Papier abgestreift. So findet man verlässlich vorhandene Läuse.

Meist sind Kinder im Kindergarten- oder Schulalter von Kopfläusen befallen. Wird ein Befall in einer Gruppe oder Klasse bekannt, melden die Pädagogen dies den Eltern. Umgekehrt ist es wichtig, dass Eltern den Kopflausbefall ihres Kindes in der Schule oder dem Kindergarten bekannt geben. In Deutschland gibt es dazu auch eine Meldepflicht. Scham ist hier falsch am Platz. Kopfläuse kann jeder bekommen und es ist kein Zeichen für mangelnde Hygiene. Nur so kann eine Verbreitung der Laus unterbunden werden.

Behandlung & Therapie

Kopfwaschen mit handelsüblichen Haarshampoos hat keinen Einfluss auf den Befall von Kopfläusen. Weder die Eier der Kopfläuse, noch die erwachsenen Tiere werden dadurch beeinträchtigt. Auch das Föhnen der Haare oder die Benutzung einer Trockenhaube kann den Tieren nichts anhaben.

Es gibt drei unterschiedliche Möglichkeiten, einen Kopflausbefall zu behandeln:

  1. Die mechanische Entfernung von Läusen, Eiern und Nissen mit einem Läusekamm.
  2. Spezielle Shampoos, Gele, Emulsionen, Lösungen oder Sprays gegen Kopflausbefall.
    Es gibt eine ganze Reihe von wirksamen Mitteln gegen Kopfläuse in der Apotheke. Ihr Hausarzt oder Apotheker berät sie über das Mittel, das für sie infrage kommt. Auch die genaue Anwendung des jeweiligen Mittels sollten sie mit ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.
  3. Die Einnahme eines Medikamentes, welches die Kopflaus abtötet, sobald sie es über das Blut aufgenommen hat. Diese Mittel sind rezeptpflichtig und aufgrund ihrer Nebenwirkungen umstritten.

Die Behandlung muss nach ca. einer Woche wiederholt werden. Es könnten in der Zeit noch Läuse aus den Eiern geschlüpft sein. Wichtig ist auch, dass die anderen Familienmitglieder untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Auch Personen, die einen engen Körperkontakt mit der an Kopfläusen befallenen Person hatten, müssen untersucht werden. Bei Kindern muss die Schule oder der Kindergarten informiert werden.

Die Homöopathie setzt Graphites D6 – D12 (schwarzer Kohlenstoff) ein, um den Juckreiz zu lindern. Auch Ledum palustre (Sumpfporst) kann juckreizstillend wirken.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Kann man einem Kopflausbefall vorbeugen?
Einen Schutz vor Kopfläusen gibt es nicht. Wichtig ist, die Verbreitung zu verhindern, indem man andere Personen informiert. So können diese früh genug mit einer Behandlung beginnen.

Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt viele Tipps zur Behandlung und Vertreibung von Kopfläusen durch Hausmittel. Ob diese helfen und wirklich in der Lage sind, die Parasiten zu vertreiben, ist fraglich.

Einige dieser Hausmittel sind:

  • Ätherische Öle wie Citronella, Lavendel oder Rosmarin
    Je zwei Tropfen des Öles werden mit einem hochwertigen Pflanzenöl vermischt und in die Kopfhaut einmassiert. Besonders im Bereich hinter den Ohren oder am Nacken. Dort halten sich die erwachsenen Läuse zwischen den Mahlzeiten gerne auf. Unter einer Plastikhaube, über die noch ein Handtuch gewickelt werden kann, lässt man das Öl mindestens eine Stunde lang wirken. Danach werden die Haare mehrmals mit Shampoo gewaschen.
  • Teebaumöl
    Dem Teebaumöl wird eine keimtötende, leicht desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Es soll auch Juckreiz stillend wirken. In der Anwendung soll es dem Haarshampoo beigemischt werden (etwa 5 Tropfen) und 10 Minuten einwirken.
  • Neembaumöl (auch Niembaumöl geschrieben)
    Die Anwendung erfolgt, wie beim Teebaumöl beschrieben.
  • Essig
    Essig hat eine lähmende Wirkung auf Kopfläuse. Man mischt einen Teil Essig und zwei Teilen Wasser. Dieses Essigwasser lässt man 10 – 15 Minuten am Kopf einwirken und kämmt dann das nasse Haar mit dem Läusekamm durch. Die Insekten lassen sich durch das Essigwasser leichter auskämmen. Allerdings kann der Essig auf der aufgekratzten, Wunden Kopfhaut brennen.
  • Olivenöl
    Pures Olivenöl oder eine Mayonnaise aus Olivenöl wird auf die Kopfhaut aufgetragen. Unter einer Plastikhaube und einem Handtuchwickel kann das Öl mehrere Stunden oder über Nacht einwirken. Auch hier wird das Haar anschließend mehrmals mit Shampoo gewaschen und sorgfältig mit dem Läusekamm ausgekämmt.
  • Bärlapptee
    1 Teelöffel des getrockneten Bärlapps wird mit einem viertel Liter heißen, aber nicht kochendem Wasser übergossen. Kurz ziehen lassen und abseihen. Wenn der Tee ausgekühlt ist, können die Kopfhaut und das Haar damit gespült werden. Kurz einwirken lassen und mit klarem Wasser ausspülen. Danach die Haare mit dem Nissenkamm durchkämmen.

Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

 


Behandlungen

 


Heilkräuter & Heilpflanzen


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:


Homöopathie

Die Homöopathie setzt Graphites D6 – D12 (schwarzer Kohlenstoff) ein, um den Juckreiz zu lindern. Auch Ledum palustre (Sumpfporst) kann juckreizstillend wirken.


Schüssler-Salze

 


Diät & Ernährung

 


Alternative Behandlungen

 

FAQ – Fragen & Antworten

 

Wie lange lebt eine Kopflaus?
Eine Kopflaus hat eine Lebenserwartung von ungefähr 20 bis 30 Tagen. In dieser Zeit legt sie circa 150 bis 300 Eier.

Gibt es eine Meldepflicht für Kopflausbefall?
In Deutschland gibt es eine Meldepflicht. Wenn bei einem Kind, das einen Kindergarten oder eine Schule besucht, Kopfläuse festgestellt werden, so haben die Eltern die Pflicht, dies der Einrichtung gemäß § 34 Abs. 5 Infektionsschutzgesetz zu melden. Der Leiter dieser Einrichtung ist verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt zu benachrichtigen. In Österreich und der Schweiz besteht zwar keine gesetzliche Meldepflicht, aber trotzdem sollte man es melden.

Woran erkenne ich, dass die Behandlung erfolgreich war?
Die Kopfläuse kleben ihre Eier fest an den Haaransatz. Wächst das Haar, wandert das Ei oder die leere Nisse nach oben. Sind die Nissen einen Zentimeter oder mehr vom Haarboden entfernt und wurden keine lebenden Läuse mit dem Läusekamm gefunden, so kann Entwarnung gegeben werden. Sicherheitshalber sollte aber noch zwei weitere Wochen kontrolliert werden, ob neue Eier abgelegt wurden.

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