Blasenkrebs

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BlasenkrebsBlasenkrebs wird auch als Blasenkarzinom bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der in der Harnblase sitzt. Bisher ist noch unklar, warum Blasenkrebs entsteht. Ein wichtiger Faktor scheint aber das Rauchen zu sein. Darüber hinaus sind solche Menschen betroffen, die aus beruflichen Gründen häufig mit bestimmten chemischen Substanzen zu tun haben. In der Regel sind Männer viel häufiger vom Blasentumor betroffen als Frauen. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Blasenkrebs im Frühstadium kaum Beschwerden verursacht.

Der Blasenkrebs ist immer ein bösartiger Tumor, der von der Urothel, der Harnblasenschleimhaut ausgeht. Die Mediziner sprechen in diesem Fall auch von sogenannten Urotheltumoren. Hierbei bilden sich veränderte Zellen, die sich schneller teilen als gesunde Zellen. Diese ausgeschwemmten und veränderten Zellen können auch andere Organe und Gewebeschichten befallen und dort Metastasen, also Tochtergeschwülste bilden.

 

Wie das Robert-Koch-Institut festgestellt hat, erkranken jedes Jahr in Deutschland mehr als 29.000 Menschen an Blasenkrebs. Davon sind rund 21.000 Männer. Mit dem Alter kann das Risiko an Blasenkrebs zu erkranken steigen. Dabei ist nur jeder fünfte Patient jünger als 65 Jahre, wenn die Diagnose gestellt ist. Durchschnittlich sind Männer im Alter von 72 Jahren betroffen und Frauen im Alter von 74 Jahren.

Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren und erhöht das Risiko um das Dreifache. Aber auch Passivrauchen ist gefährlich. Insgesamt macht der Tabakkonsum 30 bis 70 % aller Blasenkrebserkrankungen aus.

Ursachen

Es gibt einige Möglichkeiten, die das Risiko einer Blasenkrebserkrankung erhöhen. Hierzu gehören zum Beispiel:

Rauchen:

Ähnlich wie beim Lungenkrebs ist Rauchen ein erheblicher Risikofaktor für Blasenkrebs. Hierbei gelangen die Schadstoffe aus dem Zigarettenrauch direkt ins Blut. Die Niere nimmt diese auf und schwemmt sie über die Blase mit dem Urin aus. Leider entfaltet sich die schädliche Wirkung dann zunächst in der Blase, bevor die Schadstoffe ausgeschieden werden. Bis zu 70 % aller Blasenkrebserkrankungen gehen auf das Rauchen zurück. Die Ärzte erklären, dass mit einem Rauchstopp auch das Risiko für Blasenkrebs sinkt.

Chemische Substanzen:

Eine weitere Ursache für Blasenkrebs ist ein Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen. Hierzu gehören zum Beispiel aromatische Amine, die als besonders krebserregend gelten. Diese wurden in der chemischen Industrie, in der Gummi-, Leder- und Textilherstellung, aber auch im Malerhandwerk verwendet. Bei den Arbeitern, die mit diesen Stoffen arbeiten mussten und später an Blasenkrebs erkrankt sind, wurde diese Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt.

Ein direkter Zusammenhang zwischen Chemikalien und Blasenkrebs ist schon länger bekannt. Aus diesem Grund sind viele der verantwortlichen Chemikalien gegen ungiftigere Stoffe ersetzt worden. Wenn es nicht anders geht, kommen hohe Sicherheitsvorkehrungen zum Einsatz. Zu berücksichtigen ist aber, dass sich Blasenkrebs nur sehr langsam entwickelt. Zwischen einer Einwirkung einer Chemikalie und der Entwicklung des Tumors können sogar bis zu 40 Jahre vergehen. Bei betroffenen Personen muss daher auch festgestellt werden, in welchem Beruf sie vor langer Zeit tätig gewesen sind und ob sie mit solchen Stoffen hantiert haben.

Chronische Blasenentzündung:

Ein weiterer Risikofaktor für Blasenkrebs kann eine chronische Blasenentzündung sein. Sehr häufig ist diese bei Menschen anzutreffen, die einen Blasenkatheter bekommen haben.

Schmerzmittelmissbrauch:

Nicht unerwähnt bleiben soll der Risikofaktor des Schmerzmittelmissbrauchs. Blasenkrebs kann bei den Personen zum Beispiel auftreten, die über einen bestimmten Zeitraum stärkere Dosen mit dem Wirkstoff Phenazetin einnehmen mussten.

Infektionskrankheiten:

Eine langjährige Infektionskrankheit kann in Zusammenhang mit Blasenkrebs stehen. Als Beispiel kann eine Infektion mit Schistosomen, sogenannten Pärchenegel, bezeichnet werden. Diese kommen in den Subtropen und Tropen vor und verursachen die Krankheit Bilharziose. Dadurch können die Harnblase und die Harnröhre befallen werden.

Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie:

Einige Medikamente, die während einer Chemotherapie verabreicht werden, können ebenfalls Blasenkrebs verursachen. Diese Zytostatika auf Cyclophosphamid-Basis werden zum Beispiel bei Eierstockkrebs, Brustkrebs oder Leukämie eingesetzt.

Symptome

BlasenkrebsLeider gibt es auch wie bei den meisten bösartigen Tumoren auch beim Blasenkrebs keine spezifischen Symptome. Hinter einer normalen Erkrankung des Harntraktes kann daher auch ein Blasenkrebs stecken. Falls Sie entsprechende Blasenkrebs-Symptome bei sich feststellen, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

 

Ein Hinweis und gleichzeitig ein Warnsignal für einen Tumor in der Harnblase ist eine rötliche bis brauen Verfärbung des Urins. Hierbei kommt es durch eine geringe Blutbeimengung im Urin. Diese Farbveränderung ist bei rund 80 % aller Patienten mit Blasenkrebs festzustellen und daher auch häufig das erste Anzeichen für einen bösartigen Tumor.

 

Blutbeimengungen im Urin sind aber kein charakteristisches Anzeichen für ein Blasenkrebs-Symptom. Es können auch andere Harnwegs- und Nierenerkrankungen vorliegen. Meistens suchend die Patienten erst dann einen Arzt auf, wenn der Urin deutlich blutig ist. Leider ist der Blasenkrebs dann schon sehr weit fortgeschritten. Beim Blasenkrebs muss der Urin auch nicht immer und dauerhaft Blut aufweisen. Häufig verschwindet die Blutung nach einiger Zeit wieder, obwohl die Erkrankung dennoch besteht.

 

Ein weiteres Symptom sind Beschwerden beim Wasserlassen. Zum Beispiel ist ein verstärkter Harndrang mit einer häufigen Entleerung von nur geringen Mengen Harns, sogenannte Pollakisurie, abklärungsbedürftig. Dies kann ein Hinweis auf einen Tumor in der Blase sein.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Störungen der Blasenentleerung, eine sogenannte Dysurie. Das Wasserlassen ist hierbei erschwert und erfolgt nur tröpfchenweise. Manchmal ist dies auch mit Schmerzen verbunden. Die meisten interpretieren diese Symptome fälschlicherweise nur als Blasenentzündung.

In manchen Fällen treten auch Schmerzen in den Flanken ohne erkennbaren Grund auf. Schmerzen sind meistens ein Anzeichen für einen weit fortgeschrittenen Blasenkrebs. Beschwerden machen sich bemerkbar, wenn der Blasentumor die Harnleiter oder die Harnröhre verlegt.

Es gibt aber auch chronische Blasenentzündungen, die auf Blasenkrebs hindeuten. Vorsicht ist geboten, wenn eine Behandlung einer Blasenentzündung mit Antibiotika erfolglos verläuft.

Therapie

In aller Regel verursacht Blasenkrebs keine oder nur wenige Beschwerden. Falls Probleme beim Wasserlassen oder eine Verfärbung des Urins auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Die ideale Adresse wäre in diesem Fall der Urologe. Je früher der Blasenkrebs diagnostiziert wird, desto besser ist er auch therapierbar.

Der Arzt wird zunächst eine Anamnese, also eine Befragung nach den Beschwerden, vornehmen. Hierbei sollte der Patient auch etwas über seinen Lebensstil erzählen und ob er gerne raucht. Bei einer anschließenden Urinuntersuchung wird festgestellt, ob sich dort Blut im Harn nachweisen lässt. Mitunter wird auch eine körperliche Untersuchung durchgeführt, wobei jedoch nur sehr große Tumore über die Bauchwand ertastet werden können.

In den meisten Fällen bringt eine Röntgenuntersuchung des Harntraktes weiteren Aufschluss. Ebenso kann auch eine Ultraschalluntersuchung etwas über den Zustand der Nieren, des Nierenbeckens, der Harnleiter und der Blase aussagen.

Falls der Verdacht auf Blasenkrebs begründet ist, wird eine Blasenspiegelung durchgeführt, die jedoch nur über eine Lokal- oder Vollnarkose möglich ist. Über ein Zystoskop kann das Innere der Blase begutachtet werden. Meistens erfolgt hierbei auch gleich eine Biopsie, eine Gewebeprobe. Die untersuchten Zellen geben Aufschluss über mögliche Tumore. Auch der Urin wird im Labor auf Tumorzellen hin untersucht.

Hat sich der Verdacht bestätigt, werden sicherheitshalber auch alle umliegenden Organe auf mögliche Metastasen hin untersucht.

Für die weitere Behandlung müssen Chirurgen, Urologen, Onkologen und notfalls Psychologen eng zusammenarbeiten. In erster Linie hängt es vom Stadium der Erkrankung ab. Hierbei wird eine Art Steckbrief des Tumors entwickelt.

Bei mehr als 70 % aller Betroffenen handelt es sich um einen oberflächlichen Tumor, der mithilfe einer endoskopischen Operation entfernt werden kann. Wichtig ist, dass der Tumor noch nicht die Blasenschleimhaut durchstoßen und in die Blasenmuskulatur eingedrungen ist. Per Elektroschlinge wird der Tumor abgetragen.

Um ein erneutes Auftreten zu vermeiden, erhalten die Patienten im Anschluss meistens noch eine örtliche Chemotherapie. Das Mittel wird vom Arzt direkt in die Blase eingespritzt und wird anschließend über den Harn ausgespült.

Bei Patienten mit Rückfallrisiko wird eine örtliche Immuntherapie vorgenommen. Hierbei wird häufig der Tuberkuloseimpfstoff BCG in die Blase eingebracht. Der Stoff löst im Körper eine besondere Immunreaktion aus.

Ist der Blasenkrebs tiefer in die Wand eingewachsen, kommt mitunter eine teilweise oder komplette Entfernung der Harnblase in Betracht. Dabei werden auch alle umliegenden Lymphknoten entfernt. Bei Männern werden dabei sicherheitshalber auch die Prostata und die Samenblasen entfernt. Notfalls muss noch die Harnröhre entfernt werden. Bei Frauen müssen dagegen häufig die Gebärmutter, die Eierstöcke und Teile der Scheidenwand sowie die Harnröhre entfernt werden. In diesem Fall muss später ein künstlicher Ausgang gelegt werden, sodass die Betroffenen immer einen Urinbeutel mit sich tragen müssen.

Bei jüngeren Patienten kann über einen ausgeschalteten Darmteil eine neue Blase geformt werden. Auf diese Weise ist wieder ein ganz normales Wasserlassen möglich. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, die beiden Harnleiter vom Nierenbecken mit dem letzten Teil des Dickdarms zu verbinden. In diesem Fall läuft der Urin während des Stuhlgangs ab.

Ein fortgeschrittener Blasenkrebs bietet verständlicherweise die schlechteste Prognose. Bei etwa 76 % der männlichen und 70 % der weiblichen Patienten mit der Diagnose Blasenkrebs geht man von einer Überlebensrate von 5 Jahren aus.

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