Morbus Sudeck

Steckbrief: Morbus Sudeck

  • Name(n): Komplexes regionales Schmerzsyndrom oder englisch Complex Regional Pain Syndrom (CRPS); Algodystrophie; Sudeck-Dystrophie; sympathische Reflexdystrophie; Reflexdystrophiestrong; Sudecksche Krankheit
  • Art der Krankheit: neurologisch-orthopädisch-traumatologische Erkrankung
  • Verbreitung: 0.5 – 5 % aller Unfallpatienten
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Anfang 1900
  • Behandelbar: Verschiedene Therapien je nach Krankheitsstadium möglich
  • Art des Auslösers: noch nicht vollständig geklärt
  • Wieviele Erkrankte: 15.000 Neuerkrankungen jährlich
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Orthopäden; Ergotherapeuten; Schmerztherapeuten; Physiotherapeuten; Psychotherapeuten
  • ICD-10 Code(s): M89.0 für CRPS 1; G56.4 für CRPS 2 der oberen Extremität und G57.8 für CRPS 2 der unteren Extremität

Morbus Sudeck – eine Erkrankung mit vielen Facetten
Morbus Sudeck bzw. das komplexe regionale Schmerzsyndrom, ist eine Erkrankung mit vielen unterschiedlichen Symptomen. Sie kann von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen und der Heilungsprozess kann sehr langwierig sein. In diesem Artikel wird die Erkrankung und ihre Ausprägungen genauer beschrieben, es werden mögliche Ursachen und Therapieansätze aufgezeigt und es wird auf mögliche Komplikationen und Heilungschancen eingegangen sowie auf die Möglichkeiten, die Betroffene selbst wahrnehmen können um die Erkrankung zu bekämpfen.

Definition Morbus Sudeck

Morbus Sudeck kann eine sehr schmerzhafte Erkrankung sein. Sie tritt in der Regel nach äußeren Einwirkungen wie z. B. Operationen oder Knochenbrüchen in einer oder mehreren Gliedmaßen und mindestens einem Gelenk auf. Die Ursachen sind noch nicht abschließend bekannt. Man unterscheidet zwei Ausprägungen: CRPS 1 ohne Nervenschaden und CRPS 2 mit Nervenschäden. Charakteristisch ist, dass nach der Heilung der äußeren Einwirkung die Schmerzen nicht abnehmen bzw. verschwinden, sondern die Schmerzen halten an und führen zu Beeinträchtigungen. Meist tritt die Erkrankung bei stärkeren äußeren Einwirkungen wie z. B. Knochenbrüchen und Operationen auf, selten bei Verstauchungen und Prellungen.

Die Erkrankung kann sehr komplex auftreten, d. h. dass alle drei Komponenten des menschlichen Nervensystems, sprich das vegetative, das sensible und das motorische System, betroffen sein können. Somit können bei der Erkrankung demnach motorische, sensorische, trophische oder autonome Störungen entstehen. Typisch ist das sich das Schmerzempfinden auf eine betroffene „Region„ konzentriert. War die Verletzung an einem Unterarm, sind in der Regel die Hände mitbetroffen. Unterlag z. B. der Unterschenkel einer äußeren Einwirkung, treten häufig im jeweiligen Fuß ebenfalls die Beschwerden auf. Die Erkrankung kann aber auch an einer völlig anderen Stelle auftreten, entfernt von der ursprünglichen Verletzung. Auf Grund der Komplexität und den noch nicht genau geklärten Ursachen, bedarf die Sudecksche Krankheit einer schnellen und komplexen Behandlung von mehreren Fachärzten aus verschiedenen Fachgebieten.


Was ist Morbus Sudeck?

Um 1900 beschrieb der deutsche Chirurg Dr. Paul Sudeck das erste Mal diese Erkrankung. Er beobachtete bei manchen Patienten eine „entgleiste Heilentzündung“, die Schmerzen der Patienten klangen nicht ab, sondern dauerten an und riefen häufig Bewegungs- und Funktionseinschränkungen beim Patenten hervor. Er beobachtete auch, dass sich die Symptome auch außerhalb der Region der äußeren Einwirkung zeigen konnten und auch an mehreren Gliedmaßen gleichzeitig. Die Sudecksche Krankheit scheint eine Folge einer Gewebe- oder Nervenverletzung durch äußere Einflüsse zu sein. Es treten posttraumatisch und plötzlich oftmals mehrere Wochen nach dem Ereignis, Schmerzen in der vorher betroffenen Region auf. In der Regel sind die oberen Extremitäten (Arme, Hände) stärker betroffen, es gibt aber auch Fälle, in denen das Gesicht oder andere Körperregionen betroffen sind. Charakteristisch sind die Beschwerden so stark, dass sie in keinem Verhältnis mehr zu dem Heilungsgrad der Ursprungsverletzung stehen.

Im Verlauf der Erkrankung treten meist noch weitere Symptome auf, beispielsweise eine Überempfindlichkeit bei Berührungen, eine Störung der Körperwahrnehmung, eine gestörte Beweglichkeit oder Wassereinlagerungen auf. Diese Symptome treten in der Regel am Ort der Ursprungsverletzung auf oder in deren näheren Umkreis. Bei CRPS 1 und CRPS 2 können dieselben Symptome auftreten, sie haben aber unterschiedliche Ursprungsverletzungen, die die Sudecksche Krankheit ausgelöst haben. Bei der CRPS 1 wurden ursprünglich keine Nerven direkt geschädigt z. B. bei einer Verstauchung des Handgelenks. Beim CRPS 2 traten hingegen direkte Nervenschäden auf, z. B. nach einer Operation. Typ eins wird auch als der klassische Morbus Sudeck bezeichnet und macht 90 Prozent der Gesamterkrankung aus. CRPS 2 wird auch als Kausalgie bezeichnet und macht 10 Prozent der Erkrankungen aus.

Welche Ursachen gibt es?

Nach derzeitigem Forschungsstand sind die Ursachen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass Morbus Sudeck nach äußeren Einwirkungen, beispielsweise nach Operationen, Knochenbrüchen oder Traumen auftritt und der Heilungsverlauf der Verletzungen (Nerven, Weichteilgewebe) gestört ist. Morbus Sudeck tritt im Durchschnitt häufiger in den oberen Extremitäten als in den unteren Gliedmaßen auf. Auch sind Frauen häufiger betroffen als Männer und Kinder sind eher in Ausnahmefällen betroffen. Eine besonders große Häufigkeit wurde bei einer Fraktur der Speiche nahe des Handgelenks (distale Radiusfraktur) festgestellt.

Die aktuelle Forschung geht von folgender Theorie aus: Als Folge einer äußeren Einwirkung treten Entzündungsreaktionen ein. Hierbei werden unterschiedliche Entzündungsmediatoren vom Körper ausgeschüttet. Im folgenden Abbauprozess der Botenstoffe werden diese aus unbekannter Ursache nicht mehr vollständig abgebaut und die Entzündungsreaktion verlängert sich. Die Entzündungsmediatoren werden ebenfalls im Zentralnervensystem freigesetzt. Dies löst wiederum eine Sensibilisierung der Neuronen aus, die für die Schmerzverarbeitung im Gehirn eine zentrale Rolle spielen. Als „Nebenwirkung“ einer solchen Fehlfunktion im Zentralnervensystem können eine vergrößerte Schweißbildung und Durchblutungsstörungen auftreten. Es kann zu einer Gefäßverengung kommen und es können Verbindungen zwischen venösen und arteriellen Gefäßen entstehen, sogenannte arterio-venöse Shunts.

Als weiterer Baustein in der körperlichen Kettenreaktion wird somit das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und es kommt zu einer Hypoxie. Dadurch fallen im vergrößerten Umfang Stoffwechselabbauprodukte an und es kommt zu einer kortikalen Umstrukturierung. Als weitere Folge treten in einigen (einzelnen) Repräsentationsbereichen innerhalb der Großhirnrinde Veränderungen hervor. Dies ermöglicht es dem Schmerz sich auszubreiten. So kann es dazu kommen, dass Schmerzen z. B. im ganzen Arm auftreten obwohl bei der anfänglichen äußeren Verletzung nur ein Finger betroffen war. Bezüglich einer genetischen und vererblichen Komponente liegen derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, es gibt aber Hinweise auf einige erbliche Einflussfaktoren.

Einige Forscher gehen auch davon aus, dass die Erkrankung von der menschlichen Psyche beeinflusst wird. Hierzu fehlen aber derzeit ebenfalls wissenschaftliche Beweise. Es gibt aber einige Studien die aufzeigen, dass das CRPS häufiger bei Patienten auftritt, die in naher Vergangenheit eine sehr negativ belastete Lebenssituation erlebt haben.


Symptome & Anzeichen

Die beiden unterschiedlichen Typen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms können an Hand der auftretenden Symptome und Anzeichen meist gut erkannt und unterschieden werden. Beim CRPS 1 treten nach der äußeren Einwirkung keinerlei Schädigungen von Nerven oder Gewebe auf, beim CRPS 2 wiederum treten diese Schädigungen auf. In den ersten drei Monaten nach der Einwirkung können – bei beiden Typen – Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Wärme als Symptome auftreten. Danach kann sich eine Dystrophie entwickeln mit einer mehr oder minder ausgeprägten Gelenkversteifung, häufig in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten nach dem ursprünglichen Ereignis. Als dritte und letzte Stufe des Syndroms entsteht die sogenannte Atrophie. Häufig kommt es ungefähr sechs bis zwölf Monaten nach der äußeren Einwirkung dazu, dass ein völliger Funktionsverlust vorliegt. Diese Einteilung stellt aber nur einen möglichen Verlauf der Erkrankung da. Auf Grund der Komplexität der Erkrankung, kann sie bei jeden Betroffenen individuell anders verlaufen.

Viele der Betroffenen haben Funktionseinschränkungen und eine gewisse „Schwäche“ in den betroffenen Gliedmaßen. Diese geringe Belastbarkeit der Extremitäten rührt im Akutstadium eher von den vorhandenen Schwellungen und den damit verbundenen Schmerzen einher. Wandelt sich der akute Zustand später in den chronischen Verlauf um kommt die eingeschränkte Funktion und Beweglichkeit eher von Fibrosen und Kontrakturen. Es werden häufig auch Symptome wie Muskelzittern (Tremor) oder Muskelzuckungen (Myoklonien) beobachtet. Außerdem kommt es häufig zu einer Schmerzüberempfindlichkeit (Hyperalgesie). Patienten empfinden schwache Reize (z. B. Berührungen) als sehr schmerzhaft. Ungefähr ¾ der Patienten leiden auch im Ruhezustand unter Schmerzen. Es können auch Taubheits- oder Fremdheitsgefühle in der betroffenen Extremität auftreten.
Im weiteren Verlauf färben sich die Extremitäten nach der Rötung blau und werden kalt. Ungefähr die Hälfte aller Betroffenen neigt zum vermehrten Schwitzen (Hyperhidrose.

Ein typisches Symptom ist das vermehrte Wachstum von Haaren und Nägeln im akuten Stadium und an der betroffenen Extremität. Dieser vermehrte Wuchs ändert sich bei der Chronifizierung der Erkrankung ins Gegenteil um. In sehr schweren Fällen kann sich die Muskulatur sogar komplett zurück bilden. Es kommt zu starken Bewegungseinschränkungen.

Folgende Symptome können bei CPRS auftreten:

  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Schmerzen
  • Wärmeentwicklung
  • Gelenkversteifungen
  • Funktionsverlust
  • Muskelschwund
  • Muskelzittern
  • Muskelzuckungen
  • Einschränkungen bei der Beweglichkeit
  • Schmerzüberempfindlichkeiten
  • Taubheits- und Fremdheitsgefühle
  • Geringe Belastbarkeit
  • Vermehrte Schwitzneigung
  • Durchblutungsstörungen
  • „Kalt“ werden der Extremitäten
  • Wachstumsstörungen bei Haaren und Nägeln

Diagnose & Krankheitsverlauf

Als erstes wird ein Allgemeinmediziner ein ausführliches Patientengespräch (Anamnese) führen. Er kann zum Beispiel gezielte Fragen stellen zu den genauen Umständen der äußeren Einwirkung und nach belastenden Situationen in der unmittelbaren Vergangenheit. Eine genaue Diagnose wird dann mit Hilfe der klinischen Erscheinungen abgeklärt. Es werden bildgebende Verfahren zu Rate gezogen. Bei der Durchführung einer Szintigrafie oder einer Röntgenbestrahlung zeigen sich bei der Krankheit charakteristische fleckige Aufhelllungen. Diese werden durch einen Schwund des im Knochen eingelagerten Kalksalz verursacht. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto größer ist die Anzahl und Größe der Aufhellungen. Die Stellung einer frühen Diagnose durch die fleckigen Aufhellungen ist in der Regel nicht möglich, da die Flecken sich erst mindestens 2 Monate nach Beginn der Erkrankung bilden.

Bei der Durchführung einer Untersuchung im Kernspintomographen können andere Veränderungen sichtbar gemacht werden. Es können sogenannte Weichteilödeme, Gelenkergüsse, Hautverdickungen und fibrotische Veränderungen erkannt werden. Ebenfalls sind bandförmige Mehrspeicherungen in der Nähe der betroffenen Gelenke typisch und lassen sich mit Hilfe einer Skelettszintigrafie relativ frühzeitig sichtbar machen. Der Krankheitsverlauf kann bei jeden Betroffenen ganz individuell verlaufen. Zum einen ist die Diagnosestellung schwierig und die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Zum anderen gibt es noch keine einheitliche und optimale Therapie. In der Regel kann man aber sagen dass die Therapie der Erkrankung recht langwierig ist. Je länger die Diagnosestellung gedauert hat und je weiter die Chronifizierung fortgeschritten ist, desto länger dauert in der Regel die Behandlung.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Wie häufig bzw. wie viele Menschen tatsächlich von dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom betroffen sind lässt sich nur schätzen, da es aktuell keine verlässlichen Zahlen gibt. Das liegt u. a. daran, dass es keine meldepflichtige Erkrankung ist, die protokolliert wird. Schätzungen gehen davon aus das ungefähr 5-6 Menschen pro 100.000 Einwohner jährlich neu erkranken. Andere Schätzungen gehen von ca. 15.000 Neuerkrankungen allein in Deutschland aus. Anhand von Untersuchungen steht zumindest fest, dass es wohl mehr Frauen als Männer betrifft. Die Erkrankung tritt häufig bei Personen zwischen 40 – 50 Jahren auf und Kinder erkranken nur in Ausnahmefällen. Es sind häufiger Rauch als Nichtraucher unter den Erkrankten zu finden. Meist betrifft es laut Statistik auch häufiger die oberen Extremitäten als die unteren.

Die Diagnose des komplexen regionalen Schmerzsyndroms erfolgt hauptsächlich nach klinischen Gesichtspunkten. Sogenannte bildgebende Verfahren (Szintigraphie oder Röntgenbestrahlung) können die charakteristisch auftretenden Aufhellungen sichtbar machen. Diese Verfahren dienen aber nur zur Untermauerung der klinisch gestellten Diagnose und dienen nicht als Mittel zur endgültigen Diagnosestellung.

Klinische Diagnosestellung bedeutet, dass die Stellung der Diagnose für CRPS eins und zwei, die revidierten Kriterien der IASP (International Association for the Study of Pain) zu Grunde gelegt werden. Da diese Kriterien von den Autoren im Jahr 2003 in Budapest erstellt und veröffentlich wurden, nennt man sie auch die Budapest Kriterien. Die Symptome des CRPS werden in vier Kategorien unterteilt. Im Verlauf der individuellen Krankengeschichte müssen mindestens drei der vier Kategorien mit jeweils einem Symptom aufgetreten sein. Bei der aktuellen Untersuchung des Patienten müssen mindestens zwei Symptome aus zwei Kategorien nachweisbar sein. Sind diese Kriterien erfüllt kann die Diagnose Morbus Sudeck gestellt werden.


Komplikationen bei der Krankheit

Im Rahmen des oftmals sehr langwierigen und komplexen Krankheitsverlaufs kann es auch zu einer Reihe von Komplikationen kommen. Gerade wenn die Erkrankung spät erkannt wurde und die Chronifizierung begonnen hat. Zum Beispiel kann sich das Syndrom von der ursprünglich betroffenen Körperregion ausweiten, häufig betrifft es dann die gesamte Gliedmaße. Es kann auf Grund der Schonung der Extremität zu einem rapiden Muskelschwund kommen bis hin zu einem völligen Verlust der Funktion, was zu einer Art „Lähmung“ führen kann. Hier kann es bis zu einer vollständigen Heilung ein sehr langer und mühseliger Prozess sein.

Es kann ebenso zu einer sogenannten Entkalkung der Knochen kommen, was im Laufe des natürlichen Alterungsprozesses eine Osteoporose begünstigen bzw. die Neigung zu Knochenbrüchen erhöhen kann. Denn eine Rücklagerung von Kalzium in den Knochen funktioniert nur sehr langsam und schleppend auf Grund der natürlichen physikalischen Eigenschaften der Knochenstruktur.Der Funktionsverlust, die mühselige und eingeschränkte Bewältigung des Alltags und die häufigen und permanent auftretenden Schmerzen können bei den Betroffenen auch Niedergeschlagenheit, Ängste und Depressionen hervorrufen sowie deren Selbstwertgefühl erheblich herabsetzen. Dies kann wiederum die ursprüngliche Erkrankung begünstigen und den Heilungsprozess verzögern und das kann sich wiederum auf eine erneute Verschlechterung des Gemüts auswirken. So kann ein regelrechter Teufelskreis entstehen. Dies kann sich soweit auswirken, dass die Patienten auf Grund dessen in Ihrer Persönlichkeit beginnen zu ändern. Deshalb ist es wichtig bei einer Behandlung den ganzen Menschen zu behandeln nicht nur die reinen körperlichen Symptome.

An der betroffenen Körperregion kann man ebenso häufig ein gestörtes Wachstum der Haare und Nägel beobachten. Dies kann den betroffenen im Alltag einschränken und sein Selbstwertgefühl erheblich herabsetzen, je nachdem wie groß die Ausmaße sind und in welcher Körperregion und wie sehr der Einzelne sich über sein Aussehen definiert. Hier gilt es ebenfalls regulierend einzuwirken auf körperlicher und psychischer Ebene, zumal die Haare und Nägel auch wichtige Rollen im Leben und der Gesundheit der Menschen einnehmen. Auch kann der Schmerz bzw. das „Schmerzgedächtnis“ bei dauerhaft anhaltenden Schmerzen ein sogenanntes Eigenleben entwickeln. Die Erkrankung kann im Laufe des Lebens immer wieder zum Vorschein kommen oder die Schmerzen können auf Grund entstandener Veränderungen im Gehirn, losgelöst von der ursprünglichen Region an einer völlig anderen Stelle auftreten und zu einem viel späteren Zeitpunkt.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Besuch beim Arzt sollte man in Erwägung ziehen, sobald man Störungen oder Auffälligkeiten im Heilungsprozess wahrnimmt. Vor allem wenn die Schmerzempfindlichkeit und die Schmerzintensität noch hoch ist obwohl das Ereignis im Verhältnis schon länger her ist. Auch wenn sich Betroffene unsicher sind und den Verdacht haben ist ein klärender Arztbesuch wichtig. Auf Grund der sehr langwierigen Therapie ist es ratsam zwischen dem Wahrnehmen der Auffälligkeiten und dem ersten Arztbesuch nicht allzu viel Zeit verstreichen zu lassen. Insbesondere wenn Betroffene im Heilungsprozess plötzlich starke Schmerzen und einen Funktionsverlust der Extremitäten bemerken ist es wichtig, die Ursachen von einem erfahrenen Mediziner abklären zu lassen.

Wichtige Partner können sein ein koordinierender und motivierter Allgemeinmediziner, ein Psychologe bzw. Neurologe, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Heilpraktiker und erfahrene Apotheker, Sporttherapeuten und andere erfahrende Experten.

Behandlungsmethoden & Therapie

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom lässt sich mit verschiedenen geeigneten Therapieansätzen behandeln. Die Therapie gestaltet sich aber in der Regel als langwierig. Die Therapie sollte auf die jeweiligen Stadien der Erkrankung, auf den vorhandenen Krankheitstyp und auf den Patienten selbst individuell zugeschnitten werden. Beispielsweise kann der Ergotherapeut gezielte Übungen durchführen. Ziel ist hierbei, dass der Patient seinen Alltag wieder müheloser und vor allem selbst bewältigen kann. Des Weiteren kann der Ergotherapeut mit Hilfe von geeigneten Übungen die Überempfindlichkeit bei Berührungen verbessern.

Der Physiotherapeut kümmert sich um Kraft und Beweglichkeit und um einen gewissen Muskelerhalt und kann dem Betroffenen geeignete Übungen für zu Hause mit an die Hand geben. Gerade im Rahmen der Erhaltung und idealerweise der Zurückgewinnung der Muskelkraft und der Beweglichkeit, stellt der Physiotherapeut eine wichtige Funktion bei der Heilung des Betroffenen dar. Außerdem kann er mit der Anwendung von speziellen Massagetechniken die Durchblutung an der Extremität fördern und ebenfalls die Überempfindlichkeit der Gliedmaße bei Berührungen verbessern.

Weist der Betroffene psychische Probleme auf, kann eine Therapie beim Psychologen oder ähnlichen zur Hilfe genommen werden. Es kommt im Rahmen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms häufiger das Auftreten einer Depression mit hinzu. Auch leiden viele Betroffene an einem verminderten Selbstwertgefühl, an Niedergeschlagenheit oder unter Ängsten. Hier kann eine Psychotherapie eine sehr wichtige Schlüsselfunktion im Heilungsprozess einnehmen. Ebenfalls kann zusätzlich eine sogenannte Verhaltenstherapie gute Dienste leisten. Bei dieser Therapieform lernen die Betroffenen, wie sie mit belastenden und angstauslösenden Alltagsituationen besser umgehen können und lernen achtsamer mit sich und ihrem Körper umzugehen.

Es gibt auch eine Reihe von geeigneten Medikamenten, die bei Morbus Sudeck eingesetzt werden können. Als geeignet herausgestellt haben sich u. a. Biphosphonate, Opioide und nicht opioide Analgetika, trizyklische Antidepressiva sowie Corticoide. Zum Beispiel kann mit der Gabe von Kortison auftretende Entzündungen bekämpft werden. In sehr schwierigen Fällen, in denen die Patienten dauerhaft und sehr intensive Schmerzen verspüren, kann der Mediziner auch geeignete Betäubungsmittel mit einer Spritze in die betroffenen Nerven einbringen.

Die moderne und umfassend multimodal angelegte Schmerztherapie kennt aber noch weitere Therapieansätze, die bei der Behandlung von Morbus Sudeck Patienten zum Einsatz kommen können. Hierzu zählt zum Bespiel die Spiegeltherapie. Diese Therapie ist eine spezielle Krankengymnastik. Der Patient betrachtet im Spiegel ausschließlich seine gesunde Gliedmaße und führt mit dieser die Übungen aus. So soll dem Gehirn vorgetäuscht werden, das es die kranke Extremität ist. Hierdurch soll dem Patienten vor allem die Angst vor den Schmerzen genommen werden und die Beweglichkeit verbessert werden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Bedauerlicherweise gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor der Erkrankung. Auf Grund der noch nicht vollständig geklärten Ursachen und der großen Bandbreite an Symptomen und Auswirkungen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms gibt es auch keine wirksame Impfung, vorbeugende Medikamente oder gar vorbeugende Therapie bzw. Verhaltensmaßnahmen. Eine vollkommen sichere Prävention z. B. durch einen gesunden Lebensstil ist ebenfalls nicht möglich. Es erkranken aber laut Statistik wesentlich mehr Raucher als Nichtraucher an Morbus Sudeck. Durch die Aufgabe des Rauchens könnte man folglich die eigenen individuellen Chancen verbessern, nicht an CRPS zu erkranken.

Sollte man an dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom erkranken, ist eine umfangreiche und rechtzeitige Schmerztherapie unumgänglich, da hier die besten Chancen bestehen die dauerhaften Schmerzen einzudämmen und idealerweise zu beseitigen. Man sollte also auf Symptome bei sich achten und bei Unstimmigkeiten zeitnah einen erfahrenen Arzt aufsuchen. Allgemein kann man aber sagen dass die Führung eines gesunden Lebensstils einen wichtigen Teil zu einer wirksamen Vorbeugung beitragen kann. Die Einhaltung der ärztlichen Anweisungen nach einer äußeren Einwirkung (z. B. einer Operation) sowie die Durchführung von Krankengymnastik oder einer Ergotherapie können sich ebenfalls positiv auf eine Nichterkrankung auswirken.

Es wird auch seit langem im klinischen Alltag beobachtet, dass die Erkrankung nach Operationen mit einer Regionalanästhesie seltener auftritt als bei einer Operation mit einer Vollnarkose. Es existieren hierzu aktuell zwar keine gesicherten und verlässlichen Studien, es wird aber üblicherweise bei operativen Eingriffen eine Regionalanästhesie empfohlen. Auch die Gabe von Vitamin C soll die Erkrankungsrate deutlich senken.

Vorbeugung durch die Gabe von Vitamin C:
Es gibt laut Studien aktuell nur eine einzige wirksame Substanz zur Vorbeugung einer Erkrankung und zwar die Einnahme von Vitamin C. Im Jahr 1999 wurde eine Gruppe von Patienten mit Vitamin C behandelt, die Vergleichsgruppe erhielt einen Placebo. Die Gruppe, die das Vitamin C bekam wurde eine tägliche Dosis in Höhe von 500 – 1.000 mg Vitamin C verabreicht über einen Zeitraum von 50 Tagen ab dem Operationstag. In der Gruppe, die Vitamin C verabreicht bekommen hatten, betrug die Erkrankungsrate durch Morbus Sudeck nur 7%, die Rate der Placebogruppe lag hingegen bei 22 %.

Auf Grund der Tatsache, dass die Ursachen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms noch nicht vollständig geklärt sind und auf Grund der derzeitigen Unkenntnis der Mediziner warum und wie das Vitamin C genau wirkt, wird den Betroffenen in der Regel kein Vitamin C verabreicht. Bis jetzt konnte sich also dieser Therapieansatz nicht als Standardtherapie durchsetzen. Einnahmen von Vitamin C sollten daher nicht willkürlich durch den Patienten selbst erfolgen, sondern vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.


Prognose zur Heilung

Eine Heilung der Erkrankung ist möglich, wenngleich die Behandlungsdauer sehr langwierig sein kann. Je früher Morbus Sudeck erkannt wird, desto besser sind auch die Heilungschancen. Idealerweise wird das komplexe regionale Schmerzsyndrom bereits im Frühstadium bzw. Stadium eins entdeckt und zeitnah mit einer passenden Therapie begonnen. Eine vollständige Heilung ist manchmal möglich, bedarf aber einer intensiv durchgeführten Behandlung von erfahrenen Therapeuten und Expertenteams. Häufig leiden die Patienten aber auch nach einer (teilweisen) Heilung an Schmerzen oder die Erkrankung kommt in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder zum Vorschein.

Die Beschwerden können aber in der Regel im Laufe der Zeit gut von den Betroffenen reguliert werden, insbesondere wenn es den Betroffenen gelingt gute Strategien zur Alltagsbewältigung zu finden und umzusetzen. In der Regel schaffen es die meisten Patienten sich im Laufe der Zeit gut mit Morbus Sudeck zu arrangieren, sollte eine vollständige Heilung nicht vollständig gelingen. In einigen Fällen bleibt das komplexe regionale Schmerzsyndrom aber bestehen (Stadium 3) und die Betroffenen leiden dauerhaft unter Funktionseinschränkungen.


Alternative Behandlungsmethoden

Im Laufe der letzten Jahre wurden einige alternative Behandlungsmöglichkeiten als Ergänzung zur Schulmedizin entwickelt, die sich positiv auf eine Heilung auswirken können. Beispielsweise gibt es das sogenannte Pinga Pain Control, das ursprünglich in Amerika entwickelt wurde und auch außerhalb Amerika immer mehr Anhänger findet. Man kann eine sogenannte Ayurveda Panchakarma Kur begleitend durchführen. Es gibt auch zahlreiche Wassersportarten, die sich positiv auf eine schnellere Heilung auswirken können, das wären beispielsweise Aquafitness, Aquajogging oder Aquacycling. Auch die sogenannte Andullationstherapie zeigt Erfolge bei der Bekämpfung des komplexen regionalen Schmerzsyndroms.

Für die Stimulierung der Muskeln kann die sogenannte Matrix-Rhythmus-Therapie nach Randoll eingesetzt werden. Durch den Einsatz einer biologischen Zellregulation kann die Heilung des Morbus Sudeck ebenfalls beschleunigt werden. Da die Erkrankung häufiger bei Betroffenen auftritt, die vor der äußeren Einwirkung eine sehr negative persönliche Erfahrung gemacht haben, können auch Verfahren helfen, die die Psyche der Betroffenen wieder ins Gleichgewicht bringen. Das können z. B. Entspannungstechniken wie Yoga, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Qi Gong, Tai Chi, Phantasiereisen oder Autogenes Training oder Trauerbewältigung und Selbsthilfegruppen sein.

Mögliche alternative Behandlungsmöglichkeiten:

  • Pinga Pain Control
  • Ayurveda Panchakarma Kur
  • Wassersportarten(z. B. Aquafitness)
  • Andullationstherapie
  • Matrix-Rhythmus-Therapie nach Randoll)
  • Trauerbewältigung und Selbsthilfegruppen
  • Entspannungstechniken (z. B. Tai Chi)

Welche Hausmittel können helfen?

Direkte Hausmittel gegen das komplexe regionale Schmerzsyndrom gibt es nicht. Sehr wohl lassen sich aber Hausmittel gegen einige Symptome finden. Gegen die Schmerzen kann man eine zwei- bis vierwöchige Kur mit einem Extrakt der Teufelskralle durchführen. Wenn man einen starken Magen hat, kann man auch seine Speisen über einen Zeitraum von ungefähr 3 Wochen mit Cayenne-Pfeffer würzen. Dieser enthält besonders viel von dem Wirkstoff (Capsaicin). Das Capsaicin hemmt die Freisetzung von Botenstoffen und die Schmerzsignale werden nicht weitergeleitet. Derselbe Wirkstoff steckt auch in scharfen Chilischoten.

Tee-Liebhaber können ebenfalls über einen kurzen Zeitraum einen Tee aus Weidenrinde trinken. In der Weidenrinde steckt das sogenannte Salicin, das gegen Fieber und Schmerzen eingesetzt werden kann. Dreimal täglich einen aufgebrühten Tee trinken.
Um Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern kann man auch mit sogenannten Wärmekissen arbeiten. Diese erwärmt man kurz und legt sie dann auf die betroffenen Stellen auf. Meist sind diese Kissen mit Naturmaterialen wie z. B. Kirschkernen, Dinkel, Rapssamen oder Traubenkernen gefüllt. Rapssamen und Traubenkerne sollen auf Grund ihres Ölanteils die Wärme besonders lang speichern können und schmiegen sich auf Grund ihrer kleinen Struktur besonders gut an die Körperformen an.

Ebenso kann die Anwendung einer Wärme- bzw. Rotlichtlampe die Schmerzen lindern sowie die Durchblutung fördern. Die Anwendung sollte man mit einer erfahrenen Fachkraft vorher besprechen. Die Durchblutung lässt sich ebenso mit Wechselduschen oder Kneippkuren („Wassertreten“) und sogenannten Bürstenmassagen anregen. Bei den Wechselduschen sollte man langsam beginnen und immer mit Warm anfangen und mit kaltem Wasser abschließen. Hat man sich daran gewöhnt kann man die Anzahl der Wechsel erhöhen und/oder die Temperaturunterschiede steigern.

Um die Durchblutung gezielt zu fördern, kann man auch gemahlenen Kaffee nehmen und damit ein Körperpeeling durchführen (am besten vor der Wechseldusche). Das darin enthaltende Koffein und die „Massage“ durch das Einreiben regen die Durchblutung an.
Um die Stimmung aufzuhellen und ebenfalls die Durchblutung zu fördern werden ebenfalls tägliche Spaziergänge an der frischen Luft empfohlen. Studien haben auch gezeigt dass z. B. Kartenspiele die Beweglichkeit fördern und entspannend auf die Betroffenen wirken.

Mögliche Hausmittel:

  • Teufelskralle
  • Capsaicin (Pfeffer, Chili)
  • Weidenrinden-Tee
  • Wärmekissen mit Naturfüllung
  • Wechselduschen
  • Wassertreten
  • Bürstenmassage
  • Körperpeeling mit Kaffeesatz
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Spielerische Bewegung und geistige Auslastung (z. B. Kartenspielen)

Heilkräuter & Heilpflanzen

Wie bei allen Selbstanwendungen gilt es diese nicht auf eigene Faust anzuwenden sondern vorher mit dem behandelnden Arzt und am besten zusätzlich mit einem erfahrenen Heilpraktiker über die Anwendungen zu sprechen. Viele Pflanzen besitzen eine große (Heil-)kraft und es könnten sich sonst eventuell Wechselwirkungen und Beeinträchtigungen z. B. mit eingenommen Medikamenten ergeben.

Um den Durchblutungsstörungen entgegen zu wirken kann man Vollbäder mit durchblutungsfördernden Kräuterextrakten wie z. B. Rosmarin, Fenchel, Kiefernnadeln oder Heublumen durchführen. Faustregel ist eine Handvoll Pflanzenteile. Man kann die gesamten Rosmarinzweige in das Badewasser geben. Am besten man gibt die Pflanzenteile in ein unbehandeltes Leinensäckchen und hängt dieses ins Badewasser ein. So spart man sich das mühselige Einsammeln der Pflanzenteile nach dem Bad und kann diese nach dem Trocknen auch gleich mehrmals verwenden. Man kann ebenfalls die heißen Bäder gezielt als Hand-oder Fußbad durchführen, je nachdem in welcher Extremität die Beschwerden auftreten. Zusätzlich kann man das Bad wieder mit Kräuterextrakten oder mit 2 Esslöffeln Senfmehl anreichern. Denselben Effekt erreicht man, wenn man etwas geriebenen Meerrettich in das Wasser gibt.

Treten Sorgen, Ängste oder andere psychische Beeinträchtigungen auf kann man mit der Heilkraft der Melisse arbeiten. Diese wirkt gleichzeitig beruhigend und hellt die Stimmung auf. Man kann die Melisse als Kräutertee (3 Tassen täglich) zu sich nehmen oder ebenfalls die Melisse (als Extrakt oder Blätter) in das Badewasser geben. Im Sommer kann man die Blätter der Zitronenmelisse wunderbar in Getränke geben, das gibt eine sommerlich zitronige Note. Auch als Salatbeilage eignet sich die Zitronenmelisse recht gut.

Geeignete Heilkräuter

  • Rosmarin
  • Fenchel
  • Kiefernnadeln
  • Heublume
  • Senfmehl
  • Meerrettich
  • Melisse

<h3>Ätherische Öle</h3>
Als ätherische Öle zur Anregung der Durchblutung eignen sich z. B. Rosmarin, Fenchel oder Kiefernnadelöl. Diese kann man vielseitig verwenden. Zum einen kann man die Öle dem Badewasser hinzufügen (Vollbäder: 10 – 15 Tropfen) oder diese (2-5 Tropfen) in die Bodylotion hinzugeben. Wer zu empfindlicher Haut neigt, sollte sehr vorsichtig dosieren und die Öle besser im Badewasser auflösen.

Zur Verbesserung der seelischen Verfassung eignen sich ätherische Öle vor allem als Raumduft z. B. in einer Duftlampe oder man verteilt ein paar Tropfen des gewünschten Öles in der Wohnung auf geeigneten Flächen. Sollten im Haushalt Kinder unter sechs Jahren leben, ist von einer Anwendung als Raumduft eher abzuraten. Viele Betroffene leiden jahrelang unter den Beschwerden und dementsprechend kann dies sehr auf das Gemüt der Betroffenen schlagen. Um das richtige Öl zu finden muss man etwas differenzieren. Bedarf es eher einer beruhigenden und stimmungsaufhellenden Wirkung, so wird eher die Anwendung von ätherischen Ölen aus Melisse, Baldrian oder römische Kamille empfohlen. Ist der Betroffene eher ausgeglichen aber niedergeschlagen und traurig, benötigt man Öle die den Optimismus und Freude fördern wie z. B. Bergamotte, Orange, Geranie oder Sandelholz. Es eignen sich aber auch noch einige andere Öle.
Bei einem Abbau der Muskulatur (z. B. Muskelschwund) empfiehlt sich die Anwendung von Cajeput, Eukalyptus, Kampfer, Fichte, Wachholder, Zypresse, Rosmarin, Minze und Kiefer.

Ätherische Öle

  • Rosmarin
  • Fenchel
  • Kiefernnadelöl
  • Melisse
  • Baldrian
  • Römische Kamille
  • Bergamotte
  • Orange
  • Geranie
  • Sandelholz
  • Cajeput
  • Eukalyptus
  • Kampfer
  • Fichte
  • Wachholder
  • Zypresse
  • Minze

Homöopathie und Globuli

Auch wenn die Homöopathie zur Heilung eingesetzt werden soll, ist vorab (wie bei jeglicher Selbstbehandlung!) ein erfahrender Mediziner zu Rate zu ziehen anstelle einer Selbstbehandlung. Die Erkrankung selbst lässt sich mit Hilfe von Globuli und Co nicht behandeln, wohl aber können die auftretenden Symptome behandelt werden. Die Schmerzen lassen sich gut mit einer Einnahme von Calcium phosporicum C5 in den Griff bekommen. Man nimmt hier meist im Zeitraum von 2 Monaten je 5 Globuli täglich. Die Symptome des fehlenden Kalks im Knochen können morgens mit (nach dem Aufstehen) Silicea C7, abends mit Symphytum C5 behandelt werden. Bei Schmerzen, die durch Bewegung verursacht werden, empfiehlt sich eine Einnahme von Cimigifuca C4. Bei Schmerzen, die durch feuchtes und kaltes Wetter begünstigt werden, kann Dulcamara C4 genommen werden.

Sind die Schmerzen eher bei schönen aber kalten Wetter besonders spürbar, empfiehlt sich eine Einnahme von Apis C4. Schwankt die Intensität der Schmerzen sehr, kann Kalium sulfuricum ausgleichend und schmerzlindernd wirken.

Mögliche homöopathische Mittel

  • Calcium phosporicum C5
  • Silicea C7
  • Symphytum C5
  • Cimigifuca C4
  • Dulcamara C4
  • Apis C4
  • Kalium sulfuricum

Schüssler-Salze

Auch hier gilt das die Schüssler Salze eher zur Linderung der Symptome beitragen können. Die Schüssler Salze können gut eingenommen werden um z. B. dem Kalziumabbau in Gelenken und Knochen beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom entgegen zu wirken, der wiederum zu mehr Knochenbrüchen führen kann. Da Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder von einem funktionierenden und starken Bindegewebe fest umschlossen sein müssen, empfiehlt es sich auch dieses zu stärken.

Es eignen sich unter dieser Prämisse vor allem zwei Öle: Zum einen das Schüsslersalz Nummer 1, das Calcium fluoratum. Dieses Salz nennt man auch das Salz des Bindegewebes, der Haut und der Gelenke. Es verleiht dem Bindegewebe Festigkeit und Kraft, damit es seine Stütz- und Schutzfunktion erfüllen kann.Zum anderen eignet sich bei der Behandlung von Morbus Sudeck das Schüssler Salz Nummer 11, das Silicea. Dies ist das Salz der Haare, der Haut und des Bindegewebes. Es festigt das Bindegewebe, damit dieses wiederum Knochen und Gelenke schützen kann und sorgt für ein gutes und ausgeglichenes Wachstum von Haaren und Nägeln.

Geeignete Schüssler Salze:

  • Nummer eins: Calcium fluoratum
  • Nummer elf: Silicea

Diät & Ernährung

Die einzig richtige Ernährungsempfehlung, die auf jeden Patienten passt gibt es leider nicht. Nach aktuellen Erkenntnissen gibt auch keine bestimmte Ernährung, die der Erkrankung durch das komplexe regionale Schmerzsyndrom vorbeugen, aufhalten oder gar heilen kann. Die gute Nachricht ist, dass es durchaus Lebensmittel gibt, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Erkrankung auswirken kann. Somit kann man mit einer angepassten Ernährung einen weiteren wichtigen Baustein einsetzen um das Ziel der Heilung zu erreichen. Nicht nur die Lebensmittel selbst können Auswirkungen haben, sondern eine schonende Verarbeitung der Lebensmittel scheint sich ebenfalls positiv auf die Betroffenen auszuwirken.

Im amerikanischen Sprachraum gibt es eine spezielle Diät mit 4 positiven und 5 negativen Punkten.

Die vier positiven „Fs“:

  • Frisches Gemüse
  • Frisches Obst
  • Geflügell ohne Haut (gegart, gegrillt, geröstet)
  • Fisch (gegrillt oder geröstet)

Die fünf negativen „Cs“:

  • Schokolade
  • Kuchen
  • Kekse
  • Süßigkeiten
  • Alkohol z. B. Cocktails

Umfassend betrachtet, sollte man diese Lebensmittel meiden : Alle Produkte mit kristallinen raffinierten weißen Zucker (Lebensmittel und Getränkeformen), besonders Süßigkeiten, Torten, Kuchen, Eiscreme usw., stark verarbeitete und vor allem sehr fette Wurstsorten (z. B. Salami, Mortadella, Lyoner, Fleischwurst, Ringwurst, Wiener, Bockwurst, Schinken, Speck), helle und verarbeitete Weißmehlprodukte (Brot, Toast, Semmel, Brötchen, Donuts), stark verarbeitete Soßen (z. B. Majonäse), sämtliches Gebratene und Frittiertes (z. B. Kartoffelchips), ungehärtete Pflanzenfette, Kaffeeweiser oder andere Milchersatzprodukte, Butter und Margarine.

Nur ab und zu sollten folgende Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen und das am besten in geringem Maße und schonend zubereitet: Kaffee, Tee, Schafs- und Lammfleisch, verarbeitete Kartoffelprodukte (z. B. Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer und Kartoffelpüree).

Lebensmittel die unbedingt zum Speiseplan gehören sollten sind z. B. alle Gemüse- und Obstsorten, naturbelassene und schonend gepresste Obst- und Gemüsesäfte (z. B. naturtrüber Apfelsaft), entrahmter Käse, Geflügel ohne Haut, mageres Rindfleisch (z. B. Roastbeef), Hummer, Fisch, getrocknete Früchte (z. B. Rosinen), Haferflocken, Hüttenkäse, entrahmte Milch, naturbelassener und fettarmer Joghurt und Quark, Meeresfrüchte (z. B. Garnelen, Krebse), Eier (z. B. Huhn, Wachtel), alle Getreidearten (z. B. als Müsli), Wasser, naturbelassener Honig sowie naturbelassene und ungesalzene Nüsse.


FAQ – Fragen & Antworten

Gibt es speziell entwickelte Medikamente für diese Erkrankung
Derzeit gibt es auf dem Markt noch kein zugelassenes Medikament, das nur für diese Erkrankung existiert oder speziell darauf zugeschnitten ist. Das liegt zum einen an der großen Komplexität und die vielen verschiedenen Symptome dieser Erkrankung und zum anderen ist die Ursachenforschung der Erkrankung noch nicht vollständig abgeschlossen. Es gibt aber eine Reihe von Medikamenten, die laut Erfahrungen bei der Heilung der Erkrankung helfen können.

Welche Sportarten eignen sich besonders gut
Alle Sportarten, die den Betroffenen Spaß bereiten und die er laut der behandelnden Ärzte auch durchführen kann sind geeignet. Allgemein kann man sagen, dass vor allem Sportarten förderlich sind, die die Beweglichkeit und Muskeln fördern und fordern, die Psyche miteinbeziehen und Sportarten, bei denen der Wasserdruck eine zusätzliche Durchblutung und „Massage“ der Haut mit sich bringt. Das können zum Bespiel sein: Yoga, Tai Chi, Qi Gong, Aquafitness oder gezieltes Muskeltraining.

Wie lange beträgt die durchschnittliche Behandlungsdauer?
Auf Grund der individuell sehr unterschiedlich verlaufenden Krankengeschichten und den wenigen vorliegenden verlässlichen Daten und Untersuchungen kann man hierzu aktuell keine genauen Aussagen treffen. Es gibt eine Untersuchung, die 2012 auf dem Deutschen Schmerzkongress in Mannheim vorgestellt worden ist. Eine Gruppe von Ärzten analysierten Krankendaten von insgesamt 164 Betroffenen, die von 1993 bis 2004 in einer Schmerzambulanz behandelt wurden. Aus den Daten ging hervor dass die mittlere Ausheildauer ungefähr 16 Monate betrug. Bei einer späten Entdeckung der Erkrankung und voranschreitenden Chronifizierung der Erkrankung verlängerte sich die Heilungsdauer. Es gibt aber auch Erfahrungswerten von Betroffenen, deren Erkrankung und Linderung von Symptomen erst nach über 3 Jahren eintraten.

Wie hoch ist das genetische Risiko?
Derzeit gibt es keine verlässlichen Studien mit aussagekräftigen Zahlen. Es gibt aber Hinweise, dass es zumindest erbliche Einflussfaktoren gibt, die eine Erkrankung begünstigen.

Welche Therapieform ist die effektivste?
Es gibt aktuell keine standardisierte Therapie. Die besten Erfolge erzielt eine individuelle auf jeden Betroffenen genau zugeschnittene Therapie, die von zusammenarbeitenden und erfahrene n Ärzten, Therapeuten und anderen Experten gemeinsam durchgeführt wird.

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