Übersäuerung

Steckbrief: Übersäuerung

  • Name(n): Übersäuerung; Azidose
  • Art der Krankheit: Metabolische und Respiratorische Erkrankung
  • Verbreitung: ca. 90 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Erste Erwähnung der Krankheit: ca.16 Jahrhundert unserer Zeitrechnung
  • Behandelbar: Behandlungen mit positivem Effekt
  • Art des Auslösers: häufig auf falsche Ernährung und Grunderkrankungen zurückzuführen
  • Wieviele Erkrankte: ca. 90 Prozent der Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Allgemeinmediziner
  • ICD-10 Code(s): unbekannt

Das Krankheitsbild der Übersäuerung

In Ratgeber, Zeitschriften, von Blogger usw., überall hört man von Übersäuerung. Oft hört man Schlagwörter wie „pH-Wert“ und Säure-Basen-Haushalt“. Aber was genau ist das eigentlich? Und was hat das mit der Übersäuerung unseres Körpers zu tun? Wie erkenne ich eigentlich eine Übersäuerung? Übersäuerung zeigt sich auf vielfältige Weise und deshalb ist es auch nicht leicht sie zu erkennen. Im Folgenden Artikel wird das Thema Übersäuerung, auch Azidose genannt, umfassend beleuchtet.

Definition Übersäuerung (Azidose)

Im Körper laufen Stoffwechselvorgänge ab, die Energie freisetzen. Diese Vorgänge stoßen Abfallprodukte ab, die über verschiedene Organe, wie Lunge, Leber, Haut, Nieren etc. ausgeschieden werden.

So bleibt das Säure-Base-Verhältnis im Ausgleich. Das Säure-Base Verhältnis eines gesunden Menschen liegt im Bereich zwischen 7,36 und 7,44. Wenn der pH-Wert des Blutes unter 7,36 liegt, spricht man von einer Übersäuerung (Azidose). Man unterscheidet zwischen atmungsbedingter Übersäuerung (respiratorischer Azidose) und stoffwechselbedingter Übersäuerung (metabolische Azidose). Dabei kann man die Erkrankung einer Azidose im Blut feststellen sowie im Urin. Typische Anzeichen einer Übersäuerung sind z.B. häufiges Wasserlassen oder/und blaue Lippen.


Was ist Übersäuerung?

Wie das Wort „Übersäuerung“ bereits andeutet, ist der Flüssigkeitsgehalt der Körpers zu sauer.
Im Körper befinden sich verschiedene pH-Milieus. Das Scheidenmilieu muss beispielsweise sauer sein. Das Blut hingegen muss basisch sein. Um den Ausgleich von Säuren und Basen herzustellen, befinden sich eigens dafür Regelmechanismen im Körper. Sie bestehen aus Atmung, Verdauung, Hormonproduktion und Kreislauf.

Damit wir funktionieren können, benötigen wir Energie. Dazu nehmen wir über Nahrung in uns auf. In Stoffwechselprozessen wird diese zu Energie umgewandelt. Stoffwechselprozesse hinterlassen allerdings Abfallprodukte, die sauer sind. Unser Blut transportiert diese zu den Organen, wie Nieren, Lunge, Leber und Haut. So gelangen die sauren Abfallprodukte über Atmung, Verdauung und Urin aus unseren Körper und der Säure-Basen Haushalt bleibt ausgeglichen. Da die sauren Stoffwechselprodukte allerdings nicht direkt gebunden werden können, verfügt das Blut über verschiedene Puffersysteme, die die überschüssigen Säuren mit Basen neutralisieren. Damit dieser Mechanismus funktioniert, muss man über die Nahrung genug basenbildende Stoffe aufnehmen. Eine falsche und einseitige Ernährung liefert jedoch hauptsächlich säurebildende Stoffe, sodass nicht genug Basen vorhanden sind, um die Säuren zu binden. Je mehr säurebildende Stoffe wir aufnehmen, desto mehr wird unser Puffersystem und unsere Ausscheidungsorgane überstrapaziert. Wenn die Puffersysteme gestört sind, entwickelt sich eine Übersäuerung und es kann zur einer chronischen Erkrankung der Organe führen. Aber auch Mangel an Sport und Stress können eine Übersäuerung hervorrufen.

Die Schulmedizin spricht von einer respiratorischer Azidose (atmungsbedingt) und metabolische Azidose (stoffwechselbedingt). Diese Form der Erkrankung ist auf Grunderkrankungen der Organe zurückzuführen. Die Übersäuerung aufgrund schlechter Ernährung, Stress und fehlendem Sport lässt sich eher der Heilpraxis zuordnen. Diese Art der Übersäuerung ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Welche Ursachen gibt es?

Der pH-Wert in unserem Blut bestimmt den Grad der Übersäuerung. Ob der pH-Wert in unserem Blut steigt oder sinkt regulieren die vorhandenen H+ Ionen. Je mehr H+ Ionen vorhanden sind, desto niedriger ist der pH-Wert. Ein niedriger pH-Wert ist ein Zeichen für Übersäuerung. Damit H+ Ionen gebunden werden können, sind körpereigene Puffersysteme vorhanden. Man unterscheidet hier zwischen geschlossenem und offenem Puffersystem. Die offenen Puffersysteme können Säuren und Basen nach Bedarf steuern. Hierbei spielt der Bikarbonatpuffer eine wichtige Rolle. Bikarbonat bindet ein Wasserstoff Ion. Dadurch entsteht Kohlensäure. Kohlensäure ist im Körper extrem instabil und zerfällt zu Kohlenstoffdioxid und Wasser. Kohlenstoffdioxid wird über die Lungen ausgeatmet und überschüssiges Wasser über die Nieren ausgeschieden. So wird unter anderem der Säure-Basen-Haushalt im Körper reguliert. Wenn die Puffersysteme gestört sind, entwickelt sich eine Übersäuerung.

Man muss hierbei zwischen atmungsbedingter und stoffwechselbedingter Übersäuerung unterscheiden. Bei der atmungsbedingte Übersäuerung (respiratorische Azidose) wird durch eine verminderte Atmung weniger saures Kohlenstoffdioxid ausgeatmet und somit steigt der CO2-Partialdruck im Blut. Die verminderte Atmung kann durch Erkrankung der Lungen, Behinderung der Atemwege und Lähmung des Atemzentrums des Gehirns auftreten.
Auch bei der stoffwechselbedingten Übersäuerung (metabolische Azidose) spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Durch schlechte Ernährung, wie z.B. viel Zucker und/oder Fleische, aber auch Stress, Depressionen und Medikamenteneinnahme, steigt die Übersäuerung im Blut. Je mehr säurehaltige Lebensmittel wir zu uns nehmen, desto mehr wird unser Puffersystem sowie unsere Organe überstrapaziert und die Pufferung durch Basen gelingt nicht mehr. Weitere Gründe können Diabetes mellitus, Nierenversagen, Rauchen, Alkoholismus oder Durchfall sein. Dies sind nur einige aufgezählte Gründe. Verschiedene Faktoren können zur Übersäuerung führen und auch ein Zusammenspiel dieser.

Mögliche Ursachen:

  • Nierenversagen
  • Lungenerkrankung
  • Schlechte Ernährung
  • Diabetes mellitus
  • Alkoholismus
  • Rauchen

Symptome & Anzeichen

Je nachdem welche Ursache der Übersäuerung zugrunde liegt, fallen die Symptome unterschiedlich aus.
Die atmungsbedingte Übersäuerung führt zu Atemnot oder blauen Lippen. Des Weiteren sind Kopfschmerzen, Desorientiertheit, Gedächtnis- und Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit sowie Persönlichkeitsveränderung die Folge. Außerdem versuchen die Nieren die Übersäuerung auszugleichen und es kommt daher vermehrt zu Wasserausscheidung.

Die Haut ist ebenfalls ein Ausscheidungsorgan. Übersäuerung führt daher auch hier zu Problemen. Anzeichen sind Akne, Hautunreinheiten und Pickel. Des Weiteren können sich auch Schuppen und Schuppenflechten bilden oder es kann zu extremer Hornhautbildung kommen. Ein weiteres Merkmal ist ein übermäßiges Schwitzen, welches unangenehmen Körpergeruch verursachen kann. Durch die Verätzung der Haut kann die Entstehung von Neurodermitis gefördert werden. Zudem können Fußpilz und Warzen auftreten.
Übersäuerung schwächt das Immunsystem. Daher kann es vermehrt zu Erkältungen und Infekten kommen.

Ebenfalls kann Sodbrennen ein Anzeichen für Übersäuerung sein. Zusätzlich versucht der Körper Säuren mit Wasser zu verdünnen, was zu Wassereinlagerungen führen kann. Außerdem begünstigen nicht gepufferte Säuren Entzündungen. So können schneller und häufiger Blasen-, Mandel-, und Magenschleimhautentzündungen auftreten. Säuren greifen Muskeln sowie Gewebe an und verursachen deshalb auch Schmerzen.

Durch schlechte Ernährung und somit fehlenden Vitalstoffen greift der Körper auf seine eigenen Mineralstoffdepots zurück, wie z.B. Gewebe, Knochen und Zähne. Bindegewebeschwäche und häufiger Muskelkater sind die Folge. Die Bandscheiben werden porös, der Verschleiß in den Gelenken nimmt zu, Bänder und Sehnen reißen häufiger. Ebenso tritt vermehrt Osteoporose ein.

Zudem ist eine Verschlackung die Folge, deren Produkte sich in den Speichergeweben des Körpers ansammeln. Dies kann zu rheumatischen Erkrankungen, Arteriosklerose, Nieren-, Blasen- und Gallensteinen führen.

Mögliche Symptome:

  • Atemprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Hautprobleme
  • Verschlackung
  • Entzündungen
  • Entmineralisierung

Diagnose & Krankheitsverlauf

Übersäuerung führt zur schleichenden Degradation des Gesundheitszustandes. Der Beginn der Krankheit zeichnet sich durch Leistungsabfall und Schlappheit durch Atemprobleme aus. Außerdem greift der Körper auf Mineraldepots im Körper zurück, da diese als Basenspender dienen. Dazu zählt zum Beispiel der Oberschenkelknochen. Bei andauernder Übersäuerung wird dieser dann porös. Osteoporose ist die Folge. Zudem kann es als Folge des Verklumpens von Hämoglobin zu Bluthochdruck, Herzinfarkt und einem Schlaganfall kommen. Der niedrige pH-Wert begünstigt auch das Wachstum von Tumorzellen. Daraufhin können Krebserkrankungen die Folge sein.

Doch wie wird Übersäuerung diagnostiziert? Eine Methode ist die sogenannte Blutgasanalyse. Hierbei wird arterielles Blut abgenommen und analysiert. Dabei wird gemessen, wie gut das Blut den Sauerstoff in der Lunge aufnehmen kann (Sauerstoffpartialdruck) und wie gut das Kohlendioxid ausgeatmet wird (Kohlendioxidpartialdruck). Man kann sowohl Rückschlüsse über die respiratorische Situation ziehen als auch über den pH-Wer. Des Weiteren gibt der Test Aufschluss über die Sauerstoffsättigung, die Hämoglobinwerte, den Base Excess und den Standardbikarbonat.

Außerdem besteht die Möglichkeit, pH-Teststreifen zu benutzen. Mit diesen Teststreifen kann man den pH-Wert im Urin messen. Da die Werte allerdings sehr schwanken können, empfiehlt es sich über mehrere Tage zur gleichen Tageszeit den Test durchzuführen. Während der Testphase sollte man darauf achten, pro Tag nur drei Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Die erste Urinprobe sollte morgens erfolgen. Normalerweise liegt hier der pH-Wert zwischen 5.0 und 7.0, also im sauren Milieu, denn über Nacht wurde keine basenbildende Nahrung dem Körper zugeführt. Die zweite Urinprobe erfolgt ca. drei Stunden nach dem Frühstück. Da mit dem Frühstück basische Lebensmittel dem Organismus zugeführt werden. Der Teststreifen müsste einen pH-Wert von 7.0 und 8.0 anzeigen. Die dritte Urinprobe wird vor dem Mittagsessen durchgeführt. Der Urin sollte einen pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich (7.0 – 7.5) anzeigen. Aufgrund der am Vormittag produzierten Säuren ist unser Organismus zu diesem Zeitpunkt eher säurehaltig. Am Nachmittag wird die vierte Urinprobe durchgeführt. Wurde beim Mittagessen basenhaltig gespeist, sollte sich der Urin bei einem pH-Wert zwischen 7.5 und 8.0 befinden, also im basischen Milieu. Die letzte und fünfte Urinprobe sollte vor dem Abendessen erfolgen. In diesem Zeitraum hat der Körper schon neue Säure produziert. Falls der Körper ausreichend Basenreserven enthält, sollte der pH-Wert nur leicht im sauren Bereich liegen, zwischen 6.0 und 7.0. Wie man an diesem Testverlauf erkennen kann, sollte ein gesunder Säure-Basen Haushalt etwas schwanken. Liegt der pH-Wert während der Testphase nur im sauren Milieu, ist höchstwahrscheinlich von einer Übersäuerung auszugehen.

Eine weitere Diagnoseoption ist die Renale Netto-Säureausscheidung. Urin wird über 24 Stunden gesammelt und hinsichtlich relevanter Ausscheidungsprodukte analysiert. Dabei wird die Netto-Säure-Ausscheidung eines Tages bestimmt. Fällt der Säuregehalt hoch aus, so ist der Organismus entsprechend übersäuert.

Diagnosemöglichkeiten:

  • Blutgasanalyse
  • Teststreifen
  • Renale-Netto-Säureausscheidung

Häufigkeit & Diagnosedaten

Viele Menschen in Deutschland fühlen sich müde, schlapp und kraftlos – trotz regelmäßigem Sport. Ein Grund dafür kann eine chronische Übersäuerung sein. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, denn ca. 90 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Vor allem Industrienationen sind gefährdet. Unsere Gesellschaft ist von Stress, Hektik und ungesunder Ernährung gezeichnet. Diese Faktoren und auch ein Zusammenspiel dieser begünstigen Übersäuerung. Oftmals steckt hinter einer Krankheit, wie z.B. Nierenversagen, eine Azidose. Übersäuerung ist eher im Bereich der Naturmedizin angesiedelt. Die Schulmedizin sieht Übersäuerung aufgrund schlechter Ernährung etc. nicht als Krankheit an. Denn Übersäuerung ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Doch es gibt immer mehr Studien, die sich mit dem Thema Übersäuerung befassen. Ein Beispiel ist die Schweizer Studie aus dem Jahr 2006 – Entsäuerung erhöht die Knochendichte. Der Titel der Studie heißt „Partial neutralization of the acidogenic Western diet with potassium citrate increases bone mass in postmenopausal women with osteopenia“. Das bedeutet in etwa: Westliche Ernährung wird durch Zufuhr mit Kaliumcitrat neutralisiert und die Knochendichte bei Frauen (nach den Wechseljahren) mit Osteopenie wird erhöht. Kaliumcitrat ist eine basische Mineralstoffverbindung. An der Studie nahmen 161 Frauen zwischen 52 und 64 Jahren teil, die alle an einer geringen Knochendichte (Osteopenie) litten. Man wollte in der Studie die Wirkung entsäuernder Maßnahmen auf die Knochendichte überprüfen. Die Frauen nahmen jeden Tag 1.170 mg Kaliumzitrat ein. Um sicher zu gehen, dass nicht nur die Wirkung vom Kalium hervorgerufen wird, hat man zusätzlich zu gleichen Menge Kaliumchlorid, welche nicht basisch ist, verabreicht. Nach einem Jahr konnte man bei der Kaliumcitratgruppe eine Zunahme der Knochendichte vermerken. Die Knochendichte nahm hingegen bei der Kaliumchloridgruppe ab. Außerdem konnte eine Reduzierung der Calciumausscheidung über den Urin beobachtet werden sowie ein Anstieg der Citratausscheidung. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass sich der Körper basischer ausrichtet.
In der Studie war zu lesen: „Die chronische Übersäuerung (chronic acid loads) ist die unvermeidliche Folge einer westlichen Ernährung mit hohem Gehalt an tierischen Proteinen und Getreideproteinen.“
Das Fazit der Studie lautet:
„Die Knochendichte kann […] signifikant über die tägliche Baseneinnahme in Form von Kaliumcitrat erhöht werden […].“

Dies zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Übersäuerung besteht sowie ein Zusammenhang zwischen Übersäuerung und Osteoperose.


Komplikationen bei der Krankheit

Übersäuerung führt zu schleichenden Verschlechterungen des Gesundheitszustandes. Der Beginn der Krankheit zeichnet sich durch Leistungsabfall und Schlappheit durch Atemprobleme aus. Störungen des Stoffwechsels durch Diabetes Mellitus, starker Durchfall mit großem Wasserverlust sowie eine Nierenerkrankung können den Säure-Basen Haushalt aus der Balance bringen. Der Körper kann dies durch ausgeklügelte Puffersysteme in der Regel ausgleichen. Wird dieser Regelmechanismus überschritten, können Komplikationen auftreten.

Je mehr sich der pH-Wert des Körpers in den sauren Bereich bewegt, desto wahrscheinlicher stellen sich Koordinationsstörungen, Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Persönlichkeitsveränderungen, Muskelzuckungen oder eine allgemeine Unruhe mit beispielsweise Schlafstörungen ein. Diese Symptome können allerdings unterschiedliche Ursachen haben. Eine Erkennung einer Übersäuerung ist daher gezielt zu untersuchen.
Sollte die Übersäuerung nicht rechtzeitig erkannt werden, kann es zu schweren Erkrankungen führen. Beispielsweise Herzinfarkt, Osteoperose oder Krebserkrankungen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Normalerweise kann der Körper durch die benannten Regelmechanismen den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen. Sobald allerdings ein Verdacht auf Übersäuerung aufkommt, sollte man schleunigst seinen Arzt aufsuchen.
Dieser kann dann zunächst ein Fachgespräch führen und mögliche Ursachen für eine Übersäuerung eingrenzen. Da Übersäuerung vielfältige Ursachen haben kann, wird der Allgemeinmediziner seinen Patienten zum entsprechenden Facharzt überweisen. Dieser kann die notwendigen Therapien einleiten.
Personen mit chronischen Erkrankungen neigen zu einem erhöhten Risiko zur Übersäuerung. Beispielsweise mit Niereninsuffizienz, Lungenerkrankung oder Diabetes Mellitus. Gerade hier sollte man sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Aber auch Sportler, Senioren und Menschen, die Fasten oder Diäten durchführen, sind gefährdet.
Anzeichen für akute Übersäuerung sind Luftnot, Desorientiertheit, Schwäche sowie Bewusstseinsstörung. Auch hier sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlungsmethoden & Therapie

Welche Therapiemaßahmen zur Anwendung kommen, hängt von der Ursache der Übersäuerung ab.
Zunächst ist es ratsam, die Ernährung umzustellen. Man sollte zunehmend basenbildende Lebensmittel zu sich nehmen, dabei aber nicht komplett auf säurebildende Lebensmittel verzichten. Das Ziel sollte darin bestehen, eine Ausgeglichenheit zu erreichen. Fleisch, Weizenmehl, raffinierter Zucker und Bohnenkaffe sowie Alkohol sind besonders säurehaltig. Basische Produkte hingegen sind z.B. Nüsse, Sojaprodukte, Gemüse, Salat, Obst und Kräutertees. Die Förderung der Ausscheidung über die Niere wird durch viel Trinken von Wasser begünstigt. Auch die Reduzierung von Stress verringert die Reduzierung von Säurefluten. Dagegen sollte man vermehrt Sport treiben, um die Atmung zu vertiefen und so den CO2 Ausstoß aus dem Körper zu fördern.

Auch in der Medizin wird bei einer respiratorischen Übersäuerung (atmungdbedingt) versucht die Atemfrequenz zu steigern. So kann mehr Kohlenstoffdioxid ausgeatmet werden. Hierbei werden beispielsweise Fremdkörper aus den Atemwegen entfernt. Eine chronische Verengung der Atemwege lässt sich mit speziellen Medikamenten behandeln. Bei Erleiden einer metabolischen Erkrankung (stoffwechelsbedingt) ist die Bikarbonat-Infusion eine häufig angewendete Methode. Diese Behandlung ist notwendig bei langfristiger Bikarbonat-Entleerung, also bei Erkrankung einer schweren Azidose. Eine weitere Maßnahme bildet die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten.
Die Therapiemaßnahmen können jedoch je nach Grunderkrankung unterschiedlich ausfallen. Leidet man z.B. unter Diabetes, so kann eine Insulin Behandlung durchgeführt werden. Bei einer Nierenerkrankung kann auch eine Dialyse erforderlich sein. Um jedoch die optimale Behandlung für sich zu erzielen, sollte man im jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Therapiemaßnahmen:

  • Erhöhung der Atemfrequenz
  • Bikarbonat-Infusion
  • Basische Präparate aus der Apotheke
  • Insulin Behandlung bei Diabetes

Vorbeugung – Impfung und Prävention

Eine ausgewogene Ernährung, die den natürlichen Säure-Basen-Haushalt erhält, stellt die wichtigste vorbeugende Maßnahme dar. Dabei sollten die basenbildenden Lebensmittel 3:1 zu dem säurebildenden Lebensmittel stehen. Des Weiteren sollte man mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag trinken. So kann Säure leicht über die Niere ausgeschwemmt werden. Ebenfalls empfehlenswert ist die Zufuhr von mineralischen Stoffen, wie Magnesium, Kalzium, Natrium oder Zink. Diese wirken basenbildend. Zudem ist regelmäßiger Sport, wie zum Beispiel drei Mal pro Woche, ideal zur Einhaltung der Stoffwechselbalance. Auch ein gemäßigter Konsum von Alkohol sowie der Verzicht auf Rauchen ist ratsam.


Prognose zur Heilung

Die Heilung einer Prognose hängt stark vom Krankheitsstadium ab. Im Anfangsstadium kann man zunächst mit basischer Ernährung, Bewegung, Kuren sowie Präparaten entgegenwirken. Sollten bereits Organe wie Niere, Darm, Lunge oder Herz involviert sein, ist eine Ernährungsumstellung nicht mehr ausreichend. Hier sollte man einen Arzt aufsuchen, um geeignete Therapien einzuleiten. Oftmals kann es dann auch zu chronischen Erkrankungen der Organe führen. Falls Übersäuerung aufgrund einer Grunderkrankung wie verringerter Atmung, Niereninsuffizienz oder Diabetes Mellitus vorliegt, muss man wahrscheinlich sein ganzes Leben gegen Übersäuerung kämpfen. Doch auch hier gibt es geeignete Medikamente, die Linderung versprechen. Hierfür sollt ein Facharzt aufgesucht werden.


Welche Lebensmittel sind basenbildend?

Obst
Fast jedes Obst ist basenbildend. Hierzu gehören: Weintrauben, Johannisbeeren, Pflaumen, Äpfel, Bananen, Pampelmusen, Mangos, Ananas, Mirabellen, Aprikosen, Nektarinen, Avocado, Oliven (grün, schwarz), Orangen, Clementinen, Papaya, frische Datteln, Pfirsiche, Erdbeeren, Quitten, Feigen, Preiselbeeren, Grapefruits, Heidelbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Kirschen, Honigmelonen, Sternfrüchte, Wassermelonen, Kiwis, Limetten, Zitronen, Mandarinen und Zwetschgen.

Basenbildendes Gemüse
Zur Gruppe der Basenspender zählt auch Gemüse wie Algen, Artischocken, Okraschoten, Spargel, Zucchini, Karotten, Kürbisarten, Tomate, Lauch, Rote Bete, Erbsen, grün Rettich, Fenchel, Blumenkohl, Chicoree, Grünkohl, Spinat und Paprika.

Basenbildende Pilze
Diese Pilzsorten helfen den Säuren-Basen Haushalt aufrecht zu erhalten: Austernpilz, Shiitake, Champignon, Steinpilze, Morchel/Mu-Err-Pilze, Trüffelpilze, Pfifferlinge.

Basische Kräuter und Basische Salate
Auch basische Kräuter helfen bei einer ausgewogenen und ganzheitlichen Ernährung: Basilikum, Löwenzahn, Rosmarin, Ingwer, Majoran, Borretsch, Meerrettich, Brennnessel, Zitronenmelisse, Melde (Spanischer Salat), Brunnenkresse, Melisse, Chinakohl, Muskatnuss, Chicoree, Nelken, Chilischoten, Oregano, Dill, Petersilie, Eichblattsalat, Pfeffer, (alle Arten)Eisbergsalat, Pfefferminze, Endivien, Piment, Feldsalat, Fenchelsamen, Rucola(Rauke),Gelbwurzel, Friseesalat, Safran, Gartenkresse, Salbei, Kapern, Schnittlauch, Kardamom, Schwarzkümmel, Kerbel, Sellerieblätter, Koriander, Thymian, Kopfsalat, Vanille, Kresse, Wildpflanzen, Wildkräuter, Kreuzkümmel, Ysop, Kümmel, Zimt, Lattich und Zuckerhut.

Basische Sprossen und Basische Keime
Des Weiteren dienen auch besonders Sprossen zur einer gesunden Ernährung bei und Vermeidung von Übersäuerung, wie zum Beispiel Alfalfa-Sprossen, Roggenkeimlinge, Bockhornklee, Radieschen-Sprossen, Rettich-Sprossen, Braunhirse-Sprossen, Broccoli-Sprossen, Rotkohl-Sprossen, Rucola-Sprossen, Gerstenkeimlinge, Senfsprossen, Hirse-Sprossen, Sonnenblumkerne-Sprossen, Dinkelkeimlinge, Leinsamen-Sprossen, Weizenkeimlinge, Linsen-Sprossen und Mungobohnen-Sprossen.

Basische Nüsse und Basische Samen
Mandeln, Erdmandeln, Mandelmus und Maroni (Esskastanien) tragen als Samen und Nüsse ebenfalls zur ausgewogenen Ernährung bei.

Basische Getränke
Bei einer ausgewogenen Ernährung ist es unerlässlich, viel zu trinken und zwar mindestens 2 Liter pro Tag. Folgende Getränke sind ratsam, um den Säure-Basen Haushalt zu erhalten: Früchtesmoothies (selbst gemacht), Grüne Smoothies, Kräutertees, Proteinshake mit Lupinenprotein, Wasser, Wasser mit 1 TL Apfelessig und Zitronenwasser.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben der Schulmedizin haben alternative Behandlungsmethoden gegen Übersäuerung immer mehr Befürworter. Sofern keine Grunderkrankung vorliegt, lässt sich Übersäuerung vor allem in den Industrienationen häufig auf schlechte Ernährung zurückführen. Hierfür wurden einige alternative Behandlungsmethoden entwickelt.

Colon-Hydro-Therapie
Das Ziel der Colon-Hydro-Therapie ist die Herstellung der natürlichen Darmbewegung und eine Entgiftung des Organismus, um die Grundlage eines ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt herzustellen. Dabei wird der Dickdarm durchgespült und gründlich gereinigt. Ablagerungen lösen sich bei diesem Vorgang ab. Ein steriles Kunststoffröhrchen wird anal eingeführt und Wasser fließt in den Darm. Der gelöste Darminhalt wird durch einen Abflussschlauch direkt in die Kanalisation befördert.

Azidose-Massage nach Dr. Renate Collier
Bei der Azidose-Massage handelt es sich um eine medizinische Massage nach Dr. Collier. Da sich häufig überschüssige Säuren im Bindegewebe ablagern, liegt der Fokus der Massage auf Körperregionen wie Oberschenkel, Hüften, Oberarme und Gesäß. Diese Regionen werden mit speziellen Griffen nach dem Prinzip der rollenden Hautfalte behandelt.

Ayurveda-Abhyanga
Mit warmen pflanzlichen Ölen ausgeführt gehört die Ganzkörpermassage zu den wohltuendsten und effektivsten Behandlungsformen der ayurvedischen Gesundheitslehre. Sie verbindet auf harmonische Art und Weise mehrere Techniken, die der tiefen Entspannung und Vitalisierung des Körpers dienen. Die Haut ist auch ein Ausscheidungsorgan und darüber werden unter anderem Säuren ausgeschieden. Durch das Einmassieren des Öls, wirkt das Öl ein, die Säuren lösen sich und der Körper wird entgiftet.

Nierenreinigung
Die Niere ist ein wichtiges Ausscheidungsorgan. Hier werden Blut und Stoffwechselprodukte gereinigt. Zudem filtern sie mithilfe von Nierenkörperchen den Urin aus dem Blut. Daher gehören sie zu den Entgiftungsorganen unseres Organismus. Damit die Niere funktionieren kann, muss sie ständig mit Blut versorgt werden. Wird dieser Vorgang gestört, zum Beispiel durch eine Niereninsuffizienz, können nicht mehr genug saure Stoffwechselprodukte abgeschieden werden und es kommt zu einer Übersäuerung unseres Körpers. Stoffe wie Harnsäure und Oxalat lagern sich in den Nieren ab. So können sich Steine bilden und Bakterien ausbreiten. Dies erschwert die weitere Ausscheidung durch die Nieren. Durch eine Nierenreinigung werden Bakterien und Steine sowie weitere Substanzen ausgespült und eine barrierefreie Ausscheidung der Stoffwechselprodukte ist möglich. Die Nierenreinigung sollte über mehrere Wochen durchgeführt werden.

Ölziehen
Zu der ayurvedischen Lehre gehört auch das Jahrtausend alte Ölziehen. Hierbei werden vor allem Zahnbelege reduziert. Aber die Methode wird auch für die ganzheitliche Gesundheit unseres Körpers angewandt. Gifte und Bakterien werden zunächst aus der Mundhöhle und dem Zahnfleisch entfernt. Zudem werden ebenfalls Säuren aus dem Mundbereich gezogen. Dies trägt zu Entsäuerung und Entgiftung des gesamten Organismus bei. Erfahrungsberichte zeigen, dass durch das Ölziehen in allen Körperbereichen positive Effekt erreicht werden. Für das Ölziehen sollten biologische Öle wie Bio-Sesamöl, Bio-Kokosöl oder Bio-Sonnenblumenöl verwendet werden. Morgens vor dem Frühstück wird ein Teelöffel Öl in den Mundraum gegeben. Dieses wird dann für ca. 20 Minuten im Mund gespült und anschließend ausgespült. Das Herunterschlucken des Öls sollte unbedingt vermieden werden, da ansonsten die Wirkung des Ölziehens verloren geht.

Welche Hausmittel können helfen?

Basenbäder
Bei Basenbädern ist vor allem das Zusammenspiel von Wärme und der zugegebenen Substanz wirksam. Folgende basische Mineralsalze können in das Bad gegeben werden: Natriumbikarbonat, Magnesium-, Kalzium-, Kalium-, Eisen- oder Schwefelverbindungen. Diese Stoffe lösen sich in dem warmen Wasser auf. Die Haut kann so die gelösten Verbindungen aufnehmen und die Balance des pH-Wertes fördern. Eine Möglichkeit besteht auch darin, 100 Gramm Backpulver im Bad aufzulösen. Dann sollte etwa dreißig Minuten bei einer Temperatur von 35° und 38° Celsius in dem Wasser gebadet werden. Anschließend sollte man sich eine Ruhepause von ca. einer Stunde gönnen.

Zitronenwasser
Eine Zitrone assoziiert man sofort mit einem sauren Gehalt. Die Zitrone schmeckt zwar sauer, trägt aber im Körper zur Basenbildung bei. Zitronen entgiften den Körper. Die Citrusfrucht beschleunigt die Ausscheidung von Giftstoffen und Ablagerungen, da sie entwässernd wirkt. Zudem wird die Fruchtsäure im Körper schleunig zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut, welche dann über Atem und Urin ausgeschieden werden. Mineralien wie Kalium und Magnesium bleiben im Organismus. Zudem regt die Zitrone die Gallenbildung der Leber an. Gallenflüssigkeit ist basisch. Zudem enthält sie lediglich wenig säurebildende Aminosäuren, aber dafür Antioxidantien und Vitamin C. Außerdem wird die Verdauung positiv beeinflusst. Die Anwendung ist kostengünstig und schnell gemacht. Dazu presst man eine halbe Zitrone und fügt ein Glas Wasser hinzufügen. Für einen süßlichen Geschmack kann ein Tropfen Stevia hinzugefügt werden.

Ingwertee
Ein weiteres Hausmittel gegen Übersäuerung ist Ingwer. Ingwer hilft, überschüssige Säuren im Körper zu binden. Dafür verantwortlich ist der Stoff Gingerol, der auch die Verdauung unterstützt. Hierfür kann man einen Ingwertee vorbereiten. Dafür schneidet man den Ingwer in Scheiben, gibt ihn in eine Tasse und übergießt ihn mit 200ml kochendem Wasse. Den Aufguss sollte man zehn Minuten ziehen lassen.

Zitronen-Apfelessig-Natron Mischung
Ein weiteres Hausrezept ist eine Zitronen-Apfelessig-Natron Mischung. Hierfür wird ein Glas stilles Mineralwasser benötigt (ca. 200 ml), ein Teelöffel Apfelessig, ein Teelöffel Natron und der Fruchtsaft einer halben Zitrone. Hier sollte darauf geachtet werden, dass sämtliche Substanzen aus biologischem Anbau stammen. Die Zutaten werden im lauwarmen Wasser vermischt. Die Mischung sollte morgens auf nüchternen Magen getrunken werden. So wird eigens im Körper die Bildung von Basen gefördert.

Artischockenwasser mit Zitrone
Diese Mischung hilft dabei deine Leber zu schützen und deine Leberwerte zu verbessern. Dies wiederum fördert die Entgiftung des Organismus. Zur Zubereitung des Wassers wird ein Liter Wasser, zwei Artischocken und eine Zitrone benötigt. Zunächst muss das Wasser zum Kochen gebracht werden. In der Zwischenzeit werden die Zitronen aus biologischem Anbau geviertelt. Diese dann zusammen mit den nicht geschnittenen Artischocken in das kochende Wasser geben. Wenn die Artischocken weich gekocht sind, können diese samt den Zitronen aus dem Wasser genommen werden. Das Wasser auf lauwarme Temperatur abkochen lassen und trinken.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Die Natur bietet einen natürlichen Weg zur Heilung gegen Übersäuerung. Schon seit Jahrhundert von Jahren tragen diese zur Gesundheit des Menschen bei. Dabei zielen diese nicht nur auf Linderung eines Symptoms ab, sondern bieten ganzheitliche, gesundheitliche Hilfe. Im Folgenden einige Beispiele:

Wildkräuter
Wildkräuter finden sich in Deutschland im Wald und auf Wiesen. Dabei handelt es sich um Löwenzahn, Gänseblümchen und Sauerampfer. Wildkräuter bieten allerlei Mineralstoffe für den Körper. Neben Mineralstoffen bieten Wildkräuter zudem Gerbstoffe, Farbstoffe, ätherische Öle, Vitamine, Senföle, Seifenstoffe, Schleimstoffe und Bitterstoffe. Durch eine Entgiftungskur mit Wildkräutern werden die sauren Ablagerungen im Bindegewebe gelöst und vermehrt über Urin ausgeschieden. Diese Kur sollte man neben eine ausgewogene Ernährung mehrere Wochen hintereinander durchführen.

Weitere Wildkräuter mit Bitterstoffen sind:

  • das Tausendgüldenkraut
  • die Schafgarbe
  • die Engelwurz
  • der Galgant
  • der Wermuth

Bachblüten
Die Bachblüte hilft ebenfalls dabei sich überschüssiger Säuren im Körper zu entledigen.

  • Bachblüte Nr. 6 Cherry Plum mindert Überdruck und entspannt den Körper. So können überschüssige Säuren leichter abgebaut werden.
  • Bachblüte Nr. 23 Olive schenkt dem Körper Energie und Kraft. Daraufhin kann der Stoffwechsel angekurbelt wird. Zudem wird auch das Bindegewebe durch Abtransport von Schlacken gestärkt.
  • Bachblüte Nr. 26 Rock Rose kann Säureblockaden befreien.Diese werden durch Stress und Traumata ausgelöst. Diese Bachblüte kann Ängste lösen und so kann angestaute Säure wieder ausgeschieden werden.

Ätherische Öle

Ätherische Öle wie Pfefferminzöl oder Zitronenöl können ebenfalls bei Übersäuerung helfen. Dabei ist es wichtig, naturreine und ätherische Öle zu verwenden. Man sollte zweimal täglich die Öle in Form von Kapseln zwischen den Mahlzeiten einnehmen. Zudem sollte man seine Fußsohlen mit den Ölen einmassieren. Eine weitere Variante ist, die Öle in flüssiger Form anstatt mit Kapseln zu sich zu nehmen. Die Öle werden mit Bienenhonig oder Sirupen gemischt. Die Substanzen sollten einen biologischen Ursprung aufweisen.

Homöopathie & Globuli

Auch homöopathische Mittel wie das Globuli Natrium phosphoricum, welches aus Natriumhydrogenphosphat hergestellt wird, gewinnt bei dem Thema Übersäuerung an Bedeutung. Wenn Menschen aufgrund von Übersäuerung beispielsweise unter Beschwerden im Verdauungstrakt, in den Gelenken oder in der Haut leiden, können sie auf dieses Mittel zurückgreifen. Man verspürt Verbesserung durch Schmerznachlass in den Gelenken, die durch Ablagerungen von Harnkristallen entstehen. Auch Hautausschläge und Mandelentzündungen bessern sich. Die Globuli können für alle Altersgruppen verwendet werden. Da aber Übersäuerung häufig bei Erwachsenen auftritt, wird es häufig in diesem Altersbereich angewendet. Ein Teelöffel Globuli in den Mund geben und auf der Zunge zergehen lassen. Ein weitere Form ist die Einnahme von Tropfen, hier bitte auch einen Teelöffel messen. Tabletten im Mund auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden. Globuli beeinflussen nicht direkt die Erkrankung, sondern wirken ganzheitlich auf den Organismus.

Schüssler-Salze

Auch Schüssler-Salze können gegen Übersäuerung wirken. Schüssler-Salze werden in Funktionsmittel und Ergänzungsmittel unterschieden. Die folgenden Schüssler-Salze werden als Funktionsmittel eingestuft. Die Schüssler-Salze Nr.9 (Natrium Phosphoricum) und Nr.10 (Natrium Sulfuricum) können Säurefaktoren neutralisieren. Diese sollte man über 8 bis 12 Wochen einnehmen. Dabei werden 10 Tabletten in heißem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken. Nummer 10 wird am Abend eingenommen und Nummerr 9 am Morgen. Die Morgenzufuhr sollt auf nüchternem Magen erfolgen. Falls die Funktionsmittel nicht ausreichen, können die Ergänzungsmittel zum Einsatz kommen, um die Chance auf ein besseres Ergebnis zu erzielen. Hier eignet sich Nr.4 der Schüssler-Salze, um den Entsäuerungsprozess des Organismus zu unterstützen.
Damit die Wirkung der Schüssler-Salze sich entfalten kann, ist die richtige Einnahme von Bedeutung. Auch eine hauptsächlich basenorientierte Ernährung unterstützt die Wirkung.

Schüssler Salze:

  • Nr. 9 Natrium Phosphoricum – regt Nieren zur Ausscheidung an
  • Nr. 10 Natrium Sulfuricum – fördert langsame Stoffwechselprozesse
  • Nr. 6 Kalium sulfuricum – fördert den Eiweißstoffwechsel
  • Nr. 12 Calcium Sulfuricum – verstärkt den Stoffwechselprozess und die Reinigung im Körper
  • Nr. 23 Natrium Bicarbonicum – aktiviert die Funktion der Bauchspeicheldrüse und Ausscheidung von Giftstoffen. So fördert dieses Salz die Entgiftung des Organismus
  • Nr. 11 Silicea (Kieselsäure) – spült Säuren aus dem Bindegewebe(Achtung nur zusammen mit Nr. 9 einnehmen, da ansonsten die freigesetzte Säure nicht ausgespült werden kann)

Diät & Ernährung

Man sollte sich grundsätzlich mehr basisch als säurehaltig ernähren. Dabei ist sollte das Verhältnis basenbildender Lebensmitte zu säurebildenden Lebensmittel 3:1 stehen. Um sich einmal komplett zu entgiften, können folgende Methoden helfen.

Heilfasten
Fasten begleiteten schon fast die ganze Menschheitsgeschichte. Während der Heilfastenkur werden lediglich Flüssigkeiten, wie Tee, Wasser oder Fruchtsäfte zu sich genommen. Auf feste Nahrung wird komplett verzichtet. Der Körper soll so entschlackt und gereinigt werden. Dabei sollte man vorher ein Check-Up durchführen. Denn nur wer körperlich gesund ist, sollte dieses Verfahren durchführen.

Detox
Detox kommt aus dem Englischen und bedeutet Entgiften. Im Laufe der Zeit lagern sich Giftstoffe in unserem Körper ab. Das Ziel der Detox-Kur ist es, diese aus unserem Körper zu entfernen, i.e. zu entgiften. Eine häufige Methode besteht darin, sich nur von kaltgepressten Säften zu ernähren und ebenfalls auf feste Nahrung zu verzichten.


FAQ – Fragen & Antworten

In welchem Bereich sollte der pH-Wert meines Körpers liegen?
Der pH-Wert eines Menschen sollte ca. zwischen 7.36 bis 7.44 liegen.
Welche Ursachen können Übersäuerung hervorrufen?
Mögliche Ursachen können schlechte Ernährung, Nierenversagen, Lungenerkrankung, Diabetes mellitus, Alkoholismus und Rauchen sein.
Welche Symptome sprechen für eine Übersäuerung?
Folgende Symptome können Anzeichen einer Übersäuerung sein: Atemprobleme, Kopfschmerzen, Hautprobleme, Verschlackung, Entzündungen und Entmineralisierungen.
Wie wird eine Übersäuerung diagnostiziert?
Blutgasanalyse, pH-Teststreifen oder Renale Netto-Säureausscheidung sind Methoden, um eine Übersäuerung zu diagnostizieren.
Welche Therapiemaßnahmen werden angewandt?
In der Praxis werden Therapiemaßnahmen wie Erhöhung der Atemfrequenz, Bikarbonat-Infusion, basische Präparate aus der Apotheke und Insulin Behandlung bei Diabetes angewendet. Dabei werden die Maßnahmen der Ursache entsprechend angewandt.

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