Anämie (Blutarmut)

Der Mangel an Blutzellen

Anämie - Symptome und Ursachen

Bei einer Anämie kann es aufgrund einer verminderten Sauerstoffzufuhr zu diversen Symptomen & Komplikationen kommen

Leistungsschwäche, Schwindel, eine blasse Haut und Ohrensausen sind typische Symptome einer Anämie. Die Erkrankung wird umgangssprachlich auch als Blutmangel oder Blutarmut bezeichnet, da bei einer Anämie der Hämoglobin-Gehalt und / oder der Anteil der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) vermindert ist.

Hämoglobin ist ein Eiweißkomplex und Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es bindet Sauerstoff und verleiht dem Blut seine rote Farbe.

Ist der Hämoglobin-Gehalt und / oder der Anteil der Erythrozyten im Blut zu gering, stehen dem Körper auch weniger Transportkapazitäten für den Sauerstoff zur Verfügung. Die verminderte Sauerstoffversorgung führt zu zahlreichen Symptomen und kann schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen.

Die Ursachen für eine Anämie sind vielfältig, wobei ein Eisenmangel den häufigsten Grund darstellt. Fehlt es dem Organismus an Eisen, ist nämlich auch die Synthese des Hämoglobins gestört.

Was ist eine Anämie (Blutarmut)?

Als Anämie wird eine Verminderung des Blutfarbstoffes Hämoglobin und / oder ein zu geringer Anteil an Erythrozyten (roten Blutkörperchen) am Blutvolumen bezeichnet. Eine Anämie besteht, wenn der Gehalt unter der geschlechts- und altersspezifischen Norm liegt.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht die Erkrankung demnach bei einer Hämoglobinkonzentration von unter folgenden Werten:

Kinder (6 Monate bis 6 Jahre): 11 g/dl

Kinder (6 – 14 Jahre): 12 g/dl

Männer (erwachsen): 13 g/dl

Frauen (erwachsen): 12 g/dl

Frauen (erwachsen, schwanger): 11 g/dl

g/dl = Gramm pro Deziliter

Zusammensetzung des Blutes

Blut besteht zu etwa 55 % aus Blutplasma und zu 44 % aus Zellen. Der sogenannte Hämatokrit gibt Aufschluss über das Verhältnis von Plasma und Blutzellen. Im Plasma sind diverse Stoffe wie etwa Nährstoffe und Hormone gelöst.

Die Blutzellen setzen sich wie folgt zusammen:

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Thrombozyten (Blutplättchen)

Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

Leukozyten sind essenziell für die Immunabwehr und schützen den Organismus vor fremden Strukturen wie Krankheitserregern. Thrombozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Blutstillung, indem sie gerinnungsfördernde Stoffe freisetzen und sich aneinander oder an Gewebe heften, um eine Wunde zu verschließen.

Den Großteil der Blutzellen machen die Erythrozyten aus. Diese bestehen wiederum hauptsächlich aus Hämoglobin. Die Erythrozyten fungieren also insbesondere als Trägerzellen vom Hämoglobin.

Das Hämoglobin (Blutfarbstoff) ist ein eisenhaltiger Eiweißkomplex, welcher bei Wirbeltieren wie dem Menschen für den Sauerstoff- und Kohlendioxid-Transport verantwortlich ist. Durch den hohen Hämoglobin-Anteil haben die Erythrozyten und somit auch das Blut eine rote Farbe.

Der durch die Atmung gewonnene Sauerstoff wird in der Lunge an das Hämoglobin gebunden, sodass er über das Blut zu allen Geweben und Organen gelangen kann. Gibt das Hämoglobin den Sauerstoff ab, bindet es im Austausch das entstandene Stoffwechselprodukt Kohlendioxid (co2).

Das Kohlendioxid wird dann zur Lunge hin transportiert und anschließend über die Atmung aus dem Körper ausgeschieden. Nun kann das Hämoglobin wieder neues Sauerstoff binden und der Prozess beginnt von vorne.

Erythrozyten und Hämoglobin sind folglich Schlüsselsubstanzen beim Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid.

Wenn es wie bei der Anämie zu einem Mangel kommt, ist demnach auch die Sauerstoffversorgung im gesamten Körper vermindert. Das führt wiederum zu Folgesymptomen und Komplikationen.

Einteilung von Anämien

Anämien können nach folgenden Kriterien in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden:

  • nach ihrer Struktur und Form (Morphologie) in normo-, makro- oder mikrozytäre Anämien
  • nach Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen in normo-, hyper- oder hyporegenerative Anämien
  • in chronische oder akute Anämien
  • nach dem Gehalt an Hämoglobin in normo-, hyper- oder hypochrome Anämien
  • in erworbene oder angeborene Anämien

Für die Einteilung der Anämien werden die Größe der roten Blutkörperchen und ihr Gehalt an Hämoglobin betrachtet. Wenn die Erythrozyten eine normale Größe und einen angemessenen Hämoglobin-Gehalt besitzen, sprechen Mediziner demnach von einer normochromen, normozytären Anämie.

Die mikrozytäre, hypochrome Anämie
Bei der mikrozytären Anämie sind die roten Blutkörperchen kleiner als gewöhnlich und daher auch mit einem geringeren Hämoglobin-Anteil beladen. Meistens sind sie auch hypochrom, also blasser als im Normalfall, weshalb diese Art der Blutarmut oft auch als mikrozytäre, hypochrome Anämie bezeichnet wird. Die mikrozytäre Anämie kann unter anderem durch einen Eisenmangel verursacht werden.

Die makrozytäre, hyperchrome Anämie
Bei der makrozytären Anämie sind die Erythrozyten größer als gewöhnlich und somit mit mehr Hämoglobin beladen. Dies führt zwar auch dazu, dass mehr Sauerstoff transportiert werden kann, allerdings werden zu groß geratene Erythrozyten frühzeitig in der Milz abgebaut.

Daher haben die vergrößerten Erythrozyten eine stark verkürzte Lebenszeit. Die Vergrößerung der roten Blutkörperchen wird unter anderem durch einen Vitamin-B-12-Mangel oder einen Folsäurenmangel verursacht. Diese Form der Blutarmut wird oft auch als makrozytäre, hyperchrome Anämie bezeichnet, da die Erythrozyten hierbei farbiger sind als im Normalfall.

Normozytäre, normochrome Anämie
Bei der Normozytären Anämie sind die Zellen normal. Auch die Farbe der Erythrozyten ist gewöhnlich (normochrom). Allerdings ist der sogenannte Hämatokrit verringert. Das bedeutet, dass das Blutvolumen prozentual stärker angestiegen ist, als die Anzahl der Erythrozyten und des Hämoglobins. Die normozytäre, normochrome Anämie ist in den meisten Fällen auf einen starken Blutverlust zurückzuführen.

Symptome einer Anämie

Die Symptome einer Anämie kommen einerseits direkt durch die verminderte Sauerstoffversorgung zustande. Andererseits versucht der Körper die Unterversorgung auf verschiedene Weisen auszugleichen (Kompensationsmechanismen), sodass es zu weiteren Symptomen kommt.

Beim Versuch trotz Mangel an Hämoglobin und / oder Erythrozyten einen ausreichenden Sauerstofftransport zu gewährleisten, steigert der Organismus typischerweise die Herzfrequenz. So kann das Blut zwar schneller durch den Körper gepumpt werden, allerdings führt dies auch zu einer schnelleren Belastung.

Andererseits wurde bei vielen Betroffenen auch ein sehr schwacher Puls gemessen. Diese leiden dann unter Schweißausbrüchen, Schwindel, Atemnot und in einigen Fällen kommt es zu Ohnmachtsanfällen.

Bei größeren Anstrengungen kann sich darüber hinaus Schwindel einstellen. Einige Patienten hören ein Pochen oder Rauschen in den Ohren und haben ein erhöhtes Kälteempfinden.

Auch die verminderte Sauerstoffversorgung führt zu typischen Beschwerden. Die Beschwerden sind allerdings unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt und es müssen nicht immer alle vorliegen.

Vorsichtig sollten Betroffene mit einer angeborenen Herzschwäche oder einem Herzschaden sein. Durch die mangelhafte Sauerstoffversorgung können eine höhere Belastung und ein deutlich vermehrter Herzschlag schließlich zum Herzinfarkt führen.

Klassische Symptome einer Anämie:

Ursachen der Symptome

Warum kommt es dazu?

Anämie-Patienten leiden infolge der verminderten Sauerstoffversorgung häufig unter einem Leistungsabfall, Kopfschmerzen, einer leichten Ermüdbarkeit und unter Dyspnoe (Kurzatmigkeit).

Schleimhäute und Haut sind häufig blass. Das liegt daran, dass die Blutgefäße sich bei einer Blutarmut als Reaktion auf den Mangel an Sauerstoff zusammenziehen. Allerdings ist vor allem die blasse Haut je nach Hautfarbe nicht immer gut erkennbar.

Die weiße Augenhaut (Sclera) weist in manchen Fällen einen bläulichen Unterton auf, der durch die Blutarmut an den kleinsten Bindehaut-Gefäßen zurückzuführen ist.

Wird das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, können Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Tinnutus, Ohnmacht (Synkope), Übelkeit, Schlaflosigkeit, Sehstörungen und Konzentrationsprobleme die Folge sein.

Infolge der Sauerstoffunterversorgung scheiden die Nieren ggf. sehr geringe Mengen an Blut über das Urin (mikroskopische Hämaturie) aus. Auch ein Rückhalt von Wasser und Salz (Niereninsuffizienz) sowie eine leichte Ausscheidung von Eiweiß (Proteinurie) können die Folge sein.

Eine verminderte Sauerstoffversorgung des Herzmuskels kann zu einer Angina Pectoris führen. Bei einer länger anhaltenden Anämie kommt es zudem zu brüchigen Fuß- und Fingernägeln, Spliss und Haarausfall.

Oft kommt es auch zu einem erhöhten Herzschlag (Tachykardie) und einer beschleunigten Atmung (Tachypnoe), da der Körper auf diese Weise versucht, den Sauerstoffmangel auszugleichen.

Die erhöhte Blutumlaufsfrequenz führt zu einer höheren Strömungsgeschwindigkeit, die wiederum das sogenannte Nonnensausen in den Jugularvenen (Halsvenen) und anämische Strömungsgeräusche der Herzklappen hervorgerufen kann.

Der Arzt kann also über ein Stethoskop veränderte Strömungsgeräusche vom Blut wahrnehmen. Durch den verminderten Erythrozyten- bzw. Hämoglobin-Gehalt verändert sich nämlich die Viskosität (Zähflüssigkeit) des Blutes. Es kommt zu Turbulenzen im Blut, die beim Abhören als Surren wahrzunehmen sind.

Symptome je nach Art

Je nach Ursache der Anämie sind noch weitere Symptome möglich bzw. einige Symptome noch stärker ausgeprägt.

Eisenmangel-Anämie:

  • Brüchige Nägel
  • Brüchige Haare
  • Mundwinkelentzündungen
  • Schleimhautentzündungen

Vitamin-b12-Mangel-Anämie bzw. Perniziöse Anämie

  • Gedächtnisstörungen (auch bleibende)
  • Leistungsabfall
  • Verdauungsprobleme und Appetitlosigkeit (z. B.: Durchfall, Verstopfungen und / oder Gewichtsverlust)
  • Zungenbrennen

Hämolytische Anämie

Innerer Blutverlust:

  • Teerstuhl / Meläna (schwarzer Stuhl)
  • Blut im Urin oder Stuhl
  • verminderter Blutdruck
  • erhöhte Herzfrequenz
  • Kreislaufzusammenbruch

Ursachen einer Anämia

Das Beschwerdebild der Anämie ist so komplex, dass es oft als eigenständige Krankheit wahrgenommen wird. Allerdings handelt es sich vielmehr um ein Symptom, welches durch eine andere Grunderkrankung, durch Verletzungen oder aufgrund einer Mangelerscheinung hervorgerufen wird.

Der Mangel an Erythrozyten bzw. an Hämoglobin wird verursacht durch:

  1. Blutbildungsstörungen (gestörte Bildung von Erythrozyten und / oder Hämoglobin)
  2. Blutungsanämien (hoher Blutverlust)
  3. Hämolytische Anämien (gesteigerte Zerstörung der roten Blutkörperchen)

Genannte Ursachen können wiederum Aufschluss über den eigentlichen Auslöser bringen. So kann etwa ein Eisenmangel die Ursache für die Blutbildungsstörung sein, während ein angeborener Gendefekt wie etwa die Thalassämie die Lebenszeit der Blutzellen stark verkürzt.

In einigen Fällen können die Ursachen der Anämien in einer Wechselwirkung zueinander stehen. So kann eine starke Blutung (Blutungsanämie) zu einem Eisenmangel führen und der Eisenmangel kann wiederum zu Blutbildungsstörungen führen.

Unabhängig davon, was den Mangel an Hämoglobin und / oder an Erythrozyten ausgelöst hat, die Folge ist immer eine Sauerstoffunterversorgung im Organismus. Im Folgenden werden die Ursachen der Anämie genauer erläutert.

Blutbildungsstörungen

Anämie - Blutbild

Es gibt viele Gründe, warum die Bildung von Erythrozyten und / oder Hämoglobin gestört sein kann. Das Blut wird im Knochenmark gebildet, wo sich Stammzellen mit Hilfe von verschiedenen Botenstoffen zu diversen Arten von Blutzellen differenzieren. Hier werden auch die Vorstufen von den Erythrozyten gebildet.

Fehlt es dem Körper nun an einem Baustein wie etwa an Vitaminen oder Hormonen, kann die Blutbildung geschädigt sein. Auch Erkrankungen vom Knochenmark wie etwa Blutkrebs (Leukämie) oder Tumore beeinträchtigen die angemessene Blutbildung. Eine Blutbildungsstörung ist der häufigste Grund für Anämien.
Eine Blutbildungsstörung kann durch folgende Grunderkrankungen verursacht werden:

  • Eisenmangel
  • Folsäurenmangel
  • Vitamin-b12-Mangel und Perniziöse Anämie
  • Renale Anämie
  • Thalassämie
  • Entzündungen und Erkrankungen

Eisenmangel

(mikrozytäre, hypochrome Anämie)

Einer der häufigsten Ursachen ist ein Eisenmangel. Eisen ist als Baustein für das Hämoglobin unverzichtbar. Bei einem schleichenden Blutverlust ist häufig auch von einer chronischen Anämie die Rede.

Hierbei verliert der Patient über einen längeren Zeitraum unbemerkt kleine Mengen an Blut. Der anhaltende Blut- und Eisenverlust kann durch die natürliche Nahrungsaufnahme nicht mehr ausgeglichen werden. Die Eisenspeicher des Körpers werden bereits ab einem Blutverlust von 20 Millilitern am Tag allmählich ausgeschöpft.

Mangelt es an dem für das Hämoglobin essenzielle Eisen, kommt es zu mikrozytären und hypochromen Erythrozyten. Diese erlauben wiederum nur ein eingeschränkten Transport von Sauerstoff.

Eisenmangel je nach Personengruppe

  • Bei Frauen kann der Grund in verlängerten und starken Menstruationsblutungen (Hypermenorrhoe) liegen und / oder an mehreren Schwangerschaften. Bei älteren Frauen und Männern rühren die Blutungen in der Regel von Erkrankungen des Darms her.
  • Kindern und Schwangere haben einen erhöhten Eisenbedarf. Daher kann der Eisenmangel auch einfach durch eine zu geringe Eisenzufuhr über die Nahrung hervorgerufen werden. Auch bei extremen Ernährungsweisen kann es zu Eisenmangel kommen.
  • Schwangere und stillende Frauen entwickeln regelmäßig einen Eisenmangel, da das Baby große Mengen dieses Metalls für das Wachstum benötigt. Ein Mangel an Eisen kann zu einem geringen Geburtsgewicht und Frühgeburten führen. Frauen, die schwanger sind oder es werden wollen, werden daher häufig vorsorglich Eisenergänzungen verordnet, um diese Komplikationen zu vermeiden.
  • Neugeborene, die von Müttern mit Eisenmangel gestillt werden, neigen ebenfalls dazu, eine Eisenmangelanämie zu entwickeln.

Diagnose

Bluttests

zeigen zuverlässig ein unter Umständen normales oder niedriges Hämoglobin, ein erniedrigtes Eisen, niedriges Ferritin und normabweichende Indizes und Anzahl der roten Blutkörperchen.

Die totale Eisenbindungskapazität (total Iron-binding capacity= tibc) oder das Transferrin sind erhöht. Der Ferritin-Test wird als sehr spezifisch für die Identifizierung der Eisenmangelanämie angesehen, wenn nicht zugleich eine Infektion oder Entzündung vorliegt.

Die Eisenkonzentration im Blut unterliegt einer ausgeprägten diurnalen Variation, das heißt, dass die Werte sich abends deutlich von denen morgens unterscheiden. Daher sollte die Eisenbestimmung aus dem Blut immer zu vergleichbaren Zeitpunkten erfolgen.

Die Behandlung des Eisenmangels beinhaltet meist die Gabe von Eisenpräparaten in Tablettenform. Bei älteren Frauen und Männern sollten sich immer weitere Untersuchungen anschließen, um den Grund für den ungewöhnlichen Blutverlust festzustellen.

Gründe für einen Eisenmangel im Überblick:

  • starke oder langanhaltende Blutungen (z. B.: aufgrund von Darmerkrankungen oder nach Unfällen und OPs)
  • Fehlernährung
  • Schwangerschaft (höherer Eisenbedarf)
  • Menstruationsblutungen

Folsäuren-Mangel

(makrozytäre, hyperchrome Anämie)

Eine weitere Ursache kann ein Mangel an Folsäure sein. Dieses Vitamin ist für die Zellteilung und Blutbildung verantwortlich. Folsäure kann nur über die Nahrung aufgenommen werden. Ein Mangel tritt bei mangelhafter Ernährung und bei hohem Alkoholkonsum auf.

Bei einem Folsäuren-Mangel sind die Erythrozyten vergrößert und funktionesärmer. Es handelt sich also um eine makrozytäre, hyperchrome Anämie. Die vergrößerten Erythrozyten können zwar mehr Sauerstoff transportieren, allerdings haben sie auch eine verkürzte Lebensdauer, da sie frühzeitig in der Milz abgebaut werden.

Wichtig zu wissen ist, dass ein mangelhafter Folsäure-Haushalt bei Schwangeren unter Umständen sogar zu Fehlbildungen beim Embryo führen kann. Aus diesem Grund sollten Schwangere auf jeden Fall immer für eine ausreichende Zufuhr an folsäurehaltigen Lebensmitteln achten.

Der Folsäuremangel kann ein ähnliches Muster von Veränderungen in den Hämoglobinwerten und den Indizes für die roten Blutkörperchen wie der Mangel an Vitamin B12 hervorrufen.

Folsäure wird in vielen Nahrungsmitteln gefunden, besonders in grünem Blättergemüse. In den Vereinigten Staaten wird sie auch den meisten Getreideprodukten zugesetzt, so dass ein Folsäuremangel in den USA heute relativ selten gesehen wird.

In der Schwangerschaft herrscht allerdings ein erhöhter Bedarf für Folsäure, so dass in dieser Zeit ein Mangelzustand entstehen kann. Dies hat besonders in dieser Zeit gefährliche Auswirkungen, da ein Folsäuremangel zu Entwicklungsstörungen im Bereich des Gehirns und Rückenmarks des Babies führen kann. Schwangere sollten daher immer Folsäurepräparate einnehmen.

Gründe für einen Folsäurenmangel im Überblick:

  • Fehlernährung
  • starker Alkoholismus
  • Schwangerschaft (erhöhter Folsäurenbedarf)

Vitamin-B-12-Mangel

(makrozytäre, hyperchrome Anämie)

Vitamin B12 (Cobalamin) wird für den Stoffwechsel von Folsäure und Nervenzellen benötigt. Eine verhinderte Aufnahme von Vitamin B12 kann durch eine Störung im Verdauungstrakt begründet sein. Ursachen könnten Morbus Crohn, eine Magenschleimhautentzündung, Fischbandwürmer oder sonstige Bakterien sein.

Da durch einen Vitamin-B-12-Mangel auch der Folsäurenstoffwechsel gestört ist, kommt es hierbei ebenfalls zu einer makrozytären, hypochromen Anämie.

Der Vitamin b12-Mangel ist seltener als die Eisenmangelanämie. Zu den wichtigen Ursachen gehört eine inadäquate Aufnahme von Vitamin b12, insbesondere bei Alkoholkranken Personen, sowie die perniziöse Anämie, bei der der „Intrinsic Factor“, der für die Aufnahme des Vitamin b12 aus der Nahrung verantwortlich ist, duch Erkrankungen fehlt.

Ein Vitamin b12-Mangel kann auch Nervenprobleme verursachen, die sich häufig in Form von Taubheit oder Kribbeln zunächst in den Händen und Füssen äußern. Das Hämoglobin ist hierbei niedrig und die roten Blutkörperchen ungewöhnlich groß.

Bei unsachgemäßer Nahrungszufuhr im Rahmen der Alkoholerkrankung kommt es häufig zu einem kombinierten Mangel von Vitamin b12 und Folsäure.
Gründe für einen Vitamin-b12-Mangel im Überblick:

Perniziöse Anämie

(makrozytäre, hypochrome Anämie)

Besonders tragisch ist die Perniziöse Anämie, bei der es sich um eine Sonderform des Vitamin-b12-Mangels handelt. Ursachen könnten eine Autoimmunerkrankung, eine Schädigung der Magenschleimhaut oder gar eine Teilentfernung des Magens sein.

Bei einer Autoimmunerkrankung als Ursache werden die körpereigenen Blutzellen vom Abwehrsystem zerstört. Als Folge wird auch die Bildung des sogenannten Intrinsic Factor vermindert, der wichtig für die Aufnahme von Vitamin-b12 ist. Es kommt zu einem Vitamin-b12-Mangel und folglich zu einer makrozytären, hypochromen Anämie.
Gründe für eine perniziöse Anämie im Überblick:

  • Autoimmunerkrankung
  • Schädigungen der Magenschleimhaut
  • Teilentfernungen des Magens

Renale Anämie

Bei der renalen Anämie liegt die Ursache in einer chronischen Nierenerkrankung bzw. einer Nierenschädigung. In der Niere wird der wichtige Botenstoff Erythropoetin gebildet, der für die Bildung der Erythrozyten im Knochenmark verantwortlich ist.

Der Mangel an Erythropoetin führt zu einer verringerten Bildung von Erythrozyten. Die entstandene Blutarmut wird durch die kürzere Lebensdauer der roten Blutkörperchen und die bei Nierenerkrankten häufig benötigte Dialyse (Blutwäsche) weiter verstärkt.
Gründe für eine renale Anämie im Überblick:

Thalassämie

(mikrozytäre, hypochrome Anämie)

Die Thalassämie ist eine erbliche Veränderung in der Hämoglobinproduktion und führt zu kleinen roten Blutkörperchen, die an jene bei Eisenmangel erinnern. In ihrer schwersten Form weisen die roten Blutkörperchen auch eine verkürzte Lebensspanne auf. Bei milderen Formen tritt nur eine milde oder gar keine Anämie auf und die Erkrankung wird oft nur bei Routineblutkontrollen durch verkleinerte Blutkörperchen festgestellt.

Da bei der Thalassämie die Erythrozyten vorzeitig abgebaut werden, wird diese Erkrankung auch den Blutungsanämien zugeordnet. Die mutierten Erythrozyten haben eine verkürzte Lebenszeit, sodass es zu einem Missverhältnis zwischen Plasma und Blutzellen kommen kann.

Diese Erbkrankheit wird häufig bei Patienten mit mediterranem, afrikanischem oder asiatischem Hintergrund gesehen. Der Fehler in der Produktion kann jede der beiden Hauptkomponenten des Hämoglobins betreffen und die Erkrankung wird dementsprechend als alpha- oder beta-Thalassämie bezeichnet.

Die „beta minor“ Variante tritt ähnlich der Sichelzellanämie auf, wenn der Betroffene einen halben Satz normaler und einen halben Satz beta-Thalassämie-Gene erbt. Diese Kombination verursacht nur eine milde Anämie und keine weiteren Symptome.

Die „beta major“ Form (aufgrund zweier ererbter beta-Thalassämie-Genen, auch Cooley-Anämie genannt) ist schwerwiegender und kann sich in Wachstumsstörungen, Ikterus (Geldsucht, einer Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes) und einer schweren Anämie äußern. Die Hämoglobin-Elektrophorese zeigt bei der Beta-Thalassämie-Form eine Zunahme an Hämoglobin A2 und/oder Hämoglobin F, kann aber bei anderen Formen relativ normal ausfallen.

Weitere Ursachen

Jede chronische Erkrankung, die das Entzündungssystem des Körpers stimuliert, vermindert die Reaktionsfähigkeit des Knochenmarks auf das Erythropoetin.

Auf diese Weise kann zum Beispiel die rheumatoide Arthritis (eine schwere Art der autoimmunen Gelenkerkrankung, bei der der Körper seine eigenen Gelenke angreift) zu einer Anämie führen. Auch andere Erkrankungen, wie unter anderem chronische Infektionen (wie hiv oder Tuberkulose), Krebs und Zirrhose, können auf ähnliche Weise eine Anämie hervorrufen.

Bei Erkrankungen, bei denen auch das Knochenmark betroffen ist oder ersetzt werden muss (wie bei Leukämie und Lymphomen, also Tumoren der weißen Blutzellen), kann es ebenfalls zur Anämie kommen.
Weitere Gründe für eine Blutbildungsstörung im Überblick:

Blutverlust und Hämolyse

Neben den Blutbildungsstörungen können auch hohe Blutverluste oder ein vermehrter Abbau der Erythrozyten zu einer Anämie führen. Es kann also aufgrund einer starken bzw. chronischen Blutung oder durch die sogenannte Hämolyse zu einem Missverhältnis zwischen Blutplasma und Blutzellen kommen.
Ursachen für eine Blutungsanämie sind z. B.:

  • Hämolyse
  • starke oder lang anhaltende Blutungen
  • Angeborene Gendefekte
  • Knochenmarkversagen (aplastische Anämie)

Die hämolytische Anämie

Alle Formen der Anämie, die durch eine gesteigerten Abbau von Erythrozyten gekennzeichnet sind, werden als hämolytische Anämie bezeichnet. Im Normalfall haben die roten Blutkörperchen eine Lebensdauer von ca. 120 Tagen. Bei einer hämolytischen Anämie kann die Lebenszeit auf nur wenige Tage verkürzt werden.

Bei der hämolytischen Anämie kommt es zu einer Zerstörung der Erythrozyten infolge von Antikörper-vermittelten (Immunhämolytische Anämie), Gefäß-bedingten (Mikroangiopathische Anämie), mechanischen (Makroangiopathischen) oder toxisch/ thermischen Ursachen.

Der Organismus kann solch einen gesteigerten Abbau nur bis zu einem gewissen Punkt durch eine verstärkte Bildung von neuem Blut im Knochenmark ausgleichen. Wenn mehr Blutzellen zerstört als neue gebildet werden, kommt es zur Anämie.

Starke/Anhaltende Blutung

Starke oder lang anhaltende Blutungen

Bei einer innerlichen oder äußerlichen Verletzung verliert der Organismus über das Blut unter anderem Erythrozyten, Eisen und Hämoglobin. Handelt es sich um kleine Blutungen wie etwa eine Schürfwunde oder einen kleinen Schnitt kann der Körper den Verlust problemlos ausgleichen.

Der Organismus nimmt etwas mehr Flüssigkeit in sein Gefäßsystem auf, setzt Eisen aus seinen Vorräten frei und regt die neue Produktion von Erythrozyten an.

Ist die Blutung jedoch sehr stark oder dauert sie lange an, kann der Körper den Verlust evtl. nicht ausgleichen. Es kommt zur Blutarmut.Ein längerer oder starker Blutverlust kann unter anderem verursacht werden durch:

  • Operationen
  • Schwere Unfälle
  • sehr starke Monatsblutungen
  • innerliche Verletzungen (z. B. Aufgrund von einem Magengeschwür oder Darmkrebs)

Die häufigste Ursache für eine durch Blutungen hervorgerufene Anämie stellt die Regelblutung der Frau dar. Gerade bei kleinen Frauen kann es dadurch zu einem starken Eisenverlust und infolgedessen zu Blutbildungsstörungen kommen.

Ein häufiger Grund sind auch innere Blutungen. Diese bleiben oft unbemerkt und können selbst bei einem sehr schwachen Blutverlust allmählich zur Anämie führen. Ursachen für die inneren Blutungen stellen etwa Darmkrebs– oder Magengeschwüre dar.

Generell ist meistens der durch die Blutung verursachte Eisenmangel und weniger der Blutverlust an sich für die Anämie verantwortlich. Der Körper verliert also über das Blut zu viel Eisen und kann dadurch nicht ausreichend Erythrozyten bzw. Hämoglobin bilden. Somit kommt es sozusagen zu einem doppelten Blutverlust.

Angeborene Anämien

Bei einigen angeborenen Gendefekten wie etwa bei der Sichelzellanämie oder aber der Thalassämie kommt es zu einer veränderten Morphologie (Formveränderung) der Erythrozyten. Die länglichen und sichelförmigen roten Blutkörperchen haben eine deutlich verkürzte Lebensdauer. Kann der Organismus diesen Blutverlust nicht ausgleichen, kommt es zur Anämie.

Die Sichelzellanämie ist eine ererbte Veränderung, die bei „Überträgern“ (wenn der Betroffene ein verändertes Gen von seinen Eltern geerbt hat) nur geringe klinische Beschwerden verursacht, als „Krankheit“ (wenn der Betroffene von jedem seiner Elternteile eines der veränderten Gene geerbt hat) aber zu schweren klinischen Problemen führen kann.

Die roten Blutkörperchen werden dabei fehlgebildet und können unter bestimmten Umständen eine besondere Sichelform annehmen und verkleben sozusagen in den Blutgefäßen, was zu Schmerzen und Anämie führt. Normalerweise wird bei den Neugeborenen, besonders bei Nachkommen von Afrikanern, eine darauf abzielende Vorsorgeuntersuchung durchgeführt. Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen.

Die aplastische Anämie

Die aplastische Anämie (PRCA = pure red cell anaemia) ist eine seltene Erkrankung und wird durch eine Abnahme der roten Blutkörperchen in Folge eines Knochenmarkversagens verursacht.

Symptome der aplastischen Anämie beinhalten eine blasse Hautfarbe, verminderte körperliche Belastbarkeit, Kurzatmigkeit und Müdigkeit aufgrund des verminderten Hämoglobins.

Bei Entwicklung einer generellen Knochenmarkschädigung, z.B. bei Myelodysplasie kommt es zusätzlich zu einer verlängerter Blutungszeit und häufigen Bildung von Hämatomen (blauen Flecken) aufgrund einer erniedrigten Plättchenzahl. Es kommt zudem zu einer erhöhten Anzahl und Schwere von Infektionen aufgrund der niedrigen Zahl der weißen Blutkörperchen.

Das weiße Differentialblutbild zeigt einen Abfall aller weißen Zellen (Panzytopenie). Eine Knochenmarksaspiration zeigt eine verminderte Anzahl reifer Zellen. Die Behandlung ist abhängig von der Ursache. In schweren Fällen können Bluttransfusionen und Knochenmarkstransplantationen erforderlich werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Anämie kann auf unterschiedliche Art und Weise diagnostiziert werden, wobei sie oftmals durch eine Untersuchung des Blutes des Patienten festgestellt wird.

BlutarmutDas Blut aus Darm, Magen oder bei Frauen aus genitalen Blutungen wird auf seinen Anteil an Hämoglobin und Eisen untersucht.

Anhand des Blutes lässt sich auch die Ursache der Blutarmut erkennen. Diese kann aus bestimmten Gründen erworben sein. Aber auch angeborene Arten der Anämie sind möglich. Das Blutbild kann dabei eine sehr große Hilfe sein. Anhand der Blutbestandteile lässt sich erkennen, ob eine Blutarmut vorliegt oder nicht.

Hier werden neben Hämoglobin und Eisen weitere Inhaltsstoffe wie Erythrozyten, Ferritin, Transferritin, Folsäure oder auch Vitamin b12 betrachtet und in ihrem Anteil untersucht. Auch die Form und Anzahl der roten Blutkörperchen lässt einen Schluss auf Anämie zu.

Bei der Blutanalyse werden zum Beispiel folgende Laborwerte untersucht:

  • Gehalt des Hämoglobins (Blutfarbstoff)
  • Anzahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
  • Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen)

Werte & Diagnose

Bei einer Anämie sind genannte Werte zu gering. Eine Blutarmut liegt vor, wenn:

Frauen:

  • die Hämoglobin-Menge unter 12 g/dl liegt.
  • die Erythrozyten-Anzahl unter 4,3 Millionen pro ml Blut liegt.
  • der Hämatokrit unter 38 % liegt.

Männer:

  • die Hämoglobin-Menge unter 13 g/dl u ist.
  • die Erythrozyten-Anzahl unter 4,8 Millionen pro ml Blut liegt.
  • der Hämatokrit unter 42 % liegt.

Um einen Blutmangel zu diagnostizieren, reicht die Anzahl der Erythrozyten alleine nicht aus. So ist etwa am Anfang einer Eisenanämie die Hämoglobin-Produktion früher gestört, als die Neubildung der Erythrozyten. Im Frühstadium ist also der Erythrozyten-Gehalt noch normal.

Auch eine körperliche Untersuchung kann für den Arzt aufschlussreich sein. Folgende Symptome können Indizien für eine Anämie sein:

  • Blasse Haut und Schleimhäute (Mund und Augen)
  • erhöhter Herzschlag
  • veränderte Stömungsgeräusche

Der behandelnde Arzt wird zudem eine Anamnese erheben. Hierfür werden diverse wichtige Informationen erfragt. So sind beispielsweise folgende Informationen wichtig:

  • Ernährung
  • Vorerkrankungen bzw. die Einnahme von Medikamenten
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Stärke und Häufigkeit der Menstruation
  • Reisen

Auf Fernreisen können Patienten etwa mit Parasiten oder Infekten in Kontakt gekommen sein, die zu einer Blutarmut führen.

Auch Erkrankungen wie Nierenschäden oder bestimmte Medikamente wie Gerinnungshemmer können eine Anämie auslösen.

Bei Frauen kann aufgrund einer Schwangerschaft oder infolge von sehr starken Monatsblutung (Hypermenorrhoe) ein Eisenmangel und folglich ein Blutmangel vorliegen.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf bei einer Anämie

Beim Verlauf einer Anämie spielt das Thema Durchblutung eine wesentliche Rolle. Organe und Muskeln werden ebenso wie das Körpergewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Verantwortlich dafür ist der Hämoglobinmangel.

Das Protein Hämoglobin sorgt hier für den Transport des Sauerstoffs. Kann der Sauerstoff aufgrund des Mangels nicht in ausreichender Form transportiert werden, treten unterschiedliche Defizite auf die im Verlauf einer Anämie typisch sind.

Einher mit dem Mangel an Hämoglobin geht oftmals eine Reduzierung der roten Blutzellen im Körper. Dies kann zu weiteren Problemen im Verlauf der Blutarmut führen. Da der Sauerstoff durch weniger rote Blutzellen und mangelndem Hämoglobin nicht optimal transportiert wird, versucht der Körper dies durch eine gesteigerte Herzfrequenz auszugleichen.

Diese sorgt dafür dass das Blut schneller durch die Blutgefäße gepumpt werden kann. Symptome wie Überlastung, Kopfschmerzen, Schwindel, Ohnmacht, Übelkeit, blasse Haut, Schmerzen in der Brust und Müdigkeit sind im Verlauf der Anämie dann typisch.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Anämie betrifft Menschen jeden Alters und Geschlechts, wobei die Häufigkeit jeweils unterschiedlich ist. Im Kindesalter sind etwa 6 bis 9 Prozent aller Kinder von einer Blutarmut betroffen.

Im Alter von 18 bis 49 Jahren muss man zwischen Mann und Frau unterscheiden. So sind es hier beim Mann nur etwa 1,5 Prozent aller Männer, bei Frauen liegt die Rate bei 12 Prozent.

Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren leiden nur noch zu 6 Prozent unter der Anämie, aber ab 85 Jahren steigt der prozentuale Anteil dann aber wieder auf 20 Prozent.

Während in Europa nur etwa 10 Prozent der Frauen an einer Anämie leiden, sind es in Entwicklungsländern über 50 Prozent der gebärfähigen Frauen.

Bei Männern kommt es mit steigendem Alter vermehrt zu Blutarmut, bei den Männern ab 85 Jahren wird eine Anämie bei rund 25 Prozent festgestellt. Ab einem Alter von 65 Jahren kann die Anämie-Rate bei etwa 10 Prozent festgehalten werden.

Mit einem Anteil von etwa 80 Prozent stellt die Eisenmangelanämie mit Abstand die häufigste Ursache für das Symptom dar.

Mögliche Komplikationen

Der Sauerstoffmangel im Blut infolge einer Anämie führt zu Beschwerden der betroffenen Patienten. Die einzelnen Organe im Körper werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, gleiches gilt für die Muskeln.

Die typischen Symptome sind Leistungsabfälle, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Störungen in der Konzentration. Auch Schwindel, Atemnot oder Herzklopfen können gerade bei körperlicher Betätigung können sich zeigen. Wird eine Anämie nicht ausreichend behandelt, kann dies auch zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

Der Weg zum Arzt ist bei einem Verdacht auf Anämie daher unbedingt notwendig. Leichte Symptome treten oftmals erst nach Tagen oder Wochen auf, obwohl sich der Blutverlust schon eine ganze Zeit lang ausgewirkt hat.

Wird dieser Blutverlust nicht behandelt, dann kann dies auf lange Sicht eine starke Beeinträchtigung von Muskeln und Organen bedeuten, auch der Tod ist so nicht ausgeschlossen. Gerade ein starker Blutverlust nach einem Unfall oder einer Operation muss mit einer Bluttransfusion behandelt werden.

Wann zum Arzt gehen?

Leistungsschwäche, Schwindel, eine blasse Haut oder Ohrensausen sind äußerst unspezifische Anzeichen, die auf vielerlei andere Krankheiten oder Mangelerscheinungen hinweisen können. Wer jedoch Blut im Stuhl oder im Erbrochenen vorfindet, der sollte unverzüglich zum Arzt gehen. Nur über eine genaue Blutanalyse und zusätzliche Untersuchungen lässt sich die Ursache für eine Anämie erkunden.

Bereits bei einem ersten Verdacht einer Anämie ist es besonders wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Nur dieser kann die richtige Ursache herausfinden und eine Behandlung einleiten. Einige Ursachen können sogar lebensbedrohlich sein. Insbesondere können bestehende Krankheiten sich durch eine Anämie noch verschlimmern. Immerhin fehlt den Organen der wichtige Sauerstoff.

Die Anämie kann eine Vielzahl an Ursachen haben und sollte in jedem Fall behandelt werden. Ist dies nicht der Fall, dann kann diese lebensbedrohlich werden. Daher sollte schon bei einem Verdacht auf die Blutarmut der Kontakt zum Hausarzt oder einem Facharzt aufgenommen werden.

Dieser kann die Ursache der Anämie ganz individuell herausfinden und anschließend die passende Behandlung einleiten. Nicht nur dass der menschliche Körper unter dem Mangel an Sauerstoff generell leidet, sondern auch kann eine Blutarmut dazu führen, dass bereits bestehende Erkrankungen durch eine solche verstärkt werden können, die Organe des menschlichen Körpers reagieren generell negativ auf das geringere Sauerstoffangebot.

Spätestens wenn Sie sich nicht mehr fit fühlen und nicht mehr Ihre typische Leistung bringen können, Schwindel hinzu kommt, ebenso wie Ohrensausen, eventuell eine blasse Haut, könnten dies Anzeichen für die Anämie sein, aber auch für eine Vielzahl an anderen Krankheiten.

Kommen jedoch erbrochenes Blut oder Blut im Stuhl hinzu, ist der Besuch beim Arzt unbedingt ratsam.

Blutanalysen und andere Untersuchungen können die Ursache der Anämie aufklären und die nachfolgende Therapie kann darauf abgestimmt werden.

Behandlung & Therapie

Erster Schritt: Erstellung eines Blutbildes

Der erste Ansatz die Ursachen einer Blutarmut zu erkennen liegt im Blutbild, durch Untersuchungen im Labor kann der Arzt die ersten Hinweise erkennen. Dieses Blutbild liefert verschiedene Werte die bei der Feststellung verschiedener Krankheiten und Symptome helfen können.

  • Entzündungswerte
    Anämien werden häufig durch Infekte bzw. Chronische oder entzündliche Erkrankungen ausgelöst.
  • Hämatokritwert
    Dieser Wert bestimmt das Verhältnis von flüssigen Anteilen und festen Zellen im Blut. Typischerweise liegen die Werte für die Zellen zwischen 40 und 50 Prozent, ist der Wert stark erniedrigt, könnte dies ein Zeichen für Anämie sein.
  • Hämoglobinwert
    Ein geringer Hämoglobinwert kann ein weiteres Anzeichen für eine Blutarmut sein. Das Hämoglobin gibt Auskunft über den Eiweißanteil, welches in den Erythrozyten den Sauerstoff bindet.
  • Erythrozytenzahl
    Gibt Auskunft über die Anzahl der roten Blutkörperchen, sind diese in geringer Anzahl vorhanden, könnte dies ein Zeichen der Anämie sein.
  • mch
    Das mittlere korpuskuläre Hämoglobin wird berechnet und verrät wieviel Hämoglobin in den roten Blutkörperchen enthalten ist. Eine hypochrome Anämie liegt bei zu wenig Hämoglobin in den roten Blutkörperchen vor, ist dieser Wert zu hoch, eine hyperchrome Anämie.
  • mcv
    Anhand dieses Wertes lässt sich die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen ablesen. Ein zu kleines mittleres korpuskuläres Volumen handelt es sich um eine mikrozytären Anämie, sind sie zu groß um eine makrozytäre Anämie.
  • Retikulozyten
    Die Retikulozyten sind die jungen Vorläufer der roten Blutkörperchen. Liegen diese in einer zu hohen Anzahl vor, ist dies ein Anzeichen für eine länger vorliegende Anämie.
  • Serumferritin
    Der Eisenspeicher im Blut kann anhand dieses Laborwertes genau beurteilt werden. Liegt zu wenig Serumferritin im Blut vor, bedeutet dies einen Eisenmangel.

Schritt 2

Zweiter Schritt: Weitere Untersuchungen

Anhand dieses Blutbildes lassen sich demnach eine ganze Reihe an Informationen ziehen, bestätigt sich hier der Verdacht auf eine Anämie, dann ordnet der behandelnde Arzt eine Reihe weiterer Untersuchungen an, so lässt sich auch der Grund für die Blutarmut genauer bestimmen.

  • Darm– bzw. Magenspiegelung: Die Spiegelung von Magen und Darm hilft dem Arzt dabei bestimmte Blutungen im Verdauungstrakt des Patienten zu finden und zu stillen. So kann er Magengeschwüre erkennen, ebenso aber auch einen möglicherweise vorhandenen Dickdarmkrebs oder andere Tumorarten.
  • Diagnostik des Knochenmarks: Im Knochenmark wird das Blut gebildet. Durch eine Analyse lässt sich bei besonders schwerer, aplastischer Anämie in Form von Knochenmarks-Störungen feststellen. Eine Leukämie könnte eine Ursache dafür sein.
  • Okkulter Bluttest: Mit Hilfe dieses Tests lässt sich feststellen, ob im Stuhlgang verstecktes Blut enthalten ist. Eine solche Vermischung mit Blut zeigt sich nicht immer in sichtbarer Form.

Schritt 3

Dritter Schritt: Die Behandlung

Die Behandlung einer Anämie kann auf ganz unterschiedlicher Weise erfolgen. Generell muss der behandelnde Arzt jedoch zunächst etwas gegen die Ursachen der Blutarmut unternehmen. Je nach Ursache kann diese Behandlung auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen.

  • Angeborene Anämie
    Es gibt verschiedene Formen der Anämie, welche schon von der Geburt aus den Patienten beeinträchtigen, die Sichelzellen.Anämie ist eine der bekanntesten Formen. Häufig macht eine solche Erkrankung eine Stammzelltransplantation notwendig.
  • Eisenmangel-Anämie
    Dieser Form der Anämie liegt in vielen Fällen eine chronische Blutung zugrunde. Die Ursache dieser Blutung muss gefunden werden. Dazu sind eventuell Eingriffe wie eine Spiegelung von Magen oder Dickdarm notwendig, aber auch große OPs sind nicht ausgeschlossen. Die Lücke im Eisenhaushalt wird zudem mit verschiedenen Präparaten und Vitaminen ausgeglichen.
  • Folsäure-Anämie
    Folsäure kann aus der Nahrung aufgenommen werden, bei dieser Form der Anämie gelingt dem Körper dies jedoch weniger gut. Folsäure in Form von Tabletten schafft hier Abhilfe, gerade Alkoholiker oder Schwangere haben einen höheren Bedarf an Folsäure.
  • Hämolytische Anämie
    Hier handelt es sich um eine schwere Form der Anämie. Findet der Abbau der roten Blutkörperchen zu schnell statt, dann kann eine operative Entfernung der Milz notwendig werden.
  • Perniziöse Anämie
    Diese Form der Anämie beruht auf einem Mangel an Vitamin b12. Der Vitamin-b12-Haushalt lässt sich durch Injektionen oder Tabletten ausgleichen. Die Ursache einer solchen Anämie ist in vielen Fällen eine Erkrankung des Darms, sodass auch eine Magenspiegelung vorgenommen werden kann.
  • Renale Anämie
    Der blutbildungsfördernde Botenstoff Erythropoetin wird bei einer Nierenschwäche vom Körper nicht ausreichend produziert, kann aber mit Hilfe von Spritzen in die Unterhaut des Fettgewebes dem Blutkreislauf zugeführt werden.
  • Unfall, Verletzung, Magengeschwür oder Geburt
    Bei all diesen Ereignissen kann eine Blutarmut die Folge sein. In diesen Fällen ist eine Bluttransfusion eine geeignete Art der Behandlung.

Vorbeugung & Prävention

Nicht jede Form der Anämie lässt sich vorbeugen. Handelt es sich bei den Ursachen jedoch um Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin b12, dann lässt sich durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Eisen und Vitaminen eine Blutarmut vorbeugen.

  • Eisenmangel: Eine Ernährung mit bestimmten Produkten kann hier Abhilfe schaffen. Gute Eisenlieferanten stellen hier Leber, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Petersilie, verschiedene Gemüse wie Spinat, Linsen, Möhren, Erbsen oder Feldsalat, oder auch rote Früchte dar. Alternativ liefert Eisentabletten eine geeignete Alternative.
  • Mangel an Folsäure: Eine ausgewogene Ernährung mit Produkten wie Bohnen, Spargel, Spinat, Kopfsalat, Weißkohl oder Leber kann hier Abhilfe schaffen.
  • Vitamin-b12-Mangel: Eine Vitamin b12-haltige Ernährung umfasst Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch. Eine Blutarmut sollte generell immer mit dem Arzt abgeklärt werden, durch eine ausgewogene Ernährung können Sie dennoch ganz einfach selbst etwas gegen die Anämie tun.

Ernährung bei Anämien

Der Betroffene selbst kann sich durch eine ausgewogene, vitamin- und eisenhaltige Ernährung schützen. Insbesondere die Eisenmangel-Anämie kann dadurch therapiert werden.

Hierbei geht es vornehmlich um die Vitamine Folsäure und b12. Eine unausgewogene Ernährung über einen längeren Zeitraum macht sich durch eine Leistungsminderung bemerkbar.

Folsäure ist zum Beispiel im Kopfsalat, in Bohnen, im Spinat, Weißkohl und in der Leber zu finden. Vitamin b12 gibt es im Fisch, Fleisch, Milchprodukten und in Eiern.

eisenWer seinen Eisenspeicher wieder auffüllen möchte, der sollte Leber genießen, da hier der höchste Eisenwert gemessen wird. Weitere Eisenlieferanten sind aber auch Petersilie, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Spinat, Rosenkohl, Linsen, Möhren sowie sämtliche roten Beeren. Wenn diese natürlichen Mittel nicht ausreichen sollten, gibt es in Apotheken spezielle Eisenpräparate in Tablettenform.

Wichtig ist, dass diese Eisentabletten aber nur dann eingenommen werden, wenn auch wirklich ein Eisenmangel diagnostiziert wurde. Auch hier kann der Arzt weiterhelfen. Betroffene sollten sich jedoch nicht wundern, wenn durch die Einnahme von Eisenpräparaten sich der Stuhl schwarz färbt. Dies liegt daran, dass Eisen nur zu einem sehr geringen Prozentsatz vom Darm aufgenommen wird und der Rest ausgeschieden wird.

Den möglichen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Eisentabletten, wie zum Beispiel Durchfall, Bauchschmerzen oder Verstopfung kann entgegengewirkt werden, wenn die Tablette während des Essens eingenommen wird. Die Tabletten sollten also nicht auf nüchternem Magen eingenommen werden.

Alternative Behandlung

Hinter einer Anämie können lebensbedrohliche Ursachen liegen. Daher ist die Untersuchung bei einem Schulmediziner unerlässlich. Insbesondere wenn die Blutarmut jedoch durch eine Fehlernährung bzw. durch eine Mangelerscheinung verursacht wurde, können alternative Behandlungsmethoden jedoch sehr hilfreich sein.

Folgende alternative Behandlungsmethoden können bei einem Blutmangel helfen, die anschließend genauer erläutert werden:

Tradition. Chin. Med. (tcm)

Traditionelle chinesische Medizin

Die tcm wird bei einer Anämie in der Regel eingesetzt, wenn die Laborwerte in Ordnung sind und noch keine Durchblutungsstörungen vorliegen. Zudem sollten die Untersuchungen von Magen und Darm keine pathologischen Befunde ergeben haben.

Bei einem Blutmangel, der Eisen-, Vitamin-b12- oder einen Folsäurenmangel als Ursache hat, werden in der tcm folgende Behandlungen eingesetzt:

Bei den sogenannten Blutkräutern handelt es sich um einen Pflanzenextrakt, der bei einem Eisenmangel eingesetzt wird und ohne Rezept in der Apotheke erworben werden kann. Blutkräuter stellen eine Alternative zu Eisentabletten dar. Sie können beispielsweise eingesetzt werden, wenn die Tabletten zu Nebenwirkungen führen.

Der Extrakt wird für die Behandlung getrunken und hat einen leicht säuerlichen und traubensaftähnlichen Geschmack.

Die Therapie mit Blutkräutern sollte in den meisten Fällen nur vorübergehend stattfinden, um den Mangel auszugleichen. Eine Ausnahme stellt ein chronischer Mangel dar, der z. B. durch regelmäßige, starke Monatsblutungen oder einer veganen Ernährung hervorgerufen wird.

Kräuter & Pflanzen

Folgende Blutkräuter werden bei einer Anämie eingesetzt:

  • Rehmannia-Wurzelknolle – Radix Rhemanniae
  • Angelika sinensis, Radix
  • Radix Paeoniae alba

Auch folgende Kräuter, die das Milz-Qi tonisieren, werden genutzt:

  • Radix Ginseng
  • Rhizoma Atractylodes Macrocephalae
  • Poria cocos
  • Radix Glycyrrhizae

Akupressur und Akupunktur

Bei den fernöstlichen, alternativen Behandlungsmethoden Akupressur und Akupunktur soll die Energie der Meridiane

Die Akupunktur und Akupressur sind fernöstliche, alternative Therapieverfahren. Die Behandlung zielt darauf ab, die Lebensenergie (Qi) wieder ungestört fließen zu lassen.

Kann die Energie problemlos durch die Meridiane (Energieleitbahnen) fließen, geht es der Person wieder gut. Bei der Akupunktur werden die Meridiane mit Nadelstichen angeregt, während sie bei der Akupressur gedrückt, geklopft oder massiert werden.

Bei einer Anämie sind demzufolge folgende Meridiane bzw. Akupunkturpunkte zu behandeln:

  • Du20 – Baihui (Gouverneursgefäß)
  • Ren 12 – Zhongwan (Konzentrationsgefäß)
  • Ma36 – Zusanli (Magen)
  • Mi6 – San Yin Jiao (Milz)
  • Bl17 – Geshu (Blase)
  • Bl20 – Pishu (Blase)

Hydro- & Kneipptherapie

Wasserheilkunde (Hydrotherapie) / Kneipptherapie:

Die nach Sebastian Kneipp benannte Kneipptherapie kann vorbeugend und behandelnd bei einer Blutarmut eingesetzt werden. Hierfür werden zum Beispiel folgende Maßnahmen eingesetzt:

  • Güsse
  • Waschungen
  • Bäder
  • Wickel, Packungen, Auflagen
  • Dämpfe
  • Tau- und Wassertreten

Durch kalte Güsse sollen der Kreislauf und die Durchblutung angeregt und die Immunabwehr gestärkt werden. Die kalten Güsse sollen außerdem gegen Stress abhärten, indem sie das Hormon- und Nervensystem harmonisieren.

Kneipp empfahl bei diversen Erkrankungen wie bei einer Blutarmut eine einfache, schonende und naturbelassene Kost.

Korrekte Ernährung nach Kneipp bei einer Anämie:

Hilfreiche Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Für die Vermeidung und Behandlung einer Anämie ist nicht nur die Aufnahme diverser Substanzen sinnvoll.

Wichtig ist auch das Vermeiden folgender Stoffe:

  • Alkohol
  • Kaffee
  • Schwarztee

Alkohol stört nämlich die Leberfunktion, während Schwarztee und Kaffee die Eisenaufnahme beeinträchtigen. Daher sollten diese Stoffe bei einer Anämie vermieden werden.

Allerdings gibt es auch einige Rezepte mit Alkohol, die zur Behandlung von Anämien empfohlen werden. Diese Weinabsude werden jedoch alle aufgekocht, sodass der Großteil des Alkohols bei der Herstellung verdampft.

Für die Behandlung sollte vor jeder der zwei Hauptmahlzeiten ein kleines Schnapsglas des Weinabsudes getrunken werden.

  • Gelber Enzian Wein
    Hierfür sollten 30 Gramm getrocknete Wurzeln vom gelben Enzian in ein Liter weißen Wein gegeben werden. Der Sud sollte zehn Tage ruhen. Anschließend wird der Wein gefiltert.
  • Melissen-Weißwein
    Für dein Melissenwein werden 20 Gramm Blüten und Blätter der Melisse in ein Liter weißen Wein gegeben. Der Sud sollte kurz aufgekocht und anschließend gefiltert werden
  • Robinien-Rotwein
    Der Robinienwein wird aus 20 Gramm der getrockneten Robinienblüten und einem Liter Rotwein hergestellt. Dafür sollte der Rotwein zum Kochen gebracht und anschließend mit den Blüten vermischt werden. Nun sollte der Sud vom Herd genommen werden und 15 Minuten ruhen. Anschließend werden die Blüten abfiltriert.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Es gibt zahlreiche Heilpflanzen und Heilkräuter, die zur Behandlung von Anämien eingesetzt werden können. Die Aufgüsse sollten täglich eingenommen werden. Es empfiehlt sich, jeden Tag eine andere Pflanze zu verwenden. Es empfiehlt sich also, folgende Aufgüsse und Absude abwechselnd einzunehmen:

Edelrautentee
Für den Aufguss sollten 40 Gramm Edelraute mit einem Liter kochendes Wasser vermengt werden. Der Tee sollte dann 15 Minuten ziehen und anschließend filtriert werden. Nach jeder Mahlzeit sollte eine Tasse des Edelrautentees getrunken werden.

Bockshornklee-Absud
Für den Absud mit Bockshornklee sollten 50 Gramm der Samen auf ein Liter Wasser gegeben und für eine viertel Stunde gekocht werden. Der Absud sollte anschließend filtriert werden. Für die Behandlung sollte morgens eine Tasse Bockshornklee-Absud auf leeren Magen getrunken werden.

Absud aus gelbem Hohlzahn
Für diesen Absud sollten 15 Gramm getrocknete Hohlzah-Blüten auf ein Liter kochendes Wasser gegeben werden. Das Gemisch sollte fünf Minuten gekocht werden und anschließend eine viertel Stunde ziehen. Es sollten drei Tassen des Absudes über den Tag verteilt getrunken werden.

Weißer Taubnesseltee
Für den Aufguss sollten 25 Gramm der getrockneten Sprossspitzen mit einem Liter kochendem Wasser vermengt werden. Anschließend sollte der Aufguss mit der weißen Taubnessel zehn Minuten lang ziehen. Es sollten zwei Tassen des Tees zwischen den Hauptmahlzeiten getrunken werden.

Vogelmieren-Absud
Auf ein Liter kochendes Wasser kommen 20 Gramm frische Vogelmiere. Der Tee sollte anschließend eine viertel Stunde ziehen. Für die Behandlung wird ein Glas des Vogelmierentees vor jeder Mahlzeit getrunken.

Weitere Absude

Brennnessel-Absud

Für diesen Absud werden ca. 50 Gramm getrocknete Stängel und Blätter der großen Brennnessel zerkleinert und in ein Liter Wasser gegeben. Der Sud sollte fünf Minuten kochen und anschließend eine viertel Stunde lang ziehen. Für die Behandlung werden täglich zwei Tassen des Tees getrunken.

Aufguss mit Walnussbaumblättern
Für diesen Tee werden 20 Gramm Walnussbaumblätter auf ein Liter kochendes Wasser gegeben. Der Aufguss sollte anschließend eine viertel Stunde lang ziehen. Für die Behandlung sollte vor jeder Mahlzeit eine Tasse des Tees getrunken werden.

Immergrüner Absud
Auf ein Liter Wasser werden 30 Gramm getrocknete Blätter vom Immergrün gegeben. Der Sud sollte kurz aufkochen und anschließend eine viertel Stunde lang ziehen. Für die Therapie werden täglich zwei Tassen des Absudes zwischen den Mahlzeiten getrunken.

Stumpfblättriger Ampfer
Für die Behandlung mit stumpfblättrigem Ampfer sollten zwei Gramm ein pulverisierter Wurzel in vier Portionen aufgeteilt und über den Tag verteilt eingenommen werden. Da das Heilkraut sehr bitter schmeckt, ist es sinnvoll, es für die Einnahme entweder mit etwas Honig zu vermischen oder in Stärkekapseln zu füllen.

Thymian-Tee
Für den Aufguss wird ein getrockneter Zweig vom echten Thymian benötigt. Dieser wird grob zerkleinert in eine Tasse gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Der Thymian-Tee sollte vor der Einnahme zehn Minuten lang ziehen. Er sollte drei Mal am Tag nach den jeweiligen Mahlzeiten getrunken werden.

Meerrettich-Absud
Auf ein Liter Wasser werden 20 Gramm der Meerrettich-Wurzel gegeben. Der Absud sollte kurz aufkochen und anschließend zugedeckt über Nacht ziehen. Täglich sollten zwei Tassen des Meerrettich-Absuds zwischen den Hauptmahlzeiten getrunken werden.

Ätherische Öle

Bei einer Anämie mit niedrigem Blutdruck kann eine Duftlampe weiterhelfen. Dazu werden folgende Zutaten in eine Duftlampe gegeben:

  • 4 bis 5 Tropfen Zitronen-Öl
  • 4 bis 5 Tropfen Orangenschalen-Öl
  • Etwas Wasser zum Verdünnen

Die ätherischen Öle werden dann über die Raumluft eingeatmet.

Alternativ kann auch 1 Tropfen Zitronen-Öl oder 1 Tropfen Rosmarin-Öl auf ein Tuch gegeben und auf diese Weise eingeatmet werden.

Generell sollen die ätherischen Öle folgender Pflanzen bei einer Anämie helfen:

  • Kamille
  • Zwiebel
  • Knoblauch
  • Zitrone
  • Thymian

Homöopathie und Globuli

Die Homöopathie kann bei Anämien eingesetzt werden, die durch einen Mangel an Eisen, Vitamin-b12 oder Folsäure entstanden sind. Die Therapie zielt darauf ab, den Mangel auszugleichen und dem Organismus alle wichtigen Stoffe zu liefern, die er für eine störungsfreie Blutproduktion benötigt.

Die Homöopathika sollten allopathisch eingesetzt werden, also ergänzend zur Schulmedizin.

In der Homöopathie ist für jede Behandlung eine individuelle Beratung mit einem Heilpraktiker unerlässlich. Nur über ein ausführliches Gespräch kann das richtige Mittel und die korrekte Dosierung bestimmt werden.

Bei einer Anämie kommen in der Regel folgende Globuli zum Einsatz:

  • Zincum metallicum: Dieses Homöopathikum wird insbesondere Patienten verschrieben, die aufgrund eines Eisenmangel-bedingten Blutmangels unter einer akuten Ermüdung leiden.
  • Vipera berus: Dieses Homöopathikum kommt vor allem bei Blutungsanämien zum Einsatz, die aufgrund von lang anhaltenden Blutungen entstanden sind.
  • Ferrum metallicum: Dieses Homöopathikum bei chronischen Anämien verabreicht, die mit einem Defizit an Erythrozyten und einer andauernden Schwäche einhergeht. Dazu zählen zum Beispiel Anämien, die durch Krebserkrankungen, Morbus Crohn, rheumatoide Gelenkentzündungen oder Niereninsuffizienz verursacht wurden. Durch die Therapie soll das sogenannte vasomotorische Gleichgewicht wiederhergestellt werden und der Patient vor Ohrgeräuschen und Hitzewallungen geschützt werden.
  • Plumbum metallicum oder Natrium muriaticum: Diese Homöopathika eignen sich für Anämie-Patienten, die blass sind und unter fehlender Energie sowie einem schnellen Gewichtsverlust leiden. In der Regel werden die Globuli in den Potenzen C9 oder C30 verabreicht.

Schüssler-Salze

Die Therapie mit Schüssler-Salzen basiert auf der Annahme, dass Erkrankungen im Allgemeinen auf einen gestörten Mineralhaushalt zurückzuführen sind. Daher soll die Krankheit mittels homöopathisch dosierten Mineralsalzen behandelt werden.

Bei einer Blutarmut wird vor allem folgendes Schüssler-Salz eingesetzt:

Ferrum phosphoricum Nr. 3
Das Schüssler-Salz Nr. 3 (Eisenphosphat) soll dem Körper bei der Aufnahme von Sauerstoff unterstützen. Heilpraktikern zufolge erleichtert es die Sauerstoffbindung an die roten Blutkörperchen, die Muskeln und die Zellen. Es soll zudem die Spannung der Blutgefäße beeinflussen und somit einen besseren Fluss ermöglichen. Des Weiteren soll der Eisentransport erleichtert und das Immunsystem gefördert werden. In Verbindung mit dem Schüssler-Salz Manganum sulfuricum Nr. 17 wird es zur Blutbildung verwendet.

Dosierung und Einnahme:

  • In der Selbstmedikation wird das Ferrum phosphoricum in der Potenz D12 eingenommen
  • Es werden bis zu 5 (bei großen Mangelerscheinungen bis zu 10) Tabletten am Tag verabreicht
  • Kinder unter 6 Jahren bekommen zwei halbe Tabletten am Tag
  • Die Einnahme sollte morgens und abends erfolgen

Weitere Schüssler-Salze

Durch weitere Schüssler-Salze soll zudem die Aufnahme von Eisen verbessert werden. Heilpraktikern zufolge sollen die Salze aufgrund ihrer starken Verdünnung sehr leicht in Zellen geraten können und es dem Körper somit erleichtern, das Eisen aufzunehmen.

Diät & Ernährung

Da die meisten Anämien durch Mangelerscheinungen hervorgerufen werden, spielt eine ausgewogene und gesunde Ernährung bei der Vorbeugung und Behandlung der Blutarmut eine essenzielle Rolle. Je nachdem, was die Blutarmut ausgelöst hat, ist eine andere Diät angebracht.

Eisenmangel

Das Eisen wird im Darm nur zu ca. 10 % absorbiert – bei einem Mangel bis zu 25 %. Generell kann das Eisen aus tierischen Nahrungsquellen besser vom Organismus verwertet werden als das von Pflanzen.

Pflanzliche Stoffe wie etwa Phytinsäure (z. B. in Getreide, Mais oder Reis), Tannin (z. B. in Kaffee oder Tee) oder Oxalsäure (in Gemüse) bilden Komplexe mit dem Eisen und hemmen dadurch dessen Aufnahme. Für eine angemessene Ernährungsweise sollten daher nicht nur die richtigen Lebensmittel eingenommen, sondern auch bestimmte Produkte gemieden werden.

Folgende Lebensmittel hemmen die Eisenaufnahme und sollten daher weitestgehend gemieden werden:

  • Kaffee und Tee (Tannin)
  • Getreide, Mais, Reis (Phytinsäure)
  • Amaranth, Tee, Pfefferminz-Blätter (Oxalsäure)

Vitamin C und Zink steigern

hingegen die Absorption von Eisen. Mangelt es an diesen Nährstoffen kann der Körper das zugeführte Eisen nicht vollständig aufnehmen.

Vitamin-C-reiche Lebensmittel sind:

Zink-reiche Lebensmittel sind:

  • Schweineleber
  • Rinderroulade
  • Paranuss
  • Haferflocken
  • Gouda
  • Knäckebrot

Frauen

sollten etwa 15 Milligramm Eisen am Tag aufnehmen, Männer ca. 10 Milligramm. Bei Frauen ist der Bedarf aufgrund der monatlichen Blutungen und dem damit verbundenen gesteigerten Eisenverlust höher.

Eisenreiche Lebensmittel sind:

Vitamin-b12 & Folsäure

Bei einer Blutarmut, die durch einen Vitamin-b12- oder Folsäuren-Mangel ausgelöst wurde, sollte die Zufuhr dieser gesteigert werden. Vitamin-b12 ist fast nur in tierischen Lebensmitteln zu finden, während Folsäure eher in pflanzlichen Nahrungsgütern vorhanden ist.

Folsäurenbedarf: 400 μg am Tag

Vitamin-b12-Bedarf: 3 μg am Tag

Es ist zu beachten, dass die Wirkung der Folsäure durch ein Erhitzen verloren geht, da der Nährstoff hitzelabil ist.

Lebensmittel mit viel Folsäure

  • Rinderleber
  • Weizenkeimflocken
  • Innereien vom Kalb und Schwein
  • Macadamianüsse (geröstet)
  • Rohes Eigelb
  • Roggenflocken
  • Spinat
  • Grünkohl
  • Kichererbsen
  • Sauerkirschen
  • uvm.

Lebensmittel mit viel Vitamin-b12

Bei einer ernährungsbedingten Blutarmut sollten folgende Lebensmittel möglichst regelmäßig eingenommen werden:

  • Spargel
  • Rote Bete
  • Erdbeeren
  • Brauner Reis
  • Hirse
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse (vor allem Mandeln)
  • Beeren (vor allem Heidelbeeren und Johannisbeeren)
  • getrocknete Rosinen, Pflaumen und Aprikosen
  • Karottensaft
  • Guter Heinrich
  • Wegwarten-Saft
  • Kohlsaft
  • Brennnesseln
  • Spinat
  • Petersilie

FAQ – Fragen & Antworten

Lebensbedrohlich?

Kann eine Blutarmut lebensbedrohlich werden?

Eine Anämie kann in der Regel gut therapiert werden. Unbehandelte Anämien, oder Ursachen dieser, können jedoch durchaus lebensbedrohlich sein. So ist insbesondere die perniziöse Anämie dafür bekannt, dass sie ohne Behandlung zum Tod führt.

Auch angeborene Gendefekte können bereits im Kindesalter lebensgefährdend werden. Des Weiteren können starke Blutungen (z. B. nach Operationen oder Unfällen) unbehandelt zum Tod führen. Die Krankheit erhöht auch das Risiko an einem Herztod zu sterben.

Frauen häufiger?

Warum leiden Frauen häufiger an einem Blutmangel als Männer?

Frauen leiden nicht generell häufiger an einer Anämie als Männer, hier muss das Alter berücksichtigt werden. So zeigen Statistiken, dass etwa 12 % der Frauen zwischen 18 und 49 Jahren an einer Blutarmut leiden, während es bei Männern dieses Alters nur ca. 1,5 % sind.

Das liegt höchstwahrscheinlich an der Regelblutung. Frauen verlieren während der Menstruation unter anderem größere Mengen an Erythrozyten und Eisen. Einerseits kann schon dieser Blutverlust an sich zu einer Anämie führen, andererseits kann sich dadurch eine Eisenanämie entwickeln.

Thalassämie & Symptome?

Ich habe eine angeborene Thalassämie. Kann ich etwas gegen die Symptome tun?

Die Symptome einer Anämie können nur über Transfusionen und Medikamente behandelt werden. Die Gabe von Erythrozytenkonzentraten ist in der Regel ab einem Hämoglobin-Wert von unter 8 g/dl nötig. Durch diese Bluttransfusionen sollen:

  • das Allgemeinbefinden verbessert
  • die Ausbreitung der Skelettveränderung verhindert
  • ein normales Wachstum garantiert
  • die Herzbelastung verringert
  • die erhöhte Eienaufnahme normalisiert

werden. Bei jeder Bluttransfusion besteht jedoch ein Risiko von Abwehrraktionen und weiteren Komplikationen.

Darüber hinaus können Eisenchelatbildner (Medikamente, welche überschüssiges Eisen binden) und eine Reduktion der Eisenaufnahme über die Nahrung hilfreich sein.

Wie viel Eisen?

Wie viel Eisen sollte bei einer Eisenanämie täglich eingenommen werden?

Je nach Alter, Gewicht und Stärke des Mangels ist die Dosierungsempfehlung unterschiedlich. Diese sollte stets vom behandelnden Arzt empfohlen werden. In der Regel sollten bei einem Eisenmangel jedoch 50 bis 100 mg Eisen in Tablettenform verabreicht werden.

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