Asperger Syndrom

Steckbrief: Asperger Syndrom

  • Name(n): Asperger-Syndrom
  • Art der Krankheit: Psychische Störung
  • Verbreitung: Weltweit (Schwerpunkt Europa und Nordamerika)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1920er Jahre
  • Behandelbar: Nur symptomal
  • Art des Auslösers: Unbekannt
  • Wieviele Erkrankte: Nicht feststellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Kinderarzt; Psychologe; Psychiater
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – F00-F99 – F80-F89 – F84.5

Asperger Syndrom – Wenn das Kind anders ist

Asperger-SyndromInnerhalb des breiten Spektrums der Entwicklungsstörung Autismus ist das Asperger-Syndrom (auch Asperger-Autismus genannt) nur eine von mehreren verschiedenen Arten, die angeboren, nicht heilbar und nach neuesten Erkenntnissen vermutlich auf Störungen im Hirn zurückzuführen ist.

Die ersten Anzeichen sind etwa ab dem dritten Lebensjahr zu erkennen und betreffen mit Mehrheit Kinder männlichen Geschlechts. Trotz der aus dieser Erkrankung resultierenden Einschränkungen, wird das Asperger-Syndrom als eine relativ milde Abart des Autismus beschrieben. Als kleines Trostpflaster, sind die Entwicklung der Sprache und die Intelligenz in den meisten Fällen normal ausgeprägt

Definition: Asperger Syndrom

In ihrer Tätigkeit als Kinderpsychiaterin stellte Grunja Sucharewa das Syndrom unter dem Begriff „schizoide Psychopathie“ zum ersten Mal im Jahr 1926 dar. Durch den Namensgeber Hans Asperger wurde die Krankheit im Jahr 1944 unter dem Begriff „autistische Psychopathie“ beschrieben. Der Kinderarzt Asperger war an der Wiener Universitätsklinik tätig und beschrieb anhand des ungewöhnlichen Verhaltens von vier Buben in seiner Doktorarbeit die Symptome des Syndroms. Über die Verbreitung des Asperger-Syndroms sind nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen vorhanden. Zusätzlich sind aufgrund der vielen unterschiedlichen Diagnoseansätze starke Schwankungen in den Häufigkeitsstatistiken feststellbar. Durch die Auffälligkeiten im allgemeinen Verhalten ist ein normaler Umgang mit nicht betroffenen Mitmenschen mit vielen Schwierigkeiten verbunden bzw. kaum bis gar nicht möglich.

Vorsichtigen Schätzungen zufolge sollen aber von 10.000 schulpflichtigen Kindern zwei bis 3,3 Symptome vom Asperger-Syndrom aufweisen. Im Vergleich der Geschlechter liegt das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen bei 8:1. Was die Diagnostik betrifft, stehen mehre Ansätze zur Verfügung. Durch die WHO (Weltgesundheitsorganisation) wurde das Asperger-Syndrom im Jahr 1991 als Krankheit klassifiziert und in den Diagnosekatalog ICE aufgenommen. Zusätzlich sind im Handbuch der American Psychiatric Association weitere und genau beschriebene Diagnosemöglichkeiten in Bezug auf das Asperger-Syndrom aufgelistet. Obwohl erwachsenen Menschen ebenfalls betroffen sein können, ist diese Krankheit in der Erwachsenenpsychiatrie erst seit kurzer Zeit ein Thema. Exakte und aufschlussreiche Untersuchungen über die Häufigkeit wurden bislang aber nicht durchgeführt.


Was ist das Asperger Syndrom?

Das Asperger Syndrom wird immer mehr zu einem Begriff. Noch vor einigen wenigen Jahren gab es kaum Menschen, die von diesem Leiden etwas wussten. Dass dennoch viele Kinder daran litten steht hierbei außer Frage. Erst seit kurzem stehen Medien und Kultur diesem leiden mehr Raum zu. Die Gründe hierfür sind evident – schließlich mehren sich die Fälle von Kindern mit Asperger Syndrom in den letzten Jahren sehr. Die Frage, die sich viele Menschen an diesem Punkt jedoch stellen ist, ob es tatsächlich immer mehr Kinder an dieser Entwicklungsstörung leiden oder ob die erhöhte öffentliche Kenntnis der vorliegenden Krankheit schlicht dazu geführt hat, dass immer mehr Eltern meinen, ihre Kinder könnten Asperger haben. Tatsächlich gehen manche Forscher soweit, das Asperger Syndrom als „Modekrankheit“ einzustufen, ähnlich dem Autismus.

Diesbezügliche Daten gehen weit auseinander und viele unterschiedliche Stimme behaupten viele unterschiedliche Dinge. Dennoch lässt sich in der Tag eine recht hohe Quote an fehlerhaft gestellten Diagnose ermitteln. Insbesondere in den USA. Eltern und Ärzte dort benutzen die vermeintliche Diagnose Asperger häufig als Ruhekissen, ähnlich wie es in unseren Breiten mit ADHS geschieht. Unbequeme Kinder werden schlicht mit einer Krankheit diagnostiziert, die so nicht oder nur rudimentär vorliegt, um sie schließlich medikamentös ruhig stellen zu können und eine Erklärung für ihr absonderliches Verhalten zu haben. Dass Kinder aber auch eigenständige Persönlichkeiten mit eignen Charaktereigenschaften sind, wird hierbei sehr häufig vollkommen außer Acht gelassen. Eine alles in allem sehr bedenkliche Entwicklung.

Überhaupt schadet man dadurch nicht nur seinem eigenen Nachwuchs, sondern verzerrt auch die allgemeine Wahrnehmung der Krankheit in der Öffentlichkeit und trägt darüber hinaus dazu bei, andersartige Kinder von vorneherein zu stigmatisieren. Auch die Tatsache, dass tatsächlich betroffene Kinder auf diese Art und Weise der notwendigen Hilfe beraubt werden, macht die Sache nicht besser.

Was aber genau ist das Asperger Syndrom überhaupt? Denn gleichwohl wie oft es Erwähnung in den Medien und in Gesprächen findet, wissen nur verhältnismäßig wenige Menschen, was genau Asperger eigentlich ist. Grob zusammengefasst, handelt es sich bei Asperger um eine Störung in der Entwicklung des Kindes. Diese ist besonders dadurch charakterisiert, dass das betroffene Kind nicht oder nur stark eingeschränkt dazu in der Lage ist, sich in normalen sozialen Situationen zurecht zu finden und verbal oder nonverbal zu kommunizieren. Des Weiteren lassen sich auch sehr häufig zwanghafte und sich oft wiederholende Verhaltensmuster beobachten – diese können sehr banale Tätigkeiten und Rituale umfassen, aber auch sehr spezielle Bereiche des Lebens abdecken.

Alles in allem erinnert das Asperger Syndrom sehr stark an Autismus. Tatsächlich wird die vorliegende Störung auch dem Autismusspektrum zugeordnet. Allerdings sollte man hierbei nicht außer Acht lassen, dass das Asperger Syndrom in aller Regel wesentlich milder und für das betroffene Individuum weitaus weniger einschränkend ist, als der klassische Autismus. Nichtsdestoweniger handelt es sich beim Asperger Syndrom, insofern es denn wirklich vorliegt, nicht um eine Erkrankung, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Zwar besteht keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben des Patienten, aber das ändert nichts an dem Umstand, dass der Alltag von Betroffenen selbst oftmals alleine nicht zu meistern ist und sie darum Zeit ihres Lebens auf fremde Hilfe angewiesen sind. Das ist nicht nur eine immense Belastung für die Familien und das Umfeld von Personen mit Asperger, sondern auch für die öffentliche Hand, die aufgrund dessen mit immensen Mehrausgaben zu rechnen hat, die schließlich der Steuerzahler auffangen muss. Nicht allein deswegen sollte man mit der Diagnose Asperger nicht zu voreilig sein, wie es leider häufig immer wieder geschieht.

Wie bereits erwähnt verhält sich Asperger, im direkten Vergleich zu Autismus, eher mild. Die Sprache und die Intelligenz des betroffenen Kindes sind relativ normal ausgeprägt und nicht absonderlich schlecht oder niedrig, wie oftmals bei vollen Autisten der Fall. Nichtsdestotrotz ist davon auszugehen, dass das erkrankte Kind niemals mit anderen Kinder seiner Altersstufe mithalten wird können. Oftmals stellen sich Asperger-Patienten sehr ungeschickt an, wenn es um die Bewältigung feinerer motorischer Aufgaben geht. Ungeschickt ist dabei das richtige Wort – denn die theoretischen Veranlagungen, sich standardmäßig zu verhalten, sind vorhanden. Die Störung an sich aber verbietet es den Kindern, ihre Fähigkeiten und Potentiale komplett zu nutzen und zu entfalten und tragen somit dazu bei, dass sie ihren Mitmenschen immer unterlegen sein werden. Dennoch ist es möglich, diese „Ungeschicklichkeit“ im Rahmen einer Physiotherapie zumindest etwas in den Griff zu bekommen, sodass zumindest die Ausführung leichterer Aufgaben keine allzu große Hürde mehr darstellt.

Die genauen Gründe die zu einem Ausbruch des Asperger Syndroms führen sind unbekannt. Allgemein hin ist zwar tendenziell davon auszugehen, dass es sich hierbei um eine Störung handelt, die durch die Gene weitergegeben wird, allerdings waren Wissenschaft und Forschung noch nicht dazu in der Lage herauszufinden, welche Gene genau die vorliegende Krankheit begünstigen.

Darüber hinaus dürften auch Faktoren aus der Umwelt eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Entstehung dieses Leidens spielen. Aber auch diese sind noch nicht komplett oder noch gar nicht determiniert und somit eher spekulativ. Auch die aktive Anwendung von Gehirnaufnahmen brachte die Forschung nicht sonderlich viel weiter.

Die diagnostischen Voraussetzungen haben sich vor etwa 5 Jahren massiv verändert. Bis zu diesem Zeitpunkte, galt das Asperger Syndrom nämlich noch als mehr oder weniger eigenständige Störung. Im Jahre 2013 aber wurde es offiziell der Gruppe autistischer Erkrankungen zugeordnet. Es existiert zwar noch als eigenständiger Befund weiterhin, aber nicht mehr als vollkommen eigenständige Erkrankung, sondern wird, wie bereits erwähnt, dem Autismus untergeordnet, bzw. zugeordnet. Dennoch führen einige einschlägige Bände der Fachliteratur, das Asperger Syndrom immer noch als eigenständige Störung. Das dürfte sich aber in den kommenden Jahren ändern. Denn gerade internationale Vergleichbarkeit ist bei Krankheiten sehr wichtig. Schließlich agiert die medizinische Forschung auf einer globalen Skala und sollte dabei nicht von länderspezifischen Definitionen einzelner Krankheiten behindert werden. Eine erfreuliche Entwicklung, die nun schon seit mehreren Jahren zu beobachten ist und die Forschung massiv vorangetrieben hat.

Es gibt viele verschiedene Ansätze bezüglich einer potentiellen Behandlung des vorliegenden Leidens. Inwieweit diese im einzelfall sinnig und probat sind, ist jeweils sehr stark vom behandelnden Arzt abhängig. Allgemeine Daten betreffs die Effektivität der unterschiedlichen Methoden liegen nur in sehr stark beschränktem Umfange vor und dienen damit kaum der der Weiterentwicklung derselben, sondern fungieren primär als grobe Anhaltspunkte für Ärzte, wie sie ihre Behandlung ausrichten könnten.

Alles in allem aber zielen Therapien in aller Regel darauf ab, die stark beeinträchtigten kommunikativen Fähigkeiten der Betroffenen auszubauen, das zwanghafte und repetitive Verhalten der Gestörten zu brechen und die bereits erwähnte Ungeschicklichkeit unter Kontrolle zu bekommen. Um dies zu bewerkstelligen verfügt die moderne Schulmedizin über eine Methoden, die sich als recht günstig bewiesen haben. Hierunter fallen unter anderem Verhaltenstherapien, Physiotherapie und logopädische Therapien. Aber auch die gezielte Schulung der Eltern von Betroffenen sowie die Gabe von Medikamenten kann dabei helfen, dem Problem Herr zu werden. Medikamente dienen bei dem Asperger Syndrom insbesondere dafür sicherzustellen, dass das betroffene Kind seine oftmals sehr schnell umschlagenden launen besser beherrschen kann und auch Angststörungen und dergleichen mehr nicht in allui großem Umfange auftreten.

Auch sei an dieser Stelle ganz klar angemerkt, dass die mit Asperger assoziierten Symptome sich während des Älterwerdens des Kindes nach und nach abschwächen und sich teilweise sogar gänzlich verlieren. Zumindest ist dies bei leichten oder mittelschweren Fällen die Regel. Bei extremen Fällen dagegen ist davon auszugehen, dass die auftretenden Symptome sich nicht von alleine verbessern. Zwar werden sie zumeist auch mit dem Voranschreiten der Zeit nicht gravierender, aber eben auch nicht besser. Aber auch, wenn sich einige der Symptome im Laufe der Zeit abschwächen, heißt das nicht, dass sie ganz vergehen. Insbesondere die teilweise immensen Schwächen betreffs der Kommunikation und des Sozialverhaltens verbleiben dem Betroffenen ein Leben lang und machen es somit sehr kompliziert für an der vorliegenden Störung Erkrankte, sich alleine im Alltag zurecht zu finden, wenn ihnen nicht bereits im Kindesalter gewisse Hilfestellung im Rahmen von therapeutischen Behandlungen gegeben wurde. Nicht zuletzt darum sollte es im Interesse der Eltern liegen, ihr Kind, sollte bei ihm das Asperger Syndrom diagnostiziert werden, so früh als irgend möglich zu einem Psychologen oder einem sonstigen Fachmann zu schicken und eine somit eine Therapie zu beginnen.

Einige sehr liberale Stimmen gehen sogar soweit zu behaupten, es handle sich bei dem vorliegenden Leiden nicht etwa um eine psychologisch definierbare Krankheit, sondern schlicht um eine andere Form des Daseins. Sozusagen um eine andere, aber dadurch nicht gestörte Art der Wahrnehmung. Weiterhin argumentieren Menschen, die dieser Theorie anhängen, dass Asperger-Patienten oder Menschen, die an Autismus oder einer anderen Abart des Autismus leiden, keiner psychologischen oder schulmedizinischen Hilfe bedürfen, da sie nicht krank seien, sondern schlicht anders.

Diese Auffassung des Asperger Syndroms ist nicht nur medizinisch kaum bis gar nicht haltbar, sondern auch auch schlicht und einfach dumm und unausgewogen. Die meisten Personen, die an Asperger leiden, sind nicht dazu in der Lage, sich selbstständig durch den Alltag zu navigieren und Zeit ihres Lebens auf fremde Hilfe angewiesen. Darüber hinaus ist es ihnen auch nicht möglich, sich selbstständig mit dem nötigsten zu versorgen. Sie leben folglich immer in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Nicht-Betroffenen. Allein deswegen schon ist es unmöglich, Asperger und Co. als eigenständiges Lebensmodell zu definieren und nicht als Erkrankung. Ein Lebensmodell setzt immer voraus, dass das diesem anhängende Individuum selbstständig lebensfähig und für die primitivste Form seines Fortbestands nicht auf andere Menschen angewiesen ist. Dies ist bei Asperger-Patienten nicht gegeben. Darum ist diese Auffassung der Krankheit alles in allem abzulehnen, gleichwohl viele Eltern betroffener Kinder gerader dieser These frenetisch anhängen, um die Störung ihrer Kinder vor sich selbst und ihrer Umwelt rechtfertigen zu können. Richtige Aufklärung und Weiterbildung ist an dieser Stelle jedoch wesentlich angebrachter, als das Anhängen an dieser verirrten Theorie.

Zur Zeit ist in etwa davon auszugehen, dass rund 40 Millionen Menschen weltweit von Asperger betroffen sind. Genaue Zahlen sind allerdings nicht zu erfassen, da die vorliegende Erkrankung nicht von allen Ärzten aller Nationen auch als solche anerkannt wird. Das verzerrt die Statistiken.

Benannt ist das Leiden nach dem aus Österreich stammenden Kinderarzt Hans Asperger. Bereits im Jahre 1944 veröffentlichte er mehrere Studien über diese Entwicklungsstörung und die typischerweise damit einhergehenden Symptome. Insbesondere das Fehlen kommunikativer Fähigkeiten in Paarung mit unterentwickeltem emotionalen Verständnis sowie physischer Ungeschicklichkeit. Allerdings sind einige der originären Definitionskriterien für Asperger heute als überholt anzusehen und wurden schon vor längerem revidiert und / oder angepasst. Im Laufe der 1980er und 1990er Jahre wurde die vorliegende Störung zudem erstmals gezielt kategorisiert und in bestehende Systeme eingeordnet. Hierdurch wurde dieses Leiden nicht nur einer größeren Öffentlichkeit bekannt, sondern es erleichterte der Forschung auch, sich wissenschaftlich mit dem Asperger Syndrom auseinanderzusetzen.

Dies ändert allerdings rein gar nichts an der Tatsache, dass das Asperger Syndrom nach wie vor von einer Vielzahl von Kontroversen und strittigen Themen umgeben ist. Viele Forscher gehen davon aus, dass zwischen Asperger und Autismus keine distinktiven Unterschiede bestehen und es sich um ein und dieselbe Erkrankung handelt. Andere wiederum vermeinen, dass es sich bei dem Leiden um eine komplette Fabrikation handele und es darum nicht notwendig sei, überhaupt dazu zu forschen. Diese doch zum Teil sehr großen Differenzen machen es nicht einfach für Forschung und Wissenschaft, sich mit dieser Krankheit zu beschäftigen und ggf. effektivere Lösungsstrategien betreffs der Heilung zu entwickeln.

Ein weiteres Problem ist außerdem, dass viele Eltern von betroffenen Kindern verständlicherweise sehr emotional auf dieses Thema reagieren. Dass starke Emotionen dafür sorgen können, unsachlich zu werden ist ebenfalls kein Novum. Da die vorliegende Störung darüber hinaus gerade in den USA sehr weit verbreitet scheint und Personen in diesem Land ohnehin dazu neigen, Dinge vollkommen überproportional darzustellen, ist es nicht weiter verwunderlich, dass es im Rahmen von dort stattfindenden Streitgesprächen immer wieder zu recht kruden Auswüchsen kommt. Diese finden besonders durch soziale Medien sehr schnelle Verbreitung und werden von vielen Menschen blindlings als wahr akzeptiert und nicht weiter hinterfragt. Auf diese Art und Weise hat sich beispielsweise auch die vollends irrgläubige Theorie etablieren können, dass Autismus und / oder Asperger durch Impfungen ausgelöst werden. Einer der Hauptgründe dafür, dass die sog. „Anti-Waxxer-Bewegung“ heutzutage in den USA und in Osteuropa so stark ist.

Es ist gefährlich, bei diesem Thema uninformiert zu bleiben, aber trotzdem mitreden zu wollen. Wem also daran gelegen ist, sich effektiv an Debatten zu beteiligen, der sollte unbedingt ein gewisses seriöses Grundwissen aufbauen und sich sich blind indoktrinieren lassen und dieses oftmals schlicht falsche Wissen, dann mit Gewalt weitertragen. Der Gebrauch des gesunden Menschenverstandes ist hier von besonderer Bedeutung.

Alles in allem also lässt sich zusammenfassend erwähnen, dass es sich bei dem Asperger Syndrom um eine kognitive Entwicklungsstörung handelt, die dem Spektrum autistischer Erkrankungen zuzuordnen ist. Darüber hinaus kann die Grenze zwischen einen hochfunktionellen Autismus und dem Asperger Syndrom fließen sein, weswegen einige Forscher und Ärzte postulieren, hier keine weiteren Unterscheiden zu treffen. Auch ist davon auszugehen, dass sich die typischen Symptome im Laufe des Lebens der Betroffenen immer stärker abschwächen und sie somit als Menschen mit voranschreitendem Alter immer funktioneller werden. Dennoch ist es ihnen in aller Regel nicht möglich, ein vollkommen normales und selbstbestimmtes Leben zu leben, insofern sie nicht rechtzeitig in Therapien die dafür notwendigen Fähigkeiten erlernen konnten.

Welche Ursachen gibt es?

Als unter den sogenannten „jungen Krankheiten“ eingestuft, steckt die Forschung nach Ursachen für das Asperger-Syndrom grundsätzlich noch in den Kinderschuhen. Alle bisher publizierte Diagnosen sind als Vermutungen zu bewerten, die durch weitere Untersuchungen erst bestätigt werden müssen. Auf alle Fälle sollen aber mehrere Faktoren für die Entwicklung des Syndroms zusammenspielen.

Mit bis zu zehn beteiligen speziellen Erbanalgen bzw. eine Reihe von genetischen Erkrankungen (z. B. Williams-Syndrom) spielen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft die Genetik und Stoffwechselstörungen dabei wichtige Rollen. Im unmittelbaren Zusammenhang als Ursachen für Asperger werden oft auch Schwangerschaftsinfektionen (perinatale Belastung) bzw. biochemische und neurologische Fehlfunktionen, wie Unregelmäßigkeiten im EKG und ein abnormaler Aufbau von gewissen Regionen im Gehirn genannt.

Als Erklärung für diese neuropsychologischen Erscheinungsbilder werden Funktionsstörungen in der Amygdala und im präfrontalen Cortex herangezogen. Im Gehirn stehen zusätzlich das Testosteron und der Mandelkern im Hirn im Mittelpunkt. Einerseits beeinträchtigen Fehlfunktionen im Kern die emotionale Bewertung und andererseits verändert Testosteron die Chemie im Gehirn. In dieselbe Richtung weisen auch Forschungsergebnisse über Störungen im Temporal- und Frontallappen. Von Bedeutung sind im selben Bereich die Spiegelneuronen, die beim Beobachten von Tätigkeiten anderer Personen aktiv werden, bei Asperger-Patienten möglicherweise aber nicht angeregt werden.

Gefahr Arbeitsplatz
In einer umfangreichen Pilotstudie wollen Wissenschaftler in den USA Beweise für einen Zusammenhang zwischen den Berufen der Eltern und dem Asperger-Syndrom gefunden haben. Mit anderen Worten sind viele Arbeitsplätze schädlichen Stoffen ausgesetzt, die Asperger begünstigen können. Keine wissenschaftlich begründete Bestätigung findet hingegen die vielfach verbreitete These, dass die Eltern durch mangelnde Liebe zum erkrankten Kind und durch die angewandte Erziehung für die Entwicklung des Asperger-Syndroms verantwortlich sind. Auch traumatische Ereignisse können als Auslöser definitiv ausgeschlossen werden. Ebenso sind Theorien über Impfstoffe als Verursacher unbelegt. In Erwägung gezogen werden aber ein gestörtes X-Chromosom und eine Schilddrüsenunterfunktion.

Durch das Vorhandensein von psychisch kranken Menschen im unmittelbaren Umfeld der Betroffenen zielen mutmaßliche und nicht bewiesene Ursachen für ein Asperger-Syndrom auf die Verwandtschaft ab. Weitere Risiken verbergen sich in monogenen Erkrankungen. Dazu zählen die Tuberöse Hirnsklerose, das Smith-Lemli-Opitz-Syndrom und die Neurofibromatose. Denkbare und in Erforschung befindliche Ursachen werden ferner in Autismusstörungen (z. B. Prader-Willi-Syndrom, Velo-Kardio-Faziale Syndrom) und in der Chromosomen-Duplikation vermutet.

Anerzogene Hilflosigkeit
Ein sehr großes Problem bei kognitiven Störungen, die primär Kinder betreffen, ist, dass es leider niemals gänzlich auszuschließen ist, dass die Eltern oder die Erziehungsberechtigten der ausschlaggebende Faktor für das Vorhandensein, der vermeintlichen Störung sind. Das mag sich zunächst abwegig anhören, aber es kommt wesentlich häufiger vor, als man vermuten möchte.

Oftmals interpretieren Mütter das Verhalten ihres Nachwuchses schlichtweg falsch und orientieren sich dabei an gefährlichem Halbwissen, dass sie sich aus den Medien angeeignet haben. Bereits die kleinsten Unstimmigkeiten veranlassen sie dazu, ihre Kinder mit diversen Störungen und Krankheiten zu diagnostizieren, die schlichtweg nicht vorhanden sind. Oftmals steigern sie sich regelrecht in einen Rausch und lesen sich immer mehr vermeintliches Fachwissen aus wenig seriösen Quellen an und interpretieren viel zu viel in unnötige Details. Selbst ärztliche Ratschläge werden bisweilen geflissentlich ignoriert oder schlicht für falsch befunden. Das ist nicht nur immens gefährlich, sondern auch grundsätzlich unüberlegt. Man könnte in extremen Fällen sogar davon reden, dass einige Eltern gerade populäre Krankheiten zu regelrechten Modeerscheinungen stilisieren und sich geradezu wünschen, dass ihr Kind daran leide, um sich selbst daran aufzubauen, Mitleid zu erheischen und sich in den Fokus des eigenen Dunstkreises zu stellen. Solches Verhalten zeigt aber eher eine Störung der Parentalen an und weniger eine des Kindes.

Im Rahmen einer solchen Übertreibung kommt es oftmals dazu, dass die Eltern oder der ausschlaggebende Elternteil, statistisch gesehen oftmals die Mutter, dem Kind eine unpassende Erziehung angedeihen lassen. Das heißt kurzum, dass sie das Kind zu einer gewissen Unselbstständigkeit erziehen und demselben darüber hinaus für die vermeintliche Krankheit typische Symptome mittels der Erziehung vermitteln. Das ist im gleichen Maße gefährlich wie effektiv. Somit können Eltern bei ihrem Nachwuchs mit Leichtigkeit irreparable Schäden anrichten, mit denen das Kind ein Leben lang zu kämpfen hat und die bisweilen wesentlich gravierender sind, als die Schäden, die im Rahmen einer tatsächlichen Erkrankung mit dem Asperger Syndrom entstanden wären. Bisweilen also ist es wohl angebracht, sich an die eigene Nase zu fassen und sich selbst zu fragen, ob man die Dinge nicht etwas zu ernst nimmt und eventuell überinterpretiert.


Symptome & Anzeichen

Zum Ausdruck kommt diese Krankheit durch ein stereotypes Verhalten, Schwierigkeiten in der Kommunikation und durch ein sehr eingeschränktes soziales Verhalten. Beim diesem Syndrom ist es nicht möglich, die Blicke, Gestik und Mimik von anderen Menschen zu deuten bzw. selbst weiterzugeben. Durch diese Einschränkungen erscheint das Kommunikations- und Kontaktauftreten der Erkrankten als tollpatschig und sonderbar. Dessen ungeachtet kann das Asperger-Syndrom auch mit Stärken einhergehen, die besonders als hohe Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung beobachtet werden können.

Ein Erkennungszeichen für das Asperger-Syndrom ist in der Motorik zu finden. Typisch dafür sind ungelenkige und steife Bewegungsabläufe, Ungeschicklichkeit und Störungen in der Koordination der Motorik, die vor allem bei Angst- und Erregungszuständen bemerkbar sind. Im sozialen Verhalten wirkt sich Asperger durch eine fehlende oder nur flüchtige Aufnahme von Blickkontakten aus. Zudem sind das Einfühlungsvermögen und das Verständnis für die zwischenmenschliche Gefühlswelt nur mangelhaft ausgeprägt. Die Folgen daraus sind eine soziale Isolation, Hänseleien und Mobbing durch gesunde Gleichaltrige und eine Ausgrenzung. Hinsichtlich der Sprache stechen an Asperger erkrankte Kinder durch einen grammatisch hochentwickelten Sprachstil hervor. Laut Hans Asperger verfügen solche Kinder über eine pedantische und erwachsenenähnliche Ausdrucksweise, die ihrem Alter absolut nicht entspricht.

Symptomatisch sind auch Tempowechsel in der Sprachgeschwindigkeit, eine unpassende Lautstärke, eine monotone Tonlage und kein merkbarer Unterschied zwischen ernsthaften und lustigen Bemerkungen. Signifikant sind hoch ausgeprägte und intensiv praktizierte Interessen für spezielle Themenbereiche oder Tätigkeiten, wie Mathematik, Astronomie, Informatik, Physik, Musik, Sammelleidenschaft etc. Weitere charakteristische Symptom sind Schadenfreude, Wutausfälle bei Kritik oder bei gestellten Anforderungen bzw. Aufgaben, die für das Kind nicht routinemäßig (Ritualverhalten) sind und nicht in den gewohnten Tagesablauf passen. Leider kann sich das Asperger Krankheitsbild durch gewisse Ereignisse (z. B. Pubertät, Tod eines Elternteiles, Geburt von Geschwistern etc.) um eintretende Zusatzerkrankungen und Störungen zusätzlich erweitern. In vielen Fällen sind das Zwangssymptome, Angst und Depressionen, Schlafstörungen und Aufmerksamkeitsdefizit & Hyperaktivitätsstörungen (ADHS).

Ungeschicklichkeit
Es ist nun schon mehrmals zum Ausdrucke gekommen, dass Ungeschicklichkeit ein ausschlaggebender Faktor ist, wenn es um die Definition des Asperger Syndroms geht. An dieser Störung leidende Personen sind schlicht außer Stande, oftmals selbst einfachste Aktionen händisch auszuführen. Insbesondere dann, wenn diese der Feinmotorik zuzuordnen sind. Das heißt, dass Asperger-Patienten die geringfügigsten Kleinigkeiten oftmals schon sehr schwer fallen und für sie nicht zu überwindende Hürden darstellen. Auch erlernte motorische Fähigkeiten sind für sie zumeist nicht praktisch umsetzbar. Darum stehen sie ihren Altersgenossen in vielen Dingen immens nach.

Es ist Betroffenen zum Beispiel oftmals nicht möglich schreiben zu lernen, gleichwohl lesen lernen nur ein geringfügiges Problem darstellt. Das notwendige theoretische Wissen um Buchstaben ist also durchaus vorhanden, allein es gebricht ihnen an den motorischen Fähigkeiten, diese auch zu Papier bringen zu können. Dasselbe gilt auch für Basteleien und Malereien, beispielsweise im Kindergarten oder in der Grundschule. Dennoch sollte man nicht fälschlicherweise annehmen, dass jedes Kind, dass sich etwas schwer damit tut, einen Stift ordentlich zu führen, bereits am Asperger Syndrom oder an Autismus leidet. Manche Menschen verfügen schlichtweg über mehr Talent als andere. Das ist bei Kindern so und bei Erwachsenen.

Aber auch gröbere Tätigkeiten fallen erkrankten Individuen oftmals bedeutend schwerer als gesunden. So kann beispielsweise selbst das Tragen einer Einkaufstasche zu einem immensen Problem werden. Die genauen Gründe für diese motorische Störung konnten noch nicht eindeutig definiert werden, dass sie dennoch vorhanden sind aber, steht aber fest. Es handelt sich hierbei sogar um ein Definitionskriterium der vorliegenden Störung.

Mithilfe einer gezielten therapeutischen Begleitung eines betroffenen Kindes ist es möglich, diesem jedoch zumindest grundlegende dahingehende Fähigkeiten zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass es später einmal in der Lage sein wird, zu schreiben oder auch feinere Bewegungen auszuführen. Dennoch sollte man sich nicht zu viel von einer solchen Therapie versprechen. Der zu erwartende Erfolg hängt sehr stark vom zu therapierenden Individuum selbst ab. Zeigt es sich willig und lernbereit, so ist allgemein hin davon auszugehen, dass es immense Fortschritte wird erzielen können, verschließt es sich den Efforten des Therapeuten jedoch, ist dem Betroffenen kaum zu helfen.

Kommunikative Probleme
Die kommunikativen Probleme, die im Rahmen einer Asperger Erkrankung auftreten sind oftmals nicht nur rein logopädischer Natur, sondern auch kognitiver. Das heißt kurzum, dass das erkrankte Kind nicht nur sehr schlecht verständlich reden kann, sondern auch die hinter der Sprache steckenden sozialen Mechanismen nicht versteht. Ihm erscheint die Notwendigkeit von Sprache schlicht und einfach abzugehen. Darum ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele Erkrankte sich prinzipiell dagegen wehren, diesbezüglich therapiert zu werden. Seitens der Eltern jedoch ist an dieser Stelle Geduld gefragt. Es ist von essentieller Wichtigkeit für das Kind und dessen späteres Leben, dass es zumindest die Grundzüge menschlicher Kommunikation erlernt. Das gilt sowohl im verbalen als auch im nonverbalen Sektor.

Denn Asperger-Patienten sind nicht nur eingeschränkt, wenn es um die aktive verbale Anwendung von Sprache geht, sondern verstehen auch das Konzept der nonverbalen Sprache nicht. Darum gestikulieren sie nur sehr wenig oder nie. Das in Verbindung mit einer eher undeutlichen Sprache kann dazu führen, dass man ihre Intentionen missinterpretiert oder vollends falsch auslegt. Sollte dies der Fall sein, fühlen sich Betroffene oftmals (zurecht) nicht verstanden und werden fürderhin davor zurückscheuen, sich abermals des Mediums der Sprache zu bedienen, um einen Wunsch oder ein Verlangen auszudrücken. Gerade deswegen ist es sehr wichtig für die Eltern, nicht auf Fingerzeige und grobe Anweisungen ihres gestörten Nachwuchses zu reagieren, sondern dafür zu sorgen, dass sie sich klar und deutlich ausdrücken und das, was sie wollen, auch verbalisieren. Alles andere führt nur zu einer erlernten Hilflosigkeit und macht es den Kindern im Laufe ihres Lebens sehr schwer, sich in die Gesellschaft einzugliedern.

Wer seinem Nachwuchs also etwas Gutes tun will, sollte darauf achten, nur dann zu reagieren, wenn das Kind seine Wünsche und Forderungen klar verbalisiert. Das mag zwar gerade zu Beginn ein sehr langwieriger und kräftezehrender Prozess sein, aber nach einer gewissen Zeit lernt der Erkrankten auf diese Art und Weise, dass es nur weiterkommt, wenn es sich im Rahmen seiner Möglichkeiten verständlich ausdrückt und seine Umwelt nicht auf bloße Fingerzeige reagiert.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Asperger-SyndromFür gewöhnlich überprüft der zuständige Kinderarzt den nachwuchs im Rahmen der Routineuntersuchungen auf etwaige Rückstände der Entwicklung. Sollte der Arzt solche feststellen, verweist er die Familie zumeist an einen dafür zuständigen Spezialisten. Hierunter zählt man in aller Regel Kinderpsychologen. Aufgrund der Tatsache jedoch, dass das Asperger-Syndrom sich von Fall zu Fall sehr unterschiedlich zeigt , kann es schwierig sein, eine gute und exakte Diagnose zu stellen – selbst für einen Spezialisten. Es gibt darüber hinaus keine speziellen klinischen Tests, die Aufschluss darüber geben könnten, ob ein Kind betroffen ist oder nicht. Stattdessen kommen folgende diagnostische Methoden zum Einsatz:
Diagnostische Mittel

  • Beobachtung des Kindes und Rücksprache mit den Eltern über die sozialen Fähigkeiten desselben und wie es sich in letzter Zeit entwickelt oder verändert hat
  • Versuche dahingehend festzustellen, welchem Alter die sprachlichen und motorischen Fähigkeiten des Kindes entsprechen. Hierzu dienen Worterkennungspiele und bspw. Puzzles
  • Zwangweises Aussetzen des Kindes in Situationen, die soziale Interaktion erfordern und Beobachtung des hieraus erfolgenden Verhaltens
  • Zweit- und Drittmeinungen holen behandelnde Ärzte bei vermutetem Autismus nicht selten ein
  • Genetische Analysen sind vorzunehmen, um ausschließen zu können, dass dem Verhalten eine genetische Fehlbildung zugrunde liegt

Indikatoren für das Asperger-Syndrom sind häufig schon recht früh in der Entwicklung des Kindes nachzuweisen. Genauer gesagt sind sie zumeist bereits dann zu beobachten, wenn das Kind anfängt zu sprechen oder zumindest anfangen sollte zu sprechen. Es ist bereits dann schon zu bemerken, dass keine Kommunikation in dem Maße stattfindet, wie sie stattfinden sollte. Dieser Umstand hat jedoch zwei Seiten. Natürlich ist es bedauerlich, dass die Sprachentwicklung des Kindes grundsätzlich verzögert und / oder eingeschränkt ist. Nichtsdestoweniger lässt das Erkennen nämlicher Einschränkung es zu, dass man das Kind dahingehend frühzeitig fördern und unterstützen kann. Dieser glückliche Umstand ermöglicht es, dass der Betroffene trotz seiner Behinderung in der Lage ist, ein angemessenes und damit relativ normales Niveau der Kommunikationsfähigkeit zu erreichen.

Krankheitsverlauf
Es ist vergleichsweise kompliziert Behauptungen über den zu erwartenden Verlauf des Asperger-Syndroms aufzustellen, das hängt zum Teil damit zusammen, dass die Krankheit, wie bereits erwähnt, sehr fallspezifisch auftritt und nur selten vorhersehbaren Richtungen folgt. Zwar gibt es einige Symptomatiken, die bei dem Großteil der betroffenen festzustellen sind, aber alles in allem sollte man nicht davon ausgehen, dass ein Verlauf dem anderen allzu stark ähnelt.

Bereits Kleinkinder zeigen schon frühe Symptome, wenn sie an der Erkrankung leiden. Zum ersten Male im vollen Umfang zu beobachten ist die Krankheit, wenn der Betroffene die Fähigkeit zu des Sprechens erlernt oder eben nicht. Dahingehend lässt sich sagen, dass man als Arzt und / oder Elternteil erstmals zwischen dem vollendeten ersten und dritten Lebensjahr des Kindes in der Lage ist, eine etwaig vorliegende Erkrankung mit dem Asperger-Syndrom festzustellen.

Häufig beginnt eine solches Leiden nicht schleichend, es beginnt bereits im vollen Umfang. Das heißt, dass schon erkrankte Kleinkinder die typischen Anzeichen des Asperger-Syndroms in sich und an sich haben. Sie suchen weder Kontakt zu Altergesnossen oder anderen Personen, noch sprechen sie, wenn es nicht unweigerlich vonnöten ist und beschäftigen sich mit größter Vorliebe mit sich selbst. Dieses Verhalten zeigt mit einem Voranschreiten der Zeit meist keine Verschlechterung, aber auch keine Verbesserung. Es bleibt in beinahe allen Fällen gleichbleibend intensiv im direkten Vergleich zur initialen Stärke desselben.

Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters kann sich die vorliegende Erkrankung, je nach Intensität der Ausprägung und der individuellen Form, mehr oder weniger stark im Alltag niederschlagen. Eine standardisierte Existenz ist ein betroffener nur selten in der Lage zu führen, nichtsdestotrotz sind einige Asperger-Patienten gut in die Gesellschaft integriert und können dieser in gewissem Umfange zur Verfügung stehen. Besonders schwere Fälle jedoch bleiben ein Leben lang pflegebedürftig und sind darüber hinaus meist nicht in der Lage, einer Beschäftigung nachzugehen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die zur Verfügung stehenden Schätzungen über die Prävalenz des Auftretens und der Häufigkeit des Asperger-Syndroms variieren teilweise sehr stark voneinander. Man geht davon aus, dass zwischen 0,03 und 4,84 Kinder von 1000 betroffen sind. Allein hieraus ist schon klar zu entnehmen, dass die statistischen Erhebung in Bezug auf das Asperger-Syndrom im besten Fall als grob zu bezeichnen sind und darum auch keine besonders genauen Daten liefern können.

Darüber hinaus ist es bisweilen sehr schwer, das Asperger-Syndrom vom Autismus zu unterscheiden. Die hierdurch häufig auftretenden fehlerhaften Diagnosen dürften das Bild zur Häufigkeit des Weiteren ebenso relativ stark verzerren. Aber nicht nur Autismus erschwert das Erheben genauerer Daten. Auch andere psychische Störungen weißen oftmals sehr ähnliche Ausprägungen auf, wie das Asperger-Syndrom und darum ebenso Grund für eine Fehldiagnose sein. Zusätzlich dazu treten darüber hinaus nochmals weitere psychische Störungen in direktem Zusammenhand mit dem Asperger-Syndrom auf. Hierzu zählen unter anderem Depressionen, Angstneurosen und antisoziales Verhalten. Ein weiterer Umstand, der die exakte Bestimmung der Häufigkeit verzerrt.

Zudem sind Störungen wie das Tourette Syndrom, eine bipolare Störung, Ordnungswahn und Epilepsie ebenso häufige Begleiterscheinungen des vorliegenden Syndroms. Alles in allem ist es also nicht leicht möglich, allgemeine und vorallem korrekte Aussagen über die Häufigkeit dieser Krankheit zu tätigen. Das einzige Faktum, dass sich relativ klar feststellen lässt ist, dass es sich bei den Betroffenen zumeist um Vertreter des männlichen Geschlechts handelt. Zwar können auch Mädchen und Frauen hieran erkranken, aber dies kommt statistisch gesehen äußert selten vor. Die Gründe hierfür sind jedoch noch unbekannt und bieten Anlass zu weitergehenden Studien und weitergehender Forschung.
Diagnosedaten
Es ist, wie bereits erwähnt, in aller Regel sehr schwierig und kompliziert, eine zufriedenstellende und vorallem korrekte Diagnose zu stellen. Dies lässt sich vorallem auf den Umstand zurückführen, dass die an den Tag gelegten Symptome in aller Regel nicht sonderlich krankheitsspezifisch sind und somit nur wenig Aussagekraft besitzen. Auch das Fehlen eines Verfahrens zur klinischen Testung der potentiell Betroffenen erschwert das Stellen einer Diagnose immens. Hinzu kommt des Weiteren der Umstand, dass im Bereich der Kinderpsychologie oftmals Überlappungen der allgemeinen Symptome unter den Krankheiten auftreten. Hierdurch fällt es den behandelnden Ärzten nicht selten sehr schwer, eine Störung von einer anderen zu unterscheiden und klar zu definieren, an welchem Leiden das zu untersuchende Kind genau leidet. Psychische Erkrankungen, die dem Asperger-Syndrom sehr ähnlich sind, sind unter anderem diese:

  • Autismus: Die Krankheit führt zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten des Betroffenen und zieht dadurch auch die Angehörigen des Erkrankten in starke Mitleidenschaft. In schweren Fällen ist es selbst für Familienangehörige nicht mehr möglich, mit dem Betroffenen zu kommunizieren, auch ist dessen Wahrnehmungsfähigkeit stark beeinträchtigt. Auf niemanden passt das Beispiel des Schneckenhauses besser, in das sich der Autist aufgrund seiner Krankheit geradezu einkapselt. Er lebt in einer eigenen, privaten Welt, daher zielen sämtliche Behandlungsbemühungen darauf ab, ihn aus seinem Schneckenhaus hervorzulocken. Es gibt sehr viele und unterschiedliche Symptome, die den Verdacht einer Autismus-Erkrankung nahelegen. Einigermaßen sinnvoll zusammengefasst lassen sie sich in drei Typen aufteilen:Man unterscheidet zwischen Autismus bei Kindern, dem Asperger-Syndrom und dem atypischen Autismus. Das Asperger-Syndrom steht für die eher milde Form des Autismus, beim atypischen Autismus stellt man die Erkrankung dagegen erst nach dem dritten Lebensjahr fest. Die Grenzen zwischen diesen drei Ausprägungsformen sind jedoch fließend, zumal in neuester Zeit zunehmend leichtere Mischformen dieser Entwicklungsstörung zu diagnostizieren sind. Autismus kann oft auch in milder und kaum bemerkbarer Form auftreten, bei stärkerer Ausprägung dagegen sind die verbalen und non-verbalen Kommunikationsfähigkeiten derart eingeschränkt, dass es dem Betroffenen unmöglich ist, am „normalen“ gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Autismus ist bislang nicht heilbar, daher beschränkt sich die Behandlung auf die Anwendung unterschiedlichster Therapien. Diese haben allesamt das Ziel, die Symptome des Autismus, soweit möglich, zurückzudrängen und damit dem Betroffenen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben weitestgehend zu ermöglichen.
  • Angelman Syndrom: Das Angelman-Syndrom, auch kurz „AS“ genannt, ist eine Störung in der geistigen Entwicklung von Betroffenen. Oftmals äußert sie sich durch starke Schlafstörungen schon in frühester Kindheit, durch Krampfanfälle und unkontrollierte Bewegungen der Hände. Dennoch sind auch häufiges oder konstantes Lachen, sowie ein generell fröhliches und lustiges Auftreten eine Ausprägung dieser Störung.Gründe für eine Erkrankung sind in den Chromosomen der Betroffen zu finden. Genauer gesagt im Chromosom 15. Bei Fehlern während der sog. genomischen Prägung kann es dazu kommen, dass dieses Chromosom fehlerhaft repliziert wird und es somit zur Herausbildung des Angelman-Syndroms kommt. Meist trägt die Mutter dieses potentiell negativ wirkende Chromosom in ihrem Erbgut, ohne selbst von der Krankheit betroffen zu sein und kann es deshalb weitergeben.

    Dennoch ist diese Störung vergleichsweise selten und tritt nur selten auf. Im Jahre 2015 waren weltweit nur etwas über 900 Fälle bekannt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die vorliegende Störung, aufgrund ihrer relativen Seltenheit, oft fehldiagnostiziert wird. So könnte es sein, dass viele als „Autisten“ diagnostizierte Kinder in Wirklichkeit am Angelman-Syndrom leiden.

    Da die Übergange aber bisweilen fließend sind, fällt es selbst Experten bisweilen schwer die richtige Diagnose zu stellen. Darum orientiert man sich dahingehend auch oft am Aussehen des möglicherweise betroffenen Kindes. Denn viele vom AS betroffene teilen ein sehr puppenartiges Aussehen, sind etwas kleiner als für ihr Alter gewöhnlich und haben zudem oft überproportional große, wachsam wirkende Augen.

  • Aphasie
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung: Bei einer Schizophrenie handelt es sich um eine psychische Störung, die sich durch abnormes Sozialverhalten und die Unfähigkeit einzuschätzen, was real ist und was nicht, ausdrückt. Typische Auswirkungen dieser Krankheit münden in Wahnvorstellungen, unklaren und für Außenstehende nicht nach nachvollziehbaren Gedankengängen sowie dem hören von Stimmen, die nicht existent sind. Zudem können ebenso verminderte soziale Interaktionen und Antriebslosigkeit in Folge einer solchen Erkrankung auftreten.Es bleibt für Betroffene oftmals nicht aus, dass neben der Schizophrenie noch weitere Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit haben. Insbesondere fallen diesbezüglich Angststörungen und teils massive Depressionen ins Gewicht, die nicht selten mit einer Sucht nach Rauschgiften einhergehen.

    Die Gründe, die zur Entstehung einer Schizophrenie beitragen können vielerlei Natur sein. Man geht davon aus, dass zumeist eine Mischung aus Umwelteinflüssen und genetischen Faktoren als Auslöser dient. Aus diesen etwaigen Faktoren ergibt sich dann auch nicht selten die Diagnose. Hierzu ist es besonders wichtig, auch das Umfeld des potentiell Betroffenen unter die Lupe zu nehmen. Gerade Hinweise aus dem Bekanntenkreis sind oftmals ausschlaggebend für die Feststellung einer Schizophrenie.

    Eine Schizophrenie wird landläufig oftmals mit der sog. „gespaltenen Persönlichkeit“ gleichgesetzt. Das ist grundlegend falsch. Die gespaltene Persönlichkeitsstörung (Multiple Persönlichkeit) ist ein eigenständiger Befund und nur partiell deckungsgleich mit dem Symptomen einer Schizophrenie.

    Eine Behandlung dieses Leidens setzt sich beinahe immer aus einer medikamentöse und einer psychotherapeutischen Komponente zusammen. Dabei ist es möglich, den Patienten stationär oder ambulant zu behandeln. Dies ist vom Ermessen des zuständigen Mediziners sowie der Schwere der vorliegenden Störung abhängig. Auch Zwangseinweisungen sind bei dieser Erkrankung keine Seltenheit, insbesondere dann, wenn der Betroffene eine Gefahr für Leib und Leben anderer oder sich selbst darstellt. Ein Klinikaufenthalt kann mitunter recht lang sein, es kommt dennoch nur vergleichsweise selten dazu, dass Personen ein Leben lang in einer Anstalt verbleiben müssen. Diese Praktik gilt als überholt und obsolet.

  • Rett Syndrom
  • Urbach-Wiethe-Syndrom
  • Diverse Zwangsneurosen: Eine Neurose ist kein klar definierter Begriff. Darüber hinaus sind Neurosen oder das was Personen als solche Ansehen auch jeweils stark zeitabhängig. Der Bedeutung des Begriffes Neurose war seit dessen erster Einführung in die medizinische Fachwelt ständigen Veränderungen unterworfen.Stand er noch im 19. Jahrhundert synonym für alle möglichen psychischen Erkrankungen, wurde er etwa ab den 1950er Jahren nur noch für klar als solche definierte Angststörungen verwendet. Heutzutage geht der Trend immer mehr in die Richtung komplett auf den begriff der „Neurose“ zu verzichten und ihn durch exaktere und genauere Begriffe auszutauschen.

    Dieses vorgehen mag zwar für die Forschung sowie die Fachwelt interessant sein, wird aber die umgangssprachliche Nutzung dieses Begriffes kaum beeinflussen. Dazu ist der Neurosebegriff zu tief im alltäglichen Sprachgebrauch verankert. Und deckt darüber hinaus eine zu große Anzahl an etwaigen Bedeutungen ab, als dass dieses sich allzu schnell ändern würde.

    Nichtsdestoweniger wird man den Begriff in Fachpublikationen kaum mehr finden. In den USA beispielsweise wird das Wort Neurose zur Beschreibung einer eines psychischen Leidens überhaupt nicht mehr gebraucht. Der Trend in Europa und dem Rest der Welt ist, wie gesagt, ähnlich.

    Dennoch laufen einige ältere, aber dennoch gängige Klassifikationen psychologischer Erkrankungen unter dem Neurosebegriff. Das hat insbesondere beim diagnostizieren zur Folge, dass der Begriff immer noch Anwendung findet und vorerst auch nicht komplett aus der Fachsprache, zumindest aus der gesprochenen, verschwinden wird.

  • Mutismus
  • ADHS: Bei ADHS handelt es sich um eine psychische Störung, die sich durch eine Fehlentwicklung im neurologischen Bereich ergibt. Interessanterweise ist die vorliegende Erkrankung damit im selben Atemzug wie beispielsweise die Schizophrenie zu nennen. Denn diese ist ebenfalls der Unterkategorie neurologischer Fehlentwicklungen oder Störungen zuzuordnen. Im weitesten Sinne könnte man bei beiden von einer sog. „Impulskontrollstörung“ reden. Nämliche äußern sich in aller Regel darin, dass der Betroffene außer Stande ist zu kontrollieren, was er tut oder unterlässt. Das bedeutet nichts anderes, als eine allgemeine Unfähigkeit das Verhalten situationsbezogen zu ändern. Sollte dies doch einmal gelingen, hält dieser Zustand jedoch meistens nicht sonderlich lange vor.Die vorliegende Störung äußert sich in aller Regel bereits in frühester Kindheit. Bereits im Kindergarten lassen sich entsprechende Anzeichen an Betroffenen feststellen. Nichtsdestoweniger manifestiert sich die das tatsächliche Ausmaß des Leidens meist erst in der Schulzeit. Das liegt daran, dass während dieser, anders als im Kindergarten, von den Schülern gefordert wird, dass sie still sitzen, sich stumm beschäftigen und sich vollends auf eine gestellte Aufgabe konzentrieren können. Spätestens hier fallen diesbezügliche Mängel auf.

    ADHS-Patienten werden oftmals von ihrer Umwelt als sehr negativ wahrgenommen. Sie verursachen durch ihre bloße Anwesenheit sehr viel Unruhe und sind deshalb bei vielen Veranstaltungen nicht gerne gesehen. Besonders Eltern betroffener Kinder schämen sich meist ihrer auffälligen Kinder und versuchen deshalb, sie mittels Medikamenten zu beruhigen. Das ist zwar möglich, aber nicht immer zu empfehlen. Manche Kinder sind schlicht lebhaft und haben einen sehr aktiven Charakter. Aber auch diese werden der Einfachheit halber meist in die Ecke ADHS gestellt und mit Beruhigungsmitteln versorgt, um sie besser integrierbar zu machen.

    Man sollte also immer im Hinterkopf behalten, dass Kinder nun mal Kinder sind und nicht automatisch an ADHS leiden, nur wenn es beim Spielen mal etwas wilder und lauter zugeht.

Um dennoch in der Lage zu zu sein, die korrekte Diagnose zu erstellen, gibt es einige Kriterien, die zu erfüllen sind, bevor man davon ausgehen können sollte, dass es sich bei dem Patienten tatsächlich um einen Asperger-Erkrankten handelt.

Diagnostische Kriterien des Sozialverhaltens
Um sicher davon ausgehen zu können, dass das zu untersuchende Kind tatsächlich am Asperger-Syndrom leidet, sollte es folgende Probleme aufweisen:

  • Unfähigkeit, das Prinzip von „Nehmen und Geben“ zu verstehen und umzusetzen – Hiermit ist gemeint, dass Betroffene oftmals gar nicht oder nur sehr eingeschränkt dazu in der Lage sind, sich beispielsweise an einem normalen Gespräch zu beteiligen, das aus dem Geben und dem Erhalten von Informationen besteht. Sie reden entweder alleine oder gar nicht. Eine reale Kommunikation findet mit Asperger-Patienten kaum statt. Dasselbe gilt für alle sozialen Interaktionen, die es notwendig machen, dass zwei involvierte Parteien aufeinander reagieren, in welcher Form dies auch immer sein mag.
  • Nonverbale Kommunikation kann weder angewandt noch verstanden werden – Besonders schwer tun sich Erkrankte zumeist mit der Deutung und der Benutzung nonverbaler Formen der Kommunikation. Gesten, Mimik und Gesichtsausdrücke lösen keinerlei Emotionen in ihnen aus und sie können sie weder einordnen, kategorisieren noch erfolgreich und zur Situation passend nachahmen. Darum wirken Asperger-Patienten nicht selten „steinern“, was ihre Mimik und Gestik angeht.
  • das Aufbauen und Unterhalten von Beziehungen ist nicht möglich – das Konzept zwischenmenschlicher Bindungen in freundschaftlicher, familiärer, geschäftlicher oder amouröser Hinsicht ist Erkrankten sehr fremd und sie sind in aller Regel nicht imstande dazu nachzuvollziehen, wie sie funktionieren oder wozu sie gut wären. Nicht zuletzt darum ziehen Betroffenen oftmals die Einsamkeit vor und bleiben am liebsten für sich allein.

Diagnostische Kriterien der Motorik und des Verhaltens
Um sicher davon ausgehen zu können, dass das zu untersuchende Kind tatsächlich am Asperger-Syndrom leidet, sollte es mindestens zwei der folgenden Probleme aufweisen:

  • Seltsame und / oder repetitive Bewegungsmuster – Bewegungen werden immer wieder wiederholt, z.B. klatschen, schnipsen, wackeln, wiegen, sich drehen und in extremen Fällen auch den Kopf gegen andere Objekte schlagen. Selbiges gilt für sprachliche Äußerungen. Betroffene wiederholen sich oftmals ständig und laufend. Ebenso wirken die Bewegungen im Allgemeinen eher ungelenk und mechanisch.
  • Unwilligkeit Routinen aufzugeben oder eingefahrene Verhaltensmuster zu ändern – Erkrankte reagieren selbst bei kleinsten Veränderungen ihrer täglichen Routine mit überproportionalem Stress, der sich teilweise auch in Gewalt ausweiten kann. Beispielsweise ist es notwendig, dass alles immer auf die gleiche Art und Weise geschieht: Es ist stets derselbe Weg einzuschlagen, stets dasselbe Geschirr zu benutzen, stets dieselbe Musik zu hören usw. Unterbricht man diese Routine kommt es bisweilen zu regelrechten Tobsuchtsanfällen seitens des Kindes.
  • Das Hauptaugenmerk an Objekten liegt oftmals auf kleinen (und unwichtigen) Details – Oftmals sind Patienten von Einzelheiten und Details eines Objekts sehr angetan, begreifen aber das große Ganze nicht. Beispielsweise können die Propeller eines Spielzugflugzeugs den betroffenen für Stunden fesseln, wohingegen das Flugzeug selbst für selbige vollkommen uninteressant ist
  • Besonders starke Empfindlichkeit einzelner Sinne gepaart mit Unterempfindlichkeit anderer – Der betroffene zeigt häufig eine stark erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, lauten Geräuschen und direkten Berührungen auf, scheint aber in Bezug auf akuten Schmerz keinerlei Empfindungen zu haben

Komplikationen bei der Krankheit

Die potentiell auftretenden Komplikationen, die im Rahmen des Asperger-Syndroms auftreten können, sind ebenso mannigfaltig, wie die Arten, auf denen sich dieses Leiden ausdrückt selbst. Es ist durchaus möglich, dass etwaige Komplikationen derart schwer zu bemerken sind, dass weder Erkrankte noch deren Dunstkreis davon etwas mitbekommen. Dann kann ebenso auch das komplette Gegenteil vorliegen und sie treten derart ausgeprägt und häufig auf, dass Betroffene außer Stande sind, sich normal durch den Alltag zu bewegen. Darüber hinaus erschwert sich durch diesen Umstand auch die Interaktion mit anderen Menschen immens.

Es keine Seltenheit, dass Asperger-Patienten nicht in der Lage dazu sind, einer geregelten Beschäftigung nachzugehen, für sich selbst zu sorgen oder ihr Überleben mittels eigener Anstrengungen abzusichern. Ist dieser Fall eingetreten, bedürfen besagte Personen einer dauerhaften Pflege und Sorge. Das ist sowohl für die Familie als auch für das restliche Umfeld eine Belastung. Des Weiteren erhöhen sich aufgrund dieses Umstands auch die Betreuungskosten, sodass die Eltern erkrankter Personen selten die rechte Balance zwischen Sorge, Lohn und wirtschaftlichen Aspekten finden.

Zudem kommt es hin und an auch zu Selbstverletzungen der Patienten. Obgleich jene in der Regel nicht beabsichtigt sind, sondern infolge der vorliegenden Störung selbst geschehen, sind sie dennoch nicht zu unterschätzen. Asperger-Patienten neigen dazu Körperteile mit starker Wucht wiederholt gegen feste Dinge zu schlagen. Sie selbst verspüren dabei keine nennenswerten Wehen, nichtsdestotrotz bilden sich oftmals Hämatome oder offene Wunden und es kann auch zu Brüchen kommen.

Relative Lebensunfähigkeit
Wie bereits nun schon mehrfach erwähnt, kommt es im Rahmen einer Erkrankung mit dem Asperger Syndrom relativ häufig zu einer gewissen Unselbstständigkeit, die selbst therapeutisch nicht zu revidieren ist. Das heißt kurzum, dass das betroffene Individuum Zeit seines Lebens auf fremde Hilfe angewiesen ist. Diese kann sehr geringfügig sein, aber auch sehr tief gehenden und aufwändig. Hierbei kommt es zuletzt immer auf den individuellen Fall an. Allgemeine Aussagen nicht an dieser Stelle nicht zu treffen. Dennoch sollte man das Faktum nicht vernachlässigen, dass man einem Betroffenen sein späteres Leben sehr viel leichter machen kann, wenn man ihn bereits frühzeitig therapiert. Je früher der Asperger-Patient gewisse Fähigkeiten erlernt, desto besser ist es ihm später auch möglich, diese anzuwenden.

Aber selbst bei einem sehr milden Krankheitsverlauf gepaart mit einer erfolgreichen Therapie ist davon auszugehen, dass das vorliegenden Leiden den Patienten dergestalt betrifft, dass er unfähig ist, sein leben selbständig zu gestalten und selbstbestimmt zu führen. Somit ist es in aller Regel notwendig, dass die Eltern sich ein leben lang um ihren erkrankten Nachwuchs kümmern. Diesem Schicksal kann man nur entgehen, wenn man das Kind in eine Einrichtung gibt. Das ist auch tatsächlich gar keine schlechte Idee. Oftmals adaptieren Betroffene die neuen Lebensumstände sehr schnell und lernen, sich auch ohne die elterliche Fürsorge zurechtzufinden. Darum sind beispielsweise betreute WGs für Autisten und Asperger-Patienten eine sehr gute Alternative zur heimischen Pflege. Darüber hinaus entlastet das die Eltern und die sorgt auf diese Art und Weise für eine positivere Grundtendenz des Zusammenlebens.

Besonders leicht betroffene Individuen können darüber hinaus auch durchaus eine weiterführende Bildungsanstalt, wie eine Universität besuchen und ein dort aufgenommenes Studium auch erfolgreich abschließen. Dennoch sollte man nicht erwarten, dass sie einen akademischen Abschluss auch immer für sich nutzen können. Denn gerade im Berufsleben tun sich Asperger-Patienten oftmals sehr schwer und finden nur sehr mühsam einen Arbeitgeber, der Rücksicht deren spezielle Bedürfnisse nehmen kann.

Alles in allem also ist es für Betroffene durchaus möglich, eine halbwegs selbstständiges Leben zu führen. Nichtsdestotrotz sollte man bedenken, dass sie niemals im selben Maße werden frei leben können, wie gesunde Menschen es tun. Davon sollte man sich jedoch nicht aufhalten lassen und dennoch sein Bestes geben, ohne sich selbst zur überfordern oder sich allzu hohe Ziele zu stecken.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Jedes Neugeborene entwickelt sich nach der Geburt unterschiedlich schnell. Darum kann es manchmal der Fall sein, dass einige Babys sich etwas langsamer oder schneller entwickeln als ihre Altersgenossen. Nichtsdestoweniger zeigen Kinder, die am Asperger-Syndrom leiden, nicht selten eine besondere Verlangsamung ihrer Entwicklung. Diese tritt besonders deutlich bereits im ersten Jahr zutage. Sollten daher Vermutungen der Eltern vorliegen, dass der Nachwuchs ggf. am Asperger-Syndrom leidet, so sollten selbige keinesfalls zögern und einen Mediziner konsultieren.

Da man mit Kleinkindern allerdings ohnehin vergleichsweise oft Ärzte aufsucht, ist ein gesonderter Termin zumeist nicht nötig. Es genügt wenn man seine Bedenken die geistige Entwicklung des Nachwuchses betreffend bei einer routinemäßigen Untersuchung anspricht.

Des Weiteren gilt beim Asperger-Syndrom, wie bei jeder anderen Erkrankung auch: Je früher desto besser. Eine rechtzeitige Diagnose, bedeutet für Kinder und Eltern eine zeitige Therapie. Denn insbesondere bei Erkrankungen der Psyche kann eine rechtzeitige und maßgeschneiderte Therapie das Zünglein an der Waage sein und dem Betroffenen das spätere Leben stark vereinfachen.

Meinungen Dritter
Oftmals haben viele zu Dingen eine Meinung, die sie im Grunde genommen nichts angehen. Das ist ein Fakt des Lebens, über den sich jeder Mensch schon einmal ärgern müsste. Besonders ärgerlich aber wird es dann, wenn diese Meinung die Gesundheit, vorallem die geistige Gesundheit des eigenen Nachwuchses betrifft. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob etwaige dahingehende Hinweise „gut gemeint“ sind oder nicht. Es gibt einige Dinge, die man besser nicht erwähnt und wenn dann nur wissenschaftlich fundiert. Laien, die Ferndiagnosen an den Kindern von Laien vornehmen sind im besten Falle als Störfaktor wahrzunehmen.

Aber auch man selbst sollte tunlichst davon absehen, anderer Leute Kinder mit einer Krankheiten diagnostizieren zu wollen – gleichwohl welche dies nun auch sei. Wenn man selbst zu diesem Thema über oberflächliches Wissen verfügt, dass zudem primär aus den Boulevardmedien stammt, sollte man sich mit seinem Ratschluss besser zurückhalten. Damit hilft man niemandem weiter und verschafft sich nur Feinde.

Nichtsdestotrotz kann es sinnig sein, auf die Meinungen von Drittpersonen zu hören. Dies ist dann der Fall, wenn es sich bei diesen Menschen um fachkundige Personen handelt, die ihr Wissen ernstzunehmenderen Quellen verdanken als Reportagen, Dokumentationen und dem Internet. Auch ist es für die Eltern von betroffenen Kindern gut, nicht gleich eingeschnappt zu reagieren und die Possibilität einer etwaigen Erkrankung des Nachwuchses von vorneherein vom Tisch zu wischen und als Unmöglichkeit abzutun. Gleichmaßen aber sollte man sich auch nichts einreden lassen und daraufhin überreagieren oder eine Krankheit an einer Stelle sehen, an der keine ist. Es gilt hier, wie überall im Leben, das gesunde Mittelmaß zu finden und andere Menschen ihren eigenen Geschäften zu überlassen, ohne sich mit Zwang dazu berufen zu fühlen, sich dort hineindrängen zu müssen. Manche Urteile sollte man den dazu befähigten Fachpersonen überlassen.

Abschließend also sei bemerkt, dass es wohl bisweilen angebracht sein kann, aufgrund einer Drittmeinung einen Besuch beim Arzt anzustrengen, diese Meinung aber nicht über das Urteil des Mediziners gestellt werden sollte, wie es auch leider immer wieder vorkommt.

Behandlungsmethoden & Therapie

Asperger-SyndromGenerell muss nicht jede Diagnose für ein vorliegendes Asperger-Syndrom gleich als Krankheit eingestuft und somit auch nicht behandelt werden. Ganz abgesehen davon, dass es auch noch keine wirksamen Therapiemöglichkeiten gibt. Zugleich ist durch das Fehlen von Verlaufsstudien auch keine Langzeitprognose möglich. Trotzdem ist Asperger als eine stabil bleibende Krankheit einzustufen. Auch die Symptome können sich mit der Zeit verringern. Im Rahmen eines umfassenden und genau abgestimmten Behandlungskonzepts wird die Therapie bei manchen Patienten (z. B. Zwangssymptomen, Störungen in der Aufmerksamkeit) durch entsprechende Medikamente unterstützt. Glaubt man einigen Fachleuten bzw. Forschern, brauchen manche Betroffene nicht einmal eine psychologische/ärztliche Hilfe.

Der Großteil ist indes aber auf fremde Hilfe angewiesen. Ob Asperger behandelt werden soll, oder nicht, hängt von der Intensität der Symptome und vom Leidensdruck ab und sollte auf die Bedürfnisse des an Asperger leidenden Patienten abgestimmt sein. Zu Therapiebeginn ist es unerlässlich, dass die Eltern und das Kind gemeinsam mögliche Lösungsansätze erarbeiten. Der Fokus ist in dieser Phase eindeutig daraufhin ausgerichtet, dass sich alle Beteiligten mit der Behandlung identifizieren und sich dabei nicht unwohl fühlen. Vor allem die Eltern müssen über Symptomatik Bescheid wissen und das Verhalten des Kindes akzeptieren.

Im Grunde ist eine Behandlung multimodal aufgebaut und setzt sich daher aus mehreren Säulen zusammen. Dazu gehören spezialtherapeutische (Musik-, Bewegungs-, Kunst- und Ergotherapie, Logopädie), psychotherapeutisch und heil-/pädagogische Therapieanwendungen. Wichtig in der Behandlung ist, dass mit den Familienmitgliedern, Kindergarten- und Schulkinder bzw. Bezugspersonen das soziale Umfeld in der Therapie integriert ist. Eine Möglichkeit ist es, den Erkrankten bei all ihren Tätigkeiten im Alltag zu helfen und mit dem Endziel, die sozialen Verhaltensregeln begreifbar zu machen, ihre Sozialkompetenz zu verbessern. Hier konnten durch ein intensives Gruppentraining bereits einige Behandlungserfolge erzielt werden. Für das Berufsleben gilt der Grundsatz, dass sozialintensive Berufe vermieden werden sollten. Abhängig von den individuellen Fähigkeiten lassen sich aber dennoch geeignete Arbeitsplätze finden.

Welche Ärzte sind zu konsultieren?

  • Logopäden: Logopäden sind speziell geschulte Menschen, die sich darauf spezialisiert haben, Personen mit Sprechbeschwerden oder Sprachfehlern dabei zu helfen, diese zu überkommen.Zwar geht dem Dasein als Logopäden entweder ein Studium oder eine intensive Ausbildung voran, aber sie sind keine Ärzte im eigentliche Sinne. Das heißt unter anderem, dass es ihnen nicht gestattet ist Rezepte auszustellen und oder Eingriffe oder Bluttests und dergleichen durchzuführen. Da dies zur Ausübung ihrer Tätigkeit jedoch auch nicht nötig ist, tut es ihrer Wirkung keinen Abbruch.

    Logopäden sind spezielle geschulte Menschen, die sich mit dem gesprochenen Wort und vorallem mit der Richtigkeit dessen auseinandersetzen. Das heißt also, dass sie primär bei der Behandlung von Sprachfehlern zur Hilfe gezogen werden. Diese können angeboren sein, auf einen Unfall oder eine Operation zurückgehen oder psychologische Ursachen haben.

    Die Behandlungsmethoden, derer sich ein Logopäde bedienen kann sind sehr zahlreich und individuell oftmals auch sehr verschieden. Viele werden die Übung kennen, die es erfordert, dass der Patient mit einem Korken im Mund reden muss, ohne dabei unverständlich zu werden. Das hilft insbesondere Stotterern oder Lisplern dabei ihre Leiden zu vermindern. Auch das Sprechen in Papiertrichter wird als Therapieform genutzt. Insbesondere bei Menschen, die danach trachten ihre Stimmen tiefer oder höher erscheinen zu lassen. Denn durch das Sprechen in einen Trichter sind sie imstande sich selbst zu hören und können dahingehend auf die Höhe ihrer Stimme Einfluss nehmen.
    Aber auch Übungen zur Stärkung der Muskulatur der Zunge und des Kiefers können ggf. Formen der Therapie darstellen. Diese werden oftmals dann verwandt, wenn es darum geht Opfern von Schlaganfällen zu helfen. Da deren Gesichtsmuskulatur durch die vorhergehende Erkrankung in vielen Fällen immens geschwächt ist und wieder neu aufgebaut werden muss. Dennoch gilt es zu bemerken, dass Logopäden primär dabei helfen, die Symptome einer Sprechstörung zu bekämpfen.

    Die psychologischen oder medizinischen Ursachen für eine gestörte Sprache können von ihnen in aller Regel nicht beseitigt oder gar erst in Angriff genommen werden. Das ist Sache der behandelnden Ärzte bzw. des behandelnden Psychologen oder Psychiaters. Das schmälert ihre Rolle in der Wiederherstellung oder Neuerschaffung der Sprechfähigkeit des Individuums aber nicht.
    Zudem gehören auch Sprechübungen, wie sie beispielsweise im Theater von Schauspielern benutzt werden zum Repertoire eines Logopäden.

    Nicht zu vergessen sind darüber hinaus die Atemübungen, die ein Logopäde mit seinen Patienten oftmals durchführt und sie einstudieren lässt. Es ist nämlich keine Seltenheit, dass Sprachstörungen durch eine falsche Atmung begründet sind oder dadurch verschlimmert werden. Zudem trägt die Stärkung des Zwerchfelles durch gezieltes Atmen dazu bei, den gesamten Sprechapparat fester und ebenso stärker zu machen.

    Weitere möglich Behandlungsmethoden beinhalten das Aufnehmen der Stimme des Patienten, die ihm im Anschluss daran vorgespielt wird. Dies kann besonders bei Stotterern als schocktherapeutischer Ansatz genutzt werden und ihnen das Ausmaß ihrer Störung erst recht klar machen.

    Behandlungen durch einen Logopäden sind zwar in der Regel erfolgreich, brauchen aber auch ihre Zeit. Kein seriöser Logopäde bietet Wunderkuren an, die einem dabei helfen nach zwei Tagen seine Sprachstörung loszuwerden. Der Prozess ist oft lang und Mühselig, aber wer durchhält und Disziplin zeigt, der wird am Ende meist dafür belohnt.

  • Neurologen: Wie bereits einleitend erwähnt, sind Neurologen Ärzte, die sich auf das menschliche Nervensystem und das menschliche Gehirn spezialisiert haben.
    Dabei beschäftigen sie sich primär mit Erkrankungen desselben, sowie teilweise mit Prävention und Nacharbeit. Sie selbst nehmen keine chirurgischen Eingriffe vor. Dafür gibt es sog. Neurochirurgen. Das primäre Augenmerk eines Neurologen jedoch liegt auf dem Stellen klinischer Diagnosen und dem erarbeiten einer effizienten Heilungsstrategie durch Medikamente oder anderen konservative Heilungsformen.In letzter Zeit sind die Teilgebiete der Neurologie und der Psychiatrie immer mehr zueinander gerückt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass dank besserer Methoden immer mehr psychologische Erkrankungen speziellen Arealen des Gehirns zugeordnet werden können. D.h. im Umkehrschluss, dass Neurologie und Psychiatrie stark gegenseitig von gewonnenen Erkenntnissen profitieren können.

    Darüber hinaus sind sie eng verwandt, da gewisse neurologische Leiden spezifische oder allgemeine psychologische Krankheiten als Spätfolge bedingen können. Die dahingehende Forschung steckt allerdings, trotz großer Efforten, immer noch in den Kinderschuhen. Darum sind täglich neue Durchbrüche in der Neurologie oder Psychiatrie möglich.
    Trotz der vielen Überschneidungen ist die Neurologie dennoch ein selbstständiges Feld innerhalb der Humanmedizin.

    Neurologen bedürfen dazu oftmals vieler Zusatzausbildungen, da das menschliche Gehirn und die Krankheiten, die es trägt und auslöst sehr zahlreich und oft in ihren Ausprägungen nicht stringent sind. Das erfordert einen großen Wissensschatz bevor man überhaupt daran denken kann, eine Diagnose zu stellen oder gar eine mögliche Behandlung zu erarbeiten.

    Neurologen steht ein breites Spektrum an möglichen Methoden zur Behandlung ihrer Patienten zur Verfügung. Dazu gehört primär eine große Auswahl an Medikamenten, die bei speziellen Erkrankungen große Hilfe versprechen. Darüber hinaus stehen ihnen anderen Heilmethoden offen, wie beispielsweise Elektroschocktherapie. Das mag zunächst befremdlich und antiquiert anmuten, erfüllt aber seinen Zweck. Denn gerade das Gehirn oder die Nerven reagieren sehr gut auf elektrische Stimuli und können damit oft zur Selbstheilung angeregt werden. Das Einsatzgebiet von Elektroschocks ist jedoch stark beschränkt und eignet sich nicht für alle neurologischen Erkrankungen. Manche vorbelasteten Patienten können diese Therapieform auch überhaupt nicht in Anspruch nehmen. Insbesondere solche mit präexistierenden Herzproblemen.

    Bei Tumoren im oder am Gehirn oder bei Epilepsien und sonstigem werden die Patienten oft an einen Neurochirurgen weitergeleitet, der daraufhin den Tumor entfernt oder einen Hirnschrittmacher gegen die Epilepsie einsetzt. Die Nachbehandlung solcher oder ähnlicher Eingriffe obliegt dann wiederum dem Neurologen. Der mit gezielter medikamentöser Behandlung versucht den Gesundheitszustand des Patienten wieder auf ein verträgliches Niveau zu heben.

    Auch die Konsultation mit anderen Ärzten, wie beispielsweise den artverwandten Psychiatern kann teil der Behandlung eines Patienten sein, besonders wenn dieser bereits vor seiner Hirn- oder Nervenerkrankung psychologisch auffällig geworden ist. Solche Auffälligkeiten sind oftmals Indikatoren für die Zuhilfenahme bestimmter Behandlungstechniken Darüber hinaus liegt es im Interesse des Neurologen und des Patienten, etwaige Medikationen von psychiatrischer Seite in Erfahrung zu bringen, um zu verhindern, dass es zu Abstoßungsreaktionen kommt oder die Wirkungen der Medikamente sich gegenseitig aufheben.

  • Kinderärzte: Kinderärzte haben sich, wie bereits im Namen steckt, darauf spezialisiert Kinder zu behandeln und zu heilen. Dabei nehmen sie eine ähnliche Funktion für den Nachwuchs ein, wie Hausärzte für Erwachsene. Auch Kinderärzte können sich innerhalb ihres Fachgebietes weiter spezialisieren, um spezifischere Teilfelder der Kindermedizin abzudecken. Man findet sie sowohl in Krankenhäusern als auch als niedergelassene Ärzte mit eigener Praxis. Darüber hinaus bieten einige größere Städte sogar medizinische Notdienste speziell für Kinder an, d.h. dass man einen Notarzt bestellen kann, der auch gleichzeitig Kinderarzt ist.Kinderärzte müssen bei der Behandlung ihrer Patienten. Mehr als andere Ärzte, großes Fingerspitzengefühl beweisen. Der kindliche Organismus ist oftmals anfälliger für vielerlei Behandlungsmethoden und reagiert auch auf kleine Fehler bisweilen sehr stark. Darüber hinaus sind Kinder während einer Behandlung oft nervös oder wehren sich sogar dagegen, weil sie die Notwendigkeit einer solchen nicht begreifen oder generell mit der Situation überfordert sind.

    Darum bedienen sich Kinderärzte oft kleiner Tricks und Kniffe, um ihre Patienten abzulenken. Dazu gehören bisweilen der Einsatz von Handpuppen, mit denen dem Kind spielerisch die Angst vor dem Arzt genommen werden soll. Aber auch beruhigende Musik oder Ablenkungsmanöver sind an der Tagesordnung. Letztere werden besonders beim Setzen von Spritzen, bspw. bei Impfungen, verwendet. Zumeist erfüllen diese Tricks ihre Wirkung und das Kind bekommt wenig von der Behandlung mit oder verliert zumindest seine Angst davor teilweise. Auch der obligatorische Lutscher oder Bonbon wird immer noch gerne nach einer erfolgreichen Behandlung an die Kinder verschenkt.

    Ansonsten sind die etwaigen Ausprägungen einer Behandlung natürlich von der Krankheit des Kindes abhängig. In den meisten Fällen kann man jedoch davon ausgehen, dass die groben Grundzüge des Vorgehens in etwa denen der Erwachsenenmedizin entsprechen und lediglich in ihrer Intensität reduziert sind.

    Dennoch gibt es natürlich auch speziell für Kinder maßgeschneiderte Behandlungstechniken, die man so in der Erwachsenenmedizin nicht findet. Dazu gehören insbesondere chirurgische Eingriffe und orthopädische Maßnahmen. Beide erfordern oftmals großes Fingerspitzengefühl, da sie im Ernstfall dem Kind dauerhaften Schaden zufügen können.

    Gerade bei Operationen an noch nicht ausgewachsenen Kindern ist peinlich genau darauf zu achten, dass keine Partien des Körpers geschädigt werden, die in den Wachstumsprozess involviert sind.
    Auch bei orthopädischen Maßnahmen muss man mit großer Gewissenhaftigkeit vorgehen. Insbesondere dann, wenn für das Kind spezielle Schienen oder Einlagen angepasst werden müssen, um etwaige Fehlstellungen zu korrigieren. Sind diese nur geringfügig falsch justiert, kann es auf lange Sicht zu erheblichen Schäden oder gar permanenten Behinderungen für die Kinder kommen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es gibt leider keine Präventivmaßnahmen. Dennoch ist das Asperger-Syndrom durchaus symptomal behandelbar. Allerdings lediglich dahingehend, dass betroffene Kinder ihre sozialen und ihre sprachlichen Fertigkeiten ausbauen. Hierdurch erleichtert sich zwar einiges, aber eine klassische Prävention ist das sicherlich nicht.

Impfungen und Asperger Syndrom
Wie bereits schon mehrfach in diesem Text erwähnt wurde, handelt es sich bei Asperger um ein Leiden, das sehr stark polarisiert. Das mag zum einen daran liegen, dass es durch seine stets und stetig wachsende Popularität in den Medien sehr viel Aufmerksamkeit bekommt und zum anderen daran, dass immer mehr Kinder vermeintlich Opfer dieser Störung werden. Darüber hinaus gibt es ganze Personengruppen, die sich in Organisationen betätigen und versuchen auf diese Weise eine Lobby zu schaffen. Diese Bemühungen sind gleichermaßen erfreulich wie abzulehnen, je nachdem welche Motivation dahinter steckt. Besonders die nun auch schon mehrfach erwähnten Anti-Vaxxer sind hierbei klar und deutlich als Antagonist anzusehen.

Man hört in letzter Zeit immer wieder von Menschen, die es ablehnen, ihre Kinder impfen zu lassen, da sie befürchten, Impfstoffe können dazu beitragen, Asperger zu befördern oder gar erst auszulösen. Begonnen wurde dieser Irrsinn vor einiger Zeit in den USA. Ein Arzt stellte gegen Bezahlung von Gegnern der Pharmaindustrie die Theorie auf, dass Impfstoffe für das gehäufte Auftreten von Autismus und Asperger verantwortlich zu machen seien und belegte diese Behauptungen mit angeblichen Fallstudien. Diese stellten sich jedoch nach einer eindringlichen Prüfung als vollends fingiert heraus und der Urheber dieser Theorie selbst hat zugegeben, sie sich nur gegen Bezahlung ausgedacht zu haben. Des Weiteren hat er öffentlich dazu aufgerufen, die Anti-Vaxxer-Bewegung zu stoppen und sie für gefährlich erklärt.

Das hat die Mitglieder dieser verblendeten Gemeinschaft jedoch wenig beeindruckt und sie hängen dieser widerrufenen und widerlegten Theorie weiterhin frenetisch an. Tatsächlich führen immer mehr Länder und Regierungen darum eine zwanghafte Impfung ein. Vorreiter hierbei ist Australien. Nicht-geimpfte Kinder sind dort nicht mehr gestattet, Kindergärten und öffentliche Schulen zu besuchen. Vermutlich ein Schritt in die richtige Richtung, gleichwohl etwas extrem.
In Europa konnte dieser regelrechte Kult glücklicherweise noch nicht allzu stark Fuß fassen. Hiervon ausgenommen jedoch sind die Staaten Osteuropas und Großbritannien. Erstere hängen diesem Irrglauben schon länger an und viele Menschen sehen tatsächlich davon ab, ihre Kinder impfen zu lassen. Das führte in den letzten Jahren immer wieder zu großflächigen Krankheitsausbrüchen, die leicht zu vermeiden gewesen wären. Sehr große Wellen von Masern und Windpocken waren letzthin in Städten wie Sofia und Bukarest zu beobachten. Eine durchaus gefährlich Entwicklung. In Deutschland hat diese Bewegung kaum Anhänger, eine kleine Schar von Fehlgeleiteten befindet sich jedoch in Berlin. Auch dort kam es aufgrund des Ausbleibens einer Impfung der Kinder schon zu epidemischen Ausbrüchen vermeidbarer Krankheiten. Nicht zuletzt deswegen sollte man sich wirklich fragen, insofern man der Idee grundsätzlich nicht abgeneigt ist, ob es es wert ist, Leben und Gesundheit des eigenen Nachwuchses für eine fixe Idee aufs Spiel zu setzen.

Zusätzlich aber gefährdet man hierdurch nicht nur den eigenen Nachwuchs, sondern auch andere Menschen im Allgemeinen. Nicht jede Person kann gegen alles geimpft werden. Manche Individuen leiden an Unverträglichkeiten, die es nicht möglich machen, dass diese Person gewisse Impfstoffe gefahrlos verabreicht bekommen kann. Solche Personen sind darauf angewiesen, dass alle anderen Menschen um sie herum geimpft sind. Ist dies nicht der Fall, so laufen sie allerhöchste Gefahr, dass sie, sollte es zu einem Ausbruch einer Krankheit kommen, ebenfalls unter die Opfer fallen. Somit ist es nicht nur seinem eigenen Nachwuchs gegenüber unverantwortlich, sie nicht impfen zu lassen, sondern auch anderen Menschen. Man setzt für diese unbegründbare These leichtfertig das Leben anderer Menschen aufs Spiel – das grenzt mehr, als Asperger selbst, an ein psychologisches Leiden.


Prognose zur Heilung

Es gibt keine „Heilung“ für Asperger. Nichtsdestoweniger kommt es bisweilen vor, dass sich Kinder mehr oder weniger von selbst kurieren oder vielmehr nicht mehr als krank einzustufen sind. Dies kann infolge einer psychologischen Behandlung oder ganz von alleine geschehen. Die Gründe für einen solchen Wegfall der Symptome sind jedoch nicht erforscht und geben immer wieder Anlass zum Staunen.

Dennoch sollte man sich keine Illusionen machen. Diese Fälle treten nur mit äußerster Seltenheit auf. Zumeist sind Betroffene Zeit ihres Lebens auf Pflege angewiesen.

Ebenso ist es relativ schwierig festzustellen, wie häufig es zu vollständigen Heilungen kommt. Es liegen hierüber keine einheitlichen statistischen Daten vor. Stichproben zeigen Ergebnisse, die zwischen 3% und 25% variieren.

Die meisten Betroffenen lernen trotz der allgemeinen Verzögerung irgendwann zu sprechen. Man sollte eine mehr oder weniger sichere Sprache jedoch nicht vor dem 5. Lebensjahr erwarten können. Ist das betroffene Kind über das 5. Lebensjahr hinaus nicht in der Lage dazu, klare Sätze zu formulieren schwindet die Chance, dass es jemals sprechen kann sehr stark. Dennoch kommt es bisweilen vor, dass Kinder oder dann bereits Jugendliche die Fähigkeit zu sprechen später erlernen.

Aber auch mit einer ausreichenden Sprachfähigkeit fällt Betroffenen das Leben oft nicht leicht. Sie haben es schwer auf sozialer Ebene Fuß zu fassen, es mangelt ihnen an Unterstützung durch ihre direkte Umwelt, an tiefgehenden Beziehungen oder Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dazu kommt meist noch ein gehöriges Maß an Desinteresse an allem, was nicht ihren persönlichen Präferenzen entspricht. Man sollte hierbei jedoch auf keinen Fall vergessen, dass sich die Symptome im Laufe eines Lebens immer mehr abschwächen. Nichtsdestotrotz bleiben die Grundtendenzen dieser Erkrankung zumeist vorhanden.

Bei besonders schweren Fällen sieht die Prognose jedoch sehr düster aus. Ein eigenständiges leben ist dann so gut wie niemals möglich. Selbst die Arbeit in Behindertenwerkstätten ist für stark Betroffene oftmals ein Ding der Unmöglichkeit. Selbstbestimmung bleibt somit ein häufig unerreichbares Ziel für stärker Erkrankte.


Mythos Asperger

Das Asperger Syndrom ist eine dieser Krankheiten, zu der viele Menschen eine Meinung haben, aber die wenigstens tatsächlich etwas genaues wissen. Darum ist es bisweilen auch nicht ratsam, einen allzu großen Personenkreis mit der etwaigen Diagnose Asperger zu konfrontieren, sollte diese beim eigenen Nachwuchs gestellt worden sein. Sicherlich ist es ebenso falsch, die Krankheit zu verschweigen, wo es nötig ist, wie beispielsweise in Kindergarten oder Schule, falls das Kind, trotz seiner verzögerten Entwicklung eine solche Einrichtung überhaupt besuchen darf und kann. Es ist an dieser Stelle notwendig, die richtige Balance zu finden. Gelingt einem dies nicht, so ist muss man davon ausgehen, dass man stets und ständig mit „guten Ratschlägen“ regelrecht bombardiert wird. Das macht einen auf die Dauer nicht nur mürbe, sondern kann eine Freundschaft oder Bekanntschaft auch empfindlich stören.

Überhaupt denken viele Leute, die wüssten sehr genau, was das Asperger Syndrom ausmacht, weil sie davon schon öfters in den Medien gehört haben. Dass das natürlich äußerst fragwürdig ist, leuchtet dabei nur den wenigsten ein. Selbst Wissenschaftler und Forscher, die ihr ganzes Leben dem Studium dieses Leidens gewidmet haben, sind oftmals nur schwer in der Lage, einen umfassenden Überblick über das Asperger Syndrom zu erlangen – somit ist eine allzu tiefgehende Bildung durch Dokumentationen und Reportagen sicherlich nicht zu erreichen. Nicht zuletzt deswegen sollte man Ratschläge aus dem persönlichen Umfeld, die von Nicht-Fachleuten geäußert wurden, eher mit Vorsicht genießen.

Darüber hinaus denken haften viele Menschen dem Glauben an, dass Asperger-Patienten oder Autisten besondere Inselbegabungen haben. Das heißt, dass sie in einem besonderen Feld exellieren und zu in diesem zu regelrechten Instanzen werden können. Und gleichwohl es solche Fälle durchaus gibt, kommt es nicht oft vor. Man ist als Autist oder Asperger-Patient nicht automatisch ein Genie. Darum sollte man betroffene Kinder nicht mit unnötigen Dingen überfordern und ihnen genügend Freiraum geben, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten ohne allzu starken äußeren Druck entfalten zu können.

Asperger-Patienten müssen sehr oft mit gravierenden Vorurteilen kämpfen. Sie sind gesellschaftlich stigmatisiert und können sich allein deswegen schon nicht richtig in die Gesellschaft integrieren. Ihre neuronale Störung kommt lediglich erschwerend hinzu. Dabei ist es durchaus möglich, auch als an Asperger leidendes Individuum ein halbwegs normales und selbstbestimmtes Leben zu führen. Sicherlich sollte man sich hier keinen Illusionen hingeben und davon ausgehen, dass jeder Betroffene vollends dazu in der Lage ist, selbstständig seinen Alltag zu bestreiten, aber alles in allem ist es durchaus in einem gewissen Maße möglich.

Zugegebenermaßen bedarf es, um diesen Punkt der Selbstbestimmtheit zu erreichen, einiges an harter Arbeit. Eine möglichst früh einsetzende Therapie ist hierbei absolut notwendig und unumgänglich.

Auch sollte man nicht außer Acht lassen, dass es sich bei der vorliegenden Störung um eine sog. „Modeerkrankung“ handelt, also um ein Leiden, das zur Zeit nicht sehr viele Menschen haben, sondern das auch irgendwie schick ist. Das ist nicht nur eine bedenkliche, sondern eine gefährliche Entwicklung. Einige Eltern profilieren sich regelrecht über die Störung ihres Kindes und verstärken diese oder bedingen diese überhaupt erst durch eine gezielte fehlerhafte Erziehung. Denn schließlich ist es in aller Regel so, dass Eltern „behinderter“ Kinder mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren. Auch Eltern sind keine Übermenschen und können an psychischen Defiziten leiden, die sie beispielsweise durch diese zusätzliche Anerkennung auszugleichen suchen. Dabei muss ein solches Verhalten nicht immer bewusst sein. Oftmals ist es nicht von der Hand zu weisen, dass auch das betreffende Parental rein instinktiv und unterbewusst handelt. Das ändert jedoch nichts an der Krankhaftigkeit dieses Verhaltens.

Aber auch Eltern mit tatsächlich betroffenen Kindern können im Rahmen der Erziehung negative Grundtendenzen entwickeln, die zu einer chronischen Überbelastung und Überforderung führen. Man sollte den Mehraufwand, den ein Kind mit Asperger abfordert nicht unterschätzen. Je nach schwere des vorliegenden Falles kann es geschehen, dass das Kind zu einer 24-Stunden-Aufgabe wird. Tatsächlich kommt es daher bei betroffenen Eltern immer wieder zu Burn Out.

Jeder hat den Begriff „Burn Out“ schon einmal gehört und besitzt zudem eine grobe Vorstellung darüber, worum es sich dabei handelt. Nichtsdestotrotz entziehen sich die genauen Details und Mechanismen dieser Krankheit oftmals dem Verständnis des Laien.

Es handelt sich bei der vorliegenden Erkrankung zudem um kein neues Phänomen, gleichwohl man es primär mit der modernen Leistungsgesellschaft in Verbindung bringt. Fälle von Burn Out sind bereits aus antiken Quellen bekannt. Allerdings schienen selbige vor der industriellen Revolution weitaus weniger häufiger als heutzutage. Diese Häufung geht unweigerlich auf die gestiegenen Level von Druck und Stress zurück, denen der normale Arbeitnehmer heutzutage ausgesetzt ist. Gerade der Umbau ehemaliger Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften hat das Potential für einen Burn Out evident gesteigert. Dies liegt u.a. an der Unvorhersehbarkeit des individuellen beruflichen Werdeganges und die zu erwartenden Probleme während der Ausübung der Diensttätigkeit.

Vor dem Jahre 1974, da der Psychologe Herbert Freudenberger, die vorliegende Krankheit „zum ersten Mal“ erfasste, bezeichnete man ein ähnliches Leiden als „Neurasthenie“. Die Unterschiede in den Ausprägungen von Neurasthenie und Burn Out sind im besten Falle minimal. Dr. Freudenberger leistete dennoch Pionierarbeit, indem er dieses antiquierte Krankheitsbild in die Gegenwart übertrug und dahingehend anpasste. Hierdurch vereinfachte er Erkennung und Diagnose immens. Besonders wenn man bedenkt, dass eine Neurasthenie zuvor lediglich mittels derselben Methoden festzustellen war, denen sich um die Jahrhundertwende bereits Sigmund Freud bediente.

Wie bereits erwähnt, sind die potentiellen Auslöser dauerhafter Druck und Stress, die die Psyche des Individuums nach und nach zerfressen, bis es sich gänzlich außer Stande fühlt, den Erwartungen am Arbeitsplatz oder zuhause entsprechen zu können. Zudem spielt mangelnder Respekt für die arbeitende Person oftmals ebenso eine große Rolle, wie eine etwaige gesellschaftliche Ächtung des Berufs und damit verbundene Minderschätzung.

Glücklicherweise ist dieses Leiden mithilfe moderner therapeutischer Maßnahmen meist gut in den Griff zu bekommen.

Anschließend als lässt sich bemerken, dass das Asperger Syndrom sowohl als auch der Autismus als Metakrankheit sehr viel komplizierter sind, als sich die meisten Menschen vorstellen und die gängigen Vorurteile und Stigmata oftmals nicht nur unkorrekt, sondern schlichtweg falsch sind. Wer mehr über dieses Thema lernen möchte ist also am besten damit beraten, sich Fachliteratur anzuschaffen und diese zu studieren. Oberflächliches Wissen hilft an dieser Stelle niemandem weiter.


Alternative Behandlungsmethoden

Da das Asperger-Syndrom nicht heilbar ist, probieren viele Eltern alternative Therapieansätze aus. Diese mögen erfolgreich sein oder nicht, dennoch gibt es kaum verwertbare Daten über die meisten Formen der alternativen Behandlungen für Asperger-Kranke. Darum ist nicht auszuschließen, dass manche dieser Ansätze unfreiwilligermaßen negative Verhaltensweisen befördern könnten. Darüber hinaus sind einige dieser Methoden auch nicht ohne Vorsicht zu genießen. Man sollte sich daher im Vorfeld gut informieren und immer Rücksprache mit dem Arzt halten.
Beispiele guter und probater alternativer Therapien sind:

  • Kreativ-Therapien: Hierzu zählen musikalische oder künstlerische Ersatztherapien, wie beispielsweise intuitives Malen. Hauptaugenmerk solcher Behandlungen liegt darauf, die Hypersensibilität des Kindes gegenüber von Geräuschen und Berührungen zu senken.
  • Akupunktur: Diese findet meist Anwendung, wenn es darum geht, die allgemeinen Symptome des Asperger-Syndroms zu lindern. Einige schwören darauf, andere lehnen Akupunktur bei der vorliegenden Erkrankung als wirkungslos ab.
  • Wahrnehmungstherapie: Diese Art von Therapien können vielerlei Ausprägungen sein. Dennoch zielen alle mehr oder weniger stark darauf ab, die allgemeine Wahrnehmung des Betroffenen zu schärfen. Hierbei gilt es, ihm beizubringen zuzuhören und Gefühle und Emotionen in anderen Menschen zu erkennen und zu deuten. Diese Art der Behandlung gilt meist als besonders effektiv und selbst Ärzte und Psychologen empfehlen sie oft.

Hier eine allgemeine Kurzübersicht von alternativen Behandlungen, die beim Apserger-Syndrom anwendbar sind:

  • Intuitives Malen
  • Tiertherapien (Delphintherapie, Reittherapie usw.)
  • Sensitivitätstherapie
  • Kuren (Mutter-Kind-Kur)
  • Akupunktur
  • Besprechen
  • Hypnose
  • Massage
  • Coaching
  • Persönlichkeitsübungen
  • Logopädische Übungen
  • Kreatives Schreiben
  • Instrument erlernen
  • Konzentrationsübungen
  • Verbesserung der sozialen Tauglichkeit

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt keine effektiven oder probaten Hausmittel, die selbst im Ansatz Hilfe versprächen. Man kann sich allerdings gute Anregungen vom behandelnden Arzt holen, inwieweit man mit seinem durch das Asperger-Syndrom belasetes Kind umgehen sollte, um es nicht in seinem Verhalten zu bestärken ohne es dabei jedoch allzu sehr vor den Kopf zu stoßen.

Solcherlei Ratschläge sind aber allein fallspezifisch auszugeben und sind nicht allgemein zu äußern.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Die genannten Heilpflanzen versprechen natürlich keine vollständige Heilung. Nichtsdestoweniger können sie im Rahmen einer über die Schulmedizin herausreichenden Behandlung Einsatz finden. Es bietet sich an, selbige als Aufguss oder Tee einzunehmen, hierdurch beruhigt man Geschädigte zusehends. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn der Betroffene besonders aufgedreht ist. Aber auch als fertige Präparate sind diese Pflanzen erhältlich. Hierzu wendet man sich am besten an den Heilpraktiker des Vertrauens.

Es gilt jedoch vor jeder Anwendung mit dem zuständigen Mediziner zu klären, ob es sinnvoll oder potentill schädliche ist. Insbesondere in Hinsicht auf etwaige Allergien.

Ätherische Öle

  • Angelika
  • Borneol
  • Kamille
  • Zimt
  • Zirbelkiefer
  • Fichte

Die gerade erwähnten ätherischen Öle sind im Falle des Asperger-Syndroms lediglich in Form einer Aromatherapie anzuwenden. Die äußere sowie die innere Anwendung empfehlen sich hier nicht. Dies liegt zum einen an der Beschaffenheit der Öle und zum anderen an den oftmals nicht vorhersehbaren Effekten derselben auf den kindlichen Organismus.

Es gilt also auch hier, Vorsicht walten zu lassen und vor einer Anwendung einen Arzt zu konsultieren.

Homöopathie & Globuli

  • Gadolinit
  • Gallium carbonicum
  • Panthera tigris tigris
  • Naja siamensis
  • Haematopota pluvialis
  • Ranunculus flammula

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Da es sich beim Asperger Syndrom um eine Störung handelt, die stark mit Apathien gegenüber speziellen Lebensmitteln einhergeht, sollte man verstärkt auf seine Ernährung achten. Dabei gibt es jedoch keine vorgefertigten Ernährungspläne. Eine allgemein gute und gesunde Ernährung, die darüber hinaus die Vermeidung von allzu stark zuckerhaltigen Lebensmitteln miteinbezieht. Dies kann zusätzlich für eine erhebliche Verbesserung des allgemeinen Krankheitsbildes sorgen und dem Patienten somit viel Leid ersparen.

Eine Stärkung des Immunsystems und der allgemeinen Abwehrkräfte sind hierbei zu begrüßende Nebeneffekte. Dennoch ist jeder gut damit beraten, die Aufnahme von raffiniertem Zucker deutlich zurückzufahren. Hierdurch erhöht nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern auch die Ruhe und Ausgeglichenheit im Speziellen. Nichtsdestotrotz kann eine allgemeine gesunde Ernährung diesbezüglich sehr förderlich sein und überdies noch vorbeugend wirken.
Allgemeine Tipps sind daher:
Bedenkenlos konsumieren kann man:

  • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
  • Meeresfrüchte
  • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
  • Hülsenfrüchte
  • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
  • Vollkornprodukte

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

  • Rotes Fleisch
  • Tabakwaren
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Fast Food

Man sollte außerdem stets im Hinterkopfe behalten, dass Übergewicht eine immense Belastung für den Organismus darstellt. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser durch genetische Faktoren vorbelastet ist oder nicht. Darum ist es wichtig darauf zu achten, stets ein angemessenes Gewicht zu halten, um seinen Körper keinen überflüssigen Strapazen auszusetzen. Wer sich zudem an eine solche Ernährung hält, kann nicht nur sein Immunsystem dadurch stärken, sondern wirkt auch noch prophylaktisch auf eine ganze Reihe potentieller Krankheiten ein, die aufgrund der gesunden Ernährung erst gar nicht ausbrechen.

Ein Diätologe oder ein Ernährungswissenschaftler können einem zusätzlich dabei helfen, einen perfekten und individuell maßgeschneiderten Ernährungsplan für einen zu erstellen. Es lohnt sich daher immer, einen solchen zu konsultieren, wenn man dauerhaft etwas an seiner Ernährung verändern will.


FAQ – Fragen & Antworten

Kann man das Asperger-Syndrom heilen?
Nein, es gibt bisher keine Möglichkeit, diese psychische Störung gänzlich zu kurieren. Nichtsdestoweniger kann man Betroffenen einiges an Hilfe an die Hand geben. Besonders Häufig helfen gezielte Sprachtherapien und Therapien zur Stärkung der sozialen Fähigkeiten den Erkrankten dabei zu lernen, wie sie sich auch ohne oder nur mit minimaler Hilfe im Alltag zurecht finden können. Zumeist schlagen solche Therapien gut an. Lediglich bei besonders schweren und gravierenden Fällen sind solche Ansätze fruchtlos.

Ist das Asperger-Syndrom erblich?
Hierüber streiten die Gelehrten noch. Sicherlich lassen sich einige erbliche Faktoren nicht abstreiten oder sind zumindest sehr wahrscheinlich, das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es für eine klares Ja oder ein klares Nein schlicht an Beweisen und aussagekräftigem Material mangelt. Dennoch lassen sich oftmals familiäre Häufungen beobachten, die ein möglicher Indikator dafür anzunehmen sind, dass es sich bei der vorliegenden Krankheit durchaus um ein erbliches Leiden handelt.

Brauchen Betroffene ein Leben lang Pflege und Betreuung?
Pauschal ist diese Frage mit „Ja“ zu beantworten. Hierbei gilt es aber einige Umstände und Faktoren zu beachten. Darunter insbesondere, wie stark die vorliegende Erkrankung ausgeprägt ist und inwieweit etwaige Therapien Erfolge erzielen konnten. Sicherlich ist es illusorisch anzunehmen, dass Asperger-Patienten einmal ein eigenständiges Leben führen können, zumindest in der Majorität der Fälle, aber gleichsam ist es durchaus im Rahmen des Wahrscheinlichen, dass die benötigte Pflege sehr gering ausfällt und sich familiär oder in einer bestimmten Einrichtung ohne weitere Probleme bewerkstelligen lässt.

Ist Asperger durch Impfungen übertragbar?
Die Antwort ist absolut und ohne jeglichen Zweifel: Nein! Man hört dieses aus den USA stammende Vorurteil immer wieder. Es ist aber vollkommener Humbug und ist in keinem Falle nachzuweisen. Die hieraus entstandene Bewegung der sog. „Anti-Vaxxer“, also Personen, die sich bewusst gegen eine Impfung ihrer Kinder entschieden haben, ist ein gefährlicher Trend, der nicht nach Europa überschwappen sollte. Wer seine Kinder nicht impft, schadet ihnen ausschließlich und macht sie darüber hinaus empfänglich für schwerwiegende Erkrankungen, die leicht vermeidbar gewesen wären. Man sollte sich von der Propaganda dieser fehlgeleiteten Bewegung nicht einlullen lassen.

Ist Asperger heilbar?
Nein, leider nicht. Dennoch kann man hin und wieder Fälle beobachten, die sich scheinbar kurieren ließen. Diese liegen zwischen 3 und 25 %. Die genauen Mechanismen hinter diesen spontanen Heilungen sind noch nicht erforscht und erstaunen die Fachwelt immer wieder. Darüber hinaus sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Symptome mit zunehmendem Alter in aller Regel immer schwächer werden. Zwar verschwinden sie zumeist nicht ganz, aber die doch merkliche Verminderung derselben ist häufig eine große Erleichterung.

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