Hämangiom

Steckbrief: Hämangiom

  • Name(n): Hämangiom; Blutschwamm; Erdbeerfleck
  • Art der Krankheit: Tumor; Geschwulst
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: etwa 1890
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: entartete Zellen
  • Wieviele Erkrankte: etwa die drei bis sechs Prozent aller Neugeborenen; 0.2 bis 0.4 Prozent der Gesamtbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Allgemeinmediziner; Hausarzt; Dermatologe; Chirurg; Onkologe; Facharzt für Pädiatrie
  • ICD-10 Code(s): Hämangiom mit nicht näher bezeichneter Lokalisation D18.00; Hämiliäres System und Pankreas D18.03; Hämangiom Verdauungssystem D18.04; Hämangiom OhrenNaseMund – Rachen D18.05; Hämangiom Auge und Orbita D18.06; Hämangiom sonstige Lokalisation D18.08

Das Hämangiom – auffällig aber nicht besorgniserregend

Neugeborene Babys werden ihren Müttern ganz genau betrachtet. Entdecken die Frauen kleine Makel wie ein Hämangiom, erschrecken sie häufig und machen sich sofort Gedanken über die Risiken für die Gesundheit der Töchterchens oder des Söhnchen. Das muss aber nicht sein, denn Hämangiome sollten zwar behandelt werden, sie tragen aber keine bedenklichen Risiken in sich. Die Hämangiome können außerdem auch bei Erwachsenen vorkommen und sich in den inneren Organen verbergen.

Definition Hämangiom

Die medizinisch exakte Definition für ein Hämangiom ist eine gutartige Zubildung frischer Zellen. Daraus entsteht ein nicht metastasierendes Tumorwachstum (benigne Tumoren), das reich an Blutgefäßen ist. Das ist die Grundlage für die eigenwillige, teilweise intensiv rote Färbung der embryonalen Hämangiome.

Obwohl das Hämangiom meistens nach außen hin sichtbar ist, handelt es sich um eine Vermehrung von Endothelzellen, die sich in den großen und in den kleinen Blutgefäßen befinden. Optisch sieht das Hämangiom wie ein dichter Knäuel aus vielen Kapillaren aus.

Hämangiome, die beispielsweise in den extrem feinen und stark verästelten Haargefäßen (Kapillaren oder Kapillargefäße) wachsen, werden als Kapillarhämangiome deklariert. Eine Entartung der Tumorzellen wie bei bösartigen Geschwülsten liegt bei Hämangiomen nicht vor. Die Hämangiome sind den Angiodysplasien zuzuordnen. Das sind Fehlbildungen durch einen Überschuss an Gewebe, die in den Venen, den Arterien oder in den Lymphgefäßen wuchern.

Im umgangssprachlichen Gebrauch werden die Hämangiome mit den Bezeichnungen Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck benannt. Ihre Verbreitung findet in mehreren Organen statt, in denen viele Blutgefäße eingeschlossen sind. In diesem Zusammenhang wird ebenfalls von gut durchbluteten Organen gesprochen. Weitere Synonyme für einen Blutschwamm sind das Säuglingshämatom, eine infantile hemangioma oder ein infantiles Hämangiom.

Hämangiome sind typische Erscheinungen bei Neugeborenen und bei Säuglingen. Wenn sie im Kleinstkindalter nicht chirurgisch entfernt werden, dann verschwinden sie bis zum fünften oder sechsten Geburtstag in der Regel ganz spontan von selbst. Nicht jede Auffälligkeit dieser Art kann als Säuglingshämangiom deklariert werden. Ein typisches Säuglingshämangion erscheint immer vor der sechsten Lebenswoche.

Allerdings kommen in der medizinischen Praxis ebenso die Erwachsenenhämangiome und die Altershämangiome vor.

Was ist ein Hämangiom?

Hat ein Neugeborenes bereits postnatal (nach der Geburt) ein Hämangiom, dann wird die Formulierung kongenitales Blutschwämmchen gewählt. Kann das Hämangiom innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt wahrgenommen werden, dann lautete der Terminus infantiles Blutschwämmchen.

Blutschwämmchen oder Hämangiome sind in folgenden Organen anzutreffen:

  • Knochengewebe
  • Lungengewebe
  • Nierengewebe
  • Leberparenchym
  • Pankreasgewebe (Bauchspeicheldrüse)
  • einzelne Hautbereiche

Vorrangig lokalisiert sind die Hämangiome am Kopf (Gesicht, Haarschopf) und/oder im Nacken.

Bei den Hämangiomen werden in Abhängigkeit von ihrer Position zwei Gruppen an Ausprägungen unterschieden. Das sind die kapillären und die kavernösen Blutschwämmchen sowie die senilen und die generalisiertenHämangiome. Vereinigen sich einzelne Blutschwämmchen oder zeigen sich mehrere Hämangiome auf einer Stelle, dann trifft der Begriff der Hämangiomatose zu.

Hämangiome durchlaufen bis zu ihrem Absterben eine Wachstumsphase, eine Stillstandsphase und eine Rückbildungsphase. Das erste Stadium dauert ungefähr ein halbes bis ein dreiviertel Jahr. Die Rückbildung geht erstaunlich schnell vor sich. Sie dauert normalerweise nicht länger als bis zum achten Lebensjahr. Außerdem verursachen Hämangiome keine Schmerzen.

Die Morphologie (Beschaffenheit, Gestalt) der Hämangiome ist durch eine leichte bis intensive, dunkelrote oder bläulich-rote Farbe gekennzeichnet. Sie sind häufig durch ein erhabenes Wachstum charakterisiert. Das heißt, sie lassen sich auf einer Hautoberfläche gut tasten, weil sie eine etwas erhöhte Struktur besitzen. Viele Blutschwämmchen bilden jedoch mit der Hautoberfläche eine glatte Ebene.

Von der Form her können Blutschwämmchen kreisrund, oval, unregelmäßig oder birnenartig sein. Eine Ausnahme stellt das Rankenangiom dar, ein Blutschwämmchen, dass eine beerenförmige oder traubenähnliche Gestalt besitzt. Im Unterschied dazu sind Hämangiome teilweise als Knoten oder als scharf eingegrenzte Flecken auffällig.

Hämangiome müssen nicht immer kleinflächig sein. Segmentale Blutschwämmchen erreichen eine enorme Größe, sodass sie ganze Extremitäten oder umfangreiche Regionen im Gesicht oder auf dem Rücken einnehmen. Die segmentalen Hämangiome sind oft eine Begleiterscheinung von Fehlbildungen der Wirbelsäule (Spina bifida) oder von Hämangiomen im Gehirn.

Histologisch betrachtet, sind an einem Hämangiom sekundäre oder zweitrangige Gefäßlumen. Als Gefäßlumen gelten mit einer Wand umgebene Hohlräume. Diese Zonen sind meist nach außen gerichtet. Die Gefäßwand ist extrem durchblutet, was zu der eigenwilligen Farbgebung der Hämangiome führt.

Erstaunlicherweise nimmt eine Blutschwamm an Umfang nicht mehr zu, wenn das Kind geboren und dessen organische Entwicklung abgeschlossen ist. Nur in ganz wenigen Ausnahmen weisen die Ärzte darauf hin, dass das Hämangiom entfernt werden muss.

Blutschwämmchen sind eine angeborene Tumorart, die fast ausschließlich im Kleinkind- und im Geburtsalter erscheinen. Einige wenige Patienten können aber auch im späteren Alter noch ein Hämangiomwachstum erleiden.

Hämangiome werden entsprechend ihrer vielgestaltigen Ausprägung in:

  • einfache Hämangiome
  • Kavernome (kutan, kutan-subkutan oder subkutan
    Ein kavernöses Hämangiom verfügt über ein erstaunliches Hohlraumvolumen.
  • kombinierte Hämangiome
  • Mischformen

eingeteilt.

Die Gruppierung nach der Gefäßveränderung umfasst:

  • superfizielle, intrakutane Hämangiome
  • gemischte (intrakutane und subkutane) Hämangiome
  • tiefe subkutane Hämangiome

Des Weiteren werden die Hämangiome nach deren Wachstum gegliedert.

subkutan = unter der Haut (sub- bedeutet darunter, unter)
kutan = gehört zur Haut
intrakutan = in die Haut (intra- bedeutet in, hinein)
superfiziell = oberflächlich, auf der Haut

Welche Ursachen gibt es?

Ganz klar und vollständig sind sowohl die ursächlichen Faktoren als auch die Entstehungsprozesse eines Hämangioms noch nicht ergründet worden. Man nimmt an, dass Defekte im Erbgut dafür verantwortlich sind, dass bei der Neubildung von Blutgefäßen Fehlinformationen auftreten. Diese begründen eine Wucherung der Gefäßzellen.

Die Basis für das Vorkommen von Hämangiomen sind natürliche Vorgänge, die beim Kind vor der Geburt eine zentrale Rolle spielen. Äthiopathogenetisch (Die Äthiopathogenese beschäftigt sich mit der Ursachenfindung von Krankheiten.)liegt den Hämangiomen zunächst eine Störung der Sprossung und des Wachstums der Blutgefäße (Angiogenese) in der embryonalen Stufe zugrunde.

Nicht ausgeschlossen werden kann eine sogenannte plazentare Hypoxie. Über die Plazenta der Mutter wird das Kind dabei nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sodass ein Sauerstoffmangel entsteht. Er kann unter Umständen durch eine Vermehrung von Blutgefäßen kompensiert beziehungsweise ausgeglichen werden. Diese wird durch Signaleiweiße in die Wege geleitet.
Dabei wird gleichzeitig mehr Glukose zu den Endothelzellen transportiert. Mehr Glukose wird aufgenommen und es entwickelt sich eine überschießende Proliferation (Vermehrung und Volumenzunahme) von Gefäßzellen.

Mutationen (Veränderungen der genetischen Information) im Zusammenhang mit Hämangiomen konnten bislang am 33. Gen festgestellt werden.

Bei den Ursachen für ein Hämangiom muss je nach Wachstumsort differenziert werden. Während der embryonalen Phase unterliegt die Angiogenese fördernden Wachstumskomponenten. Wird dieser Prozess nicht durch bestimmte Reize gehemmt, dann läuft die Entwicklung der Blutgefäße in diesem Moment ungebremst weiter. Die Blutgefäßzellen wachsen dann bereits ab der sechsten bis zehnten Schwangerschaftswoche unkontrolliert, was sich später als Zubildung oder Blutschwamm darstellt.

Stehen bei den ursächlichen Auslösern eines Hämangioms die erblichen Dispositionen im Vordergrund, dann verändern sich die Angioblasten. Angioblasten sind Zellen, die für den Bau eines Blutgefäßes benötigt werden. Gleichsam weichen auch die Endothelzellen, die für die Konstruktion der Blutgefäßwände gebraucht werden, von ihrer gesunden Form ab.

Wenn sich Hämangiome bei erwachsenen Patientinnen oder Patienten zeigen, kann das folgenden Kausalitäten zugeschrieben werden:

  • Krankheiten innerer Organe, die mit pathologischen Veränderungen der Gefäße in Verbindung stehen
  • Vererbung
  • zu starkes UV-Licht durch Sonneneinstrahlung (unzureichender Hautschutz)
  • Infektionen durch das Eindringen von Krankheitserregern in Wunden
  • Verletzungen der Haut

Mit fortschreitendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit, an einem Hämangiom zu erkranken. Rote knötchenförmige Herde auf dem Rücken, auf der Brust, den Armen, im Gesicht oder auf dem Bauch mit einem geringen Ausmaß werden auch als Altersblutschwämmchen bezeichnet. Sie verschwinden nicht von selbst, sondern bleiben dauerhaft. Die einzige Alternative ist die operative Entnahme.

Entwicklung und Phasen

Die einzelnen klinischen Entwicklungen und die Phasen des Hämangioms

Hämangiome sind überwiegend durch ein etappenweises oder ein stadienweises Wachstum gekennzeichnet, das sich über die gesamte Schwangerschaft zieht.

Diese Abschnitte werden in der Medizin folgendermaßen eingeteilt und beschrieben:

  • Latenzstufe

Die Hälfte aller Blutschwämmchen taucht zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal auf. Die Hämangiome sind allerdings noch nicht so spezielle Gefärbt, sondern stellen sich eher als helle, fleckenförmige Hautirritationen dar. Typisch sind für Hämangiome in diesem Stadium ebenfalls kleine rötliche Papeln aus Haut und Schleimhaut, die mit sichtbaren Fragmenten oberflächlich verteilter Blutgefäße versehen sind. Diese Anomalien sind die sogenannten Teleangiektasien.

  • Proliferationsstufe

In der Proliferations- beziehungsweise Wachstumsstufe unterliegen die bis dahin gebildeten Hämangiome einem schnellen Wachstum, das zwischen der vierten bis achten Woche nach der Geburt (postpartal, post partum) und dem zehnten bis elften Lebensmonat andauert. Es entstehen pralle, aufgeworfene, gut tastbare Blutschwämmchen, die eine hellrote bis tiefrote Farbe annehmen. Die Strukturen bestehen meist aus Knötchen oder Belägen (Plaques).

  • Plateaubildung

Das Wachstum der Hämangiome ist abgeschlossen. Während dieser Zeit verändern sich die Blutschwämmchen im nächsten halben bis zu einem Jahr nicht mehr.

  • Regressionsstufe

Ohne Übergang folgt nach der Plateaubildung die Regressionsstufe, die sich über mehrere Jahre hinziehen kann. Blutschwämmchen nehmen an Umfang ab oder unterliegen sogar in einer Art Spontanheilung, durch die sie sich von selbst zurückbilden. Die Haut erscheint etwa im neunten Lebensalter dort, wo einst die Hämangiome waren, glatt und eben. Es bleiben nur kaum sichtbare graue oder weiße Aufhellungen übrig.

In einigen Fällen können unförmige faltige Hautbereiche oder Teleangiektasen. Handelte es sich um ulzeriertes (geschwürartig) Hämangiomgewebe, dann sind teilweise Narben vorhanden.

Der Rest- oder Abschlussbefund (Residualbefund) bei einem Hämangiom sieht so aus, dass bei ungefähr 45 Prozent aller Betroffenen partiell narbiges Gewebe, Hautfalten oder unförmige Erweiterungen der Haut zurückbleiben, die nach wie vor mit Kapillaren durchsetzt sind.

Benignität = Gutartigkeit
Neoplasie = gutartige Neubildung
Geschwulst = Tumor

Symptome und Anzeichen

Krankhafte Symptome oder Komplexe aus Beschwerden (Syndrome) werden durch Hämangiome verursacht, wenn diese nach innen wachsen oder durch ihr Ausbreiten andere Organe in ihrer Funktion und in ihrem Wachstum behindern. Von außen sind die Blutschwämmchen lediglich optisch störend.

Die ersten Hinweise auf ein Hämangiom werden mit den Augen und durch das Tasten wahrgenommen:

  • rote Hautflecken
  • rötliche Erhebungen auf der Hautoberfläche
  • bläuliche Hautverfärbungen
  • Druckempfindlichkeit in der jeweiligen Region

Andere Beschwerden äußern sich durch mehr oder weniger starke Defizite des Allgemeinbefindens:

  • Blutungsneigung, starkes Bluten
  • epileptische Anfälle
  • Lähmungen, Missempfindungen
  • Druckwahrnehmung im rechten Oberbauch
  • neurologische Ausfälle
  • Hirnblutung
  • Hautknoten
  • Kopfschmerzen, Schwindelgefühl
  • Störungen der Empfindlichkeit und des Sehens
  • Gedächtnisstörungen, neurologische Einschränkungen
  • Mangeldurchblutung des Gehirns
  • PHACES-Syndrom
  • PELVOS-Syndrom
  • SACRAL-Syndrom
  • Hautentzündungen
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Zur besseren Verständlichkeit sollen einige Syndrome an dieser Stelle näher erklärt werden:

  • PHACES-Syndrom
    Diese Erscheinung ist eine Malformation in der hinteren Schädelgrube (Fossa posterior) mit einer Fehlbildung der Augen, einer Aortenisthmusstenose (Einengung der Körperschlagader oder Aorta) und einer Hemmungsmissbildung wie einer Sternumspalte.
  • PHACE-Syndrom
    Es liegen entweder komplett oder partiell die gleichen Symptome wie bei dem PHACES-Syndrom vor. Es fehlt jedoch die Sternumspalte.
  • PELVIS-Syndrom
    Neben Fehlbildungen der äußeren (externe) Genitale und massiven Hautdeformitäten im Gesäßbereich sind ein geschlossener Anus und Hämangiome kennzeichnend für dieses Krankheitsbild.

Diese Aufstellung ist nur eine Auswahl an Symptomen, die sich auf das Hämangiom, das kavernöse Hämangiom und den Blutschwamm im Gehirn beziehen. Durch Hämangiome an den Lippen, in der Augenhöhle und am Augenlid, in und auf der Haut sowie in verschiedenen inneren Organen werden weitere krankhafte (pathologisch) Beeinträchtigungen ausgelöst:

  • Blutschwamm in der Milz: Milzvergrößerung (Splenomegalie), Blut kann in die Milzkapsel strömen und einen Kapselriss bedingen (extrem selten)
  • Blutschwamm der Wirbelsäule: stark verlangsamtes Wachstum, werden in diesem Zusammenhang, liegen im knöchernen Skelett, spinale Blutschwämme sind mehrheitlich in der Brustwirbelsäule anzutreffen, sie führen zur Kompression oder zum Zusammendrücken der Endigungen von Nerven
  • Blutschwamm in der Leber: eigentlich unbedenklich, Behinderung des Galleabflusses, keine Zellentartung zu befürchten
  • Blutschwamm in der Augenhöhle: Veränderung der natürlichen anatomischen Lage des Augapfels, Hervortreten des Auges aus der Augenhöhle (Exophthalamus), Verringerung der Sehschärfe (Visusreduktion), Doppelbildsehen (Diplopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder Schwachsichtigkeit (Amblyopie), Öffnen der Augen wird durch die mechanische Reibung beim Lidschluss behindert
  • Blutschwamm der Haut: am weitesten verbreitet, lediglich ästhetisch störend
  • Blutschwamm an der Lippe: Störungen der Entwicklung der Kiefer und der Zähne, Aufnahme der Nahrung ist beeinträchtigt, Risiko einer bleibenden Deformation der Lippe
  • Blutschwamm an der Nase: Erschwerung der Nasenatmung, anormale Entwicklung des Nasenskelettes
  • Blutschwamm des Ohres: Behinderung des gesunden Ohrwachstums, Deformierungen der Ohrknorpel
  • Blutschwamm an den Genitalien und im Analbereich: Neigung zu entzündlichen Vorgängen der Haut und der Schleimhäute (Infektionen), Blutungen, Schmerzen

Hämangiome manifestieren sich zusätzlich zu den genannten Körperbereichen im Genitalbereich. Kapilläre Blutschwämmchen sind hauptsächlich Hellrot gefärbt, wohingegen kavernöse Hämangiome Dunkelrot sind.

Nicht immer zeichnen sich Hämangiome durch einen Durchmesser unter zehn Zentimetern aus. Es gibt sogar großflächige Auswüchse, die ganze Arme oder Beine oder komplette Körperteile einnehmen können. Für diese Irregularität ist der medizinische Terminus Angiomatose gebräuchlich. Entsprechende Symptome sind multiple Geschwülste in den Blutgefäßen und im Lymphsystem.

Das Kasabach-Merritt-Syndrom hängt ebenso eng mit einem Blutschwamm zusammen. Hierbei sind sogenannte Riesenhämangiome zu sehen, die in Einheit mit einer Störung der Blutgerinnung (Verbrauchskoagulopathie) auftreten.

In der Regel gehen die Beschwerden nicht direkt vom Hämangiom selbst aus. Es handelt sich eigentlich nur um Folgesymptome durch das Schädigen anderer Organe und Strukturen. Wie intensiv die Beschwerden sind und welcher Art sie sind, hängt von der Lokalisation des Hämangioms ab. Dann leiden die Patienten körperlich und/oder psychisch sehr oder eher weniger darunter.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Die Feststellung und die Zuordnung von Symptomen wie Irritationen der Haut, obliegt nicht nur den Ärzten, die diagnostisch, sondern die gleichfalls differenzialdiagnostisch tätig sind. Differentialdiagnose heißt, Krankheiten aufgrund der Beschwerdebilder voneinander abzugrenzen, sodass eine eindeutige Krankheitszuordnung erfolgen kann.

Das ist beim Hämangiom besonders wichtig, zumal es eine annähernde morphologische Übereinstimmung mit weiteren Abarten der Haut aufweist.

Hämangiome entfalten sich bei 30 Prozent der Patientinnen und Patienten überwiegend in den ersten Monaten vor der Geburt. Bei dem Rest der Fälle werden sie in den ersten Monaten nach der Geburt entdeckt.

Mehrheitlich befallen von Hämangiomen sind der Hals, der Nacken und der Kopfbereich. Oftmals werden die Blutschwämme auch an der Stirn, an den vorderen Flächen der Wangen, auf der Stirn und am Ohr bemerkt. Nicht von Hämangiomen ausgenommen sind auch die Schleimhäute. Ein Viertel der Blutschwämme befindet sich am Körperstamm beziehungsweise am Rumpf und an den zum Rumpf hin zeigenden Seiten der Gliedmaßen (Extremitäten).

Die Verläufe bei den Blutschwämmchen weichen in Abhängigkeit von ihrer histologischen und morphologischen Eigenheiten voneinander ab. Daraus ergeben sich beispielsweise die kongenitalen Blutschwämmchen, die noch vor der Geburt im Mutterleib ausgebildet werden. Im Unterschied dazu werden die infantilen Hämangiome erfasst, die erst in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt zu wachsen beginnen.

Die Diagnostik beginnt zunächst mit der Betrachtung des Hämangioms durch den Facharzt. Er kann dies sowohl mit bloßem Auge als auch unter Zuhilfenahme eines Vergrößerungsinstrumentes tun. Währenddessen werden Informationen zur Krankengeschichte (Anamnese) erfragt. Dabei geht es unter anderem um Daten, seit wann die Hautveränderungen vorhanden ist, ob sie weiter gewachsen ist und ob familiäre Häufungen vorliegen.

Die visuelle Begutachtung (Blickdiagnostik) umfasst Kriterien wie die Erfassung der Ausdehnung in der Breite durch Fotografie und Vermessung. Inbegriffen ist eine Betrachtung des Hämatoms mit dem Auflichtmikroskopbeziehungsweise dem Dermatoskop. Ergänzt werden kann diese Methode durch die Entnahme einer Hautprobe im Rahmen einer Biopsie.

Des Weiteren wird der Wachstumsumfang in die Tiefe mit dreidimensionaler Sonografie (Ultraschalluntersuchung) bestimmt. Die Dopplersonografie (Kombination aus Geräuschen und Bildern) ermöglicht eine Perfusionsmessung, durch die eine Aussage über die Intensität der Durchblutung gemacht werden kann.

Die Patienten werden zudem einer Computertomografie unterzogen, um bestimmte Verdachtsmomente zu bestätigen oder auszuschließen. Außerdem hilft ein CT, Hämangiome im Bauchraum aufzufinden. Wird ein Hämangiom in der Augenhöhle vermutet, kann die Konsultation eines Augenarztes empfohlen werden.

Ein Kernspin (Magnetfeldresonanztomografie) ist immer dann indiziert (angebracht, begründet, angezeigt), wenn das Hämangiom ein beachtliches Ausmaß angenommen hat. Darüber hinaus macht eine Kernspinuntersuchung Sinn, wenn sich der Blutschwamm auf die Unterhaut ausgedehnt hat oder mit einer Thrombozytopenie einhergeht.

Eine Thrombozytopenie (Verringerung der Thrombozytenzahl unter den normalen Grenzwert) ist das Gegenteil von einer Thrombozytose (Zunahme der Thrombozytenzahl über den normalen Grenzwert). Die Anzahl der Thrombozyten oder Blutplättchen beträgt bei einer Thrombozytopenie weniger als 150.000 Zellen pro Mikroliter. In diesem Fall können weitere Fehlbildungen und die Schwere der Erkrankung festgestellt werden.

Ergibt sich beim Messen des Hämangioms eine Größe von mehr als zehn Zentimeter, ist es vorrangig eine lebensbedrohliche Blutungsneigung so früh wie möglich zu diagnostizieren.

Erweitert werden diese diagnostischen Erhebungen durch einen klinisch-chemischen, histologischen und hämatologischen Laborstatus mit:

  • Gerinnungsuntersuchung (Verbrauch an Fibrinogen)
  • Differenzialblutbild zum Nachweis von Leukozyten
  • Zählung der Thrombozyten
  • kleines Blutbild
  • Leberwerte
  • Milzparameter

Bei den kongenitalen Hämangiomen kennen die Mediziner insbesondere den Typus Rapidly involuting congenital hemangioma-RICH und den Typus Non-involuting congenital hemangioma-NICH.

Bei den infantilen Blutschwämmchen ist der Krankheitsverlauf mit dem des kongenitale Hämangioms verglichen werden. Allerdings erkranken am infantilen Hämangiom weibliche Babys häufiger als männliche. Nach der Geburt sind bereits leichte Hautirritationen zu erkennen. Diese treten als kaum sichtbare Rötungen in Punktform auf. Manchmal ist an diesen Stellen die Haut etwas heller (Latenzphase).

Aus diesen Läsionen entstehen Verfärbungen auf der Haut mit dunkelroter Präsenz. Daraus erwächst (Proliferationsphase, Plateauphase, Regressionsphase) im fortschreitenden Verlauf das eigentliche Hämangiom.

  • superfiziell (oberflächlich) intrakutane (im Hautgewebe) fokale (herdförmig) Blutschwämmchen

Sichere Hinweise auf ein Hämangiom sind neben den klassischen Varianten die superfiziell, intrakutan (im Hautgewebe) wachsenden Blutschwämmchen. Ihre erhabene, pralle Konsistenz, ihre intensiv rote Pigmentierung und ihre einer Himbeere gleichende Furchung weist auf ein fortschreitendes Wachstum hin.

Derartige Hämangiome sind von schwammiger Beschaffenheit und neigen zu einer raschen Zunahme des Umfanges. Gelegentlich neigen diese Blutschwämmchen zu einer Ulzeration (Geschwürbildung).

  • superfiziell diffuse (unregelmäßig, unscharf) Blutschwämmchen

Diese Hämangiome sind ebenfalls schnell wachsend und mit einer Ulzeration verbunden. Superfiziell diffuse Hämangiome sind in der Regel segmentartig geformt.

  • tiefe subkutane Blutschwämmchen

Erkennbar sind diese Hämangiome anhand ihres eigenwilligen Entwicklungsverlaufs. Sie wölben sich über die intakte Hautoberfläche hinweg. Im Zentrum eines tiefen subkutanen Hämangioms sitzt meist eine knotenförmige Wucherung mit einer leicht elastischen Eigenschaft.

Bei Neugeborenen wächst das tiefe subkutane Hämangiom besonders rasch. Kennzeichnend für ein tiefes, oftmals subkutanes Blutschwämmchen ist das Eisberg-Phänomen.
Eine Bezeichnung wie das Eisberg-Phänomen wird von der spezifischen, nach oben zeigenden und prallen Gestalt des Hämangioms abgeleitet.

Bedeutsam für den Krankheitsverlauf sind weitere Typen von Blutschwämmchen, die nach etwa anderthalbem Monat zu erkennen sind. Diese Hämangiome werden von etwas unerfahrenen Medizinern nicht selten mit einem Hämangiom verwechselt.

  • Granuloma pyogenicum

Ungefähr nach dem sechsten Geburtstag erfolgt die Ausprägung des Granuloma pyogenicum. Das in diesem Alter vertretene knotenartige Mal ist charakteristisch für das Kindesalter. Die Papeln verfügen über eine eindeutige Begrenzung und wirken beim Tasten weich sowie nachgiebig. Die Farbe der Knoten ist rot, bläulich oder schwarz. Neben ihrer kugeligen Gestalt zeigen die Granuloma pyogenicum ein zügiges Wachstum während der ersten Zeitabschnittes der Tumorbildung (Initialphase).

  • Naevus flammeus

Repräsentativ für die Naevi flammus sind die schwach entwickelten (diskret) rötlichen Flecken, die als beeindruckende vaskuläre Male in Erscheinung treten. Naevi flammus sind in ihren Größen different. Die bei Säuglingen und bei Kleinkindern zu diagnostizierenden Naevi flammus verursachen keine potentiell krankmachenden Symptome. Sie können sich unter Umständen in den folgenden Lebensjahren zu einer Angiomatose wandeln.

  • neonatale Hämangiomatose

Bei einer neonatalen Hämangiomatose handelt es sich um eine Ansammlung von kleineren Hämangiomen beziehungsweise von mehrzähligen, zunächst separat angelegten einzelnen Blutschwämmchen. Neonatale Hämangiomatosen haben den Drang, Organe zu befallen.

  • arteriovenöse Malformation

Hierbei geht es um einen an den Zehen und an den Fingern manifestierte Gefäßzentralisation. Visuell ist diese Anomalie auf eine Körperseite beschränkt. Die arteriovenöse Malformation kann als vorspringend, geschlängelt und als teilweise pulsierend beschrieben werden. Abweichungen in der Größe bestehen ebenfalls.

Eine weitere Schwierigkeit bei der Diagnostik ist es, die Abgrenzung zwischen dem Lymphangiom und dem Hämangiom vorzunehmen. Beide Abnormitäten gleichen sich in Krankheitsverlauf und Optik.

  • Büschelhämatom

Dieses Blutschwämmchen hat seinen Namen wegen seiner eigentümlichen Ausbreitung erhalten. Bezeichnend sind die unzähligen winzigen Papeln. Sie sind Rot und weich strukturiert. Später kommt es zu einer andauernden Zunahme des Umfangs einschließlich einer Schmerzhaftigkeit und einer Hyperhidrosis. Ein büschelartiger Blutschwamm zeigt keine spontane Regression (Rückgang).

Papel = Knötchen von runder bis ovaler, halbkugeliger oder plateauartiger Form, dessen Durchmesser einen halben Zentimeter nicht überschreitet und dessen Farbgebung voneinander abweicht
Hyperhidrosis = übermäßige Schweißbildung oder intensives Schwitzen, krankhafte Schweißbildung mit nicht physiologischem, extremem Ausmaß

Bezugnehmend auf den Krankheitsverlauf bei Hämangiomen muss auf die Lokalisation hingewiesen werden. Sie können an den verschiedensten Körperstellen aufkommen:

  • Ein in einem bestimmten punktförmigen Areal auffälliger Blutschwamm, der dort zufällig vorkommt, ist ein lokalisiertes Hämangiom.
  • Ein segmentales Hämangiom ist eine Hautveränderung, die zuseiten von embryonalen Entwicklungssegmenten positioniert ist. Segmentale Hämangiome lösen oftmals Ulzerationen aus und stehen in enger Verbindung mit körperlichen Fehlbildungen.
  • Lassen sich Blutschwämmchen nicht eindeutig zuordnen, werden sie den multifokalen Hämangiomen zugeteilt.
  • Gehören Hämangiome weder zu den segmentalen noch zu den multifokalen und zu den lokalisierten Blutschwämmen, werden sie als interdeterminierte Anomalien bezeichnet.

Im Erwachsenenalter sind die tardiven oder senilen Hämangiome für die Betroffen äußerst lästig. Sie stellen sich als kräftig rote rund Verhärtungen dar, die auch als Kirschangiom oder als Rubinfleck bekannt sind. Zusammengefasst werden diese unzähligen Knötchen unter den eruptiven, ausbruchartig wachsenden Blutschwämmen.

Tardive Hämatome können rot oder hellrot gefärbt und maximal vier Millimeter groß sein. Sie können zu dunkelroten flachen Papeln mit weicher Konsistenz werden. Später kann es in Ausnahmen zu einer Volumenerweiterung mit einer schwammigen, weichen und erhabenen Beschaffenheit kommen.

Typisch sind die segmentierten, pflastersteinförmigen Oberflächen oder regelrechte Knoten, die einen Zentimeter nicht überschreiten. Gelegentlich können die eruptiven Blutschwämme durch mechanische Einflüsse zu einer Schwarzfärbung neigen. Dermatologen haben verschiedene Möglichkeiten, eine Abgrenzung zum nodulären malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) vorzunehmen.

Bestätigt sich das Vorliegen eines tardiven Hämangioms, dann ist eine Behandlung nicht unbedingt indiziert, zumal dieser Blutschwamm keinen wahrhaftigen Krankheitswert hat.

Differentialdiagnostik Lymphangiom

Ein Lymphangiom ist eine angeborene, benigne Geschwulst, deren Basis extrem feine Lymphkapillaren sind. Sie führen das Wasser aus dem Gewebe über den Milchbrustgang weiter zu den zum Herzen hin angelegten Venen. Im Gegensatz zu einem Hämangiom unterliegen die Lymphome keiner eigenständige Rückbildung. Sie werden in Abhängigkeit von ihrer Beschaffenheit meist operativ beseitigt.

Das Lymphangiom oder Lymhangioma kavernosum kann folgendermaßen beschrieben werden:

  • hautfarben
  • kissenähnlich erhaben
  • nicht scharf abgegrenzt
  • fleischig
  • unterschiedlich groß

Ein Lymphangiom hat das Bedürfnis, sich unbehandelt über einem bestimmten Zeitraum hinweg, zu einer Elephantiasis, einer Makroglossie (teilweise oder vollständige Vergrößerung des Volumens der Zunge) oder einer Makrocheilie (Lippen sind vergrößert) zu entarten.

Das Lymphangioma kaverosum ist ebenfalls eine Geschwulst, die allerdings in den Lymphgefäßen eingeschlossen ist. Wie das Hämangiom, so entsteht das Lymphangiom schon im Kleinstkindalter oder ist direkt nach der Geburt vorhanden. Aufgrund der rötlich-bläulichen Farbgebung erregt das Lymphangiom häufig den Verdacht, ein Hämangiom zu sein.

Elephantiasis = Erkrankung, bei der sich einzelne Körperteile durch einen Lymphstau (Behinderung des Lymphabflusses aus den Geweben) massiv vergrößern

Ein Lymphangiom kann in den unterschiedlichsten Körperarealen zum Ausbruch kommen:

  • am Nacken
  • am Penis
  • am Herzbeutel
  • an der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
  • an den Eierstöcken (Adnexen)
  • in der Bauchhöhle
  • in den Knochen
  • am Hals (Hygroma colli oder Hygrom)
  • im Mundboden
  • unter den Achseln
  • in der Brusthöhle (Mediastinum)
  • in den Gliedmaßen, der Achselhöhle, dem Gesicht (kavernöses Lymphangiom oder Lymphangioma kavernosum)
  • an der Scheide (Vulva), im Mund, in der Leistengegend (Lymphangioma circumscriptum)

Lymphangiome werden nicht selten zu überdimensionalen Anomalien, die als lymphangiomatöser Gigantismus deklariert werden. Durch das Infiltrieren anderer wichtiger Organe leiden die Betroffen unter Umständen sogar unter einer erschwerten Atmung, weil das Lymphangiom die Atemwege teilweise verlegt.

Außerdem werden die Patienten von Schluckstörungen, Missempfindungen und neurologischen Schädigungen gequält. Diese ergeben sich durch den Druck und die damit verbundene Einengung von Nerven. Natürlich ist ein derartiges Lymphangiom ein ästhetisches Handicap.

Unbehandelt führen die Lymphangiome zu einer unnatürlichen Zwangshaltung des Kopfes, sodass es erforderlich ist, den betroffenen Patientinnen und Patienten eine künstliche Öffnung der Luftröhre (Tracheostoma) zu schaffen und eine Magensonde für die Zufuhr von Nahrung zu legen.

Kavernöse Lymphangiome werden von intakter Haut abgedeckt und durch ihre Schmerzlosigkeit kaum zu bemerken. Die Komplikationen, die mit einem kavernösen Lymphangiom korrelieren, ergeben sich aus der infiltrierenden Verbreitung. Insbesondere am Kopf und am Hals durchdringen die kavernösen Lymphangiome das umliegende Gewebe.
Vaskuläre Malformationen wie das Lymphangiom sind mit zahlreichen Beschwerden behaftet. Sie sind bei Weitem nicht so unbedenklich wie ein Hämangiom.

Angesichts dieser Erkenntnis muss aus einer Diagnose deshalb klar hervorgehen, ob es sich um ein Hämangiom oder um ein Lymphom handelt, denn beim Lymphangiom liegt unter Umständen ein rascher Handlungsbedarf vor. Ein weiteres Problem bei den Lymphangiomen ist, dass sich diese durch ihr unregelmäßiges und infiltratives Wachstum nur mit großem Schwierigkeiten chirurgisch entfernen lassen.

Es ist grundsätzlich nicht immer auszuschließen, dass noch restliches Zystengewebe übrig bleibt. Dieses nimmt im Laufe der Zeit wieder an Volumen zu. Mediziner erhalten somit den Eindruck, dass ein Rückfall (Rezidiv) vorliegt, obwohl nur ein verbliebener Lymphangiomteil erneut gewuchert ist.

Von Zystengewebe kann bei einem Lymphangiom gesprochen werden, weil sich sowohl mikroskopisch kleine als auch größere Zysten ausprägen. Zysten können mit Blasen verglichen werden. Aus diesen aber tausenden Entwicklungsformen bilden sich sowohl die mikrozystischen als auch die makrozystischen Lymphangiome. Mikrozystische Lymphangiom werden in etwa stecknadelkopf-
bis erbsengroß. Makrozystische Lymphangiomen können so groß wie Tomaten werden.

In der Präparation von Gewebe erscheinen die Lymphangiome aus traubenartigen Ansammlungen von Bläschen, die zu knollenähnlichen Geschwülsten heranreifen können. Zysten sind Hohlräume in einem Gewebe, die normalerweise dort nicht angelegt sind.

Trotz intensivster diagnostischer Anstrengungen lassen sich die überwiegend fließenden Übergänge zwischen einem Lymphangiom und einem Hämangiom nicht durchgehend voneinander trennen. Günstig sind Diagnoseverfahren wie die Duplex- oder Dopplersonografie, die Phlebographie und die Angiografie.

Histologie = Lehre von den Geweben
Metastasen = Tochtergeschwulst, die von einem Tumor abgespalten werden kann
Malignität = Bösartigkeit, zerstörerischer, letaler Krankheitsverlauf
embryonal = vorgeburtlich, während der Ausbildung der Organe im Embryonalstadium
letal = führt zum Tode, tödlich

Häufigkeit und Diagnosedaten

Der Blutschwamm oder das Hämangiom kann bei drei bis sechs Prozent der neugeborenen Säuglinge beobachtet werden. Kinder, die zum richtigen Geburtstermin auf die Welt kommen, besitzen mit bis zu 12 Prozent ein Hämangiom.

Frühchen mit einem Körpergewicht unter einem Kilogramm weisen etwa 10-mal häufiger ein Hämangiom auf, als vollständig ausgereifte Säuglinge (entspricht etwa 20 Prozent der Frühgeborenen). Das heißt, dass bei jeder 200. Geburt ein Baby mit einem Hämangiom dabei ist.

Eine Zunahme von Hämangiomen ist bei Mädchen zu sehen. Diese entwickeln etwa viermal öfter einen Blutschwamm als Jungen. Die Mehrheit der Blutschwämme (ungefähr 85 Prozent) tritt in der vierten oder fünften Woche nach der Entbindung auf.

80 Prozent der Hämangiome sind bei der Geburt noch nicht vorhanden. Sie entwickeln sich erst in den folgenden Wochen. Mit zunehmendem Lebensalter sinkt das Auftreten von Hämangiomen auf zirka fünf Prozent ab.

Innerhalb der Gruppe der Gefäßtumore nimmt das Hämangiom einen Anteil von ungefähr 40 Prozent ein. Darüber hinaus sagen statistische Zahlen aus, dass lokalisierte infantile Hämangiome mit bis zu 90 Prozent die segmentalen Blutschwämme übertreffen. Das sogenannte Leberhämangiom ist vor allen Dingen ab dem mittleren Lebensalter von 40 bis 55 Jahren mehrheitlich bei Patientinnen zu entdecken.

Ein relativ kleiner Teil, schätzungsweise 26 Prozent der Hämangiome, zeigt keine Neigung zur Rückbildung. Bei ungefähr 30 Prozent erfolgt der Rückgang nicht vollständig. Eine medizinische Entfernung eines Hämangioms muss in ungefähr 12 Prozent aller Fälle veranlasst werden.

Komplikationen beim Hämangiom

Obwohl Blutschwämme von sich aus keine Risiken darstellen, sind gesundheitliche Komplikationen jedoch nicht auszuschließen. Diese ergeben sich immer dann, wenn die Hämangiome in das Wachstum anderer Organe eingreifen, diesen den Raum nehmen oder deren Funktion (Physiologie) hemmen.

Schwierigkeiten mit dem Gerinnungsprozess, dem Kreislauf und der Blutungsneigung sind mit überaus großflächigen Blutschwämmen zu konstatieren. Durch die zusätzliche Belastung des Herzen, dass das Blut durch ein komplexes Netz aus vielen Blutgefäßen neben dem normalen Blutkreislauf pumpen muss, ist eine vorzeitige Schwächung des Herzmuskels nicht auszuschließen.

Bei großen Blutschwämmen und vor allen Dingen tiefen Hämangiomen besteht die Komplikation, dass sie nach der Rückbildung Narbengewebe, unschöne Hautpigmentierungen, massive Hautfalten oder Teleangiektasen(sichtbare Kapillaren) zurücklassen.

Die Lage des Blutschwammes bewirkt eine Vielzahl Erschwernissen. Gerade Kinder können infolge eines Hämatoms diverse Einschnitte ihrer physischen (körperlich) Entwicklung davon tragen.

Folgende Zusammenhänge zwischen Komplikationen durch ein Hämangiom und dessen Lokalisation sind wissenswert:

  • Nase – Schwierigkeiten bei der Nasenatmung, Ablagerung von Fettgewebe am knöchernen und knorpeligen Nasengerüst
  • Ohrmuschel – Veränderungen des Ohrknorpels mit Formabweichungen
  • Fingerbeere – Defizite beim Tasten
  • Leisten, Hals und Achselhöhlen – Infektionen und Schmerzen durch permanenten Hautkontakt
  • Überlastung des Herzens
  • Milz, Leber, Verdauungstrakt – Spontanblutungen an inneren Organen
  • Augenhöhle, Gehirn – Lähmungen, Sehstörungen, Hirnblutungen, Schielen (Astigmatismus), Störungen beim Saugvorgang bei Neugeborenen
  • Ulzerationen
  • Mundschleimhaut und Lippen – Deformitäten des Kiefers und der Zähne
  • Genitalien, Leisten – Dermatitiden (Hautententzündungen)
  • Verbrauchskoagulopathie
  • Verdauungsstörungen bei Hämangiomen des Gastrontestinaltraktes
  • extreme Belastung des Kreislaufs

Die Mehrheit der gesundheitlichen Schwierigkeiten wird durch eine Größenzunahme der Hämangiome oder durch die Streuung und damit durch eine Hämangiomatose hervorgerufen. Eine Hämangiomatose basiert auf multiplen Blutschwämmen, die gemeinsam mit andere embryonalen Missbildungen eine komplette systemische Erkrankung ausmacht.

Klassische Beispiel dafür sind:

  • Sturge-Weber-Syndrom mit Blutschwamm in den weichen Hirnhäuten und im Gesicht einschließliche Auffälligkeiten der Augen
  • Klippel-Trenaunay-Syndrom mit übergroßen Hämangiomen an den Extremitäten
  • Hippel-Lindau-Syndrom mit Blutschwamm auf der Netzhaut und im Kleinhirn einschließlich Zysten an den inneren Organen

Die Formulierung Syndrom wird für krankheitstypische Gruppen von Beschwerden verwendet, die auf einen speziellen Zustand hinweisen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Komplikationen durch Blutschwämmchen zu erwarten sind, wenn keine Behandlung eingeleitet wird. Die Konsequenzen, die sich hieraus ergeben, beinhalten neben der Blutungsgefährdung und der Zerstörung funktionstüchtiger Körpergewebe die kosmetischen Einschränkungen, die nicht selten zu psychischen Erkrankungen führen können.

Komplikationen im Zusammenhang mit einem Hämangiom können auch so aussehen, dass eine bakterielle Infektion durch das Ulzerieren so ausufert, dass Bluttransfusionen gegeben werden müssen.

Als potenziell lebensgefährdend sind subglottische Blutschwämme, die am Kehlkopf liegen und die von außen visuell nicht wahrgenommen werden können. Im Laufe ihrer Erweiterung engen sie die oberen Atemwege ein und rufen bei hörbaren Atemgeräuschen einen medizinischen Notfall hervor. Hämangiome in der Leber, die im Leberparenchym stark verteilt sind, lösen schwerwiegende Krankheitsverläufe aus. Sie verursachen zudem eine hohe Letalitätsrate (Sterblichkeitsrate).

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Vorstellung eines Kindes mit einem Hämangiom beim Arzt sollte am besten so frühzeitig wie möglich eingeplant werden. Selbst dann, wenn das Blutschwämmchen noch sehr klein ist, kann der Arzt konsultiert werden. Kommt ein Kind bereits mit einem Blutschwamm auf die Welt, erhalten die untersuchenden Kinderärzte und die Hebammen unmittelbare Kenntnis von dieser Anomalie. Derartige Veränderungen des Hautbildes bedürfen in jedem Fall einer fachärztlichen Abklärung.

Die betroffenen Eltern und auch erwachsene Patientinnen und Patienten können sich vertrauensvoll an die ansässigen Kinderärzten in den Praxen wenden oder eine Kinderklinik aufsuchen. Sinnvoll ist es außerdem, den Hausarzt, einen Hautarzt (Dermatologe), einen Neonatologen oder einen Chirurgen zu Rate zu ziehen.

Hilfreich sind ebenfalls Untersuchungen durch einen Zahnarzt, einem Allgemeinmediziner oder einem Kieferorthopäden. Ist ein Hämangiom zu einem ästhetischen Problem geworden, sind Schönheitsmediziner durchaus in der Lage, diesen Makel zu beseitigen.
Die zeitnahe Vorstellung bei einem Facharzt hat den Vorteil, dass die Geschwindigkeit des Wachstum erfasst wird und eine baldige Therapie angeregt werden kann. Dann bleiben den Betroffen die gesundheitlichen Barrieren und die Komplikationen erspart.

Viele Ärzte sind sogar auf Hämangiome spezialisiert und stehen den Betroffenen sowohl in den Praxen als auch in den Kliniken zur Verfügung.

Behandlungsmethoden und Therapie

Nicht alle Kinder haben das Glück, dass ein Blutschwamm von selbst abklingt. Zeichnet sich eine unerwartet schnelle Entwicklung und Ausdehnung des Hämangioms ab, ist es oft unverzichtbar, sich einer passenden medizinischen Behandlung zu unterziehen. Nur während der Stillstandsphase bleiben die Ärzte meist untätig, weil es möglich ist, dass sich der Blutschwamm doch von selbst zurückbildet.

Die Stillstandsphase eine Therapie leider nicht zu einer Verbesserung der Heilungschancen bei. Ist das Kind bereits ein halbes Jahr alt, gilt die Proliferation des Hämangioms regulär als beendet. Behandlungsformen untergliedern sich in nicht-invasive und minimal-invasive Methoden, die sich nach der Größe, der Position und den Auswirkungen des Hämangioms richten.

Indikationen für eine Behandlung des Blutschwamms sind:

  • bedenkliche Position des Hämangioms
  • große Ausdehnung
  • rasches Wachstum
  • aktuell bestehende Komplikationen
  • zu erwartende plötzliche (akut) Komplikationen

Die Zielsetzungen einer medizinischen Behandlung sind eine Beendigung des Wachstums und ein vorzeitiges Einleiten des Entwicklungsstillstandes. Diese Vorgehensweise führt dazu, dass es baldigst zur Regressionsphase kommt. Des Weiteren geht es um die Vermeidung von kosmetischen und funktionellen Beeinträchtigungen sowie um die Behandlung von Nekrosen (abgestorbenes Gewebe).

Durch nekrotisierende Gewebeanteile werden sogenannte Leichengift frei, die eine Blutvergiftung verursachen können. Liegt bei Kindern ein infantiler Blutschwamm vor, der mehr als fünf Prozent des Körpers bedeckt, ist eine zügige Behandlungsentscheidung anzustreben. Je früher die Therapie beginnt, desto zufriedenstellender sind die Resultate.

Im Mittelpunkt der therapeutischen Tätigkeiten bei einem Hämangiom stehen sowohl traditionelle als auch moderne Techniken und Verfahren. Diese nutzen oftmals physikalische Gesetzmäßigkeiten aus.

Kältebehandlung

Kryotherapie oder Kontakt-Kryotherapie ist die Bezeichnung für das Verfahren, mit dem Hämangiome mit Kälte vereist werden. Um die Schmerzhaftigkeit dieser Prozedur zu reduzieren, wird vor Beginn der Behandlung eine örtliche Betäubung eingeleitet. Diese Therapie lohnt sich, wenn die Hämangiome mit weniger als einem Zentimeter noch klein und relativ flach sind. Nach dem Abschluss der Kältebehandlung können von allein abheilende Blasen oder Krusten übrig bleiben.

Gearbeitet wird mit flüssigem Stickstoff von einer Temperatur von minus 30 °C oder minus 196 °C. Bei diesen extrem tiefen Temperaturen sind Nebenwirkungen wie Ulzerationen, Narben oder Depigmentierungen einzukalkulieren.

Lasertherapie beziehungsweise Laserablation

Die Mediziner setzen Laserstrahlen ein, um das Gewebe mit Hitze zu schädigen. Dazu wird der Laser direkt in das Hämangiom eingeführt, nachdem dieses Areal durch ein Lokalanästhetikum örtlich schmerzunempfindlich gemacht wurde. Bei der Laserablation werden oberflächlich auf der Haut aufliegende Hämangiomschichten abgetragen.

Als Laser werden sogenannte gepulste Dye-Farbstofflaser (gepulste Farbstofflaser oder NdYAG-Laservorrichtungen genutzt. Die NdYAG-Laser eignen sich hervorragend für Blutschwämme, die tiefer im Gewebe eingebunden sind. Darüber hinaus werden gegen Erwachsenenhämangiome die Argon- und die Krypton-Ionen-Laser verwendet.
Die einfache Laserlampenbehandlung wird in zunehmendem Umfang durch die Kryotherapie abgelöst.

Konventionelle Therapie mit Arzneimitteln

Im Laufe der Zeit haben sich zur Behandlung eines Blutschwammes gleichfalls erprobte Medikamente etabliert, in dessen Zentrum Propranolol steht. Das Propranolol wird dem Kind über ein halbes Jahr hinweg zweimal am Tag oral (in den Mund) eingegeben. Stellt sich dann noch kein Erfolg ein, kann diese Behandlung verlängert werden.

Nachteilig bei den Medikamenten sind die Nebenwirkungen, mit denen etwa 30 Prozent der Kinder zu kämpfen haben. Ein unruhiger Schlaf und/oder anhaltende Durchfälle sowie die Wahrscheinlichkeit auf ein wiederholtes Wachstum sind negative Aspekte eine Arzneimitteleinsatzes.

Allerdings kann die Durchblutung des Blutschwamms binnen einigen Stunden nach der ersten Einnahme von Propranolol reduziert sein, was für eine hohe Erfolgsrate spricht. Ob das Hämangiom reagiert hat, kann durch begleitende Kontrollen per Ultraschall eine Verkleinerung und/oder das Verändern von Gefäßen überprüft werden. So bleiben unnötige weitere Medikamenteneinnahmen erspart.

Eine Kontraindikation (Gegenanzeige) gegen die Beseitigung von Hämangiomen mit Propranolol liegt vor, wenn:

  • Frühchen den normalen Geburtstermin noch nicht erreicht haben
  • Neugeborenen noch nicht zwei Wochen alt sind
  • Kinder einen angeborenen Herzfehler haben, der keine Behandlung mit Betablockern erlaubt
  • Säuglinge an einer obstruktiven Bronchitis erkrankt sind
  • eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems vorliegt
  • die Nierenfunktion herabgesetzt ist

Ansonsten kann Propranolol schon zeitig in der Proliferationsstufe verordnet werden.

Sklerosierungsbehandlung

In die Hämangiome werden unterschiedliche chemische Wirkstoffe injiziert (gespritzt). Sie bedingen eine beabsichtige Entzündungsreaktion, in deren Folge ein Schrumpfungsprozess beziehungsweise eine Verödung der Zysten einsetzt. Begleiterscheinungen dieser Therapie sind Schwellungen und Rötungen der Haut sowie leichtes Fieber.

Zur Anwendung kommen hauptsächlich:

  • OK 432 oder Picibanil
  • Doxycyclin beziehungsweise Bleomycin
  • Betablocker (Propranolol als Off-label-Therapie)
  • Glukokortikoide
  • Interferon-alpha

Bei den beiden ersten Substanzen handelt es sich um Stoffe, die gefriergetrocknete, pulverisierte Bestandteile des Streptokokkus pyogenes enthalten. Dieser Bakterienstamm kann Entzündungen hervorrufen. Der Betablocker ist ein Herz-Kreislaufmittel.
Der gesamte Ablauf der Behandlung wir durch Ultraschall oder Röntgengeräte überwacht.

Resektion des Hämangioms per Operation

Die chirurgische Resektion (Entnahme) oder die operative Exzision (Herausschneiden von Gewebeteilen) sind Varianten, die bei Resten rückläufiger Hämangiome und bei komplizierten Wucherungen indiziert sind. Auch kosmetisch kann eine Operation zweckmäßig sein.

Nicht selten kombinieren die Mediziner eine Laserentfernung mit einem chirurgischen Eingriff, wenn noch Restbefunde beziehungsweise Residuen in Erscheinung treten. Eine Operation kann sogar nach der Rückbildungsphase als Teil- oder als Komplettentfernung eines Blutschwamms angebracht sein.

Laparoskopie

Sind innere Organe wie die Milz oder die Leber mit einem Hämangiom besetzt, kann die Laparoskopie hilfreich sein. In die Bauchdecke werden kurze Schnitte eingebracht, die die Öffnung für die Instrumente darstellen. An den Verlängerungen können seitens der ausführenden Ärzte mehrere Mikroinstrumentarien wie winzige Skalpelle oder Zangen befestigt werden. Diese dienen zum Herausschneiden der Blutschwämme. Nach Beendigung des Eingriffs werden die kurzen Hautschnitte kosmetisch verschlossen.

Innere Hämangiome, die beispielsweise an komplizierten Stellen wie an der Wirbelsäule sitzen, machen einen Anteil von fast 40 Prozent aus. Sie gehen mit Symptomen wie Einschränkungen der Motorik (Bewegung), neurologischen Störungen sowie mit Veränderungen der Funktion des Mastdarmes und der Harnblase einher.
Betroffene klagen außerdem über einen drückenden oder klopfenden Schmerz bei körperlichen Aktivitäten und über einen sogenannten Ruheschmerz.

Arbeiten die Chirurgen in dieser Region operativ, dann muss mit äußerster Behutsamkeit vorgegangen werden, um keine Verletzungen der Nerven herbeizuführen. Verschiedene Lösungen wie eine Verblockung oder Versteifung einzelner Wirbelkörper beziehungsweise eine Spondylodese oder eine Teilentfernung des Hämangioms können umgesetzt werden. Eine radioaktive Bestrahlung des Blutschwammes ist nur in Ausnahmen begründet.

Hämangiome sind in der Lage, ein Enzym (Biokatalysator) herzustellen, das Jod aus der Schilddrüsen binden kann. Daraus resultiert eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Auch unter diesen Umständen muss ein Blutschwamm möglicherweise chirurgisch bekämpft werden.

Begleitende Behandlung und weitere Therapiearten

In diese Rubrik gehören Maßnahmen, mit denen eine Kompression oder ein Druck auf ein Hämangiom ausgeübt werden kann. Angewendet werden neben den Pelotten (halbkugelartiges Hilfsmittel) die Druckverbände.

Bewährt haben sich zudem äußerlich durchgeführte Behandlungsschritte, die auf lokal wirkenden Cremes und Salben basieren. Mit pharmazeutischen Produkte mit Cortison oder Glukokortikoiden lassen sich überzeugende Erfolge erzielen. Cortison ist ein Hormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird.

Ergänzend zu dieser Therapie können Produkte verwendet werden, deren Wirkstoff Interferon-alpha ist. Interferon-alpha ist ein sogenannter biochemischer Botenstoff. Er stammt von den Monozyten (Leukozyten mit makrophagischen Fähigkeiten). Makrophagen sind ein Teil des Abwehrsystems (Immunsystem). Makrophagen sind Fresszellen, die im Blutkreislauf mit schwimmen und dort körperfremde Antigene vernichten können.

Interferon-alpha richtet sich im Normalfall gegen Körperzellen, in denen sich Viren eingenistet haben.

Praktiziert werden zudem Therapien bei einem Säuglingshämangiom, die als Röntgen- und als Embolisation(künstlich realisierter Verschluss von Blutgefäßen) bekannt sind.

Vorbeugung – Impfung und Prävention

Eine Prävention gegen Blutschwämmchen ist derzeit nicht möglich. Die Begründung ist, dass Hämangiome vorwiegend genetisch oder erblich bedingt sind. Die Mediziner sind sich darüber hinaus noch im Unklaren, ob nicht noch weitere Auslöser für ein Hämangiom verantwortlich sein könnten. Eine gezielte Vorbeugung lässt sich daher nicht realisieren.

Da die Hämangiome insbesondere bei zu früh geborenen Kindern vorkommen, sollten die Schwangeren so leben, dass sie möglichst den errechneten Termin der Geburt erreichen. Dann kann die Wahrscheinlichkeit eines Blutschwamms verringert werden.

Prognose zur Heilung

Die Chancen auf eine Heilung bei einem Hämangiom sind erstaunlich gut. Die Blutschwämme gehen zum größten Teil ohne weiteres Zutun von außen selbst zurück. Bis die Kinder ihren neunten Geburtstag feiern, sind die Hämangiome zu 70 bis 92 Prozent ohne Rückstände aufgelöst. Lediglich bei ungefähr 40 Prozent der Betroffenen bleiben minimale Hautfalten oder sichtbare Gefäßirritationen übrig. Chirurgische Behandlungen hinterlassen in der Regel kaum wahrnehmbare Narbenbereiche.

Es dauert meist nur einige Monate oder Jahre, bis die Blutschwämmchen rückläufig sind. Säuglinge, die mit einem Hämangiom auf die Welt kommen, besitzen dieses im Alter von fünf Jahren meist nicht mehr. In Einzelfällen manifestiert sich ein Blutschwamm dauerhaft oder es entsteht ein überaus komplizierter Befund. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Hämangiome, die nach dem zehnten Geburtstag noch zu sehen sind, oftmals keine Tendenz zur Rückbildung haben.

Patientinnen und Patienten mit einem Blutschwamm haben daher günstige Zukunftsaussichten, dass sie von ihrem Hämangiom befreit werden. Blutschwämmchen sind gutartige Zellwucherungen, die keine Tochterzellen abgeben.

In eine eher negative Richtung gegen Hämangiome, die sich in das Körperinnere ausbreiten. In diesem Fällen ist ein medizinisches Eingreifen unumgänglich, wenn es problematisch wird.

Hämangiom – bösartig

Um diese Frage zu beantworten, muss man erst wissen, wie bösartige Tumoren oder Krebs funktioniert. Maligne Geschwülste wachsen unkontrolliert und unbegrenzt. Sie spalten Tochterzellen ab, die sich über den gesamten Organismus verbreiten können. Das bei fast allen Hämangiomen ausgeschlossen. Nur manchmal können Blutschwämmchen zu Krebsgeschwülsten ausarten.

Wer dieser Aussage nicht vollkommen vertrauen möchte, sollte ein Hämangiom immer gut beobachten. Geht das Wachstum abrupt, stark entartend und übermäßig voran, blutet das Hämangiom ohne nachvollziehbare Ursachen und sind Schmerzen zu bemerken, sollte sich ein Arzt den Blutschwamm ansehen. Diese auffälligen Vorgänge sind auch bei Hautkrebs bedeutsam und daher unbedingt eine Sache des Facharztes.

Vom Grundsatz her, ist es auf jeden Fall nicht verkehrt, wachsam zu bleiben und auf Veränderungen eines Hämangioms zu reagieren. Ein Entarten kann sogar der beste Spezialist nicht ausschließen. Neigt ein Hämatom zur Malignität, kommen die Patienten um eine komplette Entfernung nicht herum.

Alternative Behandlungsmethoden

Die Homöopathie, die Naturheilkunde und andere traditionelle Heilverfahren bieten eine Fülle an Lösungen an, um einem Blutschwamm entgegenzuwirken. Nutzen Patientinnen und Patienten die Empfehlungen der Homöopathen, der Ernährungswissenschaftler und der Heilpraktiker, dann verzichten sie auf unangenehme Nebenwirkungen. Schulmedizinische Behandlungen erzeugen meist Nebenwirkungen, die gerade für Kinder extrem belastend sein können.

Außerdem profitieren sie von den Vorzügen der Methoden, die vor allen Dingen als begleitende Therapie einen hohen Stellenwert einnehmen. Naturheilkundliche Mittel sind sanft und schonend und in einer riesigen Auswahl zu finden.

Die Alternativmedizin als Komplementärfach zur Schulmedizin kann auch im Zusammenhang mit einem Hämangiom Lösungsansätze bieten:

  • Kräuter und Heilpflanzen
  • Eigenbluttherapie zur Stärkung des Immunsystems
  • homöopathische Substanzen
  • Schüssler-Salze
  • Bachblütenextrakte (individuell abgestimmte Mischung unterschiedlicher Blüten)
  • Kräuterzubereitungen nach Rezepturen der Traditionellen chinesischen Medizin
  • Elektroakupuktur nach Voll
  • Fußreflexzonentherapie (zyklisch mit etwa vier bis acht Wochen pausieren)

Bei der Elektroakupunktur nach Voll wird im Unterschied zur herkömmlichen Akupunktur ohne Nadeln gearbeitet. Die Elektroakupunktur nach Voll stützt sich auf die typischen Meridiane des Körpers, die über eine Messung des elektrischen Widerstandes angesprochen werden. Im Rahmen der bio-elektrischen Funktionsdiagnostik kann der Heilpraktiker mit der Elektroakupunktur nach Voll Hinweise auf die Gesundheit gewinnen.

Hausmittel gegen Hämangiome

Gegen Leberhämangiome helfen Kartoffeln, Getränke aus Hafer und Lindenblütentees. Eine Mischung aus Apfelessig und Honig ist ein altbewährtes Heilmittel gegen Blutschwamm. Die Haut wird an den betroffenen Stellen mit Apfelessig massiert, dem etwas Honig zugesetzt wurde. Bei guter Verträglichkeit, kann dieses Verfahren fünf bis sechs Tage lang weitergeführt werden.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde kann durchaus bei einem Hämangiom Linderung versprechen.

Zweckmäßig sind hochwertige Inhaltsstoffe aus folgenden Heilpflanzen:

  • Schwedenkräuter
  • Zypresse
  • Hauswurz
  • Ringelblume
  • Eberraute
  • Knoblauch zur Förderung der Rückbildung
  • Propolis
  • Frauenhaarfarn (Gerinnung fördernde, blutstillend bei mittelschweren Blutungen)

Die richtige Anwendung und die Indikation der Schwedenkräuter ist der Kräuterfrau Maria Treben zu verdanken. Die Schwedenkräuter können als fertige Kräutermischungen oder als alkoholisches Getränk konserviert für die Zubereitung eines Schwedentrunks verwenden.

Aus der Ringelblume wird ein frischer Saft zubereitet, mit dem der Blutschwamm mehrmals über den Tag verteilt, bestrichen wird. Kombiniert werden kann diese Anwendung mit dem Trinken von Ringelblumentee.

Propolis ist eine wachsartige Substanz, die reich an heilsamen Harzen ist. Propolis wirkt antibakteriell (gegen Bakterien), antimykotisch (gegen Pilze) und antiviral (gegen Viren). Ganz nach Belieben können die Patienten die schonenden Tinkturen, die Kapseln oder die Salben einsetzen, um ein Hämangiom durch das äußerliche Auftragen und/oder eine innerliche Anwendung zur Rückbildung anzuregen.

Als Immunmodulatoren, die zu einer Stärkung des Immunsystems beitragen, werden in der Phytotherapie Pflanzen wie Mistel, Lebensbaum, Sonnenhut, Hagebutten und Taigawurzel verarbeitet.

Ätherische Öle

Ätherische Öle haben einen entzündungshemmenden, antibakteriellen Effekt und können somit der Entstehung von Ulzerationen durch ein Hämangiom entgegenwirken. Teebaumöl ist beispielsweise sinnvoll gegen Bakterien, virale Erreger und Pilze.

  • Jojobaöl
  • Rizinusöl
  • Teebaumöl
  • Eukalyptusöl
  • Olivenöl
  • Knoblauchöl

Das Öl der Rizinuspflanze ist optimal, um Hämangiome auf natürlichem Wege verschwinden zu lassen. Ein regelmäßiges äußerliches Auftragen auf den Blutschwamm lässt diesen zunächst verblassen und sich danach zurückbilden. Dazu wird Watte mit Rizinusöl getränkt und für etwa 72 Stunden auf den Blutschwamm aufgelegt.

Teebaumöl wird mit zwei Tropfen Ölivenöl versetzt und auf das Hämangiom aufgetragen. Diese Flüssigkeit sollte gut eintrocknen. Erst danach wird die neue Lösung aufgebracht.

Knoblauch wird gegen Blutschwamm frisch oder als konzentriertes Knoblauchöl verwendet. Damit das Hämangiom und die umliegende Haut nicht zu intensiv gereizt wird, sollte unter die Knoblauchschicht Vaseline eingecremt werden. Um einen Erfolg zu erzielen, ist dieses Verfahren über zehn Tage hinweg immer nachts auszuführen.

Homöopathie und Globuli

An erster Stelle soll Abrotanum genannt werden. Diese Heilpflanze wird gegen ein innerliches und ein äußerliches Hämangiom in den Potenzen D6 und D12 verordnet. Die Eberraute hat noch eine positive Nebenwirkung, denn sie hilft ebenfalls gegen Gedeihstörungen bei Neugeborenen und gegen Durchfall (Diarrhö).

Als Einzel- und als Komplex-Präparate in der Homöopathie sind folgende Substanzen sinnvoll gegen Blutschwamm:

  • Abrotanum (Eberraute) und Kreosotum als Zutat für homöopathische Komplexsubstanzen
  • Sulfur
  • Arnica
  • Ferrum Phosphoricum
  • Rhus toxicodenron
  • Thuja occidentalis
  • Mercurius solubilis
  • Carboe vegetabilis
  • Lachesis Muta
  • Arsenicum album

Bei der Dosierung der homöopathischen Arzneistoffe werden in der Regel niedrige Potenzen von D6 bis D12 genutzt. Die Einnahme von Niedrigpotenzen als Globuli beträgt fünf Globuli, als Tropfen fünf bis zwanzig und als Tablette ein Stück dreimal über den Tag verteilt.

Des Weiteren kann die homöopathische Hausapotheke bei Bedarf Verdünnungen in D3 oder hoch potenziert in D30 enthalten. Für Kinder, die schon allein und sicher essen können, sind die sogenannten Streukügelchen oder Globuli ideal. Sie können auf der Zunge zergehen. Die Schleimhaut des Mundes nimmt die Inhaltsstoffe sofort auf.

Säuglingen und Kleinkindern können die homöopathischen Mittel aufgelöst in Tee verabreicht werden. Kleinkindern werden täglich drei Globuli, Schulkindern und Jugendlichen werden jeweils fünf Globuli zugeführt.

Schüssler-Salze

Gegen Blutschwamm werden folgende Schüssler-Salze angewandt:

Calcium Fluoratum ist ein Salz, das zur Heilung von Defekten im Bindegewebe, in den Gelenken und in der Haut sowie gegen Krampfadern empfohlen wird. Hauterkrankungen wie Blutschwamm können mit Calcium Fluoratum oder Flussspat auf natürliche Weise gelindert werden.

Diät und Ernährung

Bei einem an der Leber festgestellten Hämangiom ist es vorteilhaft, weniger Salz aufzunehmen. Um täglich eine zuverlässige Entgiftung der Leber zu gewährleisten und diese nicht zusätzlich zu strapazieren, sollten frisches Gemüse und Obst sowie Zwiebeln, Knoblauch und verschiedene Kohlarten günstig. Sie regen die Ausscheidung überschüssigen Wassers aus dem Organismus an.

Des Weiteren sind verarbeitete, behandelte Nahrungsmittel nicht anzuraten. Sie können das Leiden an der Leber verstärken und ihre Funktionstüchtigkeit stören. Leicht verdauliche Lebensmittel und hochwertige Eiweiße können für Hämangiome nicht zuträgliches Fett reduzieren helfen. Alkohol sollte unbedingt vermieden werden.

Eine Leberdiät ist unersetzlich, wenn sich Neubildungen an den Hämangiomen abzeichnen:

  • begrenzte Aufnahme von sauren Konserven
  • viel Fisch und mageres Fleisch
  • keine alkoholischen Getränke
  • auf geräucherte und frittierte Nahrungsmittel verzichten
  • auf die angemessene Zufuhr von Kohlenhydraten achten
  • tagsüber regelmäßig essen
  • reichlich trinken
  • Gerichte mit frischen Kräutern abrunden
  • pflanzliche Öle und Fette (reich an ungesättigten Fettsäuren) bevorzugen
  • Kaffee und Schwarztee reduzieren
  • Vitamin E, Vitamin A und Vitamin C-reiche Kost (Mandeln, Nüsse, Fruchtsäfte, Smoothies, Möhren, Zitronen, Spinat) mit freien Radikalen

Patientinnen mit einem Leberhämangiom sollten die Einnahme der Anti-Baby-Pille hinterfragen und beim ihrem Gynäkologen abklären, ob sich daraus nachteilige Effekte für den Blutschwamm ergeben könnten.

FAQ – Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Blutschwamm und Feuermal?

Feuermale und Blutschwämmchen sind von ihrer Erscheinung her sehr ähnlich. Deshalb kommt es unter medizinischen Laien oftmals zu Verwechslungen. In Unkenntnis der Unterschiede zwischen beiden Präsenzen erschrecken zudem viele Mütter, wenn ihr Kind mit einem Hämangiom auf die Welt kommt. Sie sind der Annahme, es ist eine Feuermal.

Ein bedeutsames Merkmal des Feuermals ist, dass dessen Anlage schon im Mutterleib existiert. Ein Hämangiom bildet sich jedoch erst nach der Geburt. Der Naevus flammeus (hat eine flammenartige Struktur), wie das Feuermal noch bezeichnet wird, liegt nur in den obersten Schichten der Haut vor. Ein Hämangiom kann durchaus weiter nach unten wuchern.

Die Ursache für die Entstehung eines Feuermals ist eine pathologische Ausdehnung der Kapillaren, die unmittelbar unter der Oberhaut zu finden sind. Die Haargefäße verfügen über eine Netz an Nerven, die für die Regulation der Weit- oder Engstellung der Kapillaren zuständig sind. Da diese fehlen, geht die Erweiterung der Blutgefäße nicht mehr zurück. Daraus resultiert die rötliche Hautverfärbung.

Feuermale gelten als harmlose und gutartige Spielarten der Natur. Sie vergehen jedoch nicht von selbst. Ein Feuermal kann ohne Weiteres ein Hinweis auf eine Begleiterkrankung wie das Sturge-Weber-Syndrom oder das Maffucci-Syndrom sein. Eine Sondervariante des Feuermals ist der Storchenbiss.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Hämangiom und Blutungsneigung?

Nicht jedes Hämangiom führt zu einer erhöhten Blutungsneigung. Dieser Prozess ist in der Regel nur bei Riesenhämangiomen zu beobachten. Die Blutschwämme sind in der Lage, eine Verbrauchskoagulopathie zu provozieren.

Dieses Ereignis wird den Gerinnungsstörungen zugeordnet. Letztendlich brauchen sich die Blutplättchen und die für die Gerinnung benötigten Gerinnungsfaktoren auf. Das geschieht durch einen natürliche Reaktion des Körpers, der dem Austritt von Blut entgegenwirken soll.

Ein Hämangiom ist reich an Blutgefäßen, in denen sich viele Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren konzentrieren müssen, damit kein Blut austreten kann. Im restlichen Organismus kommt es infolge dessen zu einer Unterversorgung. Durch die Aktivierung von Thrombozyten, dem Endothel in den Blutgefäßen (Gefäßwände) und den Gerinnungsfaktoren kann eine Blutverlust bei Verletzungen eingedämmt werden.

Sind diese Systeme nicht in ausreichendem Umfang vorhanden, steigt die Neigung auf größere Blutungen. Patienten und Patientinnen mit einem Blutschwamm können auf diese Weise zu Blutern werden.

Was geschieht, wenn ein Hämangiom ulzeriert?

Das Ulzerieren von Blutschwämmchen ist eine vielmalig anzutreffende Problematik, die sich hauptsächlich auf den Windelbereich beschränkt. Begünstigt wird dieser Vorgang durch Verschmutzungen. Keimträger wie Stuhl und Urin dringen in die wabenartige Oberfläche der Hämangiome ein (Superinfektion) und setzen dort zunächst eine Entzündung in Gang. Hinzu kommt das Wundliegen, das eine Irritation der Haut fördert.

Diese zeigt die typischen Entzündungszeichen wie:

  • Schwellung
  • Rötung
  • Überwärmung
  • Schmerz

Im weiteren Verlauf wird die Haut bis in tief liegende Schichten hinein verletzt, sodass ein sogenannter Substanzdefekt unter Eiterabsonderung entsteht. Zugrunde liegen Ereignisse wie ein Aufbrechen oder Aufreißen der Haut in Einheit mit einer Nekrose (Absterben von Gewebe).

Eine solche massive Schädigung heilt nicht so schnell und ohne bleibende Hautschädigungen wie Narben aus. Die Begründung für einen Ulkus oder einer Ulzeration ist die Mangelversorgung des Hautbereiches mit Blut (Ischämie). Hautzellen sterben ab und es wird Gewebswasser frei. Deshalb kann ein Geschwür durchaus feucht oder nässend sein.

Wie erkennt man ein innerliches Hämangiom?

Im Körperinneren auftauchende Hämatome sind in der Praxis meist ein Zufallsbefund. Die Anwesenheit eines inneren Blutschwämmchens lässt sich jedoch anhand verschiedener äußerer Anzeichen enthüllen.

Betroffene Kinder oder Erwachsene haben:

  • Blut im Stuhl
  • auffällige Geräusche beim Atmen
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • gelblich gefärbte, blasse Haut

Treffen drei dieser Symptome aufeinander, muss ein Arzt eine entsprechende diagnostische Untersuchung vornehmen. Dann ist ein Anlass gegeben, um eine baldige Behandlung einzuleiten.

Kann man ein Hämangiom selbst kurieren?

Diese Vorgehensweise wird zwar von einigen Patienten bevorzugt, ist aus medizinischer Sicht jedoch nicht anzuraten. Bei kleinen Kindern ist ein eigenständiges Entfernen eines Blutschwammes ausgeschlossen. Erwachsene versuchen häufig, ein noch kleines Hämangiom durch Kratzen zu beseitigen. Diese Maßnahme kann jedoch eine nachfolgende Wundinfektion oder eine unangenehme Blutung nicht ausschließen.

In den Hämangiomen liegt ein unmittelbarer Kontakt zu den Blutgefäßen vor, die durch mechanische Einflüsse eröffnet werden können. Derselbe Effekt ist beim Aufstechen oder Aufschneiden zu befürchten. In schweren Fällen kann die Blutung nur mit enormem Aufwand gestillt werden. Anders sieht das bei einer chirurgischen Behandlung aus. bei der die Blutgefäße durch Koagulation (Zusammenballung, Ausfällung von Eiweiß durch Hitze) verschlossen werden.

Blutschwämme sind zelluläre Fehlbildungen, deren Wachstum durch eine Verletzung angeregt werden könnte. Ein gewaltsames Entfernen hinterlässt zudem unschöne Narben.

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