Münchhausen-Syndrom

Steckbrief Münchhausen-Syndrom

  • Name(n): Pseusologia Phantastica; artifizielle Störung
  • Art der Krankheit: psychische Störung; Persönlichkeitsstörung
  • Verbreitung: nicht genau bekannt
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1951 Baron Münchhausen
  • Behandelbar: chronische Krankheit; Psychotherapie notwendig; schwer zu behandeln
  • Art des Auslösers: nicht genau bekannt; psychische Störung; Trauma; Persönlichkeitsstörung
  • Wieviele Erkrankte: nicht genau bekannt; häufiger bei Männern
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychiater; Psychotherapeut
  • ICD-10 Code(s): F68.1

Absichtlich Krank

Menschen, die an dem Münchhausen Syndrom leiden, täuschen permanent Krankheiten vor, um Aufmerksamkeit zu erzielen und ärztlich behandelt zu werden.

Die Zahl der Erkrankten kann nicht genau definiert werden, da es zahlreiche Fälle gibt, die bisher nicht erkannt wurden.

Obwohl artifizielle Störungen häufiger bei Frauen auftreten, tritt speziell das Münchhausen Syndrom öfter bei Männern auf. Der Name entstand durch den bekannten Baron von Münchhausen.

Dieser erfand Geschichten, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das Münchhausen Syndrom ist eine sehr schwere psychische Krankheit, die schwer behandelbar ist.

Definition vom Münchhausen Syndrom

Die Krankheit Münchhausen Syndrom ist eine psychischen Störungen, oder Persönlichkeitsstörungen in Zusammenhang, bei welcher ein Erkrankter körperliche Symptome und Krankheiten erfindet und selbst hervorruft.

Die werden dramatisiert und glaubwürdig präsentiert. Das Erfinden und eigene Verursachen von Symptomen und Krankheiten dient dem Verlangen nach der darauffolgenden medizinischen Behandlung. Das Münchhausen Syndrom gehört zu den artifiziellen Störungen und ist benannt nach dem bekannten Lügenbaron Carl Friedrich von Münchhausen.

Der häufige Besuch bei unterschiedlichen Ärzten und Krankenhäusern ist typisch für diese Krankheit. Das Ziel ist, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen und behandelt zu werden. Wird die Krankheit erkannt und dem Patienten dies auch so mitgeteilt, wechselt er sofort den Arzt. Denn ein Patient, der am Münchhausen Syndrom leidet, wird nie einsehen, dass er eine psychische Störung hat.

Was ist das Münchhausen Syndrom?

Das Münchhausen Syndrom ist auf den berühmten Karl Friedrich Freiherr von Münchhausen, auch Lügenbaron genannt, zurück zu führen. Den Menschen, die unter dem Münchhausen Syndrom leiden, geht es hauptsächlich darum, Aufmerksamkeit und Mitleid zu bekommen.

Sie leiden unter einer massiven Persönlichkeitsstörung und möchten immer wieder medizinisch behandelt werden. Am besten so dramatisch wie möglich. Dafür nehmen sie sogar Operationen und Schmerzen in Kauf. Wer an dem Münchhausen Syndrom erkrankt ist, eignet sich mit der Zeit ein sehr gutes medizinisches Wissen an. Ihre Krankheiten oder Symptome klingen daher sehr überzeugend.

Ob es sich tatsächlich um das Münchhausen Syndrom bei einem Patienten handelt wird meist sehr schwer oder auch oft erst spät erkannt. Wenn es durch den behandelnden Arzt erkannt wird, wird der Patient den Arzt wechseln.

Eine weitere Krankheitsvariante ist das Münchhausen Stellvertreter Syndrom. Hierbei fügen meist Eltern ihren Kindern Verletzungen zu, um sie dann medizinisch behandeln zu lassen. Oder sie erfinden Krankheiten, um das Kind zum Arzt bzw. in ein Krankenhaus zu bringen.

Das Münchhausen Syndrom ist also eine schwerwiegende Krankheit. Dies ist ein sehr großer Unterschied zur Simulation. Menschen, die Simulieren, wissen genau was sie haben oder nicht haben. Hierbei handelt es sich nicht um eine psychische Störung.

Beim Münchhausen Syndrom hingegen ist der Patient psychisch gestört, würde dies aber nicht akzeptieren. Bei den erfundenen Krankheiten oder Symptomen sind keine Grenzen gesetzt. Es wird alles vorgetäuscht, was möglich ist.

Zu den häufigsten Krankheiten zählen dermatologische wie Ekzeme; Wunden oder Allergien. Aber auch sämtliche Stoffwechselstörungen werden häufig vorgetäuscht. Alles was die Psyche betrifft, wird natürlich nicht vorgetäuscht, denn hier könnte man es mit einem Psychiater zu tun bekommen.


Welche Ursachen gibt es?

Genaue Ursachen zum Münchhausen Syndrom sind bisher nicht bekannt. Es können nur Vermutungen aufgestellt werden. Diese Vermutungen sind, dass die Krankheit durch gewisse Faktoren begünstigt wird. Es kann beispielsweise sein, dass ein Mensch, welcher am Münchhausen Syndrom erkrankt ist, ein schweres Trauma erlitten hat, oder unter psychisch schlechten Bedingungen aufgewachsen ist. Auch Persönlichkeitsstörungen sind ein Faktor.

Der Konflikt mit der eigenen Identität und große Selbstwertprobleme sind häufig das Problem. Es können auch Misshandlungen (sexuell oder anderweitige) in der Kindheit oder Vernachlässigung von den Eltern die Ursache sein.

Es wird ebenfalls vermutet, dass ein Patient mit dieser Krankheit sich nach Aufmerksamkeit und Zuwendung sehnt, die er durch die medizinischen Behandlungen erhält. Durch ihre erfundenen Krankheiten und Symptome bekommen sie Aufmerksamkeit und sind selbst davon überzeugt.

Stellt ein Arzt allerdings fest, dass es sich nicht um die vorgetäuschten Krankheiten handelt, sondern um das Münchhausen Syndrom, brechen die meisten Patienten die Behandlung bei diesem Arzt sofort ab. Auch kann es vorkommen, dass bereits ein Elternteil am Münchhausen Syndrom erkrankt ist.

Dem Münchhausen Syndrom wird auch teilweise Lebensmüdigkeit nachgesagt. Das liegt daran, dass sich jemand selbst Verletzungen hinzufügt, um danach medizinisch behandelt zu werden und die Schmerzen dabei in Kauf nimmt. Dadurch, dass die genauen Ursachen der Krankheit nicht bekannt sind, kann das Münchhausen Syndrom nur sehr schwer erkannt und behandelt werden. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung.


Symptome & Anzeichen

Zu den Symptomen beim Münchhausen Syndrom zählen vor allem die häufigen Arzt- oder Krankenhausbesuche. Die Krankheiten werden übertrieben vorgetäuscht und dramatisiert. Ein Patient, der an dieser Krankheit leidet, fordert regelrecht die medizinischen Versorgungen ein. Anzeichen sind auch die Lügengeschichten, die ein Erkrankter erzählt. Des Weiteren wechseln Betroffene oft den Arzt oder das Krankenhaus, sie haben schlechte soziale Kontakte und lügen auch schon mal, wenn es um die eigene Identität geht.

Ein Mensch, der am Münchhausen Syndrom erkrankt ist, hat ein sehr starkes Verlangen nach ärztlicher Behandlung und Aufmerksamkeit. Dazu fügt er sich immer wieder selbst Verletzungen oder ähnliches zu. Dies kann zum Beispiel das Spritzen von unterschiedlichen Substanzen sein, die Allergien oder Ekzeme auslösen. Es werden häufig Schmerzen vorgetäuscht.

Zu den Selbstverletzungen zählen auch beispielsweise Schnittwunden, die versorgt werden müssen. Auch werden Insulinspritzen selbst verabreicht, um eine Unterzuckerung vorzutäuschen, oder es wird Urin mit Zucker versetzt zum Labor abgegeben. Um eine Blutarmut vorzutäuschen wird sich selbst Blut entnommen.

Wenn es zu einer nicht notwendigen Operation kommt und der Patient tatsächlich unnötig operiert wird, wird er nach der Operation dafür sorgen, dass die Heilung gestört ist. Es wird alles vorgetäuscht, was vorgetäuscht werden kann. Ein Erkrankter fordert permanent Untersuchungen, die nicht nötig sind.

Jemandem der am Münchhausen Syndrom leidet, sind die Schmerzen meist egal. Die Krankheiten und Symptome sollen so lang wie möglich hinaus gezögert werden. Erkrankte, die beispielsweise medizinisch in einer Klinik versorgt wurden, also einen stationären Aufenthalt haben oder hatten, werden diesen meist frühzeitig gegen den ärztlichen Rat beenden. Oft gehen sie dann in eine andere Klinik, um sich dort erneut behandeln zu lassen. Permanent werden neue Lügengeschichten erfunden. Ob es nun um die Krankheiten geht, oder sogar um die eigene Identität.

Bei Menschen mit dem Münchhausen Syndrom ist die Gefahr hoch, dass selbst zugefügte Verletzungen zu dauerhaften Schäden führen. Münchhausen Erkrankte zeigen keine Gefühle; bauen keine Bindungen auf und haben meist kein Selbstbewusstsein.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Da das Münchhausen Syndrom für Ärzte schwer zu erkennen ist, dauert die Diagnose meist länger. Der Patient täuscht seine Krankheiten so überzeugend vor, dass es einem Arzt zunächst einmal nicht auffällt. Erst nach häufigeren Arztbesuchen und immer wieder neuen Krankheiten, sowie durch ausführlichere Gespräche, kann der Arzt erkennen, dass es sich um das Münchhausen Syndrom handelt.

Ein wichtiger Faktor hierbei ist oft die Gleichgültigkeit des Patienten, wenn es um größere Behandlungen oder operative Eingriffe geht. Ein weiterer Hinweis ist die permanente Verschlechterung der Symptome eines Erkrankten, obwohl die Symptome behandelt wurden. Hat der Arzt das Münchhausen Syndrom bei seinem Patienten erkannt, so wird er hm eine psychiatrische Behandlung empfehlen.

Auch auffällig ist, dass ein Betroffener so gut wie nie Besucht bekommt, wenn er stationär im Krankenhaus behandelt wird. Bei einem Patienten, der das Münchhausen Syndrom hat, werden selten Verwandte, Bekannte oder Freunde zu sehen sein.
Die permanenten unnötigen Behandlungen und operativen Eingriffe können für den Erkrankten schwere Gesundheitliche Folgen haben.

Wer am Münchhausen Syndrom leidet, kann es meist nicht lang geheim halten. Hat ein Arzt erst einmal sämtliche Untersuchungen durchgeführt und kann nicht wirklich eine Ursache für die vorgetäuschten Krankheiten finden, wird er irgendwann den wahren Grund heraus bekommen.

Oftmals verraten sich die Erkrankten bereits durch ihr Verhalten. Ein Patient ohne psychische Störung versucht eher Arztbesuche und deren Behandlungen zu vermeiden und freut sich, wenn er gesund ist. Ein Patient, welcher am Münchhausen Syndrom erkrankt ist, fordert die Behandlungen ein und ihm kann der Krankheitsverlauf nicht lang genug andauern. Der Heilungsprozess wird sogar oft hinausgezögert.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es ist selbst für einen Arzt schwer, die Krankheit und deren Zusammenhänge zu erkennen. Dabei gibt es unterschiedliche Aspekte. Einige davon sind nicht krankhaft, andere wiederum ja. Dazu zählen Aggravation; Simulation; Dissimulation und selbstmanipulierte Krankheiten.

Bei der Aggravation wird bewusst übertrieben was die Symptome und Krankheiten betrifft. Die Simulation ist eine Vortäuschung, bei welcher der Vortäuschende genau weiß, was er tut. Bei der Dissimulation werden vorhandene Krankheiten herunter gespielt, oder Krankheiten vorgetäuscht, um nicht an Prüfungen oder ähnlichem teilnehmen zu müssen.

Die selbstmanipulierten Krankheiten oder auch artifiziellen Störungen sind krankhaft.
Über die konkreten Ursachen zum Münchhausen Syndrom gibt es keine genauen Diagnosedaten. Genauso ist es mit der Häufigkeit der Krankheit, oder in welchem Alter sie auftritt. Es wird vermutet, dass es viel mehr Krankheitsfälle zum Münchhausen Syndrom gibt, als bisher festgestellt. Dadurch, dass die Krankheit schwer zu erkennen ist, wird sie selten diagnostiziert. Würde sie rechtzeitig erkannt, wären viel mehr Fälle bekannt.

Der Verlauf kann auch bei erkannter Krankheit nicht genau diagnostiziert werden, da die betroffenen Patienten häufig unter anderem Namen mit falscher Adresse bei vielen unterschiedlichen Ärzten in Behandlung waren. Damit vertuschen sie ihre Krankheitsgeschichte.

Männer sollen häufiger vom Münchhausen Syndrom betroffen sein als Frauen. Die Krankheit ist chronisch und meist beginnt sie bei jungen Erwachsenen zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt, bei welchem eine echte Krankheit vorlag, oder nach einem Trauma bzw. einer seelischen Belastung. Psychische Störungen und Persönlichkeitsstörungen sind hier die Faktoren. Die eigentliche Ursache kann bisher nicht diagnostiziert werden.

Wer am Münchhausen Syndrom leidet, hat meist keine guten oder gar keine sozialen Kontakte; kann nicht voll berufstätig arbeiten und kann keine längere Partnerschaft eingehen.

Die meist erfundenen Krankheiten oder Symptome sind im dermatologischen Bereich festzustellen. Hier kann der Patient am besten manipulieren.


Komplikationen bei der Krankheit

Beim Münchhausen Syndrom können schwerwiegende Komplikationen wie Selbstverletzungen bis hin zu Selbstverstümmelung auftreten. Da das Münchhausen Syndrom so schwer zu erkennen und ebenfalls schwer zu behandeln ist, kann es je nach Schweregrad der Krankheit zu solchen Komplikationen kommen. Jede weitere unnötige medizinische Behandlung oder Operation kann dem Patienten schaden. Er unterzieht sich immer wieder Behandlungen, die nicht notwendig sind.

Da ein Patient, der am Münchhausen Syndrom leitet so gut wie alles machen wird, um seinen Körper für Krankheiten oder Symptome zu manipulieren, ist die Gefahr zu schwerwiegenden Verstümmelungen sehr groß. Selbst wenn der behandelnde Arzt feststellt, dass es sich um das Münchhausen Syndrom handelt, kann er die schädigenden Eingriffe meist nicht stoppen, da der Patient sich einen neuen Arzt suchen wird und das Spiel von vorn beginnt.

Auch eine Strafverfolgung des Patienten ist in einigen Ländern nicht auszuschließen. Die ist ebenfalls ein Grund, weshalb er den behandelnden Arzt nach einer Enttarnung sofort wechselt. Es ist oft sehr schwer den Patienten dazu zu bringen, eine Psychotherapie durchzuführen.

Die Sucht nach Mitleid, Aufmerksamkeit und Anerkennung ist so krankhaft groß, dass ein Mensch der am Münchhausen Syndrom erkrankt ist, nicht leicht von seiner Krankheit überzeugt werden kann. Die Patienten schrecken nicht einmal vor Manipulation eigener Blut- sowie Urinproben ab. Geschweige denn vor riskanten operativen Eingriffen. Sogar nach einer Operation werden teilweise Wunden wieder aufgerissen, um die Heilung zu verzögern.

Dies kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen für einen Patienten haben. Es sind sogar Fälle bekannt, bei denen sich Patienten, die am Münchhausen Syndrom leiden so starke Verletzungen zugefügt haben, dass sie selbst erblindet sind. Auch Selbstvergiftungen kommen nicht selten bei diesen Patienten vor. Das gesundheitliche Ausmaß ist ihnen völlig egal.

Oftmals wird das Münchhausen Syndrom auch erst diagnostiziert, wenn es schon längst zu zahlreichen Selbstschädigungen gekommen ist. Die Betroffenen arbeiten zum Teil selbst in medizinischen Berufen oder eignen sich medizinisches Wissen an. Daher kennen sie sich sehr gut aus.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da ein Patient, welcher am Münchhausen Syndrom erkrankt ist, dies nie selbst einsehen würde, ist es sehr schwer zu sagen, wann ein Patient zum Arzt gehen sollte. Wird das Münchhausen Syndrom vermutet, so ist dies dem Betroffenen so behutsam wie möglich beizubringen.

Die Krankheit sollte nicht unterschätzt werden. Es handelt sich hierbei um eine schwere psychische Störung. Der Patient darf auf keinen Fall mit der Diagnose überrumpelt werden, denn dann flüchtet er meist direkt zum nächsten Arzt.

Behutsamkeit und Verständnis sind hier gefragt. Keinesfalls den Patienten bedrängen. Wenn er sich bedrängt fühlt, kann dies die Symptomatik nur verstärken. Patienten die am Münchhausen Syndrom leiden, sollten eine Psychotherapie durchführen.


Behandlungsmethoden & Therapie

Bevor eine psychiatrische Behandlung beginnt, müssen erst einmal die eventuell vorhandenen Verletzungen des Patienten, der am Münchhausen Syndrom leidet behandelt werden. Um das Münchhausen Syndrom selber zu behandeln, ist in jedem Fall eine Psychotherapie erforderlich.

Jedoch ist es zunächst schwierig, die betroffenen Patienten auf das Münchhausen Syndrom hinzuweisen. Sie brechen meist den Kontakt ganz schnell ab, wenn ihre Lügen aufgeflogen sind. Sie sind von ihren erfunden Krankheiten und Symptomen selbst so überzeugt, dass sie ernst genommen werden möchten. Daher ist ein gewisses Vertrauen zwischen Patient und behandelndem Arzt enorm wichtig.

In den meisten Fällen wir eine psychiatrische Behandlung von den betroffenen Patienten abgelehnt. In glücklichen Fällen erklärt sich der Patient dazu bereit. Wer die Behandlung zunächst ablehnt, muss behutsam dazu motiviert werden, doch eine psychiatrische Behandlung in Anspruch zu nehmen. Oft kann eine solche Behandlung stationär in einer Klinik vorgenommen werden.

Nach dem Klinikaufenthalt folgt oft noch eine ambulante Behandlung. Es ist für Betroffene sehr schwer ihr Verhalten zu ändern, da es sich bei dem Münchhausen Syndrom um eine zwanghafte psychische Erkrankung handelt, die nicht einfach so abgestellt werden kann.

Die Krankheit hat fast immer einen chronischen Verlauf. In ganz schweren Fällen ziehen behandelnde Ärzte direkt einen Psychiater hinzu, der zunächst einmal versucht, Vertrauen zu dem Patienten herzustellen. Meist sind einige stationäre Klinikaufenthalte nötig, um den Patienten zu einer Psychotherapie zu bewegen. Zu der Psychotherapie kommt meist noch eine Verhaltenstherapie hinzu.

Um das Münchhausen Syndrom wirklich zu diagnostizieren, müssen alle organischen Erkrankungen ausgeschlossen werden. Gründlichen Untersuchungen und Gespräche sind hier von Nöten. Oftmals werden zusätzlich zur Psychotherapie auch Medikamente eingesetzt, die eine Therapie unterstützen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da das Münchhausen Syndrom eine schwere psychische Erkrankung ist, kann hier nicht vorgebeugt oder geimpft werden. Gegen diese Krankheit gibt es keinen Impfstoff. Betroffene oder Angehörige, sowie behandelnde Ärzte von Betroffenen können bei einer Vermutung oder Diagnose des Münchhausen Syndrom nur sehr behutsam versuchen, den Patienten zu einer Psychotherapie zu bewegen.

Vorgebeugt werden kann nur in dem Sinne, dass der Patient zur Therapie bewegt wird, um noch weitere schlimme Selbstverletzungen oder Verstümmelungen zu verhindern. Mit ihren vorgetäuschten Krankheiten und Symptomen haben sich Betroffene meist bereits selbst so großen gesundheitlichen Schaden zugefügt, dass dieser dringend gestoppt werden muss.

Kann ein Patient also zu einer Psychotherapie bewegt werden, so wird dem körperlichen Selbstschaden schon vorgebeugt. Um weitere schlimme Verletzungen oder unnötige Behandlungen zu verhindern, ist es enorm wichtig, dass die Therapie anschlägt. Wer mit einer ambulanten Therapie nicht auskommt, muss stationär behandelt werden. Gegebenenfalls werden unterstützende Medikamente eingesetzt, um weitere Verletzungen zu verhindern.


Prognose zur Heilung

Genau wie bei der Vorbeugung kann nicht genau gesagt werden, ob ein Patient vom Münchhausen Syndrom völlig geheilt wird. Da es sich um eine schwere psychische Erkrankung handelt und betroffene Patienten meist zusätzlich unter anderen psychischen Störungen leiden, wird hier eine völlige Heilung nicht möglich sein. Die Prognose dazu ist sehr schlecht.

Das Münchhausen Syndrom kann therapiert werden. Wenn sich ein Patient auf eine Psychotherapie einlässt und diese erfolgreich verläuft, können die schweren selbst zugefügten Verletzungen und Symptome gestoppt werden. Oftmals ist allerdings eine medikamentöse Behandlung zusätzlich erforderlich. Beispielsweise arbeiten viele der behandelnden Ärzte mit Psychopharmaka, die eine Therapie unterstützen. Da es sich beim Münchhausen Syndrom um eine chronische Erkrankung handelt, wird diese nicht völlig zu heilen sein.

Die Krankheit beginnt meist im Erwachsenenalter und kann unterschiedliche Ursachen und Verläufe haben. Da es generell sehr schwer ist, einen betroffenen Patienten zu einer Therapie zu bewegen, oder Patienten eine langfristige Behandlung oftmals nicht durchziehen, bleibt die Prognose zur Heilung schlecht.


Münchhausen Stellvertreter Syndrom

Wenn Eltern ihre Kinder verletzen

Beim Münchhausen Stellvertreter Syndrom handelt es sich um Erkrankte, die nicht sich selbst, sondern dritten Personen, wie beispielsweise ihren Kindern gesundheitlichen Schaden zufügen und Krankheiten erfinden, um so Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie quälen ihre Kinder teilweise so stark, dass diese akut behandelt werden müssen.

Es gibt Fälle, bei denen Mütter, die am Münchhausen Syndrom erkrankt sind, ihrem Kind Nase und Mund so lange zuhalten, bis das Kind zu ersticken droht. Daraufhin rufen sie einen Krankenwagen oder gehen zum Arzt bzw. ins Krankenhaus, um dort vorzutäuschen, dass ihr Kind an Atemstillständen oder Krankheiten in den Atemwegen leidet.

Das Münchhausen Stellvertreter Syndrom ist eine ebenso schwere psychische Störung wie das Münchhausen Syndrom und erfordert eine Psychotherapie. Oftmals sind es Mütter, die Krankheiten bei ihren Kindern vortäuschen und die Symptome herbeiführen.

Häufig sind diese Mütter medizinisch gebildet oder arbeiten in einem medizinischen Beruf und kennen sich gut aus. Sie führen Krankheiten bei ihrem Kind herbei, um es dann wieder gesund zu pflegen. Auch hier sind den Krankheiten und Symptomen keine Grenzen gesetzt.

Von Hauterkrankungen über Atemwegserkrankungen bis hin zu Knochenbrüchen werden hier auf grausame Art dem eigenen Kind Verletzungen zugefügt. Dabei werden Säuren oder andere Substanzen verwendet. Auch Todesfälle sind hierbei leider bereits bekannt. Diese Form der psychischen Erkrankung kommt zwar seltener vor, als das eigentliche Münchhausen Syndrom, jedoch ist auch dies sehr gefährlich.

Typisch für Patienten die am Münchhausen Stellvertreter Syndrom leiden, sind ihr soziales Verhalten und die hohe Fürsorge. Sie stimmen jeder Untersuchung, auch schmerzhaften für ihr Kind zu und fordern diese sogar teilweise ein. Sie lassen ihr Kind niemals allein und möchten bei jeder Behandlung dabei sein. Auch hier werden die Ärzte und Krankenhäuser oftmals gewechselt.

Wieso Erkrankte Mütter ihren Kindern so etwas antun, ist bisher noch nicht bekannt. Laut Vermutungen, kann dies mit der eigenen Vernachlässigung in der Kindheit, sexuellem Missbrauch oder Misshandlungen zusammen hängen. Eine Psychotherapie ist auch beim Münchhausen Stellvertreter Syndrom sehr schwer. Oft nahezu unmöglich. Da hilft dann wirklich nur eine strikte Trennung vom Kind.

Alternative Behandlungsmethoden

Zusätzlich zur erforderlichen Psychotherapie wird bei Patienten, die am Münchhausen Syndrom erkrankt sind oftmals eine Verhaltenstherapie durchgeführt. Hierbei werden das Verhalten des Patienten und seine Verhaltensmuster analysiert. Dieser setzt dann Verhaltenslösungen ein, die er mit dem Patienten erarbeitet. Dazu werden unterschiedliche Methoden angewandt.

Verhalten wird meist gelernt und kann dementsprechend auch wieder verlernt werden. Die Verhaltenstherapie ist eine gute Zusatztherapie zur eigentlichen Psychotherapie. Auch die medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka ist teilweise hilfreich.

Zu den Therapien können noch alternative Behandlungsmethoden wie

  • Immunstimulanzien
  • Ozontherapie
  • Virostatika
  • und Interferone

durchgeführt werden. In manchen Fällen ist dies unterstützend. Auch bestimmte Entspannungsmethoden wirken bei einigen Patienten hilfreich.

  • Immunstimulanzien sind Mittel, die die körpereigenen Abwehrkräfte anregen sollen.
  • Bei der Ozontherapie wird dem Patienten Blut entnommen, mit Ozon angereichert und wieder in die Vene gespritzt.
  • Virostatika ist ein Mittel gegen Viren und stoppt Infektionskrankheiten.
  • Interferone sind Proteine, die immunstimulierend wirken.

Einige wenden ebenfalls zur Unterstützung der Psychotherapie Akupunktur an, oder probieren unterschiedliche homöopathische Mittel aus.

  • Die Akupunktur löst Blockaden im Körper.
  • Die homöopathischen Mittel können unterschiedliche Wirkungen haben.

Dies sind allerdings keine Therapiemaßnahmen für das Münchhausen Syndrom. Sie können nur unterstützend zu der eigentlichen Therapie eingesetzt werden. Allerdings auch nicht bei allen Patienten. In ganz schweren Fällen kann sogar eine Zwangseinweisung in eine Klinik erforderlich sein.

Welche Hausmittel können helfen?

Beim Münchhausen Syndrom helfen keine Hausmittel. Bisher sind keine Mittel derart bekannt, die das Münchhausen Syndrom selber bekämpfen. Lediglich die selbst herbeigeführten Symptome und Verletzungen eines Betroffenen können mit speziellen Mitteln behandelt oder eingeschränkt werden, damit diese schneller heilen. Damit ist aber nicht die eigentliche Krankheit behandelt. Unterschiedliche Kräuter oder Pflanzen können für die Verletzungen eingesetzt werden. Diese sind unter anderem

  • Heilkräuter
  • Heilpflanzen
  • ätherische Öle
  • Homöopathie
  • Globuli
  • Schüssler Salze
  • Ernährung

Die jeweiligen Alternativen sind zu den jeweiligen Körperregionen oder Beschwerden in einer Übersicht aufgeführt.
Bei schwerwiegenden Verletzungen jedoch muss immer ein Arzt aufgesucht werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Bestimmte Kräuter oder Pflanzen, die das Münchhausen Syndrom selber heilen gibt es nicht. Solche Mittel können nur unterstützend gegen die Krankheiten oder Symptome eingesetzt werden, die der Patient sich durch seine eigene Krankheit zugefügt hat.

In der Übersicht ist eine kleine Auflistung der Heilkräuter und Heilpflanzen für bestimmte körperliche Beschwerden.

  1. Magen-Darm: Aloe; Anis; Arnika; Baldrian; Basilikum; Bohnenkraut; Fenchel; Gurke; Holunder; Ingwer; Kamille; Lavendel; Melisse; Rosmarin; Wermut
  2. Atemwege: Aloe; Anis; Eberwurz; Estragon; Feige; Fenchel; Ginkgo; Hagebutte; Holunder; Knoblauch; Malve; Quitte
  3. Migräne: Basilikum; Eukalyptus, Lavendel; Melisse; Minze; Rose; Thymian; Baldrian; Weide; Majoran
  4. Blasenentzündung: Bike; Kamille; Löwenzahn
  5. Haut: Brennnessel; Kamille; Zinnkraut
  6. Augen: Dill; Himbeere; Leinkraut; Hauswurz
  7. Blutdruck: Bärlauch; Knoblauch; Mistel (zu hoher Blutdruck), Mistel; Rosmarin (zu Niedriger Blutdruck)
  8. Geschwüre: Dill; Fenchel; Kamille; Pfefferminze; Salbei
  9. Herz: Baldrian; Rosmarin; Lavendel
  10. Infektionen: Knoblauch; Kamille
  11. Kreislauf: Holunder; Mistel; Lavendel; Rosmarin; Schafgarbe

Zur Unterstützung der Heilung von Verletzungen oder Beschwerden dieser Art, können die Heilkräuter und Heilpflanzen zeitweise eingesetzt werden.

Ätherische Öle

Ätherische Öle werden in der Aromatherapie zur Heilung unterschiedlicher Krankheiten eingesetzt. Auch hier gilt wieder: Sie heilen nicht das Münchhausen Syndrom. Aber sie können bei der Heilung der selbst zugefügten Verletzungen und Krankheiten hilfreich sein.

Ätherische Öle können allerdings Nebenwirkungen hervorrufen, wenn sie in zu hohen Dosen verwendet werden. Werden diese Öle beispielsweise falsch bei Kindern eingesetzt, können diese Krampfanfälle und Hautreizungen auslösen.
In der folgenden Auflistung sind einige ätherische Öle zu den jeweiligen Wirkungsbereichen aufgeführt.

  1. Ätherisches Öl Anis: Atembeschwerden; Darmbeschwerden; Herzbeschwerden; Krämpfe
  2. Ätherisches Öl Basilikum: Blutreinigend; Darmentgiftend; Migräne; Schwindel
  3. Ätherisches Öl Eukalyptus: Atembeschwerden; Erkältungsbeschwerden; Migräne; Rheumaerkrankungen
  4. Ätherisches Öl Ingwer: Darmentzündungen; Fieber; Krämpfe
  5. Ätherisches Öl Kamille: Allergien; Augenbeschwerden; Hautbeschwerden; Magenbeschwerden; Schleimhautentzündungen
  6. Ätherisches Öl Salbei: Niedriger Blutdruck; Geschwüre; Hautbeschwerden; Rheumaerkrankungen; Stoffwechselstörungen

Homöopathie & Globuli

Ebenso gibt es unterschiedliche homöopathische Mittel sowie Globuli zur Einnahme, die bestimmte Symptome und Krankheiten bei der Heilung unterstützen. Auch sie heilen nicht das Münchhausen Syndrom selbst.

Die homöopathische Therapie ist eine Reiztherapie. Der Körper wird durch bestimmte homöopathische Mittel in einen Reiz gesetzt, der die selbstheilenden Kräfte aktivieren soll. Mit homöopathischen Medikamenten arbeiten nur erfahrene Therapeuten und Ärzte. Aber auch Patienten nehmen solche Mittel mittlerweile eigenverantwortlich ein. Nebenwirkungen sind hier nicht wirklich zu erwarten, da die Mittel alle sehr sanft sind.

Wird die homöopathische Behandlung durch einen Arzt oder Therapeuten durchgeführt, so wird zunächst eine Anamnese erstellt. Es sollen nicht nur die Symptome und Krankheiten, sondern auch die Auslöser und Umstände mit dem richtigen Mittel behandelt werden. Als Unterstützung zur Psychotherapie können homöopathische Medikamente eingesetzt werden.

Bei kleineren Beschwerden führen wie bereits erwähnt viele eine Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln durch. Beispielsweise

Arnica oder Aconitum

findet man in zahlreichen Haushalten.

Auch Globuli kommen in vielen Situationen zum Einsatz. Globuli können bei chronischen Beschwerden, aber auch bei akuten Beschwerden eingesetzt werden. Auch psychische Krankheiten können unterstützend mit Globuli behandelt werden. Die Psychotherapie ist allerdings trotzdem erforderlich, wenn jemand am Münchhausen Syndrom erkrankt ist. Nebenwirkungen gibt es hier selten. Zunächst kann bei der ersten Einnahme die sogenannte Erstverschlimmerung auftreten. Diese klingt aber bei weiterer Einnahme wieder ab. Die Anwendungsgebiete sind wie bei den anderen homöopathischen Mitteln sehr ausgeprägt.

kann fast alles unterstützend mit Globuli behandelt werden.

Schüssler-Salze

Die Schüssler Salze sind ein bekanntes und bewährtes Mittel gegen sämtliche Beschwerden. Schüssler Salze gibt es als Tablettenform oder als Salbe für die äußerliche Anwendung. Nicht nur bei akuten Beschwerden, sondern auch längerfristig können Schüssler Salze bedenkenlos eingenommen werden. Die unterschiedlichen Salze mit ihren unterschiedlichen Wirkungsweisen können auch individuell je nach Beschwerden kombiniert werden.

Die Salze helfen zwar nicht das Münchhausen Syndrom zu heilen, allerdings können sie unterstützend zur Psycho- oder Verhaltenstherapie und zur Heilung der selbst zugefügten Verletzungen der Patienten eingesetzt werden. Die Anwendungsgebiete der unterschiedlichen Schüssler Salze sind unten in einer Übersicht aufgeführt.

  1. Calcium fluoratum: Gelenke; Haut; Bindegewebe
  2. Calcium phosphoricum: Zähne; Knochen
  3. Ferrum phosphoricum: Immunsystem
  4. Kalium chloratum: Schleimhaut
  5. Kalium phosphoricum: Psychische; Nervliche Beschwerden
  6. Kalium sulfuricum: Entgiftung
  7. Magnesium phosphoricum: Nerven; Muskeln
  8. Natrium chloratum: Flüssigkeitshaushalt im Körper
  9. Natrium phosphoricum: Stoffwechsel
  10. Natrium sulfuricum: Blase; Darm; Nieren
  11. Silicea: Haare; Haut; Bindegewebe
  12. Calcium sulfuricum: Gelenke

Diät & Ernährung

Generell sollte jeder Mensch auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten. Es gibt keine spezielle Diät oder Ernährung für Menschen, die am Münchhausen Syndrom erkrankt sind.


FAQ – Fragen & Antworten

Woran erkennt man das Münchhausen Syndrom?

Es ist nicht einfach das Münchhausen Syndrom zu erkennen. Auffällig sind die häufig wechselnden Arztbesuche oder das Aufsuchen unterschiedlicher Krankenhäuser. Ebenso auffällig sind die immer wieder unterschiedlichen Krankheiten und Symptome eines Betroffenen und Verschlechterungen nach Behandlung und Operation.

Wie kommt es zum Münchhausen Syndrom?

Die Ursachen für die Erkrankung sind bisher nicht bekannt. Es wird vermutet, dass Betroffene schlimme traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit erlebt haben, oder von den eigenen Eltern vernachlässigt bzw. misshandelt wurden.

Wie kann das Münchhausen Syndrom behandelt werden?

Da das Münchhausen Syndrom eine schwere psychische Störung ist, kann diese nur mit einer Psychotherapie durch Fachärzte behandelt werden.

Wie hoch sind die Heilungschancen beim Münchhausen Syndrom?

Da es auch für Fachleute sehr schwer ist, die Krankheit zu erkennen und die Betroffenen zu einer Therapie zu bewegen, sind die Prognosen auf eine Heilung ebenfalls sehr schwer einzuschätzen. Mit einer Psychotherapie und unterstützenden anderen Maßnahmen, kann eine Besserung erzielt werden.

Wie geht man mit jemandem um, bei dem der Verdacht auf das Münchhausen Syndrom besteht?

Wenn der Verdacht besteht, dass jemand am Münchhausen Syndrom leidet, sollte behutsam vorgegangen werden. Auf keinen Fall direkt damit konfrontieren. Ansonsten wird der Betroffene den Kontakt wahrscheinlich sofort abbrechen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Simulanten und einem Patienten mit dem Münchhausen Syndrom?

Der Simulant weiß im Gegensatz zu einem Menschen, der am Münchhausen Syndrom leidet ganz genau, was er vortäuscht. Beim Münchhausen Syndrom sind die Betroffenen selbst überzeugt von ihren erfundenen Krankheiten. Der Simulant ist ein Lügner, der sich aber nicht selbst verletzt, um medizinisch versorgt zu werden.

Was wird beim Münchhausen Syndrom vorgetäuscht?

Vorgetäuscht werden hier sämtliche Krankheiten und Symptome. Es sind dabei keine Grenzen gesetzt. Betroffene verletzten sich selbst; spritzen sich Substanzen, um bestimmte Symptome hervorzurufen; zapfen sich Blut ab, um Blutarmut vorzutäuschen, nehmen bestimmte Medikamente ein, um damit Krankheiten herbeizurufen, fordern sämtliche Untersuchungen, sogar Operationen ein, die nicht notwendig sind. Auch bei sehr riskanten Eingriffen schrecken sie nicht zurück.

Wie ist die Vorgehensweise bei Patienten, die am Münchhausen Syndrom leiden?

Häufig gehen Betroffene zu den Notdienstzeiten in Arztpraxen oder in Kliniken. Sie täuschen akute Symptome vor, um direkt behandelt zu werden. Dabei sind sie sehr überzeugend. Dies liegt meist an dem guten medizinischen Wissen, welches sie sich angeeignet haben. Fliegt ihre Tarnung irgendwann auf, wechseln sie den Arzt.

Was passiert wenn der Patient eine Psychotherapie ablehnt?

In den meisten Fällen ist es zunächst so, dass der Patient eine Psychotherapie ablehnen wird. Hier muss ihm behutsam klar gemacht werden, dass diese Therapie notwendig ist. In schweren Fällen kann es dazu kommen, dass der Patient zwangseingewiesen werden muss, um sich einer Therapie zu unterziehen.
Die meisten Therapien bei Patienten, die am Münchhausen Syndrom leiden, werden stationär durchgeführt. Oftmals reicht eine einzige stationäre Behandlung allerdings nicht aus.

Was passiert wenn ein Betroffener gar nicht therapiert wird?

Im schlimmsten Fall kann es dazu kommen, dass sich der Betroffene soweit selbst verstümmelt, oder so viele unnötige Behandlungen haben durchführen lassen, so dass es zu enormen gesundheitlichen Schäden kommen kann. Die ständigen medizinischen Eingriffe sind teilweise sehr riskant und können bleibende gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Daher ist eine Psychotherapie immer ratsam.

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