Syphilis (Lues)

Definition Syphilis

SyphilisSyphilis (auch als Lues bezeichnet) ist eine Geschlechtskrankheit, die unter das deutsche Infektionsschutzgesetz fällt.

Ärzte, Labors und Krankenhäuser sind verpflichtet, jeden Nachweis eines Syphiliserregers bei einem Patienten ohne Angabe des Patientennamens an das zuständige Gesundheitsamt zu melden.

Lues kann unbehandelt bei chronischem Verlauf zu massiven Spätschäden führen, nichtsdestoweniger ist eine Behandlung meist sehr schnell und effektiv. Daher sollte man auf keinen Fall darauf verzichten. Es braucht zur vollständigen Heilung oftmals nicht mehr als eine einzige Dosis Penicillin – insofern diese zum richtigen Zeitpunkte verabreicht wird,

Steckbrief: Syphilis

  • Name(n): Syphilis; Harter Schanker; Franzosenkrankheit
  • Art der Krankheit: Sexualkrankheit (STD)
  • Verbreitung: Weltweit (Schwerpunkt Afrika)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 15. Jahrhundetr
  • Behandelbar: Meistens
  • Art des Auslösers: Bakterien (Treponema pallidum)
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 0;5% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Hautarzt; Gynäkologe; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – A00-B99 – A50-A64 – A50

Was ist Syphilis?

Die Syphilis ist ein altes Leiden, das die Menschen schon seit Jahrhunderten heimsucht. Darüber hinaus ist sie eine Krankheit vieler Namen. Man kennt die Syphilis auch als Lues venerea, (harter) Schanker und französische Krankheit. Bisweilen kann man auch feststellen, dass „Tripper“ als Synonym Anwendung findet. Das ist aber ein Missverständnis. Der Tripper (Gonorrhoe) ist eine eigenständige Erkrankung, die sich lediglich einige Merkmale mit der Syphilis teilt. Es handelt sich jedoch nicht um dasselbe Gebrechen.

Des weiteren handelt es sich bei der vorliegenden Erkrankung um eine durch Bakterien ausgelöste STD (Sexually Transmitted Disease / Sexuell übertragbare Krankheit). Nichtsdestoweniger kann der harte Schanker auch auf anderem Wege zu übertragen sein, dennoch bleibt ungeschützter Geschlechtsverkehr der weitaus häufigste Auslöser.

Gerade in der frühen Phase einer Erkrankung tritt die Krankheit meist ohne nennenswerte Symptome auf. Nach und nach bilden sich immer mehr kleine Geschwulste an den Genitalien, dem Mund oder dem Anus. Aber auch diese sind zunächst noch eher harmlos und vorallem schmerzfrei. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass diese Wucherungen bereits, gleichwohl sie nicht schmerzen, hochgradig ansteckend sind. Darum sollte direkter Hautkontakt mit anderen Personen nach Möglichkeit zu vermeiden sein.

Aber nicht jede Ansteckung führt direkt zum Ausbruch der Syphilis. Die Bakterien können teilweise über Jahrzehnte hinweg in einer Art Dormanz im Körper existieren, ohne auffälliges Verhalten zu zeigen. Darüber hinaus ist die Franzosenkrankheit besonders in ihrer frühen Phase sehr leicht zu heilen. Es bedarf oftmals nicht mehr als einer einzigen Dosis Penicillin. Dennoch sollte man dieses Übel keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, schließlich und endlich kann die Syphilis sehr gefährlich für ihren Träger sein. Bei unzureichender Behandlung endet eine Infektion mit derselben nicht selten tödlich. Dies liegt daran, da sie die inneren Organe massiv schädigt. Insbesondere das Gehirn, das Herz und die Nieren sind besonders häufig betroffen.

Welche Ursachen führen zu Syphilis?

Syphilis überträgt sich durch einen bakteriellen Befall mit Treponema pallidum, einem Bakterium aus der Gruppe der Spirochäten. Die Ansteckung erfolgt beim Geschlechtsverkehr über winzige Verletzungen der Schleimhaut oder Oberhaut. Die Übertragung der Krankheitserreger kann auch während der Schwangerschaft oder Geburt von der infizierten Mutter auf das Kind erfolgen. Nach der Infektion gelangen die Bakterien auf dem Blutweg in alle Bereiche des Körpers.

Weniger häufig, aber dennoch nicht unmöglich ist es zudem, dass sich der harte Schanker durch allzu nahen direkten Hautkontakt mit einem Betroffenen überträgt. Hierfür müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein. Insbesondere muss der Infizierte in direkten Kontakt mit einer Wunde oder offenen Stelle des potentiellen Opfers kommen. Dies ist selten, aber, wie gerade angeführt, nicht unmöglich. Darüber hinaus bietet der Akt des Küssens ebenso ein relativ hohes Risiko der Ansteckung. Denn gerade die Schleimhäute des Mundes sind ähnlich stark empfänglich für die auslösenden Bakterien, wie die der Vagina oder der männlichen Sexualorgane.

Unter vielen Menschen, hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Syphilis ebenso dadurch zu übertragen sei, dass man dieselbe Toilette, dieselbe Badewanne, dieselben Klamotten oder dasselbe Besteckt benutze wie ein Syphilitiker. Selbst Türklinken, Pools und Sitzmöbel gelten nicht selten als potentielle Infektionsherde. Das ist alles Unfug. Eine Infektion mittels dieser Dinge ist auf keinen Fall möglich. Zumindest konnte man in der doch beinahe mehreren Jahrhunderte andauernden Geschichte dieser Krankheit keinen einzigen Fall beobachten, in dem dies geschehen wäre.

Ein weiteres Gerücht ist dieses, dass die Syphilis, selbst wenn man sie erfolgreich heilen konnte, immer wieder auftreten kann. Das stimmt nur bedingt. Sind die Bakterien aus Körper, sind sie schlicht aus dem Körper. Von alleine bricht die Krankheit als nicht noch einmal aus. Es bedarf hierfür einer komplett neuen Ansteckung mit dem harten Schanker.

Zusammenfassende Übersicht der Ursachen

  • Infektion mit dem Bakterium „Treponema pallidum“
  • Enger Kontakt zu Syphilitikern
  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr
  • Geschützter Geschlechtsverkehr
  • Küssen
  • Weitere Sexualpraktiken
  • Häufig wechselnde Sexualpartner
  • Sexueller Verkehr mit Prostituierten
  • Homosexueller Geschlechtsverkehr
  • Geschlechtsverkehr mit HIV-Kranken

Symptome & Anzeichen

Bei Lues unterscheidet man vier Krankheitsstadien, die sich in ihren Symptomen sehr stark unterscheiden. Nach der Inkubationszeit von 14 bis 24 Tagen tritt an der Infektionsstelle (Penis, Vagina, Schamlippen, Mund, Anus) ein schmerzloser harter Knoten auf, der harte Schanker.

Nach ungefähr einem Monat heilt das Geschwür von selbst ab. In diesem Stadium, der primären Syphilis, sind außerdem die der Eintrittspforte benachbarten Lymphkonten geschwollen.

Im Stadium der sekundären Syphilis treten allgemeine Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Schwindel, Sehverschlechterung, Kopfschmerzen sowie Gelenkschmerzen auf, außerdem krankhafte Veränderungen der Haut und Schleimhaut (Condylomata lata) und „mottenfraßförmiger“ Haarausfall.

Im Stadium der tertiären Syphilis kommt es zum Befall der inneren Organe, der Knochen und des Nervensystems. Dabei treten auch Gummen, also mit Eiter gefüllte Geschwulste auf der Haut, den Knochen sowie in Leber und Magen auf. Stadium IV, die Neurosyphilis, kann sich durch eine Hirnhautentzündung und die Zerstörung von Hirngewebe äußern und zu Demenz, Halluzinationen oder Lähmungen führen.

Manchmal kann zwischen den einzelnen Stadien jahrelang ein beschwerdefreier Zeitraum eintreten, manchmal sogar eine Spontanheilung. Symptome der angeborenen Syphilis sind Untergewicht des Neugeborenen bei vergrößerter Leber und Milz, syphilitischer Schnupfen und Parrot-Furchen (weiße Narben um den Mund), dazu die Symptome der sekundären Syphilis.

Typisch ist außerdem die Hutchinson-Trias aus Hornhautschäden (Auge), Innenohrschwerhörigkeit und tonnenförmigen Schneidezähnen.

Hierzu nochmals ein kurzer Überblick:

Primäres Stadium

  • Bildung des „Schankers“, einer kleinen Geschwulst, an der Stelle der Infektion. Zumeist den Genitalien
  • Der Schanker entwickelt sich oft unbemerkt, da er schmerzlos ist und sich nach einiger Zeit von alleine zurückbildet

Sekundäres Stadium

  • Zunächst leichter Ausschlage, der von der Stelle der Infektion ausgeht und nach und nach den gesamten Körper befällt
  • Warzenähnliche Auswüchse an den Genitalien und dem Anus
  • Partieller Haarverlust
  • Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen sowie Krämpfe
  • Fieber
  • Trockener Hals
  • Fieber
  • Schwellungen der Lymphknoten

Tertiäres Stadium

Lediglich 15 bis 30 % der -unbehandelten- Fälle bilden eine tertiäre Phase der Syphilis aus. Betroffene, die sich behandeln lassen, entgehen diesem Schicksal beinahe immer.

  • Schädigungen der inneren Organe, wie Herz, Lungen, Leber, Nieren und vornehmlich dem Gehirn
  • Absterben der nerven und Minderleistungen der Blutgefäße
  • Lähmungen
  • Verwirrtheit
  • Partieller oder totaler Verlust der Fähigkeit zu sehen oder zu hören, seltener auch zu sprechen
  • Geistige Umnachtung

Angeborene Syphilis

Steckt sich eine Frau während der Schwangerschaft mit der Syphilis an, oder ist bereits davor damit infiziert, kommt es nicht selten vor, dass sie bei der Geburt ihr eigenes Kind ebenso ansteckt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose erfolgt durch mikroskopischen Nachweis der Krankheitserreger aus dem Sekret nässender Hautveränderungen. In Bluttests kann man ab etwa vier Wochen nach der Ansteckung Antikörper nachweisen. Den Antikörpertest benutzt man auch, um während einer Syphilisbehandlung den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Im Stadium der Neurosyphilis kann die Diagnose auch durch eine Liquorpunktion erfolgen.

Diese diagnostischen Maßnahmen reichen in aller Regel vollkommen aus, um eine Syphilis korrekt zu erkennen und anzusprechen. Besonders erfahrene Ärzte oder Ärzte aus Krisenregionen sind darüber hinaus oftmals dazu imstande, die Franzosenkrankheit mittels einer einfach Blickdiagnose festzustellen. Des Weiteren kann eine Anamnese auch nicht schaden. Insbesondere wenn aus derselben hervorgeht, dass der Betroffene beispielsweise häufigen Sexualkontakt mit Prostituierten hatte, liegt die Diagnose Syphilis oftmals nicht sehr weit.

Verlauf der Krankheit

Wie bereits erwähnt, verläuft die Syphilis zumeist in drei Phasen. Wobei man zusätzlich erwähnen sollte, dass die Dritte Phase nur relativ selten auftritt und darüber hinaus auch nur dann, wenn sich der Betroffene aus welchen Gründen auch immer keiner Behandlung unterzieht.

Im Gegensatz zur allgemeinen Einschätzung gegenüber der vorliegenden Erkrankung, ist die Syphilis, gerade in ihrem frühesten Stadium, oftmals vollkommen schmerzfrei. Man bemerkt sie als Betroffener häufig noch nicht einmal. Das ist aber keineswegs erfreulich, sondern ein ernstzunehmenden Problem. Aufgrund der Tatsache, dass man die Krankheit gerade zu Beginn nicht bemerkt, kann es vorkommen, dass man eine wichtige Chance verpasst, dem Leiden direkt an der Startlinie den Garaus zu machen. Denn tatsächlich ist es möglich, den harten Schanker mit der Gabe von nur einer Dosis Penicillin vollends zu heilen. Dies ist allerdings nur dann gegeben, wenn man sich dieses Mittels möglichst früh bedienen kann. Alle späteren Phasen der Erkrankung sind ungleich schwerer zu kurieren. Dennoch ist eine effektive Behandlung auch hier glücklicherweise nicht unmöglich.

Kritisch ist die Situation dann, wenn die dritte Phase der Krankheit eintritt. Dies geschieht zwar vergleichsweise selten, ist aber dennoch kein Ding der Unmöglichkeit. Diese dritte oder tertiäre Phase geht mit einem befall der inneren Organe einher. Insbesondere das Gehirn hat sehr darunter zu leiden und ebenso die davon ausgehende Kognitiven Fähigkeiten. In der Vergangenheit sprach man oft auch vom „Syphiliskopf“. Ein berühmter Vertreter dieser geistigen Umnachtung, die durch die vorliegende Krankheit stattfindet, war wohl Friedrich Nietzsche.

Nichtsdestoweniger verläuft die Krankheit heutzutage relativ mild ab. Nicht allein, dass die Syphilis kaum noch vorkommt, sondern auch die Behandlungsmethoden sind so gut und effektiv, dass man sich als Betroffener nicht mehr allzu viele Gedanken über etwaige Folgen und Komplikationen einer Infektion machen muss. Dennoch sollte man Vorsicht walten lassen und nicht leichtfertig sein.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Verbreitung und die Häufigkeit von Syphilis hat im Laufe der letzten Jahrzehnte merklich abgenommen. Das liegt zum einen an den verbesserten zur Behandlung zur Verfügung stehenden Heilmethoden sowie an der ebenso besseren Aufklärung. Nichtsdestoweniger ist die Krankheit noch nicht ausgestorben, gleichwohl sie auf einem guten Weg dahin ist.

Zu Beginn der 2010er Jahre waren etwa 0,5% der weltweiten erwachsenen Bevölkerung mit der Syphilis infiziert. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts dagegen, war es noch über 1% der Weltbevölkerung. Hierbei lassen sich vorallem Häufungen in Entwicklungsländern feststellen. Tatsächlich treten beinahe 90% aller weltweit verortbaren Fälle von Syphilis in diesen Ländern auf.

Darüber hinaus kommt es jährlich zu etwa zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Geburten einer syphilitischen Mutter. Zumeist enden diese in einer Totgeburt oder mit starken Deformationen für das Kind. Ebenso diese Fälle kommen am häufigsten in der dritten Welt vor. In Europa und Nordamerika sind derlei Umstände kaum mehr zu beobachten.

Am schwersten von der Syphilis heimgesucht ist die südliche Hälfte des afrikanischen Kontinents. In einigen Städten, Gemeinschaften und Stämmen, ist die vorliegende Krankheit für bis zu 20% der Todesfälle verantwortlich. Dies sind Zahlen, die nicht einmal im Europa des Mittelalters gegolten haben. Die Lage in diesen Regionen ist also besonders ernst.

Zudem tritt die Franzosenkrankheit häufiger bei Männern in Erscheinung als bei Frauen. Dies halt allerdings nicht mit der genetischen Disposition zu tun. Insbesondere Prostituierte tragen zur Verzerrung dieser Daten bei. Eine Prostituierte hat in der Regel mehrere Freier und kann darum auch mehr Personen infizieren.

Abschließen sei noch zu erwähnen, dass die Syphilis global gesehen etwa eine Todesrate von 8 bis 50% bedingt. Dies ist jedoch stark davon abhängig, wo man sich befindet. In Europa ist die Wehrscheinlicht, dieser Krankheit zu erliegen, verschwindend gering, dasselbe gilt für Nordamerika.

Diagnosedaten

Die Diagnose ist in den meisten Fällen sehr eindeutig. Ebenso sind die aus den Tests gewonnenen Daten ein kaum misszuinterpretierender Indikator für die vorliegende Krankheit. Fehlerhafte Diagnosen sind damit zwar nicht ausgeschlossen, kommen aber in aller Regel nur sehr selten vor. Das größere Problem ist tatsächlich eine rechtzeitige Erkennung durch den Patienten selbst. Es kann, wie bereits mehrfach erwähnt, sein, dass der Patient zunächst nichts von seiner Erkrankung bemerkt. Das verhindert eine frühe Erkennung des Leidens und schmälert damit die Heilungschancen.

Alles in allem aber kann man ruhig davon ausgehen, dass eine Diagnose sehr sicher, schnell und effizient zu stellen ist und es unter Bezugnahme der korrespondierenden diagnostischen Daten kaum zu fehlerhaften Diagnosen kommt. Damit sind der Patient sowie auch der Arzt zumeist auf der sicheren Seite, wenn es darum geht, die Syphilis zu erkennen und korrekt anzusprechen.

Komplikationen bei der Krankheit

Wirklich schwerwiegende Komplikationen treten in der Regel nur dann auf, wenn man als Betroffener von einer Behandlung absieht oder diese aus anderen Gründen nicht erfolgen kann. Bei einer Behandlung jedoch, kann man in aller Regel davon ausgehen, dass einem Schlimmeres erspart bleibt und man noch einmal glimpflich davonkommt.

Sollte man jedoch nicht behandelt werden, sind die Konsequenzen häufig sehr stark und teilweise lebensbedrohlich. Es kommt im Laufe der Erkrankung zu Schädigungen der inneren Organe, sodass diese nur mehr mangelhaft funktionieren können. Insbesondere Minderfunktion des Herzens, der Leber und der Nieren sind zu erwarten. Das ist nicht nur immens schmerzvoll, sondern schränkt Betroffene in ihrem Alltag dergestalt ein, dass sie faktisch nicht mehr für sich alleine zu sorgen imstande sind.

Darüber hinaus ist auch das Gehirn oft betroffen. Ist dies der Fall kann man dem Syphilitiker kaum mehr Abhilfe leisten und es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass er zu einem dauerhaften Pflegefall wird. Die kognitiven Fähigkeiten sind hierbei derart eingeschränkt, dass es für den Erkrankten schlichtweg nicht mehr möglich ist, selbst die einfachsten Aufgaben selbstständig auszuführen. Des Weiteren kommt es infolgedessen auch nicht selten zu einer verfrühten Demenz. Diese wirkt zusätzlich stark negativ auf den Patienten ein.

Zusammenfassend also kann man sagen, dass sich die meisten Komplikationen trotz einer Ansteckung vermeiden lassen, wenn man früh genug einen Arzt konsultiert. Unterlässt man dieses, aus welchen gründen auch immer, bringt man Leib und Leben von sich und anderen Personen nutzloserweise in Gefahr.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Einen Arzt sollte man immer dann konsultieren, wenn man bemerkt, dass mit einem selbst etwas nicht stimmt oder wenn andere einen darauf aufmerksam machen. Im Falle der vorliegenden Krankheit sollte man vornehmlich darauf achten, ob man Geschwüre oder warzenähnliche Geschwulste in der Gegend der Genitalien, des Anus oder dem Mund hat.

Insbesondere Prostituierte, Stricher oder Personen mit häufig wechselnden Sexualkontakten sollten sich in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen. Dies senkt das allgemeine Risiko, mindert die Ansteckungsgefahr von Dritten und sorgt im Zweifelsfalle zudem für eine etwaige Früherkennung der Krankheit.

Zudem sollte man sich nicht durch falsche Scham von einem Arztbesuch abhalten lassen. Sicherlich ist Syphilis ein eher unangenehmes Thema, aber darüber zu schweigen und der Krankheit ihren lauf zu lassen ist umso unangenehmer. Darum ist jedem zu raten, sofort dann einen Arzt zu kontaktieren, sobald auch nur der leiseste verdacht auf eine Ansteckung besteht.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung erfolgt mit Penicillin. Es sind bisher keine gegen Penicillin resistenten Treponema-Bakterien bekannt. Bei einer Allergie gegen Penicillin können andere Antibiotika wie zum Beispiel Erythromycin oder Tetrazykline eingesetzt werden.

Die abgestorbenen Bakterien können durch Freisetzen von Toxinen die sogenannte „Herxheimer-Reaktion“ auslösen, die mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen verläuft. Durch Bettruhe und fiebersenkende Medikamente tritt jedoch eine rasche Besserung ein.

Bei frühzeitiger Behandlung der Lues ist die Prognose günstig. Wenn die Erkrankung jedoch erst einaml das Stadium der Neurosyphilis erreicht hat, können selbst nach einer Therapie Spätschäden wie Lähmungen und dergleichen mehr zurückbleiben.

Damit ist die schulmedizinische Behandlung der Syphilis in aller Regel keine allzu große Herausforderung geht zumeist sehr schnell und einfach von statten. Ein Grund mehr, nicht vor einem Besuch beim Arzt zurückzuscheuen und die Hilfe in Anspruch zu nehmen, derer man bedarf.

Noch vor einigen Jahrzehnten war eine Syphilis ein mehr oder weniger sicheres Todesurteil. In unseren Breitengraden ist dies inzwischen glücklicherweise nicht mehr der Fall.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Grundsätzlich ist eine Prävention gegen die Syphilis möglich. Das ist etwas, das man nicht von jeder Krankheit behaupten kann. Nichtsdestoweniger sollte man sich des Umstandes bewusst sein, dass es auch trotz der besten Vorkehrungen zur Vorbeugung zu einer Ansteckung kommen kann.

Da sich die vorliegende Krankheit primär und hauptsächlich mittels sexueller Kontakte überträgt, setzt auch hier die Prophylaxe an. Die Verwendung von Präservativen, also Kondomen, kann dabei helfen, das Risiko einer Ansteckung deutlich zu senken. Einen vollkommenen Schutz bietet diese Maßnahme aber dennoch nicht. Vorallem noch gesunde Frauen, die sexuellen Kontakt mit einem bereits syphilitischen Mann haben, können des Umstands ungeachtet, dass er ein Kondom trägt, die Erkrankung sehr leicht erhalten. Dies gilt besonders dann, wenn man neben dem Vaginalverkehr auch Analverkehr praktiziert. Ebenso eine geschützte Fellatio bietet ein erhöhtes Risiko der Ansteckung und sollte daher zu vermeiden sein.

Aufgrund der der oben genannten Faktoren sind besonders häufig homosexuelle Männer von einer Ansteckung betroffen. Dies ergibt sich aus dem Fakt, dass jene oben genannte Sexualpraktiken mit relativer Häufigkeit ausüben. Es gilt hierbei also besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Insbesondere der Kontakt mit Strichern oder Strichjungen ist zu unterlassen. Gerade dann, wenn diese Symptome einer Infektion zeigen.

Das beste Mittel zur Vorbeugung ist nach wie vor Abstinenz. Nichtsdestotrotz kann auch diese nicht komplett schützen, da selbst Küssen und enger Körperkontakt für eine etwaige Übertragung sorgen können.

Alles in allem lässt sich jedoch bemerken, dass eine Prävention nicht nur sinnvoll, sondern auch effektiv ist. Darum sollte man stets die nötigen vorbeugenden Maßnahmen ergreifen und damit das Risiko einer Ansteckung deutlich minieren. Hierdurch schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch Drittpersonen.

Prognose zur Heilung

Die Prognose zur Heilung ist grundsätzlich von dem Ort abhängig, an dem man sich befindet. In Europa, Nordamerika usw. ist die Prognose sehr gut. Im Grunde hat man dort von der Syphilis nicht allzu viel zu befürchten. Patienten in Entwicklungsländern jedoch haben hier in aller Regel weitaus größere Probleme. Eine Behandlung hier ist entweder nicht möglich, da es keine Ärzte gibt oder Betroffenen können die Medikamente nicht bezahlen.

Man sollte also, wenn man sich beispielsweise im Urlaub mit dem harten Schanker infiziert, sofort selbigen abbrechen und zurück in sein Heimatland fliegen und sich dort behandeln lassen. Dann sieht die Prognose wieder sehr gut aus.

Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Ausgehend von der Tatsache, dass die Syphilis ein so altes Problem ist, haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele Hausmittel gegen dieses Leiden entwickelt. Die meisten sind jedoch eher nutzlos und gehören in das Reich der Quacksalberei. Überhaupt versprechen keine von ihnen Heilung. Lediglich Linderung der Symptome. Dies sollte jedoch im Falle einer Syphilis nicht an erster Stelle stehen. Darum sollte man sich höchstens unterstützend an Hausmitteln bedienen, nicht aber aber Ersatz einer schulmedizinischen Therapie.

Einige Beispiele:

  • Sexuelle Abstinenz
  • Beschränkung auf einen Sexualpartner
  • Benutzung von Präservativen
  • Bäder ins lauwarmem Salzwasser

Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Bei den alternativen Heilmethoden verhält es sich ähnlich, wie bei den Hausmitteln. Es gibt durchaus Ansätze, diese sind aber eher zu ignorieren, weil sie die Krankheit nicht ausmerzen können. Und dies sollte, wie bereits erwähnt, das einzige Ziel einer Behandlung im Falle der Syphilis sein.

Personen, die eine vollständige Heilung der Franzosenkrankheit ohne die Gabe von Penicillin versprechen sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht als Kurpfuscher. Darum sollte man sich mit dieser Krankheit lediglich an einen studierten Mediziner wenden und nicht an einen Heilpraktiker. Diese leisten zwar nicht zu unterschätzende Arbeit und haben nachweislich vielen Leuten bei der Heilung verschiedenster Krankheit gut geholfen, aber bei einer Syphilis können sie nichts tun. Dessen sollte man sich bewusst sein.


Behandlungen

Man kann an dieser Stelle nur die bereits schon erwähnten präventiven maßnahmen abermals anführen:

  • Sexuelle Enthaltsamkeit
  • Keinen Kontakt mit Prostituierten, Strichern usw.
  • Monogamie

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Buchsabum
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Lavendel
  • Schafgarbe
  • Fenchel

Diese Kräuter sollten am besten zu einer Salbe verarbeitet werden und sind im Anschluss daran auf die betroffenen Stellen aufzutragen. Aber abermals sei man gewarnt: Diese Therapie ersetzt keine schulmedizinische Behandlung und greift das Problem nur kosmetisch an.

Um eine Salbe herzustellen, gebe man die Kräuter und Pflanzen in zerlassenes Schmalz und lasse es auskühlen und aushärten. bei bedarf ist dieser Vorgang zu wiederholen, da hierdurch die Salbe an Potenz gewinnt.


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

  • Bergamotte
  • Nelke
  • Ylang Ylang
  • Anis
  • Kümmel
  • Ackerminze

Die soeben aufgeführten ätherischen Öle dienen, insofern man sie im Rahmen einer Aromatherapie anwendet, lediglich der Entspannung des Patienten und tragen nichts zur Heilung der vorliegenden Krankheit bei. Von einer äußerlichen oder innerlichen Anwendung ist zudem eher abzuraten.

Eine Aromatherapie gelingt am besten dadurch, dass man eine Duftlampe mit ätherischen Ölen und Wasser füllt, dieses mittels einer Kerze erhitzt und die Öle dadurch in die Raumluft ausströmen lässt.


Homöopathie

  • Causticum
  • Dulcamara
  • Sulfur
  • Rhus toxicodendron
  • Arsenicum album
  • Thuja

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Diät & Ernährung

Es sind bei der Syphilis keinerlei Tipps zur Ernährung zu beachten, da dieselbe in keinem Zusammenhang mit einer etwaigen Infektion steht. Dennoch ist eine grundsätzlich gesunde Ernährung jedoch immer empfehlenswert. Hierzu informiere man sich bei einem Diätologen oder seinem behandelnden Arzt.


Alternative Behandlungen

Für einen genauen Überblick über alternative Behandlungen bietet es sich an, die oben schon angeführten abermals unter die Lupe zu nehmen.

FAQ – Fragen & Antworten

Ist die Syphilis tödlich?
– Potentiell handelt es sich hierbei um eine tödliche Krankheit. Man sollte jedoch nicht vom schlimmsten ausgehen. Gerade in unseren Breitengraden kommt es nur sehr selten zu syphilitischen Todesfällen. Die jährliche zu beobachtenden tatsächlichen Fälle lassen sich europaweit beinahe an einer Hand abzählen. Schlimmer ist es für Personen, die in Entwicklungsländern leben und keinen ausreichenden Zugang zu Medizin haben. Diese sterben weitaus häufiger an diesem Leiden. Nichtsdestotrotz sollte man sich hierzulande keine großen Sorgen über einen tödlichen Ausgang der Syphilis machen müssen.

Reichen Kondome aus, um einer Ansteckung zu entegehen?
– Nein. Sicherlich senken Präservative die Chancen einer Infektion ungemein stark ab, dennoch bieten sie keinen 100%igen Schutz gegen die Franzosenkrankheit. Man sollte allerdings trotzdem nicht auf die Verwendung von Kondomen verzichten, wenn man sexuellen Kontakt zu anderen Personen aufnimmt, die man nicht allzu gut geht. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Darüber hinaus kann man einen harten Schanker nicht immer gleich als solchen erkennen, da er durchaus auch versteckt liegen kann. Das heißt, dass grundsätzlich von jeder Person ein potentielles Ansteckungsrisiko ausgeht und man dahingehend aufpassen sollte.

Ist die Krankheit schmerzhaft?
– Nicht wirklich. Die erste Phase derselben verläuft meist gänzlich symptomfrei. Das ist aber weniger gut, als es sich anhört. Hierdurch entgeht sie dem Betroffenen zumeist und er weiß nichts über die Ansteckung. Das birgt ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Wirklich schmerzhaft wird die Syphilis erst dann, wenn sie in die zweite oder gar die dritte Phase wächst. Insbesondere ein befall der Organe und des Hirns führen nicht selten zu starken Schmerzen und langzeitlichen Beeinträchtigungen. Darum sollte man die eingängliche relative Schmerzfreiheit nicht unterschätzen, sondern sie ausnutzen und sich gleich medizinische Hilfe suchen.

Bilder

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (94 Stimmen, Durchschnitt: 4,42 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise