Kachexie

Steckbrief: Kachexie

  • Name(n): Kachexie
  • Art der Krankheit: Stoffwechselstörung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1860
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: u.a. Krebs
  • Wieviele Erkrankte: Tumorkachexie etwa 50%
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Allgemeinmediziner; Onkologen u.a.
  • ICD-10 Code(s): R64; E41; B22.2

Kachexie hat viele Auslöser

Die Kachexie ist eine Stoffwechselstörung, die auf eine ursächliche Erkrankung folgt. Der Betroffene magert stark ab und der Körperfettanteil wird deutlich reduziert. Es gibt eine Vielzahl von Auslösern, die psychischer (z.B. Anorexia nervosa) oder physiologischer Natur (z.B. Tumorerkrankungen) sein können.

Einer Kachexie ist, insbesondere bei Tumorerkrankungen, oftmals nicht zu entgehen und in einigen Fällen ist sie nicht reversibel bzw. deutet auf das Lebensende des Betroffenen hin.

Wurde eine Erkrankung diagnostiziert, bei der die Entstehung einer Kachexie möglich ist, können oftmals vorbeugend Maßnahmen getroffen werden. Bei einer schon entstandenen Kachexie im Frühstadium bestehen noch Therapiemöglichkeiten.

 

Definition Kachexie

 

Die Kachexie setzt sich aus den beiden altgriechischen Wörtern kakos für schlecht und hexis für Zustand, Kondition oder Erscheinung zusammen. Dieser Begriff ergibt sich aus der schwerwiegenden Abmagerung des Betroffenen, dem man seinen Zustand äußerlich ansieht.

Bei der Kachexie kommt es nicht nur zu einer einfachen Abmagerung (Inanition: vom lateinischen Wort inanire, was „leer machen“ bedeutet), so dass die Speicherfettdepots vollständig abgebaut werden. Zusätzlich sind das Bauchfett und die Muskulatur betroffen.

Die Knochen stehen vor, die Haut erschlafft und die Augen sind eingefallen. Betroffene sind ausgezehrt.
Die Kachexie kann u.a. durch eine Tumorerkrankung, eine chronische Herzinsuffizienz oder eine Suchterkrankung ausgelöst werden.

 

Was ist Kachexie?

 

Die ersten Beschreibungen der Kachexie, die ALS „signum male omnis“ (allgemein schlechtes Vorzeichen) bezeichnet wird, gab es schon vor über zweitausend Jahren. Hippokrates beschrieb die Anzeichen detailliert. Der ursächliche Begriff der Auszehrung wurde erstmals 1805 definiert und Charles Mauriac erwähnte den Begriff der Kachexie 1860 im Kontext der Herzinsuffizienz das erste Mal.

Die Kachexie ist keine ursprüngliche Erkrankung, sondern tritt immer nur als Folge einer vorhergehenden Erkrankung auf. Sie ist eine Stoffwechselstörung und führt zur Auszehrung des Körpers, geht also weit über eine Abmagerung hinaus. Dieser Gewebsschwund (Atrophie) führt dazu, dass die Körperzellen entweder in ihrer Größe abnehmen oder sich die Anzahl der Zellen verringert. In beiden Fällen kann es zu Veränderungen in der Zellstruktur kommen. Es ist somit eine Stoffwechselstörung. Zudem sind auch Körperbaufette in der Organen betroffen, so dass diese langsam zerstört werden. Innerhalb von fünf Monaten verliert der Betroffene mindestens zwei Prozent seines Körpergewichts und mindestens fünf Prozent seines Körperfettanteils. Es kommt zu einem Abbau von Körpereiweiß.

Ist die Kachexie noch nicht zu weit fortgeschritten und hat organische Schäden hinterlassen, kann sie gut behandelt werden, sofern die auslösende Erkrankung rechtzeitig erkannt und therapiert werden kann. Ist der Verlust des Körpergewichts im Rahmen einer Kachexie in einem kurzen Zeitraum jedoch massiv, ist davon auszugehen, dass der Betroffene nur noch ein kurze Lebenszeit hat. Lässt sich der krankhafte Verlust des Gewichts nicht mehr stoppen, bezeichnet man dies als refraktäre Kachexie.

Die Tumorkachexie ist die Art der Kachexie, die am häufigsten vorkommt. Sie bezeichnet einen schlechten körperlichen Zustand, der durch eine Tumorerkrankung entstanden ist. Mit letzterem geht oftmals in Folge von Schmerzen oder Appetitlosigkeit eine verminderte Nahrungsaufnahme einher.

 


Welche Ursachen gibt es?

 

Die potentiellen Ursachen für eine Kachexie sind vielfältig:

Chronische Herzinsuffizienz

Die Voraussetzungen einer Kachexie im Kontext der chronischen Herzinsuffizienz (CHF), auch kardiale Kachexie genannt, sind im Ganzen betrachtet zahlreich. Setzt man bei einer kurzen und einfachen Beschreibung an, lässt sich sagen, dass bei einer CHF die katabole-anabole Balance nicht mehr vorhanden ist und der Patient Gewicht verliert. Bekommt man die CHF nur schwer unter Kontrolle, fällt die Nahrungsaufnahme umso schwerer und die Prognose der CHF verschlechtert sich weiter.

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung

Auch bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind die Voraussetzungen einer Kachexie im Detail nicht einfach zu erfassen. Jedoch muss bedacht werden, dass die Kachexie einen Muskelschwund zur Folge hat. Dies verschlechtert die Fähigkeit zum Atmen und beeinflusst die Nahrungsaufnahme negativ.

AIDS

Im Endstadium von AIDS kommt es bei vielen Erkrankten zu einer noch nicht unmittelbar sichtbaren Mangelernährung. In dieser Krankheitsphase haben über 90% der Betroffenen ein massives Untergewicht (ICD-10 Code B22.2).

Weitere mögliche Ursachen für eine Kachexie

  1. Chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts stören effektive Nährstoffaufnahme
  2. Rheumatoide Arthritis
  3. Diabetes Typ eins
  4. Afrikanische Schlafkrankheit
  5. Niereninsuffizienz (pulmonale Kachexie)
  6. selbst verursachte Kachexien: Essstörungen, wie Bulimia nervosa und Anorexia nervosa
  7. Fehlernährung oder Nahrungsentzug
  8. Suchterkrankungen, z.B. Alkoholismus
  9. Senile Kachexien im Alter oft als Vorbote des kommenden Dahinscheidens

Tumorkachexie

Die Kachexie bei einer Krebserkrankung wird als Tumorkachexie bezeichnet. Für diese kann es unterschiedliche Auslöser geben, so dass der Betroffene Nahrung entweder nicht mehr aufnehmen möchte oder aufnehmen kann:

 

  • Chemotherapie mit resultierender Übelkeit und Appetitlosigkeit
  • Probleme nach Bestrahlung mit Schleimhäuten mit anschließenden Schmerzen von Speiseröhre bei Nahrungsaufnahme
  • Verhinderte Nährstoffaufnahme nach Entfernung von Teilen des Magens oder des Darms

Auch der Krebs selbst kann den Körper auszehren und zur Kachexie führen. Dies liegt vermutlich daran, dass die Tumorzellen den Stoffwechsel erheblich beeinträchtigen.

 


Symptome & Anzeichen

 

Die Kachexie äußert sich durch eine massive Gewichtsabnahme. Das Erscheinungsbild des Betroffenen ändert sich drastisch. Da sich das Baufett hinter dem Auge zurückbildet, sind die Augen eingefallen, die Wangen werden hohl, die Knochen stechen heraus. Schließlich treten Veränderungen an den Organen auf.

Das Herz als muskuläres Hohlorgan kann in der Folge eine atrophische Insuffizienz entwickeln, es verkümmert. Gallertmark kann sich ebenfalls entwickeln. Dabei wandelt sich das Knochenmark in gallertartiges Gewebe um, da der Inhalt der Fettzellen durch die Gewebeschädigungen in eine seröse Flüssigkeit verwandelt wird ebenso wie die Fettbausteine. Diese seröse Flüssigkeit, die ein Bestandteil des Blutserums ist, hat eine gräuliche Farbe. Sind schon Schäden an den Organen vorhanden, können diese nicht mehr rückgängig gemacht werden. Im schlimmsten Fall tritt der Tod ein.

Es gibt jedoch noch weitere Symptome und Anzeichen:

 

  1. geringere Leistungsfähigkeit
  2. blasse Haut
  3. Blutarmut
  4. Haarausfall
  5. Blutungen der Haut
  6. Zahnfleischbluten
  7. Herzrhythmusstörungen
  8. Ödeme am ganzen Körper
  9. Entzündung der Haut
  10. Entzündung der Zunge
  11. Entzündung der Mundschleimhaut
  12. rissige Fingernägel
  13. Hautprobleme wie Verhornung, Flecken und Entzündungen
  14. Konzentrationsprobleme
  15. Probleme mit dem Gedächtnis
  16. Nachtblindheit
  17. Störungen der Orientierung
  18. Störungen des Ganges
  19. verringerter Geschmackssinn
  20. Pupillenbewegungen sind unwillkürlich schnell
  21. Periphere Neuropathie

Symptome und Anzeichen bei der Tumorkachexie und der chronischen Herzinsuffizienz

Potentielle Symptome bei einer Tumorkachexie sind vielfältig und zeigen sich erst im dritten oder vierten Stadium, d.h. wenn der Tumor entweder größer als fünf Zentimeter ist oder sich schon auf benachbarte Organe ausgeweitet hat, wobei die Größe des Tumors hier keine Rolle spielt:

 

  • starker Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie
  • Mangelerscheinungen
  • Rückgang der Knochenmasse
  • Entzündungserscheinungen
  • Insulinresistenz: Abnahme der Reaktion auf Insulin von Körperzellen, insbesondere von Muskeln, Leber und Fettgewebe.
  • körperliche Kraftlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Depressionen

Bei Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz zeigen sich die Symptome in

 

  1. zunehmender Müdigkeit
  2. körperlicher Schwäche

Diagnose & Krankheitsverlauf

Diagnose

Der Arzt diagnostiziert eine Kachexie. Dabei wird der Patient äußerlich betrachtet, um Auffälligkeiten im Erscheinungsbild zu erkennen oder sogar innere Erkrankungen auszumachen. Bei dieser Art der Inspektion geht es in erster Linie nicht um einzelne Symptome, sondern um das Gesamtbild. Dazu gehören u.a.:

 

  1. Körperhaltung
  2. die Färbung der Haut, die u.a. Aussagen über Durchblutung und Sauerstoffversorgung zulässt
  3. der Geruch der Atemluft

Daneben spielt die Messung des BMI (Body-Mass-Index) eine wesentliche Rolle. Dabei hat sich der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) der Weltgesundheitsbehörde (WHO) bezüglich der Vorgaben von Untergewicht angeschlossen und die Kachexie mit einem BMI unter 18,5 kg/m² angegeben. Der BMI setzt sich zusammen aus Gewicht dividiert durch die Körpergröße in Meter im Quadrat. Weiterhin wird eine gründliche Anamnese vorgenommen und ggf. Organe und Rückenmark kontrolliert.

Diagnose der Tumorkachexie

Die Diagnose bei einer Tumorkachexie ist erschwert. Die wichtigste Voraussetzung ist die Diagnose einer Tumorerkrankung. Körpergewicht vor und nach der Erkrankung bzw. Vermessungen der Körpermasse helfen bei der Diagnose einer Tumorkachexie. Die Laborwerte für die Diagnose sind nicht immer aussagekräftig, da der Tumor die biochemischen Werte verändern kann. Um auszuschließen, dass z.B. für eine starke Abmagerung keine anderen Faktoren als eine Kachexie vorliegen, lassen sich weitere Gründe in Betracht ziehen:

 

  • Tumore im Magen-Darm-Trakt, die die Nähstoffaufnahme erschweren
  • Verengungen im Magen-Darm-Trakt
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands durch aktuelle Krebstherapie

Krankheitsverlauf

Der Zeitpunkt der Diagnose einer Kachexie ist wichtig für den folgenden Krankheitsverlauf. Als weiteres sind Ursachen und mögliche Organschäden von großer Bedeutung. Sind diese schon vorhanden, können sie nicht rückgängig gemacht werden. Zum anderen stellt sich die Frage nach der Ursache der Kachexie. Wenn sie in Abhängigkeit von der ursprünglichen Erkrankung behandelt bzw. beseitigt werden kann, sind die Aussichten für den Patienten sehr gut. Dabei sind seine psychische Verfassung und der Wille zur Mitarbeit allerdings wichtig. Hat der Betroffene noch ein Hungergefühl und will sich an seiner Behandlung beteiligen, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine positive Prognose.

 


Häufigkeit & Diagnosedaten

 

Da die Kachexie eine Stoffwechselerkrankung ist, die auf eine ursächliche Erkrankung folgt sind Häufigkeit und Diagnosedaten unter erschwerten Bedingungen auszumachen. Für einige ursächliche Erkrankungen sind im Kontext der Prävalenz der Kachexie keine Daten zu finden. Bei anderen Krankheiten wiederum unterscheiden sich die Aussagen zur Häufigkeitsverteilung deutlich. Dies lässt vermuten, dass die Forschungslage in diesem Bereich nicht sehr ausgeprägt ist. Die zuverlässigsten Daten liegen über die Tumorkachexie vor. Die Häufigkeit der am besten belegten ursächlichen Erkrankungen einer Kachexie liest sich wie folgt:

 

  • HIV-Erkrankte: ca. 30%
  • AIDS im Endstadium: ca. 90%.
  • rheumatoide Arthritis mit Abnahme der Muskelmasse: ca. 67%
  • COPD: ca. 20-35%
  • COPD mit akutem respiratorischem Versagen: ca. 70%
  • chronische Herzinsuffizienz (kardiale Kachexie): ca. 10-15%

Tumorkachexie

Bei einer Tumorerkrankung leiden etwa 15% der Betroffenen zu Beginn der Erkrankung an einer Kachexie. Nicht selten wird eine Krebserkrankung erst dann diagnostiziert, wenn der Betroffene auf Grund einer deutlichen Gewichtsabnahme ohne erklärbare Gründe den Arzt aufsucht und in Folge der Untersuchung die ursächliche Erkrankung diagnostiziert wird. Etwa 50% der Krebspatienten bilden im Laufe ihrer Erkrankung eine Tumorkachexie aus.

Bei spezifischen Krebserkrankungen, die sich u.a. auf den Bereich Hals und Kopf bzw. Magen-Darm-Trakt beziehen, ist die Anzahl der Betroffenen noch höher. Dies ist teilweise dadurch verursacht, dass die Nahrungsaufnahme zu massiven Schmerzen führt und in der Folge die eigenständige Ernährung teilweise oder sogar vollständig eingestellt wird. Es sind weder Hunger noch Appetit vorhanden. Nicht selten ist eine künstliche Ernährung die Folge.

 


Komplikationen bei der Krankheit

 

Komplikationen bei der Kachexie sind zum einen auf Probleme mit der ursächlichen Erkrankung zurückzuführen, da die Kachexie selbst eine Komplikation darstellt. Treten bei der Behandlung bzw. Therapie der ursächlichen Erkrankung Komplikationen auf, beeinflusst dies die Kachexie negativ. Sie ist abhängig vom Behandlungserfolg der ursächlichen Erkrankung.

Man versucht allerdings, der Kachexie, je nach ursprünglicher Erkrankung, zu begegnen. Gibt sich der Patient auf, kann weder auf die Ursache noch die Kachexie positiv eingewirkt werden. Dabei ist ist es wichtig, dem Gewichtsverlust durch eine erhöhte Kalorienzufuhr etwas entgegenzusetzen. Der Patient muss genügend Nahrung zu sich nehmen. Der Stoffwechsel muss in Gang gehalten werden durch die Aufnahme von Nährstoffen. Es ist hilfreich, wenn der Patient gewillt ist, sich im Rahmen seiner Kräfte zu bewegen, um die Muskulatur zu stärken und den Stoffwechsel anzuregen. Verweigert der Betroffene all diese Maßnahmen, wird dies die Kachexie und somit den Gesamtzustand nicht verbessern, sofern eine Behandlungsmöglichkeit der ursächlichen Erkrankung überhaupt gegeben ist.

Es gibt jedoch spezifische Komplikationen, die die Kachexie in Verbindung mit der ursächlichen Erkrankung ausbilden kann:

 

  • Rückgang der Atemmuskulatur
  • Lungenentzündung
  • Rückgang der Herzmuskelmasse
  • Herzrhythmusstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • größere Anfälligkeit für Infekte, da das Immunsystem sich verschlechtert
  • Rückgang der Muskeln
  • Knochenerweichung
  • gestörter Bewegungsablauf
  • Wundliegen
  • gestörte Wundheilung
  • Störungen im Hormonsystem
  • Infektionen der Harnwege
  • Fortpflanzungsstörungen
  • Menstruationsstörungen
  • verminderter bzw. fehlender Antrieb
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • mangelnde Stressresistenz
  • Zustände der Verwirrtheit
  • mangelnde Lebensfreude
  • Demenz
  • generelle Schwäche
  • größere Gefahr von Stürzen
  • größere Gefahr von Knochenbrüchen
  • größere Gefahr von Komplikationen bei Operationen
  • größere Gefahr von Komplikationen bei der ursächlichen Erkrankung
  • schlechtere Verträglichkeit von Medikamenten
  • schlechtere Verträglichkeit der Therapien
  • Verzögerung der Rekonvaleszenz
  • Erhöhung der Sterblichkeitsrate

Wann sollte man zum Arzt gehen?

 

Ein Arztbesuch ist angeraten, wenn der Betroffene merkt, dass er in einem kurzen Zeitraum einen hohen Gewichtsverlust verzeichnet. Hat er zudem eingefallene Augen und Hohlwangen, kann dies auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Die Kachexie lässt sich primär am Erscheinungsbild im Zusammenhang mit dem Körpergewicht resp. Body-Mass-Index erfassen.

Hinzu kommt im Verlauf der Erkrankung ein zusätzliches Schwächegefühl, da auch die Muskeln schwinden. Dies erschwert es den Betroffenen zunehmend, die gewohnte Tagesstruktur einzuhalten und kann bis hin zur Lethargie führen. Das Schlafbedürfnis wird deutlich höher, die Reizschwelle jedoch niedriger. Wartet man einen Besuch beim Arzt zu lange ab, kann es zu Organschäden kommen, insbesondere am Herzen, hervorgerufen durch den Muskelschwund. Sind die Organschäden irreversibel, kann dies zum Tod führen.

Da die Kachexie ein bedeutsamer Hinweis auf eine ursächliche ernsthafte Erkrankung ist, sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, wenn der Betroffene ohne trifftige Gründe (z.B. Diät, Ernährungsumstellung, stark erhöhte körperliche Aktivität) einen hohen Gewichtsverlust zu verzeichnen hat und ihm dies insbesondere am Erscheinungsbild im Gesicht anzusehen ist.

 


Behandlungsmethoden & Therapie

 

Um eine geeignete Behandlungsmethode für den Patienten zu finden, muss der Arzt die Ursache für die Kachexie ausfindig machen. Erst dann kann eine effektive Behandlung/Therapie der ursächlichen Erkrankung starten, sofern es noch nicht zu spät ist. Damit sollte zugleich auch die Kachexie effektiv bekämpft werden. Die Kachexie ist somit nur palliativ behandelbar. Bei schweren Erkrankungen wird die Behandlung entsprechend komplizierter. Krebs, Herzinsuffizienz oder auch COPD zählen hierzu.

Bei der COPD versucht man, mit einer kurzfristigen metabolischen Stabilisierung zu helfen. Mittel- und langfristig probiert man, eine kardiale Kachexie durch ACE-Hemmer oder Betablocker zu verhindern. Eine höhere Kalorien- und Proteinzufuhr ist wichtig in Verbindung mit körperlichem Training.

AIDS wird mit Serostim, einem rekombinanten Wachstumshormon, behandelt.

Bei leichteren Erkrankungen, die durch den Betroffenen selbst verursacht wurden wie Essstörungen, muss die Ernährung langsam umgestellt werden und eine Verhaltens- oder Psychotherapie sollte durchgeführt werden.

Tumorkachexie

Bei einer Tumorkachexie muss die Tumorerkrankung erfolgreich angegangen werden. Es gibt kein Medikament, das speziell gegen die Tumorkachexie hilft. Tritt die Kachexie im Rahmen einer Turmorerkrankung erst spät auf, sollte der Patient mit dem Arzt klären, ob der Tumor durch eine Operation oder Medikamente noch behandelbar ist. Sieht dies Erfolg versprechend aus können die Symptome ggf. gelindert werden durch Nahrungsergänzungsmittel, Appetitanreger und Hemmung der schädigenden Botenstoffe des Tumors.

Zudem versucht man, bei einer Tumorkachexie der Appetitlosigkeit durch eine Erhöhung der Kalorien entgegenzuwirken. Omega-3-Fettsäuren und Eiweißpräparate können zusätzlich verabreicht werden. Da die Kachexie eine Stoffwechselstörung ist, kann ihr nicht nur durch eine erhöhte Zufuhr der Kalorien begegnet werden. Die Krebstherapie muss erfolgreich anschlagen; diverse Einzelmaßnahmen sind nicht hilfreich. Es gibt jedoch drei Bereiche, die Erfolg versprechend aussehen:

 

  1. Ibuprofen, Kortison oder Thalidomid zur Anregung des Stoffwechsels
  2. Anregung von Appetit und Muskelaufbau durch körpereigene Hormone
  3. Hemmung des Muskelabbaus und Unterstützung des Stoffwechsels durch leichte sportliche Trainingseinheiten

Vorbeugung – Impfung & Prävention

 

Man kann einer Kachexie nur schwer vorbeugend begegnen, da ihre Entstehung von einer ursächlichen Erkrankung abhängt. Es kann versucht werden, die Entstehung einer Kachexie zu verhindern, in dem man sich bei der Diagnose einer Erkrankung, die oftmals eine Kachexie nach sich zieht,

 

  • gesund
  • nährstoffreich

ernährt, um körperliche Reserven aufzubauen. Eine Kachexie kann somit ggf. verhindert werden oder sie entwickelt sich nicht so dramatisch. Dies macht eine Genesung von der ursächlichen Erkrankung, außer sie ist letal, deutlich wahrscheinlicher, da der Patient kräftiger ist.
Einer Tumorkachexie kann durch eine prinzipiell gesunde Lebensweise vorgebeugt werden, die eine Krebserkrankung erschwert. Dazu gehören regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Gleiches gilt für eine Herzerkrankung.

In beiden Fällen können Sport und gesunde Ernährung, der Verzicht auf Nikotin und zu viel Alkohol helfen, erst gar nicht zu erkranken und in der Folge eine Kachexie auszubilden. Ein bewusster Umgang mit sich selbst und seinen Problemen sowie eine selbstbewusste Sicht auf das Leben können unterstützend wirken, keine Sucht oder Essstörung zu entwickeln und infolgedessen an einer Kachexie zu erkranken.

 


Prognose zur Heilung

 

Die Prognose zur Heilung der Kachexie ist abhängig von den Heilungsaussichten der zugrunde liegenden Erkrankung. Der Grund liegt darin, dass die Kachexie nur palliativ behandelt werden kann. Da die Kachexie selbst eine Komplikation einer anderen Erkrankung darstellt, verschlechtert sich die Prognose zur Heilung des Patienten zum Teil drastisch und erhöht die Sterberate. Nun reicht es nicht mehr, sich auf die Grunderkrankung zu fokussieren, sondern die Kachexie muss mit behandelt werden.

Da die Ernährung und optimale Versorgung mit Nährstoffen bei einer schweren Erkrankung essentiell ist, beeinflusst die Kachexie nicht nur die psychische Verfassung des Patienten, sondern schwächt ihn zusätzlich in körperlicher Hinsicht. Viele Erkrankungen, die eine Kachexie nach sich ziehen können, sind nicht nur durch die Symptome seelisch und körperlich belastend, sondern auch durch die therapeutischen Maßnahmen.

Die Kachexie behindert durch den gestörten Stoffwechsel dessen Tätigkeit. Der Mangel an Nahrung und Nährstoffen kann den Patienten allmählich in eine Abwärtsspirale führen, da der Körper schwächer und der Gesamtzustand schlechter wird.

 

Kachexie wird unterschätzt

 

Die Kachexie wird bei der Tumorbehandlung in den behandelnden Einrichtungen häufig unterschätzt. Da die Skelettmuskulatur und oftmals auch das Fettgewebe derart schnell abgebaut werden, sterben in mehr als 25% der Fälle die Patienten an den Folgen der Kachexie und nicht an der Tumorerkrankung selbst. Der Krebs wird zwar mit verschiedenen Mitteln behandelt und dies oft erfolgreich, doch die Kachexie ist dann so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr aufgehalten werden kann. Die Behandlung beschränkt sich nur noch auf das Verabreichen von Hormonen und hochkalorischer Nahrung.

Die Kachexie ist im Spätstadium nicht mehr behandelbar. Hier liegt auch das Problem der Diagnosestellung. Die Kachexie ist beim Krankheitsbefund einer Krebserkrankung nicht selten in einem so späten Stadium, dass sie lange vor einem Tumorbefund sichtbar wird. Nur auf Grund der Anzeichen der Kachexie gehen viele Menschen zum Arzt und bekommen die Diagnose Krebs. Die Kachexie ist jedoch nur in der Frühphase reversibel und muss dementsprechend früh erkannt werden.

 


Alternative Behandlungsmethoden

 

Da die Kachexie eine Stoffwechselerkrankung ist, die als Folge einer vorausgehenden Erkrankung auftritt, sollte man prinzipiell den eigentlichen Krankheitsauslöser bedenken. Nur so lassen sich alternative Behandlungsmethoden finden, die positiv auf die Kachexie einwirken und die Symptome erleichtern können.

Bedenkt man z.B. die durch eine Essstörung hervorgerufene Kachexie, sind alternative Behandlungsmethoden von Vorteil, die die Seele stützen. Massagen, aber auch Therapieansätze aus der traditonionellen chinesischen Medizin können hier erfolgreich sein. Bei Tumorerkrankungen kann die Situation jedoch anders aussehen. In diesem Fall sollte mit einem Arzt besprochen werden ob z.B. Massagen, insbesondere im Bereich des Tumors, Vor- oder Nachteile bringen können.

Betrachtet man jedoch die Appetitlosigkeit bei der Kachexie kann eine Massage den Stoffwechsel und somit auch den Appetit anregen. Bei der Akupunktur gibt es eine große Anzahl von Punkten, die für eine potentielle Behandlung in Frage kommen. Jedoch muss hier ein Blick auf das Gesamtbild geworfen werden, um zu entscheiden, welche Punkte akupunktiert werden sollen. Die ursächliche Erkrankung steht dabei jedoch im Vordergrund.

Alle erwähnten alternativen Behandlungsmethoden sind bei den meisten ursächlichen Erkrankungen, die eine Kachexie auslösen können, lediglich als Ergänzung eines intensiven therapeutisch-medizinischen bzw. medikamentösen Behandlungsplans zu verstehen. Die Kachexie kann nur palliativ behandelt werden. Ihre Behandlung darf die Behandlung der ursächlichen Krankheit jedoch keineswegs gefährden. In diesem Sinne ist individuell zu prüfen, ob die alternativen Behandlungsmethoden mit Rücksicht auf die ursächliche Erkrankung sinnvoll sein können oder nicht.

 

Welche Hausmittel können helfen?

 

Es gibt zwei effektive Hausmittel, die gegen eine Kachexie und die meisten verursachenden Erkrankungen zugleich helfen:

Sport

Sport ist eine wichtige Maßnahme, um den Stoffechsel und den Appetit anzuregen. Zudem kann man einem zu starken Abbau der Muskeln, hervorgerufen durch die Kachexie, entgegenwirken. Dazu gehört auch das Herz als Hohlmuskel. Bei Krebserkrankungen setzen Mediziner schon lange Sport als ergänzende therapeutische Maßnahme ein. Die Nebenwirkungen von einer antihormonellen Therapie bzw. einer Chemotherapie werden gelindert. Patienten werden selbstbewusster und emotional gestärkt. Die Leistungsfähigkeit steigt. Je motivierter Betroffene sind, desto leichter fällt ihnen die Mitarbeit und Therapien können effektiver anschlagen.

Bei Betroffenen mit einer chronischen Herzinsuffizienz hilft Sport, den Puls zu senken und das Herz zu stärken. Es kann vermehrt Sauerstoff aufgenommen werden und die Durchblutung wird verbessert. Die Skelettmuskulatur wird gestärkt und entlastet das Herz. Es kommt zu einem Gewichtsverlust und die Sterblichkeitsrate wird verringert.

Auch Menschen mit einer Essstörung können durchaus von vermehrter Bewegung profitieren, wenn ihr Fokus darauf liegt, gesund zu werden. Der Stoffwechsel wird angeregt und es kommt zu einer Steigerung des Appetits. Das Selbstbewusstsein, dass vielen Betroffenen mit Anorexia nervosa fehlt, steigt. Ist der Patient jedoch nur darauf fokussiert, durch den Sport mehr Gewicht zu verlieren, ist vermehrte Bewegung kontraproduktiv.

Ernährung

Ein weiteres Hausmittel ist die gesunde Ernährung, bzw. ein Ernährungsplan, der auf die ursächliche Erkrankung ausgerichtet ist. Palliativ sollte sich bei einer Kachexie ausgewogen und kalorienreich ernährt werden. Abwechslung auf dem Speiseteller kann unterstützend wirken und Lust auf das Essen machen. Eine ausgewogene Ernährung mit frischen Zutaten, die den Körper mit Nährstoffen versorgen, kann hilfreich sein, solange der Körper in der Lage ist, die Nährstoffe aufzunehmen.

 

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

Condurango (auch Condurangobaum genannt) wird oft bei Abmagerung in Folge von Magenbeschwerden eingesetzt. Die häufigsten Potenzen sind D2 bis D12.

Helleborus Niger, eine Heilpflanze, die auch den Namen Christrose trägt, kommt bei Herzschwäche mit einer symptomatischen Abmagerung zum Einsatz. Ihre Potenzen reichen von D3 bis D12.

Hydrastis, der Kanadische Gelbwurz, kommt bei Abmagerung zum Einsatz und ist bis zu der Potenz D3 verschreibungspflichtig. Hydrastis reicht jedoch hinauf bis zur Potenz D12.

Kreosotum (abgekürzt Kreos), auch als Buchenholzteer bezeichnet, ist ein Pflanzen-Teer und kommt bei Abmagerung zum Einsatz. Kreosotum ist von den Potenzen D4 bis D12 frei erhältlich. Für die Potenzen bis D3 ist ein Rezept notwendig.

Gegen eine allgemeine Appetitlosigkeit helfen eine Reihe von Heilkräutern und Heilpflanzen, die sich einfach unter das Essen mischen lassen oder auch in flüssiger Form eingenommen werden können:

 

  1. Basilikum
  2. Bockshornklee
  3. Bohnenkraut
  4. Dill
  5. gelber Enzian
  6. Ingwer – einfacher Ingwertee: 3 cm frische Ingwerknolle mit kochendem Wasser übergießen, mind. 20 Minuten ziehen lassen
  7. Kardobenedikte
  8. Knoblauch
  9. Kümmel
  10. Tausendgüldenkraut
  11. Wacholder
  12. Wermut
  13. Zwiebeln

Ätherische Öle

 

Ätherische Öle können eingesetzt werden, um eine Steigerung des Appetits zu bewirken.

 

  • Mischt man zwei Tropfen Pfefferminzöl mit 1 Tropfen Basilikumöl und 1 Teelöffel Klettenwurzelöl, lässt sich damit der Solarplexus einreiben. Dies ist die Verbindung zwischen dem Brustkorb und der Magengrube.
  • Mit 1 Tropfen Lavendelöl, 2 Tropfen Schafgarbenöl, 2 Teelöffeln Schwarzkümmelköl und 1 Tropfen Kamilleöl lässt sich ein Mischung herstellen, um den Bauch einzureiben.
  • Bei der Mischung von Wasser mit Eisenkrautöl, Estragonöl und Kardamonöl lässt sich ein appetitanregender Raumduft herstellen, der in eine Duftlampe gefüllt werden kann.
  • 2 Tropfen Lavendelöl auf einem StüCK Zucker können zwei Mal am Tag eingenommen werden.

Homöopathie & Globuli

 

Im Bereich Homöopathie und Globuli gibt es einige Mittel, die insbesondere gegen Appetitlosigkeit helfen. Auch hier sollte allerdings das gesamte Krankheitsbild bedacht und nichts eingenommen werden, was negativ auf die ursächliche Erkrankung wirkt.
Jodum (Jod) wird häufig bei einer zu hohen Stoffwechseltätigkeit eingesetzt. Bis zur Potenz D3 ist Jod verschreibungspflichtig. Von D4 bis D12 ist es ohne Rezept erhältlich. Da Jod den Stoffwechsel stark beeinflussen kann, sollte die Einnahme mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Gegen Appetitlosigkeit sind einige homöopathische Mitteln bzw. Globuli hilfreich, die eingenommen werden können:

 

  1. Abies Nigra (Amerikanische Schwarzfichte), getrocknetes Harz, zumeist in den Potenzen D2 bis D6
  2. Abrotanum (Eberraute), Heilpflanze, zumeist in der Potenz D6
  3. Anarcadium (Elefantenlausbaum), den Früchten zugehörig, zumeist in den Potenzen D3 bis D6
  4. Antimonium crudum (Schwarzer Spiessglanz), ein Mineral, zumeist in den Potenzen D4 bis D15

Die homöopathischen Mittel bzw. Globuli können in den niedrigen Potenzen drei Mal täglich eingenommen werden.

 

  • Tropfen: 5 bis 20 Tropfen, etwa eine Minute im Mund behalten
  • Tabletten: 1 Tablette, langsam im Mund zergehen lassen
  • Globuli: 5 Globuli, langsam im Mund zergehen lassen

Schüssler-Salze

 

Das Schüssler-Salz Nr. 13 Kalium arsenicosum kommt bei Abmagerung, verursacht durch andere Erkrankungen (z.B. Krebs, Essstörungen), zum Einsatz, die den Körper auszehren.
Bei Appetitlosigkeit gibt es ebenfalls die Möglichkeit Schüssler-Salze zu nutzen:

 

  1. Schüssler-Salz Nr. 8Natrium chloratum
  2. Schüssler-Salz Nr. 15Kalium jodatum
  3. Schüssler-Salz Nr. 22Calcium carbonicum

Schüssler-Salze, zumeist in den Potenzen D6 und D12, können einzeln eingenommen oder mit bis zu maximal zwei anderen Schüssler-Salzen kombiniert werden. Wendet man sie in Tablettenform an, können 3-6 mal täglich 1-3 Tabletten eingenommen werden. In hochdosierter Form kann man alle 1-10 Minuten eine Tablette einnehmen. Kinder sollten 3-6 mal täglich 1/2-2 Tabletten einnehmen. Dabei sollten jedoch Körpergröße und Alter berücksichtigt werden.

Schüssler-Salze gibt es ebenfalls als Globuli und in Pulverform. Die Tabletten und Globuli sollte man einzeln im Mund zergehen lassen. Das Pulver sollte in Wasser aufgelöst werden. Der Behandlungszeitraum kann sich über Wochen und Monate erstrecken.

 

Diät & Ernährung

 

Problematisch bei der Kachexie sind mangelnder Appetit und der oftmals unzureichende Stoffwechsel. Dadurch werden dem Körper nicht genügend Nährstoffe zugeführt. In erster Linie werden kaum Mikronährstoffe aufgenommen. Diese finden sich v.a. in Obst und Gemüse, die jedoch kaum Kalorien beinhalten. Eine Zunahme des Gewichts wird so erheblich erschwert. Trotz dessen gibt es einige Empfehlungen bezüglich der Ernährung bei einer Kachexie, die insbesondere bei einer Tumorkachexie bedacht werden können und zumeist in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Vitamine und Mineralstoffe

Vitamine und Mineralstoffe können über spezielle künstliche Präparate aufgenommen werden und eine Hilfestellung sein. Da die Nutzung solcher Mittel nicht unumstritten ist, sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden. Die Kritik dieser Mittel richtet sich auf eine potentielle krebsfördernde Wirkung und die mangelnde Fähigkeit des Körpers, diese aufzunehmen.

Es gibt natürliche Präparate, die helfen können, den Nährstoffmangel auszugleichen, wenn eine Aufnahme über frische Lebensmittel nicht mehr möglich ist. Diese gibt es in Form von Obst- und Gemüsekonzentraten.

Eiweiße und Fette

Da bei der Kachexie nicht einfach Gewicht in Form von Körperfett verloren wird, sondern auch Muskulatur betroffen ist, müssen den Betroffenen Eiweiße und Fette verabreicht werden. Optimal sind spezielle Aminosäuren, die den Schwund der Muskulatur verhindern.
Essentielle Omega-3-Fettsäuren helfen, den Körper mit Fetten zu versorgen. Zwei Varianten sind denkbar. Zum einen Präparate aus Fischöl, die es in Form von Kapseln oder Öl gibt. Fischöl hat den Vorteil, dass es kaum Omega-6-Fettsäuren enthält, Entzündungen hemmt und sich positiv auf Herz und Gefäße auswirkt. Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl bestehen primär aus Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA). Insbesondere letzteres hat sich bei der Kachexie als nützlich erwiesen.

Präparate aus Fischöl sollten von Kaltwasserfisch aus dem Wildfang gewonnen werden, um die Gesundheit der Tiere zu garantieren. Die Qualität des Fischöls wird erhöht durch die Kaltpressung, da eine schädliche Oxidation vermieden wird.

Weniger effektiv sind Omega-3-Fettsäuren auf pflanzlicher Basis (z.B. kaltgepresstes Leinöl). In ihnen ist in erster Linie Alphalinolensäure (ALA) enthalten. Auch das ist von Vorteil, kann jedoch im Körper nur auf geringer Basis zu DHA und EPA verändert werden.

Weitere Nahrungsergänzungsmittel

Mit Blick auf entzündungshemmende Präparate gibt es einige Möglichkeiten, die z.T. einfach unter das Essen gemischt werden können: Als sehr wirkungsvoll hat sich Kurkuma (Gelbwurz) bei der Kachexie erwiesen, da es nicht nur entzündungshemmend, sondern auch appetitanregend wirkt. Mischt man dieses Gewürz mit schwarzem Pfeffer, werden die enthaltenen Wirkstoffe Curcumin und Piperin im Zusammenspiel in ihrer Wirksamkeit um das 1000-fache gesteigert.
Weitere mögliche Ergänzungen zur Ernährung sind:

 


FAQ – Fragen & Antworten

Kann Cannabis bei einer Tumorkachexie helfen?

Cannabis kann bei der Behandlung einer Tumorkachexie hilfreich sein, da die Cannabinoide den Appetit anregen und stimmungsaufhellend wirken können. Schmerzen und Übelkeit können gelindert oder beseitigt werden. Jedoch spricht nicht jeder Patient positiv auf die Behandlung mit Cannabis an.

Wie intensiv ist die Kachexie erforscht?

Es sind viele Fragen offen bezüglich der tatsächlichen Auslöser und Hintergründe der Kachexie im Allgemeinen. Welche Auslöser tatsächlich beteiligt sind, ist noch keinesfalls einheitlich geklärt und es gibt nur wenige (zuverlässige) Antworten. Die molekularen Abläufe sind den Forschern nach wie vor ein Rätsel.

Wo steht die Forschung bezüglich der Behandlung?

Forscher sind sich teilweise noch sehr uneinig wie die Kachexie behandelt werden sollte. Das hat mit dem z.T. noch sehr unspezifischen Wissen über die Krankheitsursachen zu tun.

Wie sieht die allgemeine Prävalenz bei Kachexie aus?

Bei einigen der Kachexie zugrunde liegenden Erkrankungen lassen sich kaum zuverlässige Aussagen zur Prävalenz der Kachexie treffen. Eine Schätzung besagt jedoch, dass der chronische ungewollte Muskelabbau im Rahmen einer Kachexie weltweit etwa neun Millionen Menschen betrifft.

Können zur Diagnose Laborwerte hinzugezogen werden?

Bei dem Versuch, eine Kachexie zu diagnostizieren, werden Laborwerte untersucht, z.B. Urin- und Blutwerte. In Abhängigkeit von der ursächlichen Erkrankung, sind auffällige Werte nicht immer aussagekräftig, da diese von der Grunderkrankung verursacht worden sein können.

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