Hyperhidrose

Steckbrief: Hyperhidrose

  • Name(n): Hyperhidrose; unkontrollierbares Schwitzen
  • Art der Krankheit: Hormonstörung; Hauterkrankung; Fehlregulierung des Körpers; Nervenerkrankung
  • Verbreitung: weltweit; geschätzte über 2 Millionen Betroffene in Deutschland und 196 Millionen Menschen weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: keine Angaben
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: diverse Vorerkankungen; psychisch oder neurologisch; Vergiftungen; Infektionen; Störung des Hormonhaushaltes; Stoffwechselerkrankungen etc.
  • Wieviele Erkrankte: ca. 1 bis 2 % der Menschen in Deutschland
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Dermatologe
  • ICD-10 Code(s): Hyperhidrose

Wenn übermäßiges Schwitzen zur Last wird

Jeder kennt es: beim Sport oder anstrengender Arbeit, in stressigen Situationen oder aus Angst, bei Fieber und in der sommerlichen Hitze – Schwitzen!

Manche Menschen kommen schnell ins Schwitzen, während bei anderen kaum der Schweiß ausbricht. Schwitzen ist eine wichtige Funktion des Körpers, um überschüssige Wärme aus dem Organismus abzuleiten oder Temperaturunterschiede auszugleichen.

Hinter extremem oder übermäßigem Schwitzen, welches ohne starke Anstrengung oder sonstige erklärbaren Ursachen auftritt, kann eine Hormonstörung, ein Nervenleiden, aber auch ernstzunehmende Erkrankungen stecken. Wird die dauerhafte Schweißproduktion zur persönlichen Belastung, sollte deren Ursache unbedingt auf den Grund gegangen werden.

Definition Hyperhidrose

Schwitzen ist eine Funktion des menschlichen Organismus, welche lebensnotwendig ist. Es reguliert die Körpertemperatur und kühlt die Haut, wenn es einmal zu „heiß“ wird. Doch auch das Körperinnere wird durch die Schweißbildung abgekühlt.

Hyperhidrose hingegen ist ein Krankheitsbild, bei welchem der Körper der Betroffenen ständig und ohne jegliche Begründung Schweiß produziert. Unabhängig von äußerlicher Wärme oder körperlicher Anstrengung kommen die an Hyperhidrose erkrankten Personen rund um die Uhr ins Schwitzen.

Das Ausmaß der Erkrankung kann sich ganz unterschiedlich äußern. Meist sind die entstehenden Schweißausbrüche örtlich auf bestimmte Körperstellen begrenzt, in seltenen Fällen können sie jedoch auch am ganzen Körper auftreten.

Von einer krankhaften Hyperhidrose spricht man dann, wenn innerhalb von fünf Minuten eine Schweißproduktion von 100 mg in einer Achselhöhle gemessen werden kann.

Was ist eine Hyperhidrose?

Die Hyperhidrose wird in primäre und sekundäre Hyperhidrose eingeteilt. Hierbei ist die primäre Hyperhidrose angeboren, während der primären Hyperhidrose immer eine Vorerkrankung vorausgeht.

Der Mensch kann aus unterschiedlichen Gründen ins Schwitzen geraten. In der Regel schwitzt der Körper bei hohen Temperaturen oder bei körperlicher Anstrengung. Diese Anstrengung verbraucht Energie, was wiederum den Körper aufheizt. Aber auch scharfe Speisen oder Alkohol können zum Schwitzen führen, in dem sie den Stoffwechsel und damit die Wärmeproduktion des Körpers anregen. In Stresssituationen, wie beispielsweise aus Angst in bedrohlichen Situationen, Schmerzen oder Nervosität können die Schweißproduktion anregen.

Psychischer Stress sorgt dafür, dass der Körper Stresshormone ausschüttet, was die Nerven der Schweißdrüsen überaktiv werden lässt.

Steigt die Schweißproduktion jedoch tagsüber ohne ersichtlichen Grund über ein normales Maß an, kann von einer Hyperhidrose gesprochen werden. Bei einer primären Hyperhidrose sind die Beschwerden meist lokal begrenzt. Erste Symptome treten in den häufigsten Fällen bereits in der Kindheit oder während der Pubertät auf und zeigen sich an ausgeprägten Schweißausbrüchen an den Handflächen, den Fußsohlen am Kopf und/oder unter den Achseln.

Wer an einer sekundären Hyperhidrose leidet, stellt die ersten Anzeichen meist recht unerwartet fest und kann die Symptome nicht immer sofort einer Ursache unterordnen. Meist ist der komplette Körper betroffen.
Möglicherweise sind körperliche Veränderungen für dieses Krankheitsbild verantwortlich.

Das können hormonelle Umstellungen, zum Beispiel in den Wechseljahren oder eine Schilddrüsenerkrankung sein. Aber auch Übergewicht, eine Stoffwechselstörung oder psychische Erkrankungen als auch schwerwiegende Krankheiten, zum Beispiel Krebs, können die Hyperhidrose auslösen.

Nicht selten leiden Menschen nach Medikamentengabe an einer vorübergehenden Hyperhidrose.


Welche Ursachen gibt es?

Bei der primären, also angeborenen Hyperhidrose, ist die Ursache meist unklar. Sie tritt ohne jegliche Vorerkrankung oder Grunderkrankung auf und beginnt meist schon in der Kindheit oder setzt mit der Pubertät ein. Die primäre Hyperhidrose tritt in den meisten Fällen nur örtlich auf. Alle Körperstellen können betroffen sein, allerdings schwitzen betroffene Patienten meist extrem und symmetrisch an Händen oder Füßen, an der Stirn oder unter den Achseln.

Man geht davon aus, dass das autonome Nervensystem fehlreguliert agiert. Psychische Faktoren wie Stress, Angst oder seelische Belastungen begünstigen die Schweißausbrüche zusätzlich.

Die sekundäre Hyperhidrose hingegen, kann eine Begleiterscheinung vieler Grunderkrankungen sein.

  • Veränderung des Lebensstils
  • Übergewicht und Fettleibigkeit
  • Alkoholmissbrauch
  • Psychische Belastungen und Stress
  • Hormonstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Infektionen
  • Diabetes
  • gestörte Kreislauffunktion
  • Erkrankung des Nervensystems
  • Schmerzerkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Medikamenteneinnahme / Medikamentenmissbrauch
  • Vergiftungen

Veränderung des Lebensstils

Die Veränderung des Lebensstils kann in verschiedene Richtungen variieren. Ist der Körper gesundes und ausgewogenes Essen gewohnt und wird plötzlich mit Fastfood überhäuft, beispielsweise aus beruflichem Stress, dann kann dies ebenso den Stoffwechsel beeinträchtigen wie negativer Stress und psychische Belastung. Dieser wiederum kann aufgrund familiärer Belastung, berufliche Überspannung oder auch von einem Todesfall ausgelöst werden. Grund dafür ist, dass äußerliche Einflüsse das vegetative Nervensystem belasten, was dieses schneller und öfter zu Überreaktionen anregt.

Übergewicht und Fettleibigkeit

Übergewicht und krankhafte Fettsucht führen schon bei kleinster Anstrengung zu Schweißausbrüchen. Da kann schon einmal das Mittagessen oder das Laufen ein paar Treppenstufen zu feuchten Kleidungsstücken führen. Übergewichtige Patienten sind zudem meist auch kurzatmig, werden schnell müde und leiden vermehrt an Gelenkschmerzen.

Alkoholmissbrauch

Schwitzen ist eine der typischen Entzugserscheinungen, die entsteht, wenn der Körper damit beginnt den aufgenommenen Alkohol abzubauen. Um so stärker der Alkoholkonsum ist, desto stärker treten die Entzugserscheinungen auf.

Psychische Erkrankungen, Belastungen und Stress

Ist man aufgeregt oder in einer bedrohlichen Situation, ist es eine normale körperliche Funktion zu schwitzen. Wer also dauerhaft unter psychischem Stress steht, neigt dazu, über das normale Maß hinaus zu schwitzen. Obwohl sich der Körper im Schlaf nicht anstrengt und keiner physischen Belastung ausgesetzt ist, kann es bei psychosomatischen Erkrankungen auch zu dem sogenannten „Nachtschweiß“ kommen. Dies geschieht vor allem bei Grunderkrankungen wie Burnout, Depressionen, diversen Psychosen und Angstzuständen.

Hormonstörungen

Hormonelle Schwankungen bei der Frau können beispielsweise in der Schwangerschaft oder auch in den Wechseljahren entstehen. Vor allem in der Frühschwangerschaft muss sich der Körper an den neuen Zustand gewöhnen. Das kann ebenso zu vermehrtem Schwitzen führen wie in der Menopause. Dies sind ganz normale körperliche Veränderungen, welche jedoch nur vorübergehend stattfinden. Hat sich der Körper an die hormonelle Veränderung gewöhnt, hören die Schweißausbrüche auch wieder auf.

Hormonstörungen bei Männern treten meist ab einem Alter von 40 Jahren auf. Hier kommt es zu einer Unterfunktion der Geschlechtsdrüse, was wiederum zu einem Mangel an Testosteron führt. Meist liegt in diesen Fällen eine Störung der Hypophyse vor. Ähnlich wie bei der weiblichen Menopause kann es auch hier zu Hitzewallungen kommen.

Stoffwechselerkrankungen

Hormonerkrankungen und Stoffwechselstörungen liegen oft ganz nah beieinander. Verschiedene Hormone sind für die Funktion des Stoffwechsel verantwortlich, beispielsweise das Schilddrüsenhormon und das Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse seinen Ursprung hat.

Sind in diesen Regionen Störungen vorhanden, wirkt sich das auf die Wärmeregulierung des Körpers aus, was wiederum zu unkontrollierten Schweißausbrüchen führen kann.

Die Leber ist ein wesentliches Organ für den Stoffwechsel. Kann sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, kommt es im schlimmsten Fall zu einer Leberzirrhose, zeigen sich auch hier im Anfangsstudium vermehrte Schweißausbrüche in Kombination mit weiteren Symptomen.

Schilddrüsenerkrankungen

Patienten, die an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, haben oft eine erhöhte Körpertemperatur, da zu viele Hormone produziert werden. Eine weitere Erkrankung, welche in Kombination mit einer Schilddrüsenüberfunktion auftritt, ist die Basedow-Krankheit.

Die Hashimoto-Thyreoiditis hingegen beginnt im Anfangsstadium mit einer Schilddrüsenüberfunktion, was zu vermehrtem Schwitzen führt, während sie im Laufe der Erkrankung zu einer Schilddrüsenunterfunktion wechselt.

Infektionen

Infektionskrankheiten, die meist mit Fieber einhergehen, können unter Umständen zu starken Schweißausbrüchen führen. Das ist eine ganz natürliche Funktion des Körpers, um gegen die Viren oder Bakterien zu kämpfen. Auch Pilze oder Parasiten können zu von mitunter sehr hohem Fieber begleitete Infektionen führen.

Das Immunsystem treibt die Körpertemperatur nach oben, fällt das Fieber wieder, beginnen die Patienten zu schwitzen. Bei solchen Infektionen wechseln sich Schwitzen und Schüttelfrost meist ab, was für den Organismus eine zusätzliche Belastung bedeutet. Der Erkrankte fühlt sich oft schwach und müde. Bei schweren Virusinfektionen, zum Beispiel HIV, leiden die Patienten auch an nächtlichen Schweißausbrüchen.

Diabetes

Diabetes ist ebenfalls eine Hormongesteuerte Erkrankung. Hier fehlt den Betroffenen das Hormon Insulin, welches dafür zuständig ist, den aus der Nahrung stammenden Zucker nicht in Kohlenhydrate aufspalten und in Energie umwandelt. Der Blutzuckerspiegel steigt in die Höhe, was unbehandelt sehr gefährlich werden kann. Auch hier zeigen sich Schweißausbrüche vor allem im Gesicht und am Hals.
Als Folge einer Diabetes können starke Nervenschäden auftreten. Tritt im Laufe der Erkrankung plötzlich vermehrtes Schwitzen auf, kann das ein Anzeichen für bereits angegriffene Nerven sein und sollte möglichst schnell behandelt werden.

gestörte Kreislauffunktion

Schweißausbrüche bei Herz-Kreislauf-Störungen bzw. -erkrankungen gehen meist mit kaltem Schweiß einher, was auf eine mehr oder minder gefährliche Situation hinweist.

Ist beispielsweise der Blutdruck zu niedrig, können Stresssituationen oder Anstrengungen auch einen gesunden Menschen plötzlich bis zur Ohnmacht zu Boden reißen. Nicht selten kommt es hier zu kalten Schweißausbrüchen.

Schwere Störungen des Herz-Kreislauf-Systems wie beispielsweise ein Infarkt oder eine Herzinnenhautentzündung oder koronare Herzkrankheiten, als auch eine Lungenembolie führen in den meisten Fällen zu extremen kalten Schweißausbrüchen. Hier kann das Leben des Betroffenen meist schon in Gefahr sein.

Erkrankung des Nervensystems

Bei neurologischen Erkrankungen ist das vegetative Nervensystem meist betroffen, direkt oder indirekt. Auch hier kommt es oft zu vermehrter Schweißbildung, da sämtliche Lebensfunktionen wie Kreislauf, Hormonsteuerung, Verdauung oder der Wärmeausgleich mit betroffen sind. Hier können beispielsweise Krankheitsbilder wie Parkinson oder Schädigung des Sympathikusnervs benannt werden.

Schmerzerkrankungen

Starke Schmerzen, wie sie beispielsweise bei Koliken in Erscheinung treten, gehen oft mit Übelkeit und starken Schweißausbrüchen einher. Des Weiteren führen Autoimmunerkrankungen, welche nicht selten Entzündungen und somit Schmerzen in den Gelenken oder Muskeln hervorrufen ebenfalls zu vermehrter Schweißbildung. Erkrankungen wie Fibromyalgie oder das komplexe regionale Schmerzsyndrom sind dieser Kategorie zuzuordnen.

Tumorerkrankungen

Tumor- und Krebserkrankungen greifen in verschiedenen Stadien einzelne Nervenfunktionen und auch den Hormonhaushalt des Betroffenen an. Sogenannte neuroendokrine Tumore bilden zum Teil eigenständig Hormone und Nervenbotenstoffe. Sie sind nicht immer bösartig, aber auch gutartige Tumore können in diesem Zuge gefährliche Zustände auslösen, indem der Stoffwechsel entgleist. Auch hier kommt es vermehrt zu Schweißbildung, auch in der Nacht.

Medikamenteneinnahme / Medikamentenmissbrauch

Ebenso wie der Alkoholmissbrauch kann auch der Medikamentenmissbrauch zu überhöhtem Schwitzen während des Entzuges führen.

Aber auch durchblutungsfördernde Medikamente, Parasympathikomimetika und Medikamente, welche auf das zentrale Nervensystem wirken, sind bekannt dafür, schweißtreibend zu wirken.

Vergiftungen

Schwere Vergiftungen, wie beispielsweise eine Fliegenpilzvergiftung oder auch das Einnehmen von unterschiedlichen Drogen kann zusätzlich zu den Vergiftungserscheinungen wie Halluzinationen auch zu starker Schweißbildung führen.


Symptome & Anzeichen

Menschen, die körperlich schwer arbeiten, sich sportlich betätigen oder einer großen Hitze ausgesetzt sind, schwitzen in der Regel schnell und mitunter auch viel. Eine hohe Schweißproduktion bedeutet also nicht immer gleich, dass eine Hyperhidrose vorliegt. Die Krankheit ist nur dann als solche festzustellen, wenn eine Fehlfunktion der Schweißdrüsen vorliegt.

Betroffene Personen stellen ein vermehrtes bis extremes Schwitzen fest, welches mehrmals wöchentlich oder auch täglich auftritt.

Die Schweißdrüsen arbeiten mit Hochdruck, über die Funktion, den Körper abzukühlen hinaus. Diese Attacken treten ohne ersichtlichen Grund, wie heiße Außentemperaturen oder körperliche Anstrengung. Meist sind nur bestimmte Stellen betroffen, zum Beispiel die Achseln, die Handinnenflächen, die Fußsohlen oder die Stirn. Schweißattacken, welche den ganzen Körper betreffen sind zwar möglich, komme jedoch sehr selten vor. Bei einer ausgeprägten Erkrankung bilden sich nicht nur Schweißperlen, der Schweiß fliest teilweise so stark, dass die betroffenen Körperareale rundum nass sind. In der Regel haben die Patienten diese Schweißattacken nur tagsüber, während sie nachts nichts schwitzen.

Rinnt der Schweiß in Strömen, kann das für die betroffene Person sehr unangenehm sein. Kleidungsstücke sind schnell nass und hinterlassen sichtbare Flecken.

Häufig erleiden diese Menschen einen psychischen Druck, fühlen sich unsauber, meiden soziale Kontakte und isolieren sich. So wird beispielsweise durch heftiges Schwitzen der Handinnenflächen schon ein einziger Händedruck zur Qual. Körperliche Anstrengung wird weitestgehend vermieden, was die berufliche Arbeit einschränkt. Nicht selten endet eine Hyperhidrose in einer schwerwiegenden Depression.
Meist zeigen sich die ersten Symptome schon in der Kindheit oder mit Einsetzen der Pubertät. Schweißausbrüche zeigen sich lokal und ohne ersichtlichen Grund, welche mit herkömmlichen normalen Hygienemaßnahmen nicht kontrollierbar sind.
Ein weiteres Symptom für eine bestehende Hyperhidrose sind Anfälligkeiten der Haut für Pilzerkrankungen oder Geschwüre.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Wird eine Hyperhidrose vermutet, wird der behandelnde Arzt zunächst einige Fragen über die Beschwerden, die aktuelle Lebenssituation und zur bisherigen Krankengeschichte stellen. Meist kann er hier in Verbindung mit einer körperlichen Untersuchung schon erste Diagnosehinweise erhalten. Unterschiedliche Tests bieten außerdem die Möglichkeit, die Schweißmenge der betroffenen Stellen zu bestimmen. Eine Jodlösung in Kombination mit einem Stärkepulver wird auf die Haut aufgetragen. Die Stellen, an welchen der Körper schwitzt, tritt eine Verfärbung auf. Der Mediziner kann nun mit Hilfe von Filterpapier und einer Feinwaage die ausgeschiedene Schweißmenge während eines Schweißausbruches messen. Dieser Vorgang nennt sich auch Gravimetrie.

Besteht bereits eine Grunderkrankung, welche Ursache der Hyperhidrose sein könnte, müssen weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Eine Blutentnahme ist in der Regel immer der erste Schritt, um sich ein Bild über den Allgemeinzustand und der Werte des Patienten zu verschaffen. Ein Elektrokardiogramm kann Hinweise über den Herz-Kreislauf-Zustand geben. Sollte dieses nicht ausreichen, wird der Betroffene an ein Langzeit-EKG angeschlossen, meist 24 Stunden, um die Signale des Herzens über diese Zeit aufzuzeichnen und zu kontrollieren.

Eine Hyperhidrose, welche nicht von bestehenden Grunderkrankungen abhängig ist, sprich, bei einem völlig gesunden Menschen auftritt, ist die Rede meist von einer primäre Hyperhidrose. Diese entwickelt sich bereits im Kindesalter und zeigt eine Fehlfunktion der Schweißdrüsen auf.

Bei der sekundären Hyperhidrose hängt der Krankheitsverlauf von der Therapie der Grunderkrankung ab. Schlägt der Patient positiv auf die meist medikamentöse Therapie an, stehen auch die Chancen recht gut, dass die Hyperhidrose nach der Genesung wieder zurückgeht.

In beiden Fällen können unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Die Therapie hängt von der jeweiligen Ausprägung der Krankheit, sowie der betroffenen Körperstellen ab.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Wir alle kommen einmal ins Schwitzen. Sei es die schier unerträgliche Sommerhitze, die körperliche Anstrengung bei der Arbeit oder beim Sport, eine unangenehme Situation, beispielsweise eine Prüfung, oder ein kurzer Moment der Angst. Kaum ein Mensch kennt es nicht, wie es ist, wenn die Kleidung am Körper klebt, oder die Schweißperlen von der Stirn rinnen.

Sind jedoch bestimmte Areale des Körpers betroffen und läuft der Schweiß auch dann, wenn man in einem kühlen Raum ohne jegliche Anstrengung ruhig sitzt, dann kann eine Hyperhidrose nicht ausgeschlossen werden. Genaue Angaben über die Häufigkeit der Erkrankungen gibt es leider keine, da der schmale Grat zwischen normalem und übermäßigem Schwitzen kaum erkannt und demnach behandelt wird. Schätzungen zufolge sind ca. ein bis zwei Prozent der in Deutschland lebenden Menschen an einer Hyperhidrose erkrankt.

Unterschieden wird in erster Linie zwischen einer primären oder einer sekundären Hyperhidrose.
Die primäre Hyperhidrose ist eine angeborene Fehlfunktion der Schweißdrüsen, während die sekundäre Hyperhidrose immer in Verbindung mit einer Grunderkrankung steht, welche das übermäßige Schwitzen ausgelöst hat.

Nur selten ist der ganze Körper betroffen, daher unterscheiden Mediziner bei einer lokalen Hyperhidrose nochmals in drei unterschiedliche Formen:

  • Hperhydrosis axillaris: lokale Schweißausbrüche in der Achsel
  • Hyperhydrosis manuum: lokale Schweißausbrüche an den Händen, meist an den Handinnenflächen
  • Hyperhydrosis pedum: lokale Schweißausbrüche an den Händen, meist an den Fußsohlen

Komplikationen bei der Krankheit

  • Infektionen der Haus
  • Pilzinfektionen
  • starker Juckreiz
  • Entzündungen der Haut
  • Warzenbildung
  • Hautauschläge
  • Ekzeme
  • Schlafstörungen
  • Isolation der eigenen Person
  • Panikattacken
  • Angstzustände
  • Depressionen

Für einen Außenstehenden klingt die Krankheit Hyperhidrose im ersten Moment nicht dramatisch. Für einen Betroffenen allerdings, kann sie enorme Probleme, körperlich und vor allem psychisch bereiten.

Durch die ständigen Schweißausbrüche und die Salzkonzentration, die der Schweiß mit sich bringt, ist die Haut empfindlicher und neigt zu Entzündungen und Infektionen. Das kann sich in eitrigen Pickeln bemerkbar machen, aber auch zu gravierenden schmerzhaften Hautausschlägen, bis hin zu Ekzemen heranwachsen.
Patienten, welche auch nachts schwitzen, leiden oft an Schlaf- oder Einschlafstörungen. Die Kleidung und die Bettwäsche sind schnell nassgeschwitzt und muss in extremen Fällen in der Nacht gewechselt werden.

Die meisten Patienten leiden vor allem unter Tag an den starken bis heftigen Schweißausbrüchen, die sich an der Kleidung kaum verbergen lassen. Schweißnasse Kleidung mit verfärbten und fleckigen Rändern sind die Folge. Nicht selten leiden diese Menschen auch an einem unangenehmen Körpergeruch, da es nicht möglich ist, im Rhythmus der Schweißausbrüche zu duschen oder sich zu erfrischen. Herkömmliche Hygieneartikel wie Deodorants reichen in diesen Fällen meist nicht mehr aus.

Sicherlich ist das den Betroffenen sehr unangenehm, was zu einer Isolation der eigenen Person führen kann. Sie schämen sich, möchten keinen näheren Kontakt zu anderen und meiden Berührungen wie Händeschütteln oder enges Zusammenstehen in der Bahn.

Die unangenehmen Schweißausbrüche behindern nicht nur den privaten Alltag, sie können auch beruflich stark zur Last fallen. Körperliche Anstrengung bringt den Schweiß noch mehr zum Ausbruch und ruhigere Arbeiten, wie beispielsweise in einem Büro werden gerne abgelehnt – wer möchte schon den Papierkram mit seinem Schweiß tränken.

Die psychische Belastung kann mit unter so stark sein, dass die Betroffenen sich selbst ausgrenzen, Panikattacken oder Angstzustände erleiden und zuletzt in schwere Depressionen fallen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn man selbst feststellt, dass die eigene Schweißproduktion nicht mehr dem Normalmaß entspricht, sich in seinem Körper nicht mehr wohl fühlt, weil die Rinnsale von Händen, Stirn oder Achseln laufen und Hygienemaßnahmen ihren Zweck nicht mehr erfüllen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Aber auch wenn die Schweißattacken aufkommen, obwohl es draußen kalt ist und man keiner körperlichen Anstrengung nachgegangen ist, kein Infekt mit Fieber vorliegt, dann sollte der Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen einen festen Termin erhalten. Auch ein Internist, welcher sich auf Hormonstörungen und Stoffwechselkrankheiten spezialisiert hat, kann hier ein richtiger Ansprechpartner sein.

Kommen zu kalten Schweißausbrüchen allerdings weitere Beschwerden wie Schmerzen im Brustkorb, welche bis in den Arm ziehen, in Verbindung mit Übelkeit, Atemnot oder Schwächegefühl hinzu, sollte sofort der Rettungsdienst alarmiert werden. Hier kann ein Herzinfarkt oder ein einreißendes Aneurysma drohen, was akute Lebensgefahr bedeuten würde!


Behandlungsmethoden & Therapie

Bei der sekundären Hyperhidrose ist es ratsam, die bestehende Grunderkrankung zu behandeln, welche die Ursache für die vermehrte Schweißbildung ist. Ist das Schwitzen eine Begleiterscheinung oder die Folge von medikamentösen Behandlungen, ist davon auszugehen, dass es sich um eine vorübergehende überhöhte Schweißabsonderung handelt. Schlagen die Therapiemaßnahmen der Vorerkrankung an, wird vermutlich auch das Schwitzen nachlassen.

Zur Behandlung der primären Hyperhidrose gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann zwischen konservativ, medikamentös oder chirurgisch gewählt werden. In den häufigsten Fällen sprechen die Ärzte zuerst die Möglichkeiten der invasiven Behandlung an, bevor zur letzten Option, der Operation gegriffen wird.

Konservative Therapiemaßnahmen

Kalte und warme Wechselduschen können die Durchblutung der Haut anregen und in weniger schweren Fällen die Fehlfunktion der Schweißdrüsen regenerieren. Kleidung aus synthetischen Fasern regen die Schweißproduktion zusätzlich an. Daher sollte, wenn möglich auf Textilien aus Baumwolle oder sonstigen Naturfasern zurückgegriffen werden. Diese haben zudem die Fähigkeit den überschüssigen Schweiß in geringen Mengen aufzusaugen. Übergewichtigen Patienten wird zu einer Ernährungsumstellung geraten. Ein kontrolliertes Reduzieren des Gewichts sollte vom behandelnden Arzt oder einer Ernährungsberatung begleitet werden.

Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Nikotin kurbeln die Schweißproduktion an. Daher sollt auf diese Stoffe weitestgehend verzichtet werden. Hilfreich ist hingegen, dreimal täglich eine Tasse Salbei-Tee zu sich zu nehmen.
Eine spezielle Art der elektrischen Behandlung kann die Schweißdrüsen an Händen und Füßen irritieren, die Nervenenden werden gehemmt, so dass diese keinen Schweiß mehr produzieren, bzw. die bestehende Fehlfunktion aufgehoben wird. Diese Behandlung ist allerdings von langer Dauer und muss regelmäßig wiederholt werden.

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Ist die primäre Hyperhidrose stark bis sehr stark ausgeprägt, kommen medikamentöse Therapien zum Einsatz. Antitranspirantien sind Salben oder Sprays mit Aluminiumsalzen. Sie verschließen die Drüsengänge der Haut, so dass weniger Schweiß nach außen dringen kann.

Die wohl bewährteste medikamentöse Behandlung ist die Unterspritzung von Botulinoumtoxin A, besser bekannt als das Nervengift Botox. Es eignet sich vor allem für die Behandlung der axillaren Hyperhidrose. Hier wird das Nervengift in extrem verdünnt an mehreren Stellen unter die Haut der betroffenen Körperpartien gespritzt. Die Ausschüttung des Botenstoffs Acetylcholin wird an den Nervenenden gelähmt, was zu einer Blockierung der Nervenleitung führt. Auch wenn diese Therapiemaßnhahme in Abständen von ein paar Monaten immer wiederholt werden muss, sind die Patienten in diesem Zeitraum meist weitestgehend frei von Schweißausbrüchen, da die Schweißproduktion weitestgehend eingestellt ist.

Als letzten medikamentösen Schritt setzen Ärzte meist sogenannte Anticholinergika gegen die Schweißproduktion ein. Diese sind jedoch häufig mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen und Magen-Darm-Problemen verbunden. Diese Medikamente werden in der Regel nur dann verschrieben, wenn der gesamte Körper betroffen ist.

Operative Eingriffe

Führen keine der genannten Behandlungsmöglichkeiten zum gewünschten Erfolg, stehen nur noch operative Eingriffe zur Verfügung, um den Betroffenen ihr Leid zu nehmen oder zumindest zu lindern.
Die Schweißdrüsenexzision kann nur in den Achseln angewendet werden und wird auch nur dann empfohlen, wenn andere Therapiemöglichkeiten nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben. Während einer Operation werden die Schweißdrüsen der Achselhöhle vollständige entfernt. Je nachdem, wie stark die Ausbreitung der Hyperhidrose ist, müssen mehrere Schnitte vorgenommen werden.

Bei der subkutanen Schweißdrüsen-Saugkürettage werden ebenfalls kleine Hautschnitte vorgenommen, durch welche das Unterhautfettgewebe abgesaugt wird. Die Nerven, welche zur Versorgung der Schweißdrüsen verantwortlich sind, werden durchtrennt. Allerdings wird hier die Schweißproduktion nicht vollständig unterbunden.

Die letzte mögliche Methode der Hyperhidrosenbehandlung ist die endoskopische transthorakale Sympathektomie. Diese wird ausschließlich dann eingesetzt, wenn keine andere Behandlung Erfolg zeigt, ein großer psychischer Leidensdruck des Patienten besteht oder der gesamte Körper betroffen ist. Bei der ETS werden die Fasern des sympathischen Nervensystems im Brustbereich, welche für die Anregung der Schweißdrüsen zuständig sind, durchtrennt.

Eine recht neue, jedoch noch sehr umstrittene Art der Therapie ist die Zerstörung der Schweißdrüsen durch einen Laser.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Impfung oder medikamentöse Vorbeugung gegen die Hyperhidrose gibt es nicht. Lediglich allgemeine Maßnahmen können die Schweißproduktion vermindern oder einschränken.

Auf Alkohol, Koffein, Nikotin und scharfe Gewürze sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Sie regen die Produktion der Drüsen zusätzlich an.

Entspannungsübungen können helfen, Stress abzubauen, der nicht selten auch zu übermäßigem Schwitzen führt.

Zuletzt sollte auf die Verwendung von Kleidung aus Baumwolle zurückgegriffen werden. Sie ist atmungsaktiv und gibt Schweiß nach außen ab. Synthetische Textilfasern hingegen können die Schweißproduktion zusätzlich fördern.

Bei einer vorliegenden Grunderkrankung sollte deren Behandlung selbstverständlich im Vordergrund stehen. In der Regel bildet sich nach der erfolgreichen Therapie auch die übermäßige Schweißproduktion zurück.

Hygieneartikel aus der Apotheke, sogenannte Antitranspirantien, können eine große Unterstützung sein. Sie verstopfen die Poren und lassen Schweiß nicht mehr im üblich gewohnten Maß nach außen.


Prognose zur Heilung

Liegt eine Grunderkrankung vor, die als Auslöser für das vermehrte Schwitzen verantwortlich gemacht werden kann, stehen die Chancen zur Ausheilung der Hyperhidrose nach Heilung der Vorerkrankung sehr gut. Auch wenn Medikamente oder eine Infektion die Symptome auslösen, kann von einer vorübergehenden Hyperhidrose ausgegangen werden.

Anders verhält es sich bei der primären Hyperhidrose. Besteht die Erkrankung bereits seit der Kindheit, ist sie also angeboren, müssen diverse Therapiemöglichkeiten zum Einsatz kommen. Alternative oder medikamentöse Behandlungen müssen regelmäßig wiederholt werden, um einen dauerhaften Erfolg zu garantieren. Oft helfen diese Behandlungen jedoch nicht, so dass eine Operation in Betracht gezogen werden sollte.

Die operative Entfernung oder Absaugung der Schweißdrüsen, als auch die Zerstörung der verantworlichen Nerven, können zu dauerhaftem Erfolg führen. Hier können jedoch Nebenwirkungen wie Wundheilungsstörungen oder Vernarbungen auftreten.

Welche Behandlung gewählt wird und wie hoch die Chancen der Linderung sind, liegt immer an der Ursache und des Schweregrades der Hyperhidrose. Eine tatsächliche Heilung ist bei der primären Hyperhidrose nicht möglich – lediglich ein Vermindern der Symptome.


Der Umgang mit Hyperhidrose

Eine Hyperhidrose kann für den Betroffenen sehr unangenehm und belastend sein. Man fühlt sich schmutzig, kämpft mitunter mit lästigem Körpergeruch, und der Schweiß bildet unkontrollierbar sichtbare Zeichnungen an Kleidungsstücken. Nicht selten wird ein Betroffener schräg angeschaut oder spürt, dass andere sich von ihm abwenden.

Besonders schlimm sind Hänseleien für Kinder in der Schule oder bei Freizeitaktivitäten.
Die Hyperhidrose kann den privaten, als auch den beruflichen Alltag extrem einschränken, was bei vielen Patienten zu schweren psychologischen Folgen führen kann. Sie grenzen sich ab, meiden den sozialen Umgang und neigen zu Angststörungen und Panikattacken. Oft kommt es zu schweren Depressionen.

Doch so weit muss es nicht kommen. Ist man selbst betroffen, sollte man sich rechtzeitig Hilfe suchen. Der Dermatologe ist meist der erste Schritt, um eine Diagnose zu stellen und einen entsprechenden Therapieplan aufzustellen. Therapeutische Beratungsstellen oder Psychologen helfen in Gesprächstherapien mit dem Problem umzugehen, auf andere zuzugehen und ihren Körper so zu akzeptieren wie er ist. Die Hyperhidrose ist eine Erkrankung, für die man sich nicht schämen muss.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben der Schulmedizin werden auch für Patienten von Hyperhidrose alternative Behandlungsmethoden zur Linderung der Symptome angeboten.

So soll beispielsweise die Akupunktur oder auch die Akupressur, als Heilmethoden der traditionellen chinesischen Medizin gegen die lästigen Schweißausbrüche helfen. Allerdings wird die Schweißproduktion nur vorübergehend gehemmt und muss stets wiederholt werden.

 

Auch diverse Hausmittel können je nach Schweregrad der Erkrankung Linderung herbeischaffen. Diese eignen sich vor allem zur Regulierung einer sekundären Hyperhidrose. Regelmäßige Saunagänge reinigen die Haut und öffnen verstopfte Poren. Diese können ebenfalls zur Behandlungsunterstützung angewendet werden.

Welche Hausmittel können helfen?

Eine primäre Hyperhidrose ist in erster Linie nicht heilbar. Sie wird durch einen genetischen Defekt ausgelöst, welcher die Schweißdrüsen oder deren Nerven zu einer Fehlfunktion treiben. Eine sekundäre Hyperhidrose kann unter Umständen und im besten Falle nur vorübergehend sein, da sie aus einer Grunderkrankung heraus besteht.

In beiden Fällen jedoch gibt es einige Hausmittel, die zumindest eine Linderung verschaffen können:

  • Kleidung
  • Hygiene
  • Ernährung
  • Getränke
  • Psyche
  • Franzbranntwein
  • Tomatensaft
  • Duschen
  • Kneipkuren
  • Sauna
  • Wechselduschen
  • Fußpuder

Die Kleidung ist bei hoher Schweißproduktion besonders wichtig. Synthetische Textilien regen diese noch stärker an, es sei denn, es handelt sich um atmungsaktive Funktionstextilien. Im besten Falle sollte man auf Kleidung aus Naturfasern zurückgreifen, wie zum Beispiel Baumwolle oder Leinen. Letzteres ist ebenfalls besonders atmungsaktiv. Auf hautenge Kleidung sollte nach Möglichkeit verzichtet werden, da die Luft hier keinen Plat mehr zur Zirkulation findet.

Antitranspirantien verengen die Poren. Daher sollten sie sofort nach dem Baden oder Duschen aufgetragen werden, um dem Schweiß gar nicht erst die Möglichkeit zu bieten aus der Haut herauszutreten.

Körperfett vermindert die körpereigene Kühlung. Übergewichtige können mit einer Diät hitzespeichernden Ballast loswerden. Ausgewogene und basische Ernährung ist hier zu empfehlen.

Wer viel schwitzt sollte auch viel trinken. Viele Betroffene haben Angst davor, durch die dem Körper hinzugefügte Flüssigkeit von außen noch mehr zu schwitzen. Doch das ist falsch! Der Körper verliert durch den Schweiß wichtige Mineralstoffe, welche unbedingt wieder hinzugeführt werden müssen. Im besten Fall mit stillem Wasser, isotonischen Getränken oder Kräutertee.

Die Angst vor dem nächsten Schweißausbruch lässt die Betroffenen meist erstrecht ins Schwitzen kommen. Diese Angst sollte bekämpft werden. Entspannung ist hierfür die beste Methode.

Die Hände mehrmals täglich mit Franzbranntwein abzuwaschen minimiert den Handschweiß.

Tomatensaft im Badewasser hilft den Körper vor Schweißausbrüchen zu schützen. Einmal pro Woche mit einem Liter Tomatensaft im Badewasser kann dem Schweiß entgegen wirken.

Dass eiskalt duschen gegen das Schwitzen hilft ist eine Fehlinformation. Denn kaum ist man unter dem kühlen Nass hervor, beginnt man noch mehr zu schwitzen als zuvor. Daher empfiehlt es sich, kühl bis lauwarm zu duschen.

Kneipkuren und Wechselduschen fördern die Durchblutung und verengen die Schweißdrüsen. Zu beachten ist hierbei, dass die letzte Dusche mit kaltem Wasser beendet werden muss.

Saunieren öffnet die Poren und reinigt die Haut. Ein wohltuendes Training für die Schweißdrüsen.

Wer mit Fußschweiß zu kämpfen hat, kann mit herkömmlichem Fußpuder aus der Drogerie Abhilfe schaffen. Wichtig ist, dass das Puder zwischen Fuß und Strumpf und nicht wie viele denken zwischen Strumpf und Schuh aufgetragen wird.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Salbei
  • Lavendel
  • Eichenrinde
  • Walnussblätter
  • Bachblüten
  • Eichenblätter
  • Zinnkraut
  • Thymian
  • Bockshornklee

Die beste Wirkung gegen übermäßiges Schwitzen zeigt der Salbei auf. Er kann als Tinktur oder Tee eingenommen werden. Eine Salbeikur, bei welcher über zwei Wochen täglich 1 Liter Salbeitee aufgesetzt und getrunken wird, reguliert die Schweißabsonderungen.

Der Lavendel wirkt beruhigend und antiseptisch auf betroffene Hautpartien und kann innerlich als Tee oder Tinktur, als auch äußerlich als Creme oder Badezusatz angewendet werden.

Die Eichenrinde hat sich vor allem als Badezusatz oder als Fußbad gegen überschüssige Schweißbildung bewährt. Ebenso unterstützen die Gerbstoffe des aus Walnussblättern gekochte Sud, verwendet als Hand- oder Fußbad im Kampf gegen die Schweißproduktion.

Bachblüten wirken vor allem unterstützend auf die Psyche. Ihnen wird nachgesagt, dass sie das Selbstvertrauen stärken, helfen sich mit Ängsten auseinanderzusetzen und Entspannung und Ruhe zu finden. Sie spenden Kraft, um den Alltag mit mehr Willenskraft und Vitalität zu meistern.

Bockshornklee beruhigt die Schweißdrüsen. Setzt man mit Bockshornklee Samen einen Sud auf, können darin schweißgeplagte Hände und Füße gebadet werden.

Mit einem Sud aus Eichenblättern und Zinnkraut, mehrmals täglich als Waschung angewendet, lässt sich Achselschweiß vermindern.

Ätherische Öle

  • Lavendel
  • Salbei
  • Rose
  • Rosenholz
  • Thuja
  • Zitronella
  • Zypresse
  • Teebaumöl
  • Lemongras

Ätherische Öle wirken entspannend und können zudem als Badezusatz oder als Zugabe in Fußbädern verwendet werden. Gegen das Schwitzen an den Füßen hilft ein mit Fußbalsam, welches mit ein paar Tropfen Teebaumöl oder Lemongras angereichert wurde.

Außerdem helfen ätherische Öle zu entspannen. Dies ist besonders wichtig, wenn man unter Nervosität, Angstzuständen oder Stress leidet. All dies sind Situationen, die den Körper noch mehr ins Schwitzen bringen. Da die Geschmäcker bekanntlich sehr verschieden sind, kann jeder für sich selbst entscheiden, welchen Duft er für sich selbst als entspannend empfindet. Beliebte Düfte sind warme Düfte wie Vanille, Patchouli oder Zedernholz.

Homöopathie & Globuli

  • Sepia C9
  • Thuja C9
  • China officinalis C9
  • Mercurius solubilis C9
  • Opium C9
  • Sambuscus C9
  • Veratrum album C9
  • Pilocarpus jaborandi C9

Verschiedene Globuli können unangenehmen Körpergeruch unterbinden und die Schweißfunktion mindern. Auch Schweißausbrüche aus Aufregung oder Angst können unterstützend mit Globuli behandelt werden. Sie ersetzen keine schulmedizinische Versorgung, können aber zur Unterstützung eingesetzt werden.

Globuli sind kleine Kügelchen, welche ein oder mehrmals täglich unter die Zunge gelegt oder gelutscht werden. Die Dosis liegt in der Regel zwischen 3 – 10 Kügelchen pro Einnahme.

Gegen unangenehmen Schweißgeruch lässt sich Sepia einsetzen, während Silicea gegen Fußgeruch wirkt und Thuja allgemein gegen Körpergeruch helfen soll. Starke und feuchte Schweißausbrüche werden mit Chamomilla behandelt. Übergewichtigen wird Calcium cabonicum empfohlen. Schwitzen Betroffene, welche stets schwerer körperlicher Belastung ausgesetzt sind, sollten Mercurius solubilis einnehmen. Wer zudem noch unter Angstzuständen leidet, kann sich Opium Globuli verschreiben lassen.

Selbstverständlich können Globuli in Kombinationen untereinander verwendet werden. Wie allerdings die Einnahme erfolgen soll, kann ein Arzt oder Apotheker je nach Ausprägung der Krankheit beurteilen.

Schüssler-Salze

Wer auf die therapeutische Unterstützung von Schüssler-Salzen baut, hat hier gleich vier verschiedene Salze zur Auswahl. Allerdings sollten die Salze über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, um eine Wirkung zu erzielen.

Das Schüssler-Salz Nr. 2 beinhaltet Calcium Phosphoricum und wirkt auf die Muskeln. 2-3 Salze täglich und über einen längeren Zeitraum eingenommen kann die Schweißproduktion hemmen, da die Muskeln gut versorgt sind und keine starken Kräfte für anstrengende Tätigkeiten benötigen.

Das Schüssler-Salz Nr. 5 Kalium phosphoricum stärkt das vegetative Nervensystem, stabilisiert den Körper und wirkt sich positiv auf Geist und Seele aus.

Da das Schüssler-Salz Nr. 8 für den Flüssigkeitshaushalt und die Wärmeregulierung zuständig ist, ist es zur Unterstützung gegen die Hyperhidrose wohl das wichtigste Salz.

Da auch der Säure-/Basen-Haushalt des Körpers eine Rolle bei der Schweißproduktion spielt, kann dieser mit dem Schüssler-Salz Nr. 9 positiv beeinflusst werden.

Diät & Ernährung

  • Basische Kost
  • mind. 2-3 Liter kohlensäurefreies Wasser
  • kein Schwarztee
  • kein Alkohol
  • kein Nikotin
  • keine Fertigprodukte

Zur Unterstützung der Hyperhidrosebehandlung empfiehlt sich eine basenreiche Kost, um einer Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken. Auf Fertigprodukte sollte weitestgehend verzichtet werden, da die darin enthaltenen Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe ebenso schweißtreibend sein können wie scharfe Gewürze.

Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten, Kaffee und auch Schwarztee sollten reduziert, wenn nicht sogar völlig darauf verzichtet werden.

Als Durstlöscher eignen sich am besten Kräutertees, kohlensäurefreies Wasser oder Zitronen-Melissen-Wasser.
Eine kontrollierte Diät mit abwechslungsreichen Mahlzeiten hilft, das überschüssige und wärmespeichernde Körperfett los zu werden. Diese Fettschicht hindert den Körper daran für eine selbstständige Kühlung zu sorgen.und unterstützt die Schweißproduktion.

Leidet man allerdings unter extremem Übergewicht, sollte die Diät unter Beobachtung eines Arztes oder eines Ernährungsberaters stattfinden. Ein Ernährungsplan mit einem kleinen Trainingsprogramm kann dabei sehr unterstützend und hilfreich sein.


FAQ -Fragen & Antworten

Wodurch wird die Hyperhidrose ausgelöst?
Die Hyperhidrose ist entweder angeboren, also genetisch bedingt und wird von den Medizinern als primäre Hyperhidrose bezeichnet. Die sekundäre Hyperhidrose hingegen kann von einer bestehenden Grunderkrankung ausgelöst werden. Ebenso können Fettleibigkeit, Infektionen, neurologische Ursachen oder auch Alkoholmissbrauch und verschiedene Medikamente für die Entstehung einer Hyperhidrose verantwortlich sein.

Womit kann man übermäßigem Schwitzen entgegenwirken?
Zunächst ist es wichtig, Kleidung aus saugfähigen Naturfasern zu tragen, welche die Schweißbildung nicht zusätzlich ankurbelt. Salbei- und Kräutertee wirken der Schweißbildung entgegen, während auf Kaffee, Nikotin und Alkohol besser verzichtet werden sollte. Hygieneartikel, speziell Deodorants oder Cremes auf antitranspirantischer Basis verstopfen die Schweißdrüsen und können somit etwas Abhilfe schaffen.

Sollte all das nicht helfen, ist dem Betroffenen zu raten, einen Dermatologen aufzusuchen, welcher mit unterschiedlichen medikamentösen Therapien gegen das überschüssige Schwitzen vorgehen kann. Nur in extremen Fällen oder wenn der ganze Körper betroffen ist, kann eine Operation vorgenommen werden. Im Falle einer sekundären Hyperhidrose hilft meist schon die Behandlung der Grunderkrankung, um den lästigen Schweißausbrüchen ein Ende zu bereiten.

Ist die Hyperhidrose vererbbar?
Es gibt keinen aktuellen Nachweis, dass die Erkrankung Hyperhidrose vererbbar ist. Es ist jedoch möglich, dass in der Familienanamnese eines Betroffen häufiger Erkrankungen zu verzeichnen sind. Auch wenn keine Erbgutmerkmale für die Krankheit ausschlaggebend sind, ist die primäre Hyperhidrose dennoch genetisch bedingt.

ist eine vollständige Heilung möglich?
Eine vollständige Heilung ist im Falle einer sekundären Hyperhidrose immer dann gegeben, wenn die Grunderkrankung und somit der Auslöser, heilbar ist.

Bei der primären Hyperhidrose gibt es keine Heilung der genetisch bedingten Fehlfunktion der Schweißdrüsen und deren Nerven, die Symptome können allerdings durch diverse Therapien gelindert, im besten Fall sogar ausgeschaltet werden.

Sind alternative Therapieformen wirkungsvoll?
Alternative Therapieformen wie die Behandlung von Akupunktur, der Anwendung von Heilpflanzen oder homöopathischen Mitteln können als unterstützende Funktion sinnvoll sein. Bei einer ausgeprägten Erkrankung allerdings reichen diese Methoden zur vollständigen Linderung der Symptome nicht aus.

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